Malen und Zeichnen ist Entscheiden!

Anleitung, Tutorial malen lernen von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Urban Sketching Ort: Rivert, Spanien

Tine Klein: Rivert


Farbe, Form und Linie bilden ein Ganzes


Für ein gelungenes Bild muss man diese drei Komponenten ins Gleichgewicht bringen. Was man dabei allerdings tut, hängt ganz vom eigenen Charakter ab. Ich zum Beispiel liebe die Farbe, ich tobe mich beim Malen zuerst mit Farbe aus, in dieser Phase gilt für mich:

Kopf aus – Herz an

Das ist sozusagen die erste Phase in der Beziehung. Hier wird wild geküsst, beim malen bringe ich also erst mal viel Farbe und viel Gefühl auf das Papier.


Malen heißt Entscheiden


In der zweiten Phase des Malens muss ich dann durchaus den Kopf anstellen.

Denn dann heißt es ganz gezielt der Emotion der Farbe mit dem Stift den passenden Schliff zu verpassen.

Der Stift steht in meiner Kunst für genaue Form und die Linie.

Die Farbe für Emotion, Freiheit und Fläche

Deshalb habe ich oft eine ungeheure Mühe, die passende Form zu meiner wilden Farbe zu finden. Die passende Ergänzung zu finden, das erscheint aber auf den ersten Blick genauso sinnvoll und übersichtlich wie die Partnerwahl mit einem Datingportal im Internet.

Kurzum, ich werde kurz hysterisch und schwarzseherisch….das kann einfach nicht klappen!

Dieses Gefühl muss man beim malen sofort abwürgen, denn das hieße ja, es gäbe keine Lösungen fürs Problem. Nein, es ist eher wie bei so vermaledeiten Datingportalen. Die sind so gruselig, weil es viel zu viele Angebote gibt, aber Frau weiß nicht welches ein Frosch oder die Antwort auf die kleinen und großen Gelüste ist.

Kurz um es heißt entscheiden! Jede Komponente im Bild muss auf andere antworten.

Die meisten Bilder werden zerstört, weil man versucht sich nicht zu entscheiden und alles offen zu halten. Es ist als wenn man mitten im Fluss ist, will man ans Ufer, dann muss man nach links oder rechts schwimmen!


Einfach Anfangen!


Die Antwort heißt einfach anfangen! Wie lernt man Malen und Zeichen? Durch das Tun!

Wie beim Dating muss man sich erst mal treffen. Ich schnappe mir also meinen Stift und fange an.

Ich fange spontan da an, wo ich die wenigsten Probleme vermute.

Das Zeichnen auf Farbe ist meiner Meinung nach der schönste schöpferische Akt beim malen, denn es ist wie ein Flirt oder ein gutes Gespräch. Ich zeichne und plötzlich antwortet das Bild anders.

Malen ist antworten und reagieren.

Man reagiert auf die Vorschläge des anderen und lässt sich Ideen geben oder man reichert es einfach an.

Auf der linken Seite das Bildes kann man ganz prima sehen, was passiert, wenn Farbe und Stift einer Meinung sind!

Der Stift ergänzt nur. Er reagiert völlig auf die Farbe. Er ergänzt und reagiert.

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Nur ein paar Stämme und Äste fehlen noch denn die Farbe hat ja auch die Form der Bäume im Griff.


Notfalls rufen wir die Feuerwehr!


Fehler sind toll! Wenn alles so laufen würde, wie man es geplant hat, dann wäre das Leben und auch die Kunst, einfach gähnend langweilig!

Ganz links ist die Farbe ausgelaufen, das ist total blöd! Oder eine super Inspiration, der Stift macht eine Tropfnase zum Baumstamm.


Wer zuletzt lacht, lacht am Besten!


Also was ist wenn es überhaupt nicht passt?

Gibt es ja auch! Und verdorbene Bilder gehören einfach auch mal dazu!

Aber wer bestimmt was passt und was nicht passt? Im Zweifelsfall immer noch Du!

Als ich meinem Mann geheiratet hab, hat einer der Gäste gesagt, wir spenden dann Geld für die Scheidung! °,..,° Sollte heißen die passen ja zusammen wie die Faust auf´s Auge.

Die Dame ist mittlerweile 2 mal geschieden und wir immer noch Happy, denn Gegensätze vermeiden Langeweile. Hat mir damals total weh getan, aber wer zuletzt lacht, lacht am besten!

Wer zuletzt lacht, lacht am besten!

Genau so halte ich es auch in meinen Zeichnungen. Ist doch klasse und total bereichernd, wenn es zwei total unterschiedliche Pole gibt.

Unterschiede in Licht, Farbe,  Form und Schatten sind eine der ganz wichtigen Gestaltungsprinzipien der Kunst.

Wenn etwas mal nicht ganz harmonisch ist, dann ist das die Würze fürs Bild.

Also beim Zeichnen und ergänzen sei immer Du selbst, es sei denn, Du kannst ein Einhorn sein! Dann sei ein Einhorn und fang an zu zaubern!

Anleitung, Tutorial malen lernen von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Urban Sketching Ort: Rivert, Spanien

Sprich, mach mit deiner Zeichnung was Du willst, du musst sie weder ausmalen, noch musst du beim malen darauf achten, dass die Zeichnung später dazu passt. Es sieht nämlich total klasse aus, wenn die Zeichnung sich mal von der Farbe löst!

Guck mal auf die rechte Seite der Zeichnung, da hat der Stift Widerworte zur Malerei gesetzt. Selbst wenn der Stift spontan sagt: Ach, rutsch mir doch den… leck mich! Insgesamt bleibt das Ergebnis doch Klasse!

 

 

Eine der wenigen Regeln die die Kunst hat ist, bleib du selbst. Schüttele dein Haar und sein ein Einhorn!

Ganz herzliche Grüße aus Chicago!

Nächste Woche gibt es keinen Blogbeitrag, dafür immer wieder eine Live – Berichterstattung vom großen Treffen der USK Künstler in Chicago

Good vibrations

Tine

Schaut mal bei den Urban Sketchers rein in der Symposion-Woche bestimmt viel Spannendes!

http://www.urbansketchers.org/

Und wer noch mal an die tollen Werke aus Manchester erinnert werden möchte:

Skizzen aus Manchester

 

 

 

 

 

Zu wenig Papier für so viel Motiv


Novelle über die Verwandschaft von Gummimensch und Motiv


Copy Right Tine Klein Skizzenbuch, Malerei Zürich, Altstadt, Motiv: Urania Sternwarte

Tine Klein Urania Zürich

Manchmal kommt mir ein Motiv so vor wie der Gummimensch im Zirkus! Da gibt es eindeutig eine Verwandschaft, denn beide werden in eine Kiste gehämmert bis ihnen die Knie über den Ohren hängen.


Über die Macht des Faktischen


Als ich noch als Wissenschaftlerin tätig war, ist mir etwas Komisches aufgefallen:

Wenn ich mit meinen Vorgesetzten und und unseren Geldgebern aus Politik und Wirtschaft diskutierte, dann wurde man oft von den alten Alphawölfen in der Luft zerrissen, das Ego war oft wichtiger als das Thema.

Wenn mir etwas wichtig war, legte ich jedoch still und leise einen fertigen Entwurf auf den Tisch. Bei allen entstand der Eindruck, das sei ja fertig und längst diskutiert, es gab ein paar winzige Änderungen und die Sache war vom Tisch.

Das ist die Macht des Faktischen und ich hab mich darüber auf der Damentoilette oft vor Lachen ausgeschüttet. Hihi, schon wieder hat der alte Wolf nicht gemerkt, dass Blondi Rotkappe ihn ausgetrickst hat.


