Naturstudie: Inspiration seit Urzeiten

Tine Klein Herbst Baum, Licht., eine naturstudie in Aquarell.Kastanienbäume

Eine verrückte Zeit 

Ein merkwürdiger Sommer geht zu Ende. Viele von uns können dieses Jahr nicht ihren liebgewonnenen Gewohnheiten nachgehen.

Auf jeden Fall haben dieses Jahr meine Hände mehr Alkohol gesehen als meine Leber!

Ich finde diese Zeit irgendwie merkwürdig, es scheint vielen Menschen so zu gehen, dass sie ihr altes Leben vermissen. Die Folgen sind manchmal verrückt. Ich bekomme lauter merkwürdige Leserbriefe. Diese Beiträge blockiere ich,  um euch nicht zu belästigen.

Manchmal ist es zum Brüllen lustig, von der Frau die meinen Körper verwöhnen will, damit ich dann gestärkt durch die Coronazeit gehen kann. Über indische Doktoren, die angebliche Wundermittel gegen Corona haben. Wenn man Geld bezahlt hat, ist man gesegnet und ist dann immun, wer es glaubt, wird selig. Oder ich soll zum wetternden Wutbürger werden, weil der Test der Sirenen von einer verschworenen Gruppe von Politikern zum Verunsichern der Bevölkerung benutzt würde.

 

Seht mich nun die Hände über den Kopf zusammenschlagen? Mensch, man testet Sirenen, damit die im Notfall funktionieren!

Aber die neuen Zahlen mit 4000 Neuerkrankten am Tag in Deutschland, verstören viele Menschen. Das versuchen Schwindler zu nutzen.

Ich weiß nicht,  ob Corona-Angst das Gehirn erweicht. Die drei Heiratsschwindler,  die mich letzte Woche per Mail versuchten zu erreichen, lächelten mich als braun gebrannte Sexmaschinen mit kleinem Hündchen vor dickem Auto an!

Himmel, igitt, es gibt so viele gute Dinge,  wir brauchen echt nicht verzweifeln und wir brauchen auch keine Heiratsschwindler.

Ich bin auch wehmütig und möchte dringend mein altes Leben zurück,

denn im Oktober gehe ich normalerweise ein paar Wochen mit Rucksack auf Fernreise und treffe mich mit Malern in aller Welt. Oh jehhhh, Wehmut!

Dennoch muss man sich mal in den Hintern treten und sich klarmachen, dass es so viele wundervolle Dinge gibt, die wir vernachlässigen.
Die guten Dinge liegen nämlich direkt vor unserer Haustür.
Manchmal liegen sie uns auch zu Füßen, wie Kastanien.
In den Situationen, wo man seinem alten Leben hinterher jammert, muss man sich klarmachen, dass man die Augen auf das Positive richten sollte.
Es macht viel Spaß, sich einfach einmal die Dinge in der Umgebung anzuschauen.
Wann hast du dir das letzte mal Zeit genommen, Kastanien zu sammeln? Ihren Geruch zu riechen? Diese Dinge tun wir in der Kindheit, aber sie tun uns auch als Erwachsene gut.
Wusstest du, dass Kastanienschalen fast weiß sein können, wenn sie vom Baum fallen?  Die Schalen riechen nach nichts und die Blätter nach frisch geschnittenen Tulpen! Ich stelle mir lächelnd vor, dass sie so viel besser riechen als Heiratsschwindler mit aufdringlichem Parfüm. Übrigens, die Schale platzt in 3 Teile, wenn die Kastanie vom Baum fällt. Dieses Wissen ist total unnütz, so nützlich wie gestärkte Unterhosen und doch macht es die Seele stark!
Die Beobachtung des Einfachen und Schönen hat eine enorme Kraft. Das lädt Batterien auf.

Naturstudie, gut für die Seele

Wir hatten jetzt drei Wochen Dauerregen, und natürlich denke ich:

„Ach, was wäre das  schön, wenn ich meinen Bauch in Thailand in die Sonne halten könnte“. Das ist besonders witzig, weil ich den ganzen Sommer über die elende Hitze gestöhnt habe”.

Die Naturstudie ist so unglaublich gut, weil sie die Augen auf das Positive fixiert, sie reibt uns die Schönheit der Natur unter die Nase.

Naturstudie das beste Mittel gegen Schlecht- Wetter-Blues.

Es tut der Seele gut, wenn man schöne Dinge sieht, ohne dafür riesigen Aufwand treiben zu müssen. Oft ist uns gar nicht klar, wie sehr es uns erschöpft, viel zu viel Aufwand zu treiben. Es entschleunigt enorm, einen Sonnenstrahl zu nutzen, sich unter einen Baum zu setzen und etwas Schönes zu malen.

Meine Empfehlung für diese Woche:

Aufhören zu jammern und mehr genießen!

Eigentlich glaubt man doch, nichts ist so langweilig wie das Bekannte.

Der Zauber der kleinen Dinge!

 

 Man lernt, die kleinen Dinge und Alltägliches zu sehen und zu schätzen.
Das Bekannte hält beim genauen Hinsehen Überraschendes bereit.
Es kann eine sehr große Inspiration sein, seinen Blick einmal auf das Kleine zu richten.
Ein paar Steine, ein paar Blüten oder ein Blatt.
Naturstudie mit einfachem Material, Tine Klein, Kastanien mit Pinselstift.
Die Schönheit zu sehen, beruhigt enorm, und während Corona hat es den riesigen Vorteil, dass man bei schlechtem Wetter sein Motiv in der Hosentasche mit nach Hause nehmen kann. Auch auf dem Schreibtisch macht die Naturbeobachtung und die Studie der Natur noch Spaß.
Die Kastanien sehen aus wie kleine Marssonden die krabbeln können!

Wenig Material, viel Gewinn

Die Naturbeobachtung kostet nichts, der eigentliche Prozess findet im Gehirn statt. Das Erkennen und Sehen bereichert uns. Man sieht plötzlich vieles, worauf man vorher nicht geachtet hat.

Selbstverständlichkeit macht blind

Das ruhige und genüssliche Erkennen sorgt dafür, dass jede Menge Druck von einem abfällt. Entschleunigung heißt das, und viele Menschen bezahlen viel Geld, um dies zu lernen. Die ruhige Beobachtung, die sich beim Zeichnen einstellt, ist das Gleiche wie Meditation. Sie beruhigt die nervösen Nervenzellen und hilft dem Menschen, ruhig und ausgeglichen zu sein. Hört sich an wie eine billige Werbung, ist jedoch altbekannt und wird in fast jeder Reha-Klinik benutzt.

Normalerweise würde sich das Wellness Urlaub nennen und man würde dafür viel Geld bezahlen.

Also machen wir mal in Zeiten von Corona Wellness mit Stift vor der Haustür.

Schreib mir doch mal in den Kommentar, was das Schönste war, das du beim Hinschauen gesehen hast. Orte und Motive sind bei der Naturstudie unendlich. Das Motiv kann überraschend einfach sein, schon ein paar Pflastersteine können extrem interessant sein.

W.arum ist einfaches Material dabei am besten?

Die Antwort ist ganz einfach, einfaches Material hilft dir, dich auf das Objekt zu konzentrieren. Wichtig ist die Beobachtung, am besten ist es, wenn du das Material vergisst.

Kunstmaterial:  Modewellen und Schnick Schnack

Ich selber liebe es, ein Taschengeld für Kunstmaterial auszugeben. Mein Mann lacht immer, wenn ich noch wie ein kleines Mädchen vor jedem Papiergeschäft oder einer Papeterie stehen bleibe und mir die Nase an der Scheibe platt drücke.

Doch das ganz Einfache ist oftmals das Beste zum Zeichnenlernen.

Bleistift und Papier, ein paar Buntstifte oder ein einfacher Filzstift genügen vollkommen, um tolle Naturstudien zu machen. Man braucht dafür nicht aufwändiges Material, denn das Herumspielen mit dem Material würde einen viel zu sehr ablenken. Wenn man das Material nicht kennt, dann geht leicht etwas schief und man bekommt Stress.

Der Sinn von Naturstudien ist allerdings, dass man sich etwas in Ruhe anguckt, deshalb ist es umso besser, wenn das Material nicht von der Beobachtung ablenkt. Man braucht keine neumodischen Gelstifte, keine hypermodernen Farbstifte oder sonst irgendetwas.

Je einfacher, desto besser!

Das Sakrale des stillen Momentes!

 

Bei der Naturstudie ist die Stille und das Einfache wichtig. Ich fühle mich am wohlsten mit meinem  Skizzenbuch und meinem Füllhalter. Ich schätze auch sehr den Stabilo Filzstift mit seiner feinen Mine. Der kostet 90 Rappen. Auch ganz einfaches und billiges Papier reicht.

Mal ganz davon abgesehen, dass im Moment viele Menschen Geldsorgen haben, merke ich, dass preiswertes Material mich selbst enorm entspannt.

Ich habe nicht das Gefühl, dass ich etwas verderbe, und das macht mich frei! Ohne Druck entstehen die besten Zeichnungen.

Naturstudie: Spielerisch macht glücklich!

Zwei Tipps für das Wochenende:
 
Tipp Nummer 1: Augen auf dem Motiv. Halte die Augen lange auf dem Motiv. Erlaube deinen Händen, eine Weile, ohne Kontrolle zu arbeiten.
 
Loslassen ist das Ziel!
 
Die Endloslinie. Halte den Stift auf dem Papier. Umkreise spielerisch Licht und Schatten. Mache kleine harte Linie, sondern fasse den Stift weit hinten und lass ihn suchend über das Blatt tanzen.
 
Schöne Grüße in den Herbst, probiere es aus. Mit einer Naturstudie setzen wir ein ruhiges Statement gegen die Unruhe. Motto der Woche: Nutze den Sonnenstrahl!
 
Nach Corona gibt es fette Küsse für alle meine Lieben. 
 
Tine
Jeder Blog ist extrem viel Arbeit, nicht nur Schreiben, sondern auch Fotos machen. Gerade die Guides wie letzte Woche brauchen Zeit. Hilf mit! Gib mir die Möglichkeit, jede Woche ein schönes Angebot für euch zu gestalten.


Mehr zum Thema Zeichnen lernen.

https://www.youtube.com/watch?v=_8i_Z8ry9-Y&t=18s

https://www.youtube.com/watch?v=_8i_Z8ry9-Y&t=18s

Wasser malen – Aquarell, das heißt Wasser!

Tine Klein Münster in Basel Blog zum Thema wasser beobachten und malen

Aquarell, das heißt Wasser!

Wasser mit Wasser zu malen, das sollte doch einfach sein!
 
Wasser ist so ein verdammt flutschiges Zeug, das man einfach nicht greifen kann. 
Man muss genau hingucken! Und hier liegt das Problem.

Wasser malen – Sag mir, wie das geht!

Das geht leider nicht so einfach! Das Problem mit dem Wassermalen beginnt damit, dass Wasser keine Lust hat, jeden Tag das Gleiche zu tun.  Sehr sympathisch!

Leichte Antworten sind oft langweilige Antworten.

Wasser ist immer anders

Wasser malen ist so schwierig, weil Wasser jeden Tag seine Farbe ändert, denn je nach Wetterlage reflektiert es den Himmel oder die Umgebung. Wie stark sich der Himmel im Wasser zeigt, kannst du hier beobachten:
Tine Klein Herz der Kunst Basel, Blog zum Thema Wasser malen.
An anderen Tagen ist Wasser einfach nur Wasser, Wasser macht,  wozu es Lust hat, es bricht sogar Stein.  Mal ist das Wasser völlig glatt und mal bewegt. Mal reflektiert es, mal ist es dunkel und stumpf.
Bringen wir es auf den Punkt:
Wer Wasser malen will, muss ganz genau hinschauen.

