Vorzeichnung Zeichenschule Teil 2

 

Tine Klein, Zeichnung Lucca, Urban Sketch, Tutorial Vorzeichnung. malen lernen. Zeichnen lernen


Die Vorzeichnung und ihre Tücken


Bei der Vorzeichnung ist ja noch alles klar?! Kennst du das? Du sitzt irre lange an der Vorzeichnung und dann ist sie nicht so wie Du es wolltest?

Wenn Dir das auch so geht, dann habe ich jetzt eine Lösung für dich!

Das Ohne-Detail-Konzept


Wie macht man eine  Vorzeichnung?


Ist doch klar, oder! Oder nicht?

Jeder glaubt er kann vorzeichnen, die meisten Menschen glauben eine Vorzeichnung macht man in der folgenden Art:

Man zeichnet etwas bis ins letzte Detail ganz genau, dann können bei der eigentlichen Zeichnung oder Malerei keine Fehler mehr entstehen. Man fühlt sich viel besser, wenn man vermeintlich keine Fehler mehr machen kann.

Dummerweise bezahlt man das sichere Gefühl mit dramatischen Fehlern. Warum?

Das Augenscheinliche ist, dass man all die Linien und Radierereien nie wieder aus einem Bild heraus bekommt.

Was aber wirklich passiert ist, dass du eine mehr oder weniger gute, fertige Zeichnung erstellst und deren Fehler  die spätere Malerei oder Zeichnung absolut beherrschen.

Denn wir haben keine Vorzeichnung gemacht, sondern ein ganzes und oft fehlerhaftes Bild.

Ich kann es halt nicht besser!?

Oft sind wir nicht halb so blöd wie wir denken, die Fehler entstehen durch die Arbeitsweise, das erzeugt Unfähigkeit! Warum?


Motorik und Proportion: Wie der Mensch bei der Vorzeichnung tickt


Eine Vorzeichnung sollte schnell machbar sein, so das man sie einfach vergisst, wenn sie nicht wundervoll ist.

Was gehört rein in eine Vorzeichnung?

Die wichtigste Anforderung ist meistens die Proportion und der Entwurf. Niemand will das unsere Bilder scheußlich oder falsch aussehen, also muss unsere Arbeitsweise bei der Vorzeichnung zumindest dies garantieren.

Unsere Arbeitsmethode passt nicht zu der Software in unserem Kopf.

Die Welt ist voll mit Dingen, deshalb springen wir in unseren Vorzeichnungen hin und her. Wir springen von der Form und Proportion ins Detail, also zum Beispiel von der Perspektive eines Hauses zu den Fenstern.

Und du kannst es ruhig zugeben, du machst es bestimmt!

Dann passiert dies in unserem Kopf:

Das Gehirn braucht seinen Speicherplatz für die Aufgabe Fenster. Es vergisst all das, was wir uns zur Proportion erarbeitet haben, es wird all unser Wissen im Kurzzeitgedächtnis gnadenlos löschen, denn wir arbeiten jetzt an etwas anderem.

Das ist kein Fehler des Gehirns, so arbeitet nun mal unser Computer im Kopf. Unnötiges wird rausgeschmissen, eine reine Ordnungsmaßnahme.

Schnick-Schnack Vorzeichnungen machen dich schlecht, weil sie alle wichtigen Informationen im Kurzzeitgedächtnis löschen.

Malst du zu viele Details in deine Vorzeichnung, dann löschst du jedesmal alle Erkenntnisse zur Proportion. Deine Vorzeichnung wird viel,viel schlechter als als du es eigentlich kannst.

Der erste Arbeitsschritt ist die reine Proportion, willst du Details in einer Vorzeichnung dann sind sie der letzte Schritt.

Vorzeichnung heißt auf das Wesentliche reduzieren und Details dann später hinzufügen.

Anleitung zum Vorzeichnen von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Urban Sketching, weglassen, abstrahieren, das typische finden,

In der Vorzeichnung des Bildes von oben, ist nur das Wesentliche, die Grundformen, der Entwurf und noch einen Fluchtpunkt markiert.


Der Unterschied zwischen Vorstudie und Vorzeichnung


All das was wir normalerweise in Vorzeichnungen machen, macht man als Thumbnails, das sind kleine Zeichnungen die in rasender Geschwindigkeit erzeugt werden. In diesen Zeichnungen schert man sich nicht um die richtige Proportion oder hübsches Aussehen, man testet ob das klappt was man will.

Wofür macht man Vorstudien:

  • Bildentwurf
  • Licht und Schatten
  • Farbstimmung
  • Schwierige Details

Man testet, lässig und super schnell, es geht nicht um super hübsch, sondern um das Wissen was ich brauche. Die Frage ist: Wie wirken meine Ideen im späteren Bild zusammen.

Die Vorstudie dient zum Schauen ob die eigenen Ideen zusammenarbeiten .

Bei einer Probe im Theater steht der Held ja auch noch im Jogginganzug da 🙂

Vorstudien haben nichts in einer Vorzeichnung zu suchen, denn alle Fehler dieser Studien befinden sich dann in unserem Bild.


Vorteile von Vorstudien


Lustigerweise werden Vorstudien fast nie gemacht und das mit dem Argument:

Ich hab keine Zeit!

Dabei sparen kleine schnelle Vorstudien total viel Zeit, denn sie ersparen dir Schwitzen, Angst und Panik im Bild.

All die Probleme, die sonst in Bild oder Vorzeichnung auftreten, kennst du nach einer schnellen Studie schon, das macht dich locker.

Seelenfrieden ist ein enormer Gewinn. Noch toller ist, dass wir Fehler machen dürfen und verschiedenen Varianten durchspielen, was Zeichnungen dann oft einfach brillant macht.


Relaxen im Kunstwerk


Aus Skizzen und Vorstudien lernt man so richtig viel, sie sind das Mittel zum Malen lernen.  In Vorzeichnungen hat dies aber nicht zu suchen. Das macht man vor der Vorzeichnung!


Summary: Worauf müssen wir bei der Vorzeichnung achten


Ganz wichtig ist das deine Vorzeichnungen so einfach und schnell sind, das du dir mehrere erlauben kannst. Es ist einfach sinnlos viel Zeit und Liebe in eine Zeichnung oder Malerei  zu stecken, die von Anfang an ein wenig verdorben ist.

Ohne Details garantierst du den Blick auf das Wesentliche

Zeichne ganz in Ruhe nur die  Grundformen, aber ohne Schnick-Schnack.

Silhouetten sind sehr sinnvoll, man kann sie sehr leicht in eine Vorzeichnung umsetzen.

Dieses einfache Konzept wird deiner Zeichnung oder deinem Bild Ruhe und Klarheit geben. Deine Zeichnung wird besser und du wirst schneller.

Eine Vorzeichnung muss so leicht oder dezent sein, dass sie im Kunstwerk total verschwindet oder so angelegt werden, dass sie ins Kunstwerk übergeht ohne die Zeichnung oder das Bild einzuschränken oder die künstlerische Freiheit zu beengen.


Gibt es eine Methode um das Vorzeichnen zu vereinfachen?


Ja, die gibt es, man muss ausblenden, was man malt. Brille ausziehen, bei Fotos dreht man sie auf dem Kopf. Bloss nicht erkennen was wir malen, das hilft sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Nur noch einfachste Grundformen und Winkel malen.

Die Strategie des Reduzierens sind sehr unterschiedlich: Man kann sehr fein Vorzeichnen oder alles auf grobe Farbblöcke reduzieren.

Vorzeichnen mit Farbblöcken, Tine Klein Anleitung zum vereinfachten Vorzeichnen

Entweder hart oder zart, wichtig ist das weglassen. Auch auf Basis so eines Weglassens können sehr gelungene Zeichnungen entstehen.

Das Ohne-Detail-Konzept ist bis in sehr späte Phasen der Malerei sehr hilfreich.

Schaut Euch dies mal in der Ölmalerei an: Der Maler Aaron Westerberg zeigt wie er seine detailreichen Ölwerke mit Ohne-Detail-Vorstudien beginnt.

Weiterlesen zum Thema Zeichnen lernen:  Zeichnen mit Tinte

Aaron Westenberg

 

 

Malen und Zeichnen ist Entscheiden!

