Tricks zum Zeichnen von Bewegung

Letzes Jahr war bei mir so viel los, dass ich gar nicht dazu gekommen bin zu berichten. Eines der schönsten kleinen Events bei meinem Spaziergang mit Stift war das Slow-Up. Ein Slow-Up ist ein Event bei dem die Straßen gesperrt werden, damit sie frei sind für Fahrradfahrer und Rollschuhlfahrer.

Wir setzten uns mit Stühlen auf die Straße und trainierten das Zeichnen in Bewegung.

Man sind die schnell und zack sind sie weg!

Bewegungen zeichnen, macht einen am Anfang ratlos. Es ist doch schon auf dem Foto schwer genug!

Hier hocken wir wie die Hühner auf der Leiter und warten auf unsere rollenden Opfer.

Das war ein wundervolles und buntes Treiben, jedoch ist es für den Zeichner der absolute Horror, denn auf einem Slow-Up hält niemand still.

Der beste Tipp ist sich nicht von dem Getümmel unter Druck setzen zu lassen

Also erst einmal gemütlich hinsetzen, sich das Treiben ansehen und dann herauszufinden was hier eigentlich die typische Bewegung ist. Wenn viele Menschen das Gleiche tun, dann machen auch alle immer mal wieder die gleichen typischen Bewegungen.

Gut zu wissen, alle machen irgendwie das Gleiche!

Das Erste ist das man herausfindet, wie das Ganze ungefähr zusammenhängt.


Das Grundmuster finden


Fahrradfahrer machen immer wieder die gleiche Bewegung. Sie hängen mit einem Buckel auf ihrem Drahtesel und die Beine strampeln sich unten ab.

Die Bewegungen ähneln sich immer wieder Buckel, ein gestecktes Bein und ein langes Bein.

Da die Bewegung unglaublich schnell ist, darf man sich einfach nicht treffen lassen. Der beste Tipp ist nicht nur eine Person zu malen, sondern das Gemalte ganz in Ruhe aus mehreren Personen zusammenzusetzen.

Super geeignet dafür ist gestisches Zeichnen. Um sich klarzumachen wieso eine Person auf dem Fahrrad aussieht, malt man sie einfach in der Luft, während man die Fahrradfahrer beobachtet. Dadurch dass man praktisch in der Luft eine Geste malt, wird einem ziemlich schnell klar was die Grundform ist. Die Grundform eines Fahrradfahrers ist einfach ein Haken. Der Buckel mit dem langen Bein, dazu kommt noch ein angewinkeltes Bein.

Die Geste vereinfacht die Sache!

Macht man sich dies klar, ist die Sache gar nicht mehr so brutal schwer.

Hat man erst mal begriffen, dass man eine Bewegung in einen einfachen Pinselschwung oder Strich umsetzen kann, dann kann man auf dieser einfachen Basis enorm lebendige Bilder oder Zeichnungen machen.


Vereinfachen ist das A und O


Oft hilft es sich das Leben so einfach wie möglich zu machen! Wenn man erst mal versucht, die Dinge von hinten zu malen. Schon hat man viel länger Zeit sich das Ganze anzusehen.

Opi auf dem Rad, Atelier Herz-der-Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

Tine Klein: Opi auf dem Fahrrad

Auch hier sieht man das Grundmuster, das gestreckte und das abgewinkelte Bein. Diese Vereinfachung und etwas mehr Zeit nimmt einem enorm den Stress.

Mutig vereinfachen ist das A und O des schnellen Zeichnen. Aus einem Reifenprofil wird einfach eine Zickzacklinie, aus einem angewinkelten Bein ein Dreieck. Vom Fahrrad sieht man nicht mehr als den Reifen und die Lenkergriffe.

Wenn man von hinten malt, hat man sich auch den Stress gespart die Fahrradkonstruktion von der Seite zu malen.

Gerade das Einfache sorgt dafür, dass man das Typische einfängt

 

Zu viele Details gehen bei dieser Art und Weise des Malens überhaupt nicht. Besonders notwendig ist es sich auf die wichtigsten Dinge zu spezialisieren.

Also kein Schnickschnack, sondern das Nötigste.


Nur Wer wagt, der gewinnt


Es gibt kein Weg daran vorbei, wer es nicht ausprobiert, wird es auch nicht lernen

Doch es gibt Hoffnung, beim Zeichnen von Bewegung hat man einen ganz enormen Vorteil, dieser Vorteil ist das Bewegung gerne mehrere Linien toleriert. Eine falsche Bewegung ist, anders als in einer normalen Zeichnung, nicht unbedingt ein Fehler sondern nur ein Anzeichen für die Bewegung. D. h. deine Versuche und auch kleinen Fehler sehen mitunter sogar extrem cool aus

Fahrradfahrer mit Navi, Atelier Herz-der-Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

Rennfahrer mit Navi, lustig bei der Seestrasse am Zürichsee, die 30 km lang völlig gerade ist

Schau noch mal in meine erste Zeichnung, das erste Hinterrad passte so wenig zum Fahrrad, dass ich das Blatt am liebsten weggeschmissen hätte.

Nicht beim ersten Fehler Skizzenbuch beißen

Suchende Linien sind beim Zeichnen von Bewegung kein Fehler, das Rad bewegt sich und die Linie bewegt sich und so werden deine vermeintlichen Fehler oftmals zum Design!


Wie man mit Schüchternheit umgeht


Obwohl ich es gewohnt bin vor Menschen zu malen, kriege ich immer noch Hitzewellen, wenn die Menschen so nah ran kommen. Wenn ich dann Fehler mache, bekomme ich Angst und natürlich geht das erst recht meinen Schülern so.

Atelier Herz-der-Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

(diese Fahrradfarbe hat mich inspiriert siehe oben)

Aber wenn man das Gespräch aufnimmt, dann merkt man 99,9 Prozent der Menschen sind positiv, sie kommen weil sie es toll finden, das wir malen. Sie wollen mitmachen.

Einfach machen ist das Rezept, erst dann  wird man bestärkt

 

Bewegung -Material und Technik


Schaut mal, dieser junge Mann hängt auf seinem Rennrad wie Sancho Panza auf seinem Esel.

Fahrradfahrer auf RennradBlog Herz der Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

Tine Klein: Drahtesel und Sancho Panza in Zürich auf der Seestraße

Aber wie kann es sein, dass ich Ihnen so kurzer Zeit malen kann.

Die schlichte Wahrheit ist: „Ich kann es nicht!“

Auf der Strecke kommen hunderte von Fahrradfahrern, wenn ich einmal etwas Typisches gesehen  habe, dann schärft sich mein Auge dafür. Ich lege mich auf die Lauer bis der nächste Radfahrer kommt.

Den Malprozess zerlegen


  • Zuerst male ich in Ruhe den Lenker und die Fahrradlampe, dann warte ich bis der nächste Rennradfahrer kommt.
  • Jetzt habe ich schon im Kopf welche Pose ich malen will, dann male ich nur die absolute Grundform in einem dicken Block, oft sogar wie oben ganz grob nur in Farbe.
  • Jeder folgende Fahrradfahrer steuert nun einen kleinen Teil zu Motiv bei. Bewusst schaue ich auf Details zum Beispiel die Hände.
  • Wenn etwas ganz besonders schön war, dann versuche ich es im Kopf zu behalten. Ich schließe zwei dreimal die Augen, und versuche mir das Bild intensiv einzublenden. Diese Etappendetails wie zum Beispiel das Gesicht oder die Brille ergänze ich dann ganz in Ruhe aus dem Kopf.

Das Wesentliche aber ist die Haltung und dies habe ich oft schon beim ersten Fahrradfahrer festgehalten.

Die Technik auf gefärbten Papier


Beim Skizzieren von Bewegung ist der Papierverbrauch hoch. Am Einfachsten fällt es, wenn man mit Mut ans Werk geht. Dabei muss man sich einfach zugestehen, dass man Fehler macht.

Viel Material braucht man nicht. Hier habe ich mit Aquarellfarben, meinem Füllhalter, einem Bunstift und weißer Tusche gearbeitet.

Was man allerdings braucht ist viel Papier, denn Abfall und Schwund gehören dazu. Wenn ich jetzt, wie bei mir, jede Menge gelungene Skizzen seht, dann macht euch klar jeder macht Fehler, auch ich produziere jede Menge Schrott.

Zum schnellen Zeichnen sind in der Regel sehr glatte Papiere geeignet.

Glattes getöntes Zeichenpapier

Das Papier was ich hier benutzt habe ist Paint On Multitechniques, es wurde auf dem Deutschen-Urban- Sketcher -Meeting von Boesner Glinde, Hamburg-Kiel gesponsort, vielen lieben Dank dafür, denn das hilft uns Kunstmaterial zu erkunden.

Ich selber hatte bis dahin nur selten auf getönten Papier gearbeitet, ich war sehr positiv überrascht, weil das Papier mit 250 g/Quadratmeter sehr dick ist und deshalb ist es sehr fehlertolerant. Man kann auch noch mal drüber malen.

Was ich diesmal mit der weißen Tusche reichlich gemacht habe, dass das Papier so robust war hat gute Ergebnisse ermöglicht.

Da Fehler beim schnellen zeichnen unvermeidlich sind, habe ich mit weißer Tusche gearbeitet, so konnte ich allzu auffällige Fehler abdecken. Durch die Dicke des Papiers hat sich dann auch nichts gewellt.

Dieses Papier ist auf jeden Fall großartig für das Zeichnen und Malen geeignet.

Wichtig ist aber, dass man sich die Angst vor dem Material zerstören nimmt, der Fehlversuch gehört dazu. Einige Schüler arbeiten auch gerne auf Suddelpapier, das ist der Schweizerische Ausdruck für Schmierpapier, denn das macht frei im Kopf.

Ein Bekannter von mir arbeitet auf zerknitterten Butterbrotpapier, das macht ihn frei. Ich bevorzuge Multimedia-Papier, denn mein Malstil ist sehr robust.

Eine Schülerin malt auf Probeblättern, die Angst das gute Papier zu verderben ist weg!

