Malen lernen – der smarte Weg

Guten Morgen oder guten Abend, je nachdem, wann du diesen Blog liest. Wünschst du dir, großartig malen zu können? Hast du manchmal das Gefühl, das scheitert bei dir an mangelndem Talent?
Dann habe ich eine gute Nachricht für dich und eine Buchempfehlung: Das Buch heißt „Grit“ und ist von Angela Duckworth.
Grit ist anscheinend das schwedische Wort für Durchhaltevermögen.
Im Grunde geht es darum, wie man seine Talente schleift und wie man erfolgreich wird.
Die gute Nachricht, man kann smart  lernen. Smart Malen lernen durch einfache Zielstellungen.
An diesem Bild werde ich euch zeigen, wie ich dies mit mir selbst umsetze.
Tine Klein smart malen lernen, Aquarell Bahnhoff St.Gallen

Die gute Nachricht ist, dass es nicht um Talent geht.

Nicht einmal beim Malen lernen, und die Kunst ist am anfälligsten für den Mythos Talent.

Talent ist nur ein winziger Faktor in der Gleichung des Erfolgs. Wichtig ist, dass wir bewusst, entschlossen und beharrlich lernen.
Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen
und müssen einfach an einem Ziel dran bleiben.
Viele der Menschen, die wir als berühmt erleben, hatten denkbar schlechte Ausgangsposition.
Es ist doch beflügelnd, dass Erfolg nicht von irgendeiner Genialität abhängt, sondern dass du einfach nur dranbleiben musst.
 
Das Buch gibt einem Hinweise darauf, wie man sich selbst voranbringt.
Einer der wichtigsten Faktoren  ist Dranbleiben, weitermachen und sich selbst zu motivieren.

Zwischenziele helfen bei der Motivation.

Wenn du jetzt zum Beispiel sagst, ich möchte malen wie ein alter Meister, dann wirst du dich  beim Malen lernen quälen.
Denn schon in dem Wort „alter Meister“ steckt, dass der Mensch ein Leben lang gebraucht hat, um so weit zu kommen.
Erfolg braucht Etappenziele, damit man seinen großen Traum erreichen kann.
So kommen wir auf das Thema des heutigen Blogs.
Erfolg braucht natürlich Übung. In diesem Punkt sind wir uns sicher einig. Doch jeder von uns kennt die Menschen, die geflissentlich das Arbeitshandbuch auswendig gelernt haben und daraus doch nichts gelernt haben. Beim Malen lernen und auch bei allen anderen Tätigkeiten geht es nicht darum, sich trocken Wissen rein zu schaufeln und mit zusammengebissenen Zähnen zu lernen.
Setze dir einfach kleine Ziele, die du erreichen kannst.
Damit ist das Lernen viel, viel effektiver und es macht auf Dauer Spaß, denn du kannst deinen Erfolg messen.
So weit,  so gut, all diese Erkenntnisse wirst du in dem oben empfohlenen Buch finden.

Arbeite smart!

Jetzt werde ich euch an einem konkreten Beispiel zeigen, was das bedeutet.

Viele meiner Schüler kommen mit riesigen Farbkästen in den Unterricht.

Zugegebenermaßen gehöre ich selbst zu dieser Gruppe. Farben ziehen mich einfach an wie eine Elster, sobald Farbe ins Spiel kommt, werde ich völlig unzurechnungsfähig.

Auch ich laufe mit einem 24 Näpfchen Kasten herum und freue mich wie verrückt über meine tollen Farben.

Dummerweise gibt es bei 24 Näpfchen schon 576 Möglichkeiten, die Farben zu mischen.

Da ich aber auch gerne mal drei Pigmente miteinander mische, sind wir dann schon bei 13.824 Möglichkeiten. Es ist doch logisch,
dass man sich bei so vielen Möglichkeiten selbst verwirrt.
“Auf einer Skala von 1-10 wie verwirrt bist Du?
16“
“Nein, nur von 1-10!“
“ Was denn?“
“ Die Skala!“
“ Welche?“
“Wie verwirrt du bist!“
“Ach so, 17!“

Die Aufgabe knacken

Damit wir uns nicht selber in solche Situationen bringen, müssen wir Arbeitsaufgaben knacken.
D. h. ich arbeite nicht mit einem 24 Näpfchen-Kasten,
sondern ich mal immer mal wieder Bilder, bei denen ich mich auf wenige Farben beschränke.
Eine der beliebtesten Fehler beim Lernen ist, dass die Aufgabe nicht nur zu groß ist, sondern auch zu sinnlos.
Keiner macht gerne Sinnloses.
Ich könnte jetzt natürlich auch immer wieder Farbskalen und Raster in meinen Farben anlegen. Doch die Erfahrung hat mir gezeigt, wenn eine Arbeit sinnlos ist, dann mache ich sie nicht gerne.
Die Folge ist, dass ich meine Farben nicht kennenlerne und meine Bilder nicht besser werden.
Da ich mich aber kenne, schneide ich mir die Aufgabe so zu, dass sie mir trotzdem Spaß macht.
Ich suche mir einen Platz, den ich immer wieder in der gleichen Art und Weise malen kann, und stelle mir eine einfach zu bewältigende Aufgabe.
Rahmenbedingungen:

Ein konkretes Beispiel:

Meine beste Freundin wohnt in St. Gallen, wenn mein Zug im Hauptbahnhof einläuft, dann muss meine Freundin mindestens noch eine halbe Stunde arbeiten.

 
Diese Zeit nutze ich, um ein schnelles Aquarell vom Bahnhofsvorplatz zu machen. Der Bahnhofsvorplatz in St. Gallen hat eine atemberaubende Perspektive. Aus dieser atemberaubenden Perspektive resultieren extreme Lichtverhältnisse,  die für jeden Maler ein Glücksfall sind. Auf dem Bahnhofsvorplatz entwickelt sich nachmittags eine extreme Gegenlichtssituation.
 
Im Grunde gibt es nur zwei Farben, den Sandstein der Häuser und gewaltigen Schatten der Bahnhofszeile.
Für die Häuser kommen nur Beige-  oder Gelbtöne infrage, für die Schatten Blau- oder Lila-Töne.
Wenn ich in St. Gallen bin, dann spiele ich ein Spiel mit mir. Ich skizziere immer wieder genau dieselbe Szene, mit genau denselben Farben. Meistens zwei Gelbtöne, zwei Blautöne, und Rot oder Orange.

Eine klar gestellte Aufgabe

Eine klar gestellte Aufgabe hilft mir einfach, den Überblick zu behalten. Wenn ich nur mit zwei Gelb- oder zwei Blautönen arbeite und dann immer mal wieder, wenn ich die Aufgabe wiederhole,  einen der Töne verändere, dann erhalte ich recht schnell, ohne mich zu überfordern,  ein Überblick darüber, wie man mischt und wie Farben arbeiten.

Man lernt dabei sozusagen die Mischtabelle der Farben auswendig.  Zurück bleibt einen ganzer Haufen von Informationen, die man zeitlebens in seinen Bildern nutzen kann.

Tine Klein smart malen lernen, Aquarell Bahnhoff St.Gallen

Eines Tages startete ich mit dem Ausgangsbild. Beim Malen bemerkte ich, dass es einige Probleme gab. Unsicherheit machte sich breit, wie dunkel dürfen eigentlich die Schattentöne sein? Ist es sinnvoll, einen Himmel zu malen, weil das Bild vielleicht zu dunkel wird? Eine Aufgabenstellung wurde geboren, im Wesentlichen geht es in diesem Bild um das Zusammenspiel von Blau und Violett mit Gelb oder Siena.
So entsteht eine kleine Serie an Skizzen, ich lerne klein und übersichtlich und beantworte mir meine eigenen Fragen.
Die Meisterwerke kommen von alleine, auf dem Weg dahin sollte man sich an den Zwischenzielen erfreuen.

 

Das nächste Mal frage ich mich, waren meine Mischungen nicht vielleicht viel zu dunkel. Jetzt nehme ich etwas Helles und Freundliches hinzu: Indischgelb.

Auch beim nächsten Mal bleibe ich bei meinen blauen und gelben Tönen. Ich möchte ja schließlich ziemlich einfach und für mich begreiflich herausfinden, wie ich diese Töne steuern kann. Ich bleibe also bei meinen drei Ausgangsfarben, Cerulian, Aquamarin und Siena.

Tine Klein smart malen lernen, Aquarell Bahnhoff St.Gallen

In diesem Bild kombiniere ich sie mit den Erkenntnissen aus den beiden anderen Bildern erneut. Der Himmel enthält weniger Aquamarin dafür mehr Cerulian. Die Häuser bleiben heller, aber ich fahre den Gelbanteil zurück.

Aus diesen Spielen wird Malen lernen  einfach. Es macht enormen Spaß. Man lernt viel effektiver, weil die Aufgaben einfach sind und trotzdem ein enormes Wissen entsteht.

Ich kann durchhalten und werde langsam besser.

Das Wissen bleibt kleben:

Ultramarin und Orange ergeben ein schönes Grau…

Französisch Ultramarin bringt Cerulian stark zum Granulieren…

Siena Natur entfaltet  starke Leuchtkraft mit Chinacidromgoldton oder Indisch wird jedoch  durch Jaume brilliant puderig und gedämpft.

Delft wirkt sauberer als Indigo.

Und so weiter und sofort……

Sich aus dem Chaos lösen

Viele Maler reagieren auf das Farbchaos, indem sie sich auf ca. sechs Farben konzentrieren. Die Idee ist großartig, aber manchmal sehen ihre Bilder dann eben Stereotyp aus. Trotzdem kann man aus dieser Vorgehensweise enorm gut lernen.

Sich auf einen Kernpunkt konzentrieren!

Konzentriere dich eine Weile auf nur eine begrenzte Anzahl von Farben, so bekommst du sie in den Griff. Danach kannst du eine Farbe austauschen oder hinzunehmen.

Ich bin ja selbst so süchtig nach Farben, dass ich einen riesigen Kasten habe.

Beim Malen lernen geht man am besten Schritt für Schritt vor, so bekommt das Gehirn die Möglichkeit,  die Informationen zu verdauen.

Ein Gehirn muss Informationen verdauen.

Tauche nicht ins Chaos ab, und schneide die Dinge, die du lernen möchtest, so klein zu, dass dein Gehirn sie auch begreifen kann.
Lerne in einer Form, wie es dir Spaß macht. In dem von mir gelesenen Buch heißt es:“
“Arbeite smart anstatt hart!“
Farbtabellen machen mir zum Beispiel keinen Spaß, ich mache stattdessen lieber kleine Bilder.
Vielen Menschen ,und auch mir, fällt es viel leichter zu lernen, wenn die Aufgabe sinnvoll ist.
Wiederholung ist wichtig, 
wenn ich einmal ein Bild in der gleichen Farbstimmung male, dann wird mein Gehirn diese Informationen wahrscheinlich nicht lebenslang abspeichern. Anders gesagt, Malen lernen braucht Wiederholung.
Wenn du Dinge immer mal wieder wiederholst, dann wird dieser Einsatz dazu führen, dass du großartig wirst.
Eine gute Nachricht!
Du wirst großartig! Halte durch!
Liebe Grüße
Tine
An machen Themen arbeitet man ein Leben lang, hier ein älterer Beitrag zum gleichen Thema:

 

Pleinairmalerei gegen den Winterblues

KBlick auf den Zürichsee Aquarell von Tine Klein gemalt in Männedorf . Pleinairmalerei.

Mit allen Sinnen – tue Dir Gutes

Thorsten Sträter hat mich zu diesem Artikel angeregt, indem er ein schwieriges Thema humorvoll angesprochen hat…..ich greife dies auf und schreibe für unseren Kunstbereich dazu und grüße damit liebevoll ein paar Freunde, die unter Depressionen leiden.

