Triste Farben – das Licht schenken

Tine Klein Triste farben Mischen und pimpen

 Uni Zürich Material: Farbe Gouache von Schmincke,  Highlights Conte a Paris Sticks

Ich will dein Sonnenschein sein, wenn der Himmel mal grau ist.

Hallo ihr Lieben,

im Moment sind die Wetterwechsel wirklich krass, Aprilwettter. Zeit mal über Sonnenschein und das genaue Gegenteil zu sprechen.Ja zum April gehören auch die grauen trüben Farben.  Ja, richtig gehört, heute sprechen wir über das Mischen von grusigen Farben, denn nicht nur im Winter ist es grau.  Für alle die nicht aus der Schweiz kommen, grusig heißt scheußlich,grässlich…oder zum würgen.

Unfarben mischen

Egal wo man ist wenn einem Bild das Licht fehlt dann fehlt der Pepp. Ich lebe am Zürichsee. Dort gibt es eine sehr wundervolle Architektur.  In Zürich, wie fast überall in der Schweiz, gibt es eine wundervolle Tradition der Steinmetzarbeiten und hier kommen wir zu einem Problem, dass Maler in jeder Stadt rund um die Welt haben.

Große Steinbauten haben oft keine schönen Farben

Bei schlechtem Wetter sind sie  genauso attraktiv ist wie Altpapier. Jeder Urban Sketcher oder Open Air Maler kennt das Problem, wenn der Sonnenschein fehlt, wirkt auf dem Blatt alles völlig trist.

Wenn man natürliche Farbe zur Grundlage macht, dann sieht dies nicht hübsch aus. Es wird diesen großen, schönen Häusern einfach nicht gerecht. Denn oft sind die alten Häuser sehr spielerisch, mit Erkern und trotz ihrer Größe überhaupt nicht trist.

Versucht man hier einfach nur eine Farbe anzurühren, dann verwandeln sich diese großen herrschaftlichen Häuser in dreckige Trutzburgen, die die Bilder auf unschöne Weise regieren.

Und dann kommt man beim Malen und kolorieren ganz schnell zu der Frage:  Wie hübsche ich eigentlich triste Farben auf?

Farbe beleben, aber wie?

Farbe mischen ist oft nicht so einfach

Gerade bei schnellen Skizzen wird dies mühsam. Bevor man Bilder malt, in denen es sehr viele friste Farben gibt, sollte man am besten Mischtests machen, denn sonst erlebt man unweigerlich unschöne Überraschungen. Es entstehen beim Mischen gerne mal die schrecklichen “Kackfarben”, tut mir leid, aber man muss es mal beim Namen nennen.

Diese Farben brauchen Licht und dieses geht so schnell verloren.

Farbe mischen kalt und warm

Der erste Tipp, den ich geben kann, ist niemals monoton zu werden, ein graues oder dunkles Bild, das obendrein noch langweilig ist, sieht immer scheußlich und nach Regen aus.

Die Folge ist, dass die einfachste Lösung ist, gebrochene Farben oder Grautöne in unzähligen Varianten anzubieten.

Merke: Triste Töne immer abwechslungsreich gestalten

Das wichtigste ist, dass es in dem Grau auch helle und freundliche Töne gibt, nicht alles darf nach dreckigen und gedämpften Töne ausschauen, sonst wird es trüb. Das seht ihr in den Universitätsfenstern, dort habe ich funkelnde Farbreflektionen eingebaut.

Gebt dem Grau immer saubere und klare Farbtöne an die Seite, wenn es nicht düster werden soll

Der Trick: Farben mischen mit kalt und warm

Jetzt sehe ich schon einige von euch, schauen wie ein Pferd. Für viele sind kalte oder warme Farben, zum Beispiel rot für warm und blau für kalt.

Wenn man jetzt aber mal auf dem Farbrad schaut, dann haben alle Farben kalte oder warme Verwandte. Blau ist tendenziell eine kalte Farbe, wenn es aber viel rot enthält und schon fast ein lila ist dann wird es wärmer.

Jede einzelne Farbe sieht hübscher aus, wenn sie unzählige Schattierungen  in kalt und warm hat

Und ich sage Dir jetzt schon, dabei werden viele “Erbsensuppenfarben”entstehen, wenn es sich ungewollt mischt. Man kann es aber auch einfacher haben, dazu aber später.

Ein schönes Bild in schönen Unfarben zu malen ist viel schwerer als alles Andere

Wer nie einen Fehler beging, hat nie etwas Neues ausprobiert. Albert Einstein

Ihr werdet sehen, mischt ihr Spuren der Farben die ihr im Bild verwendet habt  in die Grundfarbe werden sehr viele Farbvarianten entstehen, sehr wichtig ist, dass man in winzig kleinen Mengen arbeitet. Manche Farben gehen auch wirklich gar nicht, denn sie sind so scheußlich, dass sie den Betrachter sofort in ungewünschte Assoziationen führen. Jeder der schon mal Probleme beim Mischen hatte  kennt sie, die dreckigen  “Tarnfarben”

Ein schönes Bild in Unfarben zu malen ist unendlich viel mehr Fleißarbeit als ein Bild in schönen klaren Farben.

Aber wer sagt denn das wir all diese Farben mischen müssen? Machs Dir doch einfach.

Der kleine Trick, bring die Tristesse zum funkeln:

Wir leben nicht mehr im Mittelalter, heute haben wir Zugriff auf tolles Kunstmaterial. Unendlich viel einfacher geht es, wenn man Pigmente obenauf setzt. Besonders hilfreich bei Farben die sich sonst unschön mischen würden, aber auch schön Ton in Ton. Erinnert euch das Abwechslungsreiche ist der Trick.

Besonders wichtig ist aber das verlorene Licht:

Troubleshooting im Bild: Ist das Licht weg ist das Bild trüb. Wie schade um das schöne Bild.

Mein Tipp wenn das Licht weg ist, ist das Bild noch lange nicht verdorben. Wenn es trist aussieht, dann setzt noch einmal Pigmente oben auf die Farbe. Das erspart viel Zeit und Mischen.

Farbe nachträglich zum Funkeln bringen.

Wenn man helle Pigmente auf dunkle oder graue Farben setzt, dann erhält das Bild neuen Glanz. Ich habe lange nach Material gesucht mit denen ich die zu dunklen Aquarelle meiner Schüler retten kann. Ich habe es gefunden…der kleine chice Franzose!

Conte a Paris Sticks

Das sind kleine eckige Stangen, im Grunde ähneln sie einem viereckigen Stift ohne Holz. Künstlerisch geben sie Dir aber mehr Möglichkeiten als ein Stift. Gut ist das man auch die Kanten und Seiten benutzen kann, der Strich wird vielfältig. Die Sticks sind extrem stark pigmentiert, man merkt das es ein erprobtes Traditionsmaterial ist. 

Warum liebe ich dieses Material?

Der Hauptgrund ist das man mit dem Material jederzeit triste Bilder retten kann. Es ist unkompliziert. Ähnlich wie mit einem Füller kann man dem Aquarell oder Gouache nachträglich eine zusätzlichen Struktur oder Glanz verpassen, einfacher als mit dem Pinsel. Ich mag das es unkompliziert ist.

Die Sticks geben mir die Freiheit ganz unbefangen zu malen, denn ich weiss, ich kann das Licht nachträglich ins Bild bringen.

Die Pigmente haften gut am Blatt, bis jetzt musste ich noch nie fixieren. Wenn man aber mit dem Finger reibt, lassen sich die Pigmente verteilen.

Es hilft mir ganz schnell und frei zu arbeiten, so entstehen die 10 Minuten Aquarelle.

Die Sticks sind klein, das heißt man muss nicht viel mit sich herumschleppen. Ich arbeite nun seid ca. 2 Monaten mit den Sticks und bin im Moment ein bisschen süchtig. Zugegebenermassen sind sie empfindlicher als Stifte, auch wenn sie manchmal brechen ist dies nicht schlimm, denn man mit  mit einem kleinen Stückchen wunderbar arbeiten.

Die Sticks sind die kleinste Lösung für Farbstifte die ich bis jetzt gefunden habe, trotzdem skizzieren sie deutlich lockerer und großzügiger als Stifte.

Beim Händler hab ich eine kleines Pappschächtelchen für den Transport der losen Sticks bekommen, das ich im Moment immer in der Tasche.

Ich mag die Conte Sticks  weil es mich an das unbefangene Malen in der Kindheit erinnert. Auch mal mit den Fingern  🙂

Welche Farben braucht man?

Mein Tipp: Der Stick sollten zu euren Lieblingsfarben in eurem Farbkasten passen.

Lieblingsfarben sind die Farben mit dem Loch drin, weil man sie viel benutzt.

Der Stick sollte heller sein, dann bringt er  Licht ins Bild!

Noch ein ganz anderes Problem löse ich gern mit den Sticks: Verkehrslichter und Schilder

Signalfarben sind prima für Leuchtendes.

Ich habe das Gefühl das Material ist der beste Freund von Aquarell und Gouache.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wofür benutzt ihr dieses Material? Ich probiere noch aus! Ich bin sehr gespannt auf eure Beiträge.

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Haltet es mit Einstein, alle schlauen Leute wissen, Fehler sind wertvoll und man muss sie machen um noch schlauer zu werden, aber das heißt nicht, das man sie korrigieren kann.

Noch mehr zum Thema:

Licht ist meine Lieblingsfarbe!

Eine gute Zusammenfassung zum Grau mischen habe ich in dem Blog meiner Kollegin Astrid Volquardson gefunden:

Grau mischen

 

 

 

 

Die schnelle Aquarellskizze schnelles Glück

Dieser Blog erscheint mit einer Woche  Verspätung, denn die Wetterwechsel haben mich umgehauen….gähn

Tine Klein Vierwaldstättersee Aquarellskizze

Sich glücklich fühlen können auch ohne Glück      – das ist Glück.

