Tricks zum Zeichnen von Bewegung

Letzes Jahr war bei mir so viel los, dass ich gar nicht dazu gekommen bin zu berichten. Eines der schönsten kleinen Events bei meinem Spaziergang mit Stift war das Slow-Up. Ein Slow-Up ist ein Event bei dem die Straßen gesperrt werden, damit sie frei sind für Fahrradfahrer und Rollschuhlfahrer.

Wir setzten uns mit Stühlen auf die Straße und trainierten das Zeichnen in Bewegung.

Man sind die schnell und zack sind sie weg!

Bewegungen zeichnen, macht einen am Anfang ratlos. Es ist doch schon auf dem Foto schwer genug!

Hier hocken wir wie die Hühner auf der Leiter und warten auf unsere rollenden Opfer.

Das war ein wundervolles und buntes Treiben, jedoch ist es für den Zeichner der absolute Horror, denn auf einem Slow-Up hält niemand still.

Der beste Tipp ist sich nicht von dem Getümmel unter Druck setzen zu lassen

Also erst einmal gemütlich hinsetzen, sich das Treiben ansehen und dann herauszufinden was hier eigentlich die typische Bewegung ist. Wenn viele Menschen das Gleiche tun, dann machen auch alle immer mal wieder die gleichen typischen Bewegungen.

Gut zu wissen, alle machen irgendwie das Gleiche!

Das Erste ist das man herausfindet, wie das Ganze ungefähr zusammenhängt.


Das Grundmuster finden


Fahrradfahrer machen immer wieder die gleiche Bewegung. Sie hängen mit einem Buckel auf ihrem Drahtesel und die Beine strampeln sich unten ab.

Die Bewegungen ähneln sich immer wieder Buckel, ein gestecktes Bein und ein langes Bein.

Da die Bewegung unglaublich schnell ist, darf man sich einfach nicht treffen lassen. Der beste Tipp ist nicht nur eine Person zu malen, sondern das Gemalte ganz in Ruhe aus mehreren Personen zusammenzusetzen.

Super geeignet dafür ist gestisches Zeichnen. Um sich klarzumachen wieso eine Person auf dem Fahrrad aussieht, malt man sie einfach in der Luft, während man die Fahrradfahrer beobachtet. Dadurch dass man praktisch in der Luft eine Geste malt, wird einem ziemlich schnell klar was die Grundform ist. Die Grundform eines Fahrradfahrers ist einfach ein Haken. Der Buckel mit dem langen Bein, dazu kommt noch ein angewinkeltes Bein.

Die Geste vereinfacht die Sache!

Macht man sich dies klar, ist die Sache gar nicht mehr so brutal schwer.

Hat man erst mal begriffen, dass man eine Bewegung in einen einfachen Pinselschwung oder Strich umsetzen kann, dann kann man auf dieser einfachen Basis enorm lebendige Bilder oder Zeichnungen machen.


Vereinfachen ist das A und O


Oft hilft es sich das Leben so einfach wie möglich zu machen! Wenn man erst mal versucht, die Dinge von hinten zu malen. Schon hat man viel länger Zeit sich das Ganze anzusehen.

Opi auf dem Rad, Atelier Herz-der-Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

Tine Klein: Opi auf dem Fahrrad

Auch hier sieht man das Grundmuster, das gestreckte und das abgewinkelte Bein. Diese Vereinfachung und etwas mehr Zeit nimmt einem enorm den Stress.

Mutig vereinfachen ist das A und O des schnellen Zeichnen. Aus einem Reifenprofil wird einfach eine Zickzacklinie, aus einem angewinkelten Bein ein Dreieck. Vom Fahrrad sieht man nicht mehr als den Reifen und die Lenkergriffe.

Wenn man von hinten malt, hat man sich auch den Stress gespart die Fahrradkonstruktion von der Seite zu malen.

Gerade das Einfache sorgt dafür, dass man das Typische einfängt

 

Zu viele Details gehen bei dieser Art und Weise des Malens überhaupt nicht. Besonders notwendig ist es sich auf die wichtigsten Dinge zu spezialisieren.

Also kein Schnickschnack, sondern das Nötigste.


Nur Wer wagt, der gewinnt


Es gibt kein Weg daran vorbei, wer es nicht ausprobiert, wird es auch nicht lernen

Doch es gibt Hoffnung, beim Zeichnen von Bewegung hat man einen ganz enormen Vorteil, dieser Vorteil ist das Bewegung gerne mehrere Linien toleriert. Eine falsche Bewegung ist, anders als in einer normalen Zeichnung, nicht unbedingt ein Fehler sondern nur ein Anzeichen für die Bewegung. D. h. deine Versuche und auch kleinen Fehler sehen mitunter sogar extrem cool aus

Fahrradfahrer mit Navi, Atelier Herz-der-Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

Rennfahrer mit Navi, lustig bei der Seestrasse am Zürichsee, die 30 km lang völlig gerade ist

Schau noch mal in meine erste Zeichnung, das erste Hinterrad passte so wenig zum Fahrrad, dass ich das Blatt am liebsten weggeschmissen hätte.

Nicht beim ersten Fehler Skizzenbuch beißen

Suchende Linien sind beim Zeichnen von Bewegung kein Fehler, das Rad bewegt sich und die Linie bewegt sich und so werden deine vermeintlichen Fehler oftmals zum Design!


Wie man mit Schüchternheit umgeht


Obwohl ich es gewohnt bin vor Menschen zu malen, kriege ich immer noch Hitzewellen, wenn die Menschen so nah ran kommen. Wenn ich dann Fehler mache, bekomme ich Angst und natürlich geht das erst recht meinen Schülern so.

Atelier Herz-der-Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

(diese Fahrradfarbe hat mich inspiriert siehe oben)

Aber wenn man das Gespräch aufnimmt, dann merkt man 99,9 Prozent der Menschen sind positiv, sie kommen weil sie es toll finden, das wir malen. Sie wollen mitmachen.

Einfach machen ist das Rezept, erst dann  wird man bestärkt

 

Bewegung -Material und Technik


Schaut mal, dieser junge Mann hängt auf seinem Rennrad wie Sancho Panza auf seinem Esel.

Fahrradfahrer auf RennradBlog Herz der Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

Tine Klein: Drahtesel und Sancho Panza in Zürich auf der Seestraße

Aber wie kann es sein, dass ich Ihnen so kurzer Zeit malen kann.

Die schlichte Wahrheit ist: „Ich kann es nicht!“

Auf der Strecke kommen hunderte von Fahrradfahrern, wenn ich einmal etwas Typisches gesehen  habe, dann schärft sich mein Auge dafür. Ich lege mich auf die Lauer bis der nächste Radfahrer kommt.

Den Malprozess zerlegen


  • Zuerst male ich in Ruhe den Lenker und die Fahrradlampe, dann warte ich bis der nächste Rennradfahrer kommt.
  • Jetzt habe ich schon im Kopf welche Pose ich malen will, dann male ich nur die absolute Grundform in einem dicken Block, oft sogar wie oben ganz grob nur in Farbe.
  • Jeder folgende Fahrradfahrer steuert nun einen kleinen Teil zu Motiv bei. Bewusst schaue ich auf Details zum Beispiel die Hände.
  • Wenn etwas ganz besonders schön war, dann versuche ich es im Kopf zu behalten. Ich schließe zwei dreimal die Augen, und versuche mir das Bild intensiv einzublenden. Diese Etappendetails wie zum Beispiel das Gesicht oder die Brille ergänze ich dann ganz in Ruhe aus dem Kopf.

Das Wesentliche aber ist die Haltung und dies habe ich oft schon beim ersten Fahrradfahrer festgehalten.

Die Technik auf gefärbten Papier


Beim Skizzieren von Bewegung ist der Papierverbrauch hoch. Am Einfachsten fällt es, wenn man mit Mut ans Werk geht. Dabei muss man sich einfach zugestehen, dass man Fehler macht.

Viel Material braucht man nicht. Hier habe ich mit Aquarellfarben, meinem Füllhalter, einem Bunstift und weißer Tusche gearbeitet.

Was man allerdings braucht ist viel Papier, denn Abfall und Schwund gehören dazu. Wenn ich jetzt, wie bei mir, jede Menge gelungene Skizzen seht, dann macht euch klar jeder macht Fehler, auch ich produziere jede Menge Schrott.

Zum schnellen Zeichnen sind in der Regel sehr glatte Papiere geeignet.

Glattes getöntes Zeichenpapier

Das Papier was ich hier benutzt habe ist Paint On Multitechniques, es wurde auf dem Deutschen-Urban- Sketcher -Meeting von Boesner Glinde, Hamburg-Kiel gesponsort, vielen lieben Dank dafür, denn das hilft uns Kunstmaterial zu erkunden.

