Aquarellfarben handgemacht, ein neuer Trend!

Laster Aquarellfarben!

Aquarellfarben sind für mich zum Laster geworden. Wenn ich das Geld für jede unnütze Farbe, die ich gekauft habe,  wiederbekommen würde, dann wäre ich reich!

Je länger ich male, desto mehr weiß ich, dass viele Farben  Quatsch sind!

Warum kaufe ich dann weitere Farben? Weil ich total gestört bin! Sie machen mich einfach glücklich, ich bin süchtig.

Farben sind einfach etwas Schönes!

Das wusste auch meine Bekannte Agnese,  und sie hat mir heimtückisch ein paar ihrer handgemachten Farben zugesendet. Also aufgepasst,  ich habe diese Farben nicht gekauft. Aber der Artikel ist auch nicht bezahlt. Ich erzähle nur frei von der Leber, was ich erfahren habe und was ich ganz persönlich davon denke. Ich hab die Farben ausprobiert,  und zwei davon fand ich einfach wunderbar. Trotzdem mache ich hier den Schleichwerbungshinweis, bei Farbe bin ich einfach willenlos.

Geteilte Leidenschaften

Obwohl ich es besser weiß, hat die Farbe einen Lockruf wie eine Sirene auf mich! Ich besitze genug Farben!

Das ist Agnese, sie ist Urban Sketcherin! Und sie weiß, ich bin verrückt nach Farbe! Sie ist die, die mir die Farben zugesendet hat, das nennt man anfixen!

Agnese begann zu malen, und wie wir alle kämpfte sie mit Licht und Schatten und Feuchtigkeit. Da lag die Frage nahe:

Was ist da eigentlich drin in der Farbe und warum verhält sich die Farbe so?

Was macht die Farbe?

Es begann wie ein Spiel, erzählten mir Daina und Agnese. Sie waren neugierig:

Was macht die Farbe?

Als Daina und Agnese anfingen,  sich mit Farbe zu beschäftigen,  stellten sie fest, in vielen Farben ist Chemie! Die Chemie wollten sie nicht, denn auch ihre Kinder benutzen die Farben.

So kamen sie auf den Gedanken, mal Farben ganz ohne Chemie als Bindemittel zu machen. Eine Schnapsidee von zwei Freundinnen.

Aquarellfarben machen,  wie geht das?

Farben machen, das kenne ich aus meiner Kindheit. Damit die Farbe schön wird, reibt man sie mit einem Mörser. Durch das Reiben wird das Pigment zerkleinert,  und je kleiner es wird, desto schöner strahlt es.

Hier seht ihr,  wie Agnese die Farben macht. Reiben, reiben und nochmals reiben ist das Geheimnis.

Letztendlich ist Farbenmachen ein wenig wie backen.

Farbe ist ein Lebensgefühl

Ich glaube,  was Farbe so anziehend macht,  ist, dass jsie ein Symbol für unser Lebensgefühl ist. Der Beobachtung und der Schönheit sind wir Kreative alle verfallen. Das Gefühl ist einfach ansteckend. Und so machten Daina und Agnese spielerisch ihre ersten Farben.

Auch weil es einfach so schön ist.

Aquarellfarben anreiben

Der Farbenmarkt!

Kunstfirmen sind traditionell immer kleine Manufakturen gewesen. Sie gehen oft auf Dombauhütten oder auf Handwerker im Hofstaat zurück. Das waren sehr kleine Firmen, wo die Eigentümer Wissen über Hunderte von Jahren gehortet haben. In letzter Zeit findet eine Art Internationalisierung auf dem Kunstmarkt statt. Die Branche verliert ihren Flair und das handwerkliche Wissen dieser Manufakturen. Auf dem Markt ist Unruhe, Firmen schließen,  andere werden aufgekauft.