Für Joe

Ich habe einen lieben Freund mit dem ich alle paar Wochen telefoniere. Diese Woche erzählte er mir, er hat Lurche in einer Pfütze beobachtet. Das hat im trotz Alltagsstress glücklich gemacht und mich auch, als er das erzählte habe ich mich erinnert, das wir früher immer Kaulquappen im Glas angesehen haben. Jeden Tag auf dem Schulweg in den Pfützen.

Joe ist übrigens auch begeisterter Zeichner, wir haben uns drüber unterhalten, warum wir eigentlich Zeichnen und Malen.

Die Augen auf das Gute richten

Unsere einhellige Meinung dazu ist, es tut so gut die Augen auf was Schönes zu richten. Wir sind beide davon überzeugt, das wir uns dadurch nach und nach zum Positiven verändern. Für uns ist das die Hauptsache.

Man entdeckt plötzlich wieder die guten und die einfachen Dinge, bei diesem Spaziergang habe ich Löwenzahn gesammelt….den Geruch der frischen grünen Wiese auf den Abendessentisch geholt.

Fazit dem guten Beachtung zu schenken, tut so gut.

Zeit zum Zeichnen oder nicht?

Wie viel Platz gibt man seinem Hobby oder der Kunst? Wenn ich mit meinem Liebsten unterwegs bin, bin ich oft hin und her gerissen. Die Zeit mit Ihm ist so wertvoll und dann möchte ich eigentlich nicht malen. Obwohl ich weiß, das ich den Ort viel besser speichere wenn ich es zeichne, mit dem Zeichnen hole ich das Motiv in mich herein.

Wenn ich nun gehetzt meine Aquarellskizze mache dann nützt das ja mal gar nichts.

Der Kompromiss liegt in der Einfachheit, bei der Brotzeit sitzen wir im Sonnenschein und ich male mal eben schnell nebenher.

Kein Stress durch das Simple

Wie kommt man zu einer Farbzusammenstellung, die ganz ohne Mühe schnell zu einem Bild führt. Meine Technik der Aquarellskizze ist sehr einfach, ich benutze wenige Farben:

Hier Aquamarin, Phatalo Blau, Türkis und Zitronengelb mit  Geranienrot

Ich bleibe im Wesentlichen in einem Farbbereich, das ermöglicht mir mit einem Pinsel zu malen. Ich fange hinten mit den Blautönen an, muss beim Mischen also überhaupt nicht aufpassen.

Nach vorne hin gebe ich immer mehr von meiner Basisfarbe hinzu. Die Basis ist immer die Farbe die mich an dem Tag happy macht. Heute Zitronengelb, denn Hurra, ich habe die erste Löwenzahnblüte bei strahlendem Sonnenschein gesichtet.

Zitronengelb, also kaltes Gelb, ist die Farbe die Blautöne in herrliches Frühlingsgrün verwandelt.

Je weiter ich in den Vordergrund komme, desto mehr Zitronengelb gebe ich hinzu und desto mehr Frühlingsgrün entsteht.

An diesem Punkt ist das Bild zu 90 % fertig, bis jetzt hat es aber überhaupt keinen Aufwand gegeben. Der Pinsel musste nicht gereinigt werden, nichts musste trocknen. Im Grunde entsteht das gesamte Bild in wenigen Minuten. Bis hierher braucht man wenn man auf dem Papier mischt vielleicht 3- 4 Minuten.

Das Bild wirkt harmonisch, weil sich auf dem Blatt Mischfarben aus den Farben des Bildes bilden, die Verbindung der Farben bringt Harmonie. Genau deshalb passen auch die grünen Töne optimal zu den Blautönen.

Wenn man so arbeitet, sollte man jeden Schnickschnack und auch jedes Zögern vermeiden. Die Schönheit der Farbe entsteht dadurch, dass sie selbst arbeitet und unangetastet bleibt.

Anstatt mir Sorgen zu machen, wie ich den Schnee auf den Bergen ausspare, lege ich den Pinsel einfach auf die Seite und mache einen schnellen Strich. Pinsel sind nicht dafür gemacht auf der Seite zu malen, deshalb bricht der Farbfluss und es entsteht der Schnee.

Das Bild wird also mit einem Wisch aufs Papier gebracht

Das ist das Geheimnis der schnellen Aquarellskizze. Schlichtheit und Timing

Tine Klein Vierwaldstättersee Aquarellskizze

Halten wir mal fest eine Aquarellskizze klappt am besten, wenn 90 % der Skizze sehr schnell mit einem Pinsel nass in nass auf trockenem Papier gemalt wird. Auf trockenem Papier zu malen hat einen enormen Vorteil, zwar werden die Übergänge zwischen den einzelnen Farben nicht so weich, dennoch hilft es uns die Farben zu steuern. Wenn du mal  in die Skizze schaust, wirst du feine weiße Trennungslinien zwischen den einzelnen Farbschichten entdecken. Genau dies hilft, das man nicht ständig den Pinsel wechseln muss. Kleine Fehler machen den Charme aus, es entstehen Mischfarben. Den guten Farbeindruck verdirbt man, wenn man in der Skizze immer und immer wieder rum pfuscht. Aquarellskizzen sind gut wegen ihrer Schlichtheit und man sieht dem Strich an, dass er locker ist. 

Mut, Einfachheit und Timing.

Abwarten ist das größte Problem

Eine Tasse Kaffee und ein Gespräch über die schöne Landschaft helfen dabei sehr, denn sonst hat man nicht die Ruhe abzuwarten. Mit Aquarellskizzen ist es wie mit Bratkartoffeln, wenn du immer drauf starrst und wartest, das du sie drehen kannst, dann versaust du sie, weil man abwarten muss bis sie braun sind.Wenn du jetzt immer wieder in die Farbe gehst, entstehen unschöne Schmierflecken.Wenn es dir jetzt hilf! Mach Kopfstand, Köpfe eine Flasche Wein oder küss deinen Liebsten.

Also wichtigster Tipp:

Pfoten weg und entspannen

…dann wird es auch was mit der schnellen Aquarellskizze.

Ich weiß, es ist jetzt sehr schwer kleine Fehler zu tolerieren.

 

Aquarellskizze und Übertreibung

Wir haben ja schon darüber gesprochen, wie schwer es ist nicht wie eine Irre in der Aquarellskizze herum zu rühren.

Also alles in einem Rutsch auf das Blatt, war der Tipp. Das heisst, du musst Dich gleich trauen etwas mehr Pigmente zu benutzen, wenn du mit Aquarell skizzierst.

Die Farbe verblasst, wenn das Pigment der Aquarellskizze trocknet.

Ich werde immer wieder gefragt wie ich das mache mit der Farbe, das es so strahlt, es ist Technik, leider kann man es nicht in 5 Minuten erklären, aber es hat auch was damit zu tun, dass man eben den ersten Tag wo die Sonne so richtig scheint. Genieße…das Frühlingswetter und feier es…. schau auf den Löwenzahn und benutz die Farben nach Dean Martin:

When the world seems to shine like you´ve had too much wine-that´s amore.

Man lernt gut malen durch loslegen….

Hoffentlich ist das Wetter wieder so gut…..

Ich wünsch euch eine tolle Woche.

Tine

Jetzt kommt es das erste Grün, deshalb ist Bäume malen besonders interessant:

Bäume malen

Bäume malen! Hingucker im Herbst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die besten Zeichen – Füllhalter

Lesewarnung! Dieser Blog ist über Füllhalter die einen in den Wahnsinn treiben können, die pure Gier und Kaufrausch bei Frauen. Ich habe unendlich viel Geld in Füllhalter mit flexibler Feder versenkt und würde es immer wieder tun. Sucht ist eben Sucht! Manchmal muss man einfach die Kontrolle verlieren … Füllhalter, ein Loch so tief wie wie der See hinter meinem Haus.

Ich schlage für die Einleitung für einen kurzen Moment einen seriösen Ton an, damit ich mich nicht sofort verrate….

 

Der Füller gerät immer mehr in Vergessenheit?

Ja, für die breite Masse der Menschen gilt dies mit Sicherheit. Ist der Füller wirklich nur ein Relikt vergangener Schreibkultur? Nein, in manchen Bereichen behauptet sich der Füllhalter mit Macht. Bei allen Kreativen, bei den Schreiberlingen, den Zeichnern und Menschen die in jeder Form Ideen auf das Papier bringen, bleibt der Füllhalter die Nummer 1. Kein Firmenchef oder Staatschef würde einen wichtigen Vertrag mit einem Plastikkugelschreiber unterschreiben. Status ist dabei nicht der einzige Grund.

Füllhalter: Die Nummer 1 in Haltbarkeit, Ausdrucksstärke und Preis/Leistung

Warum behaupten sich die Füllhalter? Füllhalter sind vor allen Dingen praktisch, wer einmal gelernt hat mit ihm zu schreiben oder zu zeichnen, der hat immer ein perfektes Schriftbild oder Zeichenbild.

Der Füllfederhalter ist der Inbegriff des Nachhaltigen. Selbst  billige Füllfederhalter halten sehr lange Zeit, ich benutze noch meinen Schulfüller, dieser ist schlappe 30 Jahre alt. Einen Stift schmeiße ich nach wenigen Wochen weg. Dabei ist der Preis für einen Füllhalter und einen Stift überhaupt nicht weit auseinander.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Staatschefs  nicht mit Füllhaltern unterzeichnen, weil sie so billig und haltbar sind.

Tatsächlich gibt es zwei Gründe warum Menschen sich für den Füllfederhalter entscheiden. Da unterscheiden sich die Staatschefs nur wenig vom Künstler, beide wollen eine perfekte, ausdrucksstarke Line die bis in die Ewigkeit hält.

Dokumentenechte Tinte und eine gute Feder sind die Garanten für Schönheit und Haltbarkeit.

Das Lieblingskind, der Reichen, der Denkenden und der Kreativen

Ich bin Vielflieger, leider muss ich ständig von A nach B, immer wieder hänge ich beim Umsteigen stundenlang in Flughäfen fest. Die Geschäfte in Flughäfen zeigen immer das, was in den oberen Gesellschaftsschichten gerade hipp und angesagt ist.