Ich selber hatte bis dahin nur selten auf getönten Papier gearbeitet, ich war sehr positiv überrascht, weil das Papier mit 250 g/Quadratmeter sehr dick ist und deshalb ist es sehr fehlertolerant. Man kann auch noch mal drüber malen.

Was ich diesmal mit der weißen Tusche reichlich gemacht habe, dass das Papier so robust war hat gute Ergebnisse ermöglicht.

Da Fehler beim schnellen zeichnen unvermeidlich sind, habe ich mit weißer Tusche gearbeitet, so konnte ich allzu auffällige Fehler abdecken. Durch die Dicke des Papiers hat sich dann auch nichts gewellt.

Dieses Papier ist auf jeden Fall großartig für das Zeichnen und Malen geeignet.

Wichtig ist aber, dass man sich die Angst vor dem Material zerstören nimmt, der Fehlversuch gehört dazu. Einige Schüler arbeiten auch gerne auf Suddelpapier, das ist der Schweizerische Ausdruck für Schmierpapier, denn das macht frei im Kopf.

Ein Bekannter von mir arbeitet auf zerknitterten Butterbrotpapier, das macht ihn frei. Ich bevorzuge Multimedia-Papier, denn mein Malstil ist sehr robust.

Eine Schülerin malt auf Probeblättern, die Angst das gute Papier zu verderben ist weg!

Blog Herz der Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung


Es geht nicht ums Kunstwerk, sondern um das Erfahrungen sammeln


Die Schülerin oben hat es goldrichtig gemacht, sie hat sich Papierproben genommen und macht jetzt ihre Erfahrungen damit.  Sie weiß hinterher, welches Papier sie mag und welches nicht.  Wobei natürlich Echt-Bütten-Suddelpapier von Hahnenmühle die totale Luxusvariante ist 😉 All das was man aus Erfolgen und Fehlern lernt, das ist das schönste Kunstmaterial der Welt.

Denn das schönste Kunstmaterial bist Du!

Du wirst mit all diesen Erfahrungen besser und deine Bilder schöner!

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Das A und O zur Vereinfachung ist die Abstraktion hier kannst du weiter lesen

 

 

 

 

 

Nichts klappt! Sieh es positiv!

Tine Klein über die Kunst mit Kritik und negativem umzugehen. Positiv denken hilft beim malen

Sieh es positiv!

Wenn Plan A nicht klappt, sieh es positiv, das Alphabet hat noch 25 weitere Buchstaben!

Es kann nicht alles klappen, eigentlich wollte ich diesen wunderschönen Platz in Malaga malen.

Aber ich befürchte die Sterne stehen heute nicht richtig.

Ich finde dieses Jugendstilhaus mit den Palmen davor einfach traumhaft. Gestern habe ich mich entschlossen dieses lauschige Plätzchen zu malen, aber ich habe einen Plagegeist mit Hund. Eine ältere Dame malt offensichtlich auch gerne und beschließt sich den Vormittag damit zu vertreiben mir beim malen zuzuschauen, auch nicht schlimm, nur dummerweise ist sie nicht durchsichtig und sie steht immer genau vor mir!


Positiv, leichter gesagt als getan!


Die Sonne scheint, doch dummerweise habe ich meinen Plagegeist. Nicht, dass mich die alte Dame stört, aber sie ist nicht positiv.

Wann immer ich etwas mache, was ihr nicht passt stöhnt sie, schnauft sie und rollt die Augen.

Ehrlich gesagt, bin ich nach einer Weile von dem ganzen Umfeld so demotiviert, dass sich hinschmeißen möchte!

Kunstkritik frei nach Beuys, setz mal einen Haufen drauf! Die ständige nonverbale Kritik meines Plagegeistes macht mich einfach fertig!  Doch dann erleichtert sich ihr Hündchen fast in den Malkasten, puhh die härteste Kunstkritik meines Lebens. Bin ich hier in die versteckte Kamera geraten? Wie soll ich denn da positiv bleiben?

Kurz gesagt, wenig später bin ich soweit, dass es für mich nur zwei Alternativen gibt, entweder ich verschwinde oder ich drehe der alten Dame den Hals um.


Warum Kritik so schwer zu ertragen ist


Ich bin Mallehrerin und wenn ich Menschen das Malen beibringe, dann muss ich Dinge direkt ansprechen, denn wenn man etwas nicht direkt anspricht, dann kann man auch nicht darüber reden.

Kritik demoralisiert

Oft merke ich, wie die demoralisierend das für meine Schüler ist. Es dauert eine Weile bis meine Schüler begriffen haben, dass das keine Kritik ist sondern ein Gesprächsangebot.

Lehren ohne den Anderen zu verbiegen!

In der Kunst gibt es immer 1000 Möglichkeiten, ob etwas ein Fehler ist, hängt nur davon ab was der Maler oder Zeichner fühlt oder will.

Selbst ich als Zeichenlehrer, habe nicht das Recht die Aussage eines Bildes ohne Erlaubnis zu ändern.

Ständige Kritik macht einen unsicher und selbst Dinge, die sonst ganz leicht klappen, funktionieren nicht mehr.


Lernunwillig?


Als ich selbst lernte, habe ich etwas beobachtet. Wenn der Zeichenlehrer in mein Bild malte, verlor ich die innerliche Verbindung, selbst wenn das Bild viel besser war als vorher.

Und dann war ich total enttäuscht, weil das Bild nichts mehr mit mir zu tun hatte. Die Worte des Lehrers irritierten mich, selbst wenn es Lob war, denn es wurden oft Dinge gelobt die mir selbst überhaupt nicht wichtig waren.

Ich fragte mich unsicher, will ich gar nichts lernen? Kritik ist doch was Gutes!

Deshalb hänge ich heute als Lehrerin in einem totalen Zwiespalt, selbst konstruktive Kritik kann Bilder ungewollt negativ verändern. Einerseits muss ich Dinge ansprechen oder kritisieren um das fachliche Wissen zu vermitteln, andererseits möchte ich viel lieber fragen, sieht das für dich toll aus, hatte es dir Spaß gemacht, gefällt es dir? Oder wo willst du hin! Im Unterricht muss Kritik eine Anregung zum Spielen sein, kein Angriff auf den Menschen.

Das was die alte Dame auf der Straße macht ist allerdings Körperverletzung, denn hier geht hier Um das Negative. Die  Macht des Bösen ist mit ihr! Die war mit Lukes Vater in zweiter Ehe verheiratet!

Was man sich leider in der Situation selten klar macht, wenn Sie mein Bild nicht leiden kann, dann soll sie ihr eigenes malen.


Kunst sollte unabhängig von Lob oder Belohnung und erst recht von Kritik sein


Wenn dich so ein Plagegeist erwischt, dann musst du dir immer ganz klar machen das dies deine Kunst ist! Alleine schon dass die Frau ständig schnauft, sorgte bei mir dafür, dass ich mein Bild gar nicht mehr so malen konnte, wie ich es wollte. Denn nun bei jedem Fehler fange ich an zu zweifeln und kann mein Bild gar nicht mehr so unbefangen malen wie ich es wollte.

Die Häuser im Hintergrund, die ich heiter und strahlend malen wollte, werden langsam aber sicher matschig und dunkel und mit jedem Pinselstrich sinkt meine Laune.

Es ist doch total erstaunlich, wie sehr man als erwachsener Mensch noch von Lob abhängig ist.

Letzte Woche hat in meinem Malunterricht Michele ein wunderschönes dunkles Bild gemalt. Ich war mit seinem Bild absolut zufrieden, weil es so andersartig war. Michele hingegen war mit dem Bild unzufrieden und hat es dann benutzt um das eine oder andere auszuprobieren. Dieses Verhalten ist absolut richtig, denn bei Micheles Bild geht es nicht darum ob es mir gefällt, sondern darum ob es Michele gefällt.

Mach dich unabhängig von Kritik, denn das ist ein ganz wichtiger Schritt zum Finden des eigenen Stils.

Leider war Michele, dann etwas unzufrieden, weil ich das Bild so mochte wie es vorher war. Ich möchte hier noch mal eines sagen: „Hey Michele, weiter so, es sind deine Bilder!“


Eigene Wege finden!


Für mich war es sehr schwer, es hat sich bei mir immer so sehr erwachsen an, wenn ich über solche Probleme rede. Tatsächlich aber hat es mir weh getan, wie bei jedem anderen auch.

Wer ist nicht traurig? Wenn man seine Bilder scheußlich findet!

Da sich meine Laune verdunkelte, musste ich ein anderes Bildkonzept finden, denn die strahlend schöne Laune die ich malen wollte, war einfach nicht mehr in mir.

