Reisepinsel und Taschenpinsel Test

Was ist ein guter Pinsel für unterwegs?

Ich starre auf einen winzigen Pinsel.  Er ist so winzig, quasi unsichtbar, ich bin den Herstellern natürlich sehr dankbar, dass sie so umsichtig sind und glauben ich breche bei mehr als 2 Gramm Gewicht zusammen.


Wasser ist schwer


Wenn ich unterwegs bin, nehme ich nicht immer Wasser mit, es ist mir zu schwer. Wasser findet man doch überall. An jedem Waschbecken, im See, im Restaurant oder im Kiosk. Es ist immer und überall verfügbar.

Tatsächlich bring der Reisepinsel aus dem Kasten nur 2 Gramm auf die Waage. Gegen eine Flasche Wasser ist das gewichtsmässig ein Witz. Doch der Pinsel ist so klein, das ich ihn nicht wirklich gut halten kann. Tatsächlich ist er so winzig, dass er mir beim ersten Malen in die Wasserflasche flutscht und die muss ich erst mal auskippen, na super!


Mikro- kontra Makro – Reisepinsel


Mini:

Die Minipinsel aus den Kästen haben nur einen Vorteil, man kann sie bequem im Reiseaquarellkasten mitnehmen. Ob Echthaar oder nicht, die Maleigenschaften sind bescheiden.

Midi:

Eine deutlich bessere Alternative sind Brushpens. Dieser hier ist von Faber Castell. Beim Outdoor malen und Urban Sketching haben sich Brushpens durchgesetzt. Die meisten meiner Freunde und Kollegen benutzen ihn häufig und gerne.
Das sind Pinsel mit einem kleinen Wassertank hinten dran, die im Prinzip funktionieren wie ein Füllhalter. Dann kann man den Pinsel in der Wasserfarbe benutzen und schnell an dem Lappen reinigen.

Winzig und immer verfügbar, deshalb entscheiden sich auch viele Profizeichner für diese Pinsel und auch ich habe so ein Notfallset in der Handtasche.

Hier sieht man meinen lieben Zeichenpartner Detlef Surrey der mit einem ganz gängigen Brushpen Modell.

Foto: Detlef Surrey, Illustrator aus Berlin, hielt die Szene des Workshops an der Lübecker Straße fest.

Beim Wiegen brachten die üblichen Brushpens ca 5-10 Gramm auf die Waage, auch mit Wasser gefüllt sind sie echte Leichtgewichte.


In guter Reisepinsel ist der Pinsel der der Anwendung entspricht


Ich zeig euch jetzt mal kleinere Ausrüstungsunterschiede zwischen mir und meinem Kollegen Jens Huebner:

Tine Klein Reisepinsel, Taschenpinsel, Bruspens, welcher ist der Richtige? Material Tine Klein und Jens Hübner

Jens liebt kleines Material, er ist ja auch das ganze Jahr auf Fahrrad oder Motorrad unterwegs, mit allem Lebenswichtigem, Schlafzeug, Zelt, Kleidung und Malzeug. Bei solchen Reisen ist jedes Gramm wichtig! Und so hat Jens das Material in Größe und Gewicht total optimiert.

Mein normaler Farbkasten wirkt gegen Jens Huebners Zeichenmaterial riesig!

Jens hat eine gute Entscheidung getroffen, er ist mit kleinen Skizzenbüchern unterwegs und sein Material welches in eine Hemdentasche passt, ist perfekt auf Trecking ausgerichtet, es kommt auf jedes Gramm an.

Auch ich bin ein Reisezeichner, jedoch eher mit einem Korb, einer Flasche Wein und Käse unterwegs. Da kommt es auf den Farbkasten nicht mehr wirklich an.

Alles muss in meinen Rucksack oder meine Fahrradtaschen passen.

Tatsächlich juckt es mich gar nicht, ob mein Pinsel jetzt 5 Gramm wiegt oder 20 Gramm.