Blog Herz der Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung


Es geht nicht ums Kunstwerk, sondern um das Erfahrungen sammeln


Die Schülerin oben hat es goldrichtig gemacht, sie hat sich Papierproben genommen und macht jetzt ihre Erfahrungen damit.  Sie weiß hinterher, welches Papier sie mag und welches nicht.  Wobei natürlich Echt-Bütten-Suddelpapier von Hahnenmühle die totale Luxusvariante ist 😉 All das was man aus Erfolgen und Fehlern lernt, das ist das schönste Kunstmaterial der Welt.

Denn das schönste Kunstmaterial bist Du!

Du wirst mit all diesen Erfahrungen besser und deine Bilder schöner!

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Das A und O zur Vereinfachung ist die Abstraktion hier kannst du weiter lesen

 

 

 

 

 

Es gibt keine Einfarbigkeit.

Tine Klein Häuser nahe Cinque Terre, Einfarbigkeit ist unnatürlich

Einfarbigkeit ist unnatürlich, deshalb sieht sogar so ein Farbklecks natürlicher aus als…

Wenn man Anfängt zu malen, stolpert man schnell über einen Effekt. Man malt etwas und gibt ihm ganz genau die Farbe, die man beobachtet und doch sieht es total unnatürlich aus.

Im besten Fall sieht das Objekt aus wie eine Grafik, schön, sauber und irgendwie total künstlich. Man schaut schaut verzweifelt auf das Motiv, versucht es noch einmal und wieder sieht es völlig angestrichen aus.

Der Effekt liegt daran, dass es keine Einfarbigkeit in der Natur gibt. Natürlich sind Häuser oder auch Autos absolut künstliche Objekte.

Aber gerade bei Autos mit ihrem künstlichen Lack ist absolut keine Einfarbigkeit gegeben, denn sie reflektieren kontinuierlich ihre Umgebung. Der Lack ist ein Spiegel.

Ich sehe es einfach nicht!

Unser Gehirn ist darauf programmiert alles unwichtige nicht zu sehen und so blenden wir diese Reflexionen kontinuierlich aus. Diese Funktion des Gehirns ist sehr sinnvoll, denn sie bewahrt uns vor Reizüberflutung und so ist ein blaues Auto für uns blau. Tatsächlich jedoch spiegelt das Auto viele Farben der Umgebung und es ist alles andere als nur blau.

Bei einem so spiegelnden Lack ist es natürlich noch klar, warum es keine Einfarbigkeit geben kann.

Macht euch einmal den Spaß beim nächsten Spaziergang oder auf dem Arbeitsweg darauf zu achten, was sich alles in Auto spiegelt.

Aber wie ist es bei einer schlichten Hauswand?Man sollte doch meinen, dass das Haus rein gar nichts reflektiert.

Prinzipiell wirken Hauswände meist auf uns völlig einfarbig, aber so einfarbig ist eine Wand nicht.

Deshalb fällt dem Gehirn auf das mit deiner einfarbigen Hauswand im unseren Bildern etwas nicht stimmt.

Selbst wenn es absolut keine farbigen Reflexionen gibt, so gibt es doch immer irgendwo eine Verschattung auf der Hauswand,  unter den Dachüberstanden, in der Nähe von Fenstern, Türen oder Objekten. Alles was verschattet ist, ist schon mal ein wenig dunkler oder blauer als die originale Farbe.

Generell sind Häuser oben meist wesentlich heller als unten in der Straßenschlucht, das gleiche gilt für Licht und Schattenseite.


Das geschickte Spiel mit dem Licht


In Barcelona gibt es die Villa Casa Batlló. Die Villa wurde von Anthony Gaudi erbaut und der Architekt spielt immer wieder mit einem Effekt der Natur.

In Barcelona haben fast alle Häuser einen Lichtschacht, dieser Schacht ist dazu gemacht Licht und Luft in die Häuser zu bringen ohne sich in der Hitze auf zuheizen.

Oftmals sind diese Lichtschächte grauenhaft hässlich, graue Löcher. Antonio Gaudi hingegen spielt in seinen Lichtschächten meisterhaft mit dem Licht. Das Thema ist hier Schatten:

Blog Herz der Kunst, Barcelona Casa Batlo, Farbigkeit und Streulicht

Er verkleidete seine Lichtschächte mit tausenden kleiner Fliesen. Die Fliesen variieren alle leicht in der Farbe und werden allmählich von oben nach unten immer heller. So entsteht in Antonio Glaudis Lichtschächten ein zauberhaftes und völlig natürliches Licht.

Die Natürlichkeit entsteht durch die Variation des Lichts

Andererseits entsteht ein völlig merkwürdiger Effekt, denn der Architekt schafte es entgegen der Naturgesetze mit seiner Farbspielerei auf jeder Etage exakt die gleiche Farbigkeit zu erzeugen, dabei haben die Fliesen je nach Etage ganz stark unterschiedliche Farben.

Dort wo das Licht am hellsten ist, benutzt er dunkelblaue Fliesen, so dass auch in den oberen, heißen und sehr hellen Etagen der Effekt von Kühle und Schatten entsteht. Unten in den Tiefen und verschatteten Etagen, werden die Fliesen immer heller bis sie zum Schluss weiß sind und so entsteht der Effekt, dass der ganze Lichtschacht eine Farbe hat, obwohl er oben dunkelblau und unten weiß ist.

Ein Farbverlauf umgekehrt zu Natur erzeugt Einfarbigkeit

In der Malerei kann man von den Beobachtungen des Meisters einfach nur lernen.

Um noch einmal zurück zu unserem Ausgangsproblem zukommen, völlig einfarbige Häuser oder Strukturen sind absolut unnatürlich. Sie sehen für das Auge so künstlich aus, weil das Auge seine ganz natürlichen Anhaltspunkte und Farbverläufe sucht.

Der Architekt Gaudi erzeugt immer Streulicht, deshalb fühlt man sich in den Zimmern so unglaublich wohl.

Blog Herz der Kunst, Barcelona Casa Batlo, Farbigkeit und Streulicht

Streulicht in der Casa Batló, Einfarbigkeit wirkt unnatürlich, Streulicht gemütlich.

Diesen Effekt kann man 1:1 in die Kunst übertragen.


Farbverläufe geben Freiheit


Diese Erkenntnis gibt uns in der Malerei eine ganze Menge Freiheit. Wenn ich ein einfarbiges Haus nun in hellen und dunklen Variationen einer Farbe male, so wird das Auge diese wilde und eigentlich völlig abstruse Farbkomposition als viel natürlicher empfinden als eine einfarbig angestrichene Wand.

Unser Gehirn akzeptiert eine variierende Farbanordnung als völlig natürlich und findet selber Erklärungen. Wird eine Hauswand dunkel, so ist unserem Gehirn ganz klar dass sich dort ein Dachfirst befindet. Ist das Haus in der Mitte heller, so wird das Gehirn argumentieren, dass näher heller bedeutet, da dieser Teil des Hauses ja nun mal näher am Licht ist. Ist das Haus trotzdem dunkler, so wird das Gehirn argumentieren dass das Haus an dieser Stelle einfach verschattet ist. Wir können ein weißes oder gelbes Haus sogar grün malen, weil das Gehirn die für eine völlig natürliche Reflexion der Umgebung hält.

Obwohl solche krassen Farbverläufe ja eigentlich völlig unnatürlich sind, wirkt ein solches Bild insgesamt immer viel stimmiger als alles Einfarbige.

Ich erkläre mir das so, dass man als Maler völlige Freiheit besitzt, wenn man mit den Spielregeln der Natur arbeitet.

Mir hat einmal ein Leser geschrieben, ich verstehe überhaupt nicht wieso deine total unnatürlichen Farben immer wirklich logisch wirken. Lieber Leser jetzt weißt du es, ich spiele mit unserem natürlichen Sehmuster. Beigebracht hat mir das Antonio Gaudi als sich in seinem wundervollen Lichtschacht stand.

Antonio Gaudi baute nicht nur Häuser, sondern er spielte auch mit Licht, noch heute strömen die Menschen zu Tausenden in seine Häuser, weil diese Häuser nicht nur aus Stein sind, sondern aus Licht und Farbe. Jedes Zimmer hat ein wundervolles und angenehmes Licht, so wie es in der Natur ist, oft fühlt man sich so wie unter einem Blätterdach oder man hat das Gefühl man steht in der Nähe eines funkelnden Teichs. All dies ist natürlich nicht real, denn der Architekt malte in seinen Zimmern mit Licht.

Blog Herz der Kunst, Barcelona Casa Batlo, Farbigkeit und Streulicht

Auch hier verschwindet die Farbigkeit, weil sie natürlich wirkt. Schau mal bewusst auf den Fußboden, siehst du nun die Farben?


Lass die Sonne scheinen


Von Gaudi können wir lernen, dass es absolut magisch wird sobald man das Licht spielen lässt.

Ein natürliches Streulicht, erzeugt in Menschen Wohlgefühle.

Sobald du das benutzt, werden auch deine Skizzen und Bilder magische Anziehungskraft erzeugen.

Letztendlich ist Farbe nichts anderes als dem Licht enthoben und Licht ist völlig frei!

Deine Augen und das Gehirn werden wir nahezu alles verzeihen, wenn du anfängst mit den Reflexionen des Lichts zu malen.

Variiere die Farbe kontinuierlich und du wirst sehen, dass deine Bilder viel ausdrucksstarker werden.

Besonders harmonisch wird Licht und damit die Farbvariation, wenn es die Geschichte eines Ortes erzählt.

Ich weiß nicht einmal wie dieser Ort hieß, ich bin auf ihn gestoßen als ich mit meinem Motorroller kreuz und quer durch die Berge hinter der Amalfiküste gefahren bin.

Was mir geblieben ist ist das mediterrane, genau richtige Mass an Verfall und das wunderschöne warme Licht des Gesteins.

Liebe Grüße ins Wochenende von Tine und ich wünsche euch viel Spaß.

Hier habe ich noch etwas wunderschönes für Euch…

Eine virtuelle Tour durch die Casa Batlló leider ist das Licht nicht zu sehen, jedoch achtet mal darauf wie der Architekt die Farben in Fenster und Fliesen streut.

www.casabatllo.es/de/virtuelle-tour/

Wie man traumhafte Farbe erzeugt kannst du hier lesen: Blog.herz-der-kunst.ch/im-rausch-strahlenden-farben/

 

 

 

Nichts klappt! Sieh es positiv!