Schauen wir heute mal gemeinsam aufs Wasser

 

Ich bin gerade nach Basel gezogen, und die ganze Stadt liegt am Wasser. Jetzt geht es mir fast jeden Tag so, dass ich Wasser malen muss. Deshalb sind meine Sinne nun geschärft.
Sagen wir mal so, möglicherweise habe ich im Moment eine kleine Wasserfixierung.

Wasser reflektiert

Tipp Nummer 1 : Wasser reflektiert. Unter hellen Objekten bilden sich helle Reflexionen und unter dunklen Objekten sammelt sich die Dunkelheit. Halten wir mal fest:

Am Rand und unter Objekten ist Wasser oft dunkel

Das siehst du auch hier:

Tine Klein Merian Gärten, Basel Herz der Kunst Basel, Blog zum Thema Wasser malen.

Unter den einzelnen Bildmotiven bilden sich am Wasser lange, helle oder dunkle Streifen in der Farbe der Objekte.

Basel Münster,Tine Klein Herz der Kunst Basel, Blog zum Thema Wasser malen.

Die reflektierten Streifen auf dem Wasser sind oft viel länger als das Bildmotiv.
Tipp Nummer 2 : Wenn du da mal etwas Helles aus der Farbe streifenförmig auswischt, dann ist dies oft schon genug, denn es schaut aus wie leichte Wellen.
Das Wasser fängt das Licht auf einer sehr langen Strecke.
Tipp Nummer 3 : Merke: Licht bildet lange, vertikale Streifen!
Oben scheint das Licht, trotz bedeckten Wetters, durch die Häuserreihe und erleuchtet das Wasser.
Hafen basel Tine Klein Herz der Kunst Basel, Blog zum Thema Wasser malen.
 
Diese langen und auffälligen Streifen kann man wunderbar in Bildern benutzen, um Wasser darzustellen.
Das sind lange, vertikale Spiegelungen unter dem Objekt.
 
Also merke:  Wasser stellt man oft nicht horizontal dar, sondern vertikal, indem man die langen Reflexionen einzelner Bildmotive benutzt.
Horizontal wird das Wasser nur dort, wo es dir nah ist,   hier bricht das Motiv durch linsenförmige Wellen.
Dieser Eindruck entsteht aber nur im Wasser, das dir ganze nahe ist. Weiter hinten ist das Wasser nur eine Fläche (siehe oben).
 
An windstillen Tagen sind die Reflexionen im Wasser so klar, dass es fast verwirrend ist. Das Wasser ist wie ein Spiegel.

Die Farbe des Wassers

Die Farbe des Wassers könnte ein Titel einer sehr langen philosophischen Abhandlung sein. Das Wasser ist ähnlich wandelbar wie die Seele. Wasser kann jede Farbe haben. Denn Wasser kann jeden Gegenstand reflektieren.
Meistens greifen wir automatisch zur falschen Farbe. Für die meisten Menschen ist Wasser marineblau. Das ist insofern richtig, als dass das Wasser den Himmel ganz oft reflektiert. Sehr häufig jedoch hat Wasser eine Mischung der Farben  seiner Umgebung, des Himmels und der Stadt oder der Landschaft drumherum. Viel häufiger als Blau haben Flüsse ein müdes Jadegrün (siehe oben). Wasser kann aber auch dunkelblau, braun oder schwarz wie Öl sein. Die Farbe von Gewässern steht und fällt mit der Belichtung.

Die Farben des Wassers mischen:

Gute Erfahrungen habe ich mit der Mischung von Grün und Blautönen gemacht. Um die typische Jadefarbe eines Flusses hinzubekommen, benutze ich in der Regel ein grünliches Blau oder auch Türkis. An manchen Stellen ist das Wasser glasklar, hier kann man die Farbe ganz rein benutzen. Dann sind transparente Farben am schönsten.
Häufig wird das Wasser von Flüssen jedoch müde jadegrün, dies liegt an den Schwebstoffen. Schwebstoffe sind häufig Sand.
Dann greift man am besten zu sandfarbener Farbe, Siena Natur. Macht Blau nicht grüner, sondern verwandelt es in Jade. Ein sandiges, weiches Grün. Ein Hauch Siena gebrannt macht den Fluss zusammen mit dem Blau etwas grau, das hilft, wenn die Farbe zu grell ist.

Wasser malen, es gibt keine Standardmethode:

Es gibt sehr unterschiedliche Methoden, Wasser zu malen; wenn es starke Reflexionen gibt, reicht es, viele weiße Flecken auf das Wasser zu setzen, und schon wird klar, hier reflektiert Licht auf Wellen.
Die einfachste Methode ist dann die der trockenen, schnellen Striche, dadurch entsteht auf leichte Art und Weise das Glitzern.

Wasser malen heißt vereinfachen

Hier seht ihr den trockenen Strich. Einfach, aber effektiv zeigt er die Reflexionen.

Fließende Gewässer im Meer  oder bei Wind ergeben  Wellen und Verwirbelungen. Das heißt: Licht und Schatten.

Jetzt müssen wir uns der Herausforderung stellen, dass wir nicht zu viel machen, zum Schluss muss das Wasser ja immer noch in das Design des Bildes passen. Deshalb ist Wasser in Bildern auch oft nur die pure Nebensache, eine große reflektierende Fläche.

Zu viel macht  viel kaputt.

Der größte Fehler, den man beim Wassermalen machen kann, ist, monotone und unruhige Häufungen von Punkten zu setzen. All diese Fetzen sehen sehr unruhig aus. Auch wenn es unendlich viele Wellen auf einem Gewässer gibt, ist Wasser doch immer eine große, farbige Fläche. Entlang des Ufers ist es meist dunkel. Weiße Hauswände oder Schiffe reflektieren lang und hell ins Wasser.

Die große Herausforderung ist es, Wasser gut, aber ruhig und trotzdem bewegt zu malen.

Manchmal reicht die Andeutung einer Welle.

Zwar hat das Wasser deutlich mehr Bewegung als Gegenstände am Land, dennoch darf es nicht ausschauen wie eine Explosion. Denn Wasser hat ja trotz aller Bewegung eine zusammenhängende Oberfläche.

D. h., man muss Flächen großflächig zusammenfassen. Dies sieht man im Bild oben gut, das Wasser bleibt eine Fläche.

Wenn viele sagen: “Wie, malt man eigentlich Wasser?“, dann meinen sie so etwas.

Wasser malen: die Standardmethode, falls es so etwas gibt

Hier sieht man sehr schön die müde Jadefarbe, die Mischung aus Grün-Blau, Sand und einem kleinem Stich gebrannten Ocker.

Die Wellen werden nass in nass mit trockenem Pinsel in die feuchte Farbe gemalt. Das funkelnde Licht wird entweder ausgespart oder mit weißer Tusche aufgesetzt.

Dieses Wasser ist timing pur. Man braucht sehr viel Erfahrung, um genau den richtigen Zeitpunkt zu treffen,  in dem die Wellen so weich in die nasse Farbe laufen, aber nicht zerlaufen. Die Farben  der Gegenstände werden, stark verdünnt, ebenfalls in die feuchte Farbe herausgezogen.

Leider muss ich euch jetzt einen Zahn ziehen, das hier ist keine Skizze, dies ist eine meiner Studioarbeiten. Wasser mit Lichtreflexen und Wellen kann man nicht mit dem Block auf den Knien hinrotzen. Es ist Konzentration und Timing.

Trotzdem lohnt es sich, die Technik zu lernen.

Wasser malen:

Zuerst rührt man eine sehr dünne Lasur eines sehr hellen Blaus oder Grüns an. Mit dieser Farbe lasiert man das Papier sehr feucht. Dabei spart man nur sehr helle Reflexionen aus. Wichtig ist, dass keine Trocknungsränder entstehen. D. h. du trägst die Farbe in einem Rutsch auf und lässt dann die Finger davon.
Das Gefühl von Wasser entsteht erst in der zweiten und dritten Lasur.
Jetzt muss die Fläche ein paar Minuten trocknen, das Papier muss feucht sein, darf aber nicht stark glänzen. Wenn du das Papier anfasst und es ist kühl, dann ist es richtig.
Ist die Farbe fast ganz trocken, kann man großzügig dunklere Flecken, auf die helle Lasur geben. Die Flecken sollten die Form einer Linse haben, in der Mitte dick, außen dünn.
Tipp: So feucht, dass die neu aufgetragene Farbe sich weich einfügt, so trocken,  dass die Welle sichtbar bleibt.
Tipp: Mehrere Blätter gleichzeitig malen und genau beobachten, wann dein Papier was macht.
Wunderbar kann man sich dies bei dem Maler Joseph Zbukvic ansehen. Link findet ihr unten.

Wasser malen ein Fazit:

Fazit: Leider gibt es nicht das Wasser, sondern immer nur Wasser bei bestimmter Wetterlage. Alle Wasser werden grundlegend anders gemalt.

Das ist das Besondere am Malen, es gibt zwar keine einfachen Antworten, dafür aber eine Menge Spaß beim Erkunden der Welt!

Liebe Grüße ins Wochenende.

P.S.: Reportagen und Fotos sind viel Arbeit:

Eine kleine Spende für die Redaktion hilft enorm, so kann ich jede Woche tolle Beiträge für euch machen.


https://www.josephzbukvic.com/paintings/

Weiterlesen bei Tine:

https://blog.herz-der-kunst.ch/schwarze-aquarellfarbe-die-dunkelheit/

Schwarze Aquarellfarbe: die Dunkelheit

Draußen Malen – Tipps für die Pleinair Malerei

Treffen im Merian Garten. Danke an Juanita für das Fotografieren.

Draußen malen

 

Der Merian Park in Basel ist wunderschön, erst gegen Mittag reißt der Himmel auf und offenbart eine glitzernde Welt voller Farben!

Plötzlich kommt ein Teenager, setzt kommentarlos ihre zwei kleinen Brüder mit lärmenden Spielkonsolen neben mich auf den Rasen und verschwindet. Knutschen hinterm Busch, praktisch, wenn da eine Malerin rumsitzt!
 
Oh liebe Konzentration, nun bist du weg!
 
Draußen malen ist weiß Gott schwerer als am Schreibtisch! Unter Entschleunigung hatte ich mir was anderes vorgestellt. Ich komme mir vor wie Inspektor Dreifuß, ich fühle leichtes Zucken unterm rechten Auge. Ich weiß natürlich, ich darf auf einer öffentlichen Rasenfläche zwei kleinen Kindern nicht die Spielkonsolen wegreißen, um dann hollywoodreif darauf rumzuhopsen, aber das Bedürfnis danach wird quälend stärker!

Draußen malen lohnt sich!

“Ach wirklich?”, hätte ich in diesem Moment gerne gebrüllt!

Draußen malen bedeutet jede Menge Unwägbarkeiten. Mal ist es so heiß, dann ist es zu kalt und an anderen Tagen regnet es. Manchmal nerven die Leute oder dein Motiv steht auf und läuft weg, und trotzdem lohnt es sich, draußen zu malen. Warum?

Jeder, der seinen eigenen Stil entwickeln will, muss die Welt selbst beobachten, denn in Fotografien steckt eine ganze Menge des Fotografen. Kunst ist eine sehr persönliche Sache. Wenn man die Welt betrachtet, dann steht dahinter die bedeutsame Frage, wie sehe ich das?