Geschicht Reisepinsel, Reisepinseltest

Mein großer Reiseaquarellpinsel passt in jede Hosentasche, das klein und leicht Argument ist also Augenwischerei.


Malen oder Kolorieren? Gibt es da Unterschiede?


Ein Zeichner kommt prima mit den Brushpens klar, er koloriert.

Malen und Kollorieren das ist ein himmelweiter Unterschied!

In der normalen Skizze beherrscht die Zeichnung die Skizze, bei der Aquarellskizze ist die Farbe das tragende Medium und dann liebe ich richtig gute Pinsel.

Malen oder Kolorieren ein Unterschied beim Reisepinsel

Im Unterschied zum Kolorieren muss ein Aquarell-Reisepinsel auch größere Flächen gestalten, hinzu kommt das man Farbeffekte ganz genau steuern muss.

Die Skizzenbücher von Zeichnern sind oft sehr viel kleiner als die von Malern.

Meine Skizzenbücher sind  normalerweise Formate, die in etwa A4 quer entsprechen, in meinem Auto liegen auch A3 Skizzenbücher.

Ich male sehr gerne und dafür brauche ich gute Pinsel, aber was heißt gut für einen Aquarellmaler?


Die ganz dicken Dinger: große Reisepinsel


Der Hauptgrund warum Maler kleine Pinsel verschmähen, ist ein technischer. Bildzentren entstehen immer dort, wo am meisten Aktion und Unruhe ist.

Wenn große Flächen durch viele kleine Pinselstriche verunstaltet werden,  kann keine Ruhe entstehen.

Das Werkzeug gewinnt die Kontrolle über Dich.


Das Bild eines Erbsenzählers


Der wichtigste Grund warum Maler zu kleine Reisepinsel hassen ist, dass die Bilder mit zu kleinen Pinseln total verkrampft aussehen.
Die winzigen Stiche wirken unruhig und kleinlich, denn Farbeffekt hängen davon ab wie schnell man Flüssigkeit mit Pigmenten mischt und nur so ist die Aussage eines Aquarells perfekt zu steuern. Der große Pinsel erlaubt diese Handbewegungen.

Man kann schnell und locker arbeiten, diese Geisteseinstellung sieht man im Bild.


Ein großer Pinsel ist wie ein schweizer Taschenmesser!


Wenn man gute Pinsel kauft, haben diese Pinsel gute Spitzen, das heißt, es ist völlig unerheblich wie wie dick dein Pinsel ist, du kannst trotzdem ganz fein malen.

Ein dicker Pinsel ist so gut wir 3 Andere:

Man hat einen dicken, einen feinen und einen Effektpinsel dabei, denn bei einem dicken Pinsel kann man auch die Seiten benutzen.
Der Vorteil des dicken Pinsels ist das die Strichstärke durch Druck veränderlich ist.
Gerade große Flächen kann man unmöglich mit einem winzigen Pinsel malen, deshalb hat mein Reisepinsel die Stärke 12, insbesondere die die Spitzen sind bei Aquarellreisepinseln viel besser als bei Plastikpinseln.

Einen Zeichner stört dies nicht, denn er benutzt den Stift für alle feinen Linien, deshalb fühlen sich viele Zeichner mit den Brushpens prima. Ein Aquarellmaler will jedoch einen Pinsel der alles kann, es sieht sehr gut aus, wenn ein Pinsel auch zeichnen kann.


Der Maxireisepinsel:


Diese Reisepinsel gibt es mit Metallhülsen, die so an den Pinsel gesteckt werden, dass sie dann den Griff bilden. Diese Pinsel wiegen auch nichts, sind sie in ihrem eigenen Griff sind sie wirklich klein.  Einige Firmen bieten auch Schraubvarianten an. Diese Pinsel halten sehr lange, denn sie sind perfekt geschützt.