Anleitung, Tutorial malen lernen von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Urban Sketching Ort: Rivert, Spanien

Tine Klein: Rivert


Farbe, Form und Linie bilden ein Ganzes


Für ein gelungenes Bild muss man diese drei Komponenten ins Gleichgewicht bringen. Was man dabei allerdings tut, hängt ganz vom eigenen Charakter ab. Ich zum Beispiel liebe die Farbe, ich tobe mich beim Malen zuerst mit Farbe aus, in dieser Phase gilt für mich:

Kopf aus – Herz an

Das ist sozusagen die erste Phase in der Beziehung. Hier wird wild geküsst, beim malen bringe ich also erst mal viel Farbe und viel Gefühl auf das Papier.


Malen heißt Entscheiden


In der zweiten Phase des Malens muss ich dann durchaus den Kopf anstellen.

Denn dann heißt es ganz gezielt der Emotion der Farbe mit dem Stift den passenden Schliff zu verpassen.

Der Stift steht in meiner Kunst für genaue Form und die Linie.

Die Farbe für Emotion, Freiheit und Fläche

Deshalb habe ich oft eine ungeheure Mühe, die passende Form zu meiner wilden Farbe zu finden. Die passende Ergänzung zu finden, das erscheint aber auf den ersten Blick genauso sinnvoll und übersichtlich wie die Partnerwahl mit einem Datingportal im Internet.

Kurzum, ich werde kurz hysterisch und schwarzseherisch….das kann einfach nicht klappen!

Dieses Gefühl muss man beim malen sofort abwürgen, denn das hieße ja, es gäbe keine Lösungen fürs Problem. Nein, es ist eher wie bei so vermaledeiten Datingportalen. Die sind so gruselig, weil es viel zu viele Angebote gibt, aber Frau weiß nicht welches ein Frosch oder die Antwort auf die kleinen und großen Gelüste ist.

Kurz um es heißt entscheiden! Jede Komponente im Bild muss auf andere antworten.

Die meisten Bilder werden zerstört, weil man versucht sich nicht zu entscheiden und alles offen zu halten. Es ist als wenn man mitten im Fluss ist, will man ans Ufer, dann muss man nach links oder rechts schwimmen!


Einfach Anfangen!


Die Antwort heißt einfach anfangen! Wie lernt man Malen und Zeichen? Durch das Tun!

Wie beim Dating muss man sich erst mal treffen. Ich schnappe mir also meinen Stift und fange an.

Ich fange spontan da an, wo ich die wenigsten Probleme vermute.

Das Zeichnen auf Farbe ist meiner Meinung nach der schönste schöpferische Akt beim malen, denn es ist wie ein Flirt oder ein gutes Gespräch. Ich zeichne und plötzlich antwortet das Bild anders.

Malen ist antworten und reagieren.

Man reagiert auf die Vorschläge des anderen und lässt sich Ideen geben oder man reichert es einfach an.

Auf der linken Seite das Bildes kann man ganz prima sehen, was passiert, wenn Farbe und Stift einer Meinung sind!

Der Stift ergänzt nur. Er reagiert völlig auf die Farbe. Er ergänzt und reagiert.

Anleitung, Tutorial malen lernen von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Urban Sketching Ort: Rivert, Spanien

Nur ein paar Stämme und Äste fehlen noch denn die Farbe hat ja auch die Form der Bäume im Griff.


Notfalls rufen wir die Feuerwehr!


Fehler sind toll! Wenn alles so laufen würde, wie man es geplant hat, dann wäre das Leben und auch die Kunst, einfach gähnend langweilig!

Ganz links ist die Farbe ausgelaufen, das ist total blöd! Oder eine super Inspiration, der Stift macht eine Tropfnase zum Baumstamm.


Wer zuletzt lacht, lacht am Besten!


Also was ist wenn es überhaupt nicht passt?

Gibt es ja auch! Und verdorbene Bilder gehören einfach auch mal dazu!

Aber wer bestimmt was passt und was nicht passt? Im Zweifelsfall immer noch Du!

Als ich meinem Mann geheiratet hab, hat einer der Gäste gesagt, wir spenden dann Geld für die Scheidung! °,..,° Sollte heißen die passen ja zusammen wie die Faust auf´s Auge.

Die Dame ist mittlerweile 2 mal geschieden und wir immer noch Happy, denn Gegensätze vermeiden Langeweile. Hat mir damals total weh getan, aber wer zuletzt lacht, lacht am besten!

Wer zuletzt lacht, lacht am besten!

Genau so halte ich es auch in meinen Zeichnungen. Ist doch klasse und total bereichernd, wenn es zwei total unterschiedliche Pole gibt.

Unterschiede in Licht, Farbe,  Form und Schatten sind eine der ganz wichtigen Gestaltungsprinzipien der Kunst.

Wenn etwas mal nicht ganz harmonisch ist, dann ist das die Würze fürs Bild.

Also beim Zeichnen und ergänzen sei immer Du selbst, es sei denn, Du kannst ein Einhorn sein! Dann sei ein Einhorn und fang an zu zaubern!

Anleitung, Tutorial malen lernen von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Urban Sketching Ort: Rivert, Spanien

Sprich, mach mit deiner Zeichnung was Du willst, du musst sie weder ausmalen, noch musst du beim malen darauf achten, dass die Zeichnung später dazu passt. Es sieht nämlich total klasse aus, wenn die Zeichnung sich mal von der Farbe löst!

Guck mal auf die rechte Seite der Zeichnung, da hat der Stift Widerworte zur Malerei gesetzt. Selbst wenn der Stift spontan sagt: Ach, rutsch mir doch den… leck mich! Insgesamt bleibt das Ergebnis doch Klasse!

 

 

Eine der wenigen Regeln die die Kunst hat ist, bleib du selbst. Schüttele dein Haar und sein ein Einhorn!

Ganz herzliche Grüße aus Chicago!

Nächste Woche gibt es keinen Blogbeitrag, dafür immer wieder eine Live – Berichterstattung vom großen Treffen der USK Künstler in Chicago

Good vibrations

Tine

Schaut mal bei den Urban Sketchers rein in der Symposion-Woche bestimmt viel Spannendes!

http://www.urbansketchers.org/

Und wer noch mal an die tollen Werke aus Manchester erinnert werden möchte:

Skizzen aus Manchester

 

 

 

 

 

Zu wenig Papier für so viel Motiv


Novelle über die Verwandschaft von Gummimensch und Motiv


Copy Right Tine Klein Skizzenbuch, Malerei Zürich, Altstadt, Motiv: Urania Sternwarte

Tine Klein Urania Zürich

Manchmal kommt mir ein Motiv so vor wie der Gummimensch im Zirkus! Da gibt es eindeutig eine Verwandschaft, denn beide werden in eine Kiste gehämmert bis ihnen die Knie über den Ohren hängen.


Über die Macht des Faktischen


Als ich noch als Wissenschaftlerin tätig war, ist mir etwas Komisches aufgefallen:

Wenn ich mit meinen Vorgesetzten und und unseren Geldgebern aus Politik und Wirtschaft diskutierte, dann wurde man oft von den alten Alphawölfen in der Luft zerrissen, das Ego war oft wichtiger als das Thema.

Wenn mir etwas wichtig war, legte ich jedoch still und leise einen fertigen Entwurf auf den Tisch. Bei allen entstand der Eindruck, das sei ja fertig und längst diskutiert, es gab ein paar winzige Änderungen und die Sache war vom Tisch.

Das ist die Macht des Faktischen und ich hab mich darüber auf der Damentoilette oft vor Lachen ausgeschüttet. Hihi, schon wieder hat der alte Wolf nicht gemerkt, dass Blondi Rotkappe ihn ausgetrickst hat.


Nicht austricksen lassen!


Die Macht des Faktischen ist eine Trickfalle und in genau die tappen wir mit unseren Motiven.

Der Mensch hat einen Ausschalter am Gehirn: Bei: „So ist es eben!“ wird die Stromzufuhr im Gehirn sofort abgestellt. Tine Klein

Blätter oder auch Keilrahmen haben eine bestimmte Größe und das verleitet dazu diese Größe auch zu nutzen und schon stecken wir mit beiden Beinen in der Falle.