Nicht austricksen lassen!


Die Macht des Faktischen ist eine Trickfalle und in genau die tappen wir mit unseren Motiven.

Der Mensch hat einen Ausschalter am Gehirn: Bei: „So ist es eben!“ wird die Stromzufuhr im Gehirn sofort abgestellt. Tine Klein

Blätter oder auch Keilrahmen haben eine bestimmte Größe und das verleitet dazu diese Größe auch zu nutzen und schon stecken wir mit beiden Beinen in der Falle.

In uns gibt es immer so einen Chor unterschiedlichster Anweisungen und  diese inneren Stimmen helfen uns  garantiert jedes Motiv zu ruinieren:

  • Innere Stimme eins ∗seusel∗ : Mal alles, dann bist du auf der sicheren Seite!
  • Innere Stimme zwei ∗flöt∗: Sei ganz fleißig und verschwende kein Papier! Schau mal Liebes da ist noch eine Ecke, die hast du noch gar nicht bemalt!

Lernen heißt: Idiotische innere Stimmen zum Schweigen bringen und zwar mit dem Holzhammer! Sonst passiert dies, hier kann ich nicht ganz bei Bewusstsein gewesen sein:

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Negativ Beispiel: Hätte schön aussehen können, wenn das Motiv komplett an den Rand gerutscht wäre und es nicht so aussieht als würde es sich am rechten Rand stauen.


Lass dich nicht fesseln


Merke: Du musst dein Motiv nicht behandeln als wenn du es in einen Koffer stopfen möchtest und dann auf dem Deckel rumhopsen!

Natürlich ist es sinnvoll das Papierformat auszunutzen, es geht jedoch darum das Motiv zu unterstützen und nicht darum das Blatt bis in die hinterste Ecke anzustreichen.

Ich finde man darf mit Motiven so ziemlich alles machen was ihnen hilft, sie also auch mal quer völlig kreuz und quer zum Papierformat malen.

Besonders hilfreich ist es sich von der statischen Rechteckform bei Skizzen zu lösen

Man kann sie auch mal auf dem Papier drehen, sie biegen oder krümmen, siehe oben. Wichtig ist was das Motiv braucht und nicht was das Papier will.

Wenn wir aufhören in Din – Formaten  und harten Rechteckformen zu denken, dann hängen wir erst mal in der Luft.

Intuition ist ja auch von der Erfahrung gespeist, da wir es nicht anders kennen, sind wir total verwirrt.

Die ersten Versuche nicht im Rechteck zu malen sind wie würfeln!

Ich war mal auf einem Aquarellkurs, dort hat uns der Kursleiter „verboten!“ in anderen Formaten zu malen als nur in A3 quer, weil er es seid 30 Jahren tut. Jedes Motiv wird ins gleiche Format gehämmert! Ich hab die ganze Zeit dämlich vor mich hingegrinst, weil ich mir den Mann immer auf so einen Sado-Masostuhl geschnallt vorstellen musste.

Tipp: Solche Phantasien  nicht hilfreich um an einem Kurs mit den nötigen Ernst teilzunehmen.


Eigene Wege finden


Wenn einem dabei die Intuition nicht hilft. Was hilft dann?

 

Ausprobieren! und klare Linien finden.

Ich für meinen Teil habe festgestellt, dass das Motiv nicht total ausfransen darf.

Trotzdem beginne ich wie oben ganz langsam an dem starren Rechteck zu knabbern, dies sollte einem Rhythmus oder einer Leitlinie folgen oder sich an eine geometrische Form anlehnen.

Ich hab noch einen kleinen Trick, ich betrüge mich selbst: Ich Tape die Seitenränder meines Blattes. So kann ich im Notfall ein paar zusätzliche cm gewinnen, wenn ich das Klebeband abziehe. Diese kann ich dann nutzen um mein Bild zu balancieren und zu ergänzen.

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Hier kannst du sehen wie ich den abgeklebten Rand benutze um aus dem Rahmen auszubrechen.

Ein Kiah Kien schert sich oft nicht um Papierformat und seine Bilder sind wunderschön und  dynamisch. Schaut mal ob ihr da was findet was euch inspiriert.

Wie ist es denn bei Euch? habt ihr auch Strategien entwickelt? Unter der Überschrift ist der Button zum Kommentieren, ist dieser nicht sichtbar klickt die Überschrift an, dann erscheint er.

Liebe Grüße ins Wochende

Tine

 

Hier kannst du noch was über Kiah Kien lesen:

Kiah Kien und seine Technik

KK´s Webseite

Schön! Was ist schon schön?


Was ist schön? Heute geht es um die Frage wie finde ich das schönste Motiv


Das Schöne anschauen, das ist unheimlich erholsam.

Ich glaube, das Schöne macht uns glücklicher und zufriedener.  Dies ist auch ein Grund warum viele von uns Malen und Zeichnen! Wir machen die Welt schöner und bunter!
Es ist unsere Freude an der Schönheit und das ist heilsam, denn Stress und Unfrieden lösen sich plötzlich auf.

Wir wollen es einfach schön!


Was zum Teufel ist schön?


Ich sitze auf einer Bank mit einem prachtvollen Park hoch über Barcelona, rund um mich prachtvolle traditionelle Schönheit. Selbst der kleine Pavillon hinter mir ist Inbegriff vergangener griechischer Perfektion. Soll ich hier den tollen Park malen?  Hinter jeder Ecke klassische Schönheit! Oder?……

Ich schaue fasziniert den Berg herab, wo lauter gelbe Kräne ein irres Ballett aufführen und Wellblech in der Sonne glitzert.
Ist ein Wellblech Container von Hapag Loyd schön? Nein! Auf keinen Fall!
Doch die Mischung aus Dreck, Öl, Container, Kabeln, Ketten und Rost kitzelt mein Auge!
Verdammt ist das spannend! Ich bin hin und her gerissen. Bis ich merke das ich mich selbst betrüge, ich will den rostigen Kahn im Hafen malen, ich finde das pralle Leben toll!

was ist schön? Urban Sketching Hafen in Barcelona von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Malen lernen, zeichnen lernen. Schönheit oder das pralle leben?

Nur man traut es sich ja kaum, wenn daneben solche Motive klassischer Schönheit zu finden sind.

Was denken den Raphaels Putten dazu, ist es irre diese hässlichen Wellblech Container zu malen?


Muss ein Motiv schön sein?


Wenn ich durch ein Möbelhaus gehe und zum gefühlt 2500. Mal Raphaels Engelchen sehe,  dann fühle ich mich ein wenig genervt.

Schön:Die zwei Putten am unteren Bildrand von Raffaels Sixtinischer Madonna (Die Engel der Sixtina)

Die zwei Putten am unteren Bildrand von Raffaels Sixtinischer Madonna (Die Engel der Sixtina) Wikipedia

Die beiden denken auch drüber nach ob mein Motiv OK ist!

Na, die Putten sind zweifelsfrei schön und die haben auch noch einen Niedlichkeits- Faktor von mindestens 11 auf einer Skala von 1-10!

Umkehrschluss: Ist schön genug für ein gutes Bild?

Ja ist es! Oft zumindest, wenn ich die Putten jetzt nicht auf jeder Pralinenschachtel gesehen hätte, fände ich sie ein bisschen old fashioned, aber immer noch super Klasse!
Die Engel begeistern jetzt seit 1520, das nenne ich mal erprobt. Mein Opa war Maler und Kopist und hat gutes Geld damit verdient Raphael als Öl-Kunstdrucke an Hunderte von Menschen zu verkaufen. Sein wir doch mal ehrlich, die Möbelhäuser hätten das Bild nach 500 Jahren nicht mehr im Programm, wenn es sich nicht verkaufen würde!