Die Alternativen sind die Pläne B bis Z!

Letztendlich ist die einzige wirkliche Alternative, dass man ein misslungenes Bild dazu benutzt Neues zu erproben.

Manchmal geht das wirklich schief und das Bild ist nachhaltig verdorben, aber dann hat man auch etwas gelernt: Man hat eine ganz wichtige Erkenntnis gefasst, das funktioniert für mich nicht!

Oft verändert sich aber wirklich etwas im Bild, wenn man selbst positiv wird und Chancen erkennt! Plan B muss her, wenn der Plagegeist kontinuierlich vor mir steht, dann bleibt mir nichts anderes übrig als den Plagegeist zum Thema meines Bilds zu machen. Normalerweise habe ich immer Probleme damit Menschen nicht besonders schön zu malen, denn ich möchte ja niemand kränken. Diesmal darf ich ohne schlechtes Gewissen das unvorteilhafte Portrait proben!

Meine alte Dame ist die einmalige Chance endlich mal ein bisschen mit dem Stift zu lästern.

Dabei ist ein für mich sehr ungewöhnlicher Bildentwurf herausgekommen und ich konnte zufrieden grinsend mit einem guten Bild in der Tasche nach Hause gehen.

So gesehen war der ganze Tag ja völlig positiv, denn ich konnte endlich mal etwas üben was mir sonst sehr schwer fällt.

Wenn ich Euch eines mitgeben darf:  Positiv denken hilft beim Malen enorm!

Ganz ganz herzliche Grüße aus dem Herz der Kunst

von Tine

Mehr zum Thema: Meine Skizzenbücher privat

 

 

 

 

 

Bildidee unsichtbare Macht


Bildidee: Gefühl und Seele sind ein Erfolgsfaktor für Bilder


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Tine Klein: Dunkelheit am Fuße des Trump Towers gemalt mit Omar Jaramillo und Uma Kelkar.

Das Problem mit der Bildidee ist, dass man das Schönste am Bild nicht sehen kann, denn Gefühle kann man nicht abzeichnen.
Vielen von uns ist oft völlig unklar, warum Sie etwas Malen möchten.
Es ist halt hübsch!

Wie bei vielen Leidenschaften reicht hübsch nicht. Bleibt die Frage:

Wie kann man eine Idee malen?

Wer nicht zeigt wie sein Gefühl ist, der macht meistens keine ausdrucksstarken Bilder.

Bilder entstehen auch in der Seele.

Erst mal ist wichtig, dass man überhaupt wahrnimmt, wie man sich fühlt, dann ist es nicht mehr weit bis zur umgesetzten Bildidee.


Die Bildidee


Ich wuchte meinen Koffer aus der U-Bahn hinaus ins Tageslicht. Naja, jedenfalls das was man hier Tageslicht nennt. Zwischen den riesigen Wolkenkratzern entsteht eine Art Zwielicht. Die Straßen sind einfach praktisch im Karree angelegt. Manche dieser Straßen wirken wie Windtunnel, andere wie Tunnel des Lichts. Andere Straßen erscheinen wie ein Schlund in die Dunkelheit, und scheinen noch nie Licht gesehen zu haben. So fühle ich zumindestens, wahrscheinlich ist es nicht halb so dunkel, wie ich es mit meinem inneren Auge wahrnehme. Ich lebe am Zürichsee auf der Licht zugewandten Seite und hier haben die Häuser von morgens bis abends wundervolles Licht, in meinem Garten wachsen Feigen, die das Licht zuckersüß macht. So trifft mich der Mangel an Licht fast körperlich. Das Erste was ich wahrnehme ist, dass an vielen Stellen am helllichten Tage die Straßenbeleuchtung brennt. Ich fühle mich wie eine Maus im Käfig, gefangen in einem schwarzen Rahmen.

Wie stellt man ein solches Gefühl in einer Skizze da?


Dinge malen, die nicht greifbar sind


Hier geht es um Atmosphäre. Atmosphäre ist etwas was eigentlich nicht greifbar ist.

Wie greift man eine Atmosphäre aus Zwielicht, Smog , Hitze und der Dreck einer Großstadt?  Und natürlich einen massiven Lichtmangel der Seele?

Klar ich muss Farben finden, die meine Gefühle ausdrücken, gibt es denn noch mehr Möglichkeiten? Es ist der Funke des Gefühls, uns ist ja klar, dass man ein Gefühl weder wirklich sehen kann, noch es in den Händen halten.
Und damit ist der erste Hinweis klar, was man nicht in den Händen hält, hat keine Ecken.

Gefühle sollte man nicht so malen als hätten sie links und rechts Griffe zum tragen!

Ich weiß der nächste Satz wird jetzt den Menschen, die es lieben alles ganz präzise zu machen, ein Kopfschütteln entlocken.

Gefühle stellt man am besten mystisch dar Und Mystisch heißt oft nicht so genau. Ein Gefühl ist nichts was eine harte Kante hat.

Die Unschärfe ist eines der Malmittel des Gefühls. Also auf Deutsch Unschärfe Linien und Ecken.


Motive brauchen keine harten Umrandungen


Tatsächlich ist es ein echtes Ergebnis, dass man zum darstellen von Motiven keine harten Umrandungen braucht. Diese Weichheit öffnet einen breiten Spielraum an Aussagen.
Tatsächlich schauen wir bei Dingen, die nicht so ganz definiert sind genauer hin, wir wollen ja wissen was los ist.
Die meisten von uns haben einfach fürchterliche Angst, die Linie oder die Umrandung einfach mal fallen zu lassen. Denn man hat dieses Gefühl von totalen Kontrollverlust.
Eine Bildidee lässt sich einfacher umsetzen, wenn man dem Bauchgefühl traut.

Kontrolle ist nur eine Illusion.
Ich kann mich selten an Momente erinnern an den ich alles total unter Kontrolle hatte.
steifes umrahmen von Motiven zeigt aber, dass man völlig unsicher ist und deshalb wie ein Kontrollfreak agiert. Das hat nichts mit Kontrolle zu tun, sondern zeigt nur, dass man selbst ein bisschen verspannt ist.


Man kann der Ungenauigkeit Herr werden


Erst mal raushauen dann nachdenken!

Im zweiten Schritt lege ich mir oft Zuhause das Material bereit, was mich näher an die Bildidee bringt!

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Hier schwarze Tinte, Gouche mit Leuchtfarbe und rote Nano Tinte von Platinum.

Und so taste ich mich dann ran an die Bildidee.

 

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Ja und natürlich fällt mir das Herz in die Hose, wenn ich den dicken roten Tropfen noch mal verstärke! Auch wenn ich die weißen Acrylkleckse in die Laternen wische.

Jedesmal wenn ich mit der schwarzen Tinte abdunkle, denke ich, das geht schief aber im Endeffekt:


No Risk, No Fun. Am Ende kommt der Lohn


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Wie gut das mit den unscharfen Ecken wirkt, sieht man bei Uma Kelkar:
In Chicago war ich in einem Aquarell Workshop mit Uma Kelkar, ich war ziemlich happy, dass sie genau das gleiche erzählt wie ich. Sie hasst es, wenn alle Ecken hart sind.
Habt Spaß und schaut mal wie es jemand anderes macht:

Solche Bilder malt Uma sie steht auch nicht auf harte Ecken in Ihren Sketches:

Uma Kelkar watercolor in blog herz-der-Kunst

Watercolor by Uma Kelkar

http://www.umakelkar.com/

Ganz herzliche Grüße ins Wochenende, ich wünsche Dir viel Spaß

Tine

Noch mehr zu Emotionen im Blog lesen?  dann geht es hier lang!

 

Nur für mich! private Skizzenbuchseiten

Aquarell von Tine Klein Skizzenbuchseiten , Mallerei Zürich, Zürichsee

Tine Klein Skizze Badi Feldbach

Muss man denn immer für andere Zeichnen? Wie haltet ihr das?

Ich zeige Euch jetzt mal eine von meinen privaten Skizzenbuchseiten, sie ist anders als ihr das von mir kennt.

Private Skizzenbücher habe ich, damit ich nicht unter Druck gerate.

In diesen Skizzenbuchseiten tue ich und darf ich alles, was mir sonst Angst machen würde. In meinen privaten Skizzenbüchern schreibe ich sehr viel. Meistens mit schlimmen Rechtschreibfehlern.  Ich habe einen kleinen Sehfehler, der erst später erkannt wurde. Ich habe Schreiben gelernt und die Buchstaben nicht richtig gesehen, deshalb ist meine Orthographie reine Glückssache. Diese tiefsitzende Angst, das mich alle führ blöd halten, weil ich nicht schreiben kann, hat sich im Alter von 6 Jahren in mich hineingefressen.