Am liebsten arbeite ich mit Askia oder Escoda.  Der Askia Reisepinsel ist ein Echthaarpinsel, mit ihm kann man ganz prima große Flächen kolorieren. Bei dem Escoda habe ich mir nur den Synthetikpinsel gegönnt. Der Escoda hat ein synthetische echte Haarnachbildung, hält aber auch extrem viel Wasser und er hat eine absolut brillante Spitze.

Welcher ist besser? Geschmackssache ich liebe beide.

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Einer für alles, ich bevorzuge Pinsel mit denen man echte Aquarelle auf der Straße machen kann. Auch diese Pinsel sind zusammengeklappt kleiner als ein Füller.


Suche im Netz:


Die Suche nach guten Reisepinseln ist mühsam, es gibt keinen einheitlichen Suchbegriff:

Taschenpinsel
Reisepinsel
Taschen Aquarellpinsel
plain air brushes
travel watercolor brush
pocket brush
Falls Du Erfahrung mit den da Vinci oder den Leonard Taschen Aquarellpinseln hast freuen wir uns über einen Bericht!

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Bäume malen! Hingucker im Herbst.

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Herbstbäume in Zürich

Jeder von uns hat in der letzten Woche schon einen der Bäume mit Herbstlaub gesehen und da juckt es natürlich in den Fingern, deshalb ist Bäume malen in der Herbstzeit besonders gefragt, denn jetzt ist die Natur besser als jede Aquarellfarbe!

Herbstfarben malen und die letzten Strahlen der Sonne genießen!

Also gibt es heute mal ein Special zum Thema: „Spaß beim Bäume malen!“


Nur Mut!


Ich kann mich an einen Herbst vor 25 Jahren erinnern, da saß ich auf der Terrasse im Sonnenschein und habe mich daran erinnert, wie gerne ich als Kind gemalt habe.

So habe ich meinen alten Farbkasten herausgekramt und die Rotbuche des Nachbarn gemalt, das Ergebnis war frustrierend!

Tine´s erstes Skizzenbuch : Der Baum hatte die Form eines Ziegelsteins! Ich habe dafür geschlagene 3 Stunden gebraucht, heute brauche ich für einen Baum 5 Minuten. Also nur Mut! Falls du Probleme beim Malen hast.

Ich kann das nicht, gibt es nicht! ICH KANN ES NOCH NICHT heißt die Parole beim malen!

Schaut Euch diesen scheußlichen Baum an und denkt: „Bald bin auch Ich besser!“


Bäume sind eines der häufigsten Motive


Bäume sind eines der häufigsten Motive im Urban Sketching und in der Landschaftsmalerei. Viele von uns haben Respekt vor dem Bäume malen denn, sie sehen oft nicht so aus wie wir wollen.

Als ich anfing zu malen waren meine Bäume so strubbelig, weil ich die Form aus den Augen verlor.


Grundform:


Das Problem ist die Grundform, denn die verliert man beim Bäume malen gerne mal aus den Augen!
Anfänger malen oft die Grundform eines Blümchens, bei mir war es charmant wie ein Ziegelstein.

Mein Problem war ein anderes, ich wollte einfach alles malen! Ich habe bei einem Ast angefangen und irgendwann war der Baum das das totale Chaos aus Ästen.

Strubbelpeter sah dagegen säuberlich gekämmt aus!

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Tipps:


• Grundform identifizieren: Schau Dir die gesamte Form an: Kreis, Birne, Dreieck, die malst du zuerst!
• Dann gebe acht, denn die Grundform ist meist aus mehrere Flächen zusammengesetzt. Generell ist es sinnvoll dem Baum erst mal eine Fläche zu geben, die dann durch Licht und Schatten variiert wird.


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Gerade im Herbst macht es besonders viel Spass, Bäume zu malen, denn die Farben sind einfach traumhaft.