Ja, es gibt sie, die absolute Schönheit, etwas was alle Menschen schön finden über alle Kontinente, Kulturen und Altersgruppen und dies sind die Ästhetikonzepte die  überall gelehrt werden.

Und so werden diese Regeln in allen Kunstakademien der Welt gelehrt! Und ich mache da auch keine Ausnahme! Würden wir das Konzept von Raphael in eine moderne Version übertragen, wird es auch noch heute Ruck Zuck 10 000  „likes“ im Netz erzeugen.


So einfach ist das! Oder etwa Nicht?


Ich glaube sogar, dass unsere Sucht nach Schönheit viele Bilder total zerstört.
Wir arbeiten oft nach Jahrtausende alten Schönheitskonzepten in unseren Skizzen, Zeichnungen und Bildern. Der goldene Schnitt…2300 Jahre alt ist immer prima und wir überlegen uns drei Mal, ob wir ein Auto ins Bild malen. Landschaften müssen ausschauen als wären wir im Jahr 1850 stehen geblieben!

Was nützt das schönste Schönheitskonzept, wenn die Ergebnisse langweilig und leblos sind? Ich lebe ja jetzt!

Lange betrachtete man Schönheit als das Perfekte! Also das Göttliche und so hatte man gar keine Hemmungen das Ganze auch in starre Harmonieregeln zu hämmern. Mit denen wird heute noch ganz unbedarft in der Kunst gearbeitet.

Versteht mich nicht falsch Ich liebe und lehre diese Harmonie Konzepte: Goldener Schnitt, Balance oder Line of Beauty und Grace oder das Repoussoir Prinzip sind zum Entwerfen wundervoll und absolut hilfreich.

Ich benutze sie auch eifrig! Aber nur, wenn es mir passt! Doch kann man Schönheit wirklich in mathematische Prinzipien verpacken?


Noch einmal? Was ist Schön?


Mein Bruder findet sein Motorrad total perfekt, ein Ausbund von Schönheit! Piece of Art hat er in den Tank graviert. Und er würde jedem ins Gesicht springen der etwas Gegenteiliges behauptet.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Im Grunde wissen wir doch das alle zu starren Konzepte totaler Quatsch sind! Schönheit ist Geschmackssache.

Wir können es nicht Jedem recht machen!

Die Lebensweisheit lehrt uns: Egal wie cool und harmonisch es ist, einer findet es immer Schei…!
Wie ich zum Beispiel: Mein Bruder würde es sehr begrüßen, wenn ich endlich mal eine Galerieserie in Öl zum Thema wahre Schönheit malen würde. Also zentrales Motiv der Chrom seines Motorrads. Und ich Spalter, drehe dabei nur die Augen hoch.


Wir müssen anfangen eigene Schönheitskonzepte zu entwickeln


Natürlich finde ich klassische Schönheit wundervoll. Doch wer malt muss nachdenken. Sind Bilder wirklich schön wenn sie eine Landschaft zeigen aus der alles Moderne ausradiert wurde ?
Als Turner anfing Eisenbahnen zu malen fanden das die Leute widerlich, wir finden es romantisch. Trotz der Bedenken seiner Zeitgenossen fand Turner immer Menschen, die genauso fühlten und seine Bilder verehrten.


Ich glaube es ist die Faszination! Faszination ist Schön!


In der philosophischen Diskussion wird über Schönheit immer als das Gute und Angenehme diskutiert!
Ich hoffe Kant, Hegel und Platon starren jetzt nicht böse in meine Richtung, wenn ich frage:  Was ist mit Faszination, Spannung und Spaß?

Ich fühle mich ein wenig doof wenn ich gegen solche Größen das Ürraschungs-Ei Konzept ins Feld führe!


Das Ü-Ei Konzept hilft Motive zu finden


Ich glaube, deine Motive sind gut und schön, wenn man das Faszinierende und das Anregende spürt!

Wenn Du sie spannend oder schön findest, dann sind sie gut!

Wenn ein Anderer durch deine Augen sieht und was Tolles findet.
Spaß und Interesse kann genauso wichtig sein wie Schönheit, denn es ist auch ein angenehmes Gefühl. Genauso wie Abwechslung oder Entertainment!
Schön ist gar nicht der richtige Begriff für die Motivwahl. Natürlich ist eine Bagger nicht der Inbegriff des Schönen. Trotzdem sind Baggerskizzen im Facebook immer ein Renner!

Bagger von J.P. Schwarz

Hey, wer wünscht sich nicht mal mit so einem gelben Ding zu wüten!
Es geht eher um einen Spannungsbogen, das was Du hinter deinem Bild interessant findest, wird auch andere ansprechen. Es ist deine Geschichte und das Interesse was es schön macht.
Ist die faltige Haut eines alten Menschen schön? Und doch ist ein Gesicht voller Leben ein tolles Motiv!

Der Mann mit dem Goldhelm (nicht zugewiesen)
Wieder ein 500 Jahre altes Motiv und jeder von uns versteht es! Ich glaube was ein gutes Motiv aus macht ist das Leben dahinter.

Jenseits aller Schönheitskonzepte, manchmal ist das pralle Leben die richtige Wahl.

Und das ist es was meine Hafenkritzelei, der Bagger von JP und die Motive von Raphael und Rembrandt gemeinsam haben, sie zeigen keine leere Schönheit.

Ganz herzliche Grüße
Tine
Tine über Kunst im Alltag

 

Habt ihr Lust noch mal bei J.P Schwarz reinzuschauen? Es lohnt sich:

www.schwarzmalerei.com

Sommerakademie Bremgarten Restplätze

Urban Sketching Malen lernen, Zeichnen lernen , Aquarell, Bremgarten Schweiz


So schön ist es bei uns


Naturerlebnis, Wasser, Farbe und Gefühl

Wege Menschen kennen diese Landschaft, doch sie ist nur ein paar Minuten von der Züricher Innenstadt entfernt. Hier haben sich viele Künstler angesiedelt und wir veranstalten oft ganze Akademien ohne das sie öffentlich werden. Diese kleine Stadt heißt Bremgarten und sie hat einen aktiven Künstlerfreundeskreis.

Doch nun haben schon zum 2. Mal Teilnehmer wegen Kinderbetreuung in den Ferien absagen müssen und deshalb mache ich den Kurs ausnahmsweise öffentlich:

Normalerweise ist er einfach ein Geheimtipp im Bremgartener Künstlerkreis.
Wir leben in einer der schönsten Ecken der Welt, wir kennen malerische und beeindruckende Plätze, die zum Malen wie geschaffen sind!
Dieses Jahr wird die Sommerakademie 20 Minuten von Zürich im Reusschutzgebiet stattfinden, weil es hier traumhaft ist!


Das hier wird unser Kursraum sein!


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In den Akademien gibt es ja mittlerweile lange Wartelisten für meine Kurse. Wie wäre es denn mit einem Kursraum mit Vogelgesang und Wasser rauschen?

Lagerfeuerromantik, wenn ihr darauf Lust habt. Ich habe uns ganz in der Nähe einen Raum gemietet, so dass wir bei Regen einen Unterschlupf haben und auch eine Toilette.
Hier gibt es enorm viel Naturschönheit an der man Zeichnen lernen kann:

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  • Wasser wird ein Thema des Kurses sein
  • Grüntöne mischen
  • Schon mal was vom Repoussoir Entwurf gehört? Na, dann lass dich überraschen: es wird deinen Bildern unglaubliche Tiefe geben!