Draußen malen überfordert natürlich, man sieht viel mehr, als man für ein Bild benötigt.
Die Welt ist viel zu schön, um sie aus Fotos anderer Menschen zu erleben. Das Erleben und Erfahrung sammeln sind genussvoll oder auch einmal nervig, und genau das macht gute Bilder. Es ist eine schöpferische Kraft. Man macht keine Erfahrungen, wenn man auf Instagram nach einer stereotypen Malvorlage stöbert.
Am Schreibtisch wirst du nicht sehen, wie die Sonne Gegenstände im Laufe des Tages verwandelt, und diese Beobachtungen werden dir fehlen, um ein großartiger Maler zu werden.
Und mal ehrlich, ist es an deinem Schreibtisch so schön?
Draußen malen Tipps von Tine Klein. Aquarell zeigt eine Scheune in den Merian Gärten Basel. Aquarell mit Tonwertstudie, Blog-Herz-der-Kunst

Tipps für die Plein Air Malerei

Erfolgreich draußen malen heißt: griffbereit, gemütlich und  und ins Leben muss es passen.

Wenn es immer nur Probleme gibt: Wie soll ich das transportieren? Die Zeit fehlt! Und die Familie nervt es, dann klappt es nicht.

Einfache Lösungen müssen her.

Deshalb beschränken sich die meisten auf sehr minimalistisches Material. Meistens benötigt man nicht mehr als ein kleines Skizzenbuch und einen Stift.
Wer jedoch gerne mit Aquarell, Gouache oder Öl arbeitet, den wird dies nicht befriedigen.
Doch auch hier gilt, es gibt jede Menge gute und einfache Lösungen, die in jedes Leben passen.

Transport

Was wirklich nervig ist an der Malerei, ist der Transport der benötigten Dinge.
Es fängt bei der Kleidung an, Jacke, Sonnenschutz und Hut.
Dann braucht man natürlich noch eine Sitzgelegenheit, das Kunstmaterial und eine Herde Kamele, um den ganzen Kram zu tragen.
In den sozialen Netzwerken findet man jede Menge Lösungen für die Pleinair Malerei. Viele dieser Lösungen sind einfach und praktisch, andere sind der absolute Wahnwitz. Man findet alles vom kleinen Täschchen bis zum umgebauten Lkw als Outdooratelier.

Im folgenden Link seht ihr Menschen, die mit ihrer Staffelei oben auf dem Auto stehen.

https://www.marcdalessio.com/getting-high/

In diesem Link seht ihr, wie sich jemand sein Fahrrad zu einem ganzen Atelier ausgebaut hat.

https://moynahanstudio.blogspot.com/2015/08/artist-bike-easel-and-stroller-easels.html

So weit wollen wir es jedoch nicht treiben. Es gibt ein paar einfache Tipps zum Transport von Kunstmaterial. Ich habe eine abschließbare Metallkiste, die auf mein Fahrrad passt.

 

Die Metallkiste ist gepolstert, damit das Kunstmaterial darin nicht rappelt. Die Kiste ist so gross, dass ich darin ohne Probleme Jacken, Sonnenschutz, Hut, Pinselpapier und eine Art Malplatte aus Plexiglas verstauen kann.

Ich finde es wichtig, dass die Kiste abschließbar ist, denn so kann ich den ganzen Kram auch einmal unbeaufsichtigt lassen. Ich kann Kaffee trinken gehen oder einfach etwas anderes mit der Familie machen.

Diese Kiste kann ich auch von meinem Fahrrad abnehmen und dann als Tisch benutzen. Die Kosten dafür sind überschaubar. Die Kiste ist eine normale Alukiste aus dem Baumarkt, wie sie Handwerker benutzen. Sie ist dann auf einen Schnellverschluss für den Gepäckträger montiert, auch dieser ist abschließbar.

Die Alukiste steht bei mir gepackt im Atelier, d. h. wenn ich los will, muss ich sie einfach nur greifen. Das ist die Garantie, dass man es auch tut.

Dadurch, dass meine Kiste auf dem Fahrrad montiert ist, brauche ich mir auch keinerlei Gedanken über das Gewicht meines Kunstmaterials zu machen.

Außerdem entsteht eine Art Staffelei. Das Fahrrad steht durch den Ständer schief. Dies ist kein Nachteil, sondern ganz im Gegenteil ist die Neigung des Papiers eine Garantie dafür, das Nass-in-Nass-Techniken klappen. Wichtig,  es entsteht Ablagefläche auf dem Fahrrad. Wenn man gerade keine Mauer hat,  ist dies sehr hilfreich,

Plexiglas-Stegplatte:

Eine  Plexiglasstegplatte bekommt man in jedem Baumarkt, die muss man dann allerdings schneiden lassen, weil sie als Vordächer gedacht sind.

Die Stegplatten bestehen weitgehend aus Luft, d. h. sie wiegen nichts, Sie sind trotzdem extrem stabil. Baut man sich daraus eine Sammelmappe, ist dies enorm praktisch. Einerseits kann man darin gefahrlos Papier transportieren, ohne dass man einen schweren Block mitnehmen muss. Andererseits kann man das Papier auf der Platte bemalen, sodass man immer eine feste Unterlage mit sich führt.

Gemütlich ist wichtig beim Draußenmalen.

Ein bei mir niemals wirklich gelöstes Problem ist der richtige Stuhl für das Draußenmalen. Ich besitze nicht nur einen Pleinair Stuhl, sondern eine ganze Sammlung.

Dabei habe ich gute Stühle gefunden, aber auch einige Folterwerkzeuge. Ein Klappstuhl für Jäger mit Rucksack sieht sehr toll aus, aber das Rohr des Klappstuhls drückt nach und nach die Blutzufuhr in die Beine ab, sodass nach dem Malen nur das Nach-Hause-Kriechen möglich ist.

Ein chinesischer Fischerstuhl war eine geniale Lösung, klein, leicht und in Sekunden zusammenklappbar, jedoch bricht dieses Modell regelmäßig zusammen, weil es so schlecht verarbeitet ist.

Ich habe einen sehr genialen Campingstuhl, der absolut gemütlich ist, jedoch übersteigt der Zusammenbau die geistigen Kräfte des Künstlers.

Hier mein Lieblingsstuhl: Ein Fussbänkchen, aufgebaut in 1 sec und es lässt sich ganz flach in die Tasche stecken.

Der Aquarellist braucht beim draußen Malen Mini-Stühle:

Warum? Wer aquarelliert, braucht einen Arbeitsplatz, der die Technik unterstützt.

Es ist sinnvoll, auf dem Boden zu arbeiten, hier kann man das Papier schräg stellen.

Ich lege die Wasserflasche unter mein Malbrett, und schon hat sie die richtige Neigung.

Wasser, Malkasten, Pinsel, Lappen und Stifte liegen in Griffweite auf dem Boden, deshalb sind kleine Hocker praktischer als große!

Hohe Stühle sind besser für Zeichner geeignet und meist auch leider schwerer.

Hier meine Top 3:

Alle 3 sehr leicht und flach, alle Hocker passen in eine normale Einkaufstasche. Mein Favorit ist der Grüne, Marke unbekannt, lässt sich in 3 sec aufbauen, wiegt 300 Gramm. Leider ist er zu hoch zum Aquarellieren und er kippt, sobald das Gelände nicht gerade ist, schade! Am Robustesten ist das Kinderfußbänkchen, Aufbauzeit 1 sec, super fürs Aquarell, weil man an alles, was auf der Erde liegt, heran kommt.
Der rote Uno! Geniales Ding! Man kann ihn zum Sessel aufbauen oder zum Tisch. Wirklich bequem und isoliert gut. Das Manko, ich muss jedes Mal überlegen, wie man das Ding aufbaut. Ich brauche 2-3 Minuten auch für den Abbau. Meine Empfehlung für alle mit Rückenproblemen.

 

Familientauglich und la dolce vita:

Draußen malen Tipps von Tine Klein. Bildzeigt Villa in den Merian Gärten Basel

Draußen malen Tipps von Tine Klein. Aquarell zeigt Villa in den Merian Gärten Basel

Am besten passt das Draußenmalen ins Leben, wenn es auch den andern Spaß macht. Meine Empfehlung ist: la dolce vita!

Zum Malen gehört auch die Pause.

Wenn wir losziehen, dann male ich meistens an Plätzen, die auch meiner Familie und meinen Freunden Spaß machen. Picknickdecke, Picknickkorb, gekühltes Bier begleiten uns genauso wie Badeanzug und Handtuch.

Gin Tonic schlürfen am Rheinufer, dann wird das Malen auch mal zur Nebensache.

Oder so wie hier beim Sketcher -Treffen: ein kleines gemeinsames Päuschen:

Vielen Dank an alle, war ein toller Sonntag. Hope to see you soon 🙂

Ich glaube, der größte Trick bei der Pleinair Malerei ist, dass es Spass machen muss! Wir feiern wie die Impressionisten die Sommerzeit.

Was Spass macht, passt ins Leben.

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Urban Sketchers Dreiländereck

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Urban Sketchers Dreiländereck/Pays des Trois Frontières

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Farben sehen – Wissen für Maler!

Basel, Dufourstrasse am Flanagans, Aquarell von Tine Klein Atelier Herz der Kunst in Basel, Tutorial zum Thema Farben sehen

Wie wir Farben sehen!

Wer gute Bilder malen möchte, muss wissen, wie das Auge funktioniert.
Sehen ist ja das A und das O.
Den wenigsten von uns ist klar, dass es keine Farbe gibt, wenn kein Licht vorhanden ist.
Jetzt werden einige breit grinsen und sagen:
“ Na klar! Im Dunkeln sind alle Katzen grau.“
Aber ist dir klar, dass dies eine bahnbrechende Erkenntnis ist?
Natürlich können wir nicht sehen, wenn es dunkel ist, nicht nur weil es dunkel ist, sondern weil:
“ Die Farbe das Licht ist!“
Das Licht fällt auf einen Körper und der Gegenstand verschluckt dann einen großen Teil der Wellenlängen. Farben sehen heißt also: Licht sehen.
D. h. Die Banane wird gelb, weil sie alle anderen Farben frisst (absorbiert)!

Das Auge braucht zwei verschiedene Rezeptoren,  um zu sehen

Diese nennt man Stäbchen und Zapfen. Die Stäbchen messen die Wellenlänge und die Zapfen messen das Licht. Das Sehen braucht also beides!
Auch wenn wir zwei verschiedene Rezeptoren haben, das Licht bleibt also jederzeit mit der Farbe verbunden.
Viele noch etwas unerfahrene Maler versuchen die Farben eines Bildes abzubilden und vergessen dabei das Licht.

Auf einem Auge blind

Wenn wir nun das Licht im Bild vergessen, dann ist das ganze Bild nur noch halb so interessant. Du behandelst seinen Betrachter dann wie ein einäugiges Huhn, das findet zwar auch mal ein Korn, aber toll ist das nicht.
Das Licht ist der große Vergleichsmaßstab des Auges.
Deshalb möchte ich euch nun mal ein paar Tricks verraten, um großartige Bilder zu machen.

Licht,  der Vergleichsmassstab – die Folgen für das Farbensehen:

Da das Licht der Vergleichsmaßstab ist, hat das natürlich Folgen für unsere Malweise.
Wenn wir dem Auge einen Vergleichsmaßstab bieten wollen, dann ist es sehr sinnvoll, dem Auge das obere Ende des Vergleichsmaßstabes und das untere Ende des Spektrums zu zeigen, d. h. Bilder,  bei denen nicht an hell und dunkel gedacht wurde, bleiben immer etwas öde.
Auch wenn es unendlich schwer ist, es ist sehr sinnvoll:

Weiß stehen lassen!