Dies merkt man als Künstler dann oft schmerzlich, weil sich die Qualität verändert. Ein Bekannter  von mir arbeitet hier in Basel in einer Papierhütte und bekommt plötzlich den traditionellen Leim  für ein bestimmtes Papier nicht mehr.

Internationalisierung gegen Handwerk

Die Branche verändert sich, billige Marken drängen auf den Markt, die nichts mit Künstler-Qualität zu tun haben.

Grundstoffe von Aquarellfarben

Farben, die man billig in Supermärkten kauft,  haben keine Künstlerqualität. Zwar stellen alle Hersteller die Farben aus den selben Pigmenten her. Doch die billige Ware wird mit viel Kreide gestreckt. Große Tube, wenig Pigment. Letztlich muss jede kleine Farbfirma gegen diese billigen Waren bestehen,  und die Versuchung ist groß, auch billig zu produzieren.

Agneses und Daina sind Teil des Gegentrends.  Die beiden sind nicht die Einzigen,  die gegen den Strom schwimmen! Bei diesen Farben geht es um Individualität!

Sie haben angefangen, Farben zu produzieren,  die sie selbst möchten! Während die anderen versuchen, sich internationalen Trends anzugleichen.

Meine Ganz persönliche Meinung: „Ich finde das gut!”

Kreativität sollte keinen Modetrends unterliegen und einfach jedem individuelle Freiheit garantieren.

Zauberhafte Geschichten hinter den Aquarellfarben

Die beiden sind selbst Urban Sketcherinnen. Farbe,  die sie machen haben ihre eigene Geschichte. Niedlich sind die Ideen,  wie sie auf eine Farbe kommen. Meine Lieblingsfarbe heißt Rotas Dream. Rota ist die Tochter von Agnese. Ihre kleine Tochter wollte Pink,  ein Kleines-Mädchen Pink. Dann musste die Teenager-Tochter auch eine Farbe haben!

Wie ist das Pink eines Teenager? Grau,  aber mit allen Farben drin! Haha! Aber genau so ist die Farbe! Und es ist genau die Farbe,  die ich immer für Schattentöne zusammenrühre!

Qualität gegen Individualität?

Die beiden Frauen spielten mit ihrer Leidenschaft für Farbe. Einfach ein Spaß für die Sketcher. Immer mehr Leute fragten nach den Farben,  weil sie so individuell sind. Dann kam Covid. Die beiden hatten Zeit und haben die Farben abgefüllt.  Und jetzt kann man die Farben kaufen.

Was ich toll an den Farben finde, ist, dass sie einzigartig sind! Sie tanzen aus der Reihe! Ich suche seit Jahren ein ganz dunkles Blau zum Abdunkeln, das granuliert, die beiden haben es gemacht.

Granullierende Aquarellfarben

Toll, weil es eben keine Massenproduktion sind!

Die beiden Urban Sketcherinnen sind natürlich kein Industrie-Unternehmen. Sie machen nicht seit 10 Jahren Lichtechtheitstests. Diese Farben sind für das Skizzenbuch gedacht, wo sie nicht so leicht ausbleichen.

Wie die Farben in 20 Jahren aussehen, wird die Zeit zeigen.

Fast 90 Prozent aller Tinten, Marker und auch preiswerte Aquarellfarben sind nicht lichtecht, doch die Hersteller sprechen niemals darüber.

Claudia und ich haben die Farben getestet, sie vermalen sich leicht, besonders schön fanden wir die Effekte! Die Farben wirken sehr natürlich. Jedoch hatten wir keine leuchtenden Farben in unserem Testpaket,  zu Leuchtkraft und Transparenz kann ich also nichts sagen.

Diese Farben entstehen aus Spiel und Neugier!

Welche Farbe hat der Himmel? So entsteht bei den beiden eine Farbe!

Aquarellfarben

Wer diese Farben kauft, muss Spaß daran haben, dass sie spielerische Experimente sind. Keine Massenprodukte, bei denen Chemie Unveränderlichkeit garantiert. Auch wenn meine Begeisterung ein bisschen zu Schleichwerbung geführt hat, das Projekt ist so schön, ich musste darüber berichten.

