Die häufigste Fehlerquelle im Aquarell – das Wasser!

 

Hallo, lieber Leser, schön, dass du auch heute wieder bei mir bist und liest, was ich dir zu sagen habe.

Heute möchte ich dich vor der häufigsten Fehlerquelle im Aquarell schützen!

Der Serientäter ist dein Wasserbehälter!

Irgendwann im Laufe der Kunstgeschichte hat man verstanden, dass das Malen mit Herz wichtiger ist als stumpfe Technik. Dieser Erkenntnis kann ich nur aus ganzem Herzen zustimmen.

Trotzdem hat sich aus dieser Erkenntnis ein massives Problem entwickelt.

Wir haben also begriffen, dass Technik in der Kunst nicht alles ist. Doch leider ist dadurch viel Know-how vergessen worden. Es wird zu wenig über Technik gesprochen und dadurch entstehen unsagbar blöde Fehler.

Denn wer malen möchte, hat es leichter, wenn er versteht, wie sein Arbeitsgerät funktioniert.

Mit Herz malen bedeutet doch nicht, dass man sein Arbeitsmaterial wie ein Vollpfosten benutzt.

Der Wassertopf des Grauens!

Vielleicht schüttelst du jetzt mit dem Kopf, denn du hast deinen Wasserbehälter noch nie als Bedrohung wahrgenommen,  und trotzdem ist dieser Wasserbehälter die häufigste Fehlerquelle im Aquarell.

Der Wasserbehälter ist ein unentdeckter Serientäter.

Viele Fehler, Flecken und hässliche Bilder gehen auf das Konto dieses Arbeitsmaterials.

Viele von euch denken jetzt, es ginge wahrscheinlich um verschmutztes Wasser, doch weit gefehlt, es geht um einen grundsätzlichen Handhabungsfehler.

Der Pinsel funktioniert über Wassersteuerung:

Jeder Pinsel funktioniert über die Steuerung des Wassers im Pinsel. Viele von euch kennen das leidige Problem, dass eine schöne und gelungene Kolorierung nach dem Trocknen viel zu blass ist. Dies liegt an übermäßig Wasser im Pinsel. Der Pinsel verströmt Wasser statt Pigment.

Dies ist sicherlich das häufigste Problem, wenn Menschen den Pinsel benutzen. Es ist schlicht und einfach zu viel Wasser im Pinsel.

Dieses Problem wird erzeugt durch den unsachgemäßen Gebrauch des Wasserbehälters.

In der westlichen Welt wird uns von Jugend an eingeschärft, dass wir sauber und ordentlich sein müssen. Reflexartig stecken wir den Pinsel bis zum Kragen in den Wasserbehälter, um ihn regelmäßig sauber zu machen. Dabei saugt der Pinsel sich voll, und jedes Mal, wenn wir den Pinsel in die Farbe stecken, gibt er Wasser in unsere Farbmischung und auf das Papier ab.

Gemischte Farbe wird dadurch immer heller. Und so lässt sich vielleicht auch erklären, warum deine Bilder immer zu hell sind.

Wasser ist die Fehlerquelle im Aquarell, die Lösungen für zu blasse Bilder:

Aquarellbilder und Kolorierungen leuchten nicht automatisch.

Tine Klein Tutorial, zu Die häufigste Fehlerquelle im Aquarell ist das Wasser! Dresden Illustration Tine Klein

Wenn du eine Farbe mischst, dann muss sie immer etwas dunkler sein, als du sie dir wünschst.

Wenn du weiter mit dieser Farbe malst, steckst du den Pinsel zwischendurch nicht in den Wasserbehälter, sondern tankst deinen Pinsel nur mit der gemischten Farbe auf.

Du machst den Pinsel also nur dann sauber, wenn er sich verfärbt hat oder du eine neue Farbe brauchst. Nach dem Auswaschen entfernst du überflüssige Flüssigkeit aus dem Pinsel. Und dann tankst du den Pinsel erneut mit Farbe auf.