Wer etwas Weiß im Bild stehen lässt, hat schon viel gewonnen,

Das entstehende Bild winkt dann sozusagen mit der weißen Fahne, und dies heißt für das Auge:
 
Hey, du blindes Huhn, hier ist das Licht!“

Schatten für das Licht!

 
Licht und Schatten sind Liebende.
 
Licht und Schatten kleben aneinander, wo viel strahlendes Licht ist, da ist immer ein tiefer Schatten.
 
Denkt doch einmal an euren Urlaub am Mittelmeer, die Plätze und das Meer sind Licht überflutet, oft ist man enorm geblendet. Tritt man jedoch in eine der engen Gassen, sind diese so gebaut, dass sie erholsamen Schatten spenden.
Es scheint fast so, als würde es dunkler werden, je heller das Licht ist. Das ist doch ein Paradox, oder?
Nein, denn es liegt an unserem Auge. Das Auge hat zwischen Hell und Dunkel einen Vergleich, merkt es dies, so macht es das Helle heller, um dir die Information zu geben, dass dies wirklich sehr hell ist.
Gibt es keine Dunkelheiten, hat das Auge gar keinen Vergleichsmaßstab und die gleiche Farbe wirkt aussagelos.
D. h. in der Nähe von Dunkelheit strahlen helle Farben viel Licht ab.
Dies ist natürlich genauso, wenn keine Dunkelheit vorhanden ist, das Auge kann es nur nicht bemerken.

Mein Maltipp für heute: Die Licht- und Schattenlasur:

Wenn wir doch wissen, dass das Auge zwei verschiedene Rezeptoren hat, dann sollten wir dies beim Malen auch berücksichtigen.
Die erste Lasur ist in der Regel für die Farbe.
Zeichner gehen teilweise etwas anders vor, sie zeichnen die Dunkelheit mit dem Stift und legen dann die Farbe oben drauf.
Gehopst wie gesprungen, eine Lasur für die Farbe, die andere für die Dunkelheit.

Wichtig ist, dass du bedenkst, dass man Helles und Dunkles trennen muss, damit der Vergleichsmaßstab erhalten bleibt.
In einer Phase malst du nur helle Farben, in dieser Lasur legst du nur schöne, strahlende und klare, helle Farben an.
Du schlägst dir rigoros auf die Finger, sobald du versuchst, alle weißen Stellen zuzumalen.

Meine sehr ernst gemeinte Empfehlung zum Schutz des Lichtes:

Schaffe dir einen kleinen, freches Teufelchen an, in Lack und Leder und natürlich mit Peitsche. Der wacht 10 cm groß neben deinen Pinseln.
Jedes Mal, wenn du versuchst, Licht zuzumalen, oder wenn du schöne, klare Farben zusammenmatschst, dann knallt er die Peitsche und “Zack!” gibts was auf die Pfoten.
Jetzt wirst du sagen:“ Igitt, so ein kleines Mistvieh auf dem Schreibtisch wäre eine Zumutung!“
Deine Augen jedoch würden dir sagen: “ Ahhhhhhh! Wunderbar, das erste Mal wurden meine Augen mit herrlichem Licht gekitzelt. Ich finde, du solltest öfter mal mit der Peitsche bedroht werden!“

Die letzte Lasur ist für den Schatten:

Schau mal ins Bild, genauso wie die Augen trenne ich Licht und Schatten. Farbensehen braucht eben beides, Licht und Farbton.

Basel, Dufourstrasse am Flanagans, Aquarell von Tine Klein Atelier Herz der Kunst in Basel, Tutorial zum Thema Farben sehen

Ich trenne die Lasuren, weil ich möchte,  dass das volle Spektrum von Licht für das Auge sichtbar wird.

Du siehst, die erste Lasur war die pure Farbe. Die letzte Lasur ist die Dunkelheit.

Dadurch werden die Bilder toll.

Siehst du es nun im Bild?

Stell dir mal vor,  wie erfolgreich ich als Mallehrerin wäre, wenn ich meinen Schülern so einen kleinen Peitschenschwinger in rotem Lackleder auf den Schreitisch stellen könnte.

“Patsch!“… „Autsch“. Tine sagt, du darfst das Licht nicht töten!“

Ich wette,  nach 30 Sekunden im Atelier:

Autsch, Autsch, Autsch , Autsch!!!……………….AUuuuuuuuTSCH!

Achtung, Farb- Security! Farben sehen und sichtbar machen, braucht Disziplin!

Ich befürchte, ich würde  oft genug selbst ein paar Hiebe auf den Hintern bekommen!

Liebe Grüße ins Wochenende, probiert es mal aus, aber erst mal ohne Peitsche…kicher!

Tine

 

Ach, Kunst ist Arbeit!  Wer kann, darf den Blog unterstützen!




 

Weiterlesen bei Tine zum Thema Sehen:
Mehr Infos zum Sehen:

 

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/mensch-natur-umwelt/farbensehen-reflexion-absorbtion100.html

 

 

Johannes Itten – Vierklang

Basel, Aquarell, Tutorial Vierklang Johannes Itten., Basel Dufourstrasse

Johannes Itten:

Farbtheorie kann einen in den Wahnsinn treiben. Farbe ist am schönsten, wenn man sie mit Bauchgefühl malt.

Wissen ist Macht! … Nichtwissen macht auch nix!

Stimmt nicht! Denn das macht schlammige Farben.

 Welche Farben sehen zusammen ist toll aus?

Das Wissen dazu bietet Johannes Itten. Der Schweizer Johannes Itten hat in den zwanziger Jahren am Bauhaus in Weimar gelehrt.  Ich glaube er war einer der Lehrer meines Großvaters. Dem Beruf von Johannes Itten kann man gar nicht so einfach angeben. Ähnlich wie bei mir, irgendwas zwischen Maler, Kunstpädagoge und Kunsttheoretiker.

Johannes von Itten hat sich Gedanken über die Farblehre gemacht.

Hat sich tot langweilig an, ist es aber nicht!
Fast 100 Jahre ist es jetzt her, dass Johannes von Itten am Bauhaus gelehrt hat.
Wenn ihr mich fragt, Johannes Itten hat die beste Farblehre und den besten Farbkreis erschaffen.
File:Farbkreis Itten 1961.svg
Wichtig für uns ist, dass Johannes von Itten wundervolles Wissen entwickelt hat und dieses uns großartig beim Malen lernen helfen kann.
Das Wissen ist wirklich hoch interessant und hilfreich.
Für Anfänger, wie auch für Profis, ist es so ein bisschen wie der goldene Gral.
Das Problem mit dem goldenen Gral ist, dass viele suchen und wenige finden.
Berufstheoretiker können dieses Wissen in so komplizierte Worte fassen, dass man nach dem Lesen eines kurzen Satzes das Gefühl hat man ist besoffen.
Das klingt dann zum heutigen Thema so:
“Vierklang (harmonisch), als Quadrat oder Rechteck im Farbkreis, sieht er als harmonisch an. Dreieck und Viereck können im Kreis rotieren, es finden sich immer harmonische Farbklänge zusammen.”
Na, hast du jetzt den Durchblick?
Wisst ihr was mein Beruf ist? Ich übersetze wundervolles Wissen vom Fachchinesischen ins Deutsche.
Die Lehre von Johannes Itten wird so verpackt wie ein Gebetbuch. Die Lehrsätze sind unangreifbar und werden einfach nicht erläutert. Man muss sie einfach glauben.
Zum Teufel! Ihr müsst nichts glauben, ich werde euch jetzt erläutern was das ist und wieso  es so harmonisch wirkt.

Vierklang ist keine Pizza?

Sondern ein klasse anwendbares Farbschema. Der Vierklang wird auch Tetradisches Farbschema genannt. Nur so zur Information.

 

Definition: Im Farbkreis werden 4 Farben durch ein Rechteck verbunden. Es ist egal wie die Farben im Farbkreis liegen.

Was passiert dadurch? 2 Komplementäre Farbenpaare werden miteinander Kombiniert.

Komplementäre Farben liegen im Farbkreis genau gegenüber, Das heißt ihre Wellenlängen sind extrem weit auseinander das Kitzelt das Auge, Bilder werden dadurch lebhaft. Das Auge findet diese Kombinationen am aller interessantesten.

Die Farben, die auf der gleichen Seite des Farbkreises liegen, bilden schöne und harmonische Mischfarben.

Das Geheimnis dieser Farbkombinationen ist eine ausgewogene Mischung aus Spannung und Harmonie.

Farbkombinationen des Vierklangs:

Tetradische Farbharmonien funktionieren , weil man zwei warme und zwei kalte Farben verwendet. Das kitzelt das Auge, da die Wellenlängen weit auseinander sind.

Kombinationen gibt es viele, es funktioniert nicht nur als Viereck, sondern auch schlanke Rechtecke im Farbkreis funktionieren wunderbar.

Die Farben ausbalancieren:

Eine Methode ist es, eine der vier Farben als dominant zu wählen, um den Betrachter nicht mit zu vielen gleichberechtigten Farben zu überfordern. Hier ist ein wenig kompositorisches Geschick gefragt.

Wählt man die Farben sehr klar und ungemischt, wird die Kombination sehr poppig und grell.

Weich wird es, wenn man eine oder zwei Farben in sehr gedämpfter Variante verwendet, für diesen Weg habe ich mich heute entschieden.

Basel, Aquarell, Tutorial Vierklang Johannes Itten., Basel Dufourstrasse

Stecken wirklich 2 komplementäre Paare im Bild? Ja, um das zu bemerken muss man aber zweimal hinschauen.

Das Orange wird ergänzt durch ein ganz zartes Blau. Sieht man unten rechts in der Jacke und hinten im Turm,

Das Blau steckt im Lila. Das erzeugt Verbundenheit und Harmonie. Das Lila ist die komplementäre Farbe zu den Gelbtönen im Bild.

In diesem Bild ist Orange-Gelb Gelbgrün dominant, eine fast analoge Farbkombination. (Analog = Farben die im Farbkreis direkt in einander übergehen; der kalte Gegenpool:  Lila und Blaugrau)

 

Das Bild funktioniert, weil nur eine der 4 Farben eine starke Leuchtkraft entwickelt, das Orangerot! Die anderen Farben arbeiten weich, gedämpft und harmonisch zusammen.

Man merkt der Vierklang funktioniert durch eine raffinierte Mischung von Harmonie und Aufregung.

Vorsicht Falle!

Wählt man die komplementären Farben zu stark, wirkt das Bild wie ein Kindergeburtstag.

Bilder mit Vierklang enthalten 2 komplementäre Paare. Mischt man die Komplementärfarben wird alles grau! Schlamm-Alarm!

Dann wirkt das Bild wie schon einmal gegessene Erbsensuppe!

 

Du darfst alles mischen! Aber die Komplementäre werden nur gemischt, wenn man grau braucht,

Summery: Der Vierklang von Johannes Itten

  • Vierklang: Ein Bild mit 2 Paaren komplementärer Farben.
  • Super interessant: Farben werden dadurch harmonisch verschmolzen.
  • Immer gut, weil dein Bild automatisch kalte und warme Farben hat, das macht es zum Hingucker.
  • Die einzelnen Farben bieten extrem viele harmonische Mischfarben.
  • Die Komplementäre darf man aber nicht unbedacht mischen.
  • Leichter umzusetzen wenn eine der Farben dominant ist
    oder wenn sich eine Grundfarbe durch das Bild zieht.