Tine Klein über die Kunst mit Kritik und negativem umzugehen. Positiv denken hilft beim malen

Sieh es positiv!

Wenn Plan A nicht klappt, sieh es positiv, das Alphabet hat noch 25 weitere Buchstaben!

Es kann nicht alles klappen, eigentlich wollte ich diesen wunderschönen Platz in Malaga malen.

Aber ich befürchte die Sterne stehen heute nicht richtig.

Ich finde dieses Jugendstilhaus mit den Palmen davor einfach traumhaft. Gestern habe ich mich entschlossen dieses lauschige Plätzchen zu malen, aber ich habe einen Plagegeist mit Hund. Eine ältere Dame malt offensichtlich auch gerne und beschließt sich den Vormittag damit zu vertreiben mir beim malen zuzuschauen, auch nicht schlimm, nur dummerweise ist sie nicht durchsichtig und sie steht immer genau vor mir!


Positiv, leichter gesagt als getan!


Die Sonne scheint, doch dummerweise habe ich meinen Plagegeist. Nicht, dass mich die alte Dame stört, aber sie ist nicht positiv.

Wann immer ich etwas mache, was ihr nicht passt stöhnt sie, schnauft sie und rollt die Augen.

Ehrlich gesagt, bin ich nach einer Weile von dem ganzen Umfeld so demotiviert, dass sich hinschmeißen möchte!

Kunstkritik frei nach Beuys, setz mal einen Haufen drauf! Die ständige nonverbale Kritik meines Plagegeistes macht mich einfach fertig!  Doch dann erleichtert sich ihr Hündchen fast in den Malkasten, puhh die härteste Kunstkritik meines Lebens. Bin ich hier in die versteckte Kamera geraten? Wie soll ich denn da positiv bleiben?

Kurz gesagt, wenig später bin ich soweit, dass es für mich nur zwei Alternativen gibt, entweder ich verschwinde oder ich drehe der alten Dame den Hals um.


Warum Kritik so schwer zu ertragen ist


Ich bin Mallehrerin und wenn ich Menschen das Malen beibringe, dann muss ich Dinge direkt ansprechen, denn wenn man etwas nicht direkt anspricht, dann kann man auch nicht darüber reden.

Kritik demoralisiert

Oft merke ich, wie die demoralisierend das für meine Schüler ist. Es dauert eine Weile bis meine Schüler begriffen haben, dass das keine Kritik ist sondern ein Gesprächsangebot.

Lehren ohne den Anderen zu verbiegen!

In der Kunst gibt es immer 1000 Möglichkeiten, ob etwas ein Fehler ist, hängt nur davon ab was der Maler oder Zeichner fühlt oder will.

Selbst ich als Zeichenlehrer, habe nicht das Recht die Aussage eines Bildes ohne Erlaubnis zu ändern.

Ständige Kritik macht einen unsicher und selbst Dinge, die sonst ganz leicht klappen, funktionieren nicht mehr.


Lernunwillig?


Als ich selbst lernte, habe ich etwas beobachtet. Wenn der Zeichenlehrer in mein Bild malte, verlor ich die innerliche Verbindung, selbst wenn das Bild viel besser war als vorher.

Und dann war ich total enttäuscht, weil das Bild nichts mehr mit mir zu tun hatte. Die Worte des Lehrers irritierten mich, selbst wenn es Lob war, denn es wurden oft Dinge gelobt die mir selbst überhaupt nicht wichtig waren.

Ich fragte mich unsicher, will ich gar nichts lernen? Kritik ist doch was Gutes!

Deshalb hänge ich heute als Lehrerin in einem totalen Zwiespalt, selbst konstruktive Kritik kann Bilder ungewollt negativ verändern. Einerseits muss ich Dinge ansprechen oder kritisieren um das fachliche Wissen zu vermitteln, andererseits möchte ich viel lieber fragen, sieht das für dich toll aus, hatte es dir Spaß gemacht, gefällt es dir? Oder wo willst du hin! Im Unterricht muss Kritik eine Anregung zum Spielen sein, kein Angriff auf den Menschen.

Das was die alte Dame auf der Straße macht ist allerdings Körperverletzung, denn hier geht hier Um das Negative. Die  Macht des Bösen ist mit ihr! Die war mit Lukes Vater in zweiter Ehe verheiratet!

Was man sich leider in der Situation selten klar macht, wenn Sie mein Bild nicht leiden kann, dann soll sie ihr eigenes malen.


Kunst sollte unabhängig von Lob oder Belohnung und erst recht von Kritik sein


Wenn dich so ein Plagegeist erwischt, dann musst du dir immer ganz klar machen das dies deine Kunst ist! Alleine schon dass die Frau ständig schnauft, sorgte bei mir dafür, dass ich mein Bild gar nicht mehr so malen konnte, wie ich es wollte. Denn nun bei jedem Fehler fange ich an zu zweifeln und kann mein Bild gar nicht mehr so unbefangen malen wie ich es wollte.

Die Häuser im Hintergrund, die ich heiter und strahlend malen wollte, werden langsam aber sicher matschig und dunkel und mit jedem Pinselstrich sinkt meine Laune.

Es ist doch total erstaunlich, wie sehr man als erwachsener Mensch noch von Lob abhängig ist.

Letzte Woche hat in meinem Malunterricht Michele ein wunderschönes dunkles Bild gemalt. Ich war mit seinem Bild absolut zufrieden, weil es so andersartig war. Michele hingegen war mit dem Bild unzufrieden und hat es dann benutzt um das eine oder andere auszuprobieren. Dieses Verhalten ist absolut richtig, denn bei Micheles Bild geht es nicht darum ob es mir gefällt, sondern darum ob es Michele gefällt.

Mach dich unabhängig von Kritik, denn das ist ein ganz wichtiger Schritt zum Finden des eigenen Stils.

Leider war Michele, dann etwas unzufrieden, weil ich das Bild so mochte wie es vorher war. Ich möchte hier noch mal eines sagen: „Hey Michele, weiter so, es sind deine Bilder!“


Eigene Wege finden!


Für mich war es sehr schwer, es hat sich bei mir immer so sehr erwachsen an, wenn ich über solche Probleme rede. Tatsächlich aber hat es mir weh getan, wie bei jedem anderen auch.

Wer ist nicht traurig? Wenn man seine Bilder scheußlich findet!

Da sich meine Laune verdunkelte, musste ich ein anderes Bildkonzept finden, denn die strahlend schöne Laune die ich malen wollte, war einfach nicht mehr in mir.

Die Alternativen sind die Pläne B bis Z!

Letztendlich ist die einzige wirkliche Alternative, dass man ein misslungenes Bild dazu benutzt Neues zu erproben.

Manchmal geht das wirklich schief und das Bild ist nachhaltig verdorben, aber dann hat man auch etwas gelernt: Man hat eine ganz wichtige Erkenntnis gefasst, das funktioniert für mich nicht!

Oft verändert sich aber wirklich etwas im Bild, wenn man selbst positiv wird und Chancen erkennt! Plan B muss her, wenn der Plagegeist kontinuierlich vor mir steht, dann bleibt mir nichts anderes übrig als den Plagegeist zum Thema meines Bilds zu machen. Normalerweise habe ich immer Probleme damit Menschen nicht besonders schön zu malen, denn ich möchte ja niemand kränken. Diesmal darf ich ohne schlechtes Gewissen das unvorteilhafte Portrait proben!

Meine alte Dame ist die einmalige Chance endlich mal ein bisschen mit dem Stift zu lästern.

Dabei ist ein für mich sehr ungewöhnlicher Bildentwurf herausgekommen und ich konnte zufrieden grinsend mit einem guten Bild in der Tasche nach Hause gehen.

So gesehen war der ganze Tag ja völlig positiv, denn ich konnte endlich mal etwas üben was mir sonst sehr schwer fällt.

Wenn ich Euch eines mitgeben darf:  Positiv denken hilft beim Malen enorm!

Ganz ganz herzliche Grüße aus dem Herz der Kunst

von Tine

Mehr zum Thema: Meine Skizzenbücher privat

 

 

 

 

 

Kollagen Abwechslung im Skizzenbuch

 


Kollagen: Erinnerungsspeicher und schöne Andenken


Kollagen gehören auf jeden Fall zu meinen Skizzenbüchern!

Urlaubserinnerungen Collage im Skizzenbuch von von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Malen lernen, zeichnen lernen,

Meistens landen kleine Trophäen wie Flaschenettiken im Skizzenbuch, um mich an schöne Zeiten zu erinnern.

Hier zum Beispiel war ich im Frühjahr mit einer ganzen Horde Urban Sketcher in Barcelona.  Ich schreibe begeistert die verrückte englische Übersetzung der Speisekarte ab: Paella con Noodles! Perfectes Spenglisch!

Viktor Swasky guckt in mein Skizzenbuch und sagt entsetzt: This are not Noodles! Darüber kann ich mich jedes mal krumm lachen wenn ich die Seite sehe.


Kollage der Flicken im Skizzenbuch


Häufig sind meine Kollagen auch ein riesiges Radiergummi.

Mal ganz ehrlich, bei uns allen geht mal was schief. Mit totalem Vergnügen realisiere ich immer, dass viele Leute denken bei echten Meistern würde das nicht passieren. Genau deshalb durchleuchten wir heute bei Michelangelo und Konsorten auch 10 übermalte Gemälde auf ein und derselben Leinwand.

Meistens klebe ich all meine Urlaubsmitbringsel ins Skizzenbuch, z.B. Eintrittskarten und Stadtpläne, und zwar auf den  Katastrophenseiten des Skizzenbuchs. Bis jetzt hab ich eher so gedacht, oh ich muss das Ölsardinenpapier aus Portugal dringend ins Skizzenbuch kleben, weil das Picknick so schön war und nicht das ich darunter irgendeinen Murgs verbergen kann.

So nach dem Motto:

Heute stehe ich mal wieder total neben mir,

ist aber total schön da!