Pleinairmalerei ist der französische Begriff für Freiluftmalerei.
Die Geister scheiden sich, die einen malen lieber im Atelier, die anderen schwören auf echtes Licht.
Pleinairmalerei  sollte man nicht deshalb machen, weil es großartige Bilder erzeugt, sondern weil es heilsam für die Seele ist.
Die Pleinairmalerei ist nichts Neues, man muss nur einmal in die Bilder von Monet, Turner, John Singer Sergeant oder der Worpsweder Künstlergruppe schauen und schon sieht man, dass draußen malen etwas ganz Besonderes hat.
Viele Freiluftmaler sind berühmt geworden, weil in ihren Bildern unglaublich viel Leben gespeichert ist. Diese Bilder geben uns den Blick auf einen kurzen Augenblick in der Vergangenheit, sie sind sozusagen Zeitfenster und das macht ihren Reiz aus.
Schau mal in das Bild, den Menschen im Bild geht es gut.
Und darum geht es in diesem Artikel. .
Pleinairmalerei macht glücklich

Danke an die Tate Gallery: https://www.tate.org.uk/art/artworks/sargent-claude-monet-painting-by-the-edge-of-a-wood-n04103

Weil die Maler das Licht sammeln

Pleinairmalerei und das Wintergrau

Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich, warum ich um diese Jahreszeit über dieses Thema schreibe, das ist doch verrückt.
Aber der Auslöser, weshalb ich dies schreibe, sind Winterdepressionen, im Moment geht es meinem besten Freund  gut, denn er nimmt Pillen. Depression ist ein Thema, über das viele nicht sprechen.
Sie glauben,  Menschen mit Depressionen sind nicht lustig oder freundlich. Mein bester Freund ist alles andere als ein humorloser Schlaffi und trotzdem braucht er Tabletten.
Depressionen können sich hinter jeder Schale verbergen. Auch ich hatte eine Zeit im Leben, in der es mir nicht gut ging, ich hatte den Großteil meines Freundeskreises durch einen Unfall verloren und konnte mich nicht mehr aufrichten, gemerkt hat das keiner. Lächeln, obwohl man fertig ist. Ich komme aus Dortmund in Nordrhein -Westfalen und dort sind die Winter ganz schön grau.
Auch die Spaßmacher kennen die Wolken auf der Seele.
Selbst mein Mann, ein Anti- Depressionswunder, fängt an über den Lichtmangel zu jaulen.
Ohne Witz:
Tom zählt die Tagesminuten, die wir wieder mehr Licht haben. (In Dortmund zehn Minuten weniger als in Zürich grauenhaft!)
Ich schreibe gerade zu dieser Jahreszeit über die Pleinairmalerei, weil es gerade jetzt so wichtig ist, sich aufzubauen und mit schönen Sachen vollzuladen. Aber das Wetter ist oft so blöd, da heißt es jeden Sonnenstrahl nutzen. Lustigerweise gelingt mir das nur mit einer Pflicht:
Ich muss malen gehen

Die Sonne macht ´s -in der Malerei und im Leben

Die meisten Menschen haben Vitamin D Mangel, sie haben einfach zu wenig Licht. Die Angewohnheit nackt rumzulaufen, ist ja bedauerlicherweise im Laufe unserer kulturellen Entwicklung ziemlich zurückgegangen. Sprich, wir kriegen zu wenig Licht und zu wenig Hautkontakt. 🙂

Vielleicht habt ihr schon mal gewundert, warum es so viele Aquarelle von mir auch im Winter gibt. Die Antwort ist , ich packe mich warm ein  und tanke Licht.

Ich liebe die Pleinairmalerei, weil sie mich rausholt aus dem grauen Trott.

Seht ihr wie wir strahlen?

Tine und Tom eingepackt wie die Michelin Männchen, frisch und sozusagen eisgekühlt.  Wir haben uns hoch über den Nebel hinaus gestrampelt.
Im Grunde ist Pleinairmalerei für mich nur eine Ausrede, mich mit positiven Dingen und Sonne aufzuladen. Im Alltag bemerke ich einmal die schönen strahlenden 5 Minuten am Tag. Wenn ich mir gezielt vornehme, draußen zu malen, habe ich ein Auge auf die Sonnenfenster im Tag. Ich muss das jetzt wirklich mal sagen, in Bezug auf Erlebnisse ist die Malerei wirklich zweitrangig. Wenn ich dann warm eingepackt anfange zu skizzieren, dann zeige ich mir selbst, wie schön dieser Tag ist.

Wie schön es ist

Und dies speichere ich nicht nur im Bild, sondern besonders wichtig ist, dass ich diese Schönheit in mir speichere.
Viele Leute glauben ja, Künstler würden nicht besonders viel arbeiten. Doch im Berufsalltag geht es uns nicht viel anders als vielen anderen Menschen, wir arbeiten viel zu lange und sitzen dann noch stundenlang im Auto oder in der Bahn. Wir sind anfällig für Depressionen, weil wir kein normales soziales Umfeld haben.
Egal wo ich bin, ich nehme mir den Luxus, mich einen Moment mit meinem Stift oder Pinsel in die Sonne zu setzen.
Ich mach mir klar, wie schön es ist, dieser Moment ist Respekt für mich selbst.
Ich schlucke Vitamin D und mein bester Freund schluckt Stimmungssaufheller.
Ich bin glücklich darüber, denn durch Depressionen verliert man langsam geliebte Menschen.
Das ist sehr wichtig, denn nur durch die Tablette, kann er wieder was mit uns unternehmen. Plötzlich sieht er wieder, wie schön es ist, das macht mich froh.

Momente des Genießens:

Kaum zu glauben, das hier ist nur ein paar Minuten von der hektischen Züricher Innenstadt entfernt. Die Dachform werdet ihr später noch auf meinem Bild wiedererkennen.
An diesem Idyll hetze ich mehrmals die Woche vorbei, ohne es wahrzunehmen. Die Hauptverkehrsstraße läuft unten am See entlang durch dichte Bebauung.
Und ohne den Vorwand, dass ich Motive suchen müsste, würde ich dies nicht sehen. 5 Minuten genügen und schon hat man diesen wundervollen Perspektivwechsel.
Ob man jetzt nun Probleme mit Depressionen, dem Winter Blues hat oder völlig gesund ist, es tut total gut. 
Doch das Aufraffen ist ein echtes Problem.
Ruhe, Licht und Aktivität, das hilft total, dennoch hängen wir viel zu oft vor dem Computer.
Mal bewusst die schönen Orte aufzusuchen, auch im Winter, das hilft , glücklich und gesund zu bleiben. Wer Depressionen hat, weiß es oft gar nicht, man tarnt es lange. Fragt dich mal selbst, bist du völlig antriebslos und machst viele Sachen nicht? Geht deine ganze Kraft für den Beruf drauf? Das könnte ein Warnsignal sein. Nur Mut, wir kennen das doch alle, mach was dagegen.

Meine Wunderwaffe ….Pleinairmalerei am Popo der Welt

Als Künstlerin bin ich ziemlich viel unterwegs, deshalb bin ich zu Hause sehr anfällig für das Couchpotatodasein.
Vor ein paar Jahren gab ich Geld für ein Crowdfunding-Projekt. Da ich viel mit meinen Malkursen unterwegs war, wollte ich gerne ein Fahrrad, das klein ist und das ich mit in den Zug nehmen kann. 
Plötzlich riesige Kartons vor der Haustür.

Anders als ich gedacht hatte, wurde kein hübsches kleines Faltrad geliefert.

Das Faltrad, das ich geliefert bekam, ist so groß wie ein Rodeo-Pferd und so auffällig wie ein bunter Hund.
Zuerst war ich wütend, denn ich wollte ein kleines Faltrad, mein neues Fahrrad ist so schwer wie ein Büffel. Doch, oh Wunder, manchmal bekommt man nicht das, was man will, sondern das, was man braucht.
Hier hatte eine Hexe ihre Hände im Spiel. Auch wenn man sich auf diesem Fahrrad mit den riesigen Reifen zum Affen macht, das Ding hat die Eigenschaften einer Ziege, es klettert durch jedes Gelände und hat einen brutal starken Motor. D. h. wenn ich Dickerchen mir mal eben ein Motiv oben auf dem Berg anschauen möchte, dann ist dies ganz einfach möglich.
Man kann mit diesem Fahrrad über jedes Gelände fahren, und seitdem kann ich Bilder am Popo der Welt malen. Sprich, man ärgert sich immer viel zu früh, das Ding ist affig, aber super!
Kleines Haus am Feldweg in Männedorf Zürich…auf dem gleichen Höhenweg gemalt.  Pleinair das beste Hobby der Welt.
Was ich so gar nicht wollte, hat mich wirklich glücklich gemacht und sorgt dafür, dass ihr hier ständig Pleinairmalerei aus dem zentralen Nichts seht.

Fazit:

Die größte Kunst ist es, sich mobil zu machen, keine Ausreden zu finden, warum man jetzt auf dem Sofa liegen bleiben müsste. Ich merke an meinem Fahrrad, wie wichtig es ist, dass etwas einfach griffbereit ist.
Ich glaube, man muss einfach den Respekt vor sich selbst haben, die Dinge möglich zu machen, die man gerne tut. Man muss dem Glück immer ein wenig nachhelfen, indem man die Sachen, die man gerne tut, irgendwie erleichtert.
Raus und Spaß haben, das wünsche ich euch dieses Wochenende.
Liebe Grüße Tine
Thosten Sträter beschert dir Lachfalten:
https://www.youtube.com/watch?v=l3qzaTySb_8
Thorsten, ich danke dir ganz herzlich. Es tut so richtig gut,
Ein humorvoller Blog über einen Tag mit Pleiten, Pech und Pannen.

Spass beim Malen rund um Zürich:

Übrigens geht es auch Indoor. Die Urban Sketching Gruppe Zürich trifft sich regelmäßig im Seebähnli in Zürich. Hier findet ihr Kontakt:
Urban Sketching Zürich – zusammen zeichnen
https://www.facebook.com/groups/1656739141227985/
Wir treffen uns einmal im Monat zum Kaffeetrinken  und zum Malen.
Motto: Hauptsache was Schönes machen statt Winterblues.

 

 

 

 

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Freilichtmalerei

Füllhalter und Aquarell sind beste Freunde

Gute Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern. Die Seele von Aquarellfarbe und Tinte ist das Wasser.
Tine Klein Rote Fabrik am Zürichsee mit Füllhalter und Aquarell
Tine Klein: Rote Fabrik am Zürichsee
Tinte und Aquarell
Tinte und Füllhalter sind gute Freunde, denn Aquarellfarben und Tinte sind beide flüssig und damit kann man sie wunderbar mischen.
Im englischsprachigen Raum findet man diese Art von Bildern unter Hunderten von Schlagwörtern. Die häufigsten Schlagwörter sind watercolor and pen, pen and wash und ink and wash sowie watercolor and ink.
Probiert es mal auf Instagram oder Pinterest aus und ihr werdet staunen.
Schon an der Masse der Begriffe merkt man, diese Technik verwenden wirklich viele Menschen.
Bei uns ist diese Technik schon extrem populär und ich denke, fast alle Künstler die gerne skizzieren, kennen sie.

Tinte und Füllhalter eine grafische Technik

Die Technik ist natürlich bekannt, dennoch glaube ich nicht, dass bekannt ist, was man mit dieser Technik alles machen kann. Diese Vorurteile liegen vor allen Dingen daran, dass man sehr viele Anfängerwerke sieht, deshalb glauben viele Künstler, der künstlerische Anspruch an diese Technik sei genauso hoch wie das Ausmalen eines Kinderbuchs für Kinder.
Leider kommen die Vorurteile zustande, weil die Leute keine Ahnung von der Technik haben. Alles was sie sehen, sind sehr viele Anfängerwerke in sozialen Netzwerken. Der große Nachteil dieser Technik ist, wenn man mit schwarzer Tinte arbeitet, entstehen Striche, die extrem hart sind. Diese Kontraste sehen bei Profis extrem wirklich gut aus, ist der Zeichner jedoch unsicher, kann man jeden einzelnen Fehler extrem gut sehen.
Ich bevorzuge eine weichere Methode, die Verschmelzung von Tinte und Aquarellfarbe.

Die bekannte unbekannte Technik.

Füllhalter und Aquarell sind vielfältiger als man auf den ersten Blick sieht:

Viele Facetten der Technik des Verbinden von Aquarell und Füllhalter sind völlig unbekannt. Der Grund dafür ist, dass geübte Zeichner den Füllhalter so geschickt in das Aquarell integrieren, dass man es gar nicht sieht. 
Dadurch kommen die anderen gar nicht auf die Idee, dass es sich hier um ein Bild mit Füllhalter und Tinte handelt.
Menschen, die die Technik von Ink and Wash lieben, haben eine große Bandbreite an technischen Varianten zur Verfügung. Einige davon sind sichtbar und andere erkennt man nur, wenn man es weiß. Deshalb möchte ich euch heute einige dieser wunderbaren Möglichkeiten erklären.
Diesmal habe ich ein Bild für euch gewählt, in dem man zwar sehr gut sieht, dass mit Füllhalter gearbeitet wurde. Doch man kann an diesem Bild ebenfalls sehr gut sehen, wie die Materialien ineinander verschmelzen.

Einführung in die Füllhalter und Aquarelltechnik.

 
Bei dieser Technik ist es extrem wichtig um die Ecke zu denken. Deshalb merke:
Der Kopf ist rund, damit sich die Richtung der Gedanken ändern kann.
Anders als gedacht, wird der Füllhalter hier nicht als Stift eingesetzt, sondern eher wie ein Pinsel. Der Füllfederhalter ist also die ganze Zeit dabei, er ist nicht nur zum Vorzeichnen da.
Der Füllfederhalter ist ein zusätzlicher Pinsel, der gemeinsam mit der Aquarellfarbe eingesetzt wird.
Das erkläre ich später noch genauer.

Tintenfarbe als Basis der Technik.