Viel Spaß, probiert es mal as, versucht es mit Fingerspitzengefühl, hilfreich ist dabei ein Blick in Johannes Ittens Farbkreis. Nehmt das Thema mit Freiheit und Humor, denn Itten hätte sicher nicht gewollt, dass seine Lehre zu kalten Lehrsätzen erstarrt.

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Alle Farbschemata findet ihr hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Farbschema

Tolle Sendung im Srf! Ein Film über Johannes Itten:

 

Pen and Ink – Tinte im Aquarell

Tine Klein Aquarell und Tinte, Pen and Ink Tutorial von Tine Klein deutschsprachig. Ort kartause Ittingen in der Schweiz

Unterwegs im Garten der Kartause Ittingen im Duft der Thymian -Kräuter-Spirale mit Claudia. 

Pen and Ink:

Pen and Ink, eine Entwicklung, die auf den Bedürfnissen der Menschen basiert.
 
Für viele Menschen ist der Stift das wichtigste Kunstmaterial. Auch wenn es um das Malen geht, möchten sie sich nicht vom Stift lösen, zumindest zum Vorzeichnen. Aus diesem Grund wundert es nicht, dass gerade Kunstrichtungen, die auf dem Stift basieren, populär geworden sind.

Pen and Ink ist ein Modebegriff geworden, übersetzt heißt es Tinte und Stift. Oft wird der Begriff aber für die Kombination von Zeichnung, Tinte und Kolorierung benutzt, weil Illustratoren sehr gerne mit leuchtenden Tinten kolorieren.

Und genau darum geht es heute:

Kolorieren in Kombination mit farbiger Linie

Ob man dabei einen Füllhalter benutzt oder einen Stift, ist reine Geschmackssache. Denn wenn man von Pen and Ink spricht, geht beides, denn auch in ganz normalen Finelinern, also im weitesten Sinne Filzstiften,  steckt Tinte.

Am leichtesten bekommt man schwarze Tinte und schwarze Stifte. Die Suche nach anderen Farben lohnt sich, weil ganz andere Effekte entstehen.

Im heutigen Blog möchte ich darauf eingehen, was sich verändert, wenn man eine andere Tintenfarbe benutzt, und welche Farben sinnvoll sind.

Farbige Tinten und Stifte:

Wenn man einen Stift kauft, muss man sich der Qualitätsunterschiede bewusst sein. 

Man kann mit normalen Stiften aus dem Kaufhaus super zeichnen,  und in den meisten Fällen werden diese Stifte im Skizzenbuch auch völlig ausreichen. Doch will man mit einem handelsüblichen Filzstift kolorieren, kann es zwei Probleme geben:
 
  • Die Tinte im Stift ist nicht lichtecht und verblasst schnell, wenn man das Bild an die Wand hängt. Im Skizzenbuch macht solch ein Stift keine Probleme, kommt ja kein Licht dran.
  • Der Stift ist nicht wasserfest, beim Kolorieren entsteht eine hässliche  grauschwarze Matsche, sobald Wasser ins Spiel kommt.
 
Will man also eine Zeichnung im Nachhinein kolorieren, empfiehlt sich dann doch, zu den teureren Kunstmaterialien zu greifen. Und diese bekommt man dann, wenn man farbige Produkte möchte, nur noch im Spezialgeschäft oder per Onlineversand. Gerade die farbigen, lichtechten und wasserfesten Stifte und Tinten bekommt man nicht im Schreibwarenladen um die Ecke.

Pen and Ink, der richtige Stift:

Pen and Ink, der richtige Stift:
 
Im Kunstgeschäft gibt es einige geeignete Stifte. Gute Erfahrungen habe ich mit Copic, Micron und Faber Castell gemacht. Gerade weil hier auch farbige Stifte erhältlich sind, die wasserfest sind und sich super für die Kombination mit Aquarellfarben eignen.
 
Für Füllhalter gibt es mittlerweile  eine ganze Reihe von wasserfesten Tinten in den wildesten Farben, zum Beispiel:
 
Noodlers
Rohrer und Klinger
Sketchink
de Atramentis
 
Summary: Der Farbvielfalt sind keine Grenzen gesetzt. Immer nach lichtechten und wasserfesten Produkten fragen. Und Vorsicht! Immer selber im Onlineversand recherchieren, denn Verkäufer haben oft selbst noch nie gemalt!

Die Tintenfarbe ist entscheidend für den Effekt des Pen and Ink:

Dass Farbe den Ausdruck und die Stimmung von Bildern verändert,  ist natürlich bekannt,  aber wie verändert die Farbe des Striches Bilder?

Am einfachsten bekommt man schwarze Tinte. Doch schauen wir uns mal an, welche Unterschiede durch unterschiedliche Tintenfarben entstehen.

Schwarze Tinte:

Tine Klein tutorial Pen and Ink zu unterschiedlichen Tintenfarben. Illustration Basel am Totentanz

Bei Pen and Ink wird am häufigsten schwarze Farbe benutzt.

Das Arbeiten mit schwarzer Tinte ergibt den stärksten Farbkontrast. Es entstehen sehr starke und eindrucksvolle Bilder, bei denen man sehr gezielt Kontraste einsetzen kann.

Meistens sehen Zeichnungen mit schwarzer Tinte sehr graphisch aus.

Vorteile der schwarzen Tinte sind:

  • Farben beginnen zu leuchten.
  • Die Zeichnung ist klar erkenntlich.
  • Gute Kontraste.
  • Leicht zu kopieren und zu drucken.

Nachteile der schwarzen Tinte bei Pen and Ink in Kombination mit Wasserfarbe:

  • Ungeduld ist tödlich für die Farbe: Ist die Tinte noch nass,  entstehen hässliche graue Farben
  • Die Bilder sehen meist wie Zeichnungen aus, denn der schwarze Stift ist absolut dominant.

Und nun wollen wir endlich zu den wunderbaren Möglichkeiten der farbigen Tinte schielen!

Pen and Ink- Farbige Tinten :

Hast du schon mal ausprobiert, was mit deinen Zeichnungen passiert, wenn du eine andere Tintenfarbe benutzt?

Ich liebe andere Tintenfarben, weil die Effekte, die im Zusammenklang von Farbe und Strich entstehen, völlig anders sind als bei schwarzer Farbe.

Der erste und absolut entscheidennde Unterschied ist, dass man farbige Tinte mit der Aquarellfarbe mischen kann. Man muss nicht warten, bis die Tinte trocken ist. Auch wasserfeste Tinte ist wasserlöslich, bis sie ausgetrocknet ist,  und so kann man die Tinte in das Aquarell hereinschmelzen lassen. Das wirkt weicher und erinnert an Malerei.

Pen ans Ink – Bilder mit farbiger Tinte sehen aus wie Aquarelle. Der entscheidende Unterschied ist die Verbindung von Zeichnung und Koloration.

Tine Klein Pen and Ink, farbige Tinten tutorial deutsch

Man kann selbst entscheiden, ob es eher ein Bild oder eher eine Zeichnung sein soll. Das sieht man hier bei der blauen Tinte gut. Es gibt mit farbigen Tinten eine Vielzahl an neuen  Möglichkeiten. In diesem Bild verschmilzt die Tinte soweit mit dem Aquarell, so dass sich die Zeichnung in das Aquarell ganz harmonisch einfügt.

Welche Farbe die richtige ist, hängt ganz von deinem Farbgeschmack ab. Es gibt kein richtig oder falsch. Trotzdem kann man ein paar Tipps geben. Diese Tipps beziehen sich auf das Arbeiten mit Aquarellfarben.

Blaue, blaugraue oder violette Tinten:

Blaue Tinte integriert sich als Schattenfarbe,

deshalb verschmelzen Blautöne wunderbar mit Aquarellen.

Die Zeichnung wird als “natürliche” Schattenkante wahrgenommen, deshalb gehört sie natürlicherweise zum Objekt. Dieser Effekt verschwindet, wenn die Tinte zu leuchtend ist, denn dann nimmt der Betrachter die Zeichnung wieder deutlich wahr.

Blau: Kühl, aber harmonisch und perfekt.

Braune Tinte:

Wie ihr wisst, liebe ich braune Tinte. Die Kontraste der braunen Tinte sind nicht so hart wie bei schwarzer Tinte.

Tine Klein Pen and Ink, farbige Tinten tutorial deutsch

Läuft braune Tinte in Aquarellfarbe, wird sie nicht grau, sondern ein bisschen shabby.

Die Farben bekommen einen “Vintage Look”. Ich benutze sehr gerne leuchtende Farben beim Kolorieren. Durch die braune Farbe wirkt die Farbe nicht grell, sondern harmonisch.

Braune Tinte gibt den Vintage oder Leonardo Look.

Ein bisschen shabby ist auch schick:

Pen and Ink und Aquarell ein paar Tipps zur Tintenfarbe.

Braun wirkt entweder altmeisterlich oder ein bisschen shabby und retro. Braun dämpft beim Pen and Ink Farben harmonisch.

Rote Tinte:

Rote Tinten sind wunderbar für freche Kontrast- Zeichnungen oder als Signalfarbe für Verkehrslichter oder Schilder. Doch weit gefehlt, wer glaubt, rote Tinte könnte sich nicht sanft und harmonisch in Aquarellfarben einfügen..
 
Bordeauxfarbene Tinten integrieren sich wunderbar in Naturtöne. Besonders Bilder, in denen Siena, gebrannter Ocker, Caput mortuum verwendet werden, wirken durch rötliche Tinten belebt und intensiviert.
Tine Klein, Kartause Ittingen in der Schweiz, Urban Sketch von Tine Klein, Aquarell und Tinte, Pen and Ink
 
In diesem Bild wurde mit der roten Sketchink, einem dunklen Rot, gearbeitet.
 
Doch Achtung,  rötliche Tinten brauchen Trockenzeit, wenn mit Grün koloriert wird, sonst entsteht der gleiche Effekt wie bei schwarzer Farbe.
Signalfarbe Rot: Signalfarbe oder harmonische Belebung.

Orange,gelbe und grüne Tinten:

Leuchtende und auffällige Farben eignen sich prima für Illustratoren. Überall da, wo man Aufmerksamkeit erzeugen will. Einige dieser Farben verschmelzen, aus den unterschiedlichsten Gründen, nicht gut mit Aquarellen.
 
Grüne Tinten sind optimal für Landschaftsbilder, in Häusern wirkt diese Farbe jedoch wie ein Fremdkörper.
 
Grelle,  leuchtende Farben lenken die Aufmerksamkeit wieder auf die Zeichnung. Orange Tinten ziehen Aufmerksamkeit, deshalb ist es schwer, sie zu integrieren. Es sei denn,  man vermalt sie gleichzeitig mit Wasser.
 
Gelbe Tinten:  Ich habe eine goldgelbe Tinte, die ich sehr liebe, ich male mit ihr, doch zum Zeichnen taugt sie nicht, denn die Hauptaufgabe der Linie ist der Kontrast. Wird die gelbe Tinte mit dunkler Farbe übermalt, verschwindet sie schnell.
Merke: Zu helle Farben geben zu wenig Kontrast. Zu leuchtende Farben bleiben immer Signalfarben.

Mehrere Tintenfarben können zusammen überraschende Effekte erzeugen:

Ein Pen and Ink mit Blau, Braun und Schwarz.

Tine Klein Pen and Ink, farbige Tinten tutorial deutsch

Hier mal ein Beispiel mit oranger Tinte. Hier soll und darf sie Aufmerksamkeit ziehen.