Chichago Papier collage im Skizzenbuch von von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Malen lernen, zeichnen lernen, Uskchicago2017

Ich mache eine kleine Vorzeichnung, heute haben wir uns das Thema Strukturen im Workshop gesetzt, also mache ich viel mehr als sonst. Dann zücke ich den Pinsel und Voilá all die hübschen Strukturen der Zeichnung verwandeln sich in Matsche. Die Tinte war nicht wasserfest, betroffen gucke ich auf die Katastrophe. An Kollage habe ich dabei nicht gedacht.

Vorsichtshalber mal ich mal nen Krankenwagen drunter, den brauch ich gleich, falls ich mich beim  ausrasten verletze!

Na, den Fehler muss ich erst mal verdauen. Der Zeitunterschied und die Müdigkeit machen mich so verwirrt. Ich fühl mich, als wenn ich Pilze geraucht hätte. Ich gucke auf meine vermurkste Zeichnung und schon werden aus einem getupften Papier Pilze.

Klassischer Fall von Kopfkino und schrägem Humor. Ich fange an zu lachen und schon wird die nächste Kollage viel freundlicher.


Die Kollage viel mehr als nur ein Lückenbüßer


In Chicago habe ich mich das erste Mal mit der Kollage als eigene Kunstform im Skizzenbuch auseinander gesetzt.

Kleine Papierchen und Urlaubsandenken sind wundervoll, ihre Strukturen und Farben kreieren atemberaubende Effekte in Skizzenbüchern.

Chichago Papier collage im Skizzenbuch von von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Malen lernen, zeichnen lernen, Uskchicago2017

Es fällt sehr leicht die Identität eines Ortes durch typische Fundstücke ins Skizzenbuch zu übertragen. Die Skizzen werden dadurch wirklich mit dem Ort verbunden. Der Ort steckt dann wirklich in der Skizze.

Gerade das Unerwartete zieht Augen an, ich glaube die Kollage ist eine wirklich eine tolle Urban Sketching Technik, denn Material braucht man so gut wie keines.

Die Fundstücke finden sich vor Ort von selbst!


Material für die Kollagen: ein guter Papierkleber mehr nicht!


Das Wichtigste ist das man einen geeigneten Kleber benutzt: Ich benutze Fixo Gum. Überflüssigen Kleber kann man wegrubbeln wie Maskierflüssigkeit, also keine blöden Klebstoffflecken im Skizzenbuch.

Ein zusätzlicher Bonus, falsch gelebte Papierstücke kann man wieder abziehen.

Allerdings hatte ich eine Leserzuschrift die ich sehr Klasse fand:

Julia schreibt: „Achtung viele Kleber vertragen sich nicht mit Aquarellfarben, erst viel später sieht man das der Kleber die Farbe verändert.! Dazu sage ich Upps, aufgepasst! Mir hat mal ein säurehaltiges Papier die Kunstwerke von einem ganzen Jahr auf der Insel Boracai zerstört, also werde ich hellhörig. Julia schreibt: „Deshalb haben gute Hersteller wie Schmincke spezielle Klebstoffe, die für die Verarbeitung mit Aquarellfarbe gemacht sind. “ Das werde ich recherchieren.

 


Technik der Kollagen im Skizzenbuch: Schneiden oder Reißen?


In Chicago hatte ich keine Schere dabei, ich habe die Papiere gefaltet und gerissen, das geht allerdings nur wirklich gut mit dickem Papier.

Ich habe das Gefühl, dass sich das noch besser ins Bild einpasst, die meisten Sketcher waren total irritiert, weil sie den Übergang von Papier zur Malerei nicht mehr entdecken konnten. Dann fing es an, dass sie ganz verstohlen im Skizzenbuch tasten mussten, weil sie nicht wussten, ob sie ihren Augen trauen können.

Auch mich hat das Papier beim Malen verändert, dadurch das ich das Papier imitierte, habe ich ganz neue Wege gefunden.

Bei dünnem Papier kann es prima helfen eine feuchte Linie so auf den Papier zu malen, als wenn man es dort schneiden würde. Das Papier weicht auf und reißt dann ganz leicht dort, wo es reißen soll.

Bei so wenig Materialaufwand bekommt die Kollage natürlich den Stempel „Urban Stretching tauglich“! Ich war selbst überrascht!

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Ausprobieren!

Alles Liebe Tine

Ich schreibe gerade fleißig an dem Unterrichtsmaterial für Eutin!

Das wird herrlich und ich freue mich Euch alle wieder in die Arme schließen zu können:

Hier gehts nach Eutin dem deutschen Urban Sketscher treffen.

Noch mehr Lust auf ungewöhnliche Techniken im Skizzenbuch?

Dann schau mal hier Daniel stellt vor wie man ganz einfach gedrucktes ins Skizzenbuch überträgt:

 

 

Inspiration ist kein Wunschkonzert


Inspiration kann man nicht zwingen!


Obwohl ich den See malen wollte, sitze ich jetzt in der Sonne und male den Schnee auf den Bergen, eigentlich ist das so gar nicht mein Motiv. Doch tatsächlich scheint mein Pinsel oft ein wenig fremdgesteuert und so sitze ich in der Sonne und folge der inneren Stimme.

Jetzt ist Ostern und viele von uns haben endlich mal wieder Zeit sich kreativ zu betätigen, doch die Inspiration sitzt nicht zwischen den Ostereiern und sagt:

„Na schön, das du auch mal wieder da bist! Dann lass uns mal loslegen! Ich habe die Schokoeier schon bereit gelegt!“

Inspiration ist irgendwie ein bisschen wie Malaria, sie bricht manchmal einfach aus und ein anderes mal eben nicht!

Viele Menschen mit einem stressigen Alltag oder gerade die,  deren Beruf Kunst und Kunsthandwerk ist, leiden sehr darunter, wenn die Inspiration weg bleibt! Viele werden dadurch deprimiert und sind wie vor den Kopf geschlagen, wenn sie vor dem weißen Blatt sitzen. Noch schlimmer wird es, wenn sie anfangen sich für total untalentiert zu halten!

Kreativität ist wie flirten, man weiß nie wann es einen erwischt , doch dann ist es wunderschön!


Die Inspiration entscheidet selbst wann sie kommt


Hast du schon mal versucht ein nasses Stück Seife unter der Dusche zu fangen?  Na, dann weißt Du ja wie es mit der Inspiration ist! Wenn man aufhört sie zu jagen, lässt sie sich gemütlich greifen.

Mein Tipp mach einfach die Arme auf und warte bis dich die Muse küsst!

Ja sehr witzig! Wenn so einfach wäre, würden wir uns ja alle nicht so damit mühen oder?


Zwang ist der schnellste Weg in die Inspirationslosigkeit


Tatsächlich ist es  sehr einfach, denn vertrieben wird die Inspiration meist durch selbstgemachten Druck!

Zwang ist einfach übel! Jeder der schon mal versucht hat zu meditieren und dabei ganz heilig werden wollte, weiß es fängt sofort an irgendwo zu jucken, gleichzeitig schläft dein Fuß ein und dann ist es aus mit der Heiligkeit!

Der einfachste Weg zum Erfolg ist Anspruchsdenken ablegen.


Inspiration ist kein Wunschkonzert


Ich bin mit den Fahrrad in diesen kleinen Hafen gefahren, das rote Haus lockt mich schon lange und die Segler davor sind ein echter Glücksfall!

Und jetzt sitze ich hier und kann nicht! Warum?  Inspiration ist eine Diva!

Früher hätte ich mich gezwungen zu malen und rausgekommen wäre dabei erfahrungsgemäß gar nix!

Jetzt halte ich meinen Bauch in die Sonne, genieße den ersten warmen Tag des Jahres und kritzele rum. Mein Mann schnarcht ein wenig in der Sonne!

Die Gedanken schweifen, plötzlich muss ich lächeln, ich schau auf die Berge und muss an die Luis Trenker Filme mit Omi auf dem Sofa denken!

Und bumm, ist sie da die Inspiration, meine Augen wandern zu den Bergen hinter dem See und meine Hand fängt an ganz automatisch zu malen! Komisch, die Berge blende ich immer aus!

Ich werde fast panisch, nein nicht so ein Kitschmotiv! Ich bin wegen des roten Holzhauses da! Bei Inspiration gibt es leider keine Wahlfreiheit:

Ruhe und Langeweile sind oft sehr hilfreich damit die ungewollte Inspiration rausschlüpft!

Inspiration entsteht im Unterbewusstsein, sie schert sich einen Kehricht darum, was gerade angesagt und cool ist. Sie ist Deine Essenz, all das was dich ausmacht, leider kennen wir uns selbst oft nicht oder wollen nichts von uns wissen und deshalb ist es so schwer die Muse zu greifen.


Eine Muse nach Zuhause einladen


Sprache ist schon verräterisch, da sagt ein Schüler diese Woche:

„Ich muss Ostern ein tolles Bild malen.“ Und schon duckt sich die Inspiration!

Eine schöne Zeit zu haben! Oder einfach abschweifen und schon klingelt die Muse! Es ist das Leben was die Kunst so wundervoll macht.


Die Inspiration wird von der Entspannung angezogen wie meine Katze vom rascheln der Leckerli -Tüte


Es gibt ganz einfache Mittel um die Muse einzuladen! Verschaffe Dir die Möglichkeit entspannt zu sein! Oder sei ganz Du selbst, denn echte Gefühle sind die Türöffner zum Unterbewusstsein.

Die Inspiration kommt, wenn kein Druck da ist. Deshalb kommt diese verrückte Inspiration immer zur Unzeit! Im Bett, am Telefon oder beim Autofahren. Oder beim Gedanken an Oma.

Wer versucht, smart, cool oder perfekt zu sein wird grandios scheitern.

Viele Leute machen deshalb so gerne Urban Sketching oder Skizzenbuchkunst, weil es nicht den Anspruch hat perfekt zu sein. Schaffe Dir Umstände die den Geist entfesseln! Oft geht das einher mit einfachem Selbstbetrug!

  • Sag dir das ist eine Skizze und kein Kunstwerk und schon ist der Geist frei!
  • Es ist nicht schade um dieses Material, ich darf es bekritzeln!
  • Das mach ich jetzt nur für mich, das wird hinterher keiner sehen!