Die Grundlage der folgenden Technik beruht darauf, dass die Tinte sich gut in das Aquarell integriert, d. h. die Tinte hat eine Farbe, die mit der Aquarellfarbe verschmilzt. Schwarz ist dabei die ungünstigste aller denkbaren Möglichkeiten, denn beim Verschmelzen entsteht ein schmuddeliger Grauton.
Ein Braunton ist für mich die optimale Lösung, denn dieser integriert sich in meine Farbwelt wunderbar. Je nach farblicher Grundlage des Bildes funktionieren aber auch Bordeaux, Violett und Blau.
Grundlegend ist einfach nur, dass die Tinte mit der Basis-Aquarellfarbe verschmilzt.
Wenn du einmal ins Bild schaust, dann wirst du sehen, wie natürlich die Tinte in die Aquarellfarbe übergeht.
Schau noch etwas genauer hin, dann wirst du ganz harte aber auch weiche und verwaschene Striche sehen.
Der Grund dafür ist Wasser. Du solltest die folgenden Anwendungsmöglichkeiten des Füllhalters einfach ausprobieren:

Anwendung wie ein Pinsel in Zusammenhang mit Farbe und Wasser

• Mit dem Füllhalter in nasser Farbe kratzen, du wirst sehen, dass der Füllhalter keine Farbe abgibt. Dennoch entstehen Rillen und diese Rillen füllen sich mit Farbe. (Im Bild vorne links)
•Du benutzt den Füllfederhalter in feuchter Farbe jetzt entstehen ganz weiche und verschwommene Linien (Am Rande des Schornsteins). Je nachdem wie viel Farbe du auslaufen lässt, entsteht sogar ein Aquarelleffekt. Diese Linienführung braucht ein wenig Timing.
Du zeichnest etwas und gehst sofort mit dem Pinsel drüber, wenn es dir zu hart aussieht.  Die Tinte des Füllhalters ist ja am Anfang noch wasserlöslich, damit kannst du spielen. Ein feuchter Pinsel wirkt wie ein Weichzeichner.
Du möchtest etwas stark betonen, zum Beispiel durch eine starke Dunkelheit, dann benutzt du den Füllfederhalter auf der trockenen Farbe. Dies siehst du im Bild, dort war die Farbe fast grell beleuchtet, harte Linien auf trockener gelber Farbe.
• Eine andere Möglichkeit des Betonens ist der Druck. Füllhalter reagieren sehr stark auf Druck. Wenn man Tinte in feuchtes Papier hereindrückt, dann wird der Effekt noch stärker. Dies kann man im Bild bei den Hallen im Hintergrund sehen. Hier wirkt die Linie fast wie gestanzt
•  Mit Füllfederhalter kann man ganz wunderbar spritzen. Dafür muss man den Füllfederhalter auf etwas Hartes aufschlagen, zum Beispiel einen Pinselgriff. Dann segeln Hunderte kleiner Tropfen ins Bild. Je nachdem wie trocken oder wie feucht die Farbe ist, ergeben sich sehr unterschiedliche Effekte. Das Erzeugen dieser Spritze verbindet die Aquarellfarbe unglaublich gut mit der Tintenzeichnung. Das sieht man im Himmel ganz wunderbar.
Geschwindigkeit: Benutzt man raues Papier und zieht den Füllhalter schnell über das Papier, dann bricht der Strich. Einen Füllhalter kann man aber auch ganz leicht auf feuchtes Papier setzen und ganz langsam ausbluten lassen, dies sieht man an den Dachkanten.

Summary:

Sollte man den Vorgang der Verbindung von Füllhalter und Aquarell beschreiben, dann könnte man sagen:
Probier mal aus wie sich der Füllhalter einfügt, wenn du Wasser drüber, Farbe drunter, Farbe drüber benutzt.  Mit ihm schnell oder langsam malst, spritzt oder kratzt.
Schaut  ins Bild, dort werdet ihr sehen, wie der Füllfederhalter gearbeitet hat: trocken, nass, feucht, langsam oder schnell oder gespritzt. Versucht raus zu finden, was ich getan habe. Noch viel besser ist es, wenn ihr eure eigenen Möglichkeiten findet. 
Lotet die Grenzen des Machbaren aus. Füllhalter Sind robuster als man denkt.
Für diese Techniken sind einfache und robuste Füllhalter gut. Das Bild wurde mit einem 13 Jahre alten Schul-Füllhhalter  gemalt.
Die Grenze zwischen Zeichnen und Malen verschwimmt hier stark. Ich könnte nicht mehr sagen, ob man nun mit dem Füllfederhalter zeichnet oder malt.
Jetzt bin ich zum Abschluss bei einem verwirrenden Gedanken: Wann ist etwas eine Zeichnung und wo beginnt die Malerei?
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende und viel Spaß mit eurem Füllhalter.
Ganz herzliche Grüße Tine
Noch mehr zur Tinte: Diesmal weiße Tinte

Neujahrsvorsätze, Motivation und das Malen

Tine Klein Aquarell Bellveue Zürich, Die Motivation zum Malen4. Januar 2020 Tine Klein, Zürich: Blick vom Bellevue in die kühle Weite  über dem Zürichsee

Hallöchen, herzlich willkommen im neuen Jahr!

 

Erst mal möchte ich euch danken, dass wir alle wieder da seit. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich dachte heute morgen:

4. Januar, ach du scheiße ich muss abnehmen!

Der 4. Januar ist da, für die meisten geht diese Woche das normale Leben weiter.
Ich bin gerade soeben aus dem herrlichen Zustand des Familienkuschelns aufgewacht und mein Großhirn funkt mir einige rationale und bedrohliche Fakten. Mein Großhirn meint, es sei gar nicht gut, mit der Familie zu fressen und sich danach mit Rotwein und Schokolade auf die faule Haut zu legen. Dabei war es doch so schön, wenn man raus guckte in den Nieselregen. Ich persönlich finde:

Ein kleiner entspannter Exzess, schweisst zusammen.   Motivation  und gute Vorsätze können zur falschen Zeit nerven.

Wahrscheinlich ist dies mein tief liegendes Problem. Deshalb muss ich jedes Jahr abnehmen und mein Mann schwört: Liebesgriffe an den Hüften, seien ganz prima.
Das macht es mir auch nicht leichter.

Neujahrsvorsätze schon weit weg?

Wie sieht es aus mit Neujahrsvorsätzen, sind die schon weit weg? Schade.

Grundsätzlich finde ich Neujahrsvorsätze oder überhaupt Vorsätze ganz großartig.
Seien wir mal ehrlich, dieser Blog ist ein Kunstblog, hier geht es immer um das Malen lernen. Wieso ich nicht jedes Mal über das Malen schreibe hat einen ganz einfachen Grund. Malen ist eine Tätigkeit, die man nicht ausüben kann, ohne Persönlichkeitsentwicklung.
Wer nicht an sich arbeitet, kommt beim Malen auch nicht voran.
Leider geht es nicht so, wie sich mein alter Herr das vorstellt.
Mein Vater würde mit donnernder und Altvater Zeus würdiger Stimme sagen:
Einmal die Arschbacken zusammen beißen, alles eine reine Willensfrage!

Motivation und Zähne zusammenbeißen!

Vor Weihnachten habe ich eine kleine Umfrage gemacht. Ich fragte meine Schüler und Bekannten, was möchtest du im neuen Jahr an deiner Kunst verbessern. Die häufigste Antwort war:
Lockerer werden!
Lustig! Wie trainiert man denn lockerer werden? Die Zähne zusammenbeißen Methode von meinem Vater, scheint da denkbar ungeeignet. Na, Gott sei Dank, mit dem Kopf durch die Wand ohne Kopfschmerztabletten funktioniert bei den meisten Menschen und mir sowieso nicht.

Lockerer werden, Motivation und Neujahrsvorsatz.

Jetzt habe ich mir überlegt, wie könnte man den Neujahrsvorsatz lockerer werden denn umsetzen?

Prinzipiell ist dies gar nicht so einfach, denn ich habe eins festgestellt. Sage ich einem Schüler:“ Jetzt, sei mal ganz locker!“ Dann ist dies das beste Mittel einen Menschen innerhalb von Sekunden zu verspannen.

Lockerheit ist etwas, dass man ganz schwer erklären kann. Lockerheit kommt einfach, und je heftiger und brutaler die Motivation, desto schwieriger wird es.
Papa, sorry:

Die unendliche Leichtigkeit des Seins kann man nicht mit Zähneknirschen erreichen.

Locker sein ist ein wundervoller Zustand.

Wie lehrt man locker werden?
 
Das locker sein in der Malerei entsteht durch drei Faktoren.
Zwei davon haben mit Geisteshaltung zu tun und der dritte Punkt ist Übung und Technik.

Schritt 1: Die Geisteshaltung der Leichtigkeit beruht auf Meckerabstinenz und….

Motivationen sind am Besten; wenn mann sie umsetzen kann.

Meckerabstinenz ist mein wichtigster Vorsatz für 2020. Motivation und Veränderung brauchen ein Klima, indem man sie auch umsetzen kann.
Wenn man von vorneherein meckert, dann fällt Veränderung schwer. Da man den Kopf ja schon mal darauf einstimmen, dass hier alle schief gehen wird, hält man dann doch lieber am Althergebrachten fest, und das führt dazu, dass es einfach komisch aussieht und sehr schwer ist.
Für mich ist die beste Geisteshaltung die Aufforderung zum Spiel. Nicht Zähne zusammenbeißen, sondern ausprobieren. Mein Produkt ist nicht das Bild, sondern die Aufgabenstellung etwas auszuprobieren.
Das Meckern verkneifen, auch wenn es schwer fällt.
Also wir gehen jetzt mit einem leicht verkrampften Lächeln positiv rann an die Sache….

Schritt zwei: Das Große und Ganze sehen!

Motivation, und großartige Fortschritte versinken meistens in Kleinscheiß. Ganz oft verliert man einfach das Wesentliche aus dem Auge.
Ich muss noch dies, ich muss noch das und zack ist die Liebe weg.
Ich glaube, der wichtigste Ansatz ist, zu begreifen, dass es viele einfache Wege gibt etwas zu tun. Der Ansatzpunkt dafür einen einfachen und bequemen Weg zu finden ist:
Das Große und Ganze zu sehen.
Viele völlig unwichtige Kleinigkeiten machen einem im Alltag das Leben schwer, das gleiche gilt für Bilder:
Zu viele Details, fressen die Zeit, die man eigentlich für die großartigen Dinge des Lebens bräuchte.
Das Wechseln der Sichtweise braucht viel Motivation. Es ist überhaupt nicht einfach das Ganze zu sehen und nicht die Summe der Einzelteile.
In der Malerei ist enorm wichtig zu wissen, was man malen möchte. Wenn man eine Stadt malen möchte, braucht man nicht jedes Haus. Für einen Wald braucht man nicht jeden Baum:
Denn sonst sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Den Vorsatz umsetzen! Heißt also es sich deutlich einfacher zu machen, nur das klappt nicht auf Anhieb. Also wieder zu Punkt 1 oder zu Punkt 3.

Freiheit, Spass und Lockerheit

In meinen Kursen werde ich nächstes Jahr diesen Vorsatz noch mal verstärkt angehen. Insbesondere in dem geplanten Malurlaub gibt es viele Lektionen mit dem großen Pinsel. Der große Pinsel hilft einem enorm den Vorsatz nicht zu vergessen. Im ersten Moment fühlt er sich viel zu groß an und dann merkt man, dass der Pinsel einem hilft das Wesentliche umzusetzen.
Mit einem fetten Pinsel malt man nicht wie ein Buchhalter
Mit richtig großen Pinseln malt man einfach große Flächen. Plötzlich kann man die großen Zusammenhänge zeigen, weil die Größe des Pinsel  das Verzetteln verhindert.
Das sieht man hier genau, bei uns am Züri-See treffen Wetter und Stadt aufeinander. Der dicke Pinsel verhindert, das ich mich in Details verliere.
Dies werde ich besonders in der Urlaubswoche an der Ostsee lehren. Die Landschaft im Norden hilft enorm, das Ziel der Leichtigkeit zu erreichen. Denn die Landschaft ist hier schön, leicht und weit.
Wie gemacht für den Einstieg in die Lockerheit.

Was muss man bei großen Pinseln beachten?

Dicke Pinsel helfen bei der Motivation lockerer zu werden

Große Pinsel helfen dir bei deinem Vorhaben zügig und locker zu werden.
Die große Grundstruktur bringt dir den Überblick und die Leichtigkeit.
Ich persönlich liebe den 30 mm Flachpinsel mit einer langen flachen Kante. Oder 20 mm Rundpinsel oder Schwert- bzw. Katzenzungenpinsel die hinten sehr breit sind und vorne eine gute Spitze haben.
Die geniale Spitze ist das Stichwort.
Diese Spitze hilft, dass dein Bild hinterher großzügig, aber nicht plump ausschaut.
Liebevolle und kleine Details sind durchaus wichtig, aber nur, dort wo es am Allerwichtigsten ist. Dennoch arbeitet man von Anfang an mit richtig fetten Pinseln. Bei den Pinseln muss es nicht das Teuerste sein. Die reine Größe des Pinsels bringt es mit sich, dass man ohne Mühe Farbe in großen Zusammenhängen auftragen kann. Wichtig allein sind scharfe Kanten und Spitzen.
Die große Grundstruktur bringt dir den Überblick und die Leichtigkeit. Der Rest ist Bildentwurf, Übung und Anleitung.
Meine Lieblingspinsel sind von verschiedenen Marken.
Eine ganz genaue Empfehlung kann ich euch nicht geben, denn ein Pinsel ist immer dann gut, wenn er zu Handhabung passt. Der Kauf ist nicht ganz einfach, denn beim Kauf sind die Spitzen der Pinsel verleimt, deshalb ermögliche euch ich euch jetzt mal einen Blick auf meine dicken Pinsel. Was ihr seht, ist das was ich in der Tasche habe.
Also macht es euch einfach, greift zum dicken Pinsel und versucht ihn als Einstieg in die Lockerheit zu nutzen.
Liebe Grüße
und ein wirklich frohes neues Jahr.
Tine
Wer nächstes Jahr an der Ostsee mitmachen möchte, den bitte ich diesem Link zu folgen:
Die 22. Kw ist bereits ausgebucht. Plätze gibt es nun noch in der 21. Kw also vom 18 bis zum 22 Mai.

Noch etwas in eigener Sache

Nächstes Jahr gibt es Malurlaub an der Ostsee.