Die Flughafengeschäfte sind für mich in der Regel eine Quelle der Heiterkeit, liebend gerne setze ich mich mit meinem Skizzenbuch vor eines der Geschäfte, wo völlig sinnloses und überteuertes Zeug verkauft wird. Die Typen die dort kaufen, sind bestes Zeichenfutter.

Und plötzlich gehöre ich zu den Weibern, die geifernd an einer Vitrine kleben…..warum?

Luxusfüllhalter

Denn plötzlich gibt es an allen Flughäfen Geschäfte für Luxusfüllhalter.

Der Füllfederhalter hat sich vom Massenprodukt zum Luxusprodukt gemausert

Es gibt ja nicht mehr viel mit dem man angeben kann und Füllhalter haben jetzt anscheinend das gleiche Potenzial wie eine Rolex.

Angeben leicht gemacht!

Wenn ich jetzt da sabbernd über der Vitrine hänge, dann frage ich mich doch als normal denkender Mensch, was bringt mir dieser Füllhalter beim Malen? Sind solche Dinger auch zum Zeichnen geeignet? Male ich damit vielleicht sogar besser?

So funktioniert die Wunschfabrik

Luxus Füllfederhalter bringt das was?

Während ich an der Vitrine klebe, tätschelt mich mein Mann liebevoll: “Na Schatzi,willst du jetzt doch deinen ersten Porsche vor mir haben?” Ups, der ist aber auch nicht viel billiger als einer mit vier Rädern, sprachlos starren wir auf einen goldenen Porsche Füllfederhalter für 25.000 €.

Ich habe 4 Stunden Zeit, also reichlich Zeit um die Verkäufer an dem Luxusfüllhalterstand in den Wahnsinn zu treiben und es gibt ein paar Trends auf dem Füllerhaltermarkt die für uns Maler durchaus interessant sein könnten.

Füllhalter mit flexiblen Federn

Es gibt ein paar Unterschiede die ich beachtenswert finde, viele der teuren Füllhaltermodelle haben Federn aus sehr teuren und weichen Metallen, zum Beispiel Gold, damit die Feder weicher ist und man dicke und dünne Linien erzeugen kann.

Wenn ich mich entscheiden müsste zwischen goldenen Ohrringen und goldenen Füllfederhalter, eindeutig goldener Füllhalter!

Tatsächlich haben sich einige meiner Bekannten goldene Federn für Ihre Füllfederhalter bestellt. Das Fazit ist ernüchternd, die Federn sind teuer, bringen nicht viel und sind dabei auch noch sehr anfällig. Sprich, bei wildem Zeichnen, härteren Druck verbiegen sich diese Federn.

Hat jemand von euch andere Erfahrungen gemacht? Bitte schreibt doch in den Kommentar ob ihr flexible Federn kennt, die Malen aushalten und auch wirklich tolle Linien erzeugen.

Das allgemeine Fazit in meinem Bekanntenkreis ist:

Finger weg! Sehr, sehr teuer und bringt nicht viel beim Zeichnen.

Spezialfedern

Sehr sexy finde ich Federn die gleichzeitig dick und dünn schreiben können. Die teuren Fühlhalter haben mich mit diesem Virus infiziert.

Irgendwie bin ich entflammt, die Möglichkeit eine wunderschöne Zeichenlinie zu kreieren hat mich auf die Suche gehen lassen.

Und keine Sorge, ihr müsst euch jetzt nicht an irgend einen Saudi im Nachthemd heran schmeißen um eure goldenen Füllfederhalter zu finanzieren. Ihr braucht keine Ölquelle, es gibt auch preiswerte Lösungen:

Zeichenfüllhalter der Superklasse oder Schrott:

Kaufwarnung vor den Werbeversprechungen des Flex-Nib. In sozialen Netzwerken wird jetzt viel Werbung für sehr preiswerte Füllfederhalter gemacht, die angeblich eine flexible Spitze haben. Meine Erfahrung damit, kaputt an einem Tag.  Oft laufen diese Federn schon aus bevor man überhaupt angefangen hat zu zeichnen, sobald man auf eine gewisse Zeichengeschwindigkeit kommt, ist es dann ganz aus……. Diese Füller können nur die Hauptrolle in Katastrophenfilmen spielen.

Gibt es andere Erfahrungen? Wenn ja dann bitte her mit den Info´s.

Füllhalter: Noodlers Neponset mit Music Nip:

Trotz Plastik macht dieser Füllhalter richtig was her. Der Füllfederhalter ist bei weitem nicht so teuer, wie die Füller am Flughafen, trotzdem er kostet stolze 70 €.

Vorteile:

Tatsächlich kann man mit diesem Füller wirklich dicke und dünne Linien aufs Papier bringen.  Man sieht auch deutliche Farbunterschiede, denn man selbst bestimmt den Zufluss der Pigmente. Durch Druck reguliert man den Tintenfluss in die Feder. Gerade wenn man grafisch arbeitet und große schwarze Flächen zeichnen muss ist, dieser Füllhalter großartig. Die Regelung erfolgt über Druck, wenn man sich an diesen Füllhalter gewöhnt hat, kann man damit ganz hervorragend zeichnen. Ja sogar spritzen.  Ein geübter Zeichner kann aus diesem Füllfederhalter deutlich mehr herausholen als aus einem Füllfederhalter mit einem Kugelkopf.

Allerdings braucht man für den Füllhalter ein sehr leichtes Händchen, denn jeder Druck verändert die Linie.

Nachteile:

Wer noch nicht darauf trainiert ist Striche ohne Druck auf das Papier zu bringen, muss sehr lange üben.  Der Füllfederhalter braucht eine völlig andere Handhaltung, denn der Druck muss kontrollierbar sein. Gibt man dem Füllfederhalter ungewollt Druck, wird der Strich plump. Der Füllhalter eignet sich besonders für Zeichner die keine extrem hohe Zeichengeschwindigkeit haben, denn der Füllfederhalter braucht einen Moment Reaktionszeit. Hat man mit Druck viel Tinte in die Feder gepumpt, dann muss man auch dort weiter zeichnen, wo man die Dunkelheiten im Bild haben will.

Mit etwas Übung ist dieser Füllfederhalter eine enorm gute Lösung.

Mein Testbericht ist trotzdem sehr zwiespältig, in den Foren hört man sehr oft, dass dieser Füllfederhalter entweder super funktioniert oder auch nicht. Es gibt Montagsmodelle, so einen hatte ich auch, er stank nach ranzigem Fett und war niemals dicht. Gott sei Dank habe ich zum Geburtstag zwei gleiche Füller bekommen und der Andere funktionierte wunderbar.

Preiswerte Lösungen

Jetzt möchte ich euch noch  zwei Füllerhalter vorstellen, die sehr preiswert sind und trotzdem zu zeichnerischen Lösungen der Extraklasse führen.

Chinesische Kalligraphie Federn

Zeichnung mit Füllhalter Test Chinesische kalligraphie Feder Tine Klein mit Drehnung beim Zeichnen

Chinesische Kalligraphie Federn, sind Federn die völlig anders geformt sind als die europäischen. Stell dir eine normale europäische Füllfederhalter vor und vorne an der Spitze gibt es noch mal eine kleine Scheibe. Es schaut aus, als hätte jemand die normale Kugel an der Spitze der Feder mit einem schweren Hammer breitgeschlagen. Wie man oben sieht, ergibt dies sehr unterschiedliche Möglichkeiten des Strichs.

Vorteile:

Das Plättchen an der Spitze dieser Füllfederhalter sorgt dafür, dass man extrem unterschiedliche Linien erzeugen kann.

Anders als als bei europäischen Federn beruht das Zeichnen darauf, dass man den Füllfederhalter dreht. Je nach Stiftposition zeichnet der Füllfederhalter mal ganz zart oder aber auch brutal breit.

Total zickig… aber traumhaft… eine Diva

Nachteil ist der Vorteil:

Zeichnung mit Füllhalter Test Chinesische kalligraphie Feder Tine Klein mit Druck

Arbeitet man mit dieser Feder schnell wird der Strich geradezu Brutal. Er bricht, dies seht ihr in der Mauer.

Und genau das lieben erfahrene Zeichner. Der Strich bricht und tut nicht immer das was man will. Wer mit diesem Stift malt braucht Selbstbewusstsein, denn der Zufall und der Fehler müssen dein Freund werden. Allerdings muss man lernen diesen Effekt zu steuern.

Das obere Bild ist mit etwas mehr Kontrolle gemalt, dann werden die Bilder durchaus zart und elegant.

Um es vorwegzunehmen, das Zeichnen mit so einer Feder muss man üben, es ist etwas komplett anderes zu zeichnen, während man einen Füllfederhalter beständig dreht. Wenn man sich an das andere Verhalten von Zeichenrichtung und Strichstärke gewöhnt hat, sind diese Füllhalter einfach nur toll.

trotzdem richte dich bei der Diva darauf ein, dass sie erst mal nicht das tut, was du von ihr möchtest.

Das <lernen lohnt sich, der riesige Vorteil dieser Füllfederhalter haben ein tolles Zeichenbild und man kann mit ihnen auch noch extrem schöne Schriften erzeugen.

Man kann einen absoluten Spezialfüllhalter für das Zeichnen haben und bezahlt dafür nur zwischen ca. 25-40 € oder Franken. Bei diesem Preis bewegen wir uns noch nicht einmal bei der Mittelklasse der Füllfederhalter.

Der Duke mit Calligraphie Nip ist bei dieser Feder mein Favorit, weil dieser Füllhalterhalter einen sehr guten Tintenzufluss hat. Die Linie des normalen Sailer bricht sehr viel leichter und treibt unerfahrene Zeichner in den Wahnsinn.

Die Suchbegriffe im Amazon sind Duke, fude (so heißt die Spitze) oder calligraphie nib oder Kalligraphie Spitze

P.S.: Ein bisschen Wahnsinn ist es Wert!