In uns gibt es immer so einen Chor unterschiedlichster Anweisungen und  diese inneren Stimmen helfen uns  garantiert jedes Motiv zu ruinieren:

  • Innere Stimme eins ∗seusel∗ : Mal alles, dann bist du auf der sicheren Seite!
  • Innere Stimme zwei ∗flöt∗: Sei ganz fleißig und verschwende kein Papier! Schau mal Liebes da ist noch eine Ecke, die hast du noch gar nicht bemalt!

Lernen heißt: Idiotische innere Stimmen zum Schweigen bringen und zwar mit dem Holzhammer! Sonst passiert dies, hier kann ich nicht ganz bei Bewusstsein gewesen sein:

Urban Sketching Malen lernen, Zeichnen lernen , Aquarell, Aarau, Schweiz,Motiv

Negativ Beispiel: Hätte schön aussehen können, wenn das Motiv komplett an den Rand gerutscht wäre und es nicht so aussieht als würde es sich am rechten Rand stauen.


Lass dich nicht fesseln


Merke: Du musst dein Motiv nicht behandeln als wenn du es in einen Koffer stopfen möchtest und dann auf dem Deckel rumhopsen!

Natürlich ist es sinnvoll das Papierformat auszunutzen, es geht jedoch darum das Motiv zu unterstützen und nicht darum das Blatt bis in die hinterste Ecke anzustreichen.

Ich finde man darf mit Motiven so ziemlich alles machen was ihnen hilft, sie also auch mal quer völlig kreuz und quer zum Papierformat malen.

Besonders hilfreich ist es sich von der statischen Rechteckform bei Skizzen zu lösen

Man kann sie auch mal auf dem Papier drehen, sie biegen oder krümmen, siehe oben. Wichtig ist was das Motiv braucht und nicht was das Papier will.

Wenn wir aufhören in Din – Formaten  und harten Rechteckformen zu denken, dann hängen wir erst mal in der Luft.

Intuition ist ja auch von der Erfahrung gespeist, da wir es nicht anders kennen, sind wir total verwirrt.

Die ersten Versuche nicht im Rechteck zu malen sind wie würfeln!

Ich war mal auf einem Aquarellkurs, dort hat uns der Kursleiter „verboten!“ in anderen Formaten zu malen als nur in A3 quer, weil er es seid 30 Jahren tut. Jedes Motiv wird ins gleiche Format gehämmert! Ich hab die ganze Zeit dämlich vor mich hingegrinst, weil ich mir den Mann immer auf so einen Sado-Masostuhl geschnallt vorstellen musste.

Tipp: Solche Phantasien  nicht hilfreich um an einem Kurs mit den nötigen Ernst teilzunehmen.


Eigene Wege finden


Wenn einem dabei die Intuition nicht hilft. Was hilft dann?

 

Ausprobieren! und klare Linien finden.

Ich für meinen Teil habe festgestellt, dass das Motiv nicht total ausfransen darf.

Trotzdem beginne ich wie oben ganz langsam an dem starren Rechteck zu knabbern, dies sollte einem Rhythmus oder einer Leitlinie folgen oder sich an eine geometrische Form anlehnen.

Ich hab noch einen kleinen Trick, ich betrüge mich selbst: Ich Tape die Seitenränder meines Blattes. So kann ich im Notfall ein paar zusätzliche cm gewinnen, wenn ich das Klebeband abziehe. Diese kann ich dann nutzen um mein Bild zu balancieren und zu ergänzen.

Urban Sketching Malen lernen, Zeichnen lernen , Aquarell, aarau Schweiz, Motiv,Format

Hier kannst du sehen wie ich den abgeklebten Rand benutze um aus dem Rahmen auszubrechen.

Ein Kiah Kien schert sich oft nicht um Papierformat und seine Bilder sind wunderschön und  dynamisch. Schaut mal ob ihr da was findet was euch inspiriert.

Wie ist es denn bei Euch? habt ihr auch Strategien entwickelt? Unter der Überschrift ist der Button zum Kommentieren, ist dieser nicht sichtbar klickt die Überschrift an, dann erscheint er.

Liebe Grüße ins Wochende

Tine

 

Hier kannst du noch was über Kiah Kien lesen:

Kiah Kien und seine Technik

KK´s Webseite

Thumbnail kleiner Zauberer

Anleitung, Tutorial Tinte von Tine Klein Tinte für Aquarell, Skizzenbuch, Zeichnen lernen

Der Thumbnail ist ein kleiner Zauberer, denn er macht das ödeste Motiv zauberhaft.

Thumbnail heißt Daumennagel und es sind winzige Kritzeleien, die natürlich ein wenig größer als ein Daumennagel sind.

Kurz gesagt: Sie trainieren deine Fähigkeit das Beste aus dem Motiv rauszuholen!

Zugegeben dieses Motiv ist nicht hässlich. Beim Zeichnen merkt man aber erst, wo die Probleme des Motives liegen!

Anleitung, Tutorial Thumbnails von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei Bauernhof Hombrechtikon Schweiz

Alle Motive haben kleine Macken, die das Zeichnen erschweren. Das merkt man aber erst beim Zeichnen.

Anleitung, Tutorial Thumbnails von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei Bauernhof Hombrechtikon Schweiz

Hier zum Beispiel ärgere ich mich mit der Laterne rum. Was auf dem Foto gut aussieht und in Realität toll ist, kann auf dem Papier blöd aussehen, denn wir als Zeichner und Maler arbeiten nicht mit winzigen Pixeln.


Entwerfen ist wie Möbel rücken


Wenn man sich einmal klar gemacht hat, das sich  Gegenstände perspektivisch enorm durch wenige Meter verändern, dann gewinnt man Freiheit. Ich darf einen Baum oder Kirchturm verschieben, allein schon der Freiheit willen!

Aber alle Kritik daran sollte verstummen, weil wir den  Baum, würden wir 1 Meter weiter stehen, sowieso an einer völlig anderen Stelle malen würden.


Thumbnail: Weg zur Erkenntnis


Der Thumbnail ist eine winzige Zeichnung. Ich mache sie meistens etwas kleiner als meinen Handy Bildschirm, ca. 10 cm groß.

Also? Welche Wunder soll so eine klitzekleine Zeichnung bewirken können?

Thumbnails sind dazu da herauszufinden, was man braucht. Brauch ich die Laterne, wie groß soll das Haus sein und wo steht der Baum genau?

Das sind die Fragen die ich einem Thumbnail stelle. Der Thumbnail ist das Vorzimmer zum Werk, weil uns die kleine Zeichnung dazu bringt über die Grundstruktur eines Motives nachzudenken.

Die Winzigkeit zwingt uns zum Wesentlichen!

Dabei merkt man was man braucht und was nicht! Das Thumbnail ist wie ein aufgeräumtes Zimmer.


Ein Motiv muss man erfahren!


Die Aufgabe des Thumbnails ist es den Weg zu einer tollen unbeschwerten Zeichnung frei zu machen. Das Thumbnail räumt alle Probleme aus dem Weg.

Wenn man einfach mal loslegt, stellt man schnell fest: „Upps, toll!“, aber irgendwo harkt es.

Was in Wirklichkeit toll aussieht, macht im Bild oft Probleme. Hier merke ich zum Beispiel, dass ich Probleme mit der Laterne bekomme, weil sie mitten im zentralen Motiv steht.


Ins rechte Licht rücken!


Das A und Ohhhhlala für tolle Bilder ist das Licht. Der Rhythmus von hell und dunkel verwandelt Motive zu Hinguckern. Gerade bei Aquarellen ist dies besonders wichtig, denn die verderben ganz schnell, wenn der Maler sich keine Gedanken über Licht macht.

Weiße Möwe auf weißem Grund, der alte Witz über die Ostfriesische Nationalflagge wird in Bildern allzu oft war.

Man sieht halt nix, wenn man keine Schatten hat und diese Lichtverhältnisse simuliert das Thumbnail. Ich merke das 3 dunkle Flächen im Hauptmotiv aufeinander treffen.

Der Kern ist, dass man sich vor der Zeichnung Gedanken macht! So hat man richtig Spaß beim Zeichnen und schlägt sich nicht mit Problemen rum.


Es gibt immer mehrere Lösungen


Ich schätze Thumbnails besonders, weil sie einfach den Kopf frei machen!  Das ganze Motiv auf dem Blatt rumzuschupsen, zeigt mir oft erst was möglich ist.