Der Norden ist das pure Glück! Dahme an der Ostsee

Seitdem ich im Süden lebe, vermisse ich die großen Himmel des Nordens, das Salz im Wind und die tolle Landschaft soweit das Auge reicht. Deshalb zieht es mich einmal im Jahr zum Malen an die See und ihr könnt mitkommen.

Der Fokus des Kurses liegt dieses Jahr bei den Themen des Nordens: Himmel, Wolken, Landschaft und Meer. Wir werden die Motive zeichnerisch und malerisch erfassen und uns Gedanken machen, wie man das Motiv vereinfacht, damit wirklich effektvoll in Farbe darstellen können.

Bekannt bin ich durch  die spielerische Verbindung von Stift und Aquarell, aber in dieser Landschaft möchte man auch gern den dicken Pinsel auspacken.

Also Motto: spielerisch gezeichnet oder genüsslich aquarelliert. 

Dahme in Holstein ist ein kleines  Seebad direkt an der Ostsee. Und gerade dies ist großartig für Maler, denn die Natur ist noch ursprünglich und bodenständig.

In dieser Landschaft können großartige Farbstudien mit Pinsel entstehen.

Warum sollte man als Maler unbedingt nach Dahme fahren? Weil Dahme großartige und sehr abwechslungsreiche Motive bietet, die kontrastreicher sind als normale Seebilder

 Die Leuchttürme, von Dahme sind ein echter Hingucker. Es ist doch klar, dass man darauf gute Bilder zaubern kann. Generell kann man sagen das die Bilder rund um Dahme immer frisch und ausdrucksstark werden durch den starken Rot-Grün-Kontrast.

Auch zur Verarbeitung von Farbe wird es viele Tipps im Kurs geben. Bei solchen Motiven lohnt es, sich in Ruhe Aquarelle anzufertigen.

Hier Torsten beim gemütlichen malen im Feld.

Die Küste ist mal feinsandig oder mit einer Steilküste zum Strand mit Bäumen, dies bietet perfekte Malmotive. Die natürlichen Kontraste der Landschaft macht Dahme reich an guten Motiven.

Seebrücke, Reetdachhäuser, Badeküste, Steilküste, Leuchttürme, viel Landschaft und wenn wir Glück haben, blüht der Raps.

Der Kurs findet im Dorfhaus von Dahme statt. Bei gutem Wetter werden wir jedoch viel Zeit in der Natur verbringen. Deshalb muss das Material Rucksack tauglich und nicht zu schwer sein.

Im Kurs geht es um skiziertaugliche Aquarelltechniken, Tipps zu Wasser, Wolken und Landschaft. Neben diesen Aquarelltechniken liegt in diesem Jahr, das besonderes Augenmerk auf dem Vereinfachen des Entwurfs, so dass die Farbe wirken kann, damit richtig starke Skizzen und Aquarelle entstehen.

Die Grundausrüstung aus: Pinsel, Aquarellpapier, Skizzenbuch mit Aquarell tauglichem Papier, Stift und Zeichenpapier. Die Materialliste wird rechtzeitig zur Verfügung gestellt.

Es gibt 5 Stunden Malunterricht pro Tag,  gegliedert in Techniklektionen, Entwurf, Vorführungen und freiem Malen mit Unterstützung. Ende mit fröhlichem Abschluss offen, meistens werden es doch 6 Stunden Unterricht. Mit Mittagspause und Wegen sind wir also den ganzen Tag unterwegs. Oft klingt der Tag in einem Gasthof aus.

Save the Date! 18-22.Mai.

In der Regel wird die Teilnehmerzahl maximal bei 6-10 Personen liegen, soweit möglich werde ich die Teilnahmer bei 8 Personen begrenzen, eine optimale Zahl zum Lernen. Eine Kursteilnehmerzahl von 12-14 Teilnehmern, wie bei Reiseveranstaltern, wird es nicht geben.

Kosten 450 Euro pro Woche für den Malunterricht. Lehrmaterial inklusive. Anders als bei Reiseveranstaltern gibt es in diesem Kurs Kursmaterial oder der Stoff wird in einem Blog aufgearbeitet, so das ihr nochmals nachlesen könnt.

Hinweis: Tine ist kein Reiseveranstalter, nur Mallehrerin. Für Unterkunft, Verpflegung und Kunstmaterial sorgt jeder nach seinen eigenen Bedürfnissen.

Es gibt im Hinterland auch viele sehr preiswerte Unterkünfte. Wichtig, nichts buchen bevor ihr eine Teilnahmebestätigung habt.

Kontakt und Fragen zur Reise

Liebe Grüße an Euch alle zusammen

Tine

Ich freue mich auf eure Anmeldungen. Wir sehen uns mit Wind im Haar.

Bitte nehmt mit mir Kontakt auf dann sende ich euch weitere Informationen.

 

Noch mehr lesen?

Hier zur Gemeinde

https://www.dahme.com/herzlich-willkommen/

 

 

 

 

 

Tradition in Malerei und Weihnachtszeit

 

Tradition : Blick auf einen traditionellen Giebel, ein Jugendstil Theater und eine Kirche im Rembrandt Plein Amsterdam, Aquarell von Tine Klein

Rembrandt Plein Amsterdam

Wieviel Traditionsbruch darf es denn sein?

Oh du Fröhliche, Kunst und Weihnachtszeit haben eines gemeinsam, versucht man die Tradition  zu entstauben, geht das Geschrei los.
Traditionen sind wie Schuhe. Entweder sie passen ganz wunderbar oder sie drücken schrecklich. Manchmal liebt man auch ein paar Schuhe, obwohl es drückt, einfach weil es so toll aussieht.
Die Weihnachtszeit und das Kunstmachen haben einige erschreckende Parallelen. Bei beidem trifft man auf Tradition, Träume, Wünsche und extrem hohe Erwartungen.
Kunst und Weihnachtszeit, leben von Träumen und Traditionen.
Diese Träume und Traditionen sind ganz wunderbar.
Doch das Problem an ihnen ist, sie sollen uns zwangsweise glücklich machen.
Weder der Kunst noch dem Leben tun diese Zwänge gut.

Heute wollte ich das Wort Weihnachtsstern googeln, weil ich diese Blumen liebe und es jedes Jahr schaffe sie irgendwie eingehen zu lassen. An dem grünen Daumen für Weihnachtssterne muss ich offensichtlich noch arbeiten. Ich war ziemlich erstaunt, dass Google zuerst das Wort Weihnachtsstress findet, dann erst das Wort Weihnachtsstern.

Das sagt doch eine ganze Menge über uns aus oder?

Tradition

Malen lernen und Weihnachtszeit, beides sollte einen fröhlich stimmen, ruhig und besinnlich sein und am Ende sehr viel Kraft spenden.
Doch die Praxis sieht anders aus, gerade diese ruhigen Dinge an die man sehr hohe Erwartungen hat, können so richtig in die Hose gehen.
Das könnte an Traditionen liegen. Traditionen sind ein wunderbarer jedoch etwas zäher Mechanismus. 

Gerade in der Kunst helfen Traditionen enorm, denn sie transportieren Jahrhunderte altes Wissen über die Malerei.

Insofern ist die Tradition wirklich wunderbar, nur manchmal zwickt es, wenn sich plötzlich vieles verändert, dann passt es nicht mehr so recht.

In der Kunst merkt man dies an idiotischen Regeln, die alle befolgen obwohl es längst Kunstmaterial gibt, das ganz anders funktioniert.

In der Weihnachtszeit zwickt es manchmal genauso, weil Mutti eben nicht mehr Zuhause ist. Im Schnitt braucht eine Mutter 270 Stunden für Weihnachtsvorbereitungen, also 11 Tage und 11 Nächte, haha, kein Wunder, wenn da mal die eine oder andere Katastrophe entsteht, wo soll denn die Zeit herkommen?

Trotzdem Vorfreude macht einfach glücklich. Auf bestimmte Dinge möchte ich einfach nicht verzichten. In der Weihnachtszeit liebe ich den frischen Duft von Tanne in der Wohnung. Ich mag Kerzenlicht, den warmen Schein und bekomme Fressanfälle bei Spekulatius und dem Apfelkuchen meiner Großmutter. Mein Mann kann auf keinen Fall auf die Weihnachtspute verzichten, denn in ihr stecken all die schönen Kindheitserinnerungen.

Wann wird etwas Tradition?

Eine bestimmte Verhaltensweise wird dann Tradition, wenn sie für viele Menschen schön oder hilfreich ist.

Vieles was wir als Traditionen empfinden, ist eine ziemlich neue Erfindung.
Kaum machen es zwei Generationen, schon ist es eine Tradition.
Mein Liebster und ich mussten uns neulich vor Lachen kugeln, als ein jüngeres Familienmitglied sagte:
“Ich weiß gar nicht warum die Leute so viel ausländischen Scheiß kochen, es gibt doch auch tolle deutsche Gerichte, zum Beispiel Bolognese.“
Leider bin ich so ein Dinosaurier, dass ich mich noch an meine erste Bolognese erinnern kann. Das Gericht schmeckt einfach so klasse, das es Ruckzuck im deutschsprachigen Raum zur Tradition wurde.
Der Sinn einer Tradition ist es, Gutes zu behalten.
Wenn man im Kopf behält, dass Traditionen etwas sind, das nur dazu da ist etwas Gutes für uns zu behalten, dann lernt man, dass Tradition nicht wie ein Schuh drücken müssen.
Den meisten Menschen ist überhaupt nicht klar das die Traditionen, denen sie folgen, gar keine Gesetze sind die seit Urzeiten existieren.

Tradition ist immer in Bewegung

Denn Weihnachtsbaum gibt es seid 1850, den Schokoweihnachtsmann seit ca. 1900, unser Bild vom Weihnachtsmann entstand 1920 und basiert auf einer Cola Werbung. Was man daran merkt:
Traditionen wandeln sich mit den Generationen!
Viele Menschen quälen sich in meinem beruflichen Alltag in der Malerei ständig mit Fragen: “ Darf man das überhaupt? Traditionell wird das doch anders gemacht oder?“
in der Weihnachtszeit höre ich viele Sätze mit “muss”:
“Ich muss noch …, habe keine Zeit, dann muss ich noch, weil wir doch immer.“
 
Wenn man jetzt im Kopf behält, dass eine Tradition etwas ist, was uns etwas Gutes erhält, dann kratze ich mich am Kopf.
Die Kernfrage für Kreative ist:
Was ist gut und was mache ich daraus.

Erwartungen sind tödlich

Hohe Erwartungen sind tödlich! Liebe B.
Perfektionismus und defekte Ergebnisse sind zwei völlig unterschiedliche Dinge! Dies muss man bei Tradition dringend im Gedächtnis behalten.
Die Weihnachtszeit erinnert mich so sehr an das Kunst machen, weil dies Zeit ist, die einen eigentlich happy machen sollte.
Kunst und Weihnachtszeit sind sich auch so erstaunlich ähnlich, weil es immer um perfekte Ergebnisse geht.
 
Wir brauchen nicht zu philosophieren, es ist eigentlich logisch. dass man nicht nach der Perfektion greifen kann, weil sie ja für jeden etwas anderes ist.
Hier haben Kunst und Weihnachtszeit schon wieder eine erstaunliche Parallele. All die Menschen, die zu krampfhaft das Perfekte erreichen wollen, können niemals danach greifen. Tradition kann so etwas fördern, weil man glaubt man ist auf der sicheren Seite.
In der Kunst werden Bilder von Perfektionisten oftmals kaputt gemalt. Sie schießen immer über den Punkt hinaus an dem sie herzergreifend sind. Zu viele Pinselstriche machen Bilder steif und tot. Zu viele Traditionen machen das Familienleben manchmal zum Krampf. 

Die Statistiken sind heftig:

Die Statistiken über das Weihnachtsfest sind ziemlich heftig. 30 % der Familien streiten sich über hohe Erwartungen.
(Quelle: n-tv https://www.n-tv.de/panorama/Weihnachten-muss-nicht-perfekt-sein-article20782316.html)
Halten wir einmal fest:
Der größte Streitpunkt sind zu hohe Ansprüche.
Genau aus diesem Grund erinnert mich das Kunst machen so stark an die Weihnachtszeit, vieles wird behindert durch völlig abstruse Ansprüche.
Unter genial geht eben nichts!
Anstatt uns die Freiheit zu geben etwas einfach mit Spaß zu tun, ziehen wir die Erwartungen so hoch, bis das Resultat nur noch eins sein kann:
enttäuschte Erwartungen

Bilder in unserem Kopf

Ich glaube Kunst und die Weihnachtszeit haben insofern sehr viel gemeinsam, dass sie unter sehr vielen altmodischen Erwartungen leiden.
In unserer Birne haben sich glitzernde Traumbilder festgesetzt, die einfach nicht zu uns passen.
Künstler wollen wie Renaissancemeister malen, wertvolle Bilder erstellen mit perfekten Landschaften und in Familien soll es zur Weihnachtszeit aussehen wie in einem Fünfzigerjahre Werbeprospekt über die perfekte Familie. Die Kinder sind wohl erzogen und freudig erregt, während Mama wie von Zauberhand und ohne Mühe, ein sechs-gängiges Menü auf den wertvoll gedeckten Tisch zaubert.
Natürlich sind solche glitzer Blasen toll,  aber sind die immer noch so toll, wenn wir das realisieren müssen?
Tatsächlich glaube ich dass diese Bilder in der Kunst und in der Weihnachtszeit enorm gefährlich sind.
Beliebt sind zur Weihnachtszeit die Illustrationen von Norman Rockwell, der das was wir uns vorstellten ganz wunderbar malte. Ich frage mich nur existierte diese Welt jemals?
Ich frage mich, ob so viel Idylle nicht fast schon gefährlich ist, weil es uns Bilder in den Kopf setzt, mit denen die Realität nicht standhalten kann, aber keine Frage dies sind die erfolgreichsten Weihnachtskarten der Welt.
Diese hohen und völlig veralteten Ansprüche verleiten uns vielleicht Dinge zu tun, die nicht zu uns passen und das Ergebnis ist Kokolores, wir sind unglücklich.