Allerdings wird die Tinte sehr ruhig mit brauner und schwarzer Tinte kombiniert.

Das Symposium der Urban Sketchers Aquarell Skizze aus der Skybyr Blue in Amsterdam von Tine Klein arbeiten mit Pen and Ink

Abschließend kann mann sagen,  dass Tintenfarben viele neue Möglichkeiten eröffnen. Auch die Kombinationen eröffnen tausend neue Möglichkeiten.

Mich würde interessieren,  ob es jemanden gibt,  der regelmässig grüne oder gelbe Tinten einsetzt.

Wenn ja, postet mal ein Beispiel!

Liebe Grüße

Tine

Kurs Info:

Im nächsten Kurs geht es um Farbwelten. Aarberg ist leider schon ausverkauft.

FARBSTIMMUNG, FARBKLANG UND EMOTIONEN

In diesem Kurs steht die Farbe im Mittelpunkt! Von abstrakter Farblandschaft bis gegenständlicher Aquarellkolorierung. Bilder werden gut, wenn die Farbe Menschen anspricht. Es geht im Kurs nicht um die realen Farben, sondern wie man Stimmungen und Emotionen in beeindruckende Farbwelten umsetzt. Wie wirken Farben? Wir lernen das Mischen von Farbharmonien und Farbklängen. Sanftes Abendrot, Ferne, griechisches Blau oder weiches Licht ist alles eine Frage des Farbklangs. Nach diesem Kurs können Sie mischen sowie spontan und frei mit Farbe arbeiten.

 

https://www.boesner.ch/niederlassungen/unterentfelden/veranstaltung/farbstimmung-farbklang-und-emotionen

https://www.boesner.ch/niederlassungen/muenchwilen/veranstaltung/farbstimmung-farbklang-und-emotionen

 

Weiterlesen über Tinten:

https://blog.herz-der-kunst.ch/total-verrueckt-nach-tinte/

Total verrückt nach Tinte!

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentenechtheit

Schreiben und Redaktion sind viel arbeit, wer sich für den ehrenamtlichen Blog bedanken möchte, darf gerne eine kleine Spende machen.


Übrigens ein Franken sind 90 Cent.

 

Figürlich Malen, lässt die Puppen tanzen!

Story zum Bild: Ein bisschen Wehmut, Abschied vom Zürichsee, ein letztes Mal am Wasser beim Segelverein in Stäfa.

Mein Umzug ist vorbei!  Falls noch jemand mit geschlossenen Fitnessstudios hadert, ich empfehle eine Kiste voll Papier und eine ellenlange Treppe!

Also Tipp eins: Aquarellpapier kann auch als Feinmessgerät fungieren!

Die gute Nachricht! Ich kann jetzt mit den Oberschenkeln Nüsse knacken! Na ja, vielleicht keine Kokosnüsse, aber Erdnüsse! Die schlechte Nachricht, es macht zu schlapp zum Malen.

Was haben mir die Menschen gefehlt!

Der Mensch ist nicht für Käfighaltung gemacht! Wenn ich am Rhein entlang fahre, dann sehe ich, wie glücklich die Menschen über die Lockerungen sind.

Hinauf zu meinem Balkon schalt das leise Lachen der Menschen, ein Geräusch von zusammen sein, Gemütlichkeit und Freude. Wer hätte gedacht, dass so etwas Normales einmal besonders wird? Deshalb eine Einladung zum figürlich Malen.

Menschen Malen ist im Prinzip einfach:

Menschen Malen ist nicht schwer, darüber berichtete ich bereits.  Doch trotzdem ist und bleibt es für viele ein Horror-Thema. Eigentlich nicht verständlich, denn es gibt viele Möglichkeiten um sich dieses Thema zu versüßen und es zu erlernen.

Heute:  Die Schulter lässt die Puppen tanzen

Figürlich Malen: Eine der wichtigsten Methoden für das  ist die Einfachheit.

Bevor man anfängt, sollte man sich locker machen. Keine Ahnung, wie ich meinen Schülern klar machen soll, dass man all die Dinge von denen man Angst hat nicht braucht.

Vielleicht sollte ich sie vor den Malen, einen fetten Joint rauchen lassen und sie dann animieren ums Feuer zu tanzen und laut zu singen, ich brauche das alles nicht!

Ah Moment, das ist dann vielleicht doch eher was für eine Sektenveranstaltung! Die sind ja zu diesen Zeiten Superspreader, gar nicht  gut.

Wenn wir aber ums Feuer tanzen würden, dann würde ich sagen:”Achte  auf die Schultern!” Die würden die ganze Zeit auf und abhüpfen.

Immer dann wenn sich ein Beim vom Boden lösen soll, bewegt sich zuerst eine Schulter nach oben!

Figürlich Malen für Aquarelle, Urban Sketchings

Heute werde ich euch das Malen beibringen, durch die gute Silhouette. Die Silhouette wird  durch die Schulter bestimmt.  Wer schon mal versucht hat Menschen zu zeichnen, der stellt ganz schnell fest, dass dies chaotischer enden kann, weil ein Mensch aus sehr vielen Bauteilen besteht. Damit machst du dir das Leben unnötig schwer, denn das Gehirn achtet auf andere Dinge!

Zum Beispiel die Stellung der Schultern, wir lesen dadurch was der Andere macht.

Strichmännchen in Aktion:

Die Schulter des Menschen ist ständig in Bewegung. Sie zeigt uns, was los ist.

Hier mein Haupttipp für das figürliche Zeichnen:

Eine schräge Schulter, zeigt Aktion und macht Figuren lebensecht.  Aber oft erkennt man das nicht auf Anhieb. Benutze einen Stift um deinem Auge den Winkel klar zu machen! Achte dabei auch noch auf das  Becken.

Figürliches Malen und Körperhaltungen erkennen:

Aktionen zeigen durch die Schulter,  manchmal reicht ein bisschen.

Figürlich Malen, die Schulter lässt die Puppen tanzen! Tutorial deutsch. Worauf es beim menschen malen ankommt.

Das Paar schaut auf das Wasser. Er sagt etwas und lehnt sich ein wenig zu ihr.

  • Ein guter Tipp für Zeichner, beim Sprechen neigen sich die Schultern zueinander. Wie man im Bild sieht, ist das gar nicht viel, eine kleine Neigung reicht um es Aussagekräftig zu machen. Wenn wir nicht darüber sprechen würden, würdest du diese Neigung nicht sehen.

Es gibt aber noch weitere Tricks wie man bei, figürlichen Zeichnen  die Schulter einsetzt.

  • Etwas schiefe Schultern plus ungleichlange Beine erzeugen sofort das Gefühl das die Person geht. (Schau dir die linke Gruppe an.)

Am besten sieht es aus wenn man ein Bein einfach kürzt, oder sich die Beine unten kreuzen, dann bekommt man das Gefühl von einen Fuss vor den anderen setzen. Auch der ältere Herr, in der Mitte, der den Berg herab geht, setzt einen Fuß vor den anderen. Seine Schulter ist geneigt, denn er geht.

Tipps und Tricks figürlich Malen Tine Klein, Tutorial deutsch

  • Je schräger sie Schulter desto dynamischer und schneller die Gangart.

Schau dir mal die recht Figur der linken Gruppe an, die läuft geschwind durch die starken Winkel von Schulter und Hüfte.

Der häufigste Fehler beim figürlichen Malen:

Merke: Fatal sind gerade Schultern in Kombination mit sehr geraden Beinen. Dann sieht die gemalte Figur schnell aus wie ein Kastanien – Männchen. Eine Figur die so im Bild steht, ist kaum noch zu retten, weil sie nach Kinderzeichnung ausschaut.

Auch wenn wir stehen, spielen wir mit den Beinen. Knicke oder leichte Krümmungen , sogar O-Beine, sind besser als ganz gerade Beine. Warum?

Figürlich Malen, die Schulter lässt die Puppen tanzen! Tutorial deutsch. Worauf es beim menschen malen ankommt.

Klar gibt es auch Körperhaltungen wo der Körper vom Menschen zentriert wird. Wir verlagern unser Gewicht auf beide Beine wenn wir angegriffen werden. Oder wenn wir angespannt sind, das nennt man “stramm stehen”.

Vergleich mal die beiden Bilder die Stimmung ist anders, wenn die Schulter gerade ist.

Diese Körperhaltungen geben deinem Bild keine schöne Stimmung. Ein enspannter Mensch spielt und bewegt sich.

Was sind die wichtigsten Tipps ?

 

Oft ist es ein guter Trick, Schultern und Hüften eine leicht gegenläufige Stellung zu geben.

Das sieht man prima bei dem älteren Herren in der Mitte. Diese Stellung ist gerade in Bewegung extrem Aussage kräftig! Wo wird figürlich Malen einfach!

Schulter und Hüfte bilden ein Dreieck. Gegenläufig!

Der Winkel macht die Bewegung:

Schau dir mal die Gruppe an. Die Menschengruppe ist eigentlich ein Witz. Drei Passanten verschwimmen zu einem Klecks. Trotzdem begreift das Gehirn ganz genau das dies Passanten sind. Warum ? Die Grundhaltung simmt.

d.H. ein Winkel ist sichtbar

Man sieht bei der linken Person in der Gruppe den schrägen Hosenbund und das Spiel der Beine. Das reicht dem Gehirn als Information. Das Gehirn liebt solche Bilder, denn es macht ihm Spass nach Mustern zu suchen und sie zu erkennen. Das ist der Grund warum super genaue Bilder oft nicht so beachtet werden wie leicht Abstrakte. Der Spassfaktor für das Gehirn fehlt!

Figürlich Malen, die Schulter lässt die Puppen tanzen! Tutorial deutsch. Worauf es beim menschen malen ankommt.

 

Tipp, lass Schultern, Hüften und Beine schwingen.

Die Vielfalt macht lebendige Bilder.

Ich wünsche euch viel Spass, das Wochenende soll ja wieder sonnig werden.

Die ideale Zeit um Menschen mit Genuss zu beobachten.

Falls dir das alles zu Hoch ist. Hier ist der Blog für Anfänger! Die einfachste Methode um Menschen zu zeichnen:

https://blog.herz-der-kunst.ch/menschen-zeichnen/

Menschen zeichnen

Weiterlesen bei Tine alles rund um den Menschen:

https://blog.herz-der-kunst.ch/menschen-malen-einfacher-als-gedacht/

 

Menschen malen einfacher als gedacht

 

 

 

 

Kolorieren lernen! Der wichtigste Tipp.

Jona am Zürichsee, Kolorieren lernen, Aquarell von Tine Klein. Haus hoch über dem Zürichsee.

Haushoch über dem Zürichsee, gefunden auf einer meiner Velotouren. Aquarell und Tinte.  Heute werde ich euch die Farbskizze dazu zeigen, die findet ihr im Video.

Der wichtigste Tipp beim Kolorieren:

Kolorieren ohne Zögern! 
Das hört sich zwar gut an, ist aber nicht so einfach, denn es gibt dabei so viel zu bedenken.
Auf jeden Fall kann man sich beim Kolorieren viele Fehler ersparen, wenn man sofort anfängt auszuprobieren.
Es ist besser, unvollkommen anzufangen als perfekt zu zögern.
Dieser Satz sagt alles, was du über das Kolorieren wissen musst.
Um toll zu kolorieren, muss man einfach ins Wasser springen.
Dieser Blog wird ein Plädoyer gegen die perfekte Vorzeichnung und eine Liebeserklärung an die Farbskizze.
Viele Menschen zeichnen äußerst korrekt und langatmig vor, dies ist zwar eine gute Idee, doch in der Praxis zeigt sich schnell, dass es nichts taugt.
Die Vorzeichnung kann so perfekt sein, wie sie will, sie ist nicht in der Lage zu klären, welche Probleme auf einen zukommen.
Oft ist so eine Zeichnung schnell ruiniert, weil Malen anders funktioniert als das Zeichnen.
Frustrierend, denn dann ist all die Liebesmüh dahin!