Urban Sketching Malen lernen, Zeichnen lernen , Aquarell, Bremgarten Schweiz


Ich kann ja nicht dafür, aber bei uns ist es so schön wie in Disneyland:


Urban Sketching Malen lernen, Zeichnen lernen , Aquarell, Bremgarten Schweiz

Naturerlebnis, Wasser, Farbe und Gefühl

Dort treffen wir uns am Wasser, sitzen im Schatten des Waldes, hören das Rauschen des wilden Flusses und malen.

Urban Sketching Malen lernen, Zeichnen lernen , Aquarell, Bremgarten Schweiz

Schwerpunkt: Freies Malen, Nass in Nass-Technik. Wer mag, kann dies mit Zeichnungen ergänzen.
Kunst ist die Kunst, die Dinge einfach und reduziert zu zeigen, die Freude am intuitiven Arbeiten steht im Vordergrund.

Mittags essen wir im JoJo und können dort die sanitären Anlagen benutzen oder wir veranstalten am Reussufer ein Picknick, je nach Absprache.
Bei schlechtem Wetter suchen wir Unterschlupf, dafür habe ich einen kleinen Raum direkt in der Altstadt gefunden.

Wann: 10.+11. +12. Juli in den Aargauer Sommerferien

Sommerakademie Bremgarten Preis 270 Fr.
Wer teilnehmen möchte, sendet bitte eine Nachricht an :
Tine@Herz-der-Kunst.ch

Uhrzeit 10-16/17 Uhr!

Wer aus Zürich kommt, kann mit mir nach Bremgarten fahren, es gibt eine Mitfahrgelegenheit

Ganz liebe Grüße Tine

Thumbnail kleiner Zauberer

Anleitung, Tutorial Tinte von Tine Klein Tinte für Aquarell, Skizzenbuch, Zeichnen lernen

Der Thumbnail ist ein kleiner Zauberer, denn er macht das ödeste Motiv zauberhaft.

Thumbnail heißt Daumennagel und es sind winzige Kritzeleien, die natürlich ein wenig größer als ein Daumennagel sind.

Kurz gesagt: Sie trainieren deine Fähigkeit das Beste aus dem Motiv rauszuholen!

Zugegeben dieses Motiv ist nicht hässlich. Beim Zeichnen merkt man aber erst, wo die Probleme des Motives liegen!

Anleitung, Tutorial Thumbnails von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei Bauernhof Hombrechtikon Schweiz

Alle Motive haben kleine Macken, die das Zeichnen erschweren. Das merkt man aber erst beim Zeichnen.

Anleitung, Tutorial Thumbnails von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei Bauernhof Hombrechtikon Schweiz

Hier zum Beispiel ärgere ich mich mit der Laterne rum. Was auf dem Foto gut aussieht und in Realität toll ist, kann auf dem Papier blöd aussehen, denn wir als Zeichner und Maler arbeiten nicht mit winzigen Pixeln.


Entwerfen ist wie Möbel rücken


Wenn man sich einmal klar gemacht hat, das sich  Gegenstände perspektivisch enorm durch wenige Meter verändern, dann gewinnt man Freiheit. Ich darf einen Baum oder Kirchturm verschieben, allein schon der Freiheit willen!

Aber alle Kritik daran sollte verstummen, weil wir den  Baum, würden wir 1 Meter weiter stehen, sowieso an einer völlig anderen Stelle malen würden.


Thumbnail: Weg zur Erkenntnis


Der Thumbnail ist eine winzige Zeichnung. Ich mache sie meistens etwas kleiner als meinen Handy Bildschirm, ca. 10 cm groß.

Also? Welche Wunder soll so eine klitzekleine Zeichnung bewirken können?

Thumbnails sind dazu da herauszufinden, was man braucht. Brauch ich die Laterne, wie groß soll das Haus sein und wo steht der Baum genau?

Das sind die Fragen die ich einem Thumbnail stelle. Der Thumbnail ist das Vorzimmer zum Werk, weil uns die kleine Zeichnung dazu bringt über die Grundstruktur eines Motives nachzudenken.

Die Winzigkeit zwingt uns zum Wesentlichen!

Dabei merkt man was man braucht und was nicht! Das Thumbnail ist wie ein aufgeräumtes Zimmer.


Ein Motiv muss man erfahren!


Die Aufgabe des Thumbnails ist es den Weg zu einer tollen unbeschwerten Zeichnung frei zu machen. Das Thumbnail räumt alle Probleme aus dem Weg.

Wenn man einfach mal loslegt, stellt man schnell fest: „Upps, toll!“, aber irgendwo harkt es.

Was in Wirklichkeit toll aussieht, macht im Bild oft Probleme. Hier merke ich zum Beispiel, dass ich Probleme mit der Laterne bekomme, weil sie mitten im zentralen Motiv steht.


Ins rechte Licht rücken!


Das A und Ohhhhlala für tolle Bilder ist das Licht. Der Rhythmus von hell und dunkel verwandelt Motive zu Hinguckern. Gerade bei Aquarellen ist dies besonders wichtig, denn die verderben ganz schnell, wenn der Maler sich keine Gedanken über Licht macht.

Weiße Möwe auf weißem Grund, der alte Witz über die Ostfriesische Nationalflagge wird in Bildern allzu oft war.

Man sieht halt nix, wenn man keine Schatten hat und diese Lichtverhältnisse simuliert das Thumbnail. Ich merke das 3 dunkle Flächen im Hauptmotiv aufeinander treffen.

Der Kern ist, dass man sich vor der Zeichnung Gedanken macht! So hat man richtig Spaß beim Zeichnen und schlägt sich nicht mit Problemen rum.


Es gibt immer mehrere Lösungen


Ich schätze Thumbnails besonders, weil sie einfach den Kopf frei machen!  Das ganze Motiv auf dem Blatt rumzuschupsen, zeigt mir oft erst was möglich ist.

Das sich Häuser schon bei winzigen Kopfbewegungen massiv bewegen, haben wir ja schon in vorangegangenen Artikeln besprochen. Zum Glück! Auch wenn es die Perspektive fürchterlich schwer macht, für das Entwerfen ist dieser Fakt traumhaft!

Ich liebe das Thumbnail, weil es mich spontan macht! Keine Angst vor stundenlanger Zeichnung, die dann nichts wird.

Ich gelte oft als eine der wilden und spontanen Zeichner.

Das ist auch so! Jedoch hab auch ich manchmal Angst vor Entscheidungen, dann hilft es einfach zu gucken was passiert!

Das in alle Richtungen denken holt mich aus der Öde des Alltags raus und belohnt mich mit traumhaften Entwürfen, so entstehen frische Ideen.


Thumbnail entspannt


Wir sollten uns aus der auf Knopfdruck Situation rausholen! Wenn ich wenig Zeit habe oder gestresst bin, dann kann ich nicht sagen, so ich setz mich jetzt hier hin und male einen Michelangelo!

Das klappt nicht! Dann bin ich wie vernagelt! Diese Thumbnails sorgen dafür, dass ich einfach mit Spaß loslegen kann! Ach ist ja nur ne kleine Zeichnung und los gehts!

Oft werden das die Besten! Denn Thumbnails haben was Meditatives!


Kleiner Merkzettel, was gehört rein in einen Thumpnail?


  • Keine unnötigen Details! Grundformen!
  • Proportionen und Größe des Motives
  • Verschiedene Blickwinkel!Machen Spaß und sind der Schlüssel zum Erfolg
  • Licht und Schatten
  • Spielerische Variationen der Grundidee:  Das verrücken von Gegenständen um das Motiv oder um die Geschichte zu stärken
  • Gezielte Akzente, wenige Fenster oder Strukturen

Und eines ist mir noch extrem wichtig: Wer keine Geschichte erzählen kann, kann niemals nach den Herzen der Anderen greifen und auch dabei helfen diese Miniskizzen: Thumbnail genannt.