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

https://www.sueddeutsche.de/stil/test-auf-die-linie-achten-1.3284443

Die positiven Effekte der Kunst!

Kunst betrachten öffnet Menschen.

Tine Klein Manifest der Kunst

Tine Klein: Kunst macht uns grösser

Diese Erfahrung hatte ich vor 14 Tagen mit Oscar Kokoschka, es gab 3 Bilder, ein Schöpfungszyklus in purem Licht. Die Bilder schienen mich aufzusaugen. In meinem Kopf begann sich alles zu drehen, es löste sich ein Knoten, danach hatte ich die Lösung für etwas an dem ich schon ganz lange geknobelt habe. Habe ich mit einem toten Maler gesprochen? Ja und Nein, esoterisch ist es auf jeden Fall nicht. Es ist eine Hirnfunktion und dies nutzen viele Menschen, es ist Kommunikation.

Es ist ein Gespräch…ganz ohne Worte

Viele Menschen lernen malen, weil sie wissen, dass das Ergebnis viel mehr ist als nur ein Bild. Wir fühlen einfach das uns Kunst gut tut. Es ist so klasse, wenn positive Gefühle beim Malen entstehen. Die schönen Auswirkungen sieht man auf dieser Postkarte, die ich diese Woche aus Shanghai bekam:

Postkarte von Jenny an Tine Klein

Jenny aus Shanghai macht mein Herz offen

Das was da in unserem Kopf entsteht, kann Menschen ganz ohne Worte verbinden. Als ich unterwegs war, lernte ich zwei malende Chinesinnen kennen. Wir malten zusammen und trotz einer riesigen Sprachbarriere schweißte uns die Zufriedenheit, die freundliche Heiterkeit des Malens zusammen. Und wenn ich diese kleinen Postkarten betrachte, dann kommt das Entzücken zurück.

Warum erzeugt Kunst gute Gefühle?

Der Kunst wird viel positives zugeschrieben, dazu gehören unter anderem das man negative Gedanken in positive Gedanken verwandeln kann, sich auf das Schöne in der Welt konzentriert, sich besser konzentrieren kann, viel kreativer ist und das man viel besser sieht und analytischer denkt.

Die Kunst ist einer der Weg in die Einzigartigkeit der kreativen und Erfinder, so sagt man

Na, das klingt doch zu schön um wahr zu sein! Das Versprechen vom Übermenschen! So etwas zieht uns doch alle wie ein Magnet an. Doch jeder vernünftige Mensch fragt sich jetzt, ist da wirklich was dran? Und wie zum Teufel kann ich das ganze bei mir selbst auslösen?

Wobei mir persönlich schon die Heiterkeit und die Berührtheit die Kunst bei mir auslöst  völlig reichen würde, aber es wundert ja schon, das man auch mit einem toten Maler kommunizieren kann.

Was passiert beim Kunst machen und wie geht das?

Wir reden in diesem Blog die ganze Zeit darüber, wie es ist Kunst zu machen und Malen zu lernen. Aber was passiert dabei eigentlich?

So ganz genau geklärt ist es noch nicht, es gibt zwar einige Studien die beobachten was beim Kunst betrachten passiert. Ja sogar einige Studien, die beobachten was beim Kunst machen passiert, dennoch ist es nicht so ganz geklärt, denn jede Studie setzt an einem anderen Punkt an.

Im aktuellen Stand der Wissenschaft scheint es so zu sein, dass Kunst wie ein Spiegel wirkt, d. h. Kunst stellt nicht nur die Verbindung von außen nach innen her, sondern vor allem arbeitet man mit seinen innerlichen Ressourcen.

Das ist Verrückt, eigentlich betrachtet man das Aussen, doch aktiviert wird das Innen

Selbst das Zeichnen von alltäglichen Kleinigkeiten löst etwas Großes in uns aus:

Postkarte Kunst aus Shanghai an Tine Klein

Jenny zeichnet den Alltag in Shanghai

Ich selber kenne diesen Zustand ganz genau, ich mache Kunst und am Anfang ist es noch mechanisch: Ich tue erstmal, was man einfach so machen muss, es geht um Technik. Doch dann plötzlich komme ich in einen Zustand der für mich ist wie ein Rausch. Fühlt sich genauso gut an, wie ein bisschen betrunken sein, der kleine Unterschied zu Drogen ist jedoch, dass sich in diesem Zustand unglaublich leistungsfähig bin.

Wie von Zauberhand lösen sich alle Probleme, meine Welt ist nur noch voller Lösungen. Ich fühle mich völlig ganz.

Tatsächlich habe ich in diesem Moment das Gefühl, dass mein Gehirn plötzlich alle Türen aufgemacht hat, alles arbeitet in mir zusammen. Hand, Augen und mein Gefühl sind eins.

Seit Jahren möchte ich meinen Schülern dieses Gefühl geben!

Bitte schreibt mir doch einmal ob ihr so etwas auch kennt.

Kunst machen und Meditieren sind identisch?

Natürlich kennen wir alle die Tage, an denen wir versuchen Kunst zu machen und nichts klappt. Und dann beginnt das große Radieren. In diesem Moment ist man völlig unsicher, man merkt auch eine innere Unzufriedenheit und man kann beobachten, wenn man sich jetzt zu stark ärgert, dann wird das nichts mehr! Kennst du das?

Doch es gibt auch den anderen Zustand, hier fühle ich mich offen, zufrieden und brillant. Vielleicht ein bisschen Größenwahnsinnig, für alles bereit und  alles klappt.

Dieser Geisteszustand, den nenne ich flow und dafür bin ich bereit die Anfangsschwierigkeiten in Kauf zunehmen. Alles fließt, wenn mich dann jemand berührt oder erschreckt, dann ist es wie ein Absturz aus großer Höhe oder ein Autounfall. Es ist als würden mir alle Verbindungskabel aus dem Gehirn gerissen.

DMN Default Mode Network

Aha! Bei so einer Wortschöpfung versteht man natürlich nicht mehr als vorher. Dennoch war das Lesen über das  DMN  ein echtes Aha-Erlebnis.  Dieses DMN  Zentrum macht jetzt etwas merkwürdiges, normalerweise ist es nur an, wenn ein Mensch im Ruhezustand ist. Man denkt nach und schmiedet Pläne. Betrachtet man allerdings Kunst, so konnte nachgewiesen werden dass genau dieses Gehirnszentrum aktiviert wird . Die Kunst aktiviert also nicht nur den visuellen Kanal des Menschen, sondern sie öffnet die Wege im Gehirn von Innen nach Innen. Hier könnte eine Erklärung liegen.

Sprich, Kunst ist eine der wenigen Gelegenheiten, wo man mal mit sich selbst sprechen kann.

Ich habe also nicht mit Oskar Kokoschka gesprochen, Oskar hat mir ein Tor in mich geöffnet. DANKE! Trotzdem eine wundervolle Erfahrung.

Sind wir da der heilsamen Wirkung der Kunst auf der Spur? Kunst betrachten, befreit uns also für einen Moment von den äußeren Zwängen unserer Umgebung und ich glaube dieser Faktor macht süchtig.

Dürfen wir jetzt nun festhalten, Frau Tine Klein bedröhnt sich mit der Kunst.

Kunst eröffnet den Zugang zu uns selbst

Ich stelle jetzt einmal die These auf, dass der gleiche Effekt, den die Studie beim betrachten von Kunst nachgewiesen hat, ebenfalls entsteht, wenn man Kunst macht. Ich vermute sogar, das es der Kern jeder Kreativität ist, dass was Erfinder machen, Problemlöser, Künstler und Wissenschaftler. Diesen Effekt habe ich schon beobachtet, als ich in der Universität an der Innovationsforschung arbeitete.

Der Weg nach Innen ist die Sperrspitze der Innovation

All diese Menschen finden einen Raum der Ruhe, der übrigens gar nicht ruhig sein muss, sondern einfach nur entspannt. In diesem Raum können Sie die Trennungen in ihrem Gehirn einreißen und einfach loslegen.

Kunst wirkt am besten wie ein Medikament auf leeren Magen…

Frei von Stressimpulsen

Irgendwo habe ich den Satz oben gelesen, er ist so wahr, oft habe ich bei meinen Schülern beobachtet: Motivierte Schüler mit positivem Stress lernen super, gestresste Schüler die sich mit Biegen und Brechen zwingen wollen, lernen hingegen schlecht, sehr schlecht sogar.

Menschen, die etwas Neues erschaffen, haben immer einen entspannten Zugang zu sich selbst gefunden

Wenn du dich selbst unter Stress setzt, dann schlägst du all diese Türen im Gehirn zu.

Kreativität scheint sich nur im Freiraum zu entfalten.

Letzte Woche hatte ich eine Schülerin im Kurs, die begann den Kurs mit den Worten, eigentlich habe ich keine Lust auf einen Farbkurs, aber ich zwinge mich mal dazu.

Solchen Schülern kann man leider nur die reine Theorie beibringen. Das genussvolle Verbinden von Sehen, Hand-Augen-Koordination, Technik und Persönlichkeit bleibt solchen Schülern leider total verborgen. Sie haben es schwer, dabei könnte es doch so einfach sein.

Könnte man eine Tablette entwickeln, die Menschen ganz ohne negative Gefühle an das Lernen heran bringen würde, so bin ich mir ziemlich sicher dass wir alle zu übermenschlichen Leistungen fähig wären.

Ein Maler lernt am besten wenn er frei von Erwartungen ist

Man kann sich nicht zwingen gut zu malen

Halten wir einmal fest: In Malkursen geht es im wesentlichen um Technik. Diese Technik taugt aber nichts, wenn wir sie nicht mit unseren inneren Potenzialen verbinden können.

Theorie lernen ist total wichtig , und noch viel wichtiger ist, dass man es dann frei von Zwängen einfach mit Spaß macht.

