Aquarellkasten reinigen, Paletten blitz blank.

 

Aquarellkasten reinigen!

Wer erfolgreich malen möchte, der muss auch ab und zu seine Farbkästen oder Paletten reinigen.

Ich kann mich noch an den Farbkasten meines Künstler-Vaters erinnern. Er malte die zauberhaften Farben mit einem Farbkasten, der aus 30 Jahre alten Matsch zu bestehen schien. Sein Wasser hatte stets die Farbe von NATO-Zelten. Irgendetwas zwischen Militärgrün und schon mal gegessen. Trotzdem malte er zauberhaft transparente und leuchtende Farben.

Dahinter muss ein Zaubertrick stecken, denn ich schaffe das nicht.

Ich brauche ein Mindestmaß an Sauberkeit in meinem Aquarellkasten, denn sonst wird aus meinem Gelb ein Grün, meine Himmelsfarbe vergraut. Doch …

 

Farbkasten reinigen kann nerven, denn der Farbendreck sitzt mitunter hartnäckig fest.

Schau dir mal den Metalfarbkasten an, dort hat sich unter den Näpfchen eine Farbkruste gebildet.

Das Badezimmer wird dabei zum Krisenzentrum.

 

Verdutzt schaue ich auf meine Palette und stelle fest, dass meine angeblich wasserlösliche Aquarellfarbe wie blöde an meinen Mischpaletten klebt.

Spätestens dann fange ich an, meine Paletten und Farbkästen zu schrubben, und stelle fest:

 Farbkästen säubern ist was für Muskelprotze….

…doch es gibt einige gute Tipps.

Danke für die doofen Internettipps zum Thema Aquarellkasten reinigen. Ich habe sehr gelacht:

 

Nach dem Aquarellfestival in Bologna war mein Farbkasten regelrecht verwüstet.

Gerade die sehr dunklen und sehr intensiven Farben hatten einen kugelsicheren Film auf meiner Palette hinterlassen.

Selbst nach hartnäckigem Schrubben mit dem Putzmittel im Airbnb war meine Palette nicht mehr bereit, weiß zu werden.

Internet ist doch eine wundervolle Sache, da findet man doch die Lösungen!? Die man auch in Bologna anwenden kann?

In der Regel macht das Internet jedoch die Schlauen schlauer und die Dummen dümmer.

So fand ich die verzweifelte Frage der Malerin Marion: Wie man einen richtig verdreckten Aquarellkasten sauber macht? Nachdem ihr ca. 50-mal der Tipp gegeben wurde:

Den Aquarellkasten mit lauwarmem Wasser abzuspülen und mit einem weichen  Läppchen trocken zu tupfen.

Ich musste lauthals lachen, denn die Tippgeber hatten allesamt offensichtlich noch niemals einen Aquarellkasten länger in Betrieb gehabt.

Künstlerfarbe ist hochpigmentiert, die geht nicht so einfach ab!

Bestimmte Pigmente kleben, je nachdem, welches Bindemittel in den Farben steckt, wie die Hölle.

So, liebe Marion, ich versuche es ohne blöde Antworten.

Ich kenne das Problem sehr gut! Aquarellkästen reinigen ist ein harter Job!

 

Mein Aquarellkasten kann über feuchte Läppchen nur lächeln. Mein Indigo verfärbt sogar Emaille nachhaltig. Denn ich spüle meinen Aquarellkasten ca. 30-mal am Tag mit lauwarmem Wasser ab. Doch die hartnäckigen Verfärbungen bleiben trotzdem.

So sieht die Palette mit Lappen, Spüli oder Allzweckreiniger und viel geschrubbe aus, sauber ist das nicht!

 

Bei älteren Aquarellkästen und Paletten ist die Oberflächenversiegelung kaputt.

Diese Paletten und Kästen lassen sich nicht mehr so einfach reinigen wie der Kasten eines Menschen, der mal ab und zu malt.

Ich fand Marions unfreiwilligen verbalen Schreikrampf! Super!

Sie kommentierte: Kommt mir hier noch einmal einer mit einem feuchten Läppchen um die Ecke, haue ich ihm den Lappen verbal um die Ohren!

Den Farbkasten säubern – direkt sauber machen ist besser als schrubben

Ich persönlich bin mit meinem Farbkasten oder meine Paletten viel unterwegs. Ich male mit Vorliebe an der frischen Luft. Da kann das Säubern schon mal extrem schwierig sein.

Natürlich ist es praktischer, nach dem Malen den Farbkasten einfach zusammenzuklappen.

In der Fußgängerzone wird es nicht gerne gesehen, wenn man seine Farben einfach auf den Asphalt kippt. Dann vergesse ich zu Hause, meinen Farbkasten zu reinigen, und dann wird es mühsam.

Als ich in Polen unterrichtet habe, hatte ich eine ukrainische Übersetzerin. Diese Frau war extrem ordentlich! Ein kleiner Putzteufel! Und sie hat mich perfekt unterstützt!

Sie gab mir einen Tipp, der mir bis heute hilft. Sie kaufte mir ein kleines Paket mit Intimtüchlein.

Etwas peinlich berührt glotzte ich auf das Paket, als sie es mir hinstreckte.

Das sollte keine Aufforderung zu sauberem Sex sein, sondern sie reinigte meinen Farbkasten mit den feuchten Reinigungstüchern.

Dies ist praktisch und geht schnell.

Warum Intimtücher oder feuchtes Toilettenpapier? Irgendetwas vermutlich Öl, reinigt die Paletten super und versiegelt die Oberfläche ein bisschen undso wird das nächste Reinigen einfacher.

Aber das war sicher nicht deine Frage.

Aquarellkasten reinigen, die Ecken sind das Problem

Einen weiteren guten Tipp zum Aquarellkasten reinigen, bekam ich von einer Schweizerin auf dem Aquarellfestival in Bologna.

Wenn es eins gibt, das bei dem Paletten- und Farbkastenreinigen nervt, dann sind es die Ecken. Den Kasten bekomme ich mit dem Putzschwamm sauber, doch der Dreck sammelt sich in den Ecken.

Aquarellkasten reinigen, die Ecken mit Pinsel säubern.

Doch dafür gibt es einen einfachen Trick, sie zeigte mir, wie mühelos ein kleiner härterer Synthetik Pinsel den Dreck aus den Ecken des Farbkastens holt.

Synthetik ist beim Aquarellkasten reinigen immer sinnvoll, denn die statische Ladung löst die Pigmente viel besser als Schrubben.

Und jetzt kommen wir zu den Flächen…

Paletten und Aquarellkasten reinigen, wenn nichts mehr hilft!

Im Netz findet man verwunderliche Tipps zum Reinigen von Aquarellkästen und Paletten.

Lauwarmes Wasser und Läppchen?

Jetzt mal im vollen Ernst! Braucht man so einen Tipp?

 

Im Netz findet man einige merkwürdige Hinweise, die bei mir absolut nicht helfen. Haha, jetzt kommen wir zu den härteren Reinigungstipps.

Angeblich hilft bei hartnäckigen Verschmutzungen Alkohol, Spiritus oder Allzweckreiniger.

Mein Farbkasten lacht darüber, auch bei hartnäckigem Schrubben, geht die dreckige Farbschicht nur ein bisschen weg!

Bei Allzweckreiniger oder Alkohol wird mein Farbkasten betrunken, aber nicht sauber!

Noch witziger finde ich den Tipp, den Farbkasten doch einmal in die Spülmaschine zu stellen. Farbkästen sind in den letzten Jahren immer weniger mit Gift belastet. Doch ehrlich gesagt, würde ich alles andere tun, als mein Farbkasten in die Spülmaschine zu stellen. In den Farben sind immer noch Schwermetalle,

Der, der den Tipp gegeben hat, ist wahrscheinlich schon von seiner Schwermetallvergiftung geistig umnebelt!

Was hilft also wirklich  beim  Aquarellkasten reinigen?

Hatnäckige Schutzschleier sind das Problem beim Aquarellkasten reinigen

Es helfen nur Reinigungsmethoden die, die Pigmente aus den feinen Poren lösen!

 

  • Scheuermilch oder Scheuerpulver und dann schrubben. Meinem Farbkasten ist offensichtlich beim Reinigen Gewalt am liebsten! Doch dies hat den Nachteil, dass man damit die Versiegelung noch mehr schädigt. D. h. das nächste Mal kleben die Farbpigmente noch ein bisschen besser.
  • Schäumende Badezimmerreiniger klappen beim Aquarellkasten reinigen leidlich.
  • Wunderschwamm, das ist ein Schwamm, der funktioniert wie ein Radiergummi. Auch hier muss man mit ganz schön viel Kraftaufwand die Pigmente von der Oberfläche rubbeln. Was ich daran mag ist, das Palette ein wenig abgeschliffen wird, sie ist danach wieder etwas glatter und die Farben kleben schlechter an der Palette. Dafür braucht man aber ordentlich Muckis. (Der lange Stich auf der Palette ist das Werk des Wunderschwamms)
  • Mein absoluter Zaubertipp sind Oxycleanartige Reiniger für Wäsche. Diese Reiniger sind dafür gemacht, hartnäckige Verschmutzungen aus Gewebe zu lösen. Sie sprudeln und reißen kleine Partikel mit! Das klappt aber auch wunderbar bei Paletten. Das Sprudeln löst die Pigmente, die auf der Palette kleben. Bei dieser Methode muss man nicht wie verrückt schrubben. Man braucht auch nicht jede Menge Reiniger, es funktioniert wunderbar.

Mein ultimativer Tipp ist also das Reinigen mit den Sauerstoffreinigern, die dazu gemacht wurden, Flecken aus Wäsche zu entfernen.

Tine Klein, Bologna, Pleinair, Aquarell, Watercolor, Blog zum Thema: Aquarellkasten reinigen

Tine Klein Bologna Pleinair

Liebe Grüße Tine!

P.S.: Halt mich nicht für gewalttätig! Ich hätte so gern gesehen wie du mit dem feuchten Läppchen zum Ninja wirst….vor Vergnügen rum kugel!

Wenn du solche Tipps brauchst, denke daran, das Kunst zwar in Museen gefördert werden, wir bekommen allerdings keine öffentlichen Gelder! Deshalb sind wir auf deine Spende angewiesen.

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https://blog.herz-der-kunst.ch/aquarellpalette-das-zuhause-fuer-grosse-pinsel/

Aquarellpalette das Zuhause für große Pinsel

Noch mehr über Paletten:

https://www.janeblundellart.com/palettes.html

Perspektive verstehen – Horizontlinie

Tine Klein Aquarell Sabadell, Blog Perspektive verstehen

Perspektive verstehen, Sehen ist eine chaotische Collage:

Perspektive verstehen ist konfus, denn sie ist an unsere Augen gekoppelt. Dies ist fast schon tragisch komisch, denn unser Seeprozess ist viel chaotischer und verrückter, als wir ihn selbst wahrnehmen.

Anders als wir glauben, sehen wir nicht ein ganzes Panorama, sondern unser Kopf setzt das Bild, was wir zu sehen glauben, aus vielen einzelnen Blicken zusammen.

In unserem Kopf findet jederzeit ein absolut gewaltiges Puzzlespiel statt. Wir sehen nur in einem kleinen Umkreis scharf und  deshalb bewegen wir unseren Kopf und unsere Augen ständig, um unsere Umgebung wahrzunehmen. Unser Gehirn setzt dann ein Bild aus den Seh-Fetzen zusammen und gaukelt uns ein perfektes Bild vor.

Und dies erklärt auch die gewaltigen Sehfehler in unserem Alltag. Zum Beispiel stehen wir  direkt vor einem Supermarktregal, und wir finden nicht, was wir suchen. Zeigt es uns jemand, sehen wir es plötzlich und dies liegt an dem Puzzlespiel in unserem Kopf!

Jetzt mal herzhaft lachen! Mit diesen Augen versuchen wir absolut exakte Perspektiven zu zeichnen!