Kunst und Weihnachtszeit sind die Sehnsucht nach Idylle

Ich möchte jetzt mal in der Weihnachtszeit eine Frage stellen, müssen denn Kunst und Weihnachtsfeste immer so aussehen wie die letzte Szene in einem Heimatfilm?

Lebst du denn auf dem Immenhof?

(für die jüngeren Leser, ein total beliebter Heimatfilm, der jedes Jahr Weihnachten läuft und in dem die perfekte Familie lebt)

Wir alle haben diese Bilder im Kopf und der Stress fängt ja schon damit an, dass wir uns Dinge vorstellen, die einfach nicht so sind.

Weihnachten muss es schneien, tut es natürlich meistens nicht. Und in einem tollen Landschaftsbild darf kein Auto stehen. Was natürlich auch niemals der Fall ist weil, überall Auto stehen.

Wenn man mal darüber nachdenkt merkt man doch, wie lächerlich es ist, wenn wir immer in Heimatfilmen denken. Ich meine wie erstaunlich lern resistent sind wir denn, wenn wir denken, dass wir diese Ansprüche einer Traumfabrik auf alle Lebensbereiche übertragen könnten.

Bei mir zu Hause, ist es sehr selten zu wie auf dem Immenhof. Und deshalb möchte ich meine Kunst und auch meine Weihnachtszeit nicht nach Schönheitsidealen längst verlangen begangener Zeiten ausrichten.

Ich möchte tun, was jetzt schön und gut für uns ist.

Tradition und Nostalgie die zu mir passt

Nostalgische Sehnsüchte sind ja wunderbar, aber viel besser ist es wenn die Zeit die man verbringt auch zu einem passt.

Mein Schwiegervater, hat Weihnachten immer an seinem verhassten Anzughose gezupft Und mir haben die Füße in den Pumps weh getan.

Und deshalb bin ich dankbar, das sich Traditionen wandeln.

Viele Dinge sind gut und gleichzeitig machbar

Ich finde die Weihnachtszeit ist wie ein Brennglas, von dem man lernen kann sich selbst glücklich zu machen.

Weihnachtszeit und Kunst machen haben wirklich extrem viel miteinander zu tun, denn das was einem die Hölle heiß macht sind Traumvorstellungen und die Ansprüche anderer.
Dabei ist es einfach eigene Traditionen und Zeichen zu setzen.
Weder beim einen noch beim anderen darf man fragen, was man machen muss. Setze selber Zeichen!
Das Ziel ist es, etwas Eigenes zu schaffen mit dem man glücklich ist und das ist oft einfacher als man denkt.
In der Kunst ist es wahrscheinlich noch viel einfacher als in der Weihnachtszeit. In der Kunst muss man sich einfach auf sich selbst besinnen und das tun, was zu einem selbst passt.
Zugegebener weise ist das in der Weihnachtszeit viel schwieriger, denn dann muss man sich mit einem ganzen Haufen von Menschen absprechen.
Traditionen sind für viele Leute unantastbar, selbst wenn sie in die Neuzeit so gut passen, wie ein Nachttopf unter dem Bett.
Darf ich dir mal ganz ehrlich  etwas zu Kunst und Weihnachtszeit sagen: Pfeif drauf!
Mache es selbst wunderbar.

Einfach und Gut

Das Stichwort ist einfach und gut.
Eigentlich muss man einen großen Besen nehmen, und alles herausfegen was man traditionell so macht, was aber in der heutigen Zeit einfach nicht mehr gut für einen ist.
Zugegebenermaßen gibt dies oft Ärger.
In der Kunst wird viel über Traditionen gestritten, im Aquarell darf man zum Beispiel kein weiß benutzen, weil man dann angeblich betrügt.
In der Weihnachtszeit muss es auf jeden Fall ein riesiger Weihnachtsbaum mit Kugeln und Lametta sein.
Eigentlich ist es nicht erklärlich, warum über kleine Veränderungen an Traditionen so gestritten wird. Ich vermute, dass es daran liegt, dass Traditionen einstmals Gutes bewahren.  
 
Oftmals meckern aber gerade die Leute, die es gar nichts angeht. Früher habe ich viel Öl gemalt, als ich auf die Skizze umstellte, wurde das als Schmierereien empfunden.
 
Öl malen ist wunderbar, aber wenn es danach in der Bude stinkt wie auf einer Tankstelle, dann mache ich doch lieber Kunst mit Füllhalter.

Eins kann man wirklich sagen, im ersten Jahr sind die Veränderungen oft ein harter Diskussionsstoff. Doch ich möchte euch Mut machen, sind Veränderungen erst einmal eingeführt, sind sie schon im zweiten Jahr gar kein Thema mehr. Ganz im Gegenteil:

Wer sich traut setzt eigene Traditionen. 

Eines haben Kunst und Weihnachtszeit wirklich gemeinsam, man merkt dass man es nicht jedem recht machen kann. So bleibt in der Weihnachtszeit und in der Kunst immer die Frage:

Wie viel Traditionsbruch darf es denn sein?

Stichworte zu besinnlichen Zeiten in der Kunst und Weihnachtszeit.

  • Nimm dir Zeit, denn aus Stress entsteht selten Harmonie.
  • Sag nein, zu überzogenen Ansprüchen anderer Leute. Zeiten verändern sich, Kunst wie auch  die Weihnachtszeit müssen nicht aussehen wie in Heimatfilmen der Fünfzigerjahre.
  • Mache nicht alles mit, denn nicht alles was glitzert es Gold. Pflichtgefühl kann tödlich sein. Das gilt für die Kunst, wie auch für die Weihnachtszeit. Niemand hat etwas davon, wenn Traditionen den Menschen verbiegen, dabei kommt nur unechtes heraus.
  • Das Lustprinzip, viele Dinge an unseren Traditionen sind ganz wunderbar. Alles das was Spaß macht und schön ist, bleibt erhalten. Genau dafür sind Traditionen ja da. Genieße es in vollen Zügen. Wir leben 2020 und auch da gibt es tolle Dinge. Finde deine eigenen Weihnachtstraditionen. Das Gleiche gilt für die Kunst, wir müssen nicht mehr so malen wie zur Jahrhundertwende, doch wir dürfen alles, was uns gefällt.

Auf geht´s lasst uns selbst eine schöne Zeit kreieren, ohne Stress.

Liebe Grüße Tine

p.s. Nächste Woche bin ich auf Familienbesuch, dann gibt es keinen Blog

Noch etwas in eigener Sache

Nächstes Jahr gibt es Malurlaub an der Ostsee.

Der Norden ist das pure Glück! Dahme an der Ostsee

Seitdem ich im Süden lebe, vermisse ich die großen Himmel des Nordens, das Salz im Wind und die tolle Landschaft soweit das Auge reicht. Deshalb zieht es mich einmal im Jahr zum Malen an die See und ihr könnt mitkommen.

Der Fokus des Kurses liegt dieses Jahr bei den Themen des Nordens: Himmel, Wolken, Landschaft und Meer. Wir werden die Motive zeichnerisch und malerisch erfassen und uns Gedanken machen, wie man das Motiv vereinfacht, damit wirklich effektvoll in Farbe darstellen können.

Bekannt bin ich durch  die spielerische Verbindung von Stift und Aquarell, aber in dieser Landschaft möchte man auch gern den dicken Pinsel auspacken.

Also Motto: spielerisch gezeichnet oder genüsslich aquarelliert. 

Dahme in Holstein ist ein kleines  Seebad direkt an der Ostsee. Und gerade dies ist großartig für Maler, denn die Natur ist noch ursprünglich und bodenständig.

In dieser Landschaft können großartige Farbstudien mit Pinsel entstehen.

Warum sollte man als Maler unbedingt nach Dahme fahren? Weil Dahme großartige und sehr abwechslungsreiche Motive bietet, die kontrastreicher sind als normale Seebilder

 Die Leuchttürme, von Dahme sind ein echter Hingucker. Es ist doch klar, dass man darauf gute Bilder zaubern kann. Generell kann man sagen das die Bilder rund um Dahme immer frisch und ausdrucksstark werden durch den starken Rot-Grün-Kontrast.

Auch zur Verarbeitung von Farbe wird es viele Tipps im Kurs geben. Bei solchen Motiven lohnt es, sich in Ruhe Aquarelle anzufertigen.

Hier Torsten beim gemütlichen malen im Feld.

Die Küste ist mal feinsandig oder mit einer Steilküste zum Strand mit Bäumen, dies bietet perfekte Malmotive. Die natürlichen Kontraste der Landschaft macht Dahme reich an guten Motiven.

Seebrücke, Reetdachhäuser, Badeküste, Steilküste, Leuchttürme, viel Landschaft und wenn wir Glück haben, blüht der Raps.

Der Kurs findet im Dorfhaus von Dahme statt. Bei gutem Wetter werden wir jedoch viel Zeit in der Natur verbringen. Deshalb muss das Material Rucksack tauglich und nicht zu schwer sein.

Im Kurs geht es um skiziertaugliche Aquarelltechniken, Tipps zu Wasser, Wolken und Landschaft. Neben diesen Aquarelltechniken liegt in diesem Jahr, das besonderes Augenmerk auf dem Vereinfachen des Entwurfs, so dass die Farbe wirken kann, damit richtig starke Skizzen und Aquarelle entstehen.

Die Grundausrüstung aus: Pinsel, Aquarellpapier, Skizzenbuch mit Aquarell tauglichem Papier, Stift und Zeichenpapier. Die Materialliste wird rechtzeitig zur Verfügung gestellt.

Es gibt 5 Stunden Malunterricht pro Tag,  gegliedert in Techniklektionen, Entwurf, Vorführungen und freiem Malen mit Unterstützung. Ende mit fröhlichem Abschluss offen, meistens werden es doch 6 Stunden Unterricht. Mit Mittagspause und Wegen sind wir also den ganzen Tag unterwegs. Oft klingt der Tag in einem Gasthof aus.

Save the Date! 18-22.Mai.

In der Regel wird die Teilnehmerzahl maximal bei 6-10 Personen liegen, soweit möglich werde ich die Teilnahmer bei 8 Personen begrenzen, eine optimale Zahl zum Lernen. Eine Kursteilnehmerzahl von 12-14 Teilnehmern, wie bei Reiseveranstaltern, wird es nicht geben.

Ich bin die  ist die letzten beiden Maiwochen in Dahme, da es bereits für die 22 KW einen Kurs mit Teilnehmer gibt, ist nun die Anmeldung für den Kurs mit der 21 Kalenderwoche geöffnet. Also 18-22.Mai. In Ausnahmefällen können noch 1 -2 Personen zu der Gruppe in der 22 KW stoßen. 25-29 Mai.

Kosten 450 Euro pro Woche für den Malunterricht. Lehrmaterial inklusive. Anders als bei Reiseveranstaltern gibt es in diesem Kurs Kursmaterial oder der Stoff wird in einem Blog aufgearbeitet, so das ihr nochmals nachlesen könnt.

Hinweis: Tine ist kein Reiseveranstalter, nur Mallehrerin. Für Unterkunft, Verpflegung und Kunstmaterial sorgt jeder nach seinen eigenen Bedürfnissen.

Es gibt im Hinterland auch viele sehr preiswerte Unterkünfte. Wichtig, nichts buchen bevor ihr eine Teilnahmebestätigung habt.

Kontakt und Fragen zur Reise

Liebe Grüße an Euch alle zusammen

Tine

Ich freue mich auf eure Anmeldungen. Wir sehen uns mit Wind im Haar.

Bitte nehmt mit mir Kontakt auf dann sende ich euch weitere Informationen.

 

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Jetzt wo wir Weihnachtswünsche haben….ich brauch das nicht ich hab das nur…..

Sammelleidenschaft Kunst: Andere kaufen Schuhe!

Sammelleidenschaft Kustmaterial

 

 

 

 

Erfolgreich Kunst machen?

Wie ein Künstler erfolgreich wird, darüber gibt es unendlich viele Bücher.

Erfolgreiche Kunst, anscheinend gibt es Hunderte von erfolgversprechenden Strategien um ein erfolgreicher Künstler zu werden. Doch warum klappt es dann bei so wenigen Menschen?
> Mit absoluter Sicherheit kann man Erfolg nie ausschließen (Anselm Feuerbach).
 
Die Strategien die einem empfohlen werden um als Künstler erfolgreich zu werden, könnten kaum unterschiedlicher sein.  Lustigerweise werden diese Bücher oft von Menschen geschrieben, die gar nicht erfolgreich sind oder die einfach Glück hatten.
All diese Menschen scheinen zu vergessen, dass das Kunst machen eine sehr persönliche Sache ist und keine Masche, aber dazu später.

Erfolgreiche Kunst, Tipps, Tricks und Unfug

Die Tipps zum Thema erfolgreiche Kunst sind wahrscheinlich alle im Kern ein wenig richtig, doch auch nicht immer  hilfreich. Die einen sagen das, die nächsten meinen dies.. Die Tipps rund um die Kunst sind ungefähr so wie die biblische Sprachverwirrung in Babylon.
 
