Tubenfarben oder Näpfchen was ist besser?

Tubenfarben waren für mich Jahrelang ein völlig unnützes Produkt.

Nur die Narren und die Toten ändern niemals ihre Meinung!

Irren ist so menschlich! Mittlerweile male ich sehr gerne mit Tubenfarben. Der Grund dafür ist ganz einfach, meine Bedürfnisse haben sich geändert.

Die Stimmung von Bildern steuert man über die Wasserzufuhr.

Wenn man trocken und kräftig malt, geht alles sehr schnell. Die perfekte Technik für draußen.  So eine spontane Aquarellskizze kann man in wenigen Minuten aufs Blatt zaubern, der Trick ist die richtige Konsistenz der Farbe.

Tine Klein Tubenfarben oder Näpfchen was ist besser? Tutorial. Barcelona Aquarell

Eine andere Konsistenz zaubert ganz andere Effekte. Hier ist die Farbe so flüssig wie Tee.

Das Bild wurde am gleichen Tag nach einem Regenschauer gemalt. Ort, Farben und Papier sind zum ersten Bild absolut identisch.

Die Unterschiede in der Ausstrahlung der Bilder beruhen allein auf der gewählten Pinseltechnik und dies hat etwas mit Wasser zu tun und nicht zwingend etwas mit der Farbe.

Es gibt viele Märchen rund um die Farbe, und viele dieser haarsträubenden Irrtümer beruhen auf Halbwissen oder sie haben einen wahren Kern, deshalb möchte ich heute mit euch über die Mythen rund um Aquarellfarbe in Tuben und Näpfchen reden.

Was Unterscheidet Näpfchen oder von Tubenfarben?

Generell ist in Näpfchen oder Tube erst mal das Gleiche drin. Das eine ist fest das andere flüssig. So weit so gut. Dies gilt oft auch Hersteller übergreifend, viele Firmen greifen auf die gleichen Pigmente zurück.

Warum gibt es dann solche Preis- und Qualitätsunterschiede?

Der Pferdefuß findet sich in der Weiterverarbeitung, es ist wie beim Kuchen backen. Aus Fett, Zucker und Eiern kann man Hunderte von unterschiedlichen Rezepten backen.

Manche dieser Rezepte sind mitunter Jahrhunderte alte Geheimrezepte.

Und deshalb können bestimmte Firmen einzelne Farben besonders gut, während andere Farben dieser Firma gar nicht gut sind. Es ist nicht so, dass man jedes Pigment in das gleiche Grundrezept kippen kann.

Trotzdem liegt es meistens am Benutzer, dass eine Farbe nicht strahlt.

Nun versuche ich mal mit den Mythen rund um die Farbe aufzuräumen.

Tuben Farbe ist billiger, weil man mehr Farbe bekommt?

Du liebe Güte, Nein!!!!! Dieses Argument höre ich im Unterricht immer wieder. Es ist jedoch Nonsens! Denn in Tubenfarbe ist viel Wasser! Man bekommt mehr Volumen aber weniger Pigmente. Würde man das Wasser verdampfen bliebe nur ein kleines Häufchen Staub.

Wer Finanzsorgen hat sollte im Gegenteil zu Näpfchen greifen, denn hier bekommt man enorm viel mehr Pigment fürs Geld.

Sind Tubenfarben brillanter als Farben aus dem Näpfchen?

Diese Frage hätte ich Jahrelang radikal verneint!

Heute würde ich wie eine gute Juristin sagen: Es kommt drauf an!

Bei den meisten guten Farbfirmen steckt im Napf, das gleiche wie in den Tubenfarben, nur eben viel trockener. Doch Firmen benutzen unterschiedliche Produktionsverfahren.

Die Farben mit den Füllstoffen sind dann selbstverständlich viel schlechter als die Reinen.

Wir gehen jetzt aber mal von den guten Farbfirmen aus, die strecken ihre Farben nicht! Denn die Farbe ist ihr guter Ruf! Das Strecken allein kann nicht den schlechten Ruf der Farbe aus Näpfchen nicht erklären. Bei den gängigen Marken Herstellern und auch bei preiswerteren Künstlerfarben, aus Russland oder Asien gibt es durchaus gute Farben auch in Näpfchen.

Tatsache ist der schlechte Ruf basiert auf der Unwissenheit der Benutzer der Farbe.

Woher kommt schlechte Ruf der Näpfchen?

Der erste Grund ist ein Irrtum.