Doch meine privaten Skizzenbuchseiten sind voll mit Kommentaren. Dort schreibe ich, worauf ich mich freue oder was ich denke.

Anders als in dieser Skizze sind viele Dinge angefangen, unfertig oder einfach blöd, weil das Experiment total gescheitert ist.

Diese privaten Skizzenbuchseiten sind die reinste Kritzelei, denn ich male nicht für die Anderen, ich male für mich.

Ein Malschüler von mir hat mir angeboten mit mir Segeln zu gehen und so zeichne ich meine Freude darüber. Es ist ein innerliches  Zwiegespräch. Sommer am See, das wird gut denke ich beim ersten Sonnenstrahl des Jahres!


Ich zeichne nicht! Ich lade meine Batterien auf!


Malen und Zeichen muss nicht immer die Funktion haben schön zu sein!

Die Augen auf das schöne im Leben zu richten, ist vielleicht deutlich wichtiger als ein schönes Bild!

Glaubst du die werden an deinem Grab stehen und sagen: Sie hat am 1.5.2017 ein tolles Bild gemalt?

Glücklich zu sein ist keine reine Glückssache, man muss auch bereit sein das positive wahrzunehmen.

Man muss gezielt dafür sorgen schöne Momente zu haben, deshalb sitze ich jetzt hier mit einer Dose Bier im Nichts und es ist herrlich.

In einer Zeitung habe ich gelesen, viele Menschen suchen regelrecht Krisen um ihr leeres Leben zu füllen. Kriesendieb nennt meine Freundin solche Leute.

 Glücks-Blick-Sammler! erscheint mir die entspanntere  Daseinsform.


Mein Stift erklärt mir die Welt!


Hätte ich sonst die Ruhe alles anzusehen?

Während ich gerade hier sitze, fällt mir auf das ein großer Teil der Boote ganz kleine Motorbote sind. Warum ist das so? Ist das zum Angeln prima? Ist das ein Haubentaucher oder eine komische Ente? Diese Art von Fragen kennt man eigentlich nur noch, wenn man Kinder hat.

Mir tut es total gut die Welt wie ein Kind anzugucken!

Mein Lieblingsboot mache ich schön rot! Die Beiz ist schon rot, sehr schön, das Leben kann so einfach sein! Das sind so die Momente in denen ich durchatme und einfach die Welt genieße.


Das Malen ist mein Grund


Einer der Gründe warum ich Urban Sketching so Klasse finde ist, das ich einfach rausgehe und was Tolles anschaue.

kein Pc, einfach den Wind um die Nase!

Das hier ist eine kleine Bucht ca. 10 Minuten von meinem Atelier entfernt. Ich hätte sie niemals gefunden, wenn ich nicht mit dem Fahrrad auf Motivsuche überall rumkurven würde!

Und so tolle Plätze im Nirgendwo würden mir entgehen. Ein kleiner Hafen, eine Beiz (Kneipe für die Nicht-Schweizer) und ein toller Blick und sehr viel von hier ist nichts los.

Und ein entspanntes Bier auf dem Steg!  Das Gute findet man nur, wenn man danach sucht!

Deshalb ist Urlaub so gut da sucht man auch nach den schönen Stellen, denn wenigsten ist bewusst das das auch vor der eigenen Haustür geht.


Skizzenbuchseiten: Orte für kritzeln, ausprobieren und nachdenken


Meine Methode die Welt zu erobern

Dabei fällt mir  auf das die Skizzen echt schön sind, sie sind nicht perfekt, oben sieht man ja wie ich mit Weiß übermalt habe. Sie sind schön weil Entspannung drin steckt.

Die Beiläufigkeit tut mir echt gut. Nicht denken macht gute Skizzen

Die Besten und Scheußlichsten kann ich Euch leider nicht zeigen! Denn die Gehören nur mir!

P.s. Zeichnen mach mich dankbar für kleine aber tolle Sachen: Wie Dosenbier und eine halbe Pizza, mitgebracht auf dem Gepäckträger. Und das Lachen das über das Wasser aus der kleinen roten Beiz schallt.

Mein Tipp diese Woche:

Ab und zu mal nicht drüber Nachdenken wie man es macht! Mach es einfach um zu genießen!

Mehr lesen über das private Glück durch Skizzieren?

Vordergrund macht Bild gesund!


Ein Bild ohne Vordergrund ist wie ein Portrait ohne Nase


Heute geht´s um das Üble auf das Blatt quetschen und was einem dadurch verloren geht. Vordergrund und Hintergrund sind oft vergessene Areale in Skizzen und Aquarellen.

Geht mal ins Netz und schaut euch in irgendeiner Malgruppe in Facebook die Bilder von Laien an. Da werden Motive aufs Blatt gequetscht, dass es schon irrwitzig ist. Die Maler hinterlassen den Betrachter so ratlos, als wenn man ein Porträtfoto ohne Kopf macht.

Viele haben gar keinen Vordergrund, da steht man als Betrachter im Bild und und glotzt Frontal auf ein Haus und weiß gar nicht was los ist. Bei Anderen ist der Vordergrund so aufgeräumt, dass Straßen so aussehen wie Landebahnen. Wieder andere Skizzen sind flach wie die Bretter, diese Skizzen sind, als wenn man die Haustür aufmacht und direkt ins Bett hereinplatzt.


Räumliche Tiefe


Mit Vordergrund erreicht man zuallererst räumliche Tiefe und das gibt einem Bild schon sehr viel! Ein Bild in das das Auge hineinlaufen kann ist, ist tausend mal besser als ein flaches Bild.

Auch wenn ein Bild nicht flach, ist können wichtige Informationen über die Identität eines Ortes verloren gehen, wenn man den Vordergrund keinen Raum gibt.

Altstadt von Zürich, sehr schnelle Skizze der Schipfe an der Limmatt

Die schnelle Skizze ist in einer Vorführung entstanden, ich wollte zeigen wie wichtig Licht und Schatten für Bauwerke sind, gerne hätte ich die Skizze weitergemalt, wenn nur Platz gewesen wäre für das was ich liebe, denn ich sitze dort gern am Wasser und mache Pause.

Der Vordergrund vor dem eigentlichen Motiv gibt einem Bild oft die Seele, denn sie erzählen über die Identität eines Ortes.


Dein Standpunkt im Bild, der Vordergrund


Wir sind manchmal so fixiert auf unsere Motiv, dass wir dieses total genau malen, jedoch vergessen was noch dazugehört.

Es ist wichtig mit der eigenen Skizze so liebevoll umzugehen, dass man die Dinge zeigt die einem zu dem Platz hingezogen haben. Wir brauchen den persönlichen Blick, denn sonst ist ein Bild nicht weit von der technischen Zeichnung entfernt.

Und hier kommt der Vordergrund ins Spiel, denn er ist  das Mittel um den  im wörtlichen Sinne denen Standpunkt im Bild zeigen, denn Dein Blick wird auch später der Blick des Betrachters sein.

Wenn ich zeige wo ich stehe, dann wird auch ganz klar warum es mich da hinzieht!

Das ist keine Anleitung um Bilder vollzustopfen, aber was wäre ein Amsterdam Bild ohne Fahrräder?

Und was ist die Zürcher Schipfe ohne die Limmat?


Ein gutes Bild erzählt stehts eine Geschichte


Was brauche ich noch damit die Stimmung klar wird?

Altstadt von Zürich, sehr schnelle unfertige Skizze der Schipfe

 

Wenn ich jetzt nach Schema F sehr pflichtbewusst arbeite, dann wird nicht umbedingt klar was ich liebe: Für mich ist die Schipfe so was wie mein Mittags Venedig! und das kann man auch nicht in dieser Skizze sehen!

So weit so gut, aber das reicht nicht dafür mein kleines Venedig Urlaubsfeeling zu transportieren….

Ich setze mich ans Limmatufer und überlege erst mal, was ich ganz persönlich klasse finde.

  • Ok, das Wasser muss rein

Am Schönsten ist das Ufer.

  • Ufer betonen! nicht vergessen

Der Baum am Ruderverein! Dort sitze ich gern!

Also braucht dieses Bild einen gestalteten Vordergrund, wo ich zeige wo ich bin. Oft ist das ganz wenig was ich brauche, dennoch zeige ich wo ich mein Herz hingelegt habe.


Es braucht nicht viel nur Lieb gewonnenes


Letztlich brauchen wir im Vordergrund nicht viel, nur ein wenig Typisches. Doch das wichtigste an Skizzen sind die persönlichen schönen Beobachtungen, damit machst du nicht nur dein Bild und deinen Vordergrund besser, egal ob die Skizze besser ist oder nicht, Hauptsache es ist dein persönliches „La Dolce Vita“ drin!