Die Technik muss also eine Verbindung mit dem Menschen eingehen, sonst taugt sie nichts und das ist der Effekt der dir so unendlich gut tut.

 

Erwartungen

Wenn man Kunst schlecht lernen kann, dann kann das mitunter daran liegen, dass man seine eigenen Erwartungen nicht in den Griff bekommt.

Denn je strenger man sich zwingt, desto deutlicher hält man sich im Würgegriff

Diesen Prozess habe ich schon 1000 mal bei meinen Schülern und mir beobachtet.

Die Parallelen zum Meditieren sind wirklich erstaunlich, man fühlt sich wie ein Depp wenn man beginnt, sobald man es versucht, juckt es am Hinterteil und man möchte sich kratzen, ein Auge zuckt und die Fliege im Raum wird zum Jumbojet. Das alles sind Anzeichen von Stress, in der Malerei fangen wir dann an zu radieren, zu korrigieren, zu übermalen und dann benutzt man den Papierkorb. Dabei hilft es einfach nur fraglos anzufangen, auch wenn es schlecht läuft, vergiss es. Wird der Kopf in ungestresste Bahnen gelegt, dann springt ohne Vorwarnung etwas an, was dich größer macht als im Normalzustand. Vielleicht ist es das DMN und dann läuft es wie am Schnürchen.

Die einfachsten Tipps die man geben kann:

Habe Lust an dem was du machst und hüte dich vor dem Meckern.

Wenn uns diese Studien sagen, dass uns Kunst einen Freiraum schafft in den wir Ruhe finden können und mit uns selbst kommunizieren, dann ist doch ganz klar was man tun muss um Malen zu lernen:

Schaffe deine Hindernisse aus dem Weg, leg dir schon mal alles bereit, benutze Material was du magst und sorge auch dafür dass alles andere irgendwie nett ist.Vor allen Dingen suchte Motive die dich berühren. Lade dich selbst ein ein Gespräch mit dir zu haben, mache es dir selbst so nett wie einem lieben Besucher.

Kunst machen ist ein Flirt mit Dir selbst

oder

ein Gruß aus einer anderen Seele

Blog Herz der Kunst Shanghai Altstadt gemalt von Annie

Meine Freundin Annie schickt mir diese wunderschöne selbst gemalte Karte aus dem Winter von Shanghai

… und ich kann Sie sehen, ich kann ihn riechen und schmecken, denn der liebe Gruß aktiviert meine Erinnerungen und Erfahrungen.

Ob ich jetzt nun selbst Kunst mache oder die Kunst von anderen betrachte, es macht mein Herz froh und darum geht es doch oder?

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Liebeserklärung an Oskar Kokoschka -> Kennt ihr Ihn alle ? Hier ein paar Hintergrundinfos:

https://www.nzz.ch/feuilleton/kokoschka-war-europaeer-emigrant-humanist-retrospektive-im-kunsthaus-zuerich-ld.1444810

Noch  mehr Infos zum Thema die Kunst in mir:

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Default_mode_network

Dieser Beitrag war ganz ohne Kunst von Tine, die findest du auf Instagramm:

Tine auf Instagramm

 

Von Skizzen zum Bild

Was unterscheidet eigentlich eine Skizze  von einem fertigen Bild?

Meistens nur die Geisteshaltung, denn Skizzen werden in vielen Berufen erst mal dazu benutzt die Gedanken für den Arbeitsprozess festzuhalten.

Eine Skizze ist ein sehr schneller Entwurf.

In der Kunst hat Spontanität allerdings einen anderen Stellenwert.

 

Skizzen sind hilfreich

Natürlich werden auch in der Kunst Skizzen oft benutzt um für Kunstwerke verschiedene Versionen durch zu spielen. Die wichtigsten Bereiche die ein Künstler durch Skizzen klären sollte sind:

  • Bildentwurf
  • Licht und Schatten
  • und Farbkombination

Genau diesen Prozess könnt ihr euch weiter unten anschauen.

Skizzen sind die Kunst

Man kann das aber auch ganz anders sehen, für mich sind Skizzen der eigentliche künstlerische Inhalt. In Skizzen hält der Künstler sehr schnell fest was er aktuell fühlt oder sieht.

Skizzen sind der eigentliche kreative Schaffensprozess

Meine Skizzen sind immer sehr unterschiedlich, mal sind sie fröhlich, mal sind sie düster.

Diese Woche war es sehr krass, denn das Licht und das Wetter wechselten sehr schnell.

Bei diesem Wetter wäre es natürlich unmöglich gewesen draußen zu skizzieren, doch Gott sei Dank gibt es in Feldbach einen Parkplatz mit großartiger Aussicht

Große, ausgefeilte Kunstwerke kann man in solchen Situationen natürlich nicht machen. Aber mit jeder Darstellung des Motivs wird man sich sicherer, was man wirklich machen möchte. Oft es ist auch so, dass der Augenblick einfach in mir haften bleibt.  Die spontane Arbeitsweise ist aber so in meiner Seele verankert dass jede Vorskizze oder Zeichnung völlig anders wird.

Ja, viele meiner Skizzen sind nicht schön, weil sie in der Geschwindigkeit des Augenblicks passieren, dennoch liegen sie mir vielmehr am Herzen als völlig ausgefeilte Kunstwerke, ganz einfach weil meine Seele darin steckt.

Skizzen sind die Funken die das Feuer zum Brennen bringen

Übrigens fühle ich mich oft wie ein FBI Agent, ich sitze in meinem kleinen Smart, mein Skizzenbuch auf den Knien, denn zwangsweise beobachte ich die über Anwohner, nach so einer Skizzenreihe habe ich jeden Hundebesitzer dieses Ortes observiert.

Der Prozess der Kreativität

Diese Skizze ist die Quelle. Sonntag vor 14 Tagen habe ich diesen tollen Ort entdeckt. Eigentlich fahre ich hier jeden Tag vorbei, doch ich bin nie ausgestiegen. Heute gehen wir hier mal spazieren und damit ich meinem Mann nicht auf die Nerven gehe, benutze ich nur den Kugelschreiber. Ich merke eindeutig, das Motiv ist perfekt so, dennoch will ich sie in Farbe umsetzen, dann brauche ich mehr Platz als für den Kugelschreiber..

Tine Klein von Skizzen zum Bild Tusche Zeichnung Feldbach am Zürichsee

 

Montag:

An den nächsten Tagen folgen weitere Skizzen, aber mit I-Pad, weil dies auf dem Parkplatz besser geht als zu aquarellieren. Hier lege ich keinen Wert auf Qualität, die Skizzen halten nur meine Gedanken fest, es sind Tests. Auch wenn diese Skizze nicht besonders gut ist, sie enthält genau das, was ich eigentlich zeigen möchte, das Licht hinter dem Berg.

Tine Klein von Skizzen zum Bild: Digitales Aquarell Feldbach am Zürichsee

Zusammen mit der ersten Skizze im Kugelschreiber und mit der zweiten Skizze, die die Idee nicht hinterm Berg in Farbe umgesetzt hat, weiss ich jetzt schon ganz genau wohin die Richtung gehen könnte. Viel Zeit setze sich in solche Skizzen nicht, 10-15 Minuten müssen reichen. Das erklärt auch, warum die iPad Skizze oben nicht gerade ausgefeilt ist.

Dienstag: Es hagelt und zwar heftig: Diese Woche war das Wetter echt krass. Das Wetter klappte von strahlendem Sonnenschein direkt herein in einen Schneesturm. Eigentlich wollte ich schon mit Aquarell loslegen, bin dann aber auf Kreide umgestiegen, weil ich ins Auto flüchten musst. Nicht mal der Hund hat Lust spazieren zu gehen.

Tine Klein von Skizzen zum Bild: Aquarell Feldbach am Zürichsee

Die Entwürfe sind für ein Kinderbuch, dort oben auf der Klippe wird ein kleiner Branddrache geboren. Der Ort ist real, das Wetter ist real und der kleine Drache wartet auf seine Geburt in meinem Kopf. So weiß sich hinterher auch kleine Details die ich in meine Erzählung einbinden kann.  Nichts geht über reales Erleben.

Mittwoch endlich strahlt die Sonne und heute werde ich einen freundlichen Ort malen. Heute nehme ich mir etwas mehr Zeit. Durch das Skizzieren sind jetzt alle Informationen gesammelt, ich kann sehr schnell eine neue Zeichnung anlegen, das geht jetzt Ruckzuck, denn ich weiß worum es geht.

Aus all das was sich in den letzten Tagen erlebt habe steckt in Bild.

Skizzen und ihre Ergebnisse

Mein persönliches Fazit ist das mir das Malen und Zeichnen unter realen Bedingungen und unter Druck am meisten Spaß macht. Die kleine Skizze diese dunkel ist die hat mir richtig Freude gemacht, Gott sei Dank sind die Sitze meines Autos schwarz.

Ich fühle mich dann so voll mit Kreativität, ihr seht ja selbst dabei geht natürlich so einiges schief. Aber die Skizzen stecken voll mit Leben, und dies bringt  Erfahrung und Erfahrung macht  gut.

Das Ungeplante bringt dich aus deinem Trott, und dies lässt sich neue Erfahrungen machen.

Die Zeichnung fürs Kinderbuch möchte ich euch nicht vorenthalten.

Tine Klein von Skizzen zum Bild: Digitales Aquarell ink and Watercolor Feldbach am Zürichsee

Ich zweifele noch sehr, vielleicht füge ich noch grün ein, aber im Moment gibt es noch gar kein grün. Das was später zum Kinderbuch wird sind tatsächlich Urban Sketchings.

Aber seit doch mal ehrlich, das Haus oberhalb der S7 sieht doch tatsächlich aus wie das wahre Zuhause eines Drachens.

Zeitverschwendung?

Manchmal denke ich, das alles ist doch Zeitverschwendung, doch diese Skizzen dauern, wenn man sich daran gewöhnt hat, tatsächlich nicht lange. Spontanes Arbeiten ist ohnehin unersetzbar, weil es einen auf Ideen bringt, die man vorher nicht hatte.