Farben ohne Wasser sind matt und dunkel.

Ähnlich wie die Rosine im Vergleich zur Weintraube sehen trockene Farben nicht besonders sexy aus.

Doch der Eindruck täuscht, darf ein trockenes Pigment schwimmen fängt es auch an zu funkeln. Es breitet sich auf dem Papier aus und entfaltet dann seine Strahlkraft.

Viele Farben aus Näpfchen haben die gleiche Strahlkraft wie Tubenfarben!

Doch es ist mit Näpfchen viel schwerer Farben zum Strahlen zu bringen! Warum?

Das strahlen der Pigmente!

Nix ist schöner als eine strahlende Farbe.

Doch nicht Jeder bringt Farbe zum Strahlen, dazu gehört eine Menge Wissen über Pinsel und Mischen.

Und genau hier beginnt der schlechte Ruf der Näpfchenfarben.

In der kleinen Mischfläche eines Farbkastens kann man oft nicht sehen, welche Konsistenz eine Farbe hat. Mit diesen winzigen Pinseln ist es absolut unmöglich, die Farbe in der richtigen Konsistenz und in einem Zug auf das Papier zu bringen.

Dadurch entstehen viele Fehler.

Kennst du das? Die Farbe ist nach dem Tocknen blass und matt?  Oder die Dunkelheiten wirken hart und passen nicht ins Bild? An einer Stelle des Bildes bilden sich Wasserränder und an einer anderen gibt es scharfe harte Kanten wo es Übergänge geben sollte?

Das alles sind Wasserfehler!

Diese Probleme entstehen durch das Zusammenspiel von Feuchtigkeit im Pinsel und Feuchtigkeit auf dem Papier.

All dies ließe sich leicht vermeiden, wenn man die Konsistenz der Farbe erkennen würde. Dieses erkennen der Konsistenz von Farbe, behebt viele der gängige Fehler macht Farben wunderschön.

Denn wenn man weiß wie dick eine Farbe sein muss um zu strahlen, dann hat man den Schlüssel gefunden.

Strahlende transparente Farben fühlen sich in einer Konsistenz von Tee bis Sahne wohl. Sahne hat Leuchtkraft und Sättigung. Deckende Farben lieben Konsistenzen von Sahne bis zu flüssigem Honig.

In dieser Konsistenz kommt die Farbe aus der Tube.

Tatsächlich ist es viel einfacher die Konstanz der Farbe zu steuern, wenn sie aus der Tube kommt, weil man dann meistens auch ein Mischbrett benutzt.

Bei Farbkästen kommt die Konsistenz der Farbe immer etwas unterschiedlich aus den Näpfchen und man muss ziemlich aufpassen, damit man die richtige Sättigung an Pigmenten herstellt.

Die Pinseltechnik führt zum schlechten Ruf der Näpfchenfarben

Wer die Konsistenz der Farbe nicht kennt, kann die Mehrzahl der Pinseltechniken nicht korrekt ausführen.

Wenn Betrachter Bilder mit raffinierten Pinseltechnik sehen, dann denken sie im Gegenzug aha! Tubenfarben sind besser. Und tatsächlich stimmt es auch, dass Beobachten der Konsistenz von Farben ist mit Tubenfarben einfacher zu erlernen ist.

Tubenfarben oder Näpfchen, wer hat wo die Nase vorn?

Näpfchen sind preiswerter und praktischer. Viele Menschen malen gerne draußen, und möchten deswegen keine Tubenfarben mitnehmen. Deswegen möchte ich jetzt ein paar Tipps geben, wie man die Konsistenz besser erkennen oder beeinflussen kann.

Wenn man seinen Pinsel mit Unmengen Wasser aufladen muss um Farbe aus den Mädchen zu kratzen, dann ist eine Steuerung unmöglich.

Tipp Nummer 1: Den Farbkasten vor dem Malen ansprühen.

Am besten macht man dies mehrmals, schon deutlich vor dem Malen. Der Farbkasten soll nicht unter Wasser stehen, sondern die Farben sollen eine cremige Oberfläche bekommen. So kann man die Farben auch ohne viel Wassereinsatz aus den vielen herausnehmen.

Tipp Nummer 2: Ein großes Mischbrett.

Anstatt im Farbkasten mischt man auf einem Mischbrett. Auf dem Mischbrett kann man beobachten, wie eine Farbe aussieht, wenn sie die perfekte Konsistenz hat.