Also drauf los kritzeln und überlegen was geht!

Liebe Grüße ins Wochenende Tine! aus dem Herz der Kunst.

Lust auf mehr Info´s: Thumbnails und die innere Stimme

 

 

 

Weg damit! Aquarelltechnik für Dummies!

Aquarelltechnik von Tine Klein fürSkizzenbuch, Mallerei Zürich, Zürichsee

Aquarell ist nur was für die Meisterklasse, da kann man nicht korrigieren!

Ich frag mich immer wer sich solche Sprüche ausdenkt? Klar kann ich korrigieren, sogar sehr easy! Das Radieren im Aquarell ist eine total einfache Aquarelltechnik.

Seht ihr die Reflektionen unten im Wasser? Das ist nicht mühsam gemalt, sondern sie resultieren aus einem sehr einfachen Trick!


Das Radiergummi des Aquarells


Das Radiergummi des Aquarell ist ein Synthetikflachpinsel. Für diese Aquarelltechnik brauchen wir:

  • Einen Synthetikflachpinsel
  • Einen alten saugfähigen Lappen oder Küchenpapier
  • absolut sauberes Wasser, also besser 2 Wasserbehälter benutzen

 


So wird es gemacht!


Ihr feuchtet das Papier an der Stelle an der ihr radieren wollt an und schiebt die Pigmente mit dem Synthetikpinsel einfach weg.

Der Flachpinsel darf hart sein, sollte aber vorne nicht zu buschig sein. Er braucht eine klar definierte Borstenlinie, den er soll  funktionieren wie die Gummilippe beim Fenster putzen.

Danach nehmen wir sofort den Lappen und saugen die überschüssige Farbe weg.

Den Vorgang mit ganz sauberen Wasser und super sauberen Pinsel wiederholen. Ganz sauber immer wieder in eine Richtung arbeiten.

Pinsel und Wasser immer sauber.


Wer rührt hat verloren!


Bloss nicht rumrühren!!! das lässt sich kein anständiges Papier mit etwas Ehre im Leib gefallen!

Das ist wie eine Katze gegen den Stich streicheln! Die beißt und das mit Recht! Das gleiche was bei der Katze passiert, passiert auch dem Papier! Katze beißt, Papier kaputt!

Alle Haare stellen sich auf, durch Rühren wird das Papier aufgeraut. Außerdem hat Aquarellpapier eine Leimschicht. Die Farbe soll ja auf dem Papier schwimmen.

Die Leimschicht werden wir mit dem Verfahren wahrscheinlich kaputt machen, aber durch diese Schicht haben wir eine gute Chance die Pigmente einfach wegzuschieben.

Ich nenne sie die Wasserbüffel:

Im Unterricht mache ich immer einen Hechtsprung, wenn Schüler anfangen zu rühren. Ahhh…das rühren ruft…und ist so verführerisch! Danach ist nichts mehr zu retten!

Wer mit dem Pinsel rührt, knetet die Pigmente ins Papier und verhält sich eben so elegant wie ein Wasserbüffel der am Wasserloch die Erde zertrampelt.


So einfach ist Aquarelltechnik : Viel Spaß mit den schönen Effekten


Tipp: Schnapp dir mal ein verdorbenes Aquarell und schaut mal was ihr herausreißen könnt. Man kann damit viel Tolles machen.

Treppenstufen, Zäune, Lichtkanten und Spiegelungen, auf jeden Fall macht diese Aquarelltechnik tolle Lichteffekte.

Aber auch schlimme Fehler kann man damit sanft beheben. Ein kleiner Schatten Farbe bleibt jedoch immer, aber ist das Papier in Ordnung, kann man ihn durch übermalen unsichtbar machen.

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine aus dem Herz der Kunst

Mehr kleine Tricks für weiße Stellen, dann lies diesen Artikel wenn du Lust hast:

Mogeln mit Marker

 

Kleines Marschgepäck Reisekunstmaterial


Tine wundert sich über Winziges


Welches Reisekunstmaterial schleppt man mit auf die höchsten Gipfel oder an den sonnigen Strand?

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Wahnwitziger Winzigwahn und Minimalismus, ist dass wirklich der Weisheit letzter Schluss? Wie man auf dem Bild sieht, nehmen wir mit was wir mögen:

Ich habe sie es ausprobiert, und ich finde „ähhh wie soll ich es nur sagen ohne verletzend zu werden?“ Ich finde Sie ganz nett! Nein, zugegeben teuer und die kleine Schwester von Schei….!

Malen ist für mich immer noch das Allerliebste und deshalb will ich einfach nicht mit zweitklassigem und unpraktischem Material unterwegs sein.
Reiseaquarellkästen sind für mich ein Witz, ich öffne den Kasten finde, einen Pinsel mit gefühlten 3 Haaren und damit soll ich dann die ganze Pracht in einem Briefmarken großen Skizzenbuch festhalten?
Ich fühl mich dabei, als wäre ich mit Stan und Ollie unterwegs! Oder besser gesagt unterwegs mit Klein und Doof!

Was man auf Reisen zum Zeichnen und Malen braucht, hängt sehr vom eigenen Geschmack ab. Viele Reisende begnügen sich tatsächlich mit so winzigen Farbkästen, kleinsten Skizzenbüchern, Bleistift und Radiergummi. Und das ist toll: „Back to the roots.“

Aber was ist mit uns Genussmenschen, die in Farbe schwelgen wollen?  Das Leben ist zu kurz für schlechte Farbe.

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Ich bin ein Genussmensch und ich habe keine Lust mich den ganzen Urlaub zu ärgern, weil mein Material nicht stimmt. Kunstmaterial, das man mit der Lupe suchen muss, das ist nicht meins!

Was schleppe ich mit an den Strand?

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Also habe ich mal selbst nachgedacht!
Mein limitierender Faktor ist das Gewicht, ich habe sowieso einen Rucksack mit Badezeug mit, will aber keinen Stein mit rumschleppen.


Alternativen zum Mini-Wahnsinn bei Reisekunstmaterial?


Die Alternative zum Reisekunstmaterial in Minimanie heißt leicht!

Klar! Ein kleiner Farbkasten aus Metall ist immer noch ganz schön schwer. Er ist auch bei der Flughafensecurity immer lästig.  Meine Alternative sind luftdichte Aquarellfarbenpaletten aus Plastik, wiegen fast nichts, trotz einer ziemlichen Größe. In ihnen kann man ganz wunderbar mit richtig dicken Pinseln arbeiten.

Meinung zu den winzigen Pinseln in Reiseaquarellkästen? Scherzartikel erfunden vom Teufel, weil er zufriedene Menschen hasst. Meine Meinung zu winzigen Reisepinseln ist: Wegwerfen! Pinsel wiegen doch nichts. Ich benutze 2 wundervolle Taschenpinsel mit Metallhülle. Diese Hüllen sind beim Malen der Griff und in der Tasche die Schutzhülle für die Pinselspitze. Weil die Spitze geschützt ist, bleibt der Pinsel ewig gut.

Wer gerne draußen malt, sollte eher Geld in einen solchen Pinsel investieren als in einen winzigen Minifarbkasten.  Ein guter und großer Pinsel ist ratsam, denn die Spitze kann ganz fein malen und auch breit, so macht Urlaub Spaß. Ein guter Pinsel erspart drei Andere.


Micro Skizzenbuch das perfekte Reisekunstmaterial?


Wir sitzen vor der ganzen Pracht von Venedig und sollen das jetzt auf 10 mal 10 cm zeigen?
Sind wir denn Irre? Denn ganzen Weg und dann kein Platz für die Pracht?
Lieber gutes Papier in guter Größe.