Natürlich mache ich das alles nicht bei jedem Bild. Doch gerade für die unsicheren Zeitgenossen ist dies eine großartige Möglichkeit. Seien wir doch mal ehrlich, der Zweifel plagt jeden von uns! Wie mache ich dieses, oder wie mache ich das?

Letztendlich glaube ich dass diese Vorgehensweise oft sogar sehr viel Zeit spart, vorausgesetzt man verinnerlicht das eine Skizze schnell ist und nicht unbedingt immer völlig ausgefeilt sein muss. Für viele Menschen dürfte es sehr praktisch scheint zu wissen, dass man seine Malleidenschaft auch ganz wunderbar auf einem großen Handy oder einem Tablett ausüben kann.

Das Bild was ihr jetzt seht, hat, glaube ich, nicht viel länger gedauert als die Skizzen. Warum nicht gleich so? Aus einem ganz einfachen Grund, wenn ein Motiv so komplex ist, wie dieses kann ich es später ganz schnell aufs Blatt werfen, aber ich brauche nicht mehr zu zögern, denn mein Auge hat gelernt.

Es ist niemals Zeitverschwendung sich die Welt in Ruhe anzuschauen, ein Motiv aufzumalen ist einfach enorm empfehlenswert, denn nur wer das tut bemerkt, dass die Welt voller unterschiedlicher Lösungen steckt

Gut wird wer eben gerne und viel malt und die Skizze ist einfach das, was man im Alltag am Leichtesten unterbringen kann. Das sind meine 20 Minuten, die ich mir täglich gönne bevor ich einkaufen gehe.

Und nun möchte ich euch auch noch den eigentlichen Auslöser der Zeichnung verraten, unten unter dem Haus standen die ersten blühenden Haselsträucher, die haben mein Auge angezogen und plötzlich habe ich das Motiv entdeckt an dem ich schon tausendmal vorbeigefahren bin.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende

Tine

P:S: Ich weiß gar nicht wie diese kleinen Dinger heißen. Es sind nicht die hübschen kleinen Weidenkätzchen, sondern  gelbe kleine Schwänzchen die die Haselsträucher bekommen. Auf meinem Spaziergang am Sonntag habe ich dieses wundervolle Motiv in Feldbach entdeckt. Ich sehne mich so nach Sonne und Licht und dann sind eine Reihe von Skizzen entstanden die zeigen, wie man ein Bild entwickelt.

 

 

 

 

 

 

 

Das perfekt hässliche Motiv!

Tine Klein, Blog Herz der Kunst das Blumengeschäft an der Straßenecke AquarellWas macht man mit scheußlichen Motiven?

Manchmal ist das Motiv nicht hässlich sondern der Tag über die Lyrik des Hässlichen.

Wir haben in den vergangenen Jahren beschlossen, dass sich das Leben eben nicht selbst schön macht, also raus aus den Federn um den Tag zu bereichern!

Doch manchmal klaffen Erwartung und Realität total auseinander, zuerst haben wir verschlafen, dann haben wir uns gegenseitig im Badezimmer im Wege gestanden und zum Schluss ist der Kaffee alle.

Ach, auch noch ohne Kaffee! Grausam!

Ohne Kaffee ins Chaos, das ist für mich Morgentrottel die Höchststrafe. Jetzt steh ich auf der Straße und viele meiner Bekannten malen schon eifrig. Ich schaue mich um und denke, warum zum Teufel sollte ich hier malen? Wieso bin ich eigentlich aufgestanden? Das Motiv ist doch total hässlich!

Das hässliche Motiv!

Ein hässliches Motiv macht wirklich keine gute Laune! Oder?

Tatsächlich glaube ich nicht, das es wirklich hässliche Motive gibt. Diese Aussage ist natürlich ein Statement, aber es erklärt sich von selbst, wenn man darüber nachdenkt.

In der Schweiz heißt Motiv übrigens Sujet, was das Ganze besser auf den Kopf trifft als Motiv, denn Sujet heißt übersetzt so viel wie Inhalt.

Sehen, ist eine Geisteshaltung. Du wählst deinen Inhalt doch selbst! Natürlich war dieses Motiv nicht gerade der Ausbund der Schönheit.

Tine Klein was macht ein Maler mit hässlichen Motiven?

Doch ich war noch müde und geistig nicht wach, deshalb konnte ich hier einfach keine Schönheit wahrnehmen.

Das Wichtigste was man sich bei der Motivsuche merken kann, ist das fast kein Motiv schlecht ist. Die Frage ist eben nur:

Wo finde ich meine Inspiration? (ohne Kaffee)

Inspiration

Inspiration ist ein Problem des Malers, das Motiv ist völlig unschuldig.

Ich hocke jetzt auf meinem Stühlchen und empfinde es regelrecht als Druck malen zu müssen. Ich muss natürlich überhaupt nichts, dies ist allerdings meinem kaffeelosen Körper völlig unklar, denn ohne Kaffee bin ich generell verloren.

Mangelnde Inspiration ist meistens ein Zeichen von Anspannung. Wenn man sich erst mal ruhig hinsetzt und den Geist schweifen lässt, dann findet man etwas Spannendes.

`Bevor man malt, muss man sich dem inneren Ich zuwenden, damit man sich auf Wahrnemungsprozesse einlassen kann´

sagt der Schweizer Maler Thomas Lüchtinger in seinem Buch intuitiv Zeichen.

Ja, da stimme ich zu! Nur Frage ich mich, warum ich ohne Kaffee kein inneres Ich habe? Bin ich ein Zombie? Morgens definitiv! sagt mein Mann.

Deshalb kann ich das Motiv nicht einmal hässlich malen, ich kann mir keine Meinung bilden, das ist das Problem.

Hässliches ist absolut inspirierend, sagt meine Freundin im gleichen Moment in dem ich leer in des Morgens Grau starre. Sie hat in dieser Straße das gesamte Gerümpel zum Thema gemacht, ihr Bild wimmelte vor Klimaanlagen, Mülltonnen, Wellblech und abbröckelndem Putz. Das Bild ist übrigens super geworden, leider konnte ich es nicht fotografieren, denn meine Freundin malt gerne in riesigen Formaten. Sie benutzt Bleistifte auf fast 2 m langen Bildformaten. Und ich kann euch sagen diese Straße hat für ein 2 m großes Bild genug Gerümpel gehabt. Fotografieren kann man die Gefühlsausbrüche mit Bleistift nicht, denn die Kamera ist nicht in der Lage das Chaos einzufangen, dass sie mit einem einzigen Bleistifte anrichtet. Meine Kollegin kann mit ihrem Bleistift die Faszination des Grauens erzeugen.

Das ganze Bild sieht aus wie ein Unfall, aber man muss da einfach hingucken!

Meine Kollegin ist das natürliche Gegenstück zu mir, sie ist kurz angebunden, nicht gerade ein Sonnenscheinchen.

Sie kotzt sich regelrecht aus!

und danach hat meine Kollegin wunderbar gute Laune. Prima Strategie!

Perfekt hässliche Motive sind großartig

Hässliche Motive sind auf zwei Arten ganz wunderbar. Die eine Methode ist mal ganz deutlich seine Abscheu zeigen kann. Man kann und man darf sich total austoben, denn wer sagt das Kunst schön sein muss? Die Bilder meiner mieslaunigen Kollegin sind übrigens großartig verkäuflich! Weil sie Aggression und Abscheu in Bewegung umgesetzt.

Ich selbst bin jetzt nicht gerade der Typ der sich großartig fühlt, wenn er sich dauerhaft auskotzt, deshalb muss bei mir eine andere Strategie her.

Kunst machen heißt sei einfach wer du bist!

Persönlich konzentriere ich mich nicht gerne auf das Negative, weil es mich herab zieht. Ich bin ein Gefühlsspiegel, Einen Seelchen würde mein Liebster sagen. Ich kann nicht so aggressiv sein wie meine Freundin, bei mir würde dies in Melancholie ausarten. Was bei weitem nicht so plakativ ist, wie heraus geschriener Hass.

20 Minuten später steht die Sonne am Himmel, eine riesiger Becher Kaffee macht das Leben schön. Und siehe da 50 Meter weiter, man sieht es durch den Straßenmief, finden meine Augen was Schönes: Männer tragen Blumen vor das Haus. Ich setze mich so, dass ich in die andere Straße schaue.

Motivsuche ist eben eine rein seelische Sache und nichts liebe ich mehr als ein Blumengeschäft. Jetzt kleben sich meine Augen an das Blumengeschäft:

Oh ist das nicht toll?

Es ist doch total witzig wie unterschiedlich man ein und dieselbe Sache sehen kann, nur weil der Koffeeinpegel jetzt stimmt.

Der Vorteil an hässlichen Motiven ist übrigens auch, dass es viel leichter fällt sich auf eine Sache in dem Motiv zu konzentrieren. Man blendet einfach die Dinge aus, die wirklich scheußlich sind.

Das Schöne wird an einem hässlichen Motiv zu einem Augenmagnet

Merkwürdigerweise werden die Bilder in denen es nur eine wirklich gute Sache gibt, viel besser als Bilder in denen alles wirklich gut war. Der Grund ist bei man sich völlig auf das Positive konzentriert und dadurch wird das Bild für den Betrachter gut lesbar.

Diese Bilder sind so gut, weil sie das Bildzentrum so behandeln wie eine Diva. Der Scheinwerfer richtet sich auf die Diva, sie fängt an zu funkeln und damit hat man eine ganz entscheidende Regel des Bildentwurfs verstanden.

Hässliche Motive und ihre Stärken

Wenn ich zusammenfassen sollte wie man aus wirklich hässlichen Motiven gute Bilder macht, dann würde ich im wesentlichen zwei Strategien empfehlen. Die eine Strategie ist die Emotion, zeig doch einfach mal das  du denkst. Denn auch…

Das Negative macht ausdrucksstark und ungewöhnlich

Der Vorteil daran ist, dass hässliche Motive wirklich ungewöhnliche und ausdrucksstarke Bilder erzeugen.