Einen fetten Kuss ins Wochenende liebe Leser!

Tine

P.S.: Dieser Artikel über die handgemachten Aquarellfarben war keine bezahlte Auftragswerbung, sondern nur ein Bericht über zwei Urban-Sketcherinnen, die ich über das gemeinsame Hobby kenne.

 

Gerade weil ich mich hinter der Kulisse nicht für meine journalistische Arbeit bezahlen lasse und kein Produktmarketing mache, freue ich mich immer über Spenden.


 

Die Webadresse der beiden Malerinen:

https://deepdeeplight.com/

The New UMoMA Opens its Doors

 

Weiterlesen bei Tine:

Farbvariation – Farbe ist Licht in Tuben

https://blog.herz-der-kunst.ch/farbvariation-farbe-ist-licht-in-tuben/

 

Frühlingsfarben! Her mit der Sonne!

Frühlingsfarben können sehr unterschiedlich sein!

Oh,  wie sehnen wir uns nach Frühlingsfarben und Licht. Ich will Frühlingsgefühle und auf der Wiese tanzen!

Im Handel kuscheln sich seit Weihnachten goldene Osterhasen in grasgrünen Nestern und sind umgeben von zauberhaften Pastellblümchen in Pink, Gelb und Hellblau.

Eins ist mal klar,  wir sehnen uns nach dem Licht, raus aus muffigen Innenräumen mit Coronamaske, raus an die frische Luft! Und gerade dieses Jahr,  wo all die winterlichen Attraktionen durch Corona verboten waren, wird jeder Lichtstrahl eine kleine Party! Für uns Maler ist jedoch etwas anderes interessant:  Wie sehen Frühlingsfarben wirklich aus?

April,  April, der, macht, was er will!

Der Frühling  lässt sich nicht in Stereotypen packen. Auch wenn die Osterhasen-Industrie ihr Bestes tut. Mal bist du kalt, mal bist du nass,  und im nächsten Moment hast du herrliche Frühlingsgefühle.

Frühling ist es für Maler , wenn die Seele wieder bunt denkt.

Wie bunt ist der Frühling denn wirklich?

Doch gerade im Frühling braucht man beim Malen viel Farbgefühl. Die ständigen Temperatur- und Lichtwechsel sorgen für ganz unterschiedliche Farbgefühle.

Das Gelb der Narzissen und die frischen Blätter, das setzen wir alle mit Frühlingsfarben gleich.

Jetzt muss ich mich outen, natürlich greife auch ich im Frühling gerne zum Pinsel und male Osterglocken.

Zugegebenermaßen ist Gelb die Frühlingsfarbe. Das Gelb steckt nämlich in all den frischen jungen Blättern. Und so steht das Gelbgrün für all unsere  Frühlingsgefühle.

Was man allerdings richtig Freude macht,  ist zu beobachten,  wie die Natur aus dem Winterschlaf erwacht. Die Landschaft  krabbelte ganz langsam aus den Winterschlaffarben heraus. Am einigen Tag ist die Welt noch grau, braun und blau. Am nächsten Tag ist es warm, die kleinen Blätter platzen regelrecht aus ihren Knospenhüllen und in der Landschaft passiert eine kleine grüne Explosion.

Das Farbgefühl einer Landschaft verändert sich von Tag zu Tag enorm. Die Landschaft wacht auf.

 

Wie mischt man Frühlingsfarben!

Die Antwort ist: sehr unterschiedlich!

Gerade weil sich die Landschaft so stark verändert,  muss man sich Gedanken über kalte und warme Farben machen. Merkwürdigerweise wird die Landschaft warm, aber die Farben kalt.
Für kalte Farben braucht man sehr viel  Fingerspitzengefühl, weil sie schnell grell wirken.