Flecken im Bild:

Die unsachgemäße Verwendung des Wasserbehälters erzeugt viele gravierende Fehler in Bildern. Einer davon sind Wasserflecken und Ausblühungen von Farbe. Diese können sehr hübsch aussehen, sind aber ein nerviges Problem, wenn man nicht weiß, wie sie entstehen.

Wasserflecken entstehen immer dann, wenn der Pinsel feuchter als die Untergrundfarbe ist.

Man kann sie auch gekonnt einsetzen, zum Beispiel bei Wolken oder Wasser:

Schnelle Skizze der Jugendherberge Leissingen.

Dies entsteht dadurch, dass du deinen Pinsel jedes Mal in den Wasserbehälter steckst, ohne darüber nachzudenken, dass die Farbe auf deinem Blatt trockener ist als der klatschnasse Pinsel, der aus deinem Wasserbehälter kommt.

Malst du nun weiter, drückt eine Flutwelle die Pigmente auf dem Blatt weg.

 

 

Bringen wir‘s mal auf den Punkt:

Die Fehlerquelle im Aquarell ist Kontrollverlust durch Wasser:

Das Wasser ist die Grundlage der Schönheit des Aquarells und doch ist das Wasser die häufigste Fehlerquelle im Aquarell. Ist das Aquarell zu nass, lässt sich gar nichts mehr steuern. Wenn du Milch in deinen Kaffee schüttest, würdest du auch nicht erwarten, dass man mit der Milch im Kaffee schöne Muster malen kann. Wenn zwei Flüssigkeiten komplett nass sind, dann lässt sich die Vermischung nicht kontrollieren.

Die Angewohnheit, den Wassertopf ständig zu benutzen, um einen schönen sauberen Pinsel zu haben, führt also zu Kontrollverlust.

Die Fehlerquelle im Aquarell ist also, dass unser Pinsel kontinuierlich zu nass ist.

Wie kann man die häufigste Fehlerquelle im Aquarell beheben? Kontrolle des Wassers.

Natürlich heißt dies nicht, dass ein Aquarell trocken gemalt wird, dies wäre widersinnig. Es geht darum, den Pinsel nicht wie eine Pumpe zu benutzen, die kontinuierlich Wasser aufs Papier pumpt.

Man steckt den Pinsel nicht jedes Mal bis zum Kragen in den Wasserbehälter und benutzt ihn dann tropfnass weiter!  Man fährt ein Auto auch nicht die ganze Zeit mit Vollgas! Vermeide die häufigste Fehlerquelle im Aquarell und benutze nur so viel Wasser, wie du brauchst.

Tipp Nummer 1: Wenn du draußen bist, steckst du den Pinsel ins Wasser und schlägst ihn dann aus. Je nachdem mit wie viel Kraft du den Pinsel aus- schlägst, verliert er mehr oder weniger viel Wasser. So kontrollierst du die Menge des Wassers im Pinsel.

Tipp Nummer 2: In Innenräumen kann man einen großen Wasserbehälter benutzen. Der Wasserbehälter wird nicht vollgefüllt, sondern den entstehenden Platz kann man benutzen, um den Pinsel dort auszuschlagen. Ausschlagen heißt aber nicht, dass wir Gewalt benutzen, der Pinsel wird nur leicht ausgeschüttelt.

Tipp Nummer 3: Nimm nur so viel Feuchtigkeit, wie du brauchst. Oft reicht es, nur die Spitze des Pinsels ins Wasser zu stecken, um ein wenig Feuchtigkeit aufzunehmen.

Tipp Nummer 4: Ganz einfache Verhaltensänderungen können dir helfen, dass dein Papier nicht zu nass wird. Gewöhne dir einfach an, den Pinsel ganz sanft am Wassertopf abzustreichen. Ist der Pinsel immer noch zu feucht, drückt man ihn in einem Tuch aus. Dann nimmt man so viel Flüssigkeit auf, wie man braucht.