Tine Klein Chicago alte Feuerwache

Hier  saß ich neben dem Trump Tower und starre auf eine Feuerwache und denke darüber nach wie es ist politisch Feuer zu legen. Das Bild ist ein Gedanke

Die andere Strategie ist die Augen fest auf das positive zu heften.

Das Positive wird noch auffälliger, wenn es keine Konkurrenz hat!

Und so wird das Blumengeschäft schön, trotz dessen die Straße richtig scheußlich war.

Liebe Grüße ins Wochenende.

Tine

Weiterlesen  zu einem ähnlichen Thema:Ein Meter verändert die Welt

 

Wir hatten ein ziemlich turbulentes Jahr, viele Leser haben versucht sich in meine Workshopliste eintragen zu lassen. Das hat nicht geklappt in unserer Straße liegt eine alte Wasserleitung Ratet mal! Dadurch ist die Datensicherung zusammen mit dem Rechner weggeschwommen. 6 Monate E-mails waren verloren. Wessen Mail mit geschwommen ist, den möchte ich herzlich bitten, versuche es noch einmal.

https://www.herz-der-kunst.ch/kontakt.html

 

 

 

 

 

Zeichnen lernen durch loslassen?

Kritzeln fällt mir schwer, ich musste es mir hart erarbeiten einfach drauflos zu kritzeln.  Ich hoffe ihr habt einen großen Bildschirm, denn dann seht ihr das sich um mich herum lauter Raben niedergelassen haben, die Ruhe macht den Zeichner eins mit der Natur. Das ist das pure Glück und das muss man sich erlauben.

Kulturen und Arbeitsverhalten

Der deutschsprachige Raum ist meine Heimat. Ich lebe, liebe und arbeite hier, dennoch ergreift mich immer wieder das Fernweh. Ich bin keine Topfpflanze, meine Wurzeln treibe ich quer durch viele Kulturen. Dennoch merke ich ganz deutlich, wie verwurzelt ich hier bin. Gerade wenn ich im Ausland bin, dann merke ich so richtig wie sehr mich der deutschsprachige Raum geprägt hat.

Diese Art, es als die Pflicht zu empfinden, alles zu geben, super enttäuscht zu sein, wenn etwas nicht klappt und vor allen Dingen etwas auf Biegen und Brechen zu wollen, das ist schon, sagen wir mal, super deutsch-sprachig. Jetzt werden die Schweizer nicken und sagen: Ja, das ist super Deutsch. Aber auch die Schweizer haben dieses Verhalten und treiben das Pflichtbewusstsein auf die Spitze. Man findet dieses Verhalten bei meinen Schülern im gesamten deutschsprachigen Raum.

Pflichtbewusstsein

Da kannst du uns alle in einen Sack stecken und draufhauen, da triffst du keinen Unschuldigen.

Die Philippinen waren eine Zeit lang mein Zuhause, wie die Menschen dort arbeiten, hat mich oft verrückt gemacht. Eine Gasflasche ablassen mitten in der Küche, ohne ein Fenster aufzumachen und dabei eine Kippe auf dem Zahn.

Das ist nun wirklich ein wenig sorglos

Noch verrückter hat mich das ganz normale Alltagsleben in solchen Ländern gemacht, wenn man mal wieder ungeplant eine Stunde braucht um zwei Brötchen zu kaufen, weil die Verkäufer das Celine Dion Special im Radio hören und nun leider mitsingen müssen. Natürlich sind dabei das Wichtigste die kleinen Tanzeinlagen, deshalb hat natürlich keiner der Verkäufer Zeit sich um zwei blöde Brötchen zu kümmern. Ich kann dir garantieren nach der fünften Tanzeinlagen, bei der die Verkäuferin jedes Mal vergisst, was du denn einkaufen wolltest, bist du so genervt das du die Verkäuferin in das Hinterteil beißen könntest. Wie schade, denn die Stimmung im Bäckerladen ist ja super.

Dann merkst du: “ Hilfe, ich bin typisch deutsch!“

Sorglosigkeit

Doch die Sorglosigkeit gibt mir Frieden. Mein Leben in anderen Kulturen hat mich soviel gelehrt über die Kunst, aber auch über Respekt.

Denn die anderen erreichen auch ihre Ziele, nur eben ganz anders. Die Sorglosigkeit lässt mich ganz anders Zeichnen. Sorglosigkeit macht mich ganz weich, doch das ist so schwer für Menschen aus dem deutschsprachigem Raum.

Ergebnisorientiert

Mangelndes Pflichtbewusstsein regt mich in dritte Welt Ländern immer wieder auf, dennoch fasziniert mich immer wieder, dass auch sehr schwere Dinge mit Leichtigkeit getan werden und dazu gehört eben auch die Sorglosigkeit, die mich manchmal in den Wahnsinn treiben kann.

Oftmals sind die Menschen in diesen Ländern unglaublich lernfähig und kreativ.

Wir in Europa machen alles zu einem Produkt.

Wir sind total Ergebnis orientiert

Wenn wir etwas malen, dann muss es auch vorzeigbar sein. Ich merke, dass meine Schüler sich durch dieses Verhalten oft selber enttäuschen. Die meisten Bilder in Europa gehen nicht kaputt, weil der Schüler es nicht konnte, sondern weil der Schüler einfach zu viel gemacht hat.

Wir haben alles und wir können alles, das ist ein gewaltiger Druck.

Denn alles muss von Anfang an großartig werden, ich fange zwar gerade erst an mit dem Zeichnen lernen, aber die Bilder müssen toll werden. Der Leistungsdruck steckt uns in den Knochen. Blöderweise muss man Dinge einfach tun, erst durch das tun, bildet sich die Motorik, die ein guter Künstler braucht um sich ausdrücken zu können.

Quäl dich!?

Zur Ordnung rufen muss ich mich immer wieder, denn einerseits weiß ich, dass man sich wirklich anstrengen muss um bestimmte Techniken zu erlernen. Und aufgrund meiner Erziehung liegt mir dieses Muster:

Quäl Dich, wenn du etwas erreichen willst

im Blut.

Andererseits erreicht man in der Kunst überhaupt nichts mit Technik. Ja, man muss die können. Man muss sie sogar so können, dass sie ins Bauchgefühl übergeht.

Und deshalb treibe ich meine Schüler an, ja ohne Schweiß kein Preis

Andererseits erreicht man in der Kunst nichts nur mit Technik, das Bauchgefühl gehört dazu. Das “gewisse Etwas“ entsteht aber aus der Seele. Und gerade für Laien ist es wichtig zu wissen, dass Kunst einfach mehr ist als die Beherrschung einer Technik. Und nun noch einmal fett:

Kunst ist mehr als das Beherrschen einer Technik

Zeit der Entspannung und der Seele

Wer zeichnen lernen will, der muss immer abwechseln. Wie Ying und Yang halten sich Arbeit und Vergnügen die Waage.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass man nicht zu Hause sitzt und immer wieder die gleichen Fehler einübt, es ist wichtig all die Dinge zu tun, die der Seele gut tun.

Das Making of des Bildes:

Da ich ein grauenhafter Morgentrottel bin, kocht mir morgens mein Liebster den Kaffee. Er sagt, “das ist einfacher als die Küche zu renovieren”, denn ich bin morgens ungefähr so brillant und schnell wie eine Nacktschnecke.

Grade dieser Geisteszustand hilft mir die Welt relaxt zu entdecken, ich bin noch zu matschig um mich mit Ehrgeiz zu quälen.

Was du in diesem Blog siehst, sind zwei Früh-Morgens-Zeichnungen.

Mit einem großen Becher Kaffee, halte ich das Gesicht in die Sonne und fange an zu zeichnen.

Was dann passiert ist, dass sich die Motive selber suchen, das passiert weil ich die Zügel los lasse. Am Erstaunlichsten ist es, dass einen plötzlich Tiere als Teil der Natur wahrnehmen. Die Ruhe, die mich dann durchströmt, befreit mich von meinem Leistungsdruck. Ich sitze dort und beobachte die Natur, oder die Stadt. Etwas sehr entscheidendes verändert sich, man taucht ein in die Szenerie, man wird Teil des Ganzen. Schaut mal in das schwarze Bild, dort landen die Raben um mich herum.

Wer los lässt, der erlebt etwas Zauberhaftes,  das Tanzen mit den Vögeln

Ich vermute das macht auch den Reiz solcher Tätigkeiten wie Angeln oder Wandern aus…loslassen verändert den Menschen.

Liebe Grüße

Tine

p.S.:

Zeichnen lernen heißt loslassen, wir sehen Zeichnen, Malen, überhaupt die Kunst als Produkt, dabei ist es eine Geisteshaltung.

 

 

 

 

 

 

Hallo meine lieben Freunde und Leser

Wir haben diese Woche einen Trauerfall in der Familie, es geht weiter wenn wir uns ein wenig gesammelt haben.

Liebe Grüße

Tine und Tom

 

Farbenprächtig versus limitierte Palette?

Temple Georgetown Malaysia Tine Klein

 

Prosit Neujahr, diese Woche beginnt das neue Jahr für die Chinesen. Das ist der Tempel, den ihr gleich als Bild sehen werdet und ich wette heute ist er unglaublich farbenprächtig geschmückt.

Für die Chinesen ist der Klan bzw. die Familie sehr wichtig. All die Tempel, die ihr immer seht, sind eigentlich keine öffentlichen Kulturdenkmäler. Anders als wir uns das vorstellen, gehören diese wundervollen Tempel wirklich bestimmten Familien. In diesem Tempel feiert diese Familie ihre Ahnen.

Da es unglaublich viele Auslands-Chinesen gibt, findet man in fast allen Ländern dieser Welt diese wundervollen Tempel.