Ich benutz auch gern im Urlaub 280 – 300gr Papier, das wellt nicht.
Ich kaufe lieber Skizzenbücher mit wenigen Blättern, aber gutem Aquarellpapier, eigentlich ist das Nepp, denn die Firmen wollen den hohen Preis des Papiers verschleiern. Im Urlaub ist das aber herrlich, denn diese Sizzenbücher sind nicht schwerer als kleine.
Im Hotelzimmer lagere ich dann das Ersatzskizzenbuch, weil ich immer Angst habe ich hab zu wenig Papier! Aber mal ehrlich, mein Skizzenbuch hat dreißig Seiten! In den letzten 14 Tagen hab ich 62 Bilder gemalt, das reicht locker!

Kein Papier mitschleppen! Sei wir doch ehrlich. Jeder kauft doch gerne Kunstkram im Urlaub! Mein Mann hatte schon öfter den fiesen Gedanken mich in der Nähe von Kunstläden zu fesseln. Wenn das Papier zur Neige geht, male ich auf lauter Urlaubskram; Karten, Pläne, Servierten das sind ganz besondere Erinnerungen.

Gute Größe heißt bei mir, passt unter den Vespasitz oder passt in die Laptoptasche vom Rucksack, denn was Computer schützt, schützt auch Papier.

Wasserbehälter: Schlauch aus Folie, wiegt nix und gibt es im Campingbedarf oder abgeschrittene PE Wasserflasche.

Klapphocker finde ich leider unerlässlich, denn auf den besten Plätzen zum Malen gibt es leider meist keine hübsche saubere Bank. Erstaunlicherweise gibt es winzige und bequeme Hocker. gestern habe ich einen bestellt, der wiegt angeblich 380 gr, ich traue dem Braten noch nicht. Ich werde es berichten oder mein gebrochenes Steißbein beklagen!

Tinte
Es soll auch praktische Menschen geben die Patronen benutzen, doch wie immer will ich lieber mit brillanter Künstlertinte arbeiten.Wer flüssiges Kunstmaterial transportieren will, sollte mal in einer Apotheke nach den Behältern fragen. Ein Wunderland für Künstler  sind die Medikamentenflaschen. Sie sind ultradicht und preiswert. Sie sind ja dafür gemacht Tropfen in der Tasche zu haben.

Mein Material in Kürze

Anleitung, Tutorial Reisematerial, Reisekunstmaterial von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Urban Sketching Sitgest, Spanien

Luftdichte Aquarellpalette Mijello air tight 18 platz, wiegt nix.
Klebeband
Großes Skizzenbuch 29 *21 mit Aquarellpapier von Prat Scribe, Hahnenmühle oder Moleskin
Reisepinsel mit Metallhülse von Escoda Größe 10
Fetter Flachpinsel
Füllhalter mit Tinte in der Medikamentenflasche
Bleistift , Radiergummi
2 drei Leuchtende Marker gefüllt mit Tinte für Effekte
Weißer Acrylstift

Ich wünsch euch wundervolle Skizzen bei schönem Wetter,  ganz herzliche Grüße Tine mit einem sonnigen Lächeln

Bitte schreibt doch mal im Kommentar den findet ihr oben unter der Überschrift. Bitte hinterlasst viele Tipps und Kommentare! Eure Erfahrungen ersparen viele Fehlkäufe. Natürlich dürfen auch die Freunde des Micro-Materials gute Tipps geben. Von Herzen Tine.

Noch ein Artikel zum Malen im Urlaub hier klicken

Besser Malen lernen durch Respektlosigkeit


Es gibt guten Respekt! und Idiotischen!


 

Heute möchte ich über Respektlosigkeit mit euch reden. Das ist ein gutes Mittel zum eigenen Stil. Es gibt guten Respekt, den Respekt heißt ja nur, dass man jemand wertschätzt und berücksichtigt. Dieser Respekt sorgt dafür das man schnell und gut lernt.

Keine Sorge, das wird jetzt keine staubtrockene Moralbelehrung!

Obwohl es generell es schon wichtig ist jeder Kunst einen gewissen Respekt entgegen zu bringen, auch wenn man sie selbst überhaupt nicht mag, ist Achtung ganz wichtig, denn jede Kunst ist Ausdruck von Seelen.

Merkwürdige wird es wenn zu großer Respekt ins Spiel kommt.

Ich höre in jedem 3. Malkurs: „Ich möchte malen wie „Meister“ Alvaro Castanget.“

Versteht mich nicht falsch, ich finde Alvaro Castagnet Klasse, ich finde nur nicht das jeder so malen sollte.  Es gibt einen Haufen  Menschen, die glauben es sei besser so zu malen wie ein Anderer, oder noch schlimmer Lehrer die ihren Schülern Stempel aufdrücken!

Entwickelt Respekt für euch selbst! Den eigenen Stil erkennt man erst sehr spät, weil man selbst nicht genug Abstand zum eigenen Werk hat.


Es gibt extrem hinderlichen Respekt der den Kopf vernagelt!


Wer sich in der Kunstszene auskennt, erkennt oft sehr schnell ob ein Zeichner in Zürich, Montreal oder Malaysia ausgebildet wurde, denn die Lehrer hinterlassen tiefe Stempel in ihren Schülern.

Ist es ein Stempel oder eine Verletzung?

Natürlich sind dies alles gute Zeichner, aber die Lehrer haben so viel von ihrer eigenen Art zu Zeichnen hinterlassen und so viel vom talentierten Schüler unterdrückt, dass ich manchmal heulen könnte. Ich wünsche all diesen Zeichnern Mut und Respektlosigkeit.


Kunst ist kein Kreuzzug, es gibt 1000 tolle Wege!


Mir ist vor einiger Zeit etwas Schockierendes passiert und ich möchte mit Euch drüber sprechen, damit ihr schneller und besser lernt:

Ich komme aus der Werkstadt und wir haben Kupferplatten in der Schmiede bearbeitet, nebenan ist eine Beiz(Kneipe) in der sich Drucker und Künstler treffen. Mir klebt noch Kohlenstaub im Gesicht als ich mich verschwitzt mit meinem Bierchen neben meine Kollegin fallen lasse. Meine liebe Kollegin grinst wie ne Katze, die gerade den Kühlschrank geplündert hat…irgendwas ist faul.

Neben uns sitzt eine junge Frau, die gerade interessiert den Kopf in mein Skizzenbuch steckt und referiert, dass ich offensichtlich auch eine Schülerin von Tine Klein sei und schon ganz gut! Sie kenne Tine Klein persönlich und man müsse noch dies und das hinzufügen um den echten Tine Klein…Style zu erzeugen…

Dann folgt ein ganzer Haufen vollkommen starrer und harter Regeln und Gesetze was man alles tun muss um ein Tine Klein Jünger zu sein. Mir fällt das Essen aus dem Gesicht und meine Freundin macht sich vor Vergnügen in die Hose!


Ein Plädoyer für die Respektlosigkeit


Hier mal liebe Grüße nach Zürich: Claudia …Tine Klein hat neben Dir gesessen und Dir verzweifelt versucht zu erklären, das Kunst kein Kreuzzug ist….ich kann nicht mal ein Schwert halten und ich habe auch keine siedendes Öl dabei…..Moment!  Eine Reisefriteuse zum Abstrafen von Verkehrsidioten mit siedendem Öl im Züricher Baustellen Verkehrswahnsinn ist eine erwägenswerte Idee. Kreuzzug ist vielleicht doch nicht so doof.

Meine Lehrer sagten: „Benutze niemals grelle Farben.“

Kann ich aber nicht, weil ich ein Power-Paket bin.