Für mich ist Skizze eine Keksdose, in der ich meine persönlichen Glücks-und Schokekse aufbewahre.

Liebe Grüße ins Wochenende, achtet auf die Schokokekse!

Tine

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Lust mehr zum Thema zu lesen? Wie man Bilder mit dem Bildzentrum lächeln lässt:

Hier klicken

 

 

 

 

Untermalung Don´t Worry be happy


Untermalung einfach drauf los pinseln!


Frei Malen bedeutet oft erstmal Überwindung, doch eine Untermalung erlaubt Fehler.

Die freie Untermalung sorgt in Aquarellen und Skizzen für den La Dolce Vita – Faktor, denn der zeigt sich nicht, wenn der Strich und die Pinselführung zu verkrampft ist.

Jetzt sitze ich in der Sonne am Greifensee in der Schweiz, die Sonne blendet mich und ich bin berauscht von dem ersten Grün der Blätter!

Altes schloss an den Ufern des Greifensees in der Schweiz Malanleitung erster Schritt untermalung

Begeistert schwinge ich den Pinsel. Und dann kommt die Ernüchterung. Das Bild sieht erst mal aus wie ein dicker Fleck!


Was jetzt wegwerfen?


Untermalungen vertragen viel, deshalb:

Don’t worry, be happy
In every life we have some trouble
But when you worry you make it double
Don’t worry, be happy
mach wie Brian mcFerrian


Mach Dir keinen Kopf, setz ein Lächeln auf dein Gesicht!


Malen ist Lebensfreude und auch eine Art des Lebensstils. Zugegeben Bilder sehen in der ersten Phase nicht gerade hübsch aus. Ich hatte auch ganz kurz das Bedürfniss ins Malbrett zu beißen. Es geht immer ein klein wenig schief, In dem Lied gibt es glaube ich ich eine Zeile:

When you worry it´s double trouble

Und so ist es, verkrampfst Du jetzt wird man es später im Bild sehen!

Ich drücke das so aus:

Beim frei Malen gilt: Kopf aus, Lebensfreude an, sonst ziehst Du dich nur selbst runter!

Mal gucken was wir aus dem dicken Flecken hier machen!


Malen ist zu 50 Prozent Lebensstil


Das hört sich jetzt verrückt an, aber es stimmt. Mal ehrlich, wir haben uns doch entschieden unsere Freizeit mit Malen zu verbringen. Wir alle wenden uns  ganz bewusst den schönen Dingen im Leben zu.

Da ist es verrückt die Leistungsgesellschaft da rein greifen zu lassen!

Selbst wenn? Ist da Bild mal versaut, ist es doch nur ein Stück Papier! Viel schlimmer wäre es sich den Tag zu verderben! Dieses Gefühl das man es wirklich liebt, ist hinterher im Bild ganz genau zu sehen! Viele von uns sind ohnehin Urban Sketcher, das heißt wir wollen nicht 4 Wochen an einem Aquarell rumschleifen, sondern wir wollen Lebensgefühle speichern!


Grenzen sind in der Kunst egal


Bei Fehlern ist noch gar nichts verloren. Denn nach der ersten Phase des freien Malens braucht man Strukturen um das Motiv zu verdichten dass kann man mit feinen Pinseln tun. Ich jedoch springe gerne über die Grenzen eines Mediums.

Meine Eltern haben sich vertan, eigentlich heiße ich Tinte

Ich benutze wasserfeste und dokumentenechte Tinte im Füllhalter, damit mir die Möglichkeit bleibt, weiter zu aquarellieren. Das ist draußen das Schnellste und das Bequemste.


Was mache ich mit dem Stift?


Die Fläche tanzt mit dem Stift. Irgendwie ist es, als wenn man Tango tanzt. Strich und Fläche kleben nicht aneinander, aber sie beachten sich gegenseitig und geben einander Antwort. Das heißt, mein Stift hilft der Untermalung oft, legt aber auch mal ein echtes Solo ein.

Wie Antwortet der Stift auf die Fläche?

  • Gibt Form wo sie fehlt
  • Der Stift ergänzt Fehlendes im Motiv
  • Verstärkt Kontraste
  • Erzeugt Strukturen
  • Zitate

Du kannst aus jeder Untermalung noch eine sehr spannende Zeichnung machen.


Der Farbe Form geben:


 

Altes schloss an den Ufern des Greifensees in der Schweiz Malanleitung erster Schritt

Na, der dicke braune Klecks sah ja eher nach Hundehaufen als nach Schloss aus, aber wer sagt das das so bleiben muss?

Das Schloss hatte in der Untermalung zwar einen Kontrast, aber keine Form, durch den Stift mache ich es erkennbar.

Ausgefranste Ecken, zum Beispiel beim den rosa Dächern, erzeugen Unruhe, ich beseitige mit dem Stift die unruhige Form, die sonst vom Bildzentrum ablenken würde.


Fehlendes im Bild:


Die Zeichnung muss nicht immer nur auf das Aquarell antworten, auch sie darf frei malen und sich frei entwickeln! Gezeichnetes wirkt oft nicht so schwer wie Farbe.


Verstärkte Kontraste:


Dort wo die Kontraste nicht ausreichen um das Motiv zu zeigen, kann man mit dem Stift ganz anders arbeiten als bei der Malerei. Male ich, bleibt mir kaum eine Wahl ich muss abdunkeln. Durch kontrastreiche Linien kann man Motive auch leicht im Schatten herausarbeiten.


Strukturen :


Strukturen sind etwas ganz Wichtiges um etwas über ein Bild zu erzählen. Bei Strukturen ist der Stift der Untermalung ganz deutlich überlegen! Gerade auf sehr kleinen Flächen ist der Füller ein Erzählwunder. Schwindel oder doch Dachziegel? So feine Unterschiede kann man mit Tinte zeigen.


Zitate mit Stift:


Viel hilft nicht viel. es ist herrlich mit dem Stift erzählerisch zu arbeiten, jedoch zu viel verwirrt und macht Bilder unruhig! Deshalb gibt man mit dem Stift nur Zitate, das heißt ich male nur einige Kiesel des Weges und nicht alle….

Viele liebe Grüsse vom Zürichsee. Genießt die tolle Frühlingssonne!

Tine Klein

Lust noch mehr darüber zu lesen?

Viel Freiheit darf es sein? Vive la Revolution

Tinte über Farbe

Frei Malen lernen

Ich freu mich sehr wenn ihr an teilen Denkt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Menschen zeichnen und die richtige Proportion


Wie groß sind eigentlich 1,70 dahinten in meinem Bild?


Tine Klein, Aquarell, Skizze. Menschen zeichnen, Zeichnen lernen, kolorieren

Tine Klein schnelle Skizze mit Aquarell und I-Pad

 

Diese Woche stellte eine Schülerin von mir eine sehr schlaue Frage:

Wie groß muss ich eigentlich Menschen  in meinem Bild zeichnen?  Der Schüler neben ihr brummt: Zwischen einem Meter Sechzig und einem Meter Achzig, und grinst schelmisch.  Was natürlich mal wieder bewiesen hat, dass es keine dummen Fragen gibt, sondern nur blöde Antworten!

Jetzt steht die Frage im Raum : Wie groß ist ein Meter und Siebzig Zentimeter dahinten im Bild? Also sprich, wie groß muss ich Menschen zeichnen?

Das ist natürlich irgendwie irrsinnig….normalerweise antworte ich auf die Frage: „Wie groß muss ich einen  Mensch zeichnen?“:

Na, der Kopf muss durch die Tür passen!

Klar, ich bin da ziemlich praktisch gestrickt, da wo wir Menschen im Bild zeichnen, muss er zu der Größe der Autos und der Türen passen. Das ist die verrückte Welt der Zeichenlehrer. Ich grinse; man macht sich das Leben schwer, wenn man um zu viele Ecken denkt!

Aber selbst wenn das nicht passt, wie unten, sieht ein Bild mit Menschen immer eindrucksvoller aus als ohne:

Tine Klein, Aquarell, Skizze. Menschen zeichnen, Zeichnen lernen, kolorieren

Tine Klein Zürich Unterstadt Aquarell und I Pad

Jetzt aber gucken mich 10 Leute höchst interessiert an und fragen ja wo ist den so 1,70 genau im Bild!

