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Hast du Lust im neuen Jahr deine Zeichnungen und Aquarelle direkt besser zu machen?
Dann lege ich dir Zeichnen mit Graphit ans Herz.
Graphit ist der normale Bleistift, also eine Sache die dich preiswert und schnell gut macht! Aber Graphit gibt es in den unterschiedlichsten Formen! Als Staub oder als Aquarellfarbe!
Auch Aquarellisten sollten diesen Artikel ruhig lesen, denn die Tonwerte sind nicht nur der häufigste Fehler beim Zeichnen, sondern auch eine kniffelige Sache mit Aquarell.
Im Aquarell kann man die Grundlagen des Tonwertes kaum lernen, denn es ist extrem schwierig sich auf das Aquarellieren und den Tonwert gleichzeitig zu konzentrieren. Oft gilt, ein gutes Aquarell braucht eine gute Tonwertskizze und so sind wir beim Thema Zeichnen mit Graphit.
Warum wirken so viele Zeichnungen schwach, obwohl sie sauber gezeichnet sind?
Fast immer liegt es an fehlenden oder zu zaghaften Tonwerten.
Eine Zeichnung ohne Tonwerte ist wie ein Satz ohne Betonung.
Es gibt ja auch keine Musikstücke, die man nur mit einer Note spielt, selbst eine Trommel hat unter schiedliche Klänge.
Das Auge hat Sensoren für Hell und Dunkel, sie heißen Stäbchen. Und wenn man diese gut reizt, wirkt ein Bild immer gut!

das hier ist ein Bild mit flüssigem Graphit, also wie Aquarell vermalbar.
Hat man keine Tonwertunterschiede, dann wirken Bilder immer ausdruckslos und das kennen Zeichner und Aquarellisten sehr gut! Stuft man aber die Grautöne, wie oben im Bild stark ab, wird es nicht langweilig.
Zeichnen mit Graphit! Fehlende Tonwerte haben Auswirkungen.
Zeichnungen mit fehlenden Tonwerten bleiben flach, weil sie dem Auge keine Abstufungen anbieten. Alles ist gleich hell, gleich wichtig, gleich laut. Das menschliche Sehsystem funktioniert jedoch über Kontraste. Alle Objekte im Licht haben eine helle und eine dunkle Seite. Wir erkennen Formen nicht über Linien, sondern über Hell-Dunkel-Unterschiede. Ist das Licht gleich gibt es keinen Raum.
Deshalb stehen Kontraste und Licht im Zentrum jeder starken und räumlichen Zeichnung.
Warum sind Zeichnungen mit Licht so attraktiv?

Weil Licht sexy macht! Sexy ist, dass unser Auge an Licht gewöhnt ist! Das Auge erkennt die Art von Schatten genau. Wir sehen sie ja seitdem wir das erste Mal die Augen aufgeschlagen haben.
Lichtseite, Halbschatten, Kernschatten, Reflexlicht.
Das ist das was uns Informationen über den Raum gibt! Hast du diese 4 Lichtstufen, dann erwacht eine Zeichnung zum Leben!
Selbst Zeichnungen, die ganz einfach sind oder auch massiv fehlerhaft, werden durch Licht zum Leben erweckt.
Licht ist die Sprache des Auges!
Also merke, deine Zeichnungen brauchen immer 3 bis 4 Tonwertstufen.
Beim Zeichnen mit Graphit ist das besonders einfach machbar. Graphit kann extrem Zart, aber auch tief dunkel sein. Dieses Spannungsfeld macht den Reiz aus.
Das Material beim Zeichnen mit Graphit:
Zarte Tonwerte:
Also ist es wichtig unterschiedliche Graphit Stifte zu benutzen.
Die etwas härteren Graphit Stifte sind zart und silbergrau. Mann kann jeden Graphitsift durch Druck in der Helligkeit variieren. Ich empfehle hier Hb , H, 2B, 4B
Tipp: Aufgepasst bei jeder Firma sind die Härten anders!
Der zarte Ton ist alleine langweilig und ausdruckslos, wird aber beim Zeichnen mit Graphit gebraucht um eine Brücke zwischen Hell und Dunkel zu bauen.
Also sollte man mindestens 2 Stifte haben.
Einen der heller ist und einen ganz weichen Stift, mit dem man die dunklen und scharzen Tonwerte erzeugt.
Lichter beim Zeichnen mit Graphit:
Lichter kann man bei Graphit im nachhinein in die Zeichnung radieren. Wunderbar sind auch Knetradierer, die das Graphit besonders gut radieren und die man in jede beliebige Form bringen kann.
Besonders gut sind ebenfalls harte eckige Radierstifte, mit ihnen kann man auch helle Linien in die Zeichnung einfügen.
Das sieht man wunderbar in dem Bild was gleich kommt! Das sieht enorm attraktiv aus. Und entfaltet in deiner Zeichnung eine starke Wirkung.
Ein Radierstift oder ein Knetradierer ist dabei Gold wert. Du kannst Licht regelrecht zurückholen. Zeichnen mit Graphit ist kein Einbahnstraßenprozess, sondern ein Dialog zwischen Auftragen und Wegnehmen.
Zeichnen mit Graphit, der Mittelton, oft sind dies die großen Flächen!
Um schwierigsten sind übrigens die großen mausgrauen Flächen im Mittelton zu gestalten.

Hier sollte man eher malerisch Zeichnen, denn Flächen werden oft ungewollt zum Killer guter Zeichnungen, weil sie hässliche Strukturen enthalten.
Du bist genervt von der Fläche und schon kritzelst du los!
Ein normaler Papierwischer für ein paar Rappen oder Cent hilft dir gleichmässige Flächen mittleren Tonwertes anzulegen. Mit ihm lassen sich Tonwerte weich verteilen, Flächen verbinden und Übergänge erzeugen. Viele haben Angst davor, weil sie denken, das sei „Schummeln“. Ist es nicht. Es ist Zeichentechnik.
Der vierte Tonwert ist Schwarz.
Und Schwarz ist wie Salz und Pfeffer.
Ein bisschen davon hebt alles an, zu viel zerstört das Gericht. Schwarz setzt man sparsam ein, gezielt, bewusst. Es ist kein Flächenfüllton, sondern ein Akzent. Dort, wo maximale Tiefe gebraucht wird: in Kernschatten,.
Für diesen Schatten braucht man weiche Graphit stifte oder einen Graphitstift den man flüssig vermalen kann.
Im Härtegrad arbeite ich gern mit 6B und 8B oder…. mit wasserlöslichem Graphit.
Tipp: Taucht man einen Löslichen Graphitstift kurz ins wasser erzäugt er, eine enorme Schwärze!
Tonwerte sind kein Beiwerk.
Tonwerte sind das Fundament für lebendige Aquarelle und Zeichnungen. Das Zeichnen mit Graphit hift dir zu erkennen wie du Bilder mit Licht und Schatten attraktiv gestaltes.
Warum bügeln Tonwerte selbst bei lockeren Zeichnungen so viele Fehler aus?
Weil Tonwerte Struktur schaffen, wo Linien unsicher sind. Eine Zeichnung darf wackelig, skizzenhaft oder frei sein – wenn die Tonwerte stimmen, wirkt sie trotzdem überzeugend.
Weil das Licht wie im Leben ist.
Tonwerte stabilisieren eine Zeichnung. Sie halten sie zusammen.
Liebe grüße Tine
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