Meine Lehrer sagten: „Benutze immer edles Kunstmaterial.“

Respoktlosikeit , schnelles Porträit von Anna Multimedia bestimmt nicht langweilig Tine Klein

Kann ich aber nicht, weil ich mit allem Kunst mache was mir in die Hände fällt!

Portrait von Anna Ishtar gemalt auf Pappe mit Bierflaschenettiketten und einem riesigem Zensurstempel zum unkenntlich machen von Akten.


Zum Lernen ist ein Vorschlaghammer ganz hilfreich


Richtig lernt man nur, wenn man Regeln anwenden kann und sie auch über Board wirft.

Ein guter Leher stopft dich voll mit Wissen. Er packt dir einen Rucksack voll mit Dingen von denen er vermutet, dass du sie irgendwann im Leben mal brauchst. Wenn er im Winter bemerkt das ein Schal gut ist, dann gilt dies nicht für jede Situation. Er erwartet nicht das Du einen Wollschal bei 35 Grad trägst!

Aber in der Kunst scheint das nicht so klar zu sein. Manchmal wird das starre Anwenden von Regeln auch als ein eigener Stil bejubelt.

Es geht darum Wissen anzuwenden: Lehrer sind wie Kühlschränke, und du holst dir raus was für Dich lecker ist!

Ob du mit Tomatensoße Pizza oder Salat machst ist egal.  Lern zu kochen mit dem was im Kühlschrank ist! Wenn du mal Tomatenrezepte googlest, dann wirst du auf Anhieb eine halbe Millionen Rezepte finden. 534.000 um genau zu sein. Wir machen dich mit der Tomate bekannt und dann kannst du deine eigenen Rezepte erfinden,  Malen heißt nachdenken! Wenn ich dir ne Dose Tomaten gebe, sollst du nicht die Konservendose mit futtern!


Wir brauchen Dich!


Nimm uns bitte nicht deine eigenen tollen Ideen weg weil du glaubst jemand anders sei immer besser als Du!

Liebevolle Respektlosigkeit ist eine Voraussetzung für eigenen Stil!

Ganz Liebe Grüße nach Zürich von einem flüchtendem Vorbild

Tine

Liebe Claudia, sei nicht böse das ich mich nicht ge-outed habe,   Bei Vorbildfunktionen werde ich hysterisch.

 

Zum Thema passt ein Artikelserie zum Thema Muse oder Kopieren: http://blog.herz-der-kunst.ch/tine-klein-spricht-mit-felix-scheinberger-teil-1/zum Kopieren

 

 

 

Fibonacci Spirale! Mathe kontra Gefühl


Fibonacci Spirale


Anleitung, Tutorial Fibonacci Spirale von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei Rivert, Spanien

Magst du das Bild? Wenn ja, dann kann es  an der Fibonacci Spirale liegen. Die Fibonacispirale hört sich erst mal an wie ein leckeres Nudelgericht vom geliebten Italiener um die Ecke. Sie ist jedoch ein hilfreiches Entwurfsprinzip für sehr harmonische Bilder, aber leider etwas unverdaulich in der Anwendung.


So läuft Entwurf auf der Straße


Ich sitze unter einem Apfelbaum neben einem Hühnerstall. Neben mir hockt Karin Schliehe auf einem Bordstein in Rivert und wir tauschen crazy Kunstmaterial aus. Wir plappern, schieben allen möglichen Unfug hin und her und ich mache mir beim Zeichnen erstmal überhaupt gar keine Gedanken.

Meine Zeichnung ist das reinste Chaos, obwohl die Kulisse wunderschön ist, also mache ich mich auf die Suche nach der Harmonie.

Ich suche nach den sanften Verbindungen im Motiv.

Dann tue ich Dinge von denen ich nicht weiß, warum ich sie tue. Try and Error, aber ich will das sich alles in sanften Schwüngen zusammenfügt. Ich bin wie ein Fährtenhund der versucht zu riechen, wo die guten Sachen versteckt sind.

Irgendein Gefühl sagt mir: Das Haus muss ein bisschen kürzer. Ich gucke zweifelnd auf das Haus und denke: Scheiße die Proportionen hast du total versaut. Aber ist das wirklich versaut? Ich habe dafür gesorgt, dass sich die Dächer wie eine sanfte Kuppel über das Dorf erheben. Irgendwas hat mir gesagt, dass das Haus kürzer sein muss.

Es ist wie ein inneres Ziehen, hier noch ein bisschen, da noch was. So wie ein Bildhauer sieht was im Holz steckt.


Entwurf ein Irrgarten? Oder sind es Muster?


Oft scheint es wie ein Irrgarten, wenn ich hier was dazugebe, dann braucht es plötzlich 2 cm weiter noch was! Schaut man allerdings später von oben, dann werden die einzelnen Schritte zu Mustern.

Lustigerweise merke ich viel eher, was nicht geht. Die Dinge, die ich wirklich will, muss ich jedoch suchen. Es ist wie der Geruch der Wurst, die den Hund durch die Schranktür quält.

Oft sind es sanfte Schwünge und Bögen die helfen die einzelnen Motivteile zu verbinden. Ich taste mich in kleinen Schritten voran, hier eine Tür etwas dunkler, da ein Dach etwas schräger.

Hinterher bin ich manchmal bunter als das Bild, das passiert genau dann, wenn ich mich mit farbigem Pinsel am fragend am Kopf kratze.


Bildentwurf in der Theorie


Wenige Tage später ich bin gerade in eine Ausstellung in Barcelona herein gerutscht.

Einer der Verantwortlichen sagt: Ihr Deutschen seid doch alle Mathematikgenies. Wir Deutschen seien doch alle Meister der Planung. Ich versuche nun angestrengt intelligent zu gucken. Ja klar alles Planung!  Hirn an Gesicht: Intelligent gucken sofort!

Mir wird mitgeteilt das meine Skizzen so göttlich sind weil ich die Zahl Phi benutze:

 

Tatsächlich! Wusste ich gar nicht, hüstel!

Φ = 1 + √ 5 2 = 1,618033988749894848204586834365638117720309179805762862135…

Alles klar!?  Und natürlich nach der Fibonacci Spirale, die sich draus ergibt.

Hoppla ich wusste gar nicht das ich beim malen auf 18 Kommastellen genau bin, erstaunt guck!  Ach Du liebe Güte!


Mit einem Kichern übersetze ich das jetzt mal  jetzt mal für Menschen, die keine malenden Astrophysiker sind


Also :

1+1 macht 2, 2+1=3, 2+3 macht 5 und so weiter, das ist die Fibonacci Folge:

0 1 1 2 3 5 8 13 so einfach und so gut

Und daraus ergeben sich ganz sanft steigende harmonische Krümmungen. Das sollte man sich als Künstler merken mehr nicht! Hört sich plötzlich eingängig an.

Die Spirale, bei der ich an Pasta denken muss, erklärt, das Dinge in sanften Bögen wachsen und irgendwie spiralig miteinander verwoben sind. Wir sehen das jeden Tag in schönen Dingen; Triebe an Bäumen entstehen in diesen Mustern genauso wie Schneckenhäuser oder ein Blumenkohl.

Dieses Spiralen empfinden wir als wunderschön, weil sie das Wachstum der Natur zeigen und für uns das natürlichste der Welt sind.


Theorien und wie man sie nutzt


Ich glaube, wenn man bewusst versucht Bilder in so ein Konzept zu quetschen, dann kann das nur in die Hose gehen!

Intuition ist die Summe unserer Erfahrungen, ein Gefühl ist Wissen und so denkt mein Pinsel eher in Harmonien

Einen harmonischen Schwung der Dächer, die sich wie eine schützend wie eine Hand über dem Dorf legen, die Treppe gesellt sich im Schwung dazu. Das ist dann genauso treffsicher wie die Mathematik, es ist die Fibonacci Spirale

Anleitung, Tutorial Fibonacci Spirale von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei Rivert, Spanien

 

Jeder  kann Harmonie spüren und mit dem Willen zur Harmonie erreicht man schneller das Ziel. Lasst ruhig die Anderen mit komplizierten Formeln rechnen.