 


Keinen Sinn außer Lebensfreude


Die Inspiration kommt, wenn man den Geist leert und die beste Strategie ist es es einfach zu tun ohne jeden Anspruch.

Eine Bekannte in Köln die besitzt genau eine Leinwand. Auf der malt sie seitdem ich sie kenne….seit 10 Jahren und das Ding wird immer dicker! Ich muss sagen am Anfang hat mich das sehr befremdet. Zwischendurch ist diese Leinwand wunderschön und dann ist sie wieder abgrundtief hässlich!

Aber in Grunde hat diese Frau recht!

Es geht um den Prozess!


Übung und der Kuss der Muse


Leider bin ich ein Mensch mit einem gewissen Ehrgeiz, mir sitzt er mitunter wie ein dickes gelbes Tier auf der Schulter und erdrückt mich! Natürlich will ich schön malen! Und ich will auch keine spießigen Bergmotive malen!

Muss ich mehr üben? Ja und nein!

Klar, wer gut werden will braucht irre viel Fachwissen und auch Handwerk. Oft gibt Übung einem auch die Gelassenheit und dann schmiegt sich die Inspiration an Dich.

Aber es ist so wie beim Surfen, man kann die Welle nicht zwingen zu kommen!

Gib dir Zeit! Es wird kommen!  Die Welle kommt ja auch!

Im Positiven wie im Negativen, viele große Künstler haben sich wie verrückt mit der Inspiration gequält. Die Kreativität ist eine sehr launenhafte Geliebte, gerade wenn man muss.

 

Also wie krieg ich es doch hin?

Lachen und machen! Der Inspiration keine Zwangsjacke anlegen!

Ein wunderschönes Osterwochenende wünscht euch Tine aus dem Herz der Kunst

Wer jetzt noch was zum Aufbauen braucht die original Skizzenbücher von William Turner Zeigen: auch Idole malen nur mit Wasser!

Skizzenbücher von Turner

 

Licht ist meine Lieblingsfarbe!

Auf dem Tisch der Taverne liegt das griechische Licht in meinem Skizzenbuch!


Gerade nach einem langen Winter kann ich sagen: Licht ist meine Lieblingsfarbe!


Heute habe ich Urlaubsbilder angesehen und eines gefunden, was ich auch kurz bevor es fertig war fotografiert habe. Was noch fehlte war der Schatten und der letzte Schliff.

Eine super Gelegenheit euch zu zeigen, was passiert wenn! Denn Strahlen will gelernt sein.

Einer der häufigsten Fehler in Bildern ist der Umgang mit Licht und Schatten. Die meisten Zeichner und auch Maler haben am Anfang Angst vor dem Schatten, doch dann stellt man schnell fest, dass alles nlass und grau wirkt.

Licht und Schatten sind ein Team, so wie guter Bulle und Böser Bulle, ist es ein Trick. Licht und Schatten arbeiten hinter der Kulisse heimlich zusammen.

Wenn wir das  vergessen, dann fangen wir das Licht nicht!


Lass es strahlen!


Wir malen oft wundervolle Bilder, doch in unserer Angst etwas falsch zu machen, trauen wir uns nicht die Dunkelheit in ein Bild zu setzen.

Zu oft haben wir erlebt, dass ein Bild durch schwarz ekelhaft vergraut! Aber ist diese Vorsicht richtig? Denn ohne echten Schatten sieht es so aus:

Tine Klein malen lernen Anleitung Licht und Schatten Kuppeln Santtorin

Tine Klein Tutorial Licht und Schatten


Der Schatten macht einen Unterschied wie Tag und Nacht!


Vergleich einmal diese beiden Bilder, sie sind zu 90 Prozent identisch! Ich habe das Bild fotografiert als ich mit der Verdunkelung anfing! Stört euch nicht an den kleinen Farbunterschieden, ich habe beim ersten Bild die Tonwerte heruntergeregelt um Euch zu zeigen was passiert, wenn man sich nicht traut.

Man sieht ganz deutlich! Keine Unterschiede im Licht! Also auch kein Strahlen.

So wie im ersten Bild kolorieren 90 Prozent der Anfänger und auch viele der Fortgeschrittenen ihre Bilder. Haltet ihr das für eine gute Idee?

Beim 2. Bild habe ich nur alles Dunkle deutlich abgedunkelt. im Himmel eine dunkle Lasur hinzugefügt und schon entsteht das griechische Strahlen.

Braun und schwarz erzeugen die nötigen  Kontraste, denn da wo die Sonne scheint, gibt es auch starken Schatten.


Was sind eigentlich Tonwerte?


Bei Tonwerten geht es um Hell und Dunkel. Es ist sozusagen der Lichtwert einer Farbe!

Kontrast ist ein deutlicher Tonwertunterschied!

Habe ich mindestens 3 dieser Tonwerte, dann entsteht in einem plötzlich Bild Räumlichkeit und Strahlkraft.

Schaut mal bitte ins erste Bild seht ihr wie flach und grau es im Vergleich zum 2 Bild wirkt? Insbesondere an der Kuppel sieht man es.

Tipp: Denke gleich daran eine Farbe gleichzeitig in Hell und Dunkel zu verwenden.

 


No Risk no Fun!


Will man wirklich ausdrucksstarke Bilder, dann darf man nicht nur im  mittleren Tonwert bleiben.

Das ist nicht  Sicher! sonder sicher Langweilig!

Nur wer Licht und Schatten vereint, wird charaktervolle Bilder erhalten! Jedoch birgt der Einsatz von schwarz in Bildern immer ein hohes Risiko!


Schwarz – entschmuddeln


Hast du den Unterschied gesehen? Der ist doch Wahnsinn! Also trau Dich! Taste dich an den Schatten heran, denn sonst wird in deinen Bildern niemals die Sonne scheinen.

Tipp: Benutze niemals Schwarz!

Wenn du die Erfahrung gemacht hast, das deine Bilder durch den Einsatz von Dunkelheit hässlich werden, dann hast Du recht!

Schwarz sollte niemals schmuddelig schwarz sein, sondern einen deutlichen Farbeinschlag haben. Ich benutze entweder rotbraun das durch Sepia fast schwarz wird oder Neutral Tinte von Schmincke, das ist ein Schwarz was fast Lila ist.

Kommt mir das Schwarz im Bild immer noch schmuddelig vor, dann gebe ich noch rot, violett oder blau hinzu.


Keine Farbe ist jemals einfarbig! Meine Lieblingsfarbe ist das Licht!


Der Trick ist jedoch die Farben ganz deutlich in der Lichtstärke, der Helligkeit und Dunkelheit zu variieren!

Phataloe Blau teilweise gemischt mit Türkis und Delftblau, also Abweichungen  ins Helle und ins Dunkle. Rotbraune Tinte variiert mit schwarz-brauner Sepia Tinte, das gleiche Prinzip von Hell und Dunkel.

Wichtig ist, das es jeweils helle,mittlere und dunkle Farbtöne gibt! So werden Farben nicht nur strahlend sondern auch plastisch.


Schütze zuerst das Weiß


Viele meiner Schüler empfinden es als eine Pflicht auch noch das letzte Stückchen Papier zu übermalen und das macht ihre Bilder trist.

Sei ein Wächter des Lichst!

Wir brauchen Flächen, die das Licht reflektieren, deshalb arbeite ich so gern mit Füllhalter, denn so komme ich ganz nah an die Helligkeit mit meiner dunklen Tinte, ohne die Gefahr das Weiß zu verlieren.

Ich zeichne wie in diesem afrikanischen Sprichwort:

„Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.“

Ganz herzliche Grüße ins Wochenende

Tine

Demnächst gibt es in Zürich eine kostenlose Vorführung rund ums Sketching- und Aquarellmaterial. Ich zeige, was ich benutze und erkläre auch warum. Wer Lust hat darf einfach kommen. Wer Probleme oder Fragen hat, ist ebenfalls herzlich eingeladen zu fragen.  Ich bin den ganzen Tag für Euch da und freue mich euch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zwischendurch werde ich immer mal wieder etwas Vorführen und Zeichnen, das wird ein spannender Tag! Ich freu mich schon auf Euch.

Liebe Grüße Tine

Hier geht zu Zumstein
Samstag, 8. April 2017 / 10 – 16 Uhr
Ort: Rennweg 19, 8001 Zürich

 

Weitere Artikel über Licht:

Wissen über Aquarellfarbe

 

 

 

Tine Klein spricht mit Ian Fenelly

Tine Klein talks with Ian Fenelly


Eine Zeichnung wie Musik

A drawing like Music


This is a belingual Blog, please have the goodness to forgive me that English ist not my mother language. The English parts are written in grey color. Hugs from Zürich by Tine. 

Ich liebe Urban Sketching, einerseits, weil das schnelle Zeichnen mich gut und glücklich macht, aber es gibt noch etwas was mich viel mehr entzückt. Es sind die tollen Menschen und die wundervolle Kunst, die man entdeckt. Es hilft mir über meinen kleinen Tellerrand hinauszuschauen.

Einer dieser Funde ist Ian Fenally und Euch heute seine Kunst zu zeigen, lässt mich strahlen!

I love urban sketching because drawing all the time makes me better and happier. There is one thing which makes me more delightful, it´s to find wonderful people and wonderful art. That is worth a lot because it helps me to expand my horizon. One of this finds is Mr. Ian Fenelly and  I am happy to show his art to you!

by Ian Fenelly thanks from Tine Klein

by Ian Fenelly 

Vielleicht siehst du jetzt ja auch warum mich Ians Zeichnungen an Musik erinnern! Maybe you see now why Ians drawing are music for me?


Ian hat einen völlig unverwechselbaren rhytmischen Zeichenstil!

Ian´s style is like rythm!


Für mich sind Ian´s Zeichnungen wie Notenblätter, sie bringen mich zum Klingen. Ein Rhythmus bei dem ich mittanzen muss! Die Zeichnungen inspirieren mich für meine eigene Kunst. Ich sehe eine Zeichnung von Ian und will sofort zum Stift greifen und mitmachen!

Ian Fenelly has a unique and distinctive drawing style. His style is very dynamic and it reminds me of very good music. For me the drawings are like sheets of notes. It inspires me to make my own music but I want to dance with it. I see one of Ians drawings and I want to draw directly myself!