Expedition ins Unbekannte

Eine Zeichnung zu machen, bedeutet immer, etwas Neues zu erschaffen.
Wenn man etwas Neues erschafft, dann ist dies immer ein Vorstoß in neue Welten. Also kann man das Malen- und Kolorierenlernen mit einer Expedition ins Unbekannte vergleichen.
 
Ich bin sehr oft um die Welt gereist, und eines kann ich aus Erfahrung sagen, wenn man zu Hause eine Reise plant, dann weiß man nie, was kommt. Was man wirklich braucht, erfährt man erst, wenn man mitten im Abenteuer steckt.
Wenn dich plötzlich etwas beim Baden in das Hinterteil beißt, dann weißt du, all die Gedanken über den Bikini waren Blödsinn.
Ich hab in Ägypten mit Sandalen im Schnee gestanden!
Malen ist genauso, es gibt zu viele Faktoren, um genau zu sagen, was passieren wird.
Die Überraschungen beim Kolorieren sind  vielfältig.
Fachwissen ist dabei extrem hilfreich, dann weiß man, dass das schöne orange Hausdach zusammen mit des Himmels Blau einfach mal trüb und grau wird. Doch im Grunde genommen findet man viele Informationen über das Motiv erst, wenn man es schon malt..

Probieren geht über studieren

Also vergiss bitte eine Vorzeichnung, in der du über eine halbe Stunde, all die Fehler, die du später machen wirst, festnagelst.

Tatsächlich ist  eine Vorzeichnung beim Kolorieren genauso untauglich wie ein Plan für hübsche Bikinis beim Schwimmen mit Piranhas.

Pläne sind dazu da, geändert zu werden, das merkt man beim Machen.

Ein Motiv will erkundet werden

Was will dir eine Vorzeichnung über Farbe sagen? Nix, blöd gelaufen! Was hilft, ist die Farbskizze.
Es ist doch idiotisch, wir stecken all unsere Kraft in die Form, denn mehr ist eine Vorzeichnung nicht. Dabei ist die Farbe viel mächtiger als eine Zeichnung.
Dann beginnen wir zu kolorieren, und wir wissen überhaupt nichts über das mächtigste Instrument, was uns zur Verfügung steht.
Deshalb stolpern wir in jede Falle, denn der größte Feind des Kolorierens ist die Zögerlichkeit.

Kolorieren lernen – Fehler die durch Zögern entstehen:

Durch das Zögern beim Kolorieren entstehen eine ganze Reihe von hässlichen Fehlern.

Man merkt beim Kolorieren, dass hässliche Farben entstehen, dann zögert man und zu den hässlichen Farben gesellen sich nun noch ein paar üble Freunde: Wasserringe, harte Ansatzkanten und misslungene Übergänge.  Was hilft gegen Zögern: Farbskizzen.

Schnelle farbige Skizzen sind wie eine Lupe beim Erkunden von Motiven, die Fehler und Möglichkeiten treten deutlich zu Tage.
Alle verdeckten Fallen im Bild werden aufgedeckt.

Kolorieren lernen: Was gehört in eine farbige Vorskizze?

Beim Kolorieren muss man viel mehr beachten, dabei wird man so wirr, dass man garantiert etwas vergisst.

Die wichtigsten Punkte sind:

• Farbkombinationen

• die Abwechslung von Licht und Schatten

• das Zusammenfügen von einzelnen Bildbestandteilen.

Das alles sollte man kurz antesten, aber ohne Perfektionsanspruch!

Denn dann sind wir wieder in der gleichen Lage wie zuvor. Dann fehlt uns die Zeit,  um Verschiedenes zu testen.
Die Farbskizze gibt dir  Durchblick, macht dich schnell und souverän!

Coole Sau am Pinsel – lockeres Kolorieren

Fehlerquellen sind vielfältiger, als man denkt, eine coole Sau am Pinsel wird man, wenn man beherzt Fehler aufdeckt.
 Ich gehe nicht davon aus, dass ich alles auf Anhieb kann, daraus gewinne ich Ruhe.
Die Experimente erklären mir viel.
Die Spontanität bleibt trotzdem, im Malprozess wird sich noch viel verändern, man  umschifft nun elegant die Klippen des Motives.
Das macht mich schnell, locker und leicht.
Im Video zeige ich die Originalfarbskizze und mache eine Videorepro von meinem Bild, das ich auf einer Velotour (Fahrrad) gemalt  habe.

Viel Spass und liebe Grüße ins Wochenende
Tine

Weiterlesen?

Das passt super zum Thema:
Leider muss ich 14 Tage oder drei Wochen pausieren. Ich schalte jedochlesenswerte Beiträge auf.
Mein Umzug steht vor der Tür. Bitte abonniert den Blog, dann wisst ihr, wann es wieder frisches Futter im gibt.

Kafeekasse und eine herzliche Umarmung

Hallo ihr Lieben hier ist der Knopf für die Kaffeekasse. Schämt euch nicht, auch kleine Summen sind Prima. Bedenkt so ein Blog, braucht 1 -2 Tage arbeit.


Diese Menschen haben dafür gesorgt, das ihr jede Woche kostenlos Tipps und Tricks erhaltet.

Die Hall of Fame der Menschen die mich unterstützt haben:

Sybille Heller, Peer Wiethoff, Elisabeth Hegner, Anna Katharina Inäbnit, Doris Eylert, Claudia Hertfelder, Christa Knaack, Monika Zünd, Birgit Finkler, Joachim Heinrich, Renato Nasso, Erich Kürsteiner, Sabine Mund-Schmidt

Von Herzen Danke! Es tut so gut, das ihr an mich denkt. Auch ihr solltet danke sagen. denn wir stellen hier kostenlosen Malunterricht für Menschen mit wenig Geld zur Verfügung. Bildung sollte ein freies Gut sein, danke an die Spender.

 

 

 

Analoge Harmonie, schöne Bilder leicht gemacht!

Hallo, ihr Lieben,

Tine Klein Aquarell, Zürich, Frauenbadi, Limmat Analoge Harmonie

Heute geht es um die limitierte Palette in der Form der analogen Harmonie, damit möchte ich  das Thema von letzter Woche vertiefen.
Denn leider konnte ich kein weiteres Video drehen, denn das gute Wetter hat einen kleinen Nachteil, Zecken!
Leider habe ich eine infizierte erwischt, und bin ein bisschen schlapp durch das Antibiotika.
Letzte Woche habe ich darüber geschrieben, wie gut es ist, den Kopf einfach frei zu haben, wenn man sich von einer Grundfarbe leiten lässt. Gerade wenn ich ein bisschen schlapp und gestresst bin, dann brauche ich es einfach idiotensicher.
Idiotensicher!  Und schon sind wir bei: analoge Harmonie!
Die wirklich einfachste Art, wunderschöne und harmonische Bilder zu erzeugen, ist die Hälfte des Farbkreises.

Analoge Harmonie, die Hälfte des Farbkreises

Was sind analoge Harmonien? Analoge Harmonien sind Farben, die sich am Händchen halten, d. h. wir sprechen hier über zwei Grundfarben und ihre Mischfarbe, die dazwischen steckt.
Bei der analogen Harmonie kann man so gut wie nichts falsch machen.
Mischt man aus zwei Grundfarben, dann werden die Mischfarben immer automatisch zu den Grundfarben passen. Es wird also nie passieren, dass sich ein Orange mit dem Gelb und dem Rot,  aus dem es gemischt wurde,  beißt.
Einfacher geht es nicht! Das Ergebnis wird ganz supersicher zusammenpassen.
Der kleine Nachteil, die Ergebnisse können enorm unspektakulär aussehen. Alles ist harmonisch, alles ist in Ordnung und doch ist es todlangweilig.
Wird die analoge Farbharmonie falsch eingesetzt, dann wird sie aussehen wie der Nachbar, der sich auch im Privatleben so anzieht,  als würde er morgens zur Buchhaltung gehen.
Die analoge Harmonie muss aber nicht langweilig sein, ganz im Gegenteil, in Meisterhand wird sie zum glitzerndem Superstar.
Der Trick: vielfältig mischen.

Vom Mischen und Kaputtmischen!

Die schönsten Töne erhält man, wenn man klare und transparente Grundfarben miteinander mischt.

Tipp Nummer 1: Mischmuffel tabu

Pfoten weg von vorgemachten Farbtönen. In sehr schönen Farben können sehr unterschiedliche Pigmente stecken. Je mehr Pigmente in einer Farbe sind, desto schlechter lässt sie sich mischen. Das Ergebnis sieht dickflüssig und ein wenig grau aus.

Analoge Harmonie liebt Abwechslung:

Harmonische Farbwelten wirken besonders toll, wenn sie abwechslungsreiche und vielfältige Farbtöne zeigen.
Sie bieten dem Auge Futter, durch die Abwechslung von hell und dunkel und viele kleine farbliche Unterschiede.
Tipp Nummer 2: Die Vielfalt macht’s
Du benutzt in der analogen Harmonie immer zwei Grundfarben. Toll werden die Mischergebnisse, wenn du nicht nur die zwei Grundfarben hast, sondern auch unterschiedliche Töne der beiden Grundfarben benutzt, denn dann kannst du eine unglaubliche Menge an harmonischen Mischfarben erzeugen.
Optimalerweise sollten die beiden verwendeten Varianten deiner Grundfarbe kalt und warm sein.

Das Spiel mit Farbe und Form und Licht

Monotonie vermeiden, das ist die Hauptaufgabe einer brillanten analogen Harmonie.
Wenn man sich auf das Mischen in einer Farbfamilie beschränkt, dann hat man den Kopf frei, um andere raffinierte Dinge zu tun.
Wir haben zwei verschiedene Zellen im Auge, Stäbchen und Zapfen.
Die einen wollen Licht, die anderen sind an Farbunterschieden interessiert!
Tipp Nummer 3:
Gib dem Auge Futter! Verschachtele die Farben so, dass Stäbchen und Zapfen gefüttert werden.  Hell und Dunkel und vielfältige Farbunterschiede müssen ineinandergreifen wie ein Uhrwerk.
Ich finde es wirklich wichtig, dass man die Farbfamilie um etwas Aufregendes bereichert, das kann eine auffällige Zeichnung sein,  aber auch das Spiel mit aufregenden Formen oder dem Licht.
Schauen wir ins Bild.
Zählt einmal, wie viele unterschiedliche Farbtöne ihr in diesem Bild findet, es sind sehr viele.
Besonders wichtig finde ich aber, dass scharfkantig definierte Formen mit sehr unterschiedlichen Farben oder Lichtstärken sich ineinander verschachteln,  das braucht Vorbereitung. Die Untermalung des Bildes ist chaotisch und legt die Grundlage für die Vielfältigkeit.
So wild sieht es aus,  wenn man die Farbunterschiede und Verschachtelungen vorbereitet.
Arbeitsschritt Analoge Harmonie im Aquarell

Der Farbklecks wirkt Wunder!