Was sind kalte Farben und wie erkennt man sie?

Kalte Farben sind in der Regel die strahlend anderen Farben.
Die Faustregel ist, dass sich eine kalte Farbe im Farbkreis in Richtung Blau oder Grün neigt.
Warme Farben neigen sich in Richtung Rot oder Gelb.
Zitronengelb ist kalt, es ist ein wenig grünlich. man merkt, dass es kalt ist, weil es etwas aggressiver strahlt als ein gelblicher Farbton wie zum Beispiel Indisch Gelb, das ein wenig Rot enthält. Im Farbkreis müsst ihr nur schauen, wo eure Farbe liegt,  näher am Rot oder näher am Blau.

Der Frühling steht für kühle Farben.

Du wirst feststellen, dass das Gras so richtig grell grün wird, wenn man es mit Zitronengelb mischt.
Vorsicht! Kaltes wirkt grell!
Mach mal einen kleinen Versuch. Wenn du nun eine Spur Rostbraun, dies heißt in deinem Kasten gebranntes Siena,  in die Frühlingsfarbe gibst, wirst du ganz schnell feststellen, dass sich die Farbe vom Frühling in den Herbst verwandelt.
Merke:  Je kälter die Farbe, desto frühlingshafter, je wärmer die Farbe, desto herbstlicher.
Denn beide Jahreszeiten definieren sich über das Gelb.

Der Vorfrühling:

In Bildern des Vorfrühlings gibt es wenig Sensationen. Die Farben der Natur bewegen sich in Braun- und Ockertönen.
Die schönsten leuchtenden Farben, die man jetzt findet, sind im Himmel oder die roten Dächer.
Das Zellwachstum in den Pflanzen setzt erst mit der Wärme ein. Schießt der Saft in die Blätter und Gräser, wird alles schnell hellgrün.
Möchte man das Wintergrün mischen, dann sind die Pflanzen nicht sehr lebendig. Für winterliche Grüntöne benutzt man das Gelb, was am wenigsten Gelb ist. Siena Natur hat exakt die strohige Farbe von abgestorbenem Gras.
Oft sind die roten Dächer in der Landschaft die wichtigsten Hingucker!
Mischt man jetzt die Grüntöne zu stark, dann entsteht ein völlig anderer Eindruck.
Rot und Grün sind Komplementärfarben, dies passt wunderbar zum chinesischen Neujahr, wirkt aber bei uns in der gleichen Jahreszeit irgendwie ein bisschen deplatziert.
Rot und Grün sind Komplementärfarben, d. h. sie liegen Wellenlängen technisch sehr weit auseinander.
Für das Auge gewinnen beide Farben, wenn man sie zusammen benutzt, extrem an Leuchtkraft.
Und wenn ich extrem sage, dann meine ich auch extrem! Ihr wisst, ich bin ein großer Freund der Farbenpracht.
Will man der noch etwas müden Landschaft keinen Hauch von exotischen Festen verleihen, dann muss man eins von beiden dämpfen,  das Rot oder das Grün.

Öde Farben – brauchen Licht!

Im Vorfrühling sind Farben oft ein wenig dreckig, deshalb spielt auch Braun eine große Rolle.
Gerade weil die Landschaft zu dieser frühen Jahreszeit noch so öde ist, braucht man viele verschiedene Naturtöne.
Wichtig ist, dass es auch sehr dunkle Brauntöne gibt. Damit das nicht öde und dreckig aussieht,  sollte man die Brauntöne mit verschiedenen Rot- und Rosttönen mischen.
Das Licht entsteht durch sehr dunkel abgemischte Brauntöne, denn diese machen die hellen Töne heller

Die Frühlingsfarben im April:

Zwei schöne warme Tage reichen, und der Saft schießt in die Pflanzen ein. Die Farbe, die sich am extremsten verändert,  ist das Grün. Während man das Grün des Winters mit gelblichen Naturtönen anrührt, kann das Gelb für richtige Frühlingsfarben nicht grell genug sein.