Ians Zeichnungen sehen so leicht und gleichzeitig perfekt aus. Ian sagt allerdings etwas ganz anderes über sich selbst:

Ians artworks look so easy and perfect, you have the feeling that everything is done with a lot of easiness. But Ian tells a complete different story:


Es ist ein spannender Kampf – It is an exciting battle!


Ian : When I paint, the subject is just the starting point; it’s the battle on the paper that’s really exciting. Colours, shapes, lines and patterns are all jockeying for position, while the water flows within the textured grooves of the heavy Fabriano paper. This is what’s really exciting. The image will inevitably come through, sometimes in spite of my efforts, because it’s painting itself that really inspires me.

Ian beschreibt seine Arbeit als spannenden Kampf aus Farben, Umrisse, Linien und Mustern, alles muss seinen Platz finden.

Na, der Kampf hat sich auf jedenfalls gelohnt –and this Battle has really paid off. 


Muster, Farben und Texturen

Colors, Pattern and Textures


by Ian Fenelly thanks from Tine Klein

 

Die Muster, Farben, Texturen Linie sind wirklich unglaublich. Achtet mal links auf die Backsteine. All das mischt sich etwas Spannenden und Frischem, deshalb sehen Ians Zeichnungen so ungewöhnlich aus. All this patterns, colures, lines and ornamants mix to something new!


Spass – Happiness


Spaß hab ich übrigens sehr oft, wenn ich Ians Zeichnungen anschaue, die Wölkchen hängen doch wie Wäsche auf der Leine, deshalb muss ich grinsen: I still can’t help grinning, seeing little clouds hanging like laundry on the line. 

by Ian Fenelly thanks from Tine Klein

by Ian Fenelly Old Dee bridge

Ians Zeichnungen haben wirklich was von Musik, was denkst Du?  Wölkchen und Brückenbögen schlagen den Tackt. I can´t help, it reminds me off music. The little clouds give the beat.


Spielerische Elemente –Playful Elements


Mir fällt jedes Mal auf, wie abwechslungsreich die Zeichnungen von Ian Fennelly sind. Gekritzelte Wellen verbinden sich harmonisch mit den schönen Mustern des Gesteins und werden auch noch durch einen farbigen Akzent im goldenen Schnitt so richtig aufgepeppt. I really like the variety of drawing challenges Ians shows, the doodles of the waves, the the pattern and the textures of the pavement and last but not least the colorful accent.

by Ian Fenelly thanks from Tine Klein

by Ian Fenelly Albert Dock


Zauberhafte Ornamente -enchanting Ornaments


Überhauptsind diese hübschen Muster und Elemente Klasse, gerade weil die Ornamente so liebevoll gezeichnet sind, das inspiriert mich enorm! I love this sweet patterns! This lovingly drawn ornamets are so beuatiful, it inspires me!

by Ian Fenelly thanks from Tine Klein

by Ian Fenelly Walker Art Gallery, Liverpool

Die ausdrucksstarken Karomuster finde ich toll, nicht nur weil sie dekorativ sind, sondern auch weil sie die Bilder so plastisch und räumlich machen.

I also like the square patterns, they give depth and perspective as illusion. 


Ian Fennellys Kunst is aus keinen Fall langweilig!  – Cerntainly not! boring


Auf jeden Fall kann ich versprechen mit Ian Fennelly´s Zeichnungen wird es nicht langweilig!

by Ian Fenelly thanks from Tine Klein

by Ian Fenelly Mathew Street

Denn Ian erzählt Geschichten mit seinem Stift! Ian is telling stories with the pen.


Hier noch ein kleiner Tipp  von Ian Fenelly:

Ian sends us a special tipp:


I’m drawn to the urban environment, where people interact with the busy spaces that surround them. I try and draw people without actually putting them in – partly because they never keep still. I love location drawing as it enables me to record the experience of being in a busy space. I generally begin with a watercolour wash to break up the space in front of me. This establishes the broad shapes of my composition and also creates tonal depth. Then I work on top of this with brush pens and fine liners – adding the texture and detail to the subject that surrounds me. Eventually, if I am lucky, it will be complete. In between all this I’m constantly jumping around, bouncing up and down, nipping to the toilet or buying a coffee and cake. It’s the process, the involvement in creating an image, the human element, that matters.

Vielen lieben Dank an Ian Fenelly! Auf jeden Fall möchte ich mal alle motivieren: „Zusammen zeichnen ist toll.“  Einen Blick nach links und rechts zu werfen, kann manchmal ganze Welten öffnen. Himmel, warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen? Na, weil jeder Input braucht!

A very big thanks goes out to Ian. I want to motivate you all to draw together, we all need input and is like a universe opens when we look at us.

Viele Liebe Grüße ins Wochende

Tine

P.s.: Seit letzter Woche könnt den Blog abonnieren, dann bekommt ihr ihn auch wenn ich ihn mal nicht lauthals ankündige. Schaut mal ganz oben rechts an der Seite (in der Sidebar)

Find Ians wonderful art here:

facebook@fennellyart

instagram@ianfennelly

Malen wie auf der Leinwand Acryl im Skizzenbuch


Zauberhafter Schnee


Tine Klein Skizzenbuch Malen lernen , Zeichnen lernen mit Aero Color Schmincke

Tine Klein: Schnelle Skizzenbuchzeichnung mit Acryl Tinte

Schnee ist echt zauberhaft und es lohnt sich mal genauer hinzusehen, das malen im Schnee ist wirklich spannend, denn die Lichtverhältnisse verändern sich total.

Bisher dachte ich, es wird im Winter ein graues Zelt über der Stadt aufgebaut und doch seit ich in der Schweiz lebe, weiß ich Frau Holle lebt doch!


Malen lehrt genießen


Es ist so schön, denn der Schnee rieselt in sanften Licht vom Himmel…Wir sind doch auch als Kinder bei Schnee ja auch begeistert rausgestürmt.

Meine Nachbar halten mich wahrscheinlich für bekloppt. Als Erwachsener ist man oft im Stress-Programm…Himmel, ich muss das Auto freikratzen und bin schon zu spät. Besser ist es den Schnee zu genießen, Schneemann bauen macht in jedem Alter Spaß!

Auch in der Kunst darf man sich die Freiheit des Entzückens nehmen, wenn ein Material im Winter nicht so gut klappt, dann nehme ich ein Anderes.
Von Aquarellfarben bin ich beim Schnell-Skizzieren etwas an genervt, sie trocknen nicht.


Experimente zum Wintermaterial


Also ran an Werk, anderes Material muss her. Während ich in meinem Fundus krame, fallen mir ein paar Flaschen Acryltinte in die Hand die ein Nikolausgeschenk waren. Außerdem finde ich farbiges Papier, in grau, dunkelblau und schneegelb,  denn ich möchte den Schnee malen und nicht aussparen.

Material: Material Aero Color von Schmincke und  farbiges Papier oder Skizzenbuch z.B. Gewicht mindestens 160 gr/m² z.B. Dailer Rowney


Beobachten gehört zum Malen wie der Name an der Tür


Leuchtende Farben sind wundervoll, aber eines fällt mir auf wenn ich in den Blogs die Winterbilder sehe…viele malen in einem frischen Blau schatten in den Schnee, bis das ganze ausschaut wie Badeurlaub auf Naxos. Die Maler vermeiden auf Teufel komm raus, des Winters grau.
Wenn man schon Blau benutzt, dann bitte auch eines was zu Winter passt. Das wird jetzt ein Stresstest: Deckt die Acryltinte auf dunklem Papier?

Tine Klein Skizzenbuch Zeichnung Aero Color Schmincke

Tine Klein: Schnelle Zeichnung im Skizzenbuch Aero Color

Ich greife zu einem dunklen graublauem Papier und pinsele mit der Acryltinte los. Zu meiner Überraschung klappt es, die Tinte deckt prima. Nass und trocken beides funktioniert gut. Nach kurzer Zeit merke ich, dass es hier genauso wie bei Aquarellfarbe deckende und transparente Sorten gibt, dadurch lassen sich die Effekte ziemlich genau steuern.


Tröpfchen weise!


Die Pigmente sind so stark, dass ich die Tinte nur tröpfchenweise brauche.
Pigmentstark ist natürlich toll, weil die Farbe so enorm leuchtet.

Auch schlichte Zeichnungen lassen sich mit ein paar leuchtenden Tropfen gut aufpimpen.

Die Reste meiner Weihnachsdeko machen das Wintergrau viel freundlicher. Benutzt habe ich Scharlachrot deckend von Aero Color.

Tine Klein Skizzenbuch Aero Color Schmincke

Tine Klein: Ein paar tropfen deckendes Scharlachrot im Skizzenbuch motzen das Grau gleich auf


Trocknen lassen!


Aufgepasst…die Acryltinte ist extrem pigmenthaltig …das ist toll…aber sie muss einfach trocken sein, wenn man weiter arbeitet, ist die Tinte jedoch feucht erlebt man sein blaues Wunder, eine winzige feuchte Stelle kann mit einem nassen Pinsel eine Farbexplosion auslösen!

Tine Klein Herz der Kunst Malunterricht, Malen lernen, zeichnen lernen

Tine´s Tipp: Trocknen lassen sonst gibt es schnell Probleme


Tinte und Tinte verträgt sich die Aero Color mit Stiften??


Ganz  prima sogar! Eigentlich hatte ich einen kleinen Plastikeffekt erwartet, denn Acrylfarbe für die Leinwand ist ja ein wenig gummiartig. Die Tinte trocknet und ist fast wie Papier zu übermalen, was ganz schöne Effekte erzeugt.


Füllhalter in Kombi mit Acryltinte


Acryltinte bitte auf keinen Fall in den Füllhalter füllen! Acryl ist Klebstoff. Will man mit der Tinte Zeichnen hat Schmincke spezielle Stifte entwickelt.
Aber auch Zeichnungen über der Aerocolor Tinte wirken toll. Ist sie trocken, lässt sie sich super überzeichnen.

Ungeduldige Zeichner brauchen einen Lappen!