Das sich Häuser schon bei winzigen Kopfbewegungen massiv bewegen, haben wir ja schon in vorangegangenen Artikeln besprochen. Zum Glück! Auch wenn es die Perspektive fürchterlich schwer macht, für das Entwerfen ist dieser Fakt traumhaft!

Ich liebe das Thumbnail, weil es mich spontan macht! Keine Angst vor stundenlanger Zeichnung, die dann nichts wird.

Ich gelte oft als eine der wilden und spontanen Zeichner.

Das ist auch so! Jedoch hab auch ich manchmal Angst vor Entscheidungen, dann hilft es einfach zu gucken was passiert!

Das in alle Richtungen denken holt mich aus der Öde des Alltags raus und belohnt mich mit traumhaften Entwürfen, so entstehen frische Ideen.


Thumbnail entspannt


Wir sollten uns aus der auf Knopfdruck Situation rausholen! Wenn ich wenig Zeit habe oder gestresst bin, dann kann ich nicht sagen, so ich setz mich jetzt hier hin und male einen Michelangelo!

Das klappt nicht! Dann bin ich wie vernagelt! Diese Thumbnails sorgen dafür, dass ich einfach mit Spaß loslegen kann! Ach ist ja nur ne kleine Zeichnung und los gehts!

Oft werden das die Besten! Denn Thumbnails haben was Meditatives!


Kleiner Merkzettel, was gehört rein in einen Thumpnail?


  • Keine unnötigen Details! Grundformen!
  • Proportionen und Größe des Motives
  • Verschiedene Blickwinkel!Machen Spaß und sind der Schlüssel zum Erfolg
  • Licht und Schatten
  • Spielerische Variationen der Grundidee:  Das verrücken von Gegenständen um das Motiv oder um die Geschichte zu stärken
  • Gezielte Akzente, wenige Fenster oder Strukturen

Und eines ist mir noch extrem wichtig: Wer keine Geschichte erzählen kann, kann niemals nach den Herzen der Anderen greifen und auch dabei helfen diese Miniskizzen: Thumbnail genannt.

Also drauf los kritzeln und überlegen was geht!

Liebe Grüße ins Wochenende Tine! aus dem Herz der Kunst.

Lust auf mehr Info´s: Thumbnails und die innere Stimme

 

 

 

Lavieren, lässige Wasserspiele mit Pinsel

Tine Klein watercolor, Aquarell rivert Spanien, lavieren

Ein ganzer Haufen Urban Sketcher hat sich in Spanien getroffen. Frei nach dem Motto: „Gute Motive brauchen ein bisschen Hausfriedensbruch“ sind wir gerade unbefugt in ein altes Werksgelände eingedrungen.

Tine klein beim malen, lavieren

Jetzt zeigt sich wie unterschiedlich Menschen sind. Detlef und Nicola stürzen sich entzückt auf die Bagger.

Karin ist von den Rohrleitungen fasziniert. Ich mit meiner rosaroten Brille finde das die alte Chemiefabrik doch wirklich hübsch ist. Die fetten weißen Tanks funkeln in der Sonne und ich beschließe mein Skizzenbuch braucht ein Landschaftsaquarell, also heute mal ohne Stift.

Ich zücke den ganz fetten Pinsel und auf geht es. Mein Skizzenbuch ist 30 cm groß und mein Pinsel ist 4 cm gros. Kann das gut gehen?

Mit dem Farbe lavieren verhält es sich wie folgt:

Ich irre rum und finde meine Socken nicht, Christoph Colombus irrte sich einmal und fand Amerika.

Beim malen bin ich allerdings wie Columbus, ich vertraue auf den super Fehler.

Der Trick ist sich auf die Reise zu machen und zwar mit dem fetten Pinsel.

Farbeffekte beim Lavieren sind ein wenig Glücks abhängig!  Wer auf sein Glück vertraut, wird mit tollen Farben belohnt. Oft geben Irrungen und Wirrungen die besten Effekte, weil ungewöhnlich!


Farbeffekte mit Glück und etwas Spucke!


Tatsächlich klappt der Farbeffekt mit Spucke sogar ganz prima! Ich kenne einen sehr guten Aquarellisten der Spuckt regelmäßig auf seine Aquarelle verteilt um die Farbe zu variieren. Er war ziemlich erkältet, danach war jedes Aquarell ein Seuchenmutterschiff. Nach der ersten Faszination des Grauens, es sieht tatsächlich gut aus, es gibt ein ähhh, schönes Sprühmuster, habe ich mir zügig einen Platz weit weg gesucht.

Bis heute grüble ich ob das die Käufer wissen? Ich bevorzuge die Farbvariation mittels lavieren.


Interessante Farben durch lavieren


Lavieren kommt von lavare, Wäsche waschen. Es geht drum, dass man Farbe ins Wasser laufen lässt. In alten Aquarellbüchern wird lavieren als ein hochkomplizierter Vorgang bei dem gestochen scharfe Farbverläufe entstehen beschrieben.

Ich als Schwester des Chaos bevorzuge bevorzuge das Lavieren eher in der urbanen “ kipp- mal- zusammen Methode“.  Ich lasse Farben ganz unformell ineinander laufen.


Interessante Farbflächen


Der Laie versucht eine Fläche brav auszumalen, der Profi versucht die Farbe interessant zu machen.

Lieber ein tolles Bild als zwei Öde.

Man lässt eine feuchte Farbe zerfließen und interessant wird es, wenn man andere Farben mit einbringt.

Innerhalb einer Farbe oder bei verwandten Farben ist das überhaupt kein Problem, denn hier gibt es beim Eintropfen auf das Papier gar keine Probleme.

Im Bild seht ihr ja, ich laviere die Bäume alle in Grün,Blau und Gelb. So ist am absolut auf der sicheren Seite. Der Farbton verändert sich, das ist nichts was ein Bild zerstört!  Wer also anfängt auf dem Blatt zu mischen und nicht im Kasten  zu mischen sollte so anfangen.

Tipp für Anfänger , Farbe auf dem Blatt verändern:

Fläche einfärben, auf der Schattenseite etwas dunklere Farbe eintupfen, auf der Lichtseite Farbe mit dem Taschentuch wegsaugen. Trara und schon ist es interessant und räumlich!

 


Kontolle adé


Die schönsten Farbeffekte erzielt man, wenn man nass in nass Farbe ineinander laufen lässt, deshalb ist mein dicker Pinsel auch genau richtig. Vergiss die Kontrolle und lehn dich zurück und lass die Farbe machen!

Der beste Tipp ist: Farbe ineinander tropfen oder pinseln und dann:

Finger weg!

Denn die Pigmente müssen sich ganz natürlich verteilen können.

Läuft etwas aus dem Lot, dann lieber das Papier neigen und bewegen als mit dem Pinsel drin rumzurühren!

Oft weiß man nach der ersten Sekunde :

UPPS! Wasserfarbe ist ein Krimi!  Das war ein Mord! Dann bitte nicht zögern, sofort den Lappen drauf und die ganze Farbe aufsaugen.

Alles andere gibt unschöne Bremsspuren!

Nur die Ruhe:

Ein einmal gesetzte Farbeffekte brauchen Ruhe, dann können die Farben arbeiten.

Manche Farben spalten sich, das nennt man granulieren! Es sieht wunderschön aus. Andere Farben mischen sich oder stoßen sich ab. Das entsteht durch das unterschiedliche Gewicht der Pigmente.

Faustregel: Man darf so lange in der nassen Farbe arbeiten, bis sie anfängt zu trocken, ist kein Wasser mehr da in dem die Pigmente schwimmen können, dann gibt es unschöne Bremsspuren.


Wirklich keine Kontrolle? Die Macht des Gefühls!


Viel Wasser macht tolle Farbeffekte, aber je nasser das Papier ist desto unkontrollierbarer ist die Farbe. Die Kontrollierbarkeit der Farbeffekte entsteht mit Erfahrung und viel Gefühl.

Aber wie erreicht man das? Der eine Tipp ist abwarten, denn die Farbe darf nicht ultra nass sein, dann zerfließt alles.

Aquarellbücher sagen: Nimm den dicksten Pinsel mit Naturhaaren den du kriegen kannst und sauge so viel Farbe und Wasser auf wie du kriegen kannst!

SToooopppp das ist Bullshit!

Diese Anweisung stammt noch aus einer Zeit in der ganz ordentliche Farbverläufe auf riesigem Papier modern waren! Und seither schreibt es jeder ab!