Der Farbklecks in der Komplementärfarbe, also die Farbe, die auf dem Farbrad auf der anderen Seite liegt, wirkt Wunder.
Das ist so ein bisschen wie: Gib den Affen Zucker!
Der Wellenlängenabstand zur Komplementärfarbe ist einfach so hoch, dass er für das Auge wie Kokain wirkt.
Winzige Kleckse davon reichen, um ein ganzes Bild zu beleben.
Die Frauenbad am Stadthausquai in Zürich Aquarell von Tine Klein
 
Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und hoffe, dass ich euch das nächste Woche als Videobotschaft nachreichen kann.

Summary:

Analoge Harmonien  passen immer zusammen. Das ist ein bisschen wie Familienkuscheln im Körbchen. Manchmal kann man zu viel Harmonie aber gar nicht aushalten, deshalb braucht man ein bisschen Aufregung.
Wenn es langweilig wird, dann lechzt man nach Abwechslung.
 
Liebe Grüße ins Wochenende wünscht euch Tine, probiert es mal aus.
Kaffeekasse! Wie jede Woche ein fettes DANKE an die Spender.



 

Weiterlesen bei Tine

Wie immer gibt es in der Kunst auch die andere Möglichkeit, die Kunst lebt von der Vielfalt der Möglichkeiten.

Farbenprächtig versus limitierte Palette

Farbenprächtig versus limitierte Palette?

 

 

Bleistift ideal zum zeichnen lernen

Hallo,  schön, dass du da bist!

Basel Ecke Rheingasse, Skizze mit Bleisstift von Tine Klein

Bleistift-Zeichnungen sind in Europa zurzeit nicht hip, aber eines kann ich dir sagen, zum Zeichnenlernen gibt es nix Besserer als den Bleistift.

Meine Freundin und Ärztin spendete den blöden Spruch des Tages dazu:

Wer Fachwissen über Bleistifte hat und das Wort Musikkassette kennt, ist so alt, dass er dringend zur Darmspiegelung muss. Na danke, aber auch! Das bringt sie  nur am Telefon, weil sie dann keine Angst vor Körperverletzung hat.

Das Video zum Bleistift im Blog findet ihr noch viel Fachwissen und das Foto zum mitmachen:

Entschuldigung, die Lichtübersteuerung im 2.Teil ist nun behoben.

Jetzt aber zum schönen Thema Bleistift:

Tatsächlich macht der Bleistift dich  auf Dauer viel besser! Warum?

Wo liegt der Zusammenhang?

Der fachliche Zusammenhang ist das Licht, erst wenn ein Zeichner oder Maler das Licht beherrscht, werden Arbeiten beeindruckend!
Das Spiel mit dem Licht verwöhnt die Augen!
 
Abwechslung reicht,  und voller Leben soll es aussehen,  und das erreichst du nur, wenn du mindestens drei verschiedene Arten des Lichts im Bild hast.
 
Ich übersetze das nun in eine einfache, verständliche Handlungsanweisung à la Fuck you Goethe”:

Wenn ein Bild nicht Schwarz, Weiß und Mausgrau besitzt, sieht es für den A….. aus!  Du liebe Güte, jetzt muss ich an den doofen Spruch denken!

Das ist die Faustregel, und wer sich die hinter die Ohren schreibt, wird zum Meister.
 
Der Grund dafür ist ein wissenschaftlicher. Die Bilder werden langweilig, weil die Stäbchen im Auge nicht stimuliert werden.
Dieser fachliche Zusammenhang funktioniert ebenfalls bei farbigen Bildern. Deshalb bist du gut beraten, das Spiel mit dem Licht so früh wie möglich zu lernen! Denn wer dies nicht kann, erzeugt wirklich fade Zeichnungen und gruselige farbige Bilder.

Schwarz und Weiß, das Spiel mit dem Auge.

Was sind Stäbchen? Stäbchen sind die Zellen im Auge, die auf Hell und Dunkel reagieren. Wenn ein Maler die abwechslungsreiche Gestaltung mit Hell und Dunkel vergisst, dann werden seine Bilder nicht attraktiv fürs Auge. Ob jetzt nun farbig oder schwarz-weiß, wenn die Stäbchen im Auge nicht stimuliert werden, bleibt das Bild für den Betrachter uninteressant.
Was du dir merken kannst, ist,  dass du um das Spiel mit Hell und Dunkel nicht drum herum kommst, weil es schlicht und einfach die Funktionsweise des Auges ist.
Die gute Nachricht ist, dass der gute alte Bleistift optimal ist, um dir das beizubringen. Der Bleistift kann nix anderes als schwarz und grau und damit lernen wir das Spiel mit dem Licht.

Pfeffern und Salzen  mit Bleistift.

Damit aus deinem weißen Blatt Licht entsteht, musst du das Objekt mit Grau und Schwarz umspielen, erst dann begreift das Auge, dass dein Motiv etwas ist, was Licht reflektiert.
 
Besonders interessant sind die Stellen, an denen Hell, Mittel und Dunkel zusammentreffen. 
 
Diese Stellen sind für das Auge gleichbedeutend, als wenn man auf dem Kuchen eine Stelle mit Sahne, Schokolade und Marmelade erwischt hat! Dies sind die Stellen, bei denen jeder Mensch so richtig gierig wird! Einfach erklärt,  heißt dies, dem Auge geht´s genauso! Dort, wo es viel zu sehen gibt, wird es auch hingucken.
 
Letztendlich geht es darum, das Auge des Betrachters so richtig lüstern auf deine Zeichnungen zu machen!
 
D. h. wenn ich mit dem Bleistift Hell, Mittel und Dunkel erzeuge, dann flirte ich mit dem Auge.
Merke: Es ist wie beim Flirten, zu viel wirkt wie plumpe Anmache. Bei zu wenig bleibst du unsichtbar!

Malen lernen mit Bleistift

Malen lernen mit dem Bleistift heißt, das Schwarz zu kontrollieren.
 
Das Schwarz ist so etwas wie das Salz in der Suppe für den Bleistift!
 
Das richtige Schwarz entsteht nur bei weichen Bleistiften.
Hast du zu viel Schwarz im Bild, ist die Suppe versalzen und das Bild wirkt traurig oder schmierig.
 
Gibt es zu wenig Schwarz im Bild, ist das Bild langweilig.
 Nun kommen wir zum Thema des Videos, wir gestalten die Mine eines Bleistiftes so um, dass er perfekt dazu geeignet ist, dunkle Akzente ins Bild zu zaubern, zu setzen.
 
Im Video zeige ich, wie man Bleistifte anspitzt, dabei geht es nicht nur um eine normale Form, sondern ich verändere die Mine  so, dass sich besonders einfach Hell, Mittel und Dunkel erzeugen kann.
 
Zuerst verlängere ich die Spitze und kann dann ruhige Grautöne erzeugen. Das Wichtigere ist allerdings dosiertes Schwarz.

Schwarz dosieren lernen.

Schwarz ist gefährlich! Aus diesem Grund drücken sich viele Schüler davor, das Schwarz zu zeichnen, die falsche Strategie, denn eine Suppe ohne Salz schmeckt ja auch nicht gut.
 
Wichtig ist es, diese Schwarztöne im Bild exakt setzen zu können.
 
Insbesondere dann, wenn man Häuser malt, braucht man exakte Linien. Wird man dabei zu grob oder zu ausufernd, schaut es hässlich aus. Damit ich das Schwarz besonders gezielt setzen kann, spitze ich den Bleistift nicht rund an, sondern eckig.
 
Die Mine des Bleistiftes sieht dann aus wie die Spitze eines Schraubenziehers.
 
Diese Form der Mine hat dann den Vorteil, dass man Eckiges ganz exakt und schnell mit einer eckigen Bleistiftmine malen kann. Dies hat insbesondere in der Architektur riesige Vorteile.
 
Mit der Mine eines eckig geschnittenen Bleistiftes kann ich besonders bei baulichen Strukturen schwarze Töne ganz exakt einstreuen.

Urban Sketcher Bleistift

 
Deshalb ist gerade für Urban Sketcher ein Bleistift, der in dieser Art und Weise angespitzt wurde, Gold wert.
 
Ich nenne den eckigen Bleistift immer meinen Urban- Sketching– Bleistift, weil er so hilfreich ist, in der Stadt schnell Fenster zu malen.
 
Im Video werde ich euch die Funktion deshalb auch bei Fenstern zeigen.
 
Deshalb wünsche ich euch jetzt viel Spaß mit dem neuen Video:
 
https://youtu.be/c78A1kvAcu4
 
 
Ihr könnt mir noch einen Gefallen tun, bitte abonniert meinen YouTube-Kanal. Falls es euch gefallen hat, drückt auch mal auf den Likebutton.  
Ihr könnt dadurch aktiv mithelfen, dass man das Video auch findet. 
 
Ich danke euch dafür herzlich und zeige euch nun, was ich alles für den Blog anschaffen musste, damit ich diese Videos auch drehen kann.

Das Aufnahme Studio:

Schaut euch mal mein Wohnzimmer an! Mehr Aufwand, als man denkt!
Besonders schwierig: Die Beleuchtung von nasser Farbe, denn das reflektiert!
Ich danke diese Woche wieder den Menschen,  die mir geholfen haben,  all das anzuschaffen:
Die Hall of Fame:
Kein Mensch macht mit einem guten Gefühl Anschaffungen,  wenn er im Moment arbeitslos ist! Die Menschen unten haben mit geholfen, Corona als kreative Zeit zu nutzen.
Ich habe gar keine Zeit darüber nachzudenken, dass ich eine Hoch-Risikogruppe bin!
Ich sitze zuhause,  mir raucht der Kopf, weil ich für euch Neues lerne. Wer hätte gedacht, dass ich in dem Alter noch zu einem Technik-Nerd werde!
Das alles hilft euch! Diese Menschen haben mich und damit alle,  die sich keinen Kunstunterricht leisten können, gesponsert!
Wir halten zusammen! Danke!

Peter Sutter, Michaela Schwarz, Stiller Design, Heinz Ammann, Alice Overmann, Christa Knaack, Heiner Braden, Magdalena Schopohl, Claudia Hertfelder, Doris Tempini, Ingrid Hajek, Petra Kottke, Ursula Funk Mordasini, Nicole Kayser, Martin Klaus, Eva meltzer, Beatrice Michel, Monique Miro, Linda Amrhein, Malte Wulf, Ivan Hajicek, Anne Schoppmeier-Söhrn,

Schaut mal,  wie ich dank eurer Hilfe mein Wohnzimmer zu einem Aufnahme-Studio umgebaut habe!

Danke! Wenn ich eure Namen in den Blog kopiere, bin ich immer völlig gerührt. Da ich weiß,  dass ich zur gefährdeten Gruppe gehöre,  fühle ich mich zuhause natürlich eingesperrt.

Jedes Mal, wenn einer hilft, ob mit großer oder kleiner Summe, hier etwas aufzubauen, dann ist das,  als wenn man gestreichelt wird! Danke euch vielmals!




 

Mitmachen und Nachzeichnen? Hier ist ein Foto der Straßenecke an der ich demnächst wohne:

Geschichte zum Bild: An der Straßenecke zu meiner neuen Wohnung gibt es einen Badebrunnen. Seht ihr den Mann? Warum verstehen viele Männer keine Babysprache? Sein kleines Mädchen möchte baden. Sie erklärt ihren Vater sehr bestimmt das man bei dem super Wetter in den Brunnen muss, er versteht nix. Sie wird sauer, ich schätze, hier beginnt, das Problem zwischen Männern und Frauen. Ich sag dir, das bleibt so! Macht das Leben aber spannend. 🙂

 

Einen älteren Artikel zum Bleistift findet ihr hier:

Der Bleistift ist der Klassiker