Man muss mit Hingabe malen, innere Überzeugungen und Gefühle transportieren und dann schauen die Leute hin.
 
Hier stimme ich vollkommen zu. Aber es gibt auch enorm langweilige Bilder die extrem erfolgreich sind.
Bekanntes und Monotonie verkauft sich manchmal genauso gut wie Hingabe
Erfolgreiche Galeristen haben hierzu natürlich eine ganz andere Meinung, als Hingabe und Gefühle.
 
Die Galeristen sagen: Du brauchst einfach, eine gute Galerie und der Rest ist Marketing und nochmals Marketing. 
 
Marketing ist die einzige Lösung.
 
Gar nicht schwer ist, zu bemerken, diese beiden Ansätze basieren auf völlig unterschiedlicher Geisteshaltung.

Hunderte von Tipps und Erklärungen zur erfolgreichen Kunst

Die nächsten setzen auf Erfahrung, dies würde auch erklären, warum die meisten Künstler  in der letzten Hälfte ihres Lebens erfolgreich werden.

Die Kunst ist lang, das Leben kurz. (wieder so ein Goethe Zitat)

Das würde auch erklären, warum einige argumentieren erfolgreiche Kunst hätte etwas mit zielgerichtetem Denken, Ausgeglichenheit und Diplomatie zu tun.

Freunde, vergesst nie diese goldene Regel: Nichts kann schaden in der Kunst, solange ihr frech seid.
James Whistler

Aggression ein Bestseller

Die Anderen sagen es hat etwas mit Provokation, Aggression und Risikobereitschaft zu tun.

Allen voran Jonathan Meese, der die Grenzen der Kunst mit Hitlergruß und Banane im Schritt bis zum Erbrechen ausreißt.

Vorsicht bei diesem Video werden euch die Nackenhaare hochgehen, der zweck solcher Videos ist die reinste Provokation, reagiert ihr angekotzt…hat der Künstler sein Ziel erreicht:

P.s. Ich bin nicht für diese Inhalte verantwortlich, sie zeigen nur wie ein Künstler durch Provokation zu einem der erfolgreichsten Künstler unserer Zeit wird.

 

Nicht dass ich die Kunst von Jonathan Meese klasse finden würde. Aber das was er macht hat Hand und Fuß. Die Provokation die er auslöst löst echte Gefühle aus. Alleine schon der Trailer lässt bei mir vor Aggression die Nackenhaare hoch gehen.

Ein Artikel zum Prozess gegen Jonathan Meese:

https://www.spiegel.de/spiegel/gespraech-mit-jonathan-meese-ueber-den-hitlergruss-und-seinen-prozess-a-912044.html

Ich kann mich nicht erinnern das mich irgendwer in den letzten zehn Jahren so aufgeregt hätte. Und damit muss ich mal neidlos gestehen, Jonathan Meese ist ein Meister seines Fachs. Er hat mich zum Denken angeregt.

Wahrscheinlich ist er Zuhause ein netter Kerl, bei seinen Kunstaktionen verspürt Otto Normalkünstler das mittel starke Bedürfnis nach einem Baseballschläger.

Erfolgreiche Kunst ist ein Mysterium

Wiederum andere sagen erfolgreich Kunst entsteht bei einer Gratwanderung zwischen klarer Mitteilung und Mysterium. Na wunderbar, die Anweisungen werden immer verworrener, klare Mitteilung und Mysterium sind gemeinsam ein Paradoxon.

Viele ältere Künstler sagen das einzig wahre Rezept sei:

Sich nicht entmutigen lassen!

Deshalb sagen auch viele: Nur ältere Künstler sind erfolgreich, weil dies die Summe der Künstler ist die sich einfach nicht  entmutigen ließen. Ich finde dieser Gedankengang ist sehr schlau, sich nicht entmutigen zu lassen ist ein guter Hinweis.

Sich nicht entmutigen lassen, ist jedoch nicht einfach, wenn man weiß das einige der richtig großen Künstler niemals ein Bild verkauften oder sich die Ohren abschnitten wie Van Gogh

Zusammengenommen erscheinen die Strategien weder klar, noch ermutigend und auch nicht erfolgversprechend.

An diesem Punkt ist es dem geneigten Künstler erlaubt, völlig verwirrt zu gucken.

Aso sind wir mal wieder hier angelangt:

Kunst zu machen ist eine Kunst, und wenn so einfach wär würde es ja jeder machen.

Erfolgreiche Bilder machen:

Die wenigsten von uns wollen natürlich Profikünstler werden, dennoch wünschen sich viele, dass man ihre künstlerische Arbeit beachtet.

Die Tipps reichen also von Ohren abschneiden, über Brechreiz erzeugen, aggressiv oder diplomatisch sein, auch ein romantisches Herzchen zu sein hilft auch.

Ist euch in dem ganzen Durcheinander aufgefallen, was der kleinste gemeinsame Nenner ist?

Der kleinste gemeinsame Nenner um erfolgreich Kunst zu machen ist es Aufmerksamkeit zu erzeugen. Gefühle, Emotionen, Sinnesvielfalt, all das was im grauen Alltag der Menschen verloren geht.

Erfolgreich kann werden, wer in irgendeiner Art und Weise Dinge zum Menschen transportiert. Der eine malt romantisch und richtet den Blick auf die Schönheit, der Nächste transportiert Leidenschaften, der Übernächste reizt uns zum Kotzreiz.

Man könnte jetzt also sagen:

Alles ist erlaubt, nur langweilig darf es nicht sein

Dies stimmt vermutlich in 90 % der Fälle. Frech, anregend, interessant oder wundervoll, alles ist erlaubt, wenn es den Betrachter stimuliert. Noch besser ist es wenn der Maler hinter dem was er tut wirklich steht. Wirklich erlebte Gefühle lassen sich sehr einfach einem Mensch zum anderen transportieren.

Wie man Kunst erfolgreich macht liegt im wesentlichen daran wer du bist und was du fühlst. Du musst dich fragen:

“Bin ich ein Provokateur oder ein Charmeur“

Erfolgreiche Bilder oder Kunst haben etwas mit Sinnesvielfalt zu tun. Bei dem Zeichner Felix Steinberger, faszinieren  Themen wie Sex und Aggression.

Ich bin eher der Typ Charmeur und darüber ärgere ich mich oft, denn mit hübschen Bildern hat man es viel schwerer.

Es ist enorm schwer, weil hübsch zu gerne im Strom des Normalen untergeht.

Wie war das noch mal? Hübsch ist die kleine Schwester von Scheiße?

Ich stemme mich gegen das Vergessen in dem ich sehr leidenschaftlich male. 

Wenn ich ein Bild male, dann nicht lala, ich zeige emotional, was ich fühle. Selbst bei so banalen Themen wie dem Wetter.

Entweder ist das Wetter großartig und der Himmel strahlt oder es war zum kotzen und mein Betrachter muss fühlen wie ihm die feuchte Kälte durch die Kleidung kriecht.

d.h. egal was ihr macht, wer Kunst macht muss die Hosen runterlassen.

Ein Bild das keine starken Emotionen vermittelt, geht in der Bilderflut unserer Zeit verloren.

Doch fühlt euch jetzt bloss nicht auf der sicheren Seite, die Dosentomaten von Andy Warhol waren sicherlich alles andere als ein interessantes Kunstwerk. Aber erfolgreich ohne Ende. Das Kunstwerk an diesen Kunstwerken war der Künstler und nicht die Bilder und schon wieder haben wir eine neue Strategie.

Unter dem Strich, kann man denke ich gar keine allgemein gültigen Tipps geben. Es bleibt nur eins, du musst dich mit aller Macht einbringen.

Die ausgestreckte Hand nach dem Ruhm

kann einem sehr schnell die Lust an der Kunst verderben, der einzig hilfreiche Tipp ist wahrscheinlich, mach das worauf du Lust hast und zwar richtig.

Der gefährlichste Satz für einen Künstler ist:

Das macht man so

Auch wenn ihr vielleicht hilfreiche Tipps erwartet habt. Kunst spielt sich in unterschiedlichen Welten und Denkweisen ab.

Ein Rezept gibt es nicht.

Was kann ein Marsianer mit einem Rezept für Kartoffeln anfangen?

Der beste Tipp ist, mache mit voller Kraft das was dir am Herzen liegt.

Das könnte auch deutlich mehr Spass machen.

Insgesamt erinnern mich die Tipps zur erfolgreichen Kunst an einen echt guten Dick und Doof Film., was für ein Theater.

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Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Aquarellpalette das Zuhause für große Pinsel

Aquarell Mann auf einem Esel: Blog Tine Klein ,Aquarellpalette das Zuhause für große Pinsel

Neues um die Aquarellpalette

Vor zwei oder drei Wochen hatte ich euch im Blog versprochen, über die Aquarellpalette zu schreiben, heute möchte ich das schlechte Wetter benutzen, um dies wahr zu machen.

Gerade im Bereich der Aquarellkästen und Aquarellpaletten gibt es durch die geänderten Einheiten der Benutzer sehr viele neue Ideen und Innovationen.

Wenn man über Material schreibt, so machen es die neuen Gesetze ein wenig schwierig; denn automatisch steht man in dem Verdacht Produktwerbung und Produktplatzierung zu betreiben. Ich kann euch versichern, dass dieser Blog noch niemals beauftragte Werbung gemacht habe.

Ich schreibe immer über das Material, was ich kenne und auch benutze, über das Material, über das ich persönlich begeistert bin.

Wahrscheinlich kenne ich mehr Material als die meisten anderen Menschen, denn ich arbeite regelmäßig für Kunstgeschäfte, die großen Kunstmaterial- Häuser und manchmal auf Messen. Natürlich Berichte ich auch über das Material was ich  auf diesem Wege kennengelernt habe, aber nur dann, wenn ich es so klasse finde, dass ich es hinterher selbst benutze.

Dennoch habe ich natürlich keine vollständige Marktübersicht, all das, was ich Berichte, liegt an meinen persönlichen Bedürfnissen und Gewohnheiten. Ich schreibe darüber, was mir aufgefallen ist und was ich dazu denke.

Gerade bei diesen Materialblogs ist es deshalb wichtig, dass ihr euch Selbst ein wenig Zeit nehmt um darüber berichtet, welche Erfahrungen ihr gemacht habt.

Wenn ihr das tut, helft ihr allen Lesern, mehr Informationen zu bekommen, denn ich kann hier nur über meine Sicht der Dinge schreiben.

Ich danke jedem sehr herzlich der selbst Tipps oder Erfahrungen beiträgt.

Ich bitte darum nicht nur zu schreiben, die Palette oder der Wasser Farbkasten war klasse oder bescheuert, sondern schreibt, warum genau ihr etwas gut oder schlecht findet. Erwähnt bitte die vor und die Nachteile eines Produktes.

Nur so schaffen wir es gemeinsam ein wenig Marktübersicht in den unübersehbaren Kunstmaterialmarkt zu bringen.

Die Aquarellpalette im Wandel:

In letzter Zeit drängen immer mehr Aquarellpaletten auf den Markt. Ich vermute, dass dies daran liegt, dass immer mehr Menschen nicht am Schreibtisch Aquarellieren, sondern in der freien Natur oder in der Stadt.
Früher gab es viele offene oder sehr schwere Paletten aus Porzellan für den Schreibtisch.
Nun ist aber Zeichnen mitten im Leben modern. Viele Kunstfirmen reagieren auf diesen Trend. Nun gibt es einige Paletten, die hoch interessant sind, weil sie im Vergleich zum Aquarellkasten völlig andere Eigenschaften haben.

Der größte Wandel ist, dass Aquarell-Paletten nun so gebaut werden, dass man sie mitnehmen kann. Die Paletten haben eine Dichtung, sie sind Luft und wasserdicht.

Aquarellpalette das füllen mit Aquarellfarben

Schwerz zu erkennen aber diese Palette schließt so dicht wie eine Lunchbox.

Darüber hinaus sind sie sehr leicht, weil sie nicht aus Metall sind. Paletten sind grundsätzlich anders aufgebaut als normale Aquarellkästen, deswegen verfügen sie über viel mehr Platz zum Mischen. Der wichtigste Vorteil jedoch ist, dass die Näpfchen in den Paletten auch für große Pinsel geeignet sind.

Der riesigen Vorteile der  Aquarellpalette

Normalerweise mag ich am liebsten Aquarellkästen mit ganzen Farbnäpfchen. Dies ist die preiswerteste und effektivste Variante. Dennoch gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Argumenten für die modernen Aquarellpaletten.
Denn die Hersteller von Aquarellpaletten sind weit innovativer als die traditionellen Hersteller von fertigen Farbkästen.

Die luftdichte Aquarellpalette

Die modernen Paletten haben eine Dichtung. Diese Dichtung ist unglaublich hilfreich, wenn man seine Farben transportiert. Wenn eine Farbe durch häufige Benutzung weich geworden ist, dann laufen Farbkästen aus und sie richten in der Tasche eine unglaubliche Sauerei an.
Stichwort  Auslaufschutz
Die luftdichte Dichtung hat allerdings auch malerisch eine sehr sinnvolle Funktion. Durch diese Dichtung können wir das erste Mal selbst entscheiden, ob wir eine trockene oder feuchte Farbe haben wollen.
Die luftdichte Dichtung sorgt dafür, dass wir auch Farben wie in der Tube transportieren können.
Sehr sinnvoll ist dies, wenn man große Flächen lasiert, dann kann man den Kasten einfach zu klappen. Die Farbe wird am nächsten Tag noch genau die gleiche Konsistenz haben wie am Vortag.
Trockene oder feuchte Farbe, beides geht
Aber eine kleine Warnung, das Transportieren von Aquarell-Paletten mit feuchten Farben ist mit Vorsicht zu genießen.