 

Ein kaltes Zitronengelb ist die richtige Farbe, um neugeborene Blätter zu malen.
Gefühlsmäßig ist der Frühling grün und gelb.
Während in den Grüntönen das Zitronengelb steckt.
Besonders schöne Blumenbilder gelingen, wenn man kalte (Zitronrngelb) und warme Gelbtöne (Indisch) mischt.
Damit es nicht grell wirkt, ist die Balance zwischen Kalt und Warm wichtig!
Während die Farben des Vorfrühlings ruhig ein wenig dreckig sein durften, ist im Frühling die Zeit der klaren Farben angebrochen.
Viele Frühlingsfarben sind sehr leuchtend.
Aber wie man hier sieht,  balanciert man die kalten Töne am besten mit Naturtönen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachmachen. Farben brauchst du nicht kaufen,  denn ist eine Farbe zu kalt,  gibt man einfach ein bisschen warme Farbe hinzu

April macht,  was er will!  Beobachte den Kalt- Warm-Wechsel in den Farben!

Tine Klein Kartause Ittingen spontanes Aquarell zum Vorfrühling.

.Viele liebe Grüße aus dem schönen Basel

wünscht Tine




 

Bild und Motiv zum Mitmalen:

#Malenmit Tine

 

Ich habe den Blick weiter links gemalt, wegen des Hühnerstalls XD!

 

Google Maps zur Kartause:

https://www.google.ch/maps/@47.5826314,8.8667058,3a,75y,299.47h,90.89t/data=!3m6!1e1!3m4!1s1j98A-1qF9z719tVNxnO6g!2e0!7i13312!8i6656

https://www.google.ch/maps/@47.5837571,8.867871,3a,75y,268.46h,82.82t/data=!3m6!1e1!3m4!1sAF1QipOfbuBc1RPhF-sXbVo5xzXk6HHuENvzK9ziHBF6!2e10!7i10000!8i5000?hl=de

Weiterlesen bei Tine:

https://blog.herz-der-kunst.ch/farbenpraechtig-versus-limitierte-palette/

Farbenprächtig versus limitierte Palette?

Wolken malen : 12 Tipps!

Wolken malen…Lass sie ziehen.

Wolkenmalen ist extrem gut für die Seele. Kurz vorher erreichte mich eine traurige Nachricht! Für mich hätte es nichts Besseres geben können, als in die Wolken zu starren, ich habe jeder Wolke ein Gefühl unter den Bauch geschnallt und sie ziehen lassen. Und langsam kommt das Lächeln zurück!

Wolkenmalen ist frei und experimentell, also stresst euch nicht und sammelt beherzt eure Erfahrungen. Und wenn einfach mal was schief geht, dann weißt du’s hinterher besser.

Man muss nicht perfekt sein, aber schöne Erfahrungen sind unwiederbringlich!

Der Running Joke bei all den bombastischen Motiven! Es zieht mich immer wieder der Hühnerstall an!

Hühnerstall zum Ersten, noch ist meine Laune ziemlich schwarz:

Tine Klein Tutorial Wolken malen , experimente

 

Tine Klein Anleitung Wolken malen. Herz der Kunst.

Hühnerstall die zweite Version, ich lege wild drauflos.

Und nun der 3. Hühnnerstall, nicht das neben mir nicht tolle großartige Motive wären, ich brauche die Wolken, nun ist die Seele ruhig! Und es ist klar, ich liebe den Hühnerstall.

Tine Klein Anleitung Wolken malen und Video wolken malen

 

Wolken malen

Wer Wolken malen will, muss schnell sein. Der allerbeste Techniktipp zum Wolkenmalen ist:

Tipp 1:Kopf abschalten. – Einfach drauflos!