Das Arbeiten in der feuchten Tinte jedoch anders. Die Tinte aus dem Füller mischt sich zwar mit der feuchten Acryltinte, die Feder des Füllis sammelt die Acrylpigmente und muss regelmäßig geputzt werden, weil sie sonst verstopft. Schnelle Zeichner brauchen auf jeden Fall einen Lappen um die Feder zu putzen!


Pinselpflege


Anders als bei Aquarellfarbe muss man ein wenig auf den Pinsel achten, denn das Acryl wird wasserfest, wenn es trocknet. (Sieh mal oben im ersten Bild  wie der Pinsel ausschaut)


Juhuu ich darf Fehler machen


Spontanität ist das Salz in der Suppe

Manchmal leidet bei Aquarell die Spontanität, weil man genau weiß, wenn ich das mache dann gewinne ich oder ich habe alles ruiniert!
Bei der Acryltinte ist das anders, man kann in mehreren Schichten malen, weil das Acryl deckt. Das finde ich toll und es ist super für die Spontanität. Denn plötzlich kann man im Bild etwas ausprobieren und es wieder rückgängig machen.


In Schichten Malen ist toll


Mir gefällt es in Schichten zu malen, dabei geht es nicht nur um Fehlerbeseitigung.
Man kann im Bild vorwärts und rückwärts arbeiten.
Werde ich die Acryltinte weiter benutzen?
Es hat mir Spaß gemacht, das Arbeiten mit den Acryltinten öffnet ganz neue Möglichkeiten im Skizzenbuch, die Farben wirken anders. Die aero Color Tinte besitzt auf alle Vorteile der Acrylmalerei.
Auf jeden Fall werde ich die die Acryltinten zusammen mit Aquarell benutzen. Die leuchtenden Acryltinten werde ich benutzen um auf dunklen Aquarellfarben Aha-Effekte zu produzieren. Es muss ja nicht entweder oder heißen, die Acryltinten eröffnen ein neues Spektrum an Möglichkeiten. Ich hasse Abdeckflüssigkeit, das klebrige Zeug ruiniert meine Spontanität. Das Acryl ist eine tolle Alternative.


Transport -Tipp


Urban Sketching: Die Flaschen sind eckig und lassen sich so prima stapeln. Für das Urban Sketching habe ich mir  5 ml Pipettenflaschen aus der Apotheke besorgt, so kann ich die Tinte in der Jackentasche transportieren.

Liebe Grüße ins Wochenende…  Tine

Wenn ihr in der Schweiz wohnt, dann tragt euch doch in den Verteiler ein, dann wisst ihr wo die nächste Malveranstaltung steigt:  Ddie Daten bleiben garantiert nur bei Tine.

http://www.herz-der-kunst.ch/kontakt.html

Wir stürmen das Museum mit Stift

Im Museum mit  Stift


Die Ausstellung ist wunderschön, in gedämpften Licht wirken die Giacometti Kunstwerke beeindruckend. Künstler im Museum sind etwas anderes als normales Publikum. Wir sehen mit den Augen und wir sehen mit der Seele und mit der Verbindung zwischen Hand und Hirn, wir wollen mehr als alle anderen das Geheimnis des Erschaffenen ergründen.

Ich möchte Geheimnisse von Giocometti eintauchen, was genau passiert zwischen Auge, Seele und Hand des Künstlers? Um das zu ergründen, male im Museum. Manchmal kopiere ich um die Zusammenhänge zu begreifen, doch meistens denke ich mit Stift darüber nach. Über Alberto Giacometti scheint eine dunkle Wolke zu hängen. Ich bin auf der Suche nach Licht, doch Licht ist nicht sein Thema.

Das Vergleichen lässt mich verstehen!

Tine Klein Stift Zeichnung Giacometti


Das Erlebnis Museum wird mit Stift zur Erfahrung


Ich kann jeden Menschen nur empfehlen mit Stift und Skizzenbuch ins Museum zu gehen.

Zeichnest du im Museum, ist das Erlebnis unglaublich viel tiefer. In dem du selbst Kunst machst, öffnest du im Gehirn die gleichen Prozesse und Vorgänge, du klinkst dich ein in den Prozess des Erschaffens und das gibt auf einen Schlag mehr Informationen als ganze Bücher.


Erst mit Stift scheine ich den Künstler zu begreifen


Als ich mich öffne, ergreift mich eine Wolke der Melancholie. Den die intuitiven und sensiblen Kanäle des Wahrnehmens sind offen: Während ich in den Strich des Anderen eintausche, erfahre ich viel über mich und den Anderen. Ich merke, wie wichtig mir das Licht in meiner eigenen Kunst ist. Während ich Giacomettis Strich ausprobiere, merke ich wie mein Strich ausbrechen will. Mein Stift ist mehr Freiheit und Lebensfreude gewohnt.

So fällt mir in dem guten Licht der Ausstellung zum ersten Mal auf wie eigenartig vernarbt die Kunst von Giacometti ist.

Ich stehe vor einer Statue und starre im sanften Licht auf die riesigen Füße. Eigenartig denke ich, die Füße kleben. Die kleine Statue scheint die Füße kaum vom Boden zu bekommen, Die Hände erinnern an Edward mit den Scherenhänden. Die Statue ist elegant und doch eigenartig hilflos, zart und schwer.

Plötzlich schrecke ich auf!

Der Kunstkritiker zu meiner linken, ein Pickelgesicht im „Jeder-vergisst- seinen-Kinderwunsch- Alter“, wirft ein:

Was sind das denn für Hackfressen!?

Lästerung in den Heiligen Hallen? Nein, ich grinse, Kunst braucht immer ein bisschen Revolution. Es wäre jetzt nur schön, wenn wir der kleinen Großmaul mal zeigen könnten wie schwer es ist selbst etwas Ausdrucksstarkes zu erschaffen!

Menschen müssen mitmachen um mit zu fühlen! Im Atelier wäre ich in drei Schritten bei ihm würde ihm einen Klumpen Ton auf den Tisch werfen und ihm dem Kampf mit der eigenen Kreativität ausliefern…hier mach selber!

Leider sind die wenigsten Museen auf Mitmacher eingerichtet…


Tine Klein Zeichnung mit Stift nach Giacometti

Tine Klein Zeichnung nach Giacometti!

Die meisten Museen sind nicht auf Macher eingerichtet, das kann man ja auch verstehen. Schade ist es trotzdem, denn zu sehen wie Kunst entsteht würde allen Beteiligten die Augen öffnen und viel Spaß bereiten.

Ein trockner Stift, mehr ist nicht erlaubt! Meine Museumsausstattung ist wirklich kein Luxus:. Harte Kunstmappe, Graphit, Rötel, Ölstift und Klemme für das Skizzenbuch. Aber die Kunst kommt aus dem Menschen, auch einfaches Material macht Spaß.

 

Wir bringen die Kunst mit ins Museum


Wir holen die Kunst ins Museum!  Künstlerisch arbeiten füllt die heiligen Hallen mit Leben! Das hier sind Macher! Mit ein paar Handgriffen verwandeln wir das Kunsthaus zum Atelier!

Herz-der-Kunst Gruppe, Zeichnen im Museum

Wir können jeden Menschen nur empfehlen mit Stift und Skizzenbuch ins Museum zu gehen, das Erleben ist anders. Es ist ein Unterschied wie Kino oder reales Leben. Mit Stift bist du drin im Kunstprozess und Du machst mit!


Kunst im Café


Viele Anfänger haben Angst mit ihren ungelenken Strichen in den heiligen Hallen so etwas wie „Gotteslästerung“ zu begehen. Die Gruppe gibt Schutz in den Massen der Kunstinteressierten, gerade Fachleute schüchtern ein, deshalb verteilen wir es am Anfang erst mal ein paar Tipps und Tricks und ein bisschen seelische Stärkung.

Alles was in der Ausstellung stören könnte, machen wir im Café.  Das Caféhaus war stets Keimzelle der Kunst. Trotzdem gibt es überraschte Gesichter, wenn die Kunst das Museum stürmt.

Hier wird diskutiert und vor allem auch gezeigt. Kunst in Aktion. Wie hat er das gemacht? Wir tauchen ab in Giacomettis Geheimnisse.

Das Handwerk ist die eine Seite der Kunst, die Seele gehört dazu wie der Name an der Tür.

 


Kunst mit Stift bring Ruhe und Zufriedenheit


In der Ausstellung ist Ruhe angesagt! Das Erste, was man bemerkt; Menschen mit Stift genießen die Ausstellung viel mehr. Viele Besucher wandern  rastlos von Exponat zu Exponat.

Wir sehen und erforschen in Seelenruhe. Die meisten Museen haben für die Besucher sehr bequeme leichte Klappstühle. Danach sollte man auf jeden Fall fragen, denn sie stehen manchmal nicht in der Ausstellung.

Schämen braucht man sich nicht! Auch Anfänger bekommen im Museum viel Zuspruch. Man merkt ganz deutlich, wie viele der Besucher würden gerne mitmachen würden! Für die Kinder sind wir oft die letzte  Rettung. Kunst ist die Brücke zwischen Jung und Alt.


Kleine Knigge für Museumsstürmer


Ruhige Plätzchen…


sind extrem wichtig, sonst regst du dich nur über Drängler auf.

Wenn wir vor den Infotafeln des Museums sitzen, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir ständig gestört werden. Wir stören dann ja auch die Anderen.. Während sich in den Gängen der Führung die Leute drängen, haben wir am Rand völlige Ruhe. Achte einem Moment darauf wohin die Audio-Führung die Leute leitet, abseits davon finden sich gute Plätze zum Kunst machen.

In den Strich eines Anderen einzutauschen ist wie ein Selbsterfahrungstrip, dabei vergisst man so einiges! Man weiß das Kunst machen einen Flow erzeugt. Die Zeit vergeht wie im Flug.

Macht Euch klar, dass wir einen Museumsbesuch  ganz anderes empfinden als normale Besucher.

Ein Künstler will  im Museum miterleben, lernen und sich austoben!  Ein Museum ist plötzlich lebendig, ein Abenteuerspielplatz. Zauberhafte Gedankenwelten durchblitzen das Gehirn.

Letztens in der Modern Tate hatte ich das dringende Bedürfnis nach einem Schneidbrenner, weil mir schlagartig klar war, dass sich der künstlerische Ausdruck  eines Metallkunstwerkes dramatisch verbessern würde, wenn….Gott sei dank war der  Schneidbrenner in der Ausstellung grade nicht zu finden.