In kleinen Formaten  machen sich dicke Synthetik Pinseln gut, weil genug Wasser für die notwendige Feuchtigkeit da ist und zu wenig Wasser für Überschwemmungskatastrophen.

Dicke Kolinskypinsel setzen Skizzenbücher unter Wasser, dann ist kein kontrolliertes lavieren möglich!

In kleinen Formaten sind dicke Synthetikhaarpinsel und Taschentücher die wichtigsten Accessoires zum lavieren, denn  Taschentücher dämmen Überschwemmungen ein und schützen weiße Flächen!

 

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Jetzt muss ich Gas geben, die anderen sind schon fertig.

Detlef war auch mal wieder dabei, ist immer schön in seinem Skizzebuch zu stöbern: hier zu einem älteren Artikel:

http://blog.herz-der-kunst.ch/im-skizzenbuch-stoebern/

 

 

Zu blass! Aquarellfarben aufhübschen!

 


Hilfe meine Farbe gibt Widerworte


Diese Farbe gibt Widerworte! Wahrscheinlich habe ich nix Besseres verdient.

Aquarellfarbe kann zickig sein. Die Farbe blüht aus, ist nicht zu stoppen wenn sie nass ist, sie kleckert und sie hat nie die Farbe, die man eigentlich malen wollte.

Das alles kann einen irre machen oder glücklich!

Doch richtig fade wird es, wenn Aquarellfarbe oder Wasserfarbe zu blass ist.


Blöderweise malt man Aquarellfarbe oft mit angezogener Handbremse, dann wird sie langweilig


Weil die Farbe so exzentrisch ist, wird sie oft mit angezogener Handbremse gemalt. Wenn man der Aquarellfarbe die Zügel zu doll anlegt, dann wird sie blass und ausdruckslos, und so ist sie dann zu der Spießerfarbe schlechthin verkommen.

Wem von uns ist das nicht schon passiert: Das zu blasse Aquarell? Dann bloß nicht ärgern, denn es gibt tolle Lösungen!


Aquarellfarbe aufhübschen liegt voll im Trend!


Aquarellfarbe ist keine Spießerfarbe mehr, mit der Welle der Illustratoren kam viel frische und freche Kunst in Umlauf.

Grade diese Illustratoren arbeiten mit Wasserfarbe ganz anders. Sie wollen ihre Kunstwerke nicht an die Wand hängen sondern drucken. Sie hübschen ihre Aquarelle mit bunten Tinten oder Ecoline, einer leuchtenden flüssigen Wasserfarbe, auf. Leider zersetzen sich diese künstlichen Pigmente oft am Licht.

Merke: Flüssige Wasserfarben  und viele Tinten sind nicht lichtecht! Hände weg außerhalb des Skizzenbuchs!


Falsch verarbeitet werden Aquarellfarben blass!


Meist liegt es an der Verarbeitung, wenn Aquarellfarben zu blass werden.

Tipp 1:

Ansprühen! Wer seine Aquarellfarben vor dem Malen mit Wasser ansprüht, erleichtert das Lösen der Pigmente enorm, sie werden viel strahlender.

Tipp 2:

Wasserfarbe bzw. Aquarellfarbe braucht viel Wasser um ihre tollen Effekte zu zeigen!

Doch dann wird sie blass, denn nass wirkt die Farbe viel intensiver! Wer schon mal am Meer oder in einem Bergbach tolle Steine gesammelt hat, kennt den Effekt, solange es nass ist strahlen die Farben! Zuhause ist die Enttäuschung groß! Die Steine sind trocken einfach grau!

Also kräftig übertreiben, irgendwann weiß man wie es hinterher aussehen wird!


Pimp it Baby! Bilder mit Aquarellstiften aufpeppen


Auch bei Aquarellstiften muss man aufpassen, nicht alle sind lichtecht. Das Einzige was hilft ist es eifrig die Packungen zu studieren. Im Wesentlichen unterscheiden sich die Stifte durch Härte und Löslichkeit.

Ich habe mal auf der philippinischen Insel Boracay gelebt. Bilder gibt es nicht mehr, das Material war nicht lichtecht! Ich hab das Gefühl ein Jahr meines Lebens ist gestorben! Das passiert mir nie wieder!

Probiert die Aquarellstifte im Fachgeschäft aus! Ich liebe Weiche, denn mit denen kann man auch gut zeichnen.

Stellt beim Kauf kritische Fragen:

  • Lichtechtheit
  • Pigmentstärke
  • Transparenz

 


Nasser oder trockener Stift: beides geht


Wer glaubt ein Aquarellstift sei ein Aquarell der täuscht sich.

Das trockene Verstärken der Farben wird Anfängern am leichtesten fallen! Ich finde es am hübschesten wenn man bei Flächen nicht aufdrückt wie verrückt, denn harte Linien machen sich nicht gut im Aquarell! Der Trick ist den Ton der Aquarellfarbe ganz langsam zu intensivieren.

Unauffällig verstärken kann man am besten mit Farbschleierern ohne große Linien über die Farbe zu legen!

Aber auch das Zeichnen in Aquarellen sieht toll aus.

Ist man zu schlampig können deutlich sichtbare Striche zum Ärgernis werden, denn auch wenn man es will, sie lösen sich nass nicht wirklich auf.

Aber wer sagt das sich Striche immer auflösen müssen? Nachteile sind oft echte Vorteile, denn gewusst wie ist es ein schöner Effekt: Siehe Punkt 1:

Merke: Auch mit Wasser darf der Strich nicht Krickelkrakel sein, denn man sieht die Striche immer ein bisschen.

Echt Klasse ist es, wenn die Aquarellstifte lasieren, also transparent sind, dann sieht man das Aquarell hindurch.  Bei Punkt 2 sieht man, das das Aquarell unter dem Stift die Hauptrolle spielt!

Der nächste Haken ist das Steuern der Farbintensität, was trocken noch harmlos ausschaut, kann nass regelrecht explodieren, denn die Pigmente entwickeln Kraft wenn sie gelöst werden! Siehe Punkt 3: Der Giebel sollte blau werden, wirkt aber schnell schwarz, damit kann mann Zeichnungen sehr schnell verderben! Oder sehr schnell zu echten Hinguckern machen!

Auch aus ganz blassen Aquarellen kann man noch echt viel rausholen! Selbst ganze Flächen können farblich verändert werden. Nr. 4 zeigt den Unterschied von gepimpt zu unberührt.


Praktischer Helfer


Ich habe etwas entdeckt was echt Klasse ist!

Aufhübschen von Aquarellfarben Tine Klein mit Stift Palette

Es gibt raue Paletten, auf diesen kann man den Stift abreiben, die sind ein wenig wie Schmiergelpapier! Mit Wasser und der Plastikpalette wird der Stift zur echten Aquarellfarbe! Nicht nur auf Reise extrem hilfreich.

Liebe Grüße ins Wochenende Tine! Ich hoffe ich konnte helfen!

Mehr über leuchtende Farben lesen?

strahlende Farben durch Dunkelheit

 

 

 

 

 

Licht ist meine Lieblingsfarbe!

Auf dem Tisch der Taverne liegt das griechische Licht in meinem Skizzenbuch!


Gerade nach einem langen Winter kann ich sagen: Licht ist meine Lieblingsfarbe!


Heute habe ich Urlaubsbilder angesehen und eines gefunden, was ich auch kurz bevor es fertig war fotografiert habe. Was noch fehlte war der Schatten und der letzte Schliff.

Eine super Gelegenheit euch zu zeigen, was passiert wenn! Denn Strahlen will gelernt sein.

Einer der häufigsten Fehler in Bildern ist der Umgang mit Licht und Schatten. Die meisten Zeichner und auch Maler haben am Anfang Angst vor dem Schatten, doch dann stellt man schnell fest, dass alles nlass und grau wirkt.

Licht und Schatten sind ein Team, so wie guter Bulle und Böser Bulle, ist es ein Trick. Licht und Schatten arbeiten hinter der Kulisse heimlich zusammen.

Wenn wir das  vergessen, dann fangen wir das Licht nicht!


Lass es strahlen!


Wir malen oft wundervolle Bilder, doch in unserer Angst etwas falsch zu machen, trauen wir uns nicht die Dunkelheit in ein Bild zu setzen.