Wie kleberig ist sie? Diese Beobachtung macht dich zu guten Maler!

Man wird dann zum Beispiel beobachten, dass eine Farbe mit der man perfekte Linien ziehen kann, eine Konsistenz von Creme hat.

Eine Farbe für leuchtende Lasuren fühlt sich an wie flüssige Sahne und ganz helle Lasuren laufen flüssig wie Tee über das Mischbrett.

Tipp Nummer 3: Ein paar Farbtuben mitzunehmen ist vielleicht gar nicht so unpraktisch. Anders als viele Farben, kann man Tubenfarben in einem kleinen Beutel mitnehmen. Dies ist auch nicht mehr Aufwand als ein Farbkasten. Wenn man die Farben schrittweise verdünnt, erkennt man leicht die Unterschiede der Konsistenz.

 

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und tolle Malerfahrungen

Liebe Grüße Tine

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Malen lernen und Entspannung!

Entspannung- was tut dir so richtig gut?

Malen lernen ist etwas Wundervolles, und am besten geht es, wenn man entspannt ist. Das Malen lernen hat zwei Aspekte, der eine ist der entspannende Teil, der der menschlichen Seele guttut, der andere Teil ist harte Arbeit. Um die Wahrheit zu sagen, kein Mensch lernt gut malen, wenn er sich nicht anstrengt, denn Malen ist ein kunstvolles Handwerk.

Malen lernen ist schön und anstrengend zugleich.

Beide Seiten üben eine enorme Faszination auf mich aus.

Ich bin eine sehr sinnliche Frau, die Genüsse aller Art liebt.  Ich finde gute Dinge und lebe sie dann auch. Das Malen unterstützt diese gute Eigenschaft, weil es mir hilft, die Schönheiten der Umwelt zu sehen.

Malen lernen unterstützt meine gute Laune.

Und gerade das brauche ich.  Wenn man den Fernseher einschaltet, dann denkt man viel zu häufig: Das darf doch nicht wahr sein! Und dann brauche ich diese Powerfähigkeit des Malens, sich auf das Gute zu konzentrieren.

In letzter Zeit ist es in Mode gekommen, dass Postkartenmotive nicht so schick sind.

Alles viel zu schön! Doch ich finde, der Mensch zieht Kraft aus der Schönheit. Genauso wie aus gutem Essen oder einem schönen Glas Wein. Müssen wir nicht gerade in solchen Zeiten sehr dankbar für solche Momente sein? Sie zelebrieren und Kraft daraus ziehen?

In solchen Momenten sehe ich 10 Jahre jünger aus, weil ich keinen Stress habe. Unter der roten Markise ist alles rosarot!

Apropos Stress. Na klar ist es leichter zu malen, wenn man die Freunde und Verwandten in der Lieblingskneipe absetzt. Man muss sich seine Freiräume schaffen.

Wer malen will, muss manchmal überlegen, wie er die anderen beschäftigt!

Am besten ist das Malen für mich dann, wenn ich gute Erfahrungen mit dem Malen konservieren kann.

Es macht Spaß, konserviert die schöne Erfahrung und reinigt meine Seele.

Hier seht ihr, dass das funktioniert! In diesem Wasserloch liefer ich die Lieben ab und kann gleichzeitig in Ruhe malen.

Tine Klein referenz Photo Jaica Malen lernen.

Mein Mann kann mit einem Kollegen über das Programmieren reden, ganz in Ruhe. Ich vertiefe mich ins Licht, vergesse alles, entspanne mich. Die Welt wird zu einem Puzzlespiel aus Licht und Schatten. Links im Bild sind die Männer mit dem Laptop, erahnt man nur!

Tine Klein malen lernen Barcelonetta, Jaica, Aquarell

Das funktioniert auch zuhause, Motive gibt es nicht nur im Urlaub! Wir arbeiten hier auch, deshalb ist es Alltag, nicht Urlaub. Trotzdem tut Tapetenwechsel gut.

Jetzt möchte ich euch mal einige Bilder davon zeigen, was mir so rund ums Malen guttut.

Ich male meistens nicht Indoor, alles, was ich male, habe ich auch erlebt. Ich fülle mein Leben mit guten Erfahrungen. Nach einem Unfall kann ich nicht besonders gut gehen, deshalb fahre ich gerne Fahrrad. Fahrradfahren und Malen sind für mich eine Einheit.

Strampeln und Pinseln, das macht mich glücklich.