I have a Dream!


Aber jetzt mal Spaß beiseite, da ich ja ganz oft Menschen zum Zeichnen in Museen begleite, sehe ich wie gerne viele Menschen mitmachen möchten.

Ich finde die Trennung von Kunst machen und Museum als unnatürlich.

Einerseits lieben es viele Besucher den Künstlern zuzusehen. Nach dem Besuch habe ich 4 Zuschriften bekommen. Ein Wildfremder hat ein Portrait von mir gemalt. Ein Besucher aus Hongkong hat mich angeschrieben! Alles Menschen die in der Ausstellung gern mitgemacht hätten.

Andererseits ist es auch gruselig den Kunstunterricht vom Museum zu trennen, denn die Qualität Kunst und Kunstunterricht driften auseinander. In manchen Kursräumen wird Kunstunterricht gemacht, der wäre schon 1917 verstaubt gewesen.

Nur einmal habe ich es in London erlebt, dass Kunst machen ganz natürlich in eine Kunstaustellung integriert wurde, damit schließt sich der Kreis

Nächsten Monat darf ich in der Augsburger Puppenkiste malen, das Theater hat ganz selbstverständlich Räume für Zeichner! Wie wundervoll!

Wir Danken den Kunsthaus Zürich für seine Gastfreundschaft und die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Bilder.

Hier noch ein paar Ergebnisse aus unserer Zeichen Aktion:

Kunsthaus Zürich, Skulptur von Giacometti

Kunsthaus Zürich Skulptur von Giacometti

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Giacometti hat sehr Ausdrucksstarke Skulpturen gemacht, das macht es leicht loszulassen.

Hie hat Tine eine freie Linien Zeichnung gemacht. Mit 2 Stiften gleichzeitig.

Tine Klein freie Linienzeichnung einer Skulptur nach Giacometti

Es ist merkwürdig, Leienkünstler finden Freiheit bei Künstler extrem lässig,

sich selbst setzen sie aber enge Grenzen.

Tine Klein freie Linien Zeichnung nach einer Skulptur von Giacometti

Tine Klein Freiheitsübung nach einer Skulptur von Giacometti

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin so extrem stolz auf meine Schüler sie ihre Eigenen Lösungen finden. Leider kann ich nicht jeden Namentlich erwähnen….Alle Zeichnungen sind nach Giacometti Skulpturen entstanden.

Liebe Grüße, seid glücklich und entspannt im neuen Jahr!

Tine

Seid ihr in der Schweiz? Hier kannst du dich unverbindlich in den Verteiler für den Spaziergang mit Stift eintragen, dann gibt es Infos wann was  los ist… 

Hier geht es zum Kunsthaus….

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Genüsslich im Skizzenbuch stöbern

Eine Muße-Stunde mit dem Skizzenbuch von Detlef Surrey. Bei Anderen im Skizzenbuch zu stöbern ist einfach wundervoll. Für mich ist das wie ein Kochbuch zu lesen, auf der Suche nach guten Rezepten. Während die Sketcher sich munter im Pub unterhielten, habe ich mich mit Detlefs Skizzenbüchern in eine Ecke gekuschelt und mir geschworen, wenn ich mal über das Menschen zeichnen schreibe, dann möchte ich mit Euch in Detlefs Büchern stöbern.

Detlef Surrey kann mit wenigen Strichen Geschichten erzählen und das so gut, dass er seit Jahren in dem harten Geschäft des Illustrierens erfolgreich ist. Was ich an seiner Arbeit schätze? Seine freundlichen Augen, er zeigt das Menschliche und das Komische des Alltags. Wenn er mich zeichnet, dann fühle ich mich liebevoll ertappt.


Total erwischt!


Sizzenbuch von Detlef Surrey: Tine Kleins Workshop

Sizzenbuch von Detlef Surrey: Tine Kleins Workshop

Detlef hat mich schon häufiger gezeichnet und das sorgt immer wieder für heftige Lacher in meinem Umfeld.

Schon wieder mit Breitseite erwischt. Mein Atelierkollege meint, ich sei von Natur aus eine Comicfigur. Ich jedoch denke, es gehört extrem viel Können dazu einen Menschen erkennbar in ein 1 cm großes Strichmännchen zu verwandeln über dem ein Leuchtpfeil mit der Aufschrift: * schaut her dies ist… Tine!* hängt


Besser als Fahndungsfotos


Solche Bilder sind tatsächlich einprägsamer als Fahndungsfotos, weil sie extrem viel über Menschen erzählen.

Sie machen einen Menschen ganz deutlich erkennbar, weil sie kurz und knackig Eigenheiten und Umfeld beleuchten. Viel hilft dabei nicht viel, sondern es muss das Wesentliche sein, damit der Mensch erkennbar wird.

Ich muss Lachen wenn ich sehe wie gekonnt Detlef meinen Fahndungsbrief schreibt:

Blonde, kurvige Mallehrerin gesucht, mit einem Hang zu bunten Sommerkleidern (die Macht der englischen Gene)…Sie kann die Augen nicht von ihren Malschülern lassen und wacht wie eine Glucke über sie wie über die Entchen. Da muss ich selbst lachen, wenn ich das sehe. Oft ist das zwingende Erkennungsmerkmal die Körperhaltung: Ich habe vor Jahren mal eine Gehbehinderung gehabt und obwohl ich schon lange keine Probleme mehr habe, stabilisiere ich immer noch mit beiden Hände mein Becken wenn ich stehe…es ist ein Tick aus meiner Schmerzzeit…

Wieso wird der Mensch erkennbar?


Wie macht man einen Klecks zum Menschen und zur Story?


Hier geht es ja nicht um mich, sondern darum zu erkennen, wie man eine Story in einem Bild erzählt. Detlef reduziert gekonnt auf die wesentlichen Merkmale. Es sind einige wenige Eckpunkte:

Außerliches: Blond und Rund

Körperhaltung: Hände in die Hüfte gestemmt.

Accessoires: Immer im Happy -Kleidchen

Blick: Total fixiert auf die Gruppe

Umwelt: Stifte, Blätter, sichtbare Zeichenmaterial stützen die Story der Zeichenlehrerin

Was heißt das für unsere Skizzen?

Durch das Verdichten von Informationen wird eine Skizze zur Story…

Wenn ihr so arbeiten wollt, dann müsst ihr Indizien-Spuren legen. Ein rennender Mann wird durch Uhr und Aktenkoffer zum gestressten Geschäftsmann.


Good Vibrations  im Skizzenbuch


Good vibrations und ein paar Zusatzinformationen machen eine Skizze zu einer schönen Geschichte.

drinkdraw von Detlef Surrey, Herz-der-Kunst, Tine Klein, Skizzenbuch

Drink and Draw von Detlef Surrey

Das was wir uns von Detlefs Arbeit merken können, ist das man einfach nicht viel braucht, es geht um das Wesentliche

Diese kleine Zeichnung hat mich sofort angesprochen, die gute Stimmung bei einem Drink & Draw. Der Kern ist die freundliche Stimmung: Also 2 nette zugeneigte Gesichter, 2 Gläser Wein und ein Stift…fertig ist der Drink & Draw.

Beim zeichnen von Geschichten geht es nicht  um einen Anatomie-Wettbewerb, sondern um Menschliches.


Ja, das Menschliche


Der Alltag liefert uns immer wieder gute Stories, die wir oft ganz schnell vergessen. Diese Skizzenbuchgeschichte lebt vom Kontrast: Hinten tobt die Party, vorne stehen die Spassbremsen.

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Detlef Surrey: Fest in Frankreich

Natürlich ist diese Version schon etwas für Fortgeschrittene, aber das Prinzip kann man sich merken. Zeichnungen werden oft enorm klar durch Blicke und Gesten, ich glaube neben dem Blick, ist die Geste für Zeichner das wichtigste Werkzeug im Skizzenbuch.

 


Die kleine Geste


Die kleine Geste erzählt oft die eine ganze Geschichte, mehr braucht man nicht um den Kontakt zum Zuschauer herzustellen.

nachdenklich

von Detlef Surrey

Die Hand zeigt wie er nachgrübelt, nicht mal mehr der Blick ist notwendig.

Die Geste ist wichtig, um zu zeigen was ein Mensch denkt oder wie er sich fühlt, sie kommt von innen.


Der Blick


Der Blick ist unerlässlich überall dort wo Interesse signalisiert wird.

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Detlef Surrey: Straßenszene in Manchester mit Daniel Nies und Tine Klein

Daniel Nies hat einen wunderschönen Strich und ich schaue ihm immer wieder gerne beim Zeichnen zu. Detlef hat das eingefangen. Jeder sieht, dass mich Daniels Zeichnung interessiert. Warum?

Eine Besonderheit des Menschen ist, das er dem Blick eines Anderen folgt und daraus Informationen gewinnt, das ist so natürlich, dass wir alle vergessen wie besonders dies ist.

In unseren Zeichnungen können wir diesen Zusammenhang ganz einfach nutzen, der Zuschauer wird dem Blick unserer Zeichenfiguren folgen und damit können wir super zeigen was uns interessiert. In der Zeichnung zeigt man dann die Figuren ein wenig von der Seite. Eine eine kleine Drehung des Kopfes und die Blickrichtung wird sichtbar. Dafür müssen wir den Kiefer zeichnen, denn dann sieht man, wie jemand seitlich auf etwas schaut. ( wurde im Artikel der letzten Woche beschrieben)

Wenn wir auf Blick und Geste achten, dann werden unsere Zeichnungen lebhaft und belebt. Ich selbst habe losgelassen, Zeichnen ist für mich kein Anatomie-Wettbewerb. Ich liebe Zeichnungen, die die Geschichte des Lebens erzählen…

Was denkst du dazu? Wir wünschen Dir ein schönes Wochenende.

Vielen herzlichen Dank an Detlef Surrey.

 

Viel Spaß dabei ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende.

Tine

P.s. Hier könnt ihr noch in Detlefs- Blog und seinem Skizzenbuch stöbern

http://surrey-skizzenblog.blogspot.ch/