Zu oft haben wir erlebt, dass ein Bild durch schwarz ekelhaft vergraut! Aber ist diese Vorsicht richtig? Denn ohne echten Schatten sieht es so aus:

Tine Klein malen lernen Anleitung Licht und Schatten Kuppeln Santtorin

Tine Klein Tutorial Licht und Schatten


Der Schatten macht einen Unterschied wie Tag und Nacht!


Vergleich einmal diese beiden Bilder, sie sind zu 90 Prozent identisch! Ich habe das Bild fotografiert als ich mit der Verdunkelung anfing! Stört euch nicht an den kleinen Farbunterschieden, ich habe beim ersten Bild die Tonwerte heruntergeregelt um Euch zu zeigen was passiert, wenn man sich nicht traut.

Man sieht ganz deutlich! Keine Unterschiede im Licht! Also auch kein Strahlen.

So wie im ersten Bild kolorieren 90 Prozent der Anfänger und auch viele der Fortgeschrittenen ihre Bilder. Haltet ihr das für eine gute Idee?

Beim 2. Bild habe ich nur alles Dunkle deutlich abgedunkelt. im Himmel eine dunkle Lasur hinzugefügt und schon entsteht das griechische Strahlen.

Braun und schwarz erzeugen die nötigen  Kontraste, denn da wo die Sonne scheint, gibt es auch starken Schatten.


Was sind eigentlich Tonwerte?


Bei Tonwerten geht es um Hell und Dunkel. Es ist sozusagen der Lichtwert einer Farbe!

Kontrast ist ein deutlicher Tonwertunterschied!

Habe ich mindestens 3 dieser Tonwerte, dann entsteht in einem plötzlich Bild Räumlichkeit und Strahlkraft.

Schaut mal bitte ins erste Bild seht ihr wie flach und grau es im Vergleich zum 2 Bild wirkt? Insbesondere an der Kuppel sieht man es.

Tipp: Denke gleich daran eine Farbe gleichzeitig in Hell und Dunkel zu verwenden.

 


No Risk no Fun!


Will man wirklich ausdrucksstarke Bilder, dann darf man nicht nur im  mittleren Tonwert bleiben.

Das ist nicht  Sicher! sonder sicher Langweilig!

Nur wer Licht und Schatten vereint, wird charaktervolle Bilder erhalten! Jedoch birgt der Einsatz von schwarz in Bildern immer ein hohes Risiko!


Schwarz – entschmuddeln


Hast du den Unterschied gesehen? Der ist doch Wahnsinn! Also trau Dich! Taste dich an den Schatten heran, denn sonst wird in deinen Bildern niemals die Sonne scheinen.

Tipp: Benutze niemals Schwarz!

Wenn du die Erfahrung gemacht hast, das deine Bilder durch den Einsatz von Dunkelheit hässlich werden, dann hast Du recht!

Schwarz sollte niemals schmuddelig schwarz sein, sondern einen deutlichen Farbeinschlag haben. Ich benutze entweder rotbraun das durch Sepia fast schwarz wird oder Neutral Tinte von Schmincke, das ist ein Schwarz was fast Lila ist.

Kommt mir das Schwarz im Bild immer noch schmuddelig vor, dann gebe ich noch rot, violett oder blau hinzu.


Keine Farbe ist jemals einfarbig! Meine Lieblingsfarbe ist das Licht!


Der Trick ist jedoch die Farben ganz deutlich in der Lichtstärke, der Helligkeit und Dunkelheit zu variieren!

Phataloe Blau teilweise gemischt mit Türkis und Delftblau, also Abweichungen  ins Helle und ins Dunkle. Rotbraune Tinte variiert mit schwarz-brauner Sepia Tinte, das gleiche Prinzip von Hell und Dunkel.

Wichtig ist, das es jeweils helle,mittlere und dunkle Farbtöne gibt! So werden Farben nicht nur strahlend sondern auch plastisch.


Schütze zuerst das Weiß


Viele meiner Schüler empfinden es als eine Pflicht auch noch das letzte Stückchen Papier zu übermalen und das macht ihre Bilder trist.

Sei ein Wächter des Lichst!

Wir brauchen Flächen, die das Licht reflektieren, deshalb arbeite ich so gern mit Füllhalter, denn so komme ich ganz nah an die Helligkeit mit meiner dunklen Tinte, ohne die Gefahr das Weiß zu verlieren.

Ich zeichne wie in diesem afrikanischen Sprichwort:

„Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.“

Ganz herzliche Grüße ins Wochenende

Tine

Demnächst gibt es in Zürich eine kostenlose Vorführung rund ums Sketching- und Aquarellmaterial. Ich zeige, was ich benutze und erkläre auch warum. Wer Lust hat darf einfach kommen. Wer Probleme oder Fragen hat, ist ebenfalls herzlich eingeladen zu fragen.  Ich bin den ganzen Tag für Euch da und freue mich euch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zwischendurch werde ich immer mal wieder etwas Vorführen und Zeichnen, das wird ein spannender Tag! Ich freu mich schon auf Euch.

Liebe Grüße Tine

Hier geht zu Zumstein
Samstag, 8. April 2017 / 10 – 16 Uhr
Ort: Rennweg 19, 8001 Zürich

 

Weitere Artikel über Licht:

Wissen über Aquarellfarbe

 

 

 

Abstraktion im Skizzenbuch

Tine klein, Abstraktion, Brugg, Switzerland

Diese Woche geht es um Abstraktion. Nicht alle nahezu abstrakten Kunstwerke entspringen der reinen Vorstellungskraft.
Man hört allzu oft: Das sieht ja gar nicht so aus! Oder da fehlt etwas! Bei solchen Ausrufen stellt man sich doch die Frage:


Ist Abstraktion für einen realistischen Zeichner unehrenhaft?


NÖ!!! Ich liebe es, denn der Künstler benutzt die Abstraktion um seinen Blick zu zeigen. Genau dieser Blick ist es, der mich interessiert.

Die Abstraktion funktioniert wie ein Trichter, sie richtet den Blick auf das Wichtigste. 

Damit klar wird was ich meine, stelle ich die folgende Frage:
„Was nützt es in einem Portrait die Maschen des Pullovers brillant zu malen, wenn dies vom Gesicht ablenkt?“

 „Die Abstraktion ist eine Methode um zu zeigen, was wirklich ist“ 

Bei abstrakten Methoden ist es wichtig nicht zuhause vor dem Bildschirm zu hocken, sondern mit dem Skizzenbuch in der Hosentasche umher zu laufen, um dann wirklich zu finden was Du liebst,  denn so ist es viel einfacher, sich nicht auf belanglose Details zu fixieren.


Was darf ich den eigentlich weglassen?


Weglassen dürfen wir meiner Ansicht alles das, was den Charakter des Motives entstellt. Da kommen wir als Künstler ins Spiel, wir definieren durch unseren Blick was wichtig ist.

Das Bild ist Brugg im Aargau in der Schweiz. Der Blick von der Bundesstraße ist wie ein Blick in vergangene Zeiten. In Zeiten wo eine Stadt noch eine urbane Insel in wilder Natur war.

Als ich das erste Mal über die Brücke gefahren bin, hab ich gebrüllt anhalten! Ging natürlich nicht auf der viel befahrenen Straße. Aber ich hab immer noch diesen ersten Eindruck im Kopf.


Kann man Abstraktion lernen?


Aber klar! Eigentlich wird Abstraktion ja mit sehr striktem Handeln verbunden, weil es ja auf den ersten Blick nur nach beschneiden ausschaut.

Ist Abstraktion stricktes Reduzieren oder doch ein Spiel?

Abstraktion ist ein Spiel mit den wichtigsten Fragen zum Bild:

  • Was was sind die wichtigsten Eigenschaften der Bildelemente?
  • Wo liegt meine Aufmerksamkeit?
  • Was brauche ich um zu zeigen, was ich liebe?
  • Wie kann ich Bereiche in Blöcken zusammenfassen?
  • Was darf ich weglassen, damit mein Bild nicht zu chaotisch wird?

Skizzieren ist die Grundfähigkeit der Kunst zu reduzieren!


Beim schnellen Skizzieren teilt man Bilder oft ganz intuitiv in ihre Hauptbestandteile auf.
Eine ganz wichtige Methode ist, viele schnelle und sehr kleine Skizzen zumachen, zum Ersten damit du dich nicht in lauter Details verrennst und Zweitens weil es die Grundformen herausarbeitet.