Große Näpfchen in der Aquarellpalette

Das Zuhause der dicken Pinsel….das oben ist ein 40, meine Schüler arbeiten oft mit 8. Pinseln

Einer der häufigsten Fehler in der Malerei ist die mangelnde Verbindung zwischen einzelnen Bildteilen. Viele Menschen malen schon enorm gut, allerdings malen sie in einem Bild Objekt für Objekt, was zur Folge hat, dass das Bild aussieht als wären dort ein Haus, ein Baum und eine Sonne aufgeklebt worden. Obwohl die Menschen schon extrem gut Malen höre ich dann immer: “Mein Bild sieht aus wie eine Kinderzeichnung.„
Dagegen gibt es ein sehr einfaches Mittel, ein großer Pinsel sorgt dafür, dass sich die einzelnen Motive zu einem gesamten Bild zusammenfügen. Trotzdem werden sehr viele Bilder verdorben, weil die Maler trotz ihrer guten Fähigkeiten keine großen Pinseln benutzen. Einerseits fühlen sich diese Pinsel viel zu groß an, andererseits haben die meisten Farbkästen auch viel zu kleine Farbnäpfchen, als dass man große Pinsel effektiv benutzen könnte. Die Folge ist das alle Bilder des Malers eher schlecht als recht werden.
Paletten jedoch haben oft sehr viel größere Näpfchen als Farbkästen. Darüber hinaus sind die Näpfchen auch noch zu Mischfläche hin geöffnet, sodass man die Farben mit beliebig großen Pinseln benutzen kann.
Ob ihr es glaubt oder nicht dieses Bild wurde mit einem fünfziger Pinsel auf einer normalen Blattgröße gemalt.
Menschen die also nicht mehr kolorieren wollen, sondern auf dem Weg zu einer großzügigen und freien Malerei sind, denen würde ich schwer den Einsatz von großen Pinseln empfehlen.
Aus diesem Grund benutze ich selbst immer häufiger Aquarellpaletten.

Leichtgewichte

Aquarellpaletten sind echte Leichtgewichte. Oftmals sind doppelt so große Kästen, viel leichter als ein wesentlich kleinerer Aquarellkasten. Die Palette kann man auseinander nehmen und erhält so nahezu unendlich viel Platz für das Mischen.

Die Handhabung von Aquarellpaletten

Die Handhabung von Aquarellpaletten ist im Prinzip sehr einfach. Die Palette wird mit handelsüblicher Aquarellfarbe befüllt. Oft haben diese Paletten sehr viel Platz und man kann noch besondere Farben hinzufügen.
Wenn man die Näpfchen befüllt, sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass man die Farbe nicht einfach hinein drückt und in einer Berg- und Tallandschaft trocknen lässt. Dies sorgt für zwei Probleme. Das erste Problem ist, das Wasser in den Tälern stehen bleibt und so die Farbe ganz langsam aufweicht. Das zweite Problem ist, dass man mit großen und flachen Pinsel die Farbe nicht mehr gut aufnehmen kann, wenn sie einer Buckelpiste gleicht.

Tipp: Die Farbe in der Aquarellpalette glatt streichen oder noch besser, die Palette rütteln, so das die Farbe eine glatte Oberfläche bekommt.

Ein paar Tipps zum Befüllen der Näpfchen.

Bevor man die Farbtuben öffnet, sollte man sie ordentlich schütteln, denn Farbe besteht, je nach Pigment aus anderen Trägersubstanzen. Zum Beispiel dem farblosen Gummi Arabicum. Bevor ich die Farbe in die Palette drücke, schaue ich in die Tube. Manchmal setzt sich dort eine ölige Flüssigkeit ab. Die möchte man nicht gerne pur im Kasten haben. Sollte dies der Fall sein, schüttle ich die Farbe noch einmal oder drücke die überzählige Flüssigkeit heraus. Tuben in denen sich die Farbbestandteile getrennt haben, muss man in der Palette noch mal gut mixen, zum Beispiel mit einem Pinselstiel.
Beim Befüllen der Palette sollte man wirklich beachten, dass man die Öffnung der Tube am Rand und in den Ecken ansetzt so das dort keine Luftlöcher oder Kanten entstehen.

Beschriftung

Viele Farben benutzt man zwar regelmäßig, aber in sehr kleinen Mengen. Diese Farben hat man dann jahrelang.
Wenn man die Farbe erneut benötigt, geht dann das Ratespiel los: Welche Farbe war es denn genau?
Kauft man handelsübliche Farben, so hat man manchmal das Glück, dass die Aufkleber unter den Farben noch lesbar sind.
Beim Arbeiten mit Tubenfarben gibt es natürlich keine Beschriftung.
Einige Aquarellisten benutzen deshalb wasserfeste Marker um in den Farbnäpfchen oder unter der Palette Hinweise auf die benutzten Farben zu geben. Diese Vorgehensweise ist sehr sinnvoll. Ich selbst habe die Mulde selbst noch nie beschriftet, weil ich immer Angst habe, dass sich diese Beschriftung ablöst. Ich beschriftet meine Mulden auf der Rückseite der Palette.

Die Reinigung der Aquarellpalette

Unter meiner Spüle gibt es eine Spülbürste extra für Farben. Ich möchte nicht, dass Farbstoffe auf mein Essgeschirr gelangen. Mit Wasser und Spülbürste wird die Palette sehr schnell sauber.
Einige Farben werden sich trotz Spüli und Spülbürste schlecht reinigen lassen. Der Grund dafür sind seifige oder ölige Rückstände der Farbe. Mein Tipp: Nicht kratzen sondern Badezimmerreiniger benutzen, denn dieser ist für die Entfernung ähnlicher Substanzen gemacht.
Ein kleiner Überblick und ähnliche Tipps findet sich bei Jane Blundell, die ist ein richtiger Paletten Nerd:
Dass Google Stichwort unter dem ihr solche Produkte findet ist:
Airtight watercolour palette
Dort findet ihr mehrere Marken … im Blog seht ihr die Fusion Airtight 24, ein riesiges Gerät, das ich benutze, wenn ich mit A3 Formaten arbeite. Im Alltag finde ich sie zu groß.
Ich bin lieber mit einer kleineren Version unterwegs. In der Handtasche benutze ich eher die Mijello Fusion airtight 20 Platz. Extrem leicht, aber auch nicht klein.
Bitte schreibt eure Erfahrungen, habt ihr etwas Tolles gefunden? Da dies keine Werbung ist, dürft ihr sehr gerne zeigen, was ihr selbst gefunden habt.
Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Kreativität braucht Pause

Hallo ihr Lieben!

Diese Woche brauche ich eine Pause.  Ich mache Urlaub. Aber wer will denn diese Woche Urlaub machen, wenn die Winde kalte feuchte Schleier durch den Herbst blasen? Wenn einem die Natur die kalte Schulter zeigt? Und die Stadt langsam grau wird?Also auf in die Ferne, nichts wie in den Süden? Ja, normalerweise ziehe ich wie ein guter Zugvogel jedes Jahr in den Süden.

Doch dieses Mal mache ich es wie die Störche die hier bei mir wohnen, ich genieße das Glitzern in den Pfützen.

Tine Klein: Aquarell-Blick auf die Reichenau

Tine Klein: Aquarell-Blick auf die Reichenau

Meine Freundin und ich haben beschlossen eine Mädelswoche zu machen und bei heißem Tee neue Aquarelltechniken zu lernen.

Wir werden eine Woche lang im Atelier stehen und genüsslich mit Farbe beschmiert sein.

Diese Woche muss ich den Blog loslassen damit ich die Hände frei habe!

Das Lernen begrüßt man am besten entspannt!

Deshalb wünsche ich euch eine ganz wundervolle Woche.

Liebe Grüße

Tine

 

Reiseaquarellkasten Bauanleitung

Handtaschenaquarellkasten

Wer richtig Aquarellieren will braucht auch einen vernünftigen Reiseaquarellkasten für unterwegs.

 

Jetzt beginnt die Zeit, in der man immer im Haus malt. Im Frühjahr, Sommer und Herbst klemme ich mir gezielt mein Kunstmaterial unter den Arm sobald ein Sonnenstrahl mich dazu einlädt.  Jetzt aber werden diese Momente rar.
Ein Handtaschenaquarellkasten muss her.
 
Das Dumme an diesen Kästen ist, dass ich sie eigentlich nicht leiden kann. Winzige Näpfchen die gute Pinsel zerstören und keine Mischfläche.
 
Wie sich das für einen echten Nerd gehört, möchte in jeder Situation einen tollen Kasten!
 

Mini – Aquarellkästen eine Seuche

 
Aquarellieren überall! Die Urban Sketching Bewegung hat einen regelrechten Minimalismustrend bei den Aquarellkästen ausgelöst.
 
Nach dem Motto:
 
Man ist nie zu klein, um großartig zu sein.
Wenn man mal ins ETSY schaut, findet man die verrücktesten Reise Aquarellmöglichkeiten. Ohrringe oder Ringe mit eingebautem Aquarellkasten.
 
Unglaublich teure, kleine handgemachte Holzdosen mit Vertiefung für Aquarellfarbe usw. und so fort.  Viele dieser Lösungen sind sehr teuer und nichts anderes als selbst gebaut.
 
Oft sieht man auf den ersten Blick, dass es mit der Tauglichkeit Probleme geben könnte. 
Die meisten dieser Lösungen empfinde ich eher als Scherzartikel, denn wer es mit dem Aquarellieren ernst meint, braucht einigermaßen große Pinsel. Deshalb finde ich ganz winzige Lösungen ziemlich schwachsinnig.
 
Zu kleine Aquarellnäpfchen machen Pinsel kaputt.
 
Ich möchte euch jetzt eine kleine Anleitung für so einen selbst gebauten Reiseaquarellkasten geben mit dem selbst Menschen die auf nichts verzichten wollen klar kommen.
Reiseaquarellkasten Bauanleitung Blog Herz-der-Kunst von Tine Klein
Das passt in die Manteltasche. Zu klein um gut zu aquarellieren?
Nein….ein paar Tricks helfen das alles zu verstauen:
Reiseaquarellkasten Bauanleitung Blog Herz-der-Kunst von Tine Klein
  1. 11 große Farbnäpfe oder 22 Kleine
  2. Skizzenbuch
  3. Pinsel
  4. Wassertankpinsel
  5. Bleistift
  6. Radiergummi
  7. Anspitzer
  8. Klemme, Stifthalter
  9. Taschentuch
  10. Schwamm
  11. Mischpalette
  12. Schwamm
  13. Weißabgleichskarten zum Fotografieren von weißem Papier
  14. Gummiband

Das Alles ergibt den perfekten Arbeitsplatz

Reiseaquarellkasten Bauanleitung Blog Herz-der-Kunst von Tine Klein

Und so schaut dann der perfekte Arbeitsplatz aus, der passt in jede Tasche.

Material:

  • Bonbondose oder Pillenverpackung
  • Alte Scheckkarten oder ein wenig harte Pappe
  • Doppelseitiges Klebeband
  • Pillen oder Kaugummiverpackungen oder Aquarellnäpchen
  • Eine große Papierklemme
  • Ein dickes Gummiband
  • Tortenuntersetzer aus der Bäckerei

Viele von Euch haben zur Ideenfindung beigetragen. Nun habe ich die besten Ideen zu einem Reiseaquarellkasten zusammengebaut, der selbst mich befriedigt.

Das Herzstück Bonbon oder Pastillendose

Erst mal Augen auf nach der richtigen Pastillendose. Der Knackpunkt ist das Gelenk des Deckels … Die Dose sollte ziemlich massiv sein.

Träger der Farbe:

Ich nehme ganz normale Farbnäpfchen. Prima kann man auch die leeren Blister von großen Kaugummis und Pillen benutzen. 
 
Selbst bei großen Pillen kann man zwei Lagen in den Kasten bekommen. Das sind 11 bis 20 Farben. Das reicht vollkommen für tolle Aquarelle.
 
Dann die Aluminiumfolie  abknibbeln. Dafür braucht man ein bisschen Geduld.
 
Die Folienverpackungen mit Tubenfarbe füllen und trocknen lassen. Die Farbe gibt der Folie wieder Stabilität.
 
Die Farbfolien mit starkem Klebeband auf die alten Scheckkarten kleben, nun ist das ganze viel stabiler. Aufpassen, dass das nicht Klebeband hervorschaut, sonst klebt sich später Dreck dran.

Warum die Scheckkarte?

Die Scheckkarten sind ein enorm wichtiger Bestandteil unserer  Sketchbox. Solche Plastikkarten bekommt man natürlich mittlerweile überall, beim Tanken, beim Parken, bei Ikea. Jeder von uns hat am Jahresende wieder ein paar davon übrig. Diese Karten erhöhen das Volumen um 100 %. Im Reiseaquarellkasten sind die Scheckkarten der Zwischenboden. Es gibt einige enorm gute Gründe um sie zu benutzen.
 
Wenn man die Farben darauf festgeklebt, purzelt nichts im Reiseaquarellkasten herum.
 
Beim Transport fungieren die Plastikkarten als abwaschbarer Deckel. Wenn man viel malt, werden die Farben nass und verschmieren beim Transport den Kasten. Ein abwaschbarer Deckel ist also Gold wert.
 