Trau dich auf dem Blatt! Wenn Farben in einander laufen, gibt es wirklich schöne Effekte.
Generell ist es sinnvoll, die Farben der Bäume auf dem Blatt zu mischen, denn dann entsteht eine Vielfarbigkeit und Licht und Schatten.
• Besonders geeignet sind transparente Aquarellfarben
• Immer eine Variation aus kalten und warmen Farben benutzen
• Gelb: Diese Töne sind spannend: Kaltes Gelb z.B. Winsor Yellow, warmes Gelb: z.B. Indisch Gelb und ein Erdton z.B. Siena bis zu Lasur Orange
• Blau: Cerulian oder Bergblau, Ultramarin ein dunkles Blau und Türkis
Das Wichtigste ist seine Farben zu kennen.


Grüntöne: Lust und Leid


Natürliche Grüntöne mischen ist nicht einfach, doch das Hingucken macht Spass! Es ist ein Spiel. Ich kenne einen Designer in Barcelona, der ist total verrückt nach Grün. Beim Autofahren murmelt er immer, wie er die Bäume am Straßenrand mischen würde:

Er murmelt: Sap Green with Siena! und ich frage wie bitte? Bis ich begreife der Mann mischt im Kopf Grüntöne!

Da ich immer mit Güntönen auf Kriegsfuß stand, habe ich einfach mal alles was Blau, Gelb und Orange ist gemischt, um zu sehen was mein Farbkasten hergibt!

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Die Graufalle beim Bäume malen


Gerade im Herbst macht das Malen besonders Spass!

Besonders jetzt im Herbst lohnt es sich, mal besonders mutig Rot, Gelb und Orange beim Aquarellieren zu benutzen.

Trocknen lassen! Und in Schichten arbeiten

Vorsicht! Wenn man Rot oder Orange mit Grün mischt, wird es Grau oder Braun, weil sich hier nahezu komplementäre Farben mischen, also zwischendurch trocknen lassen, damit der farbenfrohe Baum nicht vergraut.

 

Mehrfarbigkeit ,Licht, Schatten und eine natürliche Form, dann wird es super:


• Oben hellere Farben
• Schatten nicht vergessen
• Wichtig! Auch mal Löcher im Blattwerk zulassen, dort sieht man den Hintergrund

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Es ist immer besser das Blattwerk als Grundform anlegen, nicht versuchen 1000 Blätter zu malen. Einzelne Blätter als Zitat.


Beim Bäume malen auf Stamm und Äste achten!


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Bäume sind lebendig! Sie werden nicht unter Laborbedingungen auf der Hobelbank erschaffen. Sie lieben die Sonne und strecken ihr das Gesicht zu, oder sie zeigen dem Wind ihr Hinterteil!

Deshalb ist es besonders lustig Bäume wie die Zinnsoldaten zu malen!

Stämme sind oft nicht gerade und Äste neigen sich selten mehr als 30 Grad.

Es sieht super aus, wenn man Verzweigungen sieht.

Ein Baum ohne Verzweigungen ist ein bisschen wie eine schöne Frau ohne Hals!

Tipp: Beobachte wie sich die Äste aus dem Stamm lösen. Welchen Winkel haben die Äste? Dies es ist sehr charakteristisch.

Ich wünsche Euch viel Spass und ich hoffe ich sehe ein paar eurer tollen Herbstbilder!

Liebe Grüße aus dem Herz -der-Kunst


Buchtipp!


Buchtipp von Tine Klein im Herz der Kunst: tolles Buch von Martin Stankewitz Bäume zeichnen und malen

Eins der schönsten Bücher, das ich in den letzten Jahren gefunden habe:

Martin Stankewitz stellt im ersten Kapitel die entscheidende Frage: Wie sieht ein Baum eigentlich aus? Die Antwort berauschend schön und vielfältig wie die Natur!

Schaut mal rein vielleicht gefällt es Euch auch! Auf dieser Seite findet ihr die Leseproben:

Martin Stankewitz Bäume zeichnen und malen

Wer Lust hat noch ein bisschen zur Farbe zu lesen:

Findet hier einen kleinen Guide für leuchtende Aquarellfarbe