Die Frage ist ein bisschen irre, jedoch sehr sehr gut, denn bei Menschen scheint die Perspektive ja viel kniffeliger als bei Häusern. Wir haben ja keine Hauskante, die man mal eben auf den Fluchtpunkt durchziehen kann. Da passiert es wie hier schnell mal, dass einer der Menschen ein wenig zu groß ist:

 


Drei-Dimensional


Die Frage ist wirklich super gut, denn wir wollen ja auf einem 2 dimensionalen Blatt die Illusion von Tiefe entstehen lassen. Wir brauchen also einen Vordergrund, einen Mittelgrund und einen Hintergrund und überall haben die Menschen im Bild eine andere Größe.

Da wir die Menschen ja nicht fluchten können, wissen wir nur das die Menschen im Hintergrund kleiner sein müssen und im Vordergrund viel größer und detaillierter.

Ist es ein Mysterium oder wissen wir doch mehr?


Die Augenhöhe hilft immer


Wer den Blog öfter liest, weiß es jetzt schon mehr. Die Augenhöhe ist die exakte Höhe deiner Augen beim Zeichnen. Sie ist in den meisten Büchern als Horizontlinie beschrieben.

Die Augenlinie ist so hilfreich weil, es auf ihr keinerlei perspektivische Verzerrung gibt. Um das jetzt mal vom Fachchinesisch zu übersetzen, alle köpfe sind im Bild brav aufgereiht, wie die Wäsche an der Leine.

Deshalb ist es so super praktisch Menschen perspektivisch zu malen, wenn wir selbst stehen!

Schau mal oben im Bild; die Köpfe sind ja nach Körpergröße alle mehr oder weniger auf einer Linie.


Die Köpfe der Menschen in einem Bild sind auf gereiht Vögel auf dem Stromkabel


Dies macht es in Bildern sehr einfach, die Menschen werden zwar in der Entfernung kleiner, die Köpfe bleiben aber auf einer Höhe.

Tine Klein, Aquarell, Skizze. Menschen zeichnen, Zeichnen lernen, kolorieren

Tine Klein, Aquarell, Straßenszene Zürich

Selbst wenn die Proportion mal nicht ganz richtig ist, sieht es immer irgendwie passend aus wenn die  Köpfe auf einer Höhe sind. Die kleinen Höhenunterschiede entstehen durch die unterschiedliche Größe der Menschen in dem Bild.

Du musst dich also nur grob an die Proportionen halten. Ober- und Unterkörper sind gleich lang und schon passt es.

Achtung, dies gilt nicht wenn du auf dem Fußboden sitzt, dann sind alle Kniescheiben auf einer Höhe! Nur schön für Sitzriesen oder Knie-Fetischisten !


Hilfe, ich hab einen Alien gesehen!


Der häufigste und scheußliche Fehler in der Anwendung dieses praktischen Phänomens ist, dass die Zeichner die Köpfe nicht schrumpfen. Achte also beim Menschen zeichnen auch darauf, dass wir alle die Neigung haben Köpfe zu groß zu zeichnen, das passiert ganz leicht und sieht sehr merkwürdig aus. Du wirst sehen, das passiert fast jedem! Auch mir manchmal! Wenn ich solche Bilder sehe, muss ich lächeln, da kommen ganze Raumschiffe mit Hunderten von von ET´s und gehen bei uns in der Fußgängerzone einkaufen! Wie cool ist das denn?

Viele Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Seid letzter Woche kann man sich im Blog anmelden, so erhaltet ihr eine Email, wenn der Blog veröffentlicht wird.

 

 

Der goldene Schnitt


Der goldene Schnitt, die Regel der Schönheit und Harmonie


Aquarell von Tine Klein: Zürich am Manor zum Thema der goldene Schnitt

Oh wie Schön! Was wir lieben, dass entscheiden wir aus dem Bauch heraus und das ist auch gut so. Oft wissen wir ja überhaupt nicht warum wir etwas lieben, es ist einfach so, jedoch steckt hinter den Dingen denen unser Herz zufliegt viel mehr.

Oh wie Schön, das wollen wir alle hören, wenn wir viel Arbeit und Mühe in ein Bild gesteckt haben!

Es gibt einen kleinen Trick der Künstler seid über 2000 Jahren glücklich macht: Es ist der goldene Schnitt!

Das Erfolgsrezept dieser Regel ist, dass sie zuverlässig für Harmonie und gezielte Blicke sorgt. Kein Wunder also, dass der goldene Schnitt immer wieder gerne benutzt wird.

 


Jeder hat schon mal was vom goldenen Schnitt gehört!


Der goldene Schnitt ist erprobt!  Trotzdem wird er oft sehr fantasielos angewendet und das ist dumm, denn nichts was einfach nur langweilig und Schema F wäre, könnte über 2000 Jahre entspannt mithalten!

Ich selbst wende den goldenen Schnitt meistens aus dem Bauch heraus an! Wenn ich das Bild später lade, wird automatisch der goldene Schnitt angezeigt, ich bin oft verblüfft wie genau ich ihn intuitiv treffe. Ich balanciere Bilder gefühlsmäßig aus, doch die Balance unterliegt den Grundgesetzen des goldenen Schnitts.

Bauchgefühl und Mathematik sind hier mal einer Meinung!

Die Kuppel ist deutlich betont und liegt direkt im goldenen Schnitt, auch der Eingang des Geschäfts liegt im goldenen Schnitt und das Ende der Straße ist ebenfalls auf ein Drittel angesiedelt.

 


Harmonie ist kein Zufall! Der goldene Schnitt


Der goldene Schnitt ist ein harmonisches Verhältnis von Flächen oder Strecken.

Ich will euch jetzt nicht mit der langweiligen Berechnung nerven. Ich hänge Euch passende Links an.

Seit Euklid wissen wir:  Die Erfahrung sagt ein Verhältnis von 62 zu 38 wirkt harmonisch.

Wenn die Kunst die Mathematik küsst, muss Mathematik etwas cooler werden!

Also Faustregel:  Bei  einem Drittel wird es super!

Im englischen Sprachraum wird der goldenen Schnitt  Rule of the Nine  genannt also Regel der  Neun, dies ist viel einfacher und anwendungsbezogener!

Ich teile das Motiv immer bei einem Drittel, es entstehen 9 Kästchen.

Die entstehenden Schnittpunkte bilden für alles was wichtig ist die idealen Schokoladenplätzchen, oh pardonn die perfekten Orte um für Aufmerksamkeit und Harmonie zu sorgen!


Goldener Schnitt eine kleine Anleitung:


Das ist die Bahnhofstraße in Zürich, die meisten Zeichner suchen sich diese Bank und fangen fraglos an zu Zeichnen, dann wird das Bild so aussehen:

Die Punkte und Längen des goldenen Schnitt hängen im nichts, deshalb ist die spannende Frage: Wird es besser, wenn wir mal Ausschau nach dem goldenen Schnitt halten?

Hier haben wir jetzt einfach das Motiv das Haus in den Goldenen Schnitt geschoben, das war nur eine winzige Veränderung, dennoch zeigt es Wirkung.

Ebenfalls haben wir die Straße auf den goldenen Schnitt geschoben. So entsteht eine ausgewogenen Gewichtung zwischen Straßenfläche und Häusern.

Vergleicht einmal, das gleiche Foto, jedoch die Wirkung hat sich ein wenig verändert.

Ja, ich finde die winzige Beschneidung des Ausschnitts hat schon etwas bewirkt.

So oder so ähnlich wie oben setzen die Meisten ein goldenen Schnitt ein, aber wird das nicht unglaublich langweilig, wenn man immer dieser starren Regel folgt?

Die Antwort ist nein, es geht ja nur um harmonische Flächen- und Streckenverhältnisse, deshalb kommt keine Monotonie auf. Wir können den goldenen Schnitt auf 1000 verschiedene Arten anwenden. Der Sinn ist das man spielerisch die schönste Stelle für das findet, was man liebt.


Kleiner Schnitt große Wirkung


Wenn ich zum Beispiel das Haus zeigen will, dann bekommt dies zwei Drittel und die Straße nur ein Drittel Raum. Schauen wir uns jetzt die Kreuzungspunkte der Rule of the Nine an, dann kann man schon ahnen, dass noch mehr Möglichkeiten gibt!

Am besten arbeitet man nach dem Muster, Wie kann ich stützen, was ich liebe!

Denk mal an mein erstes Bild, die schöne Kuppel beherrscht im goldenen Schnitt das Bild.

Wie würden wir es denn bei diesem schönen Giebel machen? So zum Beispiel:

Wenn ich mich aber in das rote Türmchen und das treiben auf der Bahnhofsstraße verliebt habe, dann mache ich es vielleicht so:

 

Wie ihr seht gibt es mal wieder keine allgemein gültige Antwort. Bei Jedem wird es anders aussehen, in der Kunst bleibt jeder einzigartig!

Vielleicht denkst du beim nächsten Zeichnen mal an einen 2000 Jahre alten Trick und merkst, der ist gar nicht so verstaubt!