Ich brauchte das dringend nach meiner Covid Erkrankung, da war die Luft raus. Körper und Geist brauchen Pflege. Malen und Bewegung helfen mir.

Dabei entstehen Bilder mit Fernblick. Viele der Bilder meiner Spaziergänge und Strampeltouren wirst du in den nächsten Wochen sehen.

Auch du solltest dich fragen, wie du das Glückspotenzial des Malens am besten für dich nutzen kannst.

Eine andere Art des Malens, die ich sehr mag, ist das Malen auf Mal- und Zeichenevents.

Sich mit Gleichgesinnten zusammentun.

In vielen großen Städten gibt es Gruppen, die sich regelmäßig zum Malen treffen.

Was ich daran toll finde, ist, dass man an Orte kommt, die man selbst nicht kennt. Das sind neue Erfahrungen! Und die Erfahrungen bereichern mein Leben.

 

Malen lernen und der Ehrgeiz

Schwierig wird es, wenn mein Ehrgeiz ins Spiel kommt. Wenn ich zum Beispiel nicht in der Lage bin, etwas so aufs Papier zu bringen, wie ich es erlebt habe. Dann werde ich wütend, und in meinem Bild funktioniert nichts mehr. Genau dann muss ich aufpassen, dass ich den schönen Moment nicht zerstöre.

Malen lernen hat einen zweiten Aspekt, es ist eine kontinuierliche Herausforderung!

Wenn ich etwas, was mich fasziniert, nicht kann, dann möchte ich es lernen. Ich muss mich darin verbeißen wie der Dackel ins Hosenbein! Bloss nicht loslassen und kämpfen wie ein irrer gewordener Dackel, ich kämpfe, knurre und strampele mit den Beinen.

Die Herausforderung -Malen lernen

Nicht höher, schneller und weiter – sondern achtsamer langsamer und menschlicher.

Ja, dem kann ich vollkommen zustimmen! Doch Vorsicht, Küchenpsychologie! Wer vorankommen will, der muss lernen! Ich finde es völlig o. k., wenn sich Menschen auf den ersten Aspekt des Malens konzentrieren und das einfach genießen. Doch der andere Aspekt, hat auch etwas Großartiges. Ich möchte lernen! Auch wenn es beschwerlich ist. Nichts macht Menschen schneller kaputt, als keine Aufgabe und kein Ziel zu haben.

Mir tut das gut, und ich habe Freude daran, etwas Neues und Schönes zu lernen.

Stress handhaben:

Es ist ein Paradox, malen lernen ist stressig, doch es soll keinen Stress machen.

Entspannung ist für gute Bilder einfach die Grundlage.

Eine neue Technik macht dich kurzfristig schlechter!

Es ist so gemein, eine neue Technik verwirrt dich, und sofort ist der wunderschöne Effekt des Malens ohne Nachdenken weg.

Es fühlt sich nicht federleicht an, man kämpft damit.

Der Umbau im Kopf erzeugt Chaos.

Leichtigkeit kontra Chaos?

Beim Lernen geht also die Leichtigkeit flöten, deshalb sollte man wissen, wann man beim Malen lernt.

Auch ich musste begreifen, wenn man sich gerade erholen muss, funktioniert es nicht mit dem Lernen!

Schöne kleine Studien ohne zu komplizierte Motive erleichtern deinen Kopf, dass eine neue Technik schmerzlos hereinrutscht.

Erwarte nicht, dass die ersten Bilder besser werden! Und glaube nicht, der Urlaub sei der beste Ort dafür.

Kunst ist ein Handwerk, für das man auch ein wenig kämpfen muss, doch

Malen und die Muse gehören zusammen!

Der Urlaub oder das Erholen sind Orte, an die der Ehrgeiz nicht gehört! Da malt man, was man kann, um sich zu entspannen.

Hier ist der Platz, um die positiven Effekte des Malens zu schätzen, hier sammelt man großartige Erlebnisse und Erholung!

Es nützt nichts, sich zu zwingen, etwas Neues zu lernen, wenn der Kopf so ganz anders ist. Verbinde deinen Kopf lieber mit der guten Zeit! Wähle die Zeit fürs Malen lernen und Malen genießen sorgfältig.

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

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Weiterlesen bei Tine: Ein älterer Beitrag über Reisematerial:

https://blog.herz-der-kunst.ch/kleines-marschgepaeck-reisekunstmaterial/

Kleines Marschgepäck Reisekunstmaterial