Perspektive verstehen – die Häuser hopsen wieder rum!

Perspektive ist so unglaublich schwer zu verstehen, weil sie an unsere ständig bewegenden Augen gekoppelt ist.

Jedes Mal, wenn wir uns bewegen, dann hüpfen die Häuser perspektivisch wie wild  durch die Gegend. Doch unser Gehirn schustert daraus  ein schönes Bild zusammen.

Maler und Zeichner dabei allerdings sehr viel schwerer. Unsere Bilder sind so schief und krumm, weil wir uns beim Beobachten natürlich unsere Augen benutzen und unseren Kopf etwas bewegen, und dadurch ändert sich die Perspektive ständig.

Du bist also kein also kein vollkommener Idiot, weil deine Perspektiven schief und krumm gezeichnet sind.

Wir müssen unsere Augen und unsern Kopf bewegen, um gut zu sehen, aber fürs Malen und Zeichnen ist das die Hölle.

Perspektive verstehen – Dein Gehirn muss lernen

Perspektive ist so unglaublich schwer zu verstehen, weil sie an unsere ständig bewegenden Augen gekoppelt ist.

Die gute Nachricht: Hast du dein Gehirn trainiert, wirst du Perspektive einfach so zeichnen können.

Dein Gehirn wird begreifen, das es sich auf die Perspektive konzentrieren muss, doch das kann man nicht erzwingen.

Ich weiß zwar, dass der Überbringer schlechter Nachrichten gekreuzigt wird, aber traue nicht den Leuten, die dir sagen, dass du bei ihm ganz einfach und schnell Perspektive lernst, ohne danach noch darüber nachdenken zu müssen.

Perspektive verstehen braucht  Zeit und Übung, denn nicht du musst begreifen, sondern dein  Gehirn muss eine neue Fähigkeit entwickeln!

Je mehr wir über die Sache sprechen, desto eher wirst du‘s begreifen. Trotzdem bist du immer wieder verwirrt sein, denn dein Gehirn muss zuerst lernen, die Informationen über Perspektive aus dem chaotischen Sehprozess herauszufiltern.

Heute geht es deshalb um absolutes Basiswissen, die Horizontlinie!

Informationen werden  dir helfen, dich zu orientieren, denn du versuchst eine Perspektive zu zeichnen.

Leute malen sehr gerne von Fotos, denn dies ist nur ein einziger Blick. Schön wäre es aber schon, wenn man auch aus direkter Beobachtung Perspektive zeichnen könnte?

Es wäre doch schön, wenn wir wüssten, wo die Fluchtpunkte liegen, denn das würde das  Zeichnen enorm vereinfachen.

Horizontlinie und Augenlinie

Unsere Augen sind der Ausgangspunkt der Perspektive.

In der Literatur wird meistens der Begriff Horizontlinie benutzt. Dies ist leider sehr irreführend, denn der Horizont entsteht genau dort, weil die Augen des Betrachters dort sind.

Für die meisten Mal- und Zeichenanfänger bleibt es ihr wie ein mythisches Geheimnis, wo sich diese verdammten Fluchtpunkte  bilden!

Dabei ist es mit den Fluchtpunkten ganz einfach, sie bilden sich immer auf der Höhe deiner Augen.

Es ist ja dein Blick!

 

Was ist eigentlich der Horizont?

Der Horizont ist absolut nichts Feststehendes, denn auch er ist an deine Augen gekoppelt. Stehen wir auf einem Berg, ist er ganz oben. Guck mal, das Wasser steht über den Häusern.

Dies sieht man hier. Der Horizont ist auf der Höhe meiner Augen, denn die Kamera steht auf der Balkonbrüstung.

Das ist gerade die Höhe meiner Augen und auf dieser Linie bilden sich die Fluchtpunkte! Immer! Man nennt es Horizontlinie.

Die Horizontlinie ist die scheinbare Grenzlinie zwischen Himmel und Erde, die sich in der Ferne befindet und von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet wird. Sie wird als „Horizont“ bezeichnet, weil sie das visuelle Ende oder die äußerste Grenze des Blickfelds darstellt.

Blöd gesagt:

Horizont so weit  wie du gucken kannst!

Die Höhe des Horizontes ist die grundlegende Linie, mit der du jede Perspektive definierst.

Viele gute Maler und Zeichner markieren sie als erstes in jedem Bild.

Das ganze hat nur leider überhaupt nichts mit dem Horizont zu tun, sondern mit der Höhe deine Augen.

Das siehst du hier:

Hier knie ich, der Fluchtpunkt entsteht auf der Höhe der Kirchenbänke. Stehe ich auf, dann wandert meine Augenlinie nach oben, der Fluchtpunkt einsteht höher.

 

Horizontlinie hat sich natürlich intellektueller an.

Es ist eine sehr gute Idee, sich die Horizontlinie im Bild zuerst zu markieren.

Genau auf der Höhe unserer Augen finden wir auch Fluchtpunkt, aber auch genau hier gibt es kleine perspektivische Verzerrung! Diese Linie ist der Nullpunkt! Über ihr fallen  alle Perspektivlinien auf den Fluchtpunkt zu. Unter ihr steigen alle Linien bis zum Fluchtpunkt.

Perspektive verstehen tine klein

Die Horizontlinie – Augenlinie ist der Dreh und Angelpunkt der Perspektive.

In einem Foto muss man erst mal rekonstruieren, auf welcher Höhe die Linse des Fotografen war. Oft sind Perspektiven auf Fotos aber trotzdem falsch, weil die Kamera nicht gerade stand, dann verzerrt sich die Perspektive.

Der Zeichner hat es einfach, er weiß, wo sein Kopf ist.

Nachdem Fluchtpunkten musst du nicht lange suchen, denn sie bilden sich auf der Höhe deines Kopfes.

Perspektive verstehen -Fluchtpunkte in einer normalen Straße oder einem Raum:

Dies ist die berühmte einfache Zentralperspektive, weil die Häuser rechts und links der Straße parallel zu dir stehen, bildet sich nur ein Fluchtpunkt. Das gleiche gilt für einen Raum.

Tine Klein Aquarell in Lissabon. Tutorial Perspektive verstehen. Cafe, Aquarell, Perspektive vereinfachen, Zentralperspektive

Der befindet direkt auf der Höhe deines Kopfes. Und meistens ist er geradeaus vor dir.

Sieht man hier, kleine Abweichungen sind normal, denn in alten Häusern sind die Wände krumm.

Dies ist besonders einfach zu zeichnen, weil der Fluchtpunkt auf dem Blatt ist und zwar mitten in der Straße.

Mein Tipp fürs Zeichnen:

Letztendlich ist es egal, wo der Fluchtpunkt in der Straße auf der Augenlinie liegt, jeder einzelne dieser Punkte wird realistisch und gut ausschauen.

Fluchtpunkte in chaotischen Perspektiven???

Das Fluchtpunkte auf deinem Blatt liegen ist nicht selbstverständlich. Und das ein Bild nur einen Fluchtpunkt hat, ist ein Glücksfall.

Jedes Mal, wenn ein Gegenstand im Raum zur dir anders gedreht ist, hat er eigene Fluchtpunkte.

Perspektive verstehen und malen können, heißt das du dir klar machst, dass alles auf den Horizont oder die Augenlinie zuläuft.

Ruhig bleiben! Es ist nervig, aber lösbar!

Hast du zum Beispiel drei Häuser, die nicht  ordentlich aufgereiht an einer Straße stehen, sondern wie an einem alten Marktplatz sich in alle Richtungen drehen, dann hat jede Wand einen eigenen Fluchtpunkt. Und richtig nervig wird es, wenn diese Häuser fast parallel zu dir stehen.

Fluchtpunkte werden beim Zeichnen erst so richtig nervig, wenn sie weit außerhalb des Blattes liegen. Mann kann sie dann schlecht zeichnen, weil man die Perspektivlinie einfach nicht mehr anpeilen kann.

Wenn man fast gerade auf etwas schaut, dann gibt es kaum Perspektive.

Das siehst du an Nummer 1. Erst wenn etwas davon weggeht, entsteht die Perspektive. Das sieht man an dem Haus der anderen Seite.

Wenn du dich nun ein ganz kleines bisschen von dem Haus wegdrehst, dann entsteht nur ein winziges bisschen Perspektive und dies ist das Problem.

Dann entstehen die Fluchtpunkte zwar immer noch auf deiner Augenhöhe, aber extrem weit von deinem Blatt entfernt, weil sich das Haus nur ein klein wenig von dir entfernt. Es wird nur ein winziges bisschen kleiner. Dies ist leider sehr schwer zu zeichnen!

Hier werden Fluchtpunkte zu Fluchtpunkten!

Was tun? Fachgerecht anpeilen!

Bei einer Perspektive, die sich nur ein wenig von dir wegdreht, sieht man nur noch Perspektive bei den Kanten, die hoch über dir sind!

Schau dir mal das kleine gelbe Haus im Hintergrund an. Da sieht man Perspektive nur oben am Dach.

Alles nahe der Augenlinie 5 hat so gut wie keine Perspektive.

Alles andere ist zu nah an dir dran!

Also reicht es oft, wenn du die obere Dachkante ein bisschen neigst.

Bitte beachte: Alles was über deinen Augen ist, fluchtet nach unten, weil der Fluchtpunkt ja auf Höhe deiner Augen ist.

Du neigst halt die obere Kante des Hauses ein bisschen nach unten.

Diesen Winkel kannst du dir durch anpeilen holen.

Dabei ist es wichtig, dass du immer aus der gleichen Position mit dem Stift anpeilst.

  • Aufrecht sitzen immer die gleiche Körperhaltung, nicht zappeln.
  • Arm voll durchgestreckt
  • 1 Auge zu
  • Gerne klemme ich den Kopf auf die Schulter, so garantiere ich, das die Augen immer in der gleichen Position sind.

Die Perspektivlinie immer in der gleichen Haltung anpeilen, diesen Winkel kannst du benutzen! Nichts ist schief und krumm.

Der Anarchie-Trick: Dreh das Haus ein bisschen!

Tine Klein Aquarell Sabadell, Blog Perspektive verstehen

Ich lege meine Fluchtpunkte selbst aufs Blatt, das erspart mir das Anpeilen, wie hier in Sabadell. Fluchtpunkt im Kopf der orangen Person links.

Liebe grüße Tine

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Weiterlesen zur Perspektive

Alles eine Frage der Perspektive!

Interiors – Perspektive vereinfachen

https://blog.herz-der-kunst.ch/interiors-perspektive-vereinfachen/

https://blog.herz-der-kunst.ch/alles-eine-frage-der-perspektive/

 

 

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Malen lernen – Der Trick mit der Silhouette

Blog Malen Lernen, aquarelle, Basel, Tine Klein, urban Sketching

 

Silhouetten erzählen Geschichten und sind gut zum Malen lernen

Wir sprechen heute über einen Bereich, wo sich Malen lernen und Zeichnen lernen überschneiden. Einfache Dinge können enorm schwierig wirken, weil wir den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

Man muss sich einen Moment geben, um das Einfache überhaupt zu begreifen.

Wenn man anfängt, etwas bildlich darzustellen, dann hat man plötzlich so viele Eindrücke, dass man das Wesentliche aus dem Auge verliert.
Man möchte 1000 Dinge gleichzeitig tun und ist dabei doch eigentlich mit den einfachen Grundlagen überfordert.

 

Malen lernen : Silhouette als Schritt zur guten Proportion:

Warum fällt es beim Malen lernen so schwer, einfache Proportionen herzustellen?

In Bildern und Zeichnungen gibt es sehr viel zu tun, immer dann, wenn uns etwas unangenehm ist, dann springen wir in der Zeichnung gerne an eine andere Stelle oder konzentrieren uns auf das, was wir schon können. Dieses Verhalten hat fatale Auswirkungen auf unser Gehirn.

Jedes Mal, wenn wir den Prozess unterbrechen, löscht sich in unserem Kopf das Kurzzeitgedächtnis.

Das ist ähnlich wie bei einer Telefonnummer. Wir haben uns die Telefonnummer gerade gemerkt, dann kommt eine Störung und die Telefonnummer ist weg
Beim Zeichnen und Malen ist dies genauso. Wir arbeiten an einer Proportion, und dann fügen wir ein kleines Detail hinzu, dies ist die Störung, und nun haben wir alle Informationen über die gerade gezeichnete Proportion verloren.

Der Grund, warum wir unglaublich schlechte Proportionen malen, ist nicht nur, dass wir es fachlich nicht können, sondern dass wir uns ständig selbst von diesem Prozess ablenken.

Das Ergebnis sind äußerst merkwürdig aussehende Zeichnungen, bei denen die Proportionen überhaupt nicht stimmen.

Das Schlimme an diesem Verhalten ist, dass unser Gehirn mit dieser Methode auch nicht lernt, gute Proportionen zu machen. Deshalb möchte ich dich bitten, wenn du die heutige Übung machst, halte sie absolut einfach.

So garantierst du, dass sich dein Gehirn konzentrieren kann und du nicht ständig abgelenkt wirst.

Das Material – einfach und nicht zu klein

Beim Malen lernen ist der Trick für gute Proportion  ein dickerer Stift oder Pinsel. Warum? Würdest du deine Übung mit einem feinen Stift starten, dann lädt der dein Gehirn dazu ein, lauter kleine Details zu zeichnen.

Silhouetten malen heißt, sich auf den Kern der Bildaussage zu konzentrieren

Eine gute Form wirkt auf den Betrachter sehr attraktiv. Der Betrachter kann aus der Formgebung sofort sehen, worum es geht.

Gute Formen sind also so etwas wie Überschriften in einem Text. Sie geben den Betrachter sofort alle wichtigen Informationen.

Weil dies so wichtig ist, müssen Maler und Zeichner lernen, gute und aussagekräftige Formen zu erstellen.

Dabei ist es wichtig, die Form so zu vereinfachen, dass sie den Nagel auf den Kopf trifft. Und im Wesentlichen heißt dies, unnötige Details weglassen und die Proportionen treffen.

Details weglassen ist aber nicht ganz einfach, irgendwie stürzen wir uns beim Zeichnen fast zwanghaft auf jedes kleine Detail. Deshalb würde ich dir für den Anfang erst mal vorschlagen, im Internet nach Silhouetten zu googeln. Hier wirst du für fast alles eine Silhouette finden, in der es keine Details gibt. Dies hilft dir am Anfang sehr, denn nun kannst du dich auf die Proportionen konzentrieren.

Die Silhouette festhalten, die Technik

Das Silhouettenmalen funktioniert im Grunde genauso wie die Technik des “kontur drawings“.
Bei dieser Zeichentechnik versucht man, den Stift nicht abzusetzen. Man malt eine Silhouette oder Linie Stück für Stück an einem Stück. Winkel für Winkel. Dies sieht man hier: Die Kontur ist aus einfachen Winkeln zusammengesetzt.


Im Kopf zerlegt man den Gegenstand in kleine Teilabschnitte.

Der Trick ist also, eine Katze zu malen ohne eine Katze zu malen!

Die sieht man hier ziemlich gut, die Kopfform der Katze ist ein auf die Seite gestelltes rundliches Quadrat, ich mache zwei Striche dran und schon steht der Kopf.
Wenn ich nun die nächsten Formen ansetze, achte ich extrem auf die Winkel. Man arbeitet sich so Form für Form durch das eigentliche Motiv. Wichtig ist, dass man sich nicht durch Details ablenken lässt, sondern nach der ersten Form direkt die nächste angrenzende Form malt. Denn das Gehirn muss Proportionen vergleichen lernen!

Wichtig ist, dass du das, was du zeichnest, kontinuierlich aneinandersetzt. Nur durch die Verkettung der einzelnen Linien und Formen begreift das Gehirn die zusammengehörigen Größenverhältnisse, Winkel und Proportionen des Motivs.

Arbeitest du zu Hause am Schreibtisch, ist es sehr hilfreich, dein Foto umzudrehen, damit du das Motiv  abstrakt wahrnimmst.

Malen lernen heißt ein Motiv in einfache Abschnitte zu unterteilen, und das Ergebnis macht Spass

Es geht darum, dein Gehirn darauf zu trainieren, Motive nicht mehr als Motive wahrzunehmen, sondern als  einfache Strecken und Winkel und geometrische Formen.

 

Auch wenn es im ersten Moment langweilig erscheint. Diese Methode des Lernens ist extrem effektiv. Ist sie einem in Fleisch und Blut übergegangen, dann hat man enorm viel Spaß.
Denn man kann unterhaltsame Beobachtungen in Sekundenschnelle festhalten. Jetzt werden einige sagen, hier ist der Schnickschnack drin! Stimmt aber nicht, diese Zeichnung ist Winkel für Winkel, Fläche für Fläche erstellt. Ich habe hier keine Details eingefügt, sondern die Zeichnung ist so schnell, dass der Stift bricht.

Anfänger sollten sich am Anfang jedoch an ein schlichte schwarze Silhouette halten.

Oft muss ich enorm lachen, denn die Körperhaltung drückt gerade bei lebendigen Motiven extrem die Laune aus.

Diese kleinen Silhouetten sind so aussagekräftig!

 

Wiederholung macht den Meister

Je öfter man das gemacht hat, desto einfacher fällt es. Nach kurzer Zeit kann man Proportionen festhalten, ohne darüber nachzudenken. Damit diese Übung allerdings auch in Fleisch und Blut übergeht, muss man sie häufig machen.

Mein Tipp: Macht dies einfach zwei- dreimal am Tag in einer kurzen Pause.

Mach es zügig, der Arbeitsaufwand ist nicht länger als 2 Minuten. Das kannst du eigentlich überall tun, in der Bahn, bei der Kaffeepause oder wenn du auf jemanden wartest.

In den folgenden Wochen wird der Sinn dieser Übung einfach im Tun liegen.

Was du nun tust, ist wie Muskeltraining im Kopf. In deinem Kopf werden sich Synapsen vernetzen, die keine andere Aufgabe haben, als Proportionen abzuschätzen und sie deiner Hand-Augen-Koordination wiederzugeben.

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen!

Irgendwann gehen dir die Silhouetten extrem leicht von der Hand. Sie halten nun Tiere, Menschen und Situationen, ihre Launen und Absichten einfach und schnell fest.

 

Ich lieg hier zwar noch Lieb auf dem Kissen, werde aber gleich mal dein Wohnzimmer Umräumen, weil mir langweilig ist.

Denn die Silhouetten sind oft so witzig und aussagekräftig, dass es richtig Spaß macht, sie zu malen.

Gewinner sind immer die Menschen, die bereit sind, ein klein wenig Zeit ins Malen- lernen zu investieren. Mit kleinem Aufwand werden deine Wünsche wahr.

Das wahre Leben hält man nur fest, wenn man schnell und sicher ist. Das Motiv bleibt stehen, das Leben nicht. So einfach lassen sich Tiere durch Silhouetten in Bilder einfügen.

Malen Lernen Basel Tine Klein Aquarell,

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Liebe Grüße Tine

https://www.youtube.com/watch?v=n6KxcTpPw7Q

 

 

 

Nass in Nass-Technik in Kombination mit Zeichnung

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Lange extrem geschliffene Bilder sind aber nicht nur wegen des Zeitmangels aus der Mode gekommen, denn sie verlieren Schritt für Schritt, ihre frische Spontanität und den ehrlichen Eindruck, den der Künstler beim ersten Blick hat.  Aus diesem Grund verändern sich klassische Techniken wie zum Beispiel die nass in nass Technik. Die Technik verändert sich so das man sie spontan und schnell aufs Papier bringen kann.

Heute steht dieser Blog unter dem Motto:

Mach es einfach!
Und zwar im doppelten Sinne!

Um beim Malen und Zeichnen gut zu werden, muss man es einfach machen! Und dabei sollte es nicht allzu schwierig zu gehen, denn man braucht Training.

Die Kombination von Zeichnung und grafischen Elementen in Nass in Nass-Technik

Die Nass in Nass-Technik ist eine Maltechnik, die hauptsächlich in der Aquarellmalerei verwendet wird. Bei dieser Technik wird Farbe auf ein bereits feuchtes Papier aufgetragen, wodurch die Farben ineinander verlaufen und sich mischen können.

Heute geht es um die Frage, wie bekomme ich Zeichnung und grafische Elemente möglichst einfach in die Farbe:

Die schlichte und einfache Antwort lautet, das funktioniert auch wunderbar in feuchter Farbe.

Die „Nass in Nass“-Technik ist eine Maltechnik, die hauptsächlich in der Aquarellmalerei verwendet wird. Bei dieser Technik wird Farbe auf ein bereits feuchtes Papier aufgetragen, wodurch die Farben ineinander verlaufen und sich mischen können.

Im weitesten Sinne sprechen wir hier über eine Erweiterung der Nass-in Nass-Technik des klassischen Aquarells, dadurch ist sie großartig für die schnelle Skizze geeignet.

Die Tinte und die Farbwahl.

Die Möglichkeit, dass man mit dem Füllhalter oder Stift auch in feuchter Farbe arbeiten kann, ist den meisten Menschen völlig unbekannt.

Der Grund hierfür liegt dabei, dass die doch recht einfache Technik am Anfang ein paar Tücken birgt. Die meisten Menschen arbeiten mit schwarzen Stiften, doch läuft diese Tinte aus, dann verdreckt sie das zauberhafte Aquarell. Doch die Nass-in Nass-Technik mit Füllhalter funktioniert wunderbar.

D. h. Der Zeichner muss darauf achten, dass seine Tinte einen Farbton hat, der die Aquarellfarbe nicht verdreckt, sondern ergänzt. Das gleiche gilt für Aquarelllisten, die ihre Bilder mit einem feinen Pinsel mit zeichnungsartigen Elementen ergänzen.

Die Farbe darf nicht losgelöst von der Grundfarbe des Aquarells erfolgen, denn arbeitet man in feuchter Farbe, wird es Mischungen geben.

Ich male viele urbane Motive, dort gibt es viele beige und weiß Häuser. Benutze ich eine Bordeaux Farbenlehre Tinte, so kommt es nur zu angenehmen Mischungen der Farbe. Würde ich schwarz benutzen, dann würde mein Bild dreckig. Eine andere Alternative zu Bordeaux oder Braun sind Tinten in klassischen Schattenfarben.

Zu empfehlen sind jeweils wasserfeste Tinten, die bekommt man nur im Fachhandel, sind aber insoweit empfehlenswert, weil sich die Firmen, die diese herstellen,meistens auf das Zeichnen in Kunstwerken spezialisiert haben.

Damit es hier nicht zur Verwirrung kommt, wasserfeste Tinten sind erst dann wasserfest, wenn sie getrocknet sind!

Das Wasserfeste hat den Vorteil, dass ich später erneut mit der Aquarellfarbe über die Tinte malen kann, ohne dass etwas verwischt.
Zu beachten ist allerdings, dass sich Füllhalter mit wasserfester Tinte nicht über Wochen unbenutzt liegen lassen darf.

Wer nur selten zeichnet, muss seinen Füllhalter nach der Benutzung wasserfester Tinte spülen.

Nass in Nass-Technik  mit Stift und Pinsel.

Die „Nass-in-Nass“-Technik ist eine Maltechnik, die hauptsächlich in der Aquarellmalerei verwendet wird. Bei dieser Technik wird Farbe auf ein bereits feuchtes Papier aufgetragen, wodurch die Farben ineinander verlaufen und sich mischen können.

Arbeitet man jedoch skizzenhaft, dann wird man das Papier nicht befeuchten, denn dies würde zu lange dauern. Wir arbeiten in den noch feuchten ersten Farbauftrag auf unser Papier.

Das macht das Arbeiten flott, spontan und unkompliziert.

Der Zeichner arbeitet in der feuchten Farbe mit dem Stift und der Maler arbeitet in der feuchten Farbe mit einem sehr trockenen, feinen Pinsel.

Die Wirkung der Zeichnung ist in feuchter Farbe vollkommen anders als auf trockenem Papier. Zeichnungen sind auf trockenem Papier scharf und hart begrenzt. Sie sind immer genauso dunkel wie die Farbe der Zeichnung. Dies gilt für eine Stiftzeichnung genauso wie es war eine Pinselzeichnung.

Die Übergänge der Linien werden weich. So erweitert man sein Repertoire und kann viel raffinierter malerische  Anteile hinzufügen.

Diese Zeichentechnik ist nicht schwierig, sie bedeutet für den Zeichner eine enorme Umstellung,

denn die antragende Reihenfolge des Arbeitens wird durcheinandergewirbelt.

Möchte der Zeichner einen weichen Übergang, so arbeitet er mit dem Füllhalter in feuchter Farbe. Möchte der Zeichner eine harte Linie, so muss er warten, bis die Feuchtigkeit der Farbe getrocknet ist.

Je feuchter die Farbe, desto mehr blutet der Stift oder der Pinsel aus und desto sanfter ist der Übergang.

Beides gilt gleichermaßen für Stift und Pinsel.

Ein Maler hat an dieser Stelle jedoch noch eine andere Möglichkeit, ist sein Baumwollpapier feucht, dann ist es weich. Er braucht nur mit einem spitzen Gegenstand in das Papier zu drücken, so entsteht in feuchtem Papier eine Rille. Diese Rille füllt sich mit den Pigmenten der Farbe und bildet eine exakt farblich passende Zeichnung zur Farbe. Viele Male haben deshalb das Holz ihres Pinsel an gespitzt. Auf hartem Industriepapier funktioniert dies nicht.

Nass in Nass-Technik  mit zeichnerischen Elementen -Fehlerquellen

Der Name Nass-in-Nass-Technik, ist vollkommen irreführend. Denn die Nass in Nass Technik funktioniert nicht, wenn das Blatt nass ist. Diese Zeichentechnik hat nur eine einzige Schwierigkeit, und zwar den Umgang mit der Feuchtigkeit auf dem Blatt.

Sie müsste eigentlich Trockene- in- Feucht- Technik heißen.

Nass in Nass-Technik: Abwarten ist der Trick

Ist das Papier sehr nass, dann verläuft die nächste eingebrachte Farbe vollkommen. Die beiden Farben mischen sich, als wenn man Milch in Kaffee gießt. In diesem Moment kann man nicht Zeichnen, denn die Farbe des Stiftes oder des Pinsels verläuft.

Es dürfte also gar nicht  Nass in Nass-Technik  heißen.

An dieser Stelle bleibt dem Maler und dem Zeichner nur das Ritzen, die gemachte Rille wird aussehen wie eine Zeichnung, denn sie fühlt sich später mit den Pigmenten.
Kommt man mit einem sehr nassem Pinsel in die feuchte Farbe, ergibt sich ein Wasserfleck.

Der Knackpunkt ist also die richtige Balance zwischen Feuchtigkeit, Farbe und dem Arbeiten mit Stift oder dem Liner Pinsel.

Obwohl diese Technik sehr viel schneller ist als das getrennte Zeichnen und Kolorieren, gehört das Warten auf eine teilweise Trocknung der Farbe zu dieser Technik.

Man zeichnet nicht in nasse Farbe, sondern immer nur in feuchte Farbe.

Der Trocknungsgrad ist es, der bestimmt, wie intensiv die Zeichnung wird, dadurch entstehen sehr interessante Effekte und Kombinationen.

Je feuchter der Untergrund, desto und schärfer die Zeichnung.

Dies ist enorm hilfreich bei allen Dingen, die unauffällig sein sollen oder bei angedeuteten Dingen, wie einem Schatten.

Je trockener der Pinsel, desto eher behält der Strich in feuchter Farbe seine Form. Arbeitet man jedoch mit Füllhalter, dann bestimmt allein der feuchte Untergrund der Farbe, wie stark der Strich wird. Wenn das Papier zu nass ist, funktioniert der Füllhalter nicht. Ist der Untergrund sehr feucht, läuft die Farbe aus. Ist das Papier leicht feucht, wird die Linie weich und ist das Papier letztendlich trocken, entsteht eine scharfe und dunkle Kante.

Ich wünsche euch viel Spaß beim experimentieren, Kunst machen und kreativ sein heißt, die Grenzen seines Materials spielerisch auszuprobieren.

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Ich schreibe hier über ein Spezialthema, dass nur die Menschen mit den gleichen Interessen betrifft. Nicht hunderttausende von Lesern interessieren sich für das Thema Malen und Zeichnen, deshalb bekommen Autoren wie ich keine öffentlich-rechtlichen Gelder und auch an veröffentlichten Büchern verdienen wir nichts. Dies kommt für die meisten Leser wahrscheinlich ziemlich überraschend, und deshalb bitte ich euch ab und zu etwas zu spenden.

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Ein wichtiger Tipp: Die Füllhalterreinigung

Füllhalterreinigung Tipps und Tricks.

https://blog.herz-der-kunst.ch/fuellhalterreinigung-tipps-und-tricks/

 

 

 

 

 

Fenster malen! Tipps und Tricks

 

Dass Fenstermalen eines der verrücktesten Dinge in der Malerei ist, glaubt man nicht auf Anhieb.

Denn oft sehen sehr gut gemalte und gezeichnete Fenster in Bildern sehr bescheuert aus.

Dieses Phänomen kennen sicher viele von uns. Und ehrlich gesagt, hat mich dies jahrelang ratlos gemacht.

Heute weiß ich, dass dieses Phänomen an der Wahrnehmung von Menschen liegt.

Dies liegt am Gestaltungsgesetz der begrenzten Formenzahl.

Das Gestaltungsgesetz der begrenzten Formenzahl besagt, dass ein Bild eine begrenzte Anzahl von Formen enthalten sollte, um eine klare, harmonische Wirkung zu erzielen.

Wer darüber nachdenkt, begreift also schnell: Zu viele Fenster auf kleinem Raum überlasten die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen und deshalb sehen auch korrekt gemalte und gezeichnete Fenster mitunter doof aus.

Die reine Einsicht führt hier allerdings nur zu Kopfgekratze, denn in der Stadt gibt es Hunderte von Fenstern.

Was also tun?

Die erste Methode zum Fenster malen ist das Weglassen.

Was wir durch das Gestaltungsgesetz der begrenzten Formenzahl lernen sollten, ist der vorsichtige Umgang mit Details, denn zu viele können den Gesamteindruck zerstören.

Auch wenn im Motiv in der Wirklichkeit so viele Details sind!

Aber ein Blatt in Din Format ist nun mal viel kleiner als die Realität und auf der kleinen Fläche wird unser Betrachter überfordert.

Deshalb ist das bewusste Zusammenfassen und Weglassen von Fenstern eine sehr gute Lösung.

In diesem Bild sieht man, dass Basel ganz wunderbar mit einer Handvoll Fenstern klar kommt.

Aber warum gerade diese vier Fenster?

Dinge werden durch ihre typische Gestalt definiert.

Ein Kirchturm hat immer das Glockenfenster. Und dies benutze ich, um die  Erkennbarkeit der Silhouette zu stärken.

Als Faustregel könnte man formulieren:

 

Fenster müssen gemalt werden da, wo sie der Betrachter auch genau erinnern würde.

So könnte man Notre Dame kaum ohne das riesige kreisrunde Fenster in der Fassade malen.

Fenstermalen ist Zusammenfassen:

Es gibt lauter Tricks, die einem helfen, beim Fenstermalen zu viele Formen zu verwenden.

Ein gutes Beispiel sind Hochhäuser. Hier reichen oft ein paar Striche, um Fenster und Etagen anzudeuten.

Mein Tipp: Fenster nur dort bedeutungsvoll malen, wo sie auch von Belang sind.

Was ist denn von Belang? Fenster malen ist so eine Sache, denn es verändert sich damit, was du zeigen möchtest.

Deine Hauptperson steht im Fenster?

Wunderbar, dann male das Fenster genau wie einen Bilderrahmen, hier sind dann sogar Details sinnvoll.

Der Blick des Betrachters soll zu einem bestimmten Punkt schweifen? Du hast ein Bildzentrum? Dann benutze die Fenster wie einen Weg dorthin!

Benutze die Fenster wie die Brotkrumen von Hänsel und Gretel und führe den Blick des Betrachters damit. Benutze die Fenster wie eine Leitplanke, doch ganz genau müssen sie dafür nicht sein. Das siehst du hier, alle Fenster führen hinauf. Noch besser sieht man im nächsten Bild, wie man Fenstern eine Richtung geben kann.

 

Bern Aquarell Zum Thema Komplementär contrast.

Hier werden die Fenster zu einem Muster!

Tine Klein Empuria Brava costa brava malen ist illustriren

Fenstermalen verändert sich mit dem Bildinhalt, deshalb ist es so verwirrend. Es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer!

Deshalb ist es auch so schwierig, korrekte Anweisungen zu geben, wie genau man ein Fenster malen sollte.

Wer zu oft „muss“ sagt- hat oft keine Ahnung!

Ich weiß, du wünschst dir genaue Anleitungen, wie man etwas macht. Wir alle, auch ich, haben den Wunsch nach Sicherheit! Doch wer beim Fenstermalen sagt: Du musst! Der hat wahrscheinlich unrecht!

Doch mal ehrlich, wer gerne Kunst macht, hat Spaß an kreativen Lösungen. Auch wenn uns dies wie die Kuh aufs Glatteis führt.

Man darf das Ausrutschen lernen, um die perfekten Fenster zu finden.

Fenstermalen im Hauptmotiv:

 

Vor ein paar Jahren fiel mir das erste Mal auf, dass einige Maler etwas Merkwürdiges taten. Sie zerstörten ihre Fenster im Hauptmotiv. Im ersten Moment schaute ich wie eine Kuh auf dem Glatteis. Einige malten ihre Fenster perfekt, dann spritzten sie mit Wasser. Oder sie patschten mit den Fingerspitzen ins nasse Fenster und verrieben dann den Schmutz ungeniert in der Hauswand. Als ich auf den Prozess aufmerksam wurde, staunte ich nicht schlecht! Ich wurde auf die unglaublichsten Methoden zum Zerstören von Fenstern aufmerksam. Ganze Gebäude wurden nach dem Malen der Fenster geflutet, oder die perfekten Fenster wurden aus dem Bild gerubbelt! Ähnliches sah ich auch bei sehr guten Zeichnern.

Doch eines hatten all diese Fenster gemeinsam:

Sie sahen in ihrer zermatschten Form besser aus als meine.

Das war frustig. Doch nur ein Vollpfosten lernt nicht, wenn es doch so deutlich vor den Augen steht!

Ich begann meine Fenster zu zerstören und sie begannen gut auszusehen. Warum zum Teufel?

Seht ihr den Unterschied? Im Bildzentrum sind die Fenster scharf und schwarz. Und oben sudelig (Schweizerdeutsch für Unsauberkeit) mit dem Motiv verbunden.

Fassungslosigkeit beim Fenster-malen

Ein Blick in die Vergangenheit:

Eine Frau steht auf Usedom in meinem Workshop. Sie brüllt mich an.

„Ich male Gott verdammt besser als Sie! Und ihre Scheiße sieht dann auch noch besser aus!“

Meine Workshops sind immer liebevoll und mit Lachen gefüllt und ich starre die Frau fassungslos an, die ihre Hände krampfhaft zu Fäusten ballt.  Sie atmet ruckartig! Ich denke:

Was mache ich, wenn die mir jetzt hier hyperventiliert?

Die Frau war Mallehrerin, und sie wurde wütend, weil sie das Gefühl hatte, ich würde sie mit meiner unsauberen Arbeit verarschen. Doch ich war hilflos, denn sie war so wütend, dass ich ihr nicht erklären konnte, dass die Unsauberkeit einen fachlichen Hintergrund hat.

Durch das charmante Verdrecken des Hauses und der Fenster werden die Formen aufgelöst. Die Fenster verbinden sich mit dem Haus, ihre Form geht in die Fassade über. Hinzu kommt, dass die Flecken dafür sorgen, dass alles einen gemeinschaftlichen Shabby-Schick-Anstrich bekommt. Das Auge begreift: Haus und Fenster, die sind eine Einheit!

Das fleckige und chaotische Bild wirkt nun auf den Betrachter ruhiger und harmonischer als das ordentliche Bild!

Oh, Wunder der Wahrnehmungspsychologie! Das Traurige oder Lustige daran war, dass die Frau es für einen Witz gehalten hat! Dabei ist es fundierte Wissenschaft!

Das Gesetz der Ähnlichkeit ist ein grundlegendes Gestaltungsgesetz, das besagt, dass Elemente, die ähnlich sind als zusammengehörig wahrgenommen werden. Dieses Gesetz wurde von dem Psychologen Gustav Theodor Fechner im 19. Jahrhundert entwickelt und wird seitdem in verschiedenen Bereichen der Gestaltung, einschließlich der Malerei, angewendet.

Wichtig daran ist, dass du Möglichkeiten findest, Dinge durch Ähnlichkeiten zu verbinden.

Egal ob Kleckse, Striche, Farben oder Texturen. In meinen Zeichnungen verbinde ich vieles über Schraffur. Ob ordentlich oder wirr, Dinge in Bildern müssen verbunden werden, dann entsteht Harmonie für das Auge! Falls du dich fragst, warum es dir schwerfällt:

Der Prozess ist unglaublich anstrengend für ordentliche Menschen.

Trotz dessen trifft es die Realität besser, denn kein Fenster sieht aus wie das andere. Mal gibt es Schatten, ein anderes Mal Reflexionen. Das eine Fenster hat Licht von außen, ein anderes Fenster, Licht von innen. Manche Fenster haben Gardinen, das ganze macht ein Bild ruhelos. Deshalb ist es so wichtig, die einzelnen Bildelemente durch kleine Flecken oder Farbelemente zu verbinden.

Viel Spass mit der Chaostheorie der Gemeinsamkeit, du wirst deine Lösungen finden.

Liebe Grüße

Tine

 

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Malen lernen mit Paul Klee

Menschen, die Malen lernen, sind Kreative, genauso wie Paul Klee. Das Gute an Kreativen ist, dass sie tiefe Wurzeln haben. Sie sind insofern nicht allein, weil es immer andere gibt, die unseren Weg schon beschritten haben.

Kreative hinterlassen uns häufig wichtige Nachrichten.

Und eine dieser wunderbaren Nachrichten möchte ich heute mit euch teilen.

Wunderbare Gedanken überdauern die Zeit!

Paul Klee ist schon lange Tod. Was wenige wissen, Paul Klee hat zu seiner Zeit nicht nur revolutionär gemalt, er hat einige spektakulär gute Aufsätze und Bücher zum Thema Malen lernen für uns hinterlassen.

Ob du die Kunst von Paul Klee magst oder nicht, ist heute vollkommen egal!

Er hat uns Nachrichten zum Malen lernen hinterlassen, die uns allen helfen.

Paul Klee, wer war das?

Paul Klee 1911

Danke an Wikipedia Urheber: Alexander Eliasberg (1878–1924), Public domain, via Wikimedia Commons

Paul Klee war ein Deutsch-Schweizer Maler und er hat nicht so gemalt, wie man es von ihm erwartet hat. Gelebt hat Paul Klee von 1879-1940 und er war Lehrer am berühmten Bauhaus.

Ob nun berühmt oder nicht, Klee hat sich Gedanken zum Malen lernen gemacht.

Und diese Gedanken sind so schön, dass sie über Tod, Zeit und Raum mein Herz ergreifen!

Ich habe mich in Paul Klee schockverliebt, als ich dies las:

„Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu greifen. Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Bestimmung.“ – Aus Paul Klees Tagebuch, 16. Januar 1914.

Das hat er am Vorabend des Grauens geschrieben, wir wissen alle, wie sich die Geschichte entwickelte.

Als ich diesen Satz gelesen habe, wusste ich, Paul Klee versteht mich und ich hätte ihn gemocht!

Malen lernen mit Paul Klee

Wer so schöne Sätze formuliert, der verdient es, dass man hinhört! Und du wirst gleich selbst merken, wie wunderbar Mensch Paul Klee formuliert hat! Und noch wertvoller ist dieser Gedankenschatz. Er lebte in einer groben Zeit, in der man mit Menschen sehr brutal umging! Die Menschen haben sich taumelnd in den Weltkrieg gestürzt und dieser Mann formuliert solche Sätze:

„Vermeide es dich selbst zu sehr zu kritisieren. Jeder Künstler hat Fehler gemacht und aus ihnen gelernt. Nutze sie als Lernchance und gehe weiter.“

Was für ein toller Satz! Bitte merke dir das! Mensch, das motiviert uns doch, oder? Mach dich auf und umarme deine Fehler! Es sind Einladungen zum Lernen.

„Versuche, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind, bevor du versuchst, sie auf Papier zu bringen.“

Beobachten ist ungemein wichtig! Beobachten macht gute Maler! Und Beobachten macht glücklich! Wir beschäftigen uns mit dem Schönen und mit der Welt.

Ich habe gelesen, dass Maler einen sehr aktiven Neo Cortex haben und deshalb komplexe Zusammenhänge gut erfassen können. Das fand ich sehr schmeichelhaft, deshalb ist es mir im Kopf geblieben!

Versuche zu sehen mit den Augen, mit dem Herz, mit der Seele und dem Verstand!

Das rein optische ist nur ein kleiner Teil dessen, was du vielleicht zeigen möchtest.

Malen lernen ist mehr als abmalen!

Deshalb finde ich dieses Zitat von Paul Klee so gut!

„Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“

Aus einem Vortrag von Paul Klee mit dem Titel „Wertvolles Unbrauchbares“ am 19. Januar 1924.

Viele von uns machen in ihren Bildern viel zu viel! Ich habe beobachtet, dass die meisten Bilder durch zu viel kaputt gehen. Paul Klee formuliert dies so:

„Konzentriere dich auf das Wesentliche, reduziere die Details und finde die Essenz des Objekts, das du malen möchtest.“

Mut ist so ungeheuer wichtig!

Klee war bekannt für seine Lehrmethode, die darauf abzielte, die Schüler dazu zu ermutigen, ihre eigene künstlerische Sprache zu finden, indem sie zuerst ihre Umgebung genau beobachten und verstehen. In diesem Sinne kann das Zitat als Zusammenfassung von Klee’s Ansatz zur Kunst und zur kreativen Praxis betrachtet werden.

Der obige Tipp ist so kostbar! Meine langjährige Erfahrung sagt mir, dass das Abmalen eines guten Motivs nicht häufig guten Bilder führt. Nur wenn die Maler*in weiß oder fühlt, was sie an dem Bild berührt, dann erzeugen sich gute Bilder von allein!

Das gilt insbesondere für die Farbe, denn sie ist der Inbegriff des Gefühls!

„Eigenschaften der Farbe: Wenn man sie nicht ordnet, bleiben sie wild und frei“, wird  Paul Klee zugeschrieben.

Es stammt aus einer seiner Schriften, genauer gesagt aus dem Buch „Paul Klee Notebooks“, das eine Sammlung von Klee’s Schriften und Lehrnotizen enthält.

„Vertraue deinem Instinkt und deiner Intuition. Malen sollte nicht nur eine technische Übung sein, sondern auch ein Ausdruck deiner inneren Welt.“

Ja!!! Ich liebe das intuitive Kritzeln!

Das Gefühl ist unsere Triebfeder, der Kern der guten Bilder, aber andererseits braucht man Technik, Erfahrung und Übung:

„Übe, übe, übe. Das Malen erfordert Geduld und Ausdauer.“

Ich glaube, Geduld und Ausdauer sind die wichtigsten Werkzeuge des Malens.

Man muss die Kraft haben, sich Zeit zu geben! Husch Husch, wie in Tik Tok geht das nicht! Man braucht eine lange Zeit und man wird nicht alles in 3 Sec begreifen. Denn der Weg ist das Ziel.

Paul Klee schreibt sogar etwas, das im Umgang mit Facebook und Instagram helfen kann.

„Ein Künstler sollte nicht versuchen, sich an die Mode anzupassen. Er sollte versuchen, sie zu erfinden. Schöpfen heißt nicht, sich am Alten festhalten, sondern die geistigen Kräfte aus der Gegenwart in die Schöpfung einfließen lassen.“

Es ist in einem Brief enthalten, den er 1920 an seine Frau Lily Klee schrieb.

Ich finde diese Gedanken es unglaublich aktuell und befreiend!

Und so gibt mir Paul Klee die Erlaubnis spontan zu malen, er bestärkt mich! Und so kann ich ohne vormalen auf der Strasse stehen und meine Farbe heiter auf das Papier werfen.

Dabei denke ich nicht daran, ob es andere doof finden könnten, ich werfe meine Mädchen Farben auf das Papier.

Das Wichtigste für uns sollte sein:

„Habe Spaß beim Malen! Es sollte eine Freude sein, deine Kreativität auszudrücken und zu teilen.“

Ich hoffe, der Besuch in Paul Klees wunderbarer Gedankenwelt hat dir Spaß gemacht!

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Wieviel sind Gedanken wert? Bedenke bitte das der Blog keine öffentlichen Mittel erhält. Wir sind auf dich angewiesen.

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Noch ein paar Hintergrundinformationen:

https://www.zpk.org/de/sammlung-forschung/paul-klee-(1879-1940)-49.html

https://www.arthistoricum.net/themen/editionen/klee

 

 

 

Komplementäre Farben auf leisen Pfoten.

Komplementäre Farben, Tine Klein, Basel, Münster, Aquarell, Urban Sketching

Komplementäre Farben, wie man Stimmungen erzeugt.

Wenn wir an komplementäre Farben denken wir meistens an die ganz krassen Kombinationen. Zum Beispiel das leuchtende Rot einer Mohnblume und das wunderschöne Grün dazu.

Komplementärfarben sind Farben, die sich gegenseitig zum leuchten bringen.

Sie liegen auf den gegenüberliegenden Seiten des Farbkreises.

Je nach Anwendung verstärken oder dämpfen Sie sich, weil sie die genau gegenüberliegende Wellenlänge des Lichts haben.

Sie strahlen und glühen und bringen damit die Lebendigkeit und Schönheit von Dingen perfekt zum Ausdruck. Jedoch stehen sie in dem Verdacht, immer ein bisschen zu schrill zu sein.

Schönheit kommt oft auf leisen Pfoten. Nicht alles Schöne ist strahlend und grell.

Viele Dinge, die wir als schön empfinden, sind sanft und harmonisch.

Wer gerne malt, hat meistens auch eine ruhige Seite. Maler sind Menschen, die sich Dinge gerne in aller Ruhe ansehen.
Und gerade Maler, die gerne ruhige und sanfte Dinge ausdrücken, kämpfen mit dem Problem,

dass diese Bilder nicht nur harmonisch aussehen, sondern auch ein bisschen langweilig.

Doch überraschenderweise ist das Wissen über Komplementärfarben für Menschen, die gerne sanft und harmonisch malen, noch wichtiger als für die, die gerne zu leuchtenden Farben greifen.

Komplementäre Farben auf leisen Pfoten:

In der Fachliteratur wird immer darüber gesprochen, wie man Farben mit der Kraft der komplementären Wellenlänge zum Strahlen bringt.
Dabei findet man in dieser Literatur meistens nur die Extrembeispiele.

Wie man leuchtendes Rot mit strahlendem Grün verstärkt, wie schrill violett und gelb zusammenwirken oder man sieht Blau und Orange, die aussehen, als seien sie aus chemischem Plastik.
Was in diesen Tutorials über Farbwirkung aber meistens vergessen wird, sind die kleinen, weniger augenfälligen Alltagstricks, die Maler benutzen, um ihre Bilder zum Strahlen zu bringen.

Sehr selten wird man darauf hingewiesen, dass komplementäre Farben auch auf leisen Pfoten kommen können. Denn nicht alle komplementären Farben sind extrem.

Der komplementäre Effekt wirkt nicht nur bei den schrillen Farben.

 

Tolle Stimmungen durch Komplementärfarben, wie geht das und was steckt dahinter?

Die meisten denken dabei an diesen Farbkreis.  Man sieht sofort, welche Farben sich gegenüber liegen und wie schön die Farben leuchten.

 

Doch heute reden wir nicht über die extremen Kontraste, sondern über das sanfte Funkeln.

Wie benutzt man den Komplementärkontrast ohne den schrillen Effekt?

Der Farbkreis oben hilft nicht, wenn es um gedämpfte komplementäre Farben geht. Wir müssen in den Bauch des Farbkreises abtauchen, denn jede Farbtheorie ihren eigenen Farbkreis.
Wir brauchen einen Farbkreis, der die Farben in ihrer Strahlkraft zeigt.

Leider sind diese Farbkreise kaum zu finden, deshalb müssen wir uns mit diesem behelfen, auch wenn er aus einem etwas anderem Kontext stammt.

Danke an Peter Forster, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

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Außen liegen die leuchtenden und strahlenden Farben. Je mehr man nach innen kommt, desto weniger leuchten die Farben.

Dies entsteht durch deckende Anteile oder durch Anteile anderer Farben die Farben sind gebrochen.
Möchte ich ein sanfteres Bild mit Komplementärfarben malen, dann benutze ich nicht ausschließlich die leuchtenden Farben äußeren Rand des Farbkreises, sondern ich benutze etwas sanfter wirkende Farben.

Niemand zwingt mich nur Farben zu benutzen, die auf dem äußeren Rand des Farbkreises liegen.

Wenn ich zum Beispiel eine leuchtende Farbe mit einer gebrochenen Farbe kombiniere, dann sind es immer noch komplementäre Farben, aber die Wirkung ist nicht mehr schrill, sondern viel weicher.

Der Effekt der komplementären Farben funktioniert auch, wenn man sie nicht in reiner Form benutzt.

Gedämpfte Komplementärfarben oder „muted complentary Colors“:

In Englisch wird die Verwendung von gedämpften Komplementärfarben als „subdued complementary colors“ oder „muted complementary colors“ bezeichnet. Dies beschreibt die Technik, Komplementärfarben zu verwenden, die in ihrer Intensität reduziert oder gedämpft sind, um eine subtilere Ästhetik zu erzielen.

Vergleich von unterschiedlichen Komplementärkontrasten:

Komplementäre Farben kann man sehr unterschiedlich einsetzen. Die folgenden Bilder sind meistens mit den gleichen Farben gemalt. Mein Farb-Setup verändert sich grundsätzlich sehr wenig.

 

Dies sind klassische Komplementärfarben und ein starker Kontrast.

 

Bern am Casino

Hier habe ich ein leuchtendes Blau mit einem etwas sanfteren Orange kombiniert. Das Orange wurde gebrochen, indem ihnen die Strahlkraft durch etwas Siena natur genommen wurde. Das Bild wirkt nur in den Bereichen schrill, wo leuchtendes Orange auf leuchtendes Blau trifft. Siehe links.

 

Bern vom Wasser

Hier habe ich mit einem strahlenden leuchtenden Blau gearbeitet. Der Komplementärkontrast wird jedoch dadurch gedämpft, dass das Orange nicht überall eine leuchtende Farbe ist. Der überwiegende Teil der Bebauung ist er in Siena gebrannt gemalt, ein gedämpftes Orange. Zur Winterstimmung trägt bei, dass ich das grelle Blau mit einem dunkleren gebrochenen Blau ohne Strahlkraft abdeckte.

Der Umgang mit komplementären Farben ist also ein subtiles Spielchen aus abwechselnd leuchtend und gebrochen.

Reine Farben und gebrochene  komplementäre Farben, wo liegt der Vorteil?

Gedämpfte Komplementärfarben sind nicht so schrill. Sie verstärken sich gegenseitig allerdings viel feinfühlige und nicht so auffällig wie leuchtende komplementäre Kontraste. Die zurückhaltende Farbpalette wirkt raffiniert und ansprechend, ohne zu aufdringlich zu sein.

Gedämpfte Komplementärfarben bieten eine sanftere und harmonischere Wirkung.

Zusätzlich haben eine größere Bandbreite der Farben, weil uns viele Mischtöne zur Verfügung stehen, nicht nur zwei klare, strahlende komplementäre Farben. Man kann das Bild damit abwechslungsreicher gestalten, weil man eine ganze Reihe von Mischstöhnen erzeugen kann. Es ist leichter eine harmonische Farbpalette zu erstellen.

Gedämpfte Komplementärfarben eignen sich gut, um verschiedene Stimmungen und Atmosphären zu erzeugen.

Anders als bei strahlender komplementärer Farbe kann man auch sehr freundliche und weichere Stimmungen erzeugen. Dies siehst du nächsten Bild.

Komplementäre Farben, Tine Klein, Basel, Münster, Aquarell, Urban Sketching

 

Hier sind komplementäre Farben sehr ruhig und subtil eingesetzt. Der Turm ist gedämpft Orange, der Himmel gebrochen Blau und alle Schatten und Reflexionen der Fenster, sind mit gebrochenen Mischtönen, der komplementären Farbe zum Orange des Turmes erzeugt. Obwohl das Bild ausschließlich mit gebrochenen Farben erzeugt wurde, die jedoch aus der jeweils komplementären Farbe erzeugt wurden, wirkt es abwechslungsreich und nicht langweilig und trotzdem sieht man die sanfte Farbe des Sonnenaufgangs.

Liebe Grüße,

Tine.

Wenn du in diesem Blog Dinge lernst, die du noch nicht wusstest, musst du dir klarmachen, dass solche Medien kein Geld aus öffentlichen Töpfen bekommen. Damit solche Angebote bestehen bleiben, sind wir auf deine Spenden angewiesen.

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Komplementär-Kontrast – aufregend harmonisch!

https://blog.herz-der-kunst.ch/komplementaer-kontrast-aufregend-harmonisch/

https://blog.herz-der-kunst.ch/tag/komplementaerfarben/

Urban Sketching versus Aquarell?

Wieso eigentlich Sketching versus Aquarell?

Urban Sketching, so heißt es auf neudeutsch, wenn man etwas in seinem Skizzenbuch festhält. Dabei wird überwiegend mit einem Stift gearbeitet und dann wird das Gezeichnete meistens nachher koloriert. Eine schnelle Skizze kann so aussehen.

Tine Klein Urban Sketching Basel Tram am Rathaus, Tutorial Urban Sketching versus Aquarell

Dabei geht es darum die Umgebung aufmerksam festzuhalten.

Das Aquarell ist in diesem Fall zwar nur ein Partner und man hat das Gefühl, man aquarelliere nicht, sondern man koloriere nur ein bisschen. Es wird insgesamt das Gefühl vermittelt, dass dies viel einfacher sei als ein richtiges Aquarell.

Was heißt den nur ein bisschen kolorieren? Aquarell ist doch beides?

Sketching versus Aquarell – Stil oder praktische Notwendigkeit?

Oft wird der Eindruck vermittelt, dass das Aquarell sei ein bisschen altmodisch  und passe nicht in unsere Zeit, weil es sehr aufwendig und zeitraubend sei. Das Skizzieren mit Stift sei die hippe und modernere und schnellere Variante des Aquarells.

Diese Annahme ist jedoch vollkommen falsch!

Aquarellieren ist wie Fahrradfahren!

Jeder von uns hat in der Schule tausendfach den Stift in der Hand gehalten und kann mit Stiften erst einmal besser umgehen als mit einem Pinsel.

Die Annahme, dass Aquarell kompliziert und zeitaufwendig sei, wird von den Menschen in die Welt gesetzt, die es nicht können.

Das ist in etwa so, als würde ein Fußgänger behaupten, dass Fahrradfahren deutlich komplizierter ist als das Gehen.

Wer aber Fahrradfahren kann, bewältigt in der gleichen Zeit die vierfache Strecke.

Aquarellieren und Fahrradfahren haben eines gemeinsam, der erste Versuch kann sehr erschreckend sein, man verliert dabei  schnell die Kontrolle.

Doch kommt man über diesen Moment der Unsicherheit hinaus, dann ergeben sich vielfältige andere Möglichkeiten.

 

Nicht umsonst halten viele Künstler ihre Vorskizzen nicht mit Stift, sondern mit Aquarell und Pinsel fest. Warum? Es ist schneller und freier.

Doch alles hat seine Vor- und Nachteile, wie immer im Leben kann man nicht sagen, dieses ist besser als das!

In diesem Blog wirst du k ein schlechtes Wort über Aquarell oder Sketching mit Stift hören.

Es ist einfach eine Frage des Materials, des Know-hows und der Vorlieben. Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Aber wo liegen den die Unterschiede?

Das Aquarell hat keinen größeren Materialaufwand als das Urban Sketching

Links Aquarell, rechts Urban Sketching.

Beim Aquarell sind die einzelnen Teile etwas größer, beim Urban Sketching braucht man den Platz für den Multimediakram.

Sketching versus Aquarell – Der Pinsel:

Im Urban Sketching werden gerne Wassertankpinsel benutzt. Dieser Pinsel hat den Ruf, dass er enorm praktisch ist. Man hat ihn in der Tasche und man braucht kein Wasser mit schleppen, dadurch ist er immer einsatzbereit.

Dies ist natürlich ein super Vorteil, doch der Nachteil ist, dass dieser Pinsel ca. 85 % aller Aquarelltechniken nicht ausüben kann.

Wassertankpinsel.

Im Aquarell braucht man einen großen Qualitätspinsel, vielleicht sogar zwei. Der Nachteil ist, dass diese Pinsel nicht winzig sind. Doch sie sind von hoher Qualität und sie können mehr.

Ein solcher Pinsel kann in Sekundenschnelle riesige Flächen kolorieren, ohne einen einzigen Ansatzpunkt. Bei einem Wassertankpinsel würde es nun ganz viele Striche und Flecken geben. Gleichzeitig kann ein guter Pinsel feine Linien machen und dies erübrigt die Stifte.

Der Wassertankpinsel ist also etwas, das man jederzeit in der Tasche haben kann. Mein Aquarellpinsel ist wesentlich größer, ich muss seine Pinselspitze schützen und doch ist es so, als hätte ich einen gesamten Werkzeugkasten in der Tasche.

Links sieht man meine Plein Air Ausrüstung fürs Aquarell -`> Minimalistisch!!!!

Papier:

Wer einen guten Aquarellpinsel und etwas Ausbildung hat, bemerkt schnell die Wechselwirkung zwischen Pinsel und Papier. Der Maler hat die Qual der Wahl, denn er kann mit seinem Pinsel sehr viele unterschiedliche Techniken erzeugen und bevorzugt deshalb etwas teurere Aquarellpapiere, die ihm erlauben das volle Spektrum seiner Techniken auszuüben.

Der Wassertankpinsel:

Ein Wassertankpinsel ist stets ein bisschen feucht. Das ist praktisch, hat aber nicht die gleiche Bandbreite wie ein guter Aquarellpinsel, denn dieser benutzt alle Feuchtigkeitszustände zwischen trocken und klatschnass. Der Wassertankpinsel braucht kein extrem gutes Papier, denn er lebt nicht durch die Konsistenzunterschiede der Farbe.

Sketching versus Aquarell – Farbkasten:

Auch hier haben sich sehr unterschiedliche Gewohnheiten ausgeprägt. Sketcher bevorzugen recht kleine Wasserfarbenkästen ohne große Mischfläche. Alles ist darauf ausgerichtet, sie ohne großen Aufwand mitnehmen zu können. Aquarellmaler bevorzugen Farbkästen mit großer Mischfläche. Diese Farbkästen sind sehr leicht und Luft- und Wasserdicht.
Beides ist großartig transportierbar.

Aber schau einmal, wie sich mein Wasserfarbkasten verändert, wenn ich ihn öffne!

Es werden riesige Mischflächen ausgeklappt. Ein guter Aquarellkasten ist auf große Pinsel und genug Platz zum professionellen Mischen ausgerichtet.

 

Urban Sketching -Arbeiten mit Stift
Direct Watercolor
Pinsel: Preiswert, Plastik, braucht kein Wasser. Pinsel teurer hält ein Leben lang, größer und empfindlicher.
Braucht die Kombination mit Stiften. Viele Sketcher schleppen deshalb Stifte und Marker mit herum. Damit ist der Platz Vorteil des Wassertankpinsels aufgebraucht. Kann zeichnen wie ein Stift, benötigt nichts anderes als seinen gewohnten Pinsel. Benötigt jedoch mehr Platz zum Mischen.
Vorteil: preiswertere Aquarellpapiere und Skizzenbücher, leichter erhältlich.

heißgepresstes Industriepapier

Nachteil: Dieses Papier verträgt feuchte Techniken nicht gut. Wellt und erzeugt Wasserringe

Viele Techniken sind auf diesem Papier nicht erlernbar. Lernbremse

Vorteil: Heißgepresstes Papier ist nicht teuer, erlaubt viel Üben und hat oft strahlendere Farben.

Dickes heißgepresstes oder gehobeneres Aquarellpapier auch gerne, kaltgeschöpft, aus Baumwolle oder mit Baumwollanteil. Nachteil: teurer,

Vorteil: Erlaubt alle Techniken, arbeitet mit dem Pinsel zusammen und gibt dem Maler mehr Zeit um kompliziertere Techniken auszuüben.

Im Sketching wird die Geschwindigkeit  erzeugt durch…

Zeichnen und ein wenig Farbe darauf oder darunter.

Zeichnen und Malen sind weitgehend getrennt. Einzelne Motivanteile werden oft getrennt bearbeitet.

Geschwindigkeit wird erzeugt durch…das Zusammenspiel von Pinsel und Papier. Der Maler braucht weniger Trocknungspausen.

Motive werden schnell und großzügig angelegt.

Papier und Pinsel arbeiten zusammen so das der Maler auch bei feuchtem Papier bestimmen kann ob eine Farbe ausläuft oder nicht. Die Kontrolle erlaubt zügiges und schnelles Arbeiten. Große Motivanteile werden sehr oft verschmolzen und gemeinsam bearbeitet.

Braucht oft mehrere Trockenzeiten, weil Motive getrennt bearbeitet werden.

 

Braucht etwas mehr Planung um die Abfolge von Techniken wie Nass in Nass zu durchdenken. Ist dann aber schneller und praktischer.
Verleitet oft zu zu viel Detail. Macht das Abstrahieren einfacher.
Mehr weißes Papier erzeugt den Eindruck von Freiheit und Leichtigkeit. Verleitet zum zumalen
Material oft zu klein für gute Bilder, Material oft größer und etwas unhandlicher.
Form wird durch Zeichnung erzeugt.  

Es gibt viele Menschen, die das Malen und Zeichnen lieben. Einem Trend folgen ist bei persönlichen Dingen blöd. Probier es aus, was liegt Dir?

Nicht Sketching versus Aquarell, sondern Sketching mit Aquarell!

Wenn man das richtige Material hat, gibt es kaum Unterschiede zwischen Sketchen und Aquarellieren. Das Sketching sieht oft nur sehr viel leichter aus, weil die lockere Zeichnung und der Weißraum einen Eindruck von Leichtigkeit entstehen lassen.

Ich liebe es reine Aquarelle zu machen, weil man mit dicken Pinseln die ganze Szene in wenigen Minuten anlegen kann. Kann man diese Techniken, wird man niemals in der Kategorie denken, Sketching versus Aquarell. Man macht das, was Spass macht, wie man es gerade möchte.


Das Material für das Aquarell ist nicht wesentlich teurer als für das Sketching, denn viele Dinge, die man sich einmal angeschafft hat, halten sehr lange.
Einen Haken hat das Aquarell ihren jedoch, man braucht etwas mehr Fachwissen und man wird sehr viel anspruchsvoller beim Papier.
Einen Tipp habe ich noch für all die sich gerne weiterbilden möchten. Das Aquarell hat den Ruf sehr schwer zu sein, zu Unrecht. Falls du schon einmal gescheitert bist, es liegt nicht an dir, denn es gibt ein Missverständnis. Man denkt immer, dass man mit dem Skizzenbuchmaterial Aquarell üben könne. Doch Wasserpinsel und heiß gepresstes Papier machen es fast unmöglich die Techniken zu erlernen.
Bevor man mit Aquarell anfängt, braucht man ein Basiswissen über Material und Techniken. Die Techniken sind nicht schwer, jedoch so raffiniert, dass man nicht selbst darauf kommt.

Lieb grüße ins Wochenende Tine

Tausende Leser und jeder denkt die anderen spenden! Deshalb gibt es so wenige gute Angebote zum Lesen. Kunst braucht Budget! Denn auch Kultur muss Rechnungen bezahlen.

EUR

 

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Pinseltechniken

 

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Zeichnen lernen: Mach deine Zeichnungen sichtbar!

Zeichnen lernen ist etwas Wundervolles, man könne sein ganzes Leben lang betreiben, und man lernt dabei immer wieder etwas Neues.

Zeichnen lernen ist nicht wie Rechnen lernen.

Das Gute daran ist, dass es Zeit des Lebens unterhaltsam bleibt und dennoch glücklicherweise immer leichter wird.
Wenn mein Blog regelmäßig liest, der weiß, dass ich überhaupt nichts von starren Regeln halte. Es gibt immer auch andere Möglichkeiten. Kunst wäre keine Kreativität, wenn man sich immer an allzu starre Regeln halten würde. Wir lösen hier keine starre Mathematikaufgabe, die immer in der gleichen Reihenfolge und mit dem gleichen Ergebnis erledigt werden muss.
Wir erschaffen etwas Neues, das keine andere Aufgabe hat, als unsere Beobachtungen, Gefühle oder Launen wiederzugeben. Manchmal möchten wir mit einer Zeichnung auch kommunizieren, unserem Betrachter erzählen, was man beim Zeichnen über das Objekt gedacht hat.

Dies eröffnet uns einen ganz anderen Horizont, denn wir müssen nichts, außer uns selbst auszudrücken.

Den eigenen Ansprüchen standzuhalten ist schon schwer genug.

Wir wünschen uns mit aller Kraft, dass aus unserer simplen Skizze ein Meisterwerk wird.

Gleichzeitig sollte die Zeichnung dabei mühelos von der Hand gehen. Dies ist an sich natürlich witzig, denn wir möchten mühelose Meisterwerke!
Doch was sich im ersten Moment wie ein absoluter Widerspruch anhört, die Zeichnung kann einen in einen Zen- Zustand versetzen. Dieser Zustand der Ruhe und Konzentration stellt sich in der Regel ein, wenn man ganz automatisch malt.

Es ist immer sinnvoll, sich in diesem Zustand zu versetzen. Mit ein bisschen Abstand und Ruhe kann man der Zeichnung danach immer noch den letzten Schliff verpassen.

Es gibt eine ganze Reihe von kleinen Tricks und Kniffen, die eine simple Zeichnung zum Hingucker machen. Ich hoffe, dass ich dir beim Zeichnen lernen noch das eine oder andere verraten kann. Nun lehn dich zurück, damit ich der entspannt noch ein paar meiner Kniffe verraten kann.

Zeichnen lernen: Licht und Schatten das Werkzeug der Meister

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Beobachtungen auf der Basler Fasnacht

Schwarz und Weiss hat für das Sehen eine enorm hohe Bedeutung. Zuerst einmal arbeitet unser Auge über Kontraste. Wenn wir nun die Enden des Kontrastspektrums benutzen, also sehr hell und extrem dunkel, benutzen wir die Kontrastempfindlichkeit des Auges optimal. Objekte sind nun sehr deutlich zu erkennen.
Die Kenntnis dieses Zusammenhangs ist natürlich sehr wichtig fürs Zeichnen.

Halten wir also fest: Starke Kontraste machen eine Zeichnung sichtbar.

Andererseits macht dies aber noch lange kein Meisterwerk, denn dann wäre jede technische Zeichnung das Ende der ästhetischen Fahnenstange. Erfahrungsgemäß wissen wir jedoch, technische Zeichnungen sind nicht unbedingt der stärkste künstlerische Ausdruck.

Auch schnelle Zeichnungen haben Ausdruck.

Ein Mädchen bewacht die Masken einer Fasnachtsgruppe.

Zeichnen lernen:  Das Gleichgewicht von hell und dunkel

Zeichnung verstärken durch dunkle Hintergründe.

Der nächste Schritt wäre sich klarzumachen, wie man diesen Kontrast einsetzt, damit er ästhetisch zeigt, was ich empfinde, fühle oder meinem Betrachter klarmachen möchte.

Gute Zeichner setzen Kontraste so ein, dass sie die Aussage der Zeichnung stützen.

Ein Trick, um die Aussage einer Zeichnung zu stützen, ist der dunkle Hintergrund. In der Fachwelt nennt man dies Negativräume. In unserem Fall stärkt man die Zeichnung dadurch, dass man den Hintergrund schwärzt. Dadurch tritt die helle Zeichnung in den Vordergrund. Benutze also den negativen Raum, den Hintergrund, um die Aufmerksamkeit deines Betrachters auf deine Zeichnung zu lenken.

Das Auge lenken: Die Fläche in der Zeichnung nutzen

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In dieser Zeichnung sieht man sehr gut, dass der dunkle Hintergrund die Motive stärkt. Gleichzeitig sieht man aber auch, dass das flächige Arbeiten mit Kontrasten den Blick des Betrachters in das Bild hineinziehen kann.

Die Linie ist beim Zeichnen das Mittel, auf das man sich am meisten konzentriert. Mein Tipp ist jedoch bei der Zeichnung niemals die Flächen zu vergessen. Die Linie ist sehr unruhig. Flächige Komponenten können eine Zeichnung sehr beruhigen und auch stark gliedern. Diese Ruhe gibt der Linie die Plattform für einen starken Auftritt.

 

Zeichnen lernen: Harte und weiche Kanten

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In einer Zeichnung hat nicht jeder Gegenstand die gleiche Bedeutung.

Zeichnungen bekommen eine stärkere Intensität, wenn man Dinge weglässt, die für die Zeichnung nicht von Bedeutung sind.

Hier male ich nicht jedes Stuhl- oder Tischbein, ich beschränke mich auf die Aussage.

Der Trick dafür ist,  mit den Kanten Ihrer Schattierungen zu spielen. Harte Kanten erzeugen klare Abgrenzungen zwischen Licht und Schatten, während weiche Kanten eine sanftere Übergangswirkung erzeugen. Durch die Kombination von harten und weichen Kanten können Sie interessante Texturen und Formen schaffen, die das Auge des Betrachters leiten.

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Links: Reflextionen reichen, damit eine Person erkennbar wird.

Zeichnen lernen: Die Verteilung des Lichts:

Es gibt beim Entwerfen etwas, was sich die Symmetriefalle nenne. Man zeichnet etwas, es sieht gut aus, und dann benutzt man den gleichen Trick noch einmal. Und so arbeitet man sich nun symmetrisch und logisch durch die Gegenstände. Dies macht Zeichnungen langweilig und vorhersehbar. Beim Beobachten sollte man darauf achten, dass das Licht nicht immer gleichmäßig verteilt ist.

Das Licht hat eine Richtung und dies macht Zeichnungen interessant.

Notfalls musst du dich benehmen wie eine Göttin. Schiebe das Licht dort hin, wo du es für eine gute Zeichnung brauchst.

Wenn das Licht auf eine Oberfläche trifft, dann reflektiert es, dort entstehen Glanzpunkte. An Stellen, die dem Licht abgewandt sind, entstehen Schatten. Ein guter Zeichner benutzt diesen Wechsel von hell und dunkel, um seine Zeichnungen interessant zu machen.

Für eine gute Zeichnung darf der Zeichner seine eigenen Naturgesetze definieren.

Ich behaupte in dieser Zeichnung, wir hätten einen enormen Schlagschatten gehabt. Dies war tatsächlich nicht so, denn dies ist ein kleiner Schaukasten aus dem Hafenmuseum in Basel.

 

Ich setze den Schlagschatten so, damit die Formen der Schiffe enorm deutlich wird.

Zeichnen ist immer entscheiden. Du musst entscheiden, welche Wirkung dein Bild haben soll und dementsprechend setzt du Licht und Schatten ein.

Ich benutze also das Wissen darüber, dass der starke Kontrast Dinge sichtbar macht.
Gleichzeitig lüge ich auch an anderer Stelle. Schau einmal an den großen Frachter, dort müssten die Licht abgewandten Seiten der Aufbauten genauso dunkel sein wie ihre Schatten. Dann würde man aber nichts mehr sehen und meine Zeichnung würde in Dunkelheit versinken. Also zeichne ich die Schornsteine und Kajüten in einem viel zarteren Schattenton.

Merke: Eine interessante und ausgewogene Zeichnung spielt mit der Balance von Licht und Schatten.

Ich wünsche dir ein wundervolles Wochenende. Liebe Grüße Tine

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Noch mehr Tricks zum Thema Zeichnen:

Zeichnen Lernen, mit allen Tricks!

https://blog.herz-der-kunst.ch/zeichnen-lernen-mit-allen-tricks/

https://www.youtube.com/watch?v=n6KxcTpPw7Q

 

 

 

 

 

 

 

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Vogelperspektive malen – Die Panik vor Panorama.

Heute tauchen wir ein in die Kunst Perspektive zu malen. Herzlich willkommen in der fantastischen Welt der Illusionen!

Heute sprechen wir einmal über die Vogelperspektive! Denn diese stellt beim Malen eine besondere Herausforderung dar.

Jetzt soll dies aber kein Blog zu Perspektivische Panik beim Panorama werden!

Die Vogelperspektive ist eine Ansicht oder Darstellungsweise, bei der der Betrachter  von oben auf die Szene schaut. Lass dich überraschen!

Vergiss alles, was du über perfekte Linien und mathematische Berechnungen gehört hast – wir sind hier, um die Kunst des überzeugenden Schwindels zu zelebrieren!

Alles was auf einem Blatt erscheint, ist und bleibt natürlich flach und trotzdem können wir eine erstaunliche Tiefe auf unser Papier zaubern.

Das hier ist die Via Rizzoli in Bolognam gemalt aus dem 3. Stock der Bibliothek.

Bologna aus der Vogelperspektive, Rizzoli, Auarell Tine Klein, Blog mit Tipps zur Perspektive

In diesem Bild steckt ein hanebüchener Schwindel und keiner merkt es, dazu aber später.

Vogelperspektive Malen ist Herausforderung pur:

Die Vogelperspektive Malen ist immer schwierig! Dabei kommt man immer wieder durcheinander! Doch nicht, weil die Vogelperspektive schwieriger wäre als irgendeine andere Perspektive. Die Vogelperspektive ist uns einfach ungewohnt! Wir schauen selten von oben herab, denn wir können nicht fliegen.

Bei der Vogelperspektive liegen die Fluchtpunkte weit oben, d. h. die meisten Linien im Bild laufen in der Entfernung nach oben. Dies ist ganz anders, als wir es aus dem normalen Leben kennen, denn dort ist es genau andersherum; hohe Häuser werden in der Entfernung kleiner, weil die oberen Fluchtlinien nach unten verlaufen.

D. h. in der Vogelperspektive verlaufen die meisten Fluchtlinien nach oben, im Alltag kennen wir das genau andersherum.

Wenn man sich nun die Horizont- oder Augenlinie nicht sehr deutlich markiert hat, dann geht mit der Perspektive im Bild alles schief. Die Perspektive ist wahllos, mal falsch und mal richtig.

Denn falsche Fluchtlinien kommen uns richtig vor, weil wir diese aus dem Alltag so kennen.

Aber das verzeiht der Betrachter nicht!

Vogelperspektive malen, die Augen sind weit oben!

Beim Malen aus der Vogelperspektive ist die Berücksichtigung der Augenhöhe entscheidend, um eine realistische und überzeugende Darstellung zu erreichen.

Das Allerwichtigste ist, dass du dir zuerst klar machst, wo deine Augen sind. Die Horizontlinie und Augenhöhe sind das Gleiche. Hier entstehen die Fluchtpunkte.

 

Merke unterhalb dieser waagerechten (türkisen) Linie laufen alle Fluchtlinien nach oben und oberhalb dieser waagerechten Linie laufen alle Fluchten die Linie nach unten. IMMER! Und bei jeder Perspektive.

Auqua

Die Horizont- oder Augenlinie ist also der Dreh und Angelpunkt der Perspektive.

Perspektiven wirken immer dann falsch, wenn der Maler oder Zeichner zwischen durch die Horizontlinie springen lässt!

Dann fluchten die Perspektivlinien schief und krumm. Der Betrachter sieht dann sofort, dass die strahlenförmigen Fluchtlinien nicht alle auf einen Fluchtpunkt zu laufen.

Das Ergebnis sieht falsch aus.

In der Vogelperspektive passieren immer mal wieder Fehler, weil man durcheinanderkommt.

Niemand ist perfekt:

Hier habe ich mich ordentlich verhaspelt.

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Trotzdem schaut es gut und richtig aus.

Meine Fluchtlinie liegt in der dritten Etage.


Ich habe zuerst die komplette rechte Seite des Bildes gemalt. Und zwar mit meinem Fluchtpunkt, dann habe ich die Gebäude am Horizont eingefügt. Weil ich zwischendurch eine Pause gemacht habe und das Bild trocknete, habe ich vergessen, wo mein Fluchtpunkt lag.

Den Horizont habe ich intuitiv eingefügt. Intuitiv und total falsch!

Als ich nun begann, die rechte Seite zu malen, stellte ich fest:

“Ach du meine Güte! Ich habe zwei Horizontlinien!“

Bologna Aquarell Vogelperspektive Tutoriaö Tine Klein

 

Das hieß, meine neue Häuserzeile auf der linken Seite hätte auf einen Fluchtpunkt fluchten müssen, der rund anderthalb bis 2 cm höher lag als der alte. Dies hätte nicht nur grauenhaft ausgesehen, weil ich damit den Blick auf die Straße abgeschnitten hätte. Noch chaotischer wäre gewesen, dass das graue Haus auf der rechten Seite vollkommen andere Fluchtlinie gehabt hätte als die Häuser auf der linken Seite.

Und wie ich oben schon beschrieben habe, sind dies schon Ungereimtheiten, die der Betrachter merkt und als unangenehm empfindet. Normalerweise müsse man das Bild wegwerfen.

Der Dreh und Angelpunkt, die Horizontlinie des Bildes, ist falsch!

Bologna Aquarell Vogelperspektive Tutoriaö Tine Klein

Doch wer sich mit Perspektive auskennt, der weiß:

Jetzt bloß nicht in hektisches Korrigieren verfallen! Das merkt der Betrachter. Perspektive muss nicht richtig sein, sondern nur für den Betrachter logisch!

Was habe ich also getan?

Ich bin im unteren Teil meines Bildes konsequent in meinem Regelsystem geblieben.

Ich bin einfach bei meinem alten Fluchtpunkt geblieben und habe die linke Häuserzeile etwas gekürzt. Dies siehst du an dieser schnell vor Skizze der Raumeindruck ist etwas anders, 😆 haha! Die untere Perspektivlinie der Häuserzeile passt fast, denn da hatte ich meinen Irrtum schon bemerkt.

Der Betrachter ist äußerst gnädig, wenn allgemeine Naturgesetze befolgt werden.

Also habe ich in den Häusern links die obere Perspektivlinie ein wenig verwuschelt und nur wenige Andeutungen von Perspektive gezeigt.

Merke, keine hektischen Verschlimmbesserungen im Bild, konsequent nach einem Regelsystem arbeiten und den Rest verschleiern.

Dass der Horizont zu weit oben liegt, fällt nicht auf, denn Menschen, die in der Stadt leben, sehen den Horizont sowieso selten.

Wenn du ein paar Perspektiven unterwegs fälschen musst. Denk daran:

Es muss nicht stimmen, du musst sie nur überzeugend lügen!  Bleibe bei einem Regelsystem und springe nicht hin und her mit den Perspektivlinien.

Vogelperspektive malen – der Pinguin-Trick:

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Stell dir vor, du malst eine Stadtlandschaft. Hast du schon mal einen Film über die Antarktis gesehen? Da stehen tausende Pinguine rum und die Kamera ist immer über ihnen.

Also im doppelten Sinne eine Vogelperspektive …hahaha

Es sind so viele Pinguine, dass man in der Entfernung nur noch Punkte sieht.

Der Betrachter verliert den Überblick, weil es viele sind und in der Entfernung alles kleiner wird.

Mach es genauso mit den Menschen, wirf ein paar Pinguine ins Bild! Platziere sie kleiner werden in der Ferne und voilà – du hast sofort eine überzeugende Tiefenwirkung!

 

Das Einzige, was wichtig ist, dass von vorne nach hinten alles eindeutig kleiner wird! Und je weiter die Menschen weg sind, desto höher wandern sie bei der Vogelperspektive im Bild.

Dabei muss man sich keine allzu tiefgreifenden Gedanken über Perspektive machen. Es ist einfach nur wichtig zu wissen, dass es so ist.

Eine Sache musst du allerdings beachten, wenn du die kleinen Punkte wie Pinguine ins Bild streust.

Das Wichtige ist, das jeder Fleck nur so groß ist, das er durch die Türen der Häuser passt, die ihm nahe sind.

Kleine perspektivische Fehler verzeiht der Betrachter! Der Gesamteindruck muss stimmen.

Oder ist dir aufgefallen, dass das Auto vorne rechts viel zu klein ist?

Nein? Dann wirf deine Panik vom Panorama ab, auch Perspektive wird nicht so heiß gegessen wie gekocht. Kleinere Fehler kannst du dir erlauben, wenn du innerhalb eines Regelsystems bleibst.

Der Betrachter möchte keine Perfektion, sondern eine deutlich erkennbaren und nachvollziehbaren optischen Eindruck.

Der Betrachter wird nichts mit dem Lineal nachmessen!
Außerdem braucht man diese kleinen Fehler, um zu lernen, wie man entspannt mit Perspektive umgeht.

So wäre die Perspektive übrigens richtiger gewesen. Aber ist sie wirklich besser?

Darüber ließe sich trefflich streiten, die andere ist halt gut gelogen!

Liebe Grüße aus Basel Tine

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https://blog.herz-der-kunst.ch/alles-eine-frage-der-perspektive/

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Liebe Grüße ins Wochenende Tine.