Wenn man es erklärt wirkt es total einfach.

Ich habe Stadt und Natur in ihrer Art als unterschiedlich betrachtet: Die Natur wuchert und die Stadt ist gerade und graphisch.


Grundform zuerst!


Und damit meine ich auf keinen Fall die unsäglichen Zeichnungs-Umrandungen, die man in vielen Skizzenbüchern sieht! Nein, ich banne das Motiv durch schlichte Farbblöcke in mein Skizzenbuch, ganz ohne Vorzeichnen.

Nur das Nötigste:

Rechts wo die Stadt nicht im Fokus stand, gibt es nicht einmal Häuser nur Dächer. Ist dir das aufgefallen?
Dass hat einen enormen Vorteil, man sieht sehr schnell ob die Grundform korrekt ist und ohne jedes Detail kann man ganz schnell sehen, ob der Zauber eine Motivs im Kern gefangen wurde.


Abstraktion ist nicht nur weglassen es ist experimentieren!


Abstrahieren heißt etwas stützen. Ein gutes Beispiel ist die Frage ob ein Himmel immer blau sein muss? Wenn dies mein Motiv nicht stützt, dann brauche ich keinen blauen Himmel, denn es geht immer und einzig und allein um die Aussage! Und hier kommt das Experiment ins Spiel…was stützt meine Aussage?


Das Unterbewusstsein arbeiten lassen:


Der Startpunkt ist mein Bildzentrum

Klar überlege ich mir zuerst was ins Bildzentrum soll, ich weiß ja ganz genau was mich dazu bewogen hat das Bild zu malen. Aber das ist nur ein Startpunkt.
Wenn dann im Bild mein Unterbewusstsein anfängt etwas Anderes zu funken, dann folge ich unbedingt meiner Intuition.

Folge deiner Intuition

Wenn ich skizziere, dann entsteht ein automatischer Bewegungsfluss. Ich stelle den Kopf ab und lasse Seele und Bewegung das Werk erledigen. Dabei entstehen oft völlig willkürliche Bewegungen und Betonungen.

Dabei lasse ich erst mal alles weg, was mir nicht direkt ins Auge fällt. Ich verlasse mich auf die Automatik meines ganz persönlichen Sehens. Das ist das Geheimnis der Abstraktion!
Offensichtlich können viele Menschen diese Automatikbewegungen wie eine Sprache der Seele lesen.

Details kannst du hinterher jedertzeit hinzufügen, aber die Seele interessiert kein Fenster zählen!

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Die Kurse bei Boesner in der Schweiz starten bald!

Boesner Unterenetfelden

Boesner Münchwilen

Mehr zu Bildentwurf im Blog

 

Mogeln mit Marker adé Abdeckflüssigkeit


Abdeckflüssigkeitsphobie und Heilungsmöglichkeiten


Das Thema ist heute Licht und Reflexe in Skizzen. ich habe eine Abdeckflüssigkeitsphobie, allein schon weil sich das Wort so ekelig anhört.

Ich bekenne, ich als spontaner Zeichner werde sofort psychotisch, wenn es um Abdeckflüssigkeiten geht. Lichter sind aber wichtig für tolle Bilder, deshalb war ich auf der Suche nach anderen Möglichkeiten.


Abdeckflüssigkeit ist kleberig und unpraktisch


Abdeckflüssigkeit ist der Antichrist der Spontanität, das Zeug ist draußen einfach unpraktisch. Zuerst einmal macht die Abdeckflüssigkeit den Pinsel kaputt oder du musst Reinigungsflüssigkeit mitschleppen. Dann braucht das Zeug unglaublich lange zum trocknen und wenn man es abrubbelt, schaut alles anders aus als gedacht.

Kurz um ich habe eine Abdeckflüssigkeitsphobie

Allerdings wird Abdeckflüssigkeit neuerdings auch als Marker angeboten, darauf habe ich mich sofort gierig gestürzt.  Mein erster Versuch war ein totaler Fehlschlag. Ein schnell verklebter Stift, dessen Strichstärke offensichtlich irgendwo in der Hölle ausgewürfelt wurde. Wahlweise lief der Stift aus oder er malte nicht.


Die kostenlose und schönste Lösung ist Aussparen


Ich male das große weiße Haus, in dem ich den Himmel male. Selbst wenn ich jetzt total kleckere, ist das sogar gut, denn es verbindet mein Haus mit dem sonnigen Himmel. Die Technik ist extrem einfach, denn man muss überhaupt nicht super genau sein.

Aussparen ist die beste und die smarteste Möglichkeit, es braucht halt ein bisschen Übung, bis man merkt, dass man dabei ganz entspannt und nicht super genau arbeiten muss.

Tine Klein Zürich Schipf, Experimente mit weißem Marker


Lass die Kanten reflektieren!


Ich kenne uns ja ganz genau! Was ist das größte Problem? Ja, genau mal wieder alles zugemalt! Und jetzt ist das ganze Bild zu trist.

Kanten, metallische Dinge oder Fenster sollen genauso wie in der Natur Licht reflektieren, denn dann sehen Bilder großartig aus.

Es ist eine extreme Erleichterung, wenn man ein Fensterkreuz mal eben schnell mit dem Stift ins Aquarell malen kann, dafür gibt es eine sehr einfache und prima Lösung: Gelstifte oder Marker.


Marker und Gelstifte fürs Aquarell


Grade ich als sehr schneller und spontaner Maler bin über die Marker dankbar,ich muss nicht alles planen.

Natürlich donnerte sofort einer meiner Kollegen in der Akademie, dass dies doch keine saubere Aquarellmalerei sei, so was hätte Turner auch nicht gehabt! Das ist Mogeln!

Manchmal setzen sich Dinge einfach durch, weil sie extrem praktisch sind.

Lieber Reto, Turner war auch kein ewig Gestriger, der wäre auch froh gewesen ,wenn er auf das Wasserklosett gedurft hätte, anstatt in den Nachttopf zu pinkeln.

Diese Stifte erleichtern einem einfach das Leben, sie werden sich durchsetzen.


Qualitätsunterschiede wie Tag und Nacht!


Leider gibt es viele Stifte auf dem Markt, die sich auf keinen Fall als Kunstmaterial eignen. Viele Stifte trocknen schnell oder haben einfach keinen stabilen Tintenfluss.

Diese Stifte fallen vorzugsweise mitten im Bild aus. Der Grund sind Luftblasen im Pigmentgel, auch Kleine reichen und der Stift ist kaputt, denn sie lassen sich durch Schüttel nicht entfernen. Tipp: Guckt euch beim Kauf die Mine an.


Die positiven Beispiele, Qualität macht sich bezahlt


Wenn die Stifte mitten im Bild ausfallen raub mir das den letzten Nerv, ich werde aus dem Arbeitsfluss geworfen.

Gefunden habe ich beide positiv Beispiele durch Mundpropaganda.

Bis dato war mein Favorit der Signo Gelstift, den gibt es hier in der Schweiz oft in der Büroecke im Supermarkt und er ist wirklich das weiße Einhorn unter den Gelstiften.

Er ist zuverlässig und fällt nicht aus bis er wirklich leer ist.

Gelstift Alternative zum zur Maskierflüssigkeit, Tine Klein

Ist das Papier trocken malt er zuverlässig. Leider wird der Signo nicht wasserfest.

Deshalb habe ich weitergesucht, bei einen Drink and Draw in München dieser Stift in die Hand gedrückt wurde:

Der Molotow Marker: mein neuer Geliebter

Den Molotow bekommt man nur im Fachgeschäft, denn es gibt beeindruckend viele Austausch- Minen, dass war der Grund warum ich endlich gefunden habe, was ich brauchte. Im Fachgeschäft wurde die dicke Filzmine durch eine hauchfeine Metalmine ausgetauscht, dadurch verwandelt sich der Marker in ein Präzisions-Werkzeug der malerischen extra Klasse.

Ohne die Mundpropaganda hätte ich mir den Marker nicht mal angesehen.

Der Umbau des Stifts lohnt sich, er macht dann hauchfeine Linien. Die Spitze heißt Special Tech Spitze. Die Minen könnt ihr euch am Ende des Artikels ansehen.