D:\A\Kunst\Facebook\Blogging\Malaysia

Farbenpracht und der Glaube der Chinesen

Kurz gesagt ist das chinesische Neujahr ein Familienfest, aber ein wenig anders als in Europa. Die Chinesen glauben. dass es den Ahnen nur gut geht, wenn man ihnen Zuwendung schenkt. Und deshalb schenken sie ihren Ahnen regelmäßig kleine Geschenkpakete.

Vor den Tempeln gibt es meistens kleine Läden, diese Läden sind für Maler zauberhaft. Die Chinesen kaufen dort alles, was sie für ihren Ahnenkult brauchen. Die kleinen Geschenke sind vielfältig: Blumen, Laternen und eine unendliche Menge spiritueller Dinge in Rot und Gold. Es entsteht also eine enorme Farbenpracht. Diese kleinen Blättchen sind sozusagen die zauberhafte Einleitung zu jedem chinesischen Tempel.

Gefräßige Ahnen

Chinesische Ahnen brauchen also viel Zuwendung und deshalb gibt es in diesen Läden auch kleine Ahnen-Futterpakete. Gleichzeitig habe ich aber oft beobachtet, dass solche Pakete auch an die Bedürftigen verschenkt werden und das finde ich schön.

Kulturelles Wissen durch Kunst

Natürlich weiß ich im Allgemeinen genauso wenig über chinesische Kultur wie der normale Mitteleuropäer. Doch durch meine Mal-Freundschaften schaffe ich es über kulturelle Grenzen zu springen und dann sammelt sich ein tieferes Verständnis an.

Farbenpracht

Die chinesische Kultur ist farbenprächtig und lebendig. Wenn man solche Motive malt, stellt man recht schnell fest, man ist einfach von der Masse der funkelnden und bunten Dinge völlig erschlagen. Deshalb ist die Konzentration auf die wesentliche Aussage enorm wichtig:

Hier habe ich die Palette in einen Komplementärkontrast limitiert.

Tine Klein, Aquarell chinesischer temple an der Armenianstr. Georgetown Pagoge Penang , Malaysia, Limitierte Palette versus Farbenpracht

Übrigens halten sich chinesische Tempel überhaupt nicht an diese Regel, dass in einem Bild nicht alle drei Grundfarben enthalten sein dürfen. Ich weiß nicht wer diese Regel aufgestellt hat und vielleicht bin ich zu sehr Kind, um mich gegen diese Regel nicht inständig zu wehren..andererseits arbeite ich ja selber gern mit einer limitierten Farbpalette.

Farbenpracht versus limitierte Palette

Eine limitierte Palette kann man viel einfacher kontrollieren, weil es für sie recht simple Harmonieregeln gibt. Wer mit Farbenpracht arbeitet, arbeitet eigentlich nach einem sehr ähnlichen System wie mit der limitierten Palette. Will man eine wilde Farbenpracht ein wenig zügeln und damit harmonisch machen, dann darf man nicht so clever agieren.

Sei nicht zu clever, arbeite mit einer Grundfarbe.

In meinem Bild ist diese Grundfarbe natürlich rot, denn wir sprechen ja über chinesisches Neujahr.

Tine Klein Aquarell chinesischer temple in Penang , Malaysia, Limitierte Palette versus Farbenpracht

Von dieser Grundfarbe gehe ich aus, anders als zu erwarten wäre, fülle ich die Farben nicht einfach zusammen, weil es ja lustig bunt ist, sondern ich bilde große Farbflächen, die auf meiner Grundfarbe beruhen. Interessant werden dann die Bruchstellen, wo die Grundfarbe in andere Farben übergeht.

Schaut euch das Bild an, die Hauptbewegung ist rot

Das gibt dem Bild insgesamt Ruhe. Richtig spannend wird es also nur an den Grenzflächen zwischen den einzelnen Farbblöcken. Das Bild ist zwar enorm bunt, also in dem Sinne, dass ich mich nicht um die Farbregel gestört habe und das nicht alle drei Grundfarben enthalten sein dürfen. Aber alle Farben sind zueinander in Beziehung gesetzt und eins kann ich euch sagen, d. h.

Mischen, Mischen, Mischen!

Mischen erzeugt die Harmonie

Sind die Farben nicht miteinander gemischt, dann entsteht ein völlig unkontrolliertes Chaos. Die Mischfarben mit der Grundfarbe sorgen für eine Art Brücke. Im Endeffekt sind dann alle Farben miteinander verbunden. D. h. ich habe das pure Chaos in eine Art Familienähnlichkeit ein gebettet.

Kunterbuntes entsteht immer an den Grenzflächen, dort wo der rote Bereich in den farbigen Bereich übergeht. Diese Bereiche sind aufregend, dürfen aber nicht die Überhand gewinnen.

Die Bruchstellen betonen die Hingucker

Das chinesische Ahnen-Shopping gehört zum Kern dieses Bildes und deshalb befindet sich genau hier auch der Bruch, d.h. die Grenzlinien wo die Farben aufeinander treffen. Natürlich ist auch dies in der Realität so, aber in meinen Bildern wird nur das betont, was sich auch wirklich mag. Der Laden könnte in Realität genauso bunt sein, würde er für mich nicht zum Bild gehören, dann würde ich ihn weg ignorieren.

Ordnungssystem Grundfarbe

Chinesische Orte sind farbenprächtig, rote Laternen leuchten, Gold glitzert und grünes Emaille schimmert. Eine limitierte Palette ist da sehr schwer durchzuhalten, dennoch braucht man ein Ordnungssystem und das schafft man selbst nach dem Inhalt des Bildes.

Die Brüche mit der Grundfarbe setzt man dann ein, um auf das was einem wichtig ist hinzuweisen.

Solche bunten Bilder sind überhaupt nicht einfach, deshalb werde ich dieses Jahr mehrfach Kurse anbieten, in denen es um das Mischen von Farbe geht.

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Nächste Woche geht es dann mit den praktischen Tipps zum Thema weiter.

Die neuen Kurse könnt ihr im Netz googeln, der nächste mit freien Plätzen ist in der Kunstzeit  ist in Allensbach am Bodensee

Der Lacher zum Abschluss, der Schweizer  Brandschutzbeauftragte bekommt einen Herzinfarkt….  Öl, Papier und Feuerwerk eine herrliche Kombi für Unfug aller Art…was ihr nicht seht der Standbesitzer hat eine Kippe auf dem Zahn….haha….schnell flüchten.

Limitierte Farbpalette ein guter Trick?

Spielerisch Kolorieren

Das Spiel macht dich gut!

Im Unterricht, aber auch hier im Blog, erzähle ich ja immer wieder wie ein Papagei, dass das Spiel einen erst so richtig gut macht. Falls ihr euch nun einen grünen Papagei vorstellt, möchte ich gerne Esmeralda heißen.

Wenn ich immer wieder sage: “Spiel doch mal bitte rum”, dann weiß ich immer nicht so richtig, ob das beim kolorieren wirklich ankommt, deshalb möchte ich in diesem Blog mal einmal nicht so viel schreiben, sondern ich möchte euch mal zeigen, was sich mit ein paar Farben anstellen lässt.

Meine Vorlage ist eine Zeichnung, die ich im Urlaub mit meiner Familie gemacht habe. Da sie nicht warten wollte, konnte ich nur eine schnelle Federzeichnung im Notizbuch machen. Diese habe ich dann auf Zeichenpapier kopiert.

Farb- Setup für das Kolorieren:

Bunte Bilder oder sehr farbintensive Bilder müssen nicht unbedingt aus vielen Farben entstehen. Es ist oftmals gerade für Anfänger viel sinnvoller sich auf ein paar Farben zu beschränken. Denn wenn man nicht so viele Farben hat, dann kann man damit auch so lange spielen bis man, weiß was man damit anstellen kann.

Mein Farb Set-up für dieses kleine Spiel ist:

  • Violett, ich glaube es ist brilliant Blauviolett
  • Lasurorange
  • Opern rosa oder Magenta
  • Burnt Siena
  • Bergblau (Vorsicht Mehrpingmentton)
  • Goldbraun, wirkt wie warmes Gelb
  • Sepia, ein bräunliches Schwarz, weil ich Sepia Tinte  zum Zeichnen benutze, nur in Sspuren eingesetzt
  • Und als Hingucker: Geranienrot (Alle Farben sind von Schmincke)

Am Schluss setze ich noch Akzente in gleichfarbigen Aquarellstiften und ein wenig Türquis. Jetzt fange ich an die Farben bein kolorieren zu kombinieren, mal kombiniere ich die Farbtöne mal ganz bewusst oder einfach aus dem Bauch.

Bild Nummer Eins: Kolorieren in Pastell

Jetzt frage ich mich, wie sieht das denn in dunkel aus?

Oh, auch gut und wie wäre es mit Rot? Sandstein ist ja im Licht sehr wandelbar.

Oder doch lieber ein richtiger Komplementärkontrast? Na, dieses Bild hat ganz schön viele kalte Farben! Fällt mir noch was anderes ein?

Upps, hier bin ich zu nass, jetzt muss ich das Motiv mit Phataloblau aus dem Hintergrund neu aufbauen. Hier sieht man auch den türquisen Aquarellsstift prima. Wer malt muss auch mal eine Überschwemmung retten.

Das Zeichenpapier musste ich hinterher bügeln 😉

Und

Last but not least mit wildem Himmel:

Solche Übungen tüftel ich aus, damit meine Schüler wirklich das freie Kolorieren lernen. Auch wenn das Papier nicht so gut ist wie echtes Aquarellpapier, so kann man doch wirklich lernen Farbe zu benutzen.

Spiel dich ran!

Ich bin mal gespannt, wie die Kolorationen der Schüler darauf ausschauen. Nächste Woche werden 12 Tapfere diese Aufgabe testen, mal schauen was dabei rauskommt.

Liebe Grüße ins Wochenende von eurer Tine

P.S.:

Urban Sketching Gruppen und Kunstvereine können mich direkt ansprechen und ihre Kurse selbst organisieren.

Noch ein anderer Blog zur Farbe: