Pinseltechnik – Wie man einen Pinsel benutzt!

 

Moin, meine Lieben!

Wie komme ich denn auf so einen blöden Gedanken? Du und ich, wir benutzen doch Pinsel regelmäßig!

Also wissen wir doch auch, wie man einen Pinsel benutzt?

Was mich immer mal fasziniert hat, ist, dass der Wissenschatz fast unbegrenzt ist.

Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Mit allem, was ich lerne, öffnen sich wieder neue Türchen, und dahinter gibt es etwas Neues zu lernen.

Pinsel- vielseitiger als man denkt!

Der Unterschied zwischen einem Laien und einem Profi ist, dass sich der Profi verhält wie ein zwangsgestörter Bluthund.

Er jagt Pinseltechniken. Immer dann, wenn ich das Video eines anderen Malers sehe, dann male ich im Kopf mit. Wenn der Maler plötzlich eine für mich neue Pinseltechnik benutzt, geht’s mir wie meinem Hund Rudi.

Wenn Rudi vor einem Bau stand, dann konnte man regelrecht sehen, was ihm durch sein kleines Dackelgehirn schoss.
Er atmete schwer und starrte in das Loch. er würde jede Maßnahme ergreifen, er wusste nur noch nicht wie!
Wenn er nur wüsste, was die richtige Technik wäre! Um das Vieh aus dem Bau zu zerren!
Mein Hund verwandelte sich in einen zwangsgestörten Massenmörder.

Pinseltechnik!

Leider geht es mir selbst so, wenn der Jagdtrieb mich überwältigt. Na ja, das mit dem Massenmörder lassen wir weg, aber zwangsgestörte Verhaltenszüge weise ich bei der Jagd nach Pinseltechniken allemal auf! Mein Jagdtrieb zwingt mich, auf das Video zu starren, da unterscheide ich mich  kein bisschen von meinem Hund. 

Die Pinseltechnik und ihre Faktoren:

Selbst wenn man gutes Bildmaterial hat, ist es sehr schwer,  eine Pinseltechnik aus einem Video zu lernen.
Der Effekt, den man sieht, entsteht in Sekunden wie von Zauberhand.
Alles, was man sieht, ist das Ergebnis, aber man weiß nicht, wie der Maler dahin gekommen ist.
Tatsache ist, dass die meisten Menschen einen Pinsel wie einen Stift benutzen.
Anders als bei einem Stift hat man mit einem Pinsel viel mehr Möglichkeiten. Man kann ihn nicht nur mit der Spitze benutzen, sondern auch mit der Seite, man kann den Pinsel pressen oder  Effekte erzeugen, ohne dass der Pinsel auf dem  Blatt ist. Man kann mit dem Holz kratzen.Pinseltechnik eröffnet viele Möglichkeiten. Aquarell Reithalle in Riehen, Tine Klein
Weiße Bäume vor dem Haus gemalt, rechts neben dem Haus gekratzt.
Hinzu kommt die geradezu magische Wechselwirkung zwischen Feuchtigkeit und Papier.
Man kann die Feuchtigkeit im Pinsel steuern, andererseits kann aber auch das Papier feucht sein.
Heute aber möchte ich euch nur die Basics zur Pinselsteuerung in die Hand geben.

Pinseltechnik, welche Möglichkeiten hat ein Pinsel?

Ich möchte, dass du heute deine Lieblingspinsel besser kennenlernst. Deshalb möchte ich, dass du deinen Pinsel mit anderen Augen betrachtest. Damit ein Bild so richtig schön wird, haben wir drei Möglichkeiten,  die Farbe aufs Papier zu bringen.

  • Flächen,
  •  Linien,
  • und  Pünktchen, kleine Betonungen.

Viele Laien benutzen den Pinsel nur von einer Seite, d. h. sie benutzen nur die Spitze.

Nur die Pinselspitze zu benutzen, ist ungefähr so sinnvoll, als wenn man ein Wohnmobil dazu benutzt, nur zur Arbeit zu fahren. Ja, das Auto bewegt sich, aber es könnte viel mehr!

Der Pinselstrich-die DNA der Schönheit:

Pinseltechnik: große Flächen

Die großen Flächen sind die absolute Basis eines Bildes. Wenn ich diese gleichmäßig aufs Blatt bringen möchte, dann brauche ich eine ganze Menge Wasser und Farbe im Pinsel.

Merke: Zu kleine Pinsel und Brushpens können dies nicht!

Um große Flächen zu kolorieren, braucht man eine ganze Menge Wasser und Pigment.

Und deshalb wird der Pinselbauch interessant, denn hier befinden sich das Wasser und die Farbpigmente.

Benutzt man die Pinselspitze und setzt den Pinsel häufig ab,  verhält sich der Pinsel wie eine Pipette, die gedrückt wird. Die Pinselspitze ist dafür gemacht,  Farbe abzugeben. Jedes Mal, wenn sie auf das Blatt kommt, gibt sie einen Schwung Farbe ab. Das Ergebnis ist ungleichmäßig und fleckig, daran ist nicht dein Pinsel schuld, sondern die Handhabung.

Merke:

Eine Pinselspitze ist dazu gemacht, gleichmäßig Farbe in Bewegung abzugeben.

Pinseltechnik:

Soll eine große Fläche gleichmäßig mit Farbe gestaltet werden, muss man zügig arbeiten. Trocknet die Farbe, dann entstehen Ansatzpunkte. Deshalb ist es sinnvoll, den Pinsel sehr zügig, aber nicht zu schnell über das Papier zu ziehen. Der Pinsel soll Zeit haben, die Farbe gleichmäßig und schnell abzugeben. Der Pinsel erhält einen sanften Druck, damit die Flüssigkeit aus ihm herausfließt, und gleichzeitig soll der Pinsel breit sein, sanfter Druck und der Pinselkörper werden benutzt.

Wichtig! Zwischendurch hat der Pinsel  nichts im Wasser zu suchen.!

Wasserflecken entstehen durch die Aufnahme von Wasser im Pinsel.

Jedesmal, wenn du den Pinsel mit Wasser neu füllst, kann er Flutwellen auf dem Papier auslösen!

Jetzt werden ca. 80 % von uns feststellen, dass ihr Pinsel zu klein ist, um eine gleichmäßige Fläche zu malen.

Weitere Tipps und Tricks für die Pinseltechnik für große Flächen:

• Das Papier wird leicht angefeuchtet, dann können sich die Pigmente, die der Pinsel abgibt, leichter in der Fläche gleichmäßig verteilen. Dies hilft aber nur, wenn man die Fläche zügig mit Farbe füllt. Danach gilt jedoch die Finger- weg-Regel: Wenn die Farbe trocken ist, darf sie nicht mehr berührt werden.

• Ist ein Pinsel ein wenig zu klein, ist es sinnvoll, genügend Farbe vorher zu mischen. Dann kannst du mit dem Pinsel erneut Farbe aufnehmen, es entstehen trotzdem keine Ansatzränder, denn die Farbe hat die gleiche Zusammensetzung wie die Farbe, die vorher benutzt wurde.

Baum links oben: Trocken auf Trocken mit Pinselspitze. Das Grau dahinter Nass in Nass mit Pinselkörper. Der Stamm: Trocken auf Trocken, Pinselbauch mit Knick. Die Linien an der Tür:  gedrückt mit Flachpinsel Nass auf Trocken. Haus und Landschaft:  Nass in Nass, Pinselkörper.

Hausaufgabentipp: Mache drei große Rechtecke auf dein Blatt. Ziel der Übung ist es, die Farbe gleichmäßig aufzutragen. Im ersten Rechteck arbeitest du so wie immer. Das zweite Rechteck füllst du schnell und zügig mit Farbe, ohne den Pinsel abzusetzen. Falls du doch absetzen musst,  benutzt du nur die vorher angerührte Farbe. Danach lässt du die Farbe trocknen,  ohne sie anzurühren. Drittens: Du feuchtest das Rechteck ganz leicht an, bevor du die Farbe aufträgst. Die Feuchtigkeit muss sehr gleichmäßig sein. Dann verfährst du wie bei Punkt 2. Was passiert? Und wie verändert sich die Farbe?

Pinseltechnik für zarte Linien:

Bei der Pinseltechnik für Linien kommt die Pinselspitze, wie wir es gewohnt sind, ins Spiel.

Doch anders, als die meisten Menschen glauben, braucht man keinen kleinen Pinsel für feine Linien. Damit man eine Linie ziehen kann, braucht der Pinsel einen guten Pinselkörper, denn damit eine Linie ununterbrochen gezogen werden kann, muss ja die Flüssigkeit laufen.

Deshalb braucht man einen Pinsel mit einem dicken Bauch und einer ganz feinen Spitze. Dies muss jetzt nicht unbedingt ein Spezialpinsel sein. Denn ein guter Rundpinsel kann dies auch. Wichtig ist dabei die Pinseltechnik.

Soll die Linie gerade und gleichmäßig sein,  musst du den Pinsel weit hinten anfassen. Gestochen scharfe Linien entstehen auf trockenem Papier. Der Pinsel sollte gleichmäßig und zügig übers Papier fahren.

Dies ist die kompliziertere Methode, denn der Pinsel stellt uns noch eine weitere Seite zu Verfügung. Feine Linien kratzt man oft viel besser mit einem harten Gegenstand in die feuchte Farbe. So erhält man viel feinere und auch schärfere Linien, als wenn man diese mit einem Pinsel schlapperig malt. Es gibt sogar einige Pinsel, die haben Metallspitzen am Ende des Stils, um das Kratzen zu erleichtern. Du brauchst dafür allerdings keinen Spezialpinsel, alles was hart ist, kann diese Rillen im Papier erzeugen. Ich habe meinen Lieblingspinsel hinten angespitzt. Man kann Linien mit der Kante von Flachpinseln erzeugen.

Oder man ist so bescheuert und vergisst die Hälfte des Kunstmaterials zuhause und muss dann mit Kugelschreiber vorzeichnen!

Überraschend gut? Oder? Wer hätte gedacht, dass sich der fiese Kugelschreiber so gut einfügt?

Zum Thema Spritzen, Pünktchen kleckern und Effekte werde ich euch noch mal einen Blog schreiben.

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Die Fotos zum Malen findet ihr am Ende des Beitrags. Viel Spaß !und Hashtag #malenmitTine nicht vergessen!

Herzlichen Dank für die Spender der letzten Wochen!

Ich habe besseres Licht angeschafft!

 

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Weiterlesen! Wie geht der trockene Strich:

 

Die Fotos:

Das Motiv ist der Stadtpark in Riehen! Da male ich extrem gerne.

Tine Klein Tutorial Pinseltechnik #malenmitTine alte Reithalle in Riehen Tine Klein Tutorial Pinseltechnik #malenmitTine alte Reithalle in Riehen Tine Klein Tutorial Pinseltechnik #malenmitTine alte Reithalle in Riehen

 

 

 

 

Mit Achtsamkeit zum Bild

Tine Klein, Aquarell Geiger am Münster in Basel, malen lernen mit Achtsamkeit

 

Achtsamkeit ist die Ruhe, den Augenblick zu genießen:

Du brauchst das Glück nicht finden, es findet dich!

Das sind die kleinen Momente, die uns Corona nicht rauben kann!

Letzte Woche bin ich auf  einer Eisplatte ausgerutscht und hab mir eine kleine Rippenprellung geholt.

Das Fürchterlich daran ist nicht die Rippenprellung, sondern dass das Buch, das ich gerade lese, so gut und lustig ist, dass ich ständig lachen muss, das grenzt an Masochismus. Autsch, Autsch…..Autsch…..

Schon mal vorab, das Buch ist witzig, hat soviel schwarzen Humor, dass es schon über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus geht, und für Menschen, die keine handfeste Ironie mögen, ist es auch nix, und ich liebe es!

Die Hauptfigur ist ein durchaus freundlicher Vater, der  versucht, sich im Leben  durchzuschlagen. Und so wird er blöderweise Mafia-Anwalt. Daraufhin ist in seinem Leben gar nichts mehr klar, weil ihn das Ganze total überfordert, deshalb zwingt ihn seine Frau zu einem Achtsamkeitskurs.

Er befreit sich von all den Faktoren, die ihn belasten, ganz nach seiner Achtsamkeit-Bibel. Freundlich lächelnd fallen ihm fiese Mafiabosse zum Opfer! Es fragt sich, ob dies im Sinne der buddhistischen Erfinder ist?

Haltlos kicher! Nicht im Sinne des Erfinders, klappt aber!

Trotz der absurden Menge schwarzen Humors schafft es das Buch, eine ganze Menge über das Prinzip der Achtsamkeit zu vermitteln.

Maler sind achtsam!

Viele Menschen malen, weil man sich dabei ganz ruhig die Zeit nimmt, etwas zu betrachten.

Maler kennen die heilsame Wirkung der Achtsamkeit, ohne es so zu nennen.

Wenn ich solche Bilder male, dann tue ich das nicht, weil ich da so stolz drauf bin, sondern weil sie schöne Momente speichern.

Die Prinzipien der Achtsamkeit, die man mit dem Malen in Verbindung bringen kann:

• sich erst mal etwas in Ruhe anzusehen, ohne es zu bewerten. Stichwort: genau hinsehen.

• Erst mal Klarheit in seine Situation bringen, bevor man loslegt. Das muss man, wenn man das Licht fangen will!

•Sich nicht zwingen lassen, Dinge zu tun, die man eigentlich nicht tun will. Schau mal,  ich hab die Kirche weggeschnitten!

• Nicht ständig tausend Sachen in eine Situation hinein quetschen.

Da das Malen sehr viele Aufgabenstellungen gleichzeitig hat, könnten dies doch Anweisungen eines Mal-Lehrers sein oder?

Beobachten ist unbezahlbar

In dem Buch wird zum Beispiel von einer Übung erzählt,  bei der der Rechtsanwalt ein Lebensmittel so essen soll, als hätte er’s noch nie gesehen. Er betrachtet die Farbe sehr genau, die Form , nimmt plötzlich die Geschmäcker intensiv wahr und genießt einen normalen Apfel, als wenn es ein Luxusprodukt wäre.

Wir sollten Dinge mit dem gleichen Interesse malen,  als hätten wir sie noch nie gesehen!

Als ich abends mein Bier trank, kam es mir so extrem wunderschön bernsteinfarben vor, und ich war mir sicher,  dass kein Edelstein wunderschöner hätte glitzern können.

Die Achtsamkeit, einen Augenblick bewusst wahrzunehmen, ist die Fähigkeit der guten Maler.

Achtsam, der richtige Bildausschnitt!

Ein guter Maler lässt sich nicht zwingen!

Die meisten Menschen fangen ziemlich hektisch an zu malen, sie malen alles aufs Blatt, was ihnen vor die Augen kommt.

Achtsamkeit heißt: Nimm doch erst mal die Situation wahr!

Man lässt sich nicht stressen und auch nicht zwingen. Genau das macht gute Bilder.  Das ist ein einfaches System mit großer Wirkung. Denn daraus resultiert, dass man auch mal ohne Panik nein sagen kann.

Wie soll ich ein tolles Bild malen, wenn ich nur hektisch abarbeite?

Wenn man sich etwas unachtsam angesehen hat, dann kann man auch kein bisschen Durchblick entwickeln. Man malt stereotype Motive und sieht die außergewöhnlichen Chancen nicht.

Ein kleiner Bildausschnitt:

Damit die Sache gelingt, hält man sie schön klein.

Und diese Klarheit entsteht dadurch, dass man sich sehr ruhig auf etwas konzentriert, deshalb ist die Kirche weg!

Diese Klarheit muss man selbst herstellen, indem man schaut, wie man den Hauptgegenstand gut ins Bild bekommt. Oft sind diese Regeln idiotisch einfach und trotzdem in der Hektik des Alltags unbezahlbar.

 

Schneide so viel vom Bild weg, bis das, was du gerne magst, genug Platz auf deinem Blatt hat.

 

Sehr makaber entsorgt die lächelnde Hauptperson im Buch Mafia-Bosse, bis er wieder genug Platz für sein Leben hat.

Darf ich dich mal ermutigen, deine Bilder auch so anzulegen? Weg damit und schon entsteht Platz für Schönes!

Der Bildsucher

Der einfachste Tipp ist, die Hände zu einem kleineren Rähmchen zu formen,  dadurch zu schauen und festzustellen, was ein schöner Bildausschnitt wäre.

In der Fachsprache nennt man dies den Bildsucher. Bildsucher kann man auch kaufen, dann erwirbt man eine Pappscheibe mit einem Loch in der Mitte. So kann man dann abschätzen, wie ein Bild wirkt, wenn man mehr oder weniger begrenzt.

Der Bildausschnitt ist nicht klar definiert, man muss ihn suchen.

Nur fände ich es nicht schön, wenn du dir den Bildausschnitt von einer kleinen Papierscheibe diktieren lässt. Wer tatsächlich im Freien malt, weiß, dass sich Bildanteile mit einer Kopfdrehung ganz gewaltig verschieben.

Tine Klein Achtsamkeit in der Malerei

Schaue ich nach links, ist ein Haus im Bild, drehe ich den Kopf nur ein wenig,  ist das Haus weg.

Verblüffend oder? Zwei Meter und alles ist anders. Kopfdrehung sorgt dafür, dass ein Haus erscheint oder verschwindet.

Eigenverantwortung:

Suche dir die schönste Position mit dem schönsten Blick, und da du ja weißt, dass sich die Bildanteile ständig verschieben, darfst du das auch eigenhändig in deinem Bild  machen.

Dies nennt man im amerikanischen “the artistic licence!“

Du verschiebst jetzt die Motivanteile so, dass sie ein klares Bild erzeugen.

Du wirst feststellen, das wird Wunder wirken, denn alles, was wir nicht wollen,  ist ein Bild, das aussieht wie ein Eintopf.

 

“ Das Essen sah aus, als ob ein Chinese Essen beim Italiener bestellt hätte, das dann über deutsche Spezialitäten gekotzt hätte und ab und zu schauten mal ein paar Kartoffelstückchen heraus.  Ich kann Eintöpfe nichts abgewinnen, aber vielleicht werte ich zu sehr.“  (nacherzählt aus: achtsam morden)

Bildausschnitt rund um den Hauptgegenstand

Damit mein Bild nicht ausschaut wie ausgekotzt, schiebe ich die Bildbestandteile so, dass sie mein Hauptmotiv einrahmen.

Soweit das geht, lasse ich alle Gegenstände im Bild eine Beziehung zu meinem Hauptmotiv aufnehmen.

Im Grunde läuft es hier ein bisschen wie bei der Mafia, im Bild ist keine Widerrede erlaubt. Einzelne Gegenstände im Bild fügen sich der Gesamtheit oder sie werden umgebracht. Uppsss….

Alltagstipps:

•Ich stelle zum Beispiel einen Bildgegenstand in den Fluchtpunkt. Dann laufen alle Linien auf diesen geliebten Punkt zu.

• Konkurrenzverbot! Dinge, die zum Bild gehören, die du aber nicht sofort abmurksen kannst, werden so langweilig gemalt, dass sie mit deiner Bild-Aussage nicht in Konkurrenz treten.

• Das Gleiche gilt für Farben, oft ist es sehr sinnvoll, ein Bild so klein und klar zuzuschneiden, dass darin kein Farbchaos herrscht.

Fazit:

So schön wie die Umgebung auch ist, dies nützt alles nichts, wenn das Bild hinterher ausschaut wie ein Eintopf. Sei achtsam! Und mache es dir einfach, dann kannst du mit Klarheit loslegen.

Weiterlesen bei Tine:

https://blog.herz-der-kunst.ch/bildzentrum-lass-dein-bild-sprechen/

Eine Buchbesprechung von Achtsam morden.

https://juergenwulff.de/orientierungszeit-podcast_033/

 

Kann man achtsam morden? – Buchempfehlung

 

Getöntes Papier- Skizzieren auf toned paper

Wir sind Gris und Tine!
 
Diese Woche die Berlin -Basel – Connection! Freitagabend 12.2 auf Instagram.
Live-Stream
 
Lachen, Plaudern, Malen!
 
Wir gehen 19.30 Uhr auf Instagram online, komm online!
 
Gibt es Fragen, die ihr Gris stellen wollt?

 

In letzter Zeit gibt es einen Trend: getöntes Papier.

 

Meine Recherchen haben ergeben, dass Menschen gar keine Laktose brauchen, um intolerant zu sein! Komisch!

Toleranz für neues Material!

Meistens stürzen sich alle auf neues Material, doch in bestimmten Bereichen gibt es tief sitzende Vorurteile.
 
Eine Frau fragte, ob jemand gutes getöntes Aquarellpapier kenne. Daraufhin wurden einige Mitglieder der eingeschworenen Aquarellgemeinde böse und beschimpften die Frau, dass jeder, der Aquarelle male, niemals getöntes Papier benutze. Die Frage der Frau wurde in dem Forum, ehe ich antworten konnte, gelöscht.

So was lässt mich nur kichern! Und die anderen Sketcher auch!

Ein kleines Experiment hat noch nie geschadet.

Auf getöntem Papier zu arbeiten, macht nicht nur Spaß, weil es das Gehirn kitzelt, es hilft dir auch,  die Malerei besser zu verstehen!

Mein lieber  Freund Gris, nimm dich in Acht! Du arbeitest gerne auf getöntem Papier. Ich sag es dir, die Frauen dieser Aquarellgruppe sind Raubtiere!  Und getöntes Aquarellpapier ist so was wie das rote Tuch für den Stier .kicher!  Wie sagt man denn  Stier genderneutral? Große böse Muhkuh?
 
Und auch ich male gelegentlich auf braunem Papier.  Kopf einzieh und duck. Wenn es gleich klingelt, kommt der Exorzist! (Äh – in!)

Tine Klein Tutorial getöntes Papier

Getöntes Papier, das Material der alten Meister!

Ich war völlig perplex, denn getöntes Papier ist das Material der alten Meister!

William Turner zum Beispiel benutzte immer getöntes Papier! Ich habe euch unten 60 Beispiele angehängt.

Getöntes Papier ist aus der Mode gekommen,  jetzt dreht sich der Trend wieder. Getöntes Papier ist hipp!

In meinen privaten Skizzenbüchern sammele ich Erinnerungen, gerne auf getöntem Papier:
 
Eine Seite mit Foto.
Und die andere Seite, ist übersäht mit schnellen Skizzen des Tages!

Getontes Aquarell erspart die erste Schicht – alles prima!

Aquarellieren auf getöntem Papier, warum?

Getöntes Aquarellpapier? Was soll das? Zuerst gibt man viel Geld für transparente Aquarellfarben aus und dann arbeitet man auf getöntem Aquarellpapier! Das ist doch hirnrissig!

Keinesfalls! Eine der größten Herausforderungen für alle Menschen, die malen, ist das Meistern von Licht und Schatten. Gerade für Anfänger ist es extrem schwer.

Überraschenderweise ist es oft einfacher, auf getöntes Papier umzusteigen!

Weißes Papier hat seine Tücken!

Damit ein Bild so richtig gut aussieht, braucht es eine gute Mischung aus hell und dunkel. Ein Großteil der Farben befindet sich im Mitteltonbereich. D. h. der größte Teil der Farben ist leicht getönt. Dies ist auch völlig richtig so, doch dummerweise hat man das Weiß auf dem Papier auch sehr schnell übermalt.

Ein Loch im Bild!

Und auf dieses Loch stürzt man sich gerne, und dann ist die Helligkeit im Bild flöten gegangen.

Die resultierenden Bilder können nicht mehr gut aussehen, weil man ihnen den Sonnenschein gestohlen hat.

Eine Technikumstellung hilft!

Getöntes Papier erfordert eine Technikumstellung! Dies tut dir gut, denn dein faules Gehirn wird vom Sofa gescheucht und rein in die Joggingschuhe.
 
Auch wenn du dich damit abgefunden hast, dass du jedes Mal die winzigen Lichtreflexionen beim Malen vergisst auszusparen. Dies ist jetzt keine Ausrede mehr!
 
Denn auf getöntem Papier malt man ganz anders.

Man kann Lichter ohne Probleme aufsetzen

Gleichzeitig kann man auch mit den dunklen Tönen experimentieren.

Meiner Erfahrung nach ist es für Anfänger viel einfacher, ein Licht nachträglich aufzusetzen, als dies von Anfang an auszusparen.

Das Spiel mit Licht und Schatten bleibt jedem Maler ein Leben lang erhalten.

 

Es hat noch niemandem geschadet, seinen Horizont spielerisch zu erweitern.

 

Getöntes Papier  bringt Zusammenhang

Natürlich ist weißes Aquarellpapier mit transparenter Farbe ein dream team! Nichts ist schöner als strahlende Farbe auf weißem Papier.  Das nützt aber nichts, wenn man das Mixen nicht im Griff hat. Hell, mittel, dunkel, da ist uns doch jedes Training recht! Es ist sinnvoll, das Problem anders herum anzugehen! Dadurch, dass das Papier eine durchgehende Farbe hat, entsteht ein sehr angenehmer Eindruck.

Getönte Papiere geben einem Bild Zusammenhang!

Oft wirken die Bilder von nicht professionellen Malern ein bisschen zerrissen oder zerbrochen. Weil sie es nicht schaffen, den Zusammenhang im Motiv zu erzeugen.

Farbiges Papier wirkt nicht als Loch, wenn es blitzt!

Die gesammelten Erfahrungen werden dir auch auf weißem Papier helfen, denn du merkst, dass es durchaus sinnvoll ist, eine gemeinsame Farbe unter dem Bild zu haben.

Dabei muss man allerdings beachten, dass sich transparente Farben durch getöntes Papier verändern.

Man muss immer den Einfluss der Papierfarbe beim Malen hinzurechnen.

Die Papierfarbe einberechnen!

Bevor du loslegst, musst du erst mal ein bisschen rumtesten.

Arbeitet man zum Beispiel mit braunem Papier, ist es sinnvoll, mit kühleren Farben als normal zu arbeiten. Denn durch das braune Papier entstehen immer automatisch Naturtöne. Arbeitet man mit kühlen Tönen, bleiben die Farben trotzdem relativ frisch.

Getöntes Papier gibt es in vielen Farben, häufig ist es grau, auf diesem Papier kann man entweder verwandte Farben benutzen  oder die Farben müssten etwas strahlender sein, denn die Farbe wird natürlich durch das Papier gedämpft.

Dunkle Farben kann man weiterhin wie gewohnt verarbeiten.

Wird die Farbe des Papiers zu dunkel,  muss man auf Gouache umsteigen.

 

Deckende helle Farben:

Damit man die ganz hellen Farben aufsetzen kann, braucht man natürlich auch deckende helle Töne. Eine Tube weißes Gouache oder Deckweiß hilft.

Außer vielleicht beim Himmel sollte man sich merken, dass man die hellen Farben nur als Reflexe aufsetzt. Mischt man alle Aquarellfarben mit Weiß, verlieren diese ihre Leichtigkeit und können leicht klebrig wirken.

Tine Klein Tutorial getöntes Papier undSkizzieren

 

Dann muss man das ganze Bild auf die entsprechende Technik umstellen. Dann malt man die Farbe wie Ölfarbe.

Tine Klein Tutorial getöntes Papier und Aquarell

Wer allerdings skizziert, sollte sich eines merken:

Hell und Dunkel sollten wie Pfeffer und Salz benutzt werden.  Den Vorteil einer gemeinsamen Papierfarbe sollte man nicht verspielen, indem man alles zumalt, also viel Freiheit lassen.

Getönte Papiere und Aquarellpapiere:

Beim Zeichnen gibt es eine riesige Auswahl von getönten Papieren. Hier kann man auf die Papiere für Pastell zurückgreifen. Es gibt aber auch mittlerweile eine große Auswahl an Zeichenpapieren. 

Schwieriger wird es, wenn man mit flüssiger Farbe arbeiten möchte. Hier muss man richtig suchen. Denn meistens sind die Papiere viel zu dünn.

Mein Tipp: Versucht erst gar nicht, mit feuchter Farbe auf Papier unter 220 g/Quadratmeter zu malen.

Es gibt getöntes Multimedia Papier von Hahnemühle, Claire Fontaine und auch von Strathmore. Mein Tipp, auch wenn es sehr mühsam ist, ein getöntes Aquarell- oder Multimediapapier zu finden,  es lohnt sich doch zu suchen.

Wer es nur mal ausprobieren möchte, die preiswerte Variante ist 300gr. Fotokartonblock. Kinder basteln gerne damit XD, die preiswerteste Variante für getöntes Papier,

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

 

Ich danke euch herzlich! Die spenden der letzten Woche wurden zu einem kleinen Mikrofon um den Ton besser zu machen.




Malvorlage für den Live Stream!

Berlin Wörther Straße könnt ihr bei google Maps finden.

Weiterlesen bei Tine gleiches Thema andere Farben:

https://blog.herz-der-kunst.ch/farbiges-papier-tipps-und-tricks/

https://www.pinterest.de/atelierhorn/aquarelle-william-turner-1775-1851-aquarelle-water/

https://www.pinterest.de/atelierhorn/aquarelle-william-turner-1775-1851-aquarelle-water/

Untermalung der Trick für Skizze und Aquarell

Bild Wuhan Crabe Tower Tine Klein Tutorial zum Thema Untermalung in Skizze und Aquarell

Untermalung – der große Trick ist die Leichtigkeit des Anfangs!

Die Untermalung ist ein Trick, der Malern hilft, Bilder zu vereinfachen.
Benutzt du die Untermalung, brauchst du überhaupt keine Angst vor Fehlern zu haben. Es gibt nur wenig, was schief gehen kann, und deshalb kann der Maler völlig befreit und beherzt loslegen. 
Kenne Angst vor Fehlern, wenn man mit hellen Farben beginnt.
Bei Aquarellfarben beginnt man mit sehr hellen und luftigen Tönen, diese Töne verblassen später, wenn die dunkleren Schichten auf das Bild kommen.
Das große Strahlen!
Der Trick ist einfach, man legt sehr dünne, leuchtende Farben unter ein Bild. In Zusammenhang mit den dunklen Farben der nächsten Lasuren beginnen diese zu strahlen.
 Über Fehler muss man sich keine Gedanken machen, denn nervt einen eine zu leuchtende Farbe, muss man diese in der nächsten Schicht einfach nur ein wenig verschmuddeln oder abdunkeln.

Die Arbeitsweise:

In der Untermalung malt man großflächig Farbflächen unter das Bild. Insofern hängt das Thema dieser Woche eng mit dem Thema der letzten Woche zusammen. Letzte Woche ging es um die Wirkung großer Farbflächen.
Man kann unter ein Bild entweder monochrome große Farbflächen setzen oder sehr abwechslungsreich gestaltete Farbflächen in Hell und Dunkel. Wichtig in diesem Schritt, die Farbe darf nicht zu dunkel werden.
Denn die Leichtigkeit entsteht dadurch, dass man die hellen Farben jederzeit übermalen kann.
• Großflächige monochrome Farbwirkung wirkt streng und zielgerichtet.
• Abwechslungsreich gestaltete, helle und luftige Farbflächen wirken lebhaft und weich.
 

Untermalung – der große Trick ist die Leichtigkeit des Anfangs!

 
Ist man erst mal so an ein Bild herangegangen, dann entsteht die freie Leichtigkeit, die viele Zeichner, Maler oder Skizzenbuch-Künstler sich wünschen.
Diese Herangehensweise hat insbesondere Auswirkungen auf deine Psyche. Während du ins Bild stolperst, hast du zuerst mal Zeit, dich zu orientieren,  kannst befreit arbeiten. 
Oftmals werden Bilder nämlich schon am Anfang verdorben, weil der Maler oder Zeichner ängstlich ist, dann werden Striche und Formen sehr hart, und das wird der Betrachter hinterher immer sehen.
Deswegen ist es sehr schlau, im Bild nicht mit den schwierigsten Stellen anzufangen, sondern sich erst mal Zeit zu geben, in das Bild hereinzukommen.
Freilich kann man schon ein paar Fehler machen, indem man Stellen zumalt, die besser weiß blieben.
Dies kann man aber sehr einfach beheben, indem man sich ein paar Markierungen vor dem Kolorieren macht.

Vorzeichnung oder nicht? Ein Streitpunkt!

Unter den Malern, die diese Technik benutzen, gibt es einen großen Streitpunkt.
Ist eine Vorzeichnung erlaubt oder nicht?
Dies mag auf den ersten Blick lächerlich wirken, hat aber tief sitzende fachliche Gründe.
Wer vorzeichnet, verliert dadurch nicht selten die Leichtigkeit des Zufalls.
Und damit verlieren die Bilder ihre Frische und Leichtigkeit. Das muss natürlich nicht so sein, aber viele stolpern in die Falle und verlieren durch den Strich der Vorzeichnung ihre Freiheit. In diesem Fall kann sich die Vorzeichnung sogar als Nachteil erweisen.
Dennoch hat das Nicht-Vorzeichnen ebenfalls Nachteile, einige Maler fühlen sich unsicher, wenn sie überhaupt nicht wissen, an welcher Stelle des Motives sie gerade kolorieren.
Dazu kann ich aber sagen, was du mit dem Stift Vorzeichnen kannst, kannst du ebenso gut mit den Pinsel vorzeichnen!
Einerlei! Blöd ist in diesem Moment, dass dem Künstler nun vielleicht doch die Leichtigkeit durch das Zuviel an Freiheit verloren geht.
Einen ganz wesentlichen Nachteil hat die Methode jedoch, wenn es um das Licht geht. Ich markiere mir die Stellen im Bild, bei denen ich absolut strahlend weißes Papier brauche.
Diese kleine Einschränkung mache ich, weil man so weißes jungfräuliches Papier nicht wiederherstellen kann.

Leichtigkeit entsteht durch Einfaches

Das Vereinfachen ist das große Thema für alle Künstler.
Betrachtet man die hoch gefeierten Künstler, dann stellt man fest, dass diese in der Regel sehr einfach arbeiten.
Diese Leichtigkeit wirkt bestechend und auch sehr selbstbewusst.
Jeder, der schon mal versucht hat, ein Motiv zu vereinfachen, stellt fest, dass dies gar nicht so einfach ist.
Dafür braucht man einen sehr zielgerichteten Geist!
Die Untermalung hilft dir dabei jedoch, denn du kannst viele Dinge einfach mit einem Strich anlegen.
Später kannst du ja immer noch etwas hinzufügen, wenn die Untermalung deinen Anforderungen nicht genügen sollte. 
Die Untermalung wirkt durch das Freilassen!
Die Untermalung ist so hilfreich beim Vereinfachen, weil man nur die großzügigen Zusammenhänge malt. Dies gibt deinem Aquarell, deiner Skizze oder deiner Kolorierung eine großzügige Leichtigkeit.
Dieser Effekt verfliegt allerdings, wenn man später dann doch wieder alles darüber malt.

Timing ist wichtig und Gewohnheit!

Die Technik und das Timing! Die Technik und das Timing spielen natürlich auch eine Rolle. Du solltest immer mit einfachem und vertrautem Material arbeiten.
Wenn du immer wieder das Papier wechselst und mit mehreren Pinseln arbeitest oder mit einer unendlichen Anzahl von Farben, dann wird dein Kopf damit beschäftigt sein, diese Probleme zu lösen.
Die unendliche Leichtigkeit wird sich dann nicht einstellen.
Deswegen haben viele Maler einen Grundsatz:
Schütze die untere Farbschicht!
Es muss immer etwas blitzen!
Hier möchte ich für heute schließen.

Ich wünsche dir eine wunderschöne Woche:

Ein kleines Lock- Down-Geschenk! für dich!

Denn ich habe etwas Besonderes für euch vorbereitet, bitte behalte den Blog dieser und letzter Woche im Kopf. Dann schaut euch an, wie ich male, und lenkt eure Augenmerk darauf, wo ich mit wenigen gezielten Strichen arbeite.
Lege dein Augenmerk darauf, wie sich das Bild im Laufe der Zeit verändert.
Von scheußlich zu sichtbar und schön.
Schaue gut zu, denn viele Dinge sind tatsächlich mit einem Pinselstrich zu lösen.
Deshalb schicke ich dir diese Woche:
“Die Leichtigkeit des Seins.“
Vertraue darauf, dass sie sich bei dir nach und nach mit entspannter Übung einstellt.
Herzliche  Grüße ins Wochenende Tine
Viele haben sich ein neues Video gewünscht, damit ihr den Blog von dieser und letzter Woche  besser versteht.
Nur wenige Menschen denken an das Spenden. Selbst so kleine Filme wie heute bedeuten einen enormen technischen Aufwand. Denkt immer daran, diese Geräte müssen wir kaufen, damit wir diese kostenlosen Angebote zur Verfügung stellen können.
Ein Franken sind 92 Cent.


 

 

https://youtu.be/4XJFjyr72DQ

https://youtu.be/4XJFjyr72DQ

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