Warum  ist dieser Tipp so wichtig? Das Wolkenmalen braucht die gesamte Aufmerksamkeit, doch da es so schnell gehen muss, geht auch schnell mal was schief. Wenn man beim Wolkenmalen darüber nachdenkt, was man tut, dann ist man zu langsam.Du brauchst dennoch nicht perfekt sein, denn solange alles nass ist, kannst du mit dem Papiertaschentuch aus Versehen zugemalte Stellen wieder herausholen.

Tipp 2: Halte ein Papiertaschentuch bereit, denn wer nicht perfekt ist, muss vorbereitet sein.

 

Wie sieht eine Wolke aus?

Schau dir einmal Wolken an, du wirst feststellen, sie haben eine ganz besondere Form.

Oft sind sie unten flach, denn die feuchte Luft liegt auf einer anderen Luftschicht.

Überall dort, wo die Wolke auf der Luftschicht aufliegt,  ist sie dichter, und da wird sie dunkel. Warme Luft steigt bekanntlich nach oben, ich  und so türmt sich die Wolke auf. Oben ist sie dann herrlich weiß und unten an der Seite und in der Mitte oft grau.

Durch die Thermik bildet die Wolke sehr unterschiedliche Formen aus. Diese typischen Formen möchte der Maler wiedergeben.

Tipp 3:  Google dem Begriff Schönwetterwolken, und schau dir genau an, welche Normalform diese Wolken haben.

Die Form der Wolke, harte und weiche Kanten!

Das Wichtigste an Wolken sind ihre Kanten!

Jetzt dürft ihr beherzt loslachen, wo haben denn weiche Haufenwolken Kanten?

Wolken haben entweder gestochen scharfe Kanten, meistens da, wo sie leuchtend weiß sind, wo man dahinter den viel dunkleren blauen Himmel sieht.

Die gestochen scharfe Kante ist bei der Wolke jedoch nur eine Möglichkeit, denn Wolken lösen sich wie Gebirge aus Wasserdampf  auf, und dann entstehen ganz weiche, wässrige oder lauschige Übergänge ins Blau.

In der Fachsprache nennt man dies harte und weiche Kante. Wobei selbst ich lächeln muss, denn Kante wäre jetzt nicht gerade das erste Wort, was mir bei einer Schäfchenwolke eingefallen wäre.

Doch trotzdem merke:

Tipp 4: Wolken sehen am besten aus, wenn sie harte und weiche Kanten haben.

Wolkenmalen und die Technik:

Hausaufgabe:  Schau dir Wolken ganz genau an, bevor du anfängst zu malen. Die eben besprochenen harten und weichen Kanten sind der Grund, warum man Wolken so schnell malen muss.

Tipp 5: Die Farbe muss noch feucht sein, damit  weiche Übergänge der Wolken und Himmelsfarbe entstehen.

Tipp 6: Das Ausgefranste  der Wolken entsteht durch Wuscheln mit dem Pinsel!

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

Pinseltechnik beim Wolkenmalen:

Bedenke immer,  Wolken sind ein Haufen von Wasserdampf,  und den kann man nicht malen wie einen Betonblock. Die Pinseltechnik zum Wolkenmalen ist spielerisch.

Lass den Pinsel gerne mal aus der Reihe tanzen.

Die eine Möglichkeit ist, den Pinsel,  während man die Wolkenkante malt,  kontinuierlich zu drehen und zu wenden. Die andere Möglichkeit ist,  mit zwei Pinseln zu arbeiten,  einem für die Farbe und dem anderen, um die Farbe an den Rändern zu bearbeiten. Der Pinsel ohne Farbe ist entweder trocken und ist für die ausgefransten, trockenen Kanten in den weißen Wolkenberg zuständig, Die andere Methode ist,  den Pinsel etwas feucht zu machen und die Kanten einfach zu verwaschen.

Tipp 7: Ob trockene oder weiche , feuchte Übergänge,  das steuert die Feuchtigkeit im Pinsel!