Den Signo und den Molotow one 4all hatte ich im Dauereinsatz, beide decken, trocknen und sind allzeit bereit. Der Molotow ist allerdings in der Anwendung noch deutlich brillanter, dieser Marker ist ein echtes Kunstmaterial, das Acryl wird wenn es trocken ist wasserfest.


Nicht mit der groben Kelle!


Jedoch eine kleine Warnung:

Viel hilft nicht viel!

Hier seht ihr  den Molotow oben an der Dachkante des weißen Hauses und am Kamin stark deckend eingesetzt, an der Dachkannte reflektiert es am meisten.

Wenn man die Stifte zu dick einsetzt, wirkt es künstlich. Mit der feinen Spitze, fügt sich der Marker fast unmerklich ins Aquarell ein.

Falls Dein Stift nicht weiß wirkt, liegt es meistens nicht am Stift, es kann an fehlender Dunkelheit liegen. Besonders Klasse wirken die Marker auf extrem dunklen Farben. Der Molotow deckt auch mit sehr feinen Linien. In den Fenstern und auch beim Geländer habe die Linien mit Wasser angelöst, es sollte nicht nach Stift aussehen, sondern ganz natürlich wirken.

Im orangen Haus habe ich größere Flächen ausgespart, aber alle Reflexe mit dem weißen Stift gesetzt. Es würde komisch ausschauen, wenn man alles mit dem Stift übermalt. Gerade das Wechselspiel zwischen Papierweiß und Stift erzeugt die Illusion von Licht Reflexen. Die zarte Spitze des Molotow gefällt mir so gut, weil ich ganz genau bestimmen kann wie die Acryltinte des Stiftes fließt.

Im Schatten gibt es kein Bling Bling! Leider!

Im Schatten bei den Statisten will ich keine auffälligen Effekte, hier benutze ich den Marker in der noch feuchten Farbe und lasse ein paar Tupfen zerfließen, so entsteht die Andeutung von Butzenscheiben.

Tine klein Skizze mit weißem marker


Verarbeitungshinweise


Übrigens die Stifte zeichnen nicht gut, wenn der Untergrund nass ist. Präzise Linien entstehen nur auf trockenem Untergrund. Der Einsatz in der feuchten Farbe erzeugt sanfte Effekte, deshalb ist das setzen der Lichter im Bild der letzte Schritt.

Ich hab mich für das Mogeln mit Marker entschieden!

Bitte schreibt Eure Erfahrungen, oben unter dem Titel findet ihr die Kommentare. Was könnt ihr zum Thema Licht und Reflexe beitragen und empfehlen? Hat schon Jemand einen Marker mit Abdeckflüssigkeit entdeckt der toll ist?

Ich wünsche Euch ein tolles Wochenende und freue mich auf eure Beiträge

Herzliche Grüße aus Zürich

Tine

Ich bin von den Minen fasziniert wahrscheinlich weil es meinen Spieltrieb weckt:

Minen bei Molotow

 

Mehr lesen zu ungewöhnlichen techniken?

Schriftentransfer im Skizzenbuch

Menschen zeichnen und die richtige Proportion


Wie groß sind eigentlich 1,70 dahinten in meinem Bild?


Tine Klein, Aquarell, Skizze. Menschen zeichnen, Zeichnen lernen, kolorieren

Tine Klein schnelle Skizze mit Aquarell und I-Pad

 

Diese Woche stellte eine Schülerin von mir eine sehr schlaue Frage:

Wie groß muss ich eigentlich Menschen  in meinem Bild zeichnen?  Der Schüler neben ihr brummt: Zwischen einem Meter Sechzig und einem Meter Achzig, und grinst schelmisch.  Was natürlich mal wieder bewiesen hat, dass es keine dummen Fragen gibt, sondern nur blöde Antworten!

Jetzt steht die Frage im Raum : Wie groß ist ein Meter und Siebzig Zentimeter dahinten im Bild? Also sprich, wie groß muss ich Menschen zeichnen?

Das ist natürlich irgendwie irrsinnig….normalerweise antworte ich auf die Frage: „Wie groß muss ich einen  Mensch zeichnen?“:

Na, der Kopf muss durch die Tür passen!

Klar, ich bin da ziemlich praktisch gestrickt, da wo wir Menschen im Bild zeichnen, muss er zu der Größe der Autos und der Türen passen. Das ist die verrückte Welt der Zeichenlehrer. Ich grinse; man macht sich das Leben schwer, wenn man um zu viele Ecken denkt!

Aber selbst wenn das nicht passt, wie unten, sieht ein Bild mit Menschen immer eindrucksvoller aus als ohne:

Tine Klein, Aquarell, Skizze. Menschen zeichnen, Zeichnen lernen, kolorieren

Tine Klein Zürich Unterstadt Aquarell und I Pad

Jetzt aber gucken mich 10 Leute höchst interessiert an und fragen ja wo ist den so 1,70 genau im Bild!

Die Frage ist ein bisschen irre, jedoch sehr sehr gut, denn bei Menschen scheint die Perspektive ja viel kniffeliger als bei Häusern. Wir haben ja keine Hauskante, die man mal eben auf den Fluchtpunkt durchziehen kann. Da passiert es wie hier schnell mal, dass einer der Menschen ein wenig zu groß ist:

 


Drei-Dimensional


Die Frage ist wirklich super gut, denn wir wollen ja auf einem 2 dimensionalen Blatt die Illusion von Tiefe entstehen lassen. Wir brauchen also einen Vordergrund, einen Mittelgrund und einen Hintergrund und überall haben die Menschen im Bild eine andere Größe.

Da wir die Menschen ja nicht fluchten können, wissen wir nur das die Menschen im Hintergrund kleiner sein müssen und im Vordergrund viel größer und detaillierter.

Ist es ein Mysterium oder wissen wir doch mehr?


Die Augenhöhe hilft immer


Wer den Blog öfter liest, weiß es jetzt schon mehr. Die Augenhöhe ist die exakte Höhe deiner Augen beim Zeichnen. Sie ist in den meisten Büchern als Horizontlinie beschrieben.

Die Augenlinie ist so hilfreich weil, es auf ihr keinerlei perspektivische Verzerrung gibt. Um das jetzt mal vom Fachchinesisch zu übersetzen, alle köpfe sind im Bild brav aufgereiht, wie die Wäsche an der Leine.

Deshalb ist es so super praktisch Menschen perspektivisch zu malen, wenn wir selbst stehen!

Schau mal oben im Bild; die Köpfe sind ja nach Körpergröße alle mehr oder weniger auf einer Linie.


Die Köpfe der Menschen in einem Bild sind auf gereiht Vögel auf dem Stromkabel


Dies macht es in Bildern sehr einfach, die Menschen werden zwar in der Entfernung kleiner, die Köpfe bleiben aber auf einer Höhe.

Tine Klein, Aquarell, Skizze. Menschen zeichnen, Zeichnen lernen, kolorieren

Tine Klein, Aquarell, Straßenszene Zürich

Selbst wenn die Proportion mal nicht ganz richtig ist, sieht es immer irgendwie passend aus wenn die  Köpfe auf einer Höhe sind. Die kleinen Höhenunterschiede entstehen durch die unterschiedliche Größe der Menschen in dem Bild.

Du musst dich also nur grob an die Proportionen halten. Ober- und Unterkörper sind gleich lang und schon passt es.

Achtung, dies gilt nicht wenn du auf dem Fußboden sitzt, dann sind alle Kniescheiben auf einer Höhe! Nur schön für Sitzriesen oder Knie-Fetischisten !


Hilfe, ich hab einen Alien gesehen!


Der häufigste und scheußliche Fehler in der Anwendung dieses praktischen Phänomens ist, dass die Zeichner die Köpfe nicht schrumpfen. Achte also beim Menschen zeichnen auch darauf, dass wir alle die Neigung haben Köpfe zu groß zu zeichnen, das passiert ganz leicht und sieht sehr merkwürdig aus. Du wirst sehen, das passiert fast jedem! Auch mir manchmal! Wenn ich solche Bilder sehe, muss ich lächeln, da kommen ganze Raumschiffe mit Hunderten von von ET´s und gehen bei uns in der Fußgängerzone einkaufen! Wie cool ist das denn?

Viele Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Seid letzter Woche kann man sich im Blog anmelden, so erhaltet ihr eine Email, wenn der Blog veröffentlicht wird.