Grüße von Herzen

Tine

Nächte Woche wird es toll , dann besucht uns ! Mr Ian Fenally im Blog. Wenn ich Ian Zeichnungen sehe, dann hüpft mein Herz! Schaut mal vorbei, vielleicht findet ihr rein zufällig einen Goldenen Schnitt?!

Hugs to Scotland

Tine

Hier geht es zu Tine, hast du eine tolle Idee zu einem Artikel, dann schreib mir.

Für Schweizer gibt es einen einen Newsletter: Tine´s Kontakt

Der versprochene Link auf die Theorie zum geoldenen Schnitt

https://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Schnitt

 

Der Bleistift ist der Klassiker


Der Bleistift  macht dich gut


Wir fangen an mit einem kleinem Geheimnis. Wo habe ich den Bleistift in dieser Skizze verborgen? Wie gut kennst du den Bleistift wirklich?

Bleistifte sind toll, denn Übung macht den Künstler gut. Dabei geht es um das Ausloten von Möglichkeiten und dies lernt man nur, wenn man es auch tut. Also braucht man Material, was stets zur Verfügung steht, deshalb ist es eine ziemlich schlaue Idee das Material so einfach wie möglich zu halten!

Also greif Dir deinen Bleistift und steck ihn schnell in die Tasche!
Was man in der Tasche hat, kann man auch immer benutzen!


Der Bleistift ist unbekanntes Kunstmaterial!


Ja, das meine ich ernst, wir alle glauben alles zu Wissen, weil wir Bleistifte aus Kindheitstagen kennen und sind deshalb total überzeugt, dass wir alles über den Stift wissen. Ich zum Beispiel habe den Bleistift gehasst. Dieses ständige Radieren, die Zögerlichkeit die dadurch ensteht und die relativ harmlosen Skizzen die dann entstehen.

So habe ich zumindest gedacht bis mir das gute Zeug in die Hand gefallen ist.

Doch Graphite so heißt der Bleistift als Kunstmaterial, entfaltet eine ungeahnte künstlerische Wucht.


Die meisten verdorbenen Zeichnungen beim Bleistift entstehen durch mangelndes Fachwissen


Es gibt 2 verschiedenen Bleistifte die sich toll im Skizzenbuch einsetzen lassen.

Der weiche und der ganz harte Bleistift.

Es gibt eine Härtegrad Skala von 9 h – 9B, tatsächlich nützt einem dies aber sehr wenig, denn die Skala ist nicht normiert. Es gibt einen guten Wikipedia Artikel  dazu den verlinke ich euch am ende des Artikels.

Die Firmen nennen ihren weichsten Bleistift einfach 8 oder 9 Hb und den härtesten einfach 1 oder 2 H.

Die Materialeigenschaften der Stifte sind aber enorm unterschiedlich. Während der eine 8 HB fast cremig und sehr schwarz ist, ist ein ist eine andere Marke viel härter.


Der harte Typ


Ein lockerer Strich ist das was was eine Zeichnung schön macht! Man sieht alle Unsicherheiten im Strich! Deshalb gebe ich meinen Schülern den folgenden Tipp:

Mach mit einem einem harten Druckbleistift die Vorzeichnung, denn dieser Stift ist präzise und bleibt fast unsichtbar, wenn du nicht aufdrückst. Ein härterer Bleistift wird niemals Schwarz. Dann machst du die richtige Zeichnung darüber und lässt deinem Strich hemmungslos freien Lauf!

Doch ein Tipp zu unserem Anfangsrätsel, nein in dem Bild wurde nicht vorgezeichnet!


Der sinnliche Bleistift


Der Bleistift, der sich als echtes Kunstmaterial eignet, ist der weiche Bleistift, er ist in seiner Eigenschaft fast cremig. Wenn man ihn aufdrückt, dann wird er rabenschwarz und wenn man in nur sanft über das Papier gleiten lässt, dann ist er nur zart Grau.

Diese Bleistifte sind Künstlerbleistifte, denn sie fangen das Licht.

Erst als ich diese Bleistifte entdeckte begann mein Versöhnungsprozess mit dem Bleistift, denn wenn etwas Licht fangen kann, dann ist es zauberhaft.

Übung: Durch Druck lässt sich die Linie in ihrer Stärke und in Ihrer Dunkelheit verändern. Wenn du also etwas zeichnest, dann musst du nicht absetzen um einen Schatten zu erzeugen, du gibst einfach Druck und schon ist der Schatten da.Dies siehst Du hier, der Stift ist erst grau als ich zögerlich war und schwarz als ich drückte. Dadurch gewinnt der Strich selbst in so einem 3 Minuten Akt Ausdrucksstärke und Licht.

Tine Klein 3 Minuten Skizze wasserlöslicher Bleistift

 


Holz versus Vollmine


Der Holzbleistift ist einfach die sinnvollste Version, fällt er hin, bleibt er heil und die Hände bleiben sauber.

Doch meine Liebe gilt den Vollminen-Stiften, sie zerbrechen ständig und ich bin dauernd dreckig, aber ich kann sie auch anders einsetzen. Ich kann den Stift oder die Mine auf voller Länge nutzen, was ganz andere Effekte erzeugt.

Wenn mann mit Graphite Blöcken oder Bleistiften ohne Holzummantelung arbeitet wird man mit lebendigen rauen Flächen belohnt, die enstehen wenn man das Graphite ohne Spitze flächig benutzt.

Tine Klein Art Graf Graphite

Nicht nur mit der Spitze zeichnen!


Wasserlöslicher Bleistift


Jetzt mal zur Auflösung des Rätsels: Ich habe mit wasserlöslichem Bleistift gearbeitet!

Wasserlöslicher Graphite ist ein extrem cooles Kunstmaterial, es gibt ihn in unterschiedlichen Grau und Brauntönen. Als Stift habe ich ihn bei Faber-Castell gefunden, dann heißt er Graphite Aquarelle. Er ist so toll, weil man mit etwas Wasser tolle Schatten erzeugen kann, doch Vorsicht!: Wenn ihr es noch mal mit Wasser oder Farbe überarbeiten wollt, kann es grau werden, oder sehr schwarz den das Graphite färbt!

Tine Klein Graphite Skizze Bleistift

Es gibt Bleistift aus der Dose oder als dicken Block  z.B. von Art Graf, das erklärt warum ich mit Graphite genauso arbeiten kann wie mit Aquarellfarben oder Kreiden.

Es braucht ein wenig Übung und Mut! 3 Starke Möglichkeiten, die Spitze, die Seite oder der Pinsel stehen zur Verfügung! Ich habe gestaunt und spielerisch gelernt.

Wenn ihr damit noch mal eine langweilige Bleistiftzeichnung macht, dann fresse ich einen Besen!

Ganz liebe Grüße ins Wochenende

Tine

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Noch mehr Wissen? Bleistift Wiki 

Wir stürmen das Museum mit Stift

Im Museum mit  Stift


Die Ausstellung ist wunderschön, in gedämpften Licht wirken die Giacometti Kunstwerke beeindruckend. Künstler im Museum sind etwas anderes als normales Publikum. Wir sehen mit den Augen und wir sehen mit der Seele und mit der Verbindung zwischen Hand und Hirn, wir wollen mehr als alle anderen das Geheimnis des Erschaffenen ergründen.

Ich möchte Geheimnisse von Giocometti eintauchen, was genau passiert zwischen Auge, Seele und Hand des Künstlers? Um das zu ergründen, male im Museum. Manchmal kopiere ich um die Zusammenhänge zu begreifen, doch meistens denke ich mit Stift darüber nach. Über Alberto Giacometti scheint eine dunkle Wolke zu hängen. Ich bin auf der Suche nach Licht, doch Licht ist nicht sein Thema.

Das Vergleichen lässt mich verstehen!

Tine Klein Stift Zeichnung Giacometti


Das Erlebnis Museum wird mit Stift zur Erfahrung


Ich kann jeden Menschen nur empfehlen mit Stift und Skizzenbuch ins Museum zu gehen.

Zeichnest du im Museum, ist das Erlebnis unglaublich viel tiefer. In dem du selbst Kunst machst, öffnest du im Gehirn die gleichen Prozesse und Vorgänge, du klinkst dich ein in den Prozess des Erschaffens und das gibt auf einen Schlag mehr Informationen als ganze Bücher.


Erst mit Stift scheine ich den Künstler zu begreifen


Als ich mich öffne, ergreift mich eine Wolke der Melancholie. Den die intuitiven und sensiblen Kanäle des Wahrnehmens sind offen: Während ich in den Strich des Anderen eintausche, erfahre ich viel über mich und den Anderen. Ich merke, wie wichtig mir das Licht in meiner eigenen Kunst ist. Während ich Giacomettis Strich ausprobiere, merke ich wie mein Strich ausbrechen will. Mein Stift ist mehr Freiheit und Lebensfreude gewohnt.