Aquarelltechnik:  Wolkenmalen für Faule:

Eine andere Möglichkeit,  Wolkenränder aufzulösen ist die Sprühflasche. Ist eine Kante beim Wolkenmalen zu hart, dann schnell einen Spritzer Wasser darauf. Der richtige Abstand zum Blatt ist Training. Oftmals ist ein leichter Sprühnebel die beste Option. Doch aufgepasst,  dort,  wo die Kanten hart bleiben sollen, sollte man eine schützende Hand über das Papier halten.

Tipp 8: Sanfter Sprühnebel löst harte Kanten auf.

Achtung, kommst du  zu nah ans Blatt, dann lässt du dein Bild regelrecht ins Wasser fallen!

Strahlend weiße Wolken?

Gibt es nicht. Überall da wo eine Wolke verdichtet ist, wird sie grau. Der Winkel der Sonne spielt dabei auch eine Rolle Also ist Wolkenmalen Grautöne mischen!

Auf keinen Fall Schwarz!!!!!!!!

Schwarz sieht immer dumm aus! Warum?

Das Wolkengrau ist entweder dein Himmelblau plus einer Spur gebranntem Siena. Oder:

Tipp 9: Himmelsgrau ist Aquamarin feinst und eine Spur Siena gebrannt.

Gut funktionieren auch leichte Spuren von Orange oder Umbra gebrannt oder englisch Rot.

Beim Wolkenmalen ist die Dosierung der Trick:

Ausprobieren macht den Meister! Grautöne mischen bedeutet  Fingerspitzengefühl. Je mehr gebrannter Siena in der Mischung, desto brauner wird das Grau. Je brauner es ist,  desto mehr wird die Wolke zur Regenwolke!

Tipp 10:  Ist das Grau zu bräunlich, muss mehr Blau rein!

Ach ja,  das Himmelsblau:

Tipp 11: Babyblau!

Bitte aufpassen, dass die Farbe nicht deckend und auch nicht granulierend ist.  Ich benutze Cerulian leicht granulierend und Kobaldblau hell , nicht granulierend! Aufpassen! Die Farben unterschiedlicher Marken haben himmelweite Unterschiede!

Loslegen und Erfahrungen sammeln:

Beim Wolkenmalen ist Loslegen die beste Taktik. damit dies intuitiv und störungsfrei klappt, muss man so ein paar Sachen bereit legen. Denn wenn man gerade Wolken malt, ist die Zeit knapp,  und man will nicht suchen oder mischen!

12: Bevor du loslegst, solltest du dir eine ausreichende Menge der Himmelsfarbe mischen.

Dann ist es sinnvoll, nur kleine Bereiche des Himmels zu bearbeiten. Denn tendenziell malst du natürlich keine Wolke, sondern die blauen Löcher zwischen den Wolken. Du kannst diesen Abschnitt in Ruhe bearbeiten, ohne in Stress zu geraten. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass du dir genug Himmelsfarbe angerührt hast, sodass man nicht merkt, dass du in kleinen Abschnitten gearbeitet hast.

 

 

Viel Spass mit den 12 Tipps zum Wolkenmalen!

Und frohe Ostern  Tine

Falls es Euch gefällt drückt im youtube auf das like, es hilft sehr!

Immer dann,  wenn ich euch Videos mache , freue ich mich, wenn die von euch, die es können,  etwas spenden. Eure Spende erhält solche ehrenamtlichen kulturellen Angebote. Denn in Corona -Zeiten brauchen noch viel mehr Menschen kostenlose Kultur.



 

https://youtu.be/38PKeyDoRNE

 

 

Wer Lust hat, Aquarell zu malen,  findet auch hier noch einige andere Tipps:

https://youtu.be/4XJFjyr72DQ

Noch mal ein alter Artikel zum gleichen Thema:

https://blog.herz-der-kunst.ch/wolken-malen/

Wolken malen