Die Plastikkarten haben noch zwei andere Gründe, meine sind keine Scheckkarten, sondern Grauwertkarten, diese dienen mir beim Fotografieren als Weißabgleich.
Die Plastikkarten dienen mir im Aquarell allerdings auch als Radiergummi, man kann mit ihnen ganz wunderbar Farbe abkratzen.

Die Klemme

Der Reiseaquarellkasten hat allerdings noch einen sehr wichtigen Bestandteil, die Klemme. Die Papierklemme ist ebenso multifunktional wie die Scheckkarte. Beim Transport hält sie teure Gegenstände fest, zum Beispiel den Pinsel. Sobald man malt, kann man damit zum Beispiel den Kasten an Skizzenbuch klemmen, oder an ein Geländer. Der große Vorteil ist, durch die Klemme hat man die Hände frei. Am häufigsten benutze ich die Klemme als Ablage für meinen mit Farbe gefüllten Pinsel, denn nichts ist peinlicher als eine riesen Sauerei mit Farbe in einem Restaurant.

Das Schwämmchen und Taschentuch

Apropos Sauerei, besonders wichtig finde ich das Schwämmchen. Wenn man irgendwo draußen malt, ist es sehr wichtig einen Lappen zu haben, der nächste soll sich ja nicht in deine Farbflecken setzen.
 
Der Schwamm ist jedoch für eine professionelle Malerei unverzichtbar, denn viele Farbeffekte kann man nur erzeugen, wenn der Pinsel trocken oder halb trocken ist.
 
Jetzt braucht man den Schwamm, um die Flüssigkeit im Pinsel zu regulieren oder den Pinsel zu reinigen.

Mischfläche

Mischfläche ist oft ganz wichtig, gerade Schattentöne sehen sehr gut aus, wenn sie im ganzen Bild gleich sind.

Ich habe den Deckel angeschliffen und mit weißer Farbe bestrichen. (Tipp von Thorsten Bahr).  So kann man im Deckel mischen. Reiseaquarellkästen haben eigentlich nie genug Mischfläche, deshalb greife ich auf eine beschichtete Pappe für Kuchen oder Bratwürstchen zurück. Diese Pappen sind ungefähr genauso  groß wie kleine Skizzenbücher. Diese Pappen haben einen erhöhten Rand, damit Senf oder Sahne nicht von dem kleinen Teller herunter laufen. Der Rand ist natürlich genauso prima für Farbe.

Wie kommt man an solche Untersetzer? In großen Läden kann man sie kaufen.

Viel einfacher ist es, jedoch eine Bratwurst zu kaufen, einen Hundeblick aufzusetzen, und ein bisschen mit den Augen zu klappern und lieb das Wort mit zwei T zu sagen, damit meine ich nicht flott.

Und schon ist man stolze Besitzerin einer brandneuen, kostenlosen Skizzenbuch -Mischpalette.

Das Gummiband

Das Gummiband hält alles zusammen, Skizzenbuch, Füllhalter, Pinsel und Mischfläche also unverzichtbar.

Ich wünsche euch viel Spaß und ich würde mich sehr freuen wenn ihr eure eigenen selbst gebauten und wirklich praktischen Kästen hier vorstellen würdet. Eure Anleitung hänge ich gerne an den Blog. Oder schreibt einfach einen Kommentar. Das Kommentarfenster findet ihr…..

Liebe Grüße Tine

Weiterlesen Wofür die Graukarte?  Über die Kunst Kunst zu Fotografieren:

https://blog.herz-der-kunst.ch/kunst-fotografieren-ist-eine-kunst/

Kunst fotografieren ist eine Kunst

 

 

 

 

 

 

Regen in der Malerei – November Blues

Regen und Nebel haben ihre ganz eigene Schönheit.

Tine Klein Aquarell Züricher Altstadt im Regen.

Regentrofen klopfen ans Glas des Zimmers hoch über der Züricher Altstadt. Eine feuchte Wand aus Regen Schiebt sich über den See.

November Blues, das ist der Monat in dem ich geboren bin, vielleicht mag ich deshalb die Melancholie dieser Jahreszeit.  Das Zimmer mit diesem Ausblick kostet 695 Fr. ,  das sind ungefähr 630 Euro.
Viele von euch werden zu dem Preis ganz unterschiedliche Gedanken haben, in meiner ländlichen Heimatstadt könnte man dafür eine 80 qm Wohnung mieten. Hier aber ist es der Preis eines Hotelzimmers für eine Nacht.  Laut UBS Ranking war Zürich 2018 die teuerste Stadt der Welt.
Der Geschäftspartner eines Freundes hat sich dieses Zimmer gemietet und nun leihe ich mir die Aussicht. Das verrückte daran ist, dass der Mann diese Aussicht gar nicht sehen kann, denn er wird den ganzen Tag arbeiten.
Aber für mich offenbart sich ein Blick in des Novembers Grau und die Nebelschleier über dem See, die Traurigkeit und Schönheit in sich haben.
Jetzt sitze ich hier am Fenster schaue den Regentropfen zu während sie an der Fensterscheibe herunter kullern und denke darüber nach, ob ich neidisch bin.
Nein,  neidisch bin ich nicht, ich weiß sehr genau, was ich mit meinem Geld mache.
So ca. 90 % meines Geldes  verschwinden in Reisen, Büchern, Pinseln, Kunstmaterial oder wunderschönen Erlebnissen.
Man muss Dinge nicht besitzen, um sie genießen zu können. Wie diese Aussicht.
Heute möchte ich mit euch über den November Blues reden, über gedämpfte Farben, Regen und Nebel beim Sketching und in der Malerei.

Feuchte Schleier, Regen und gedämpfte Farben

Anders als man denkt, lieben Aquarellisten den Regen. Die Spiegelungen des Wassers kann man gerade in diesem Medium besonders spektakulär und schnell darstellen.

Meistens zeigen die Aquarellisten, spiegelnde Straßen die von den farbigen Lichtern der Stadt beleuchtet werden. Nun hat man lange und wunderschöne Reflexionen auf der Straße. Gerade deshalb ist der Regen bei vielen Aquarellisten enorm beliebt. Diese Technik ist leicht zu erlernen und meistens nicht mehr als ein wenig Effekthascherei. Wer sich mit der Technik beschäftigt wird dies schnell erlernen.

Die meisten Laienmaler haben aber mit dem Regen, dem Nebel und den gedämpften Farben ganz andere Probleme. Wie mischt man so eine November Stimmung mit dem eigenen Farbkasten? Wer das jemals getan hat, der merkt recht schnell warum die meisten Aquarellisten auf die Effekthascherei, mit roten Schirmen und Rücklichtern auf spiegelnder Straße zurückgreifen. Malt man die Aussicht nämlich so, wie sie ist, dann wird sie ohne Neonlichter und Rücklichter zu einer grauen Regenlandschaft.

Ist man hierbei mischen einfallslos oder noch ein wenig hilflos, dann wird das Bild trist und nicht melancholisch, sondern depressiv.

Regenwetter mischen

Das Erste was einem bei gedämpften Farben einfällt ist grau. Benutzt man nur ein wenig Schwarz in den Farben, dann stellt sich das Novembers Melancholie ganz einfach und schnell ein. Tatsächlich aber macht der Einsatz von schwarzer Farbe alle Farben grau und dreckig. Deshalb benutzt kaum ein Maler das Schwarz, ob er nun Aquarell, Öl oder Acryl malt, er wird sich hüten mit Schwarz zu mischen.
 
Mischen mit Schwarz ein Tabu
 
Warum eigentlich? Denn das Benutzen von Schwarz, führt natürlich sehr schnell zu dem gewünschten Effekt der Novemberstimmung.
 
Die Maler verzichten auf den Einsatz von Schwarz, weil das schwarz in den Bildern für eine sehr starke Monotonie sorgt. Würde man das ganze Sujet (auf Deutsch die Scene) so malen, dass in jeder Farbe das Schwarz steckt, so wird jede Farbe der anderen gleich.
 
Es ist also logisch dass das Schwarz nicht nur verdreckt, sondern auch alle Farben zu einem Einheitsbrei vermatscht.

 Mischtricks für Mistwetter

Der wesentliche Trick für Mistwetter ist, dass abwechslungsreiche Mischen.

Wenn man Farben dämpfen will, gibt es weit bessere Methoden als den Einsatz von Schwarz.

Eine regelrechte Wunderwaffe im Herbst sind die gebrannten, rötlichen Herbstöne, allen voran Siena gebrannt, dazu aber mehr nächste Woche.

 

Regen und Feuchte Schleier

Eine viel unbekanntere Methode ist der Schleier durch Zinkfarben. Regen und feuchte Schleier kann man ganz wunderbar mit Zinkfarben herstellen. Zinkfarben waren in der Malerei sehr verpönt. Früher war dies das Material der Menschen die nicht malen konnten, dass klassische Deckweiß wurde dazu benutzt Fehler zu überdecken

Heute gibt es viele Maler die ihrer Farben sehr gekonnt mit Zink mischen um gerade solche Effekte wie Regen, Nebel, Feuchtigkeit oder Licht darzustellen.

Zink reguliert die Leuchtkraft einer Farbe und damit haben wir die Möglichkeit eine Farbe ab zu dämpfen ohne sie mit schwarz zu mischen.

Gerade in der Aquarellfarbe nimmt Zink jeder Farbe die Leuchtkraft. Es ist ein bisschen so als würde man in die Farbe Baby Puder geben. Um dies zu steuern braucht man ein wenig Fingerspitzengefühl. Deshalb haben die meisten Aquarelllisten die Faustregel: Zink nur im Vordergrund oder als letzte Schicht.

Diese Faustregel gilt, weil der Maler selbst bestimmen möchte welche Farben sich trüben und welche ihre Leuchtkraft behalten. Dieses Prinzip werdet ihr auch in dem Bild was ich heute gepostet habe wieder finden.

Das Material:

Vorsicht bei Zinkfarben: Zinkfarben haben die Fähigkeit andere Farben sanft zum Schweigen zu bringen. Deshalb muss du dir auf jeden Fall merken welche deiner Farben Zink enthalten. Denn sonst wirst du beim Mischen von leuchtenden Farbtönen dein blaues Wunder erleben.

Zinkfarben sind Fluch und Segen. Ihr riesiger Vorteil ist das sie sehr weich aussehen. Dabei können Sie auch wunderbar leuchtend sein. Doch diese Farben lassen sich unglaublich schwer mischen, denn sie werden jede andere Farbe wie mit einem Weichzeichner verwischen.

Dieser Effekt ist im Herbst und Winter ganz wunderbar. Dennoch sollte man sich im Frühjahr daran erinnern, dass man mit diesen Farben absolut keine leuchtenden Grüntöne mischen kann.

Gerade jetzt im November wollen wir aber diese Eigenschaften nutzen:

Zinkfarben:

Es ist sehr wichtig dass man weiß welche Inhaltsstoffe in den Farben sind die man kauft.

Also nachlesen!

Zuerst einmal sollte man den Unterschied zwischen Deckweiß und chinesisch Weiß kennen.

Chinesisch weiß ist eine typische Zinkfarbe, es verleiht anderen Farben eine hellere und weichere Tönung. Wichtig daran ist das das chinesische Weiß nahezu transparent ist und damit wird die Farbe nicht dick sondern sie lässt einen großen Teil der anderen Farbe bestehen.

Also merke chinesisch Weiß {Zinkweiß} zum mischen, Deckweiß zum decken.

Die populärsten dieser Farben sind:

  • Turnersgelb
  • Jaume brillant
  • Nepalgelb
  • Bergblau

 

Es gibt nun zwei Möglichkeiten mit den Zinkfarben zu dämpfen, mischt man mit Zinkfarben entstehen immer müde Töne. Das kann gerade für Hintergründe sehr attraktiv sein.

Dennoch gibt es eine noch einfachere und effektivere Methode die, insbesondere bei Regen und Dunstschleiern, sehr einfach und effektiv ist.

Methodik des Zinkschleiers für Regen und Nebel:

  • Schritt eins du malst ein Bild wie gewohnt
  • Schritt zwei du rührst mit Chinesisch weiß und  einem Hauch einer anderen Farbe eine sehr wässrige Lösung an. Die Flüssigkeit darf nicht zu knapp bemessen werden.
  • Schritt drei, jetzt brauchst du einen extrem großen und saugfähigen Pinsel. Gut ist es wenn du die gesamte Flüssigkeit mit einem Mal in den Pinsel aufsaugen kannst.
  • Die Bereiche im Bild die du nun regnerisch verschleiern möchtest werden nun mit der dünnen Lasur bespritzt oder lasiert. Das Bild muss dabei flach auf dem Rücken liegen und darf nicht mehr bewegt werden.

Tipp:

Je nachdem wo ihr gearbeitet habt, würde ich euch nicht empfehlen diese Technik direkt vor Ort anzuwenden. Das macht man am besten zu Hause oder auf der Straße. Da man so viel Flüssigkeit verwendet, dauert das Trocknen allerdings oft sehr lange. ich mache diese letzte Schicht oft wenn ich nach Hause komme. Schon alleine aus dem Grund, weil das Spritzen mit solchen Flüssigkeitsmengen eine Riesensauerei erzeugen kann.

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende

Tine

In Blog der zum Thema passt hier geht es um das Mischen von neutralen Farben

 

Auqarellisten lieben Regen, Regenaquarelle mit Spiegelungen:

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