So fällt mir in dem guten Licht der Ausstellung zum ersten Mal auf wie eigenartig vernarbt die Kunst von Giacometti ist.

Ich stehe vor einer Statue und starre im sanften Licht auf die riesigen Füße. Eigenartig denke ich, die Füße kleben. Die kleine Statue scheint die Füße kaum vom Boden zu bekommen, Die Hände erinnern an Edward mit den Scherenhänden. Die Statue ist elegant und doch eigenartig hilflos, zart und schwer.

Plötzlich schrecke ich auf!

Der Kunstkritiker zu meiner linken, ein Pickelgesicht im „Jeder-vergisst- seinen-Kinderwunsch- Alter“, wirft ein:

Was sind das denn für Hackfressen!?

Lästerung in den Heiligen Hallen? Nein, ich grinse, Kunst braucht immer ein bisschen Revolution. Es wäre jetzt nur schön, wenn wir der kleinen Großmaul mal zeigen könnten wie schwer es ist selbst etwas Ausdrucksstarkes zu erschaffen!

Menschen müssen mitmachen um mit zu fühlen! Im Atelier wäre ich in drei Schritten bei ihm würde ihm einen Klumpen Ton auf den Tisch werfen und ihm dem Kampf mit der eigenen Kreativität ausliefern…hier mach selber!

Leider sind die wenigsten Museen auf Mitmacher eingerichtet…


Tine Klein Zeichnung mit Stift nach Giacometti

Tine Klein Zeichnung nach Giacometti!

Die meisten Museen sind nicht auf Macher eingerichtet, das kann man ja auch verstehen. Schade ist es trotzdem, denn zu sehen wie Kunst entsteht würde allen Beteiligten die Augen öffnen und viel Spaß bereiten.

Ein trockner Stift, mehr ist nicht erlaubt! Meine Museumsausstattung ist wirklich kein Luxus:. Harte Kunstmappe, Graphit, Rötel, Ölstift und Klemme für das Skizzenbuch. Aber die Kunst kommt aus dem Menschen, auch einfaches Material macht Spaß.

 

Wir bringen die Kunst mit ins Museum


Wir holen die Kunst ins Museum!  Künstlerisch arbeiten füllt die heiligen Hallen mit Leben! Das hier sind Macher! Mit ein paar Handgriffen verwandeln wir das Kunsthaus zum Atelier!

Herz-der-Kunst Gruppe, Zeichnen im Museum

Wir können jeden Menschen nur empfehlen mit Stift und Skizzenbuch ins Museum zu gehen, das Erleben ist anders. Es ist ein Unterschied wie Kino oder reales Leben. Mit Stift bist du drin im Kunstprozess und Du machst mit!


Kunst im Café


Viele Anfänger haben Angst mit ihren ungelenken Strichen in den heiligen Hallen so etwas wie „Gotteslästerung“ zu begehen. Die Gruppe gibt Schutz in den Massen der Kunstinteressierten, gerade Fachleute schüchtern ein, deshalb verteilen wir es am Anfang erst mal ein paar Tipps und Tricks und ein bisschen seelische Stärkung.

Alles was in der Ausstellung stören könnte, machen wir im Café.  Das Caféhaus war stets Keimzelle der Kunst. Trotzdem gibt es überraschte Gesichter, wenn die Kunst das Museum stürmt.

Hier wird diskutiert und vor allem auch gezeigt. Kunst in Aktion. Wie hat er das gemacht? Wir tauchen ab in Giacomettis Geheimnisse.

Das Handwerk ist die eine Seite der Kunst, die Seele gehört dazu wie der Name an der Tür.

 


Kunst mit Stift bring Ruhe und Zufriedenheit


In der Ausstellung ist Ruhe angesagt! Das Erste, was man bemerkt; Menschen mit Stift genießen die Ausstellung viel mehr. Viele Besucher wandern  rastlos von Exponat zu Exponat.

Wir sehen und erforschen in Seelenruhe. Die meisten Museen haben für die Besucher sehr bequeme leichte Klappstühle. Danach sollte man auf jeden Fall fragen, denn sie stehen manchmal nicht in der Ausstellung.

Schämen braucht man sich nicht! Auch Anfänger bekommen im Museum viel Zuspruch. Man merkt ganz deutlich, wie viele der Besucher würden gerne mitmachen würden! Für die Kinder sind wir oft die letzte  Rettung. Kunst ist die Brücke zwischen Jung und Alt.


Kleine Knigge für Museumsstürmer


Ruhige Plätzchen…


sind extrem wichtig, sonst regst du dich nur über Drängler auf.

Wenn wir vor den Infotafeln des Museums sitzen, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir ständig gestört werden. Wir stören dann ja auch die Anderen.. Während sich in den Gängen der Führung die Leute drängen, haben wir am Rand völlige Ruhe. Achte einem Moment darauf wohin die Audio-Führung die Leute leitet, abseits davon finden sich gute Plätze zum Kunst machen.

In den Strich eines Anderen einzutauschen ist wie ein Selbsterfahrungstrip, dabei vergisst man so einiges! Man weiß das Kunst machen einen Flow erzeugt. Die Zeit vergeht wie im Flug.

Macht Euch klar, dass wir einen Museumsbesuch  ganz anderes empfinden als normale Besucher.

Ein Künstler will  im Museum miterleben, lernen und sich austoben!  Ein Museum ist plötzlich lebendig, ein Abenteuerspielplatz. Zauberhafte Gedankenwelten durchblitzen das Gehirn.

Letztens in der Modern Tate hatte ich das dringende Bedürfnis nach einem Schneidbrenner, weil mir schlagartig klar war, dass sich der künstlerische Ausdruck  eines Metallkunstwerkes dramatisch verbessern würde, wenn….Gott sei dank war der  Schneidbrenner in der Ausstellung grade nicht zu finden.


I have a Dream!


Aber jetzt mal Spaß beiseite, da ich ja ganz oft Menschen zum Zeichnen in Museen begleite, sehe ich wie gerne viele Menschen mitmachen möchten.

Ich finde die Trennung von Kunst machen und Museum als unnatürlich.

Einerseits lieben es viele Besucher den Künstlern zuzusehen. Nach dem Besuch habe ich 4 Zuschriften bekommen. Ein Wildfremder hat ein Portrait von mir gemalt. Ein Besucher aus Hongkong hat mich angeschrieben! Alles Menschen die in der Ausstellung gern mitgemacht hätten.

Andererseits ist es auch gruselig den Kunstunterricht vom Museum zu trennen, denn die Qualität Kunst und Kunstunterricht driften auseinander. In manchen Kursräumen wird Kunstunterricht gemacht, der wäre schon 1917 verstaubt gewesen.

Nur einmal habe ich es in London erlebt, dass Kunst machen ganz natürlich in eine Kunstaustellung integriert wurde, damit schließt sich der Kreis

Nächsten Monat darf ich in der Augsburger Puppenkiste malen, das Theater hat ganz selbstverständlich Räume für Zeichner! Wie wundervoll!

Wir Danken den Kunsthaus Zürich für seine Gastfreundschaft und die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Bilder.

Hier noch ein paar Ergebnisse aus unserer Zeichen Aktion:

Kunsthaus Zürich, Skulptur von Giacometti

Kunsthaus Zürich Skulptur von Giacometti

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Giacometti hat sehr Ausdrucksstarke Skulpturen gemacht, das macht es leicht loszulassen.

Hie hat Tine eine freie Linien Zeichnung gemacht. Mit 2 Stiften gleichzeitig.

Tine Klein freie Linienzeichnung einer Skulptur nach Giacometti

Es ist merkwürdig, Leienkünstler finden Freiheit bei Künstler extrem lässig,

sich selbst setzen sie aber enge Grenzen.

Tine Klein freie Linien Zeichnung nach einer Skulptur von Giacometti

Tine Klein Freiheitsübung nach einer Skulptur von Giacometti

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin so extrem stolz auf meine Schüler sie ihre Eigenen Lösungen finden. Leider kann ich nicht jeden Namentlich erwähnen….Alle Zeichnungen sind nach Giacometti Skulpturen entstanden.

Liebe Grüße, seid glücklich und entspannt im neuen Jahr!

Tine

Seid ihr in der Schweiz? Hier kannst du dich unverbindlich in den Verteiler für den Spaziergang mit Stift eintragen, dann gibt es Infos wann was  los ist… 

Hier geht es zum Kunsthaus….

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