 Trau deinem Gefühl, denn es ist die  wundervolle Summe von Dir! Gefühl ist der Verstand des Herzens.

Übrigens gibt es ein Beweisfoto:

Karin Schliehe und Tine Klein beim Zeichnen, usk,urban Sketching, malen

Karin Schliehe und Tine Klein schwer bei der Sache, man sieht das Bild ganz klein

Es lag definitiv kein Taschenrechner auf der Straße.

 

Allerdings lohnt es sich doch das Konzept mal näher anzuschauen, denn es ist enorm hilfreich beim Rahmen oder Beschneiden eines Bildes:

mehr Wissen auf Wikipedia

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Viel leichter zu verstehen und anzuwenden ist der goldene Schnitt, den sollte jeder kennen und können: Der Goldene Schnitt ein Verwandeter der Fibomacci Spirale

 

Alles Mögliche zum Thema findet ihr im Wikipedia:

mehr Wissen auf Wikipedia

Danke an Wikipedia für die Spirale

 

Reisetipp zum Farbgefühl


Farbe ist mehr als ein Pigment in der Tube


Reisetipp für Malbegeisterte: Eine Farbdusche in der Sagrada Familia!

Tine Klein malt in der Sagrada Familia

Tine malt in der Sagrada Familia

Ein Bad im Licht ist berauschend! Bei einem Farbbad in der Sagrada Familia ist mir eines klar geworden. Farbe ist pures Gefühl!

Im Alltag reagieren wir nicht sehr sensibel auf Farbe, denn wir sind ihr selten ganz pur ausgesetzt, deshalb sind sich viele Leute der psychischen Kraft von Farbe nicht bewusst.

Doch man fühlt sich im Grün des Waldes anders als in einer grauen Tiefgarage und das hat nicht nur mit dem Ort zu tun sondern auch mit Farbe.

Unser erstes Haus wollte keiner haben, obwohl es wundervoll war. Das Haus war ein Ladenhüter, weil es komplett schwarz gestrichen verkauft wurde. Die Farbe verwandelte das Haus in ein Loch und so ging es für wenig Geld über den Tisch. Obwohl der Effekt krass war, schien der Verkäufer nicht zu wissen wo der Haken an seinem Haus war.
In in diesem Zusammenhang ist uns allen natürlich klar wie Farbe wirkt. Uns ist auch klar das kein Politiker im rosa Jackett vor die Presse tritt.

Also warum ist uns dann die Macht der Farbe nicht in unseren Bildern bewusst.

Weil Farbwirkungen ziemlich diffus sind, Blau kann harmonisch oder total kalt sein.
Gelb sonnig, warm oder zickig grell.

Man kann also keine Anleitung schreiben, benutze Blau dann wird alle harmonisch.

Viele Farbeffekte sind eher unterbewusst, deshalb ist es enorm wichtig für Maler und Zeichner sich Gedanken zur Farbe jenseits von das ist so zu machen.
Die Sagrada Familia ist für viele Menschen eine sakrale Erfahrung, besonders der Innenraum verzückt Menschen.

Achtet man bewusst auf die Wirkung der gebündelten Farbe, dann merkt man wie Gaudi die Gefühle der Menschen in der Kirche steuert.

Die Menschen sind ergriffen. Als gewohnheitsmäßige Ketzerin will ich sofort Wissen wie Gaudi diesen Effekt erzeugt.


Ein Selbstversuch zur Wirkung von Farbe


Die Farben, die durch das Glas fallen, sind psychedelisch. Ich suche jetzt gezielt Plätze in der Sagrada auf wo sich das Licht farbig bündelt und versuche zu fühlen ob sich in mir etwas tut.

So sieht sie aus die Farbdusche in der Sagrada Familia! Das ist wirklich krass!

Tine Klein Sagrada Familia Farbdusche mit Farbgefühl

Wer in dem Licht gestanden hat hält die Geschichten von Yedi-Rittern und magischem Licht für wahr.

Ich stehe in dem roten Licht, ich glühe und ich spüre eine ungeheure Kraft. Rot macht mich hellwach, ein wenig zu lange im roten Strahl und ich neige zu purem Größenwahnsinn. Rot und Pink, hier will ich am liebsten von Farbfleck zu Farbfleck hopsen wie ein ausgelassenes Kind. Polka tanzen, mitten in einer Kirche, scheint mir unter Einfluss des roten Lichts als völlig passende Option.
Auf der grün blauen Seite fühle ich mich anders, ruhiger, harmonischer.  Ist es ein Zufall das ich mich plötzlich für das Trägerwerk interessiere?

Abschließend war mir ziemlich klar, das Gaudi mit der Farbe die Seelen der Besucher beeinflusst wie ein guter Geiger sein Publikum zum weinen bringen kann.

Ich sehe um mich herum Menschen die so ergriffen sind, dass ihnen die Tränen in den Augen stehen.


Was können wir lernen?


Diese Beobachtungen machen uns zu besseren Malern, denn sie helfen uns zu verstehen. Das eine Farbe mehr ist als:

„Das war halt so in „Echt“‘

Erst wer begriffen hat, das Farbe pures Gefühl ist, kann dies psychischen Aspekte eines Bildes in Farbe kleiden. Denn neben den tatsächlichen Farben eines Ortes gibt es noch einen zweiten realen Aspekt an Orten; es ist die Stimmung.

„Ich verstehe nicht, warum bei dir so abstruse Farben so natürlich aussehen!?“ Werde ich oft gefragt. Die Antwort: Die Farben sind nicht abstrus, es ist die Stimmung.


Gefühle spalten die Geister


Viele von uns gehen mit Farbe sehr vorsichtig um, das ist generell auch nicht falsch. Schwierig wird es, wenn man versucht nichts falsch zu machen, denn das ist eine Schutzposition. Ich weiß ja nicht was die anderen fühlen oder denken und deshalb lege ich mich mal nicht so weit aus dem Fenster.
Keiner wird dein Bild grauenhaft finden, wenn du es nicht emotional gestaltest. Kein Gefühl zeigen heißt aber auch, dass dein Bild kaum jemals tiefe Emotionen auslösen wird.

Keiner wird „buhhh“ rufen, doch niemand wird dir Liebe schenken.

Ich stehe für Orange und Pink, weil ich selbst oft sehr energiegeladen bin.
Viele Leute mögen solche Farben überhaupt nicht in ihren Bildern und würden diesen Farben erst recht nicht kombinieren!
Ich höre durch die Blume haufenweise Kommentare wie:  „Oh je das würde ich nicht tun“ oder „Das ist aber ein bisschen exzentrisch“.
Da muss man durch.

Es wird Leute geben, die finden deine Farben scheußlich! Und es wird noch mehr geben die Hurra schreien, weil sie die echten Gefühle dahinter lieben.

Versteh mich jetzt nicht Falsch, nur weil ich gern farbenfroh male, heißt das jetzt nicht das Pink deine Welt werden muss! Steh zu Deinen Gefühlen und zu Deiner eigenen Farbwelt, denn das wird deine Bilder gut machen.

Und so sieht sie aus, meine Sagrada Familia im roten Licht

Tine Klein Farbgefühl in der Sagrada Familia

Tine Klein Skizze mit Tintenfilzstiften und I-Pad

Liebe 💕 Grüße aus Barcelona
Eine noch völlig berauschte Tine

Wer es noch nicht gelesen hat kleine Tricks zur Farbharmonie