Tipp Nummer 5: Das Schwämmchen, viele Profikünstler haben neben ihrer Palette ein kleines Schwämmchen liegen. Der Schwamm ist leicht feucht, damit er saugfähig ist. Nach dem Reinigen des Pinsels benutzen die Maler das Schwämmchen, um das Wasser vom Pinsel abzustreifen. Diese simple Methode sorgt dafür, dass man sich nicht unnötige Feuchtigkeit ins Bild schaufelt. Denn der feuchte Schwamm nimmt überschüssige Feuchtigkeit und Farbe auf.

Tutorial Fehlerquelle im Aquarell Wasse, Tine Klein

In letzter Zeit kommt neues Material auf den Markt. Es gibt hoch saugfähige Schwämmchen, die speziell für Maler angeboten werden. Diese Schwämmchen saugen Wasser gierig auf. Ich selber habe mir natürlich sofort einen solchen Schwamm gekauft. Doch ehrlich gesagt kann ich nicht feststellen, dass dieser Schwamm besser ist als mein normaler Schwamm. Den einzigen Vorteil, den ich sehe, ist, dass diese Schwämmchen klein und flach sind.

Häufigste Fehlerquelle im Aquarell: Wassertopf benutzen, ohne nachzudenken.

Die eigentliche Fehlerquelle im Aquarell ist das Wasser, du brauchst kein besonderes Material dafür, sondern es muss dir einfach klar sein, dass du mit zu viel Wasser dein Aquarell nicht kontrollieren kannst.

Liebe Grüße, danke fürs Lesen wünscht der Tine

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Pinseltechniken im Aquarell

Pinseltechniken

 

Ich möchte heute die Reihe, Märchen im Aquarell oder unverstandene Arbeitsgeräte weiterführen. Der Wasserbehälter ist ein unentdeckter Serientäter. Er ist für hunderttausende ruinierte Auqarellskizzen und Bilder zuständig.

 

Wolken malen die unterschiedlichen Techniken erklärt

Himmlisch gut – Wolken malen!

Wolken malen ist wunderbar. Doch das geht nicht zögerlich. Wolken sind Diven! Und zum Wolken malen gehört Mut und ein bisschen Drama!

Mann muss sich ins Wolken malen herreinstürzen- wie in die Liebe!

Auf sie mit Gebrüll!

Wolken sind pure Emotion!  Zögerlich und schüchtern kann man sie nicht malen!

Ach du meine Güte!  Im wahrsten Sinne des Wortes; ach du lieber Himmel haha…

Welche Techniken braucht man?

Die Kumuluswolke: Tine Klein Aquarell Basel...Workshop Wolken malen

Die Kumuluswolke ist für uns der Inbegriff der Wolken! Im Moment sehen wir sie leider viel zu oft, denn hier in der Schweiz gewittert es im Moment ständig und es regnet auch ständig.

Eigentlich malt man nicht die Wolke, sondern des Himmels Blau dazwischen.

Doch das macht die Sache nicht knifflig, es ist die Struktur der Wolke selber, die uns Maler vorher die Herausforderung stellt.

Wolken bestehen aus Wasser, und dieser Wasserdampf hängt vor dem Blau des Himmelszeltes.

Das Wolken aus Wasserdampf bestehen das macht die ganze Sache etwas knifflig.

An einigen Stellen ist die Wolke scharf vom Hintergrund begrenzt. An anderen Stellen löst sich der Wasserdampf ein wenig auf und dort sind Wolken ganz weich und irgendwie ausgefranst.

Ummalt man die Wolken einfach, schaut das ziemlich blöd aus. Es schaut aus als sei eine Wolke aus Papier  ins Bild geklebt.

Die stellt uns vor die knifflige Aufgabe, dass wir den Rand der Wolke und auch die Schatten innerhalb der Wolke auflösen müssen.

Dies hat enorme Auswirkungen auf die Technik. An den Stellen, wo die Wolke scharf begrenzt ist, ist es ganz einfach, die Wolken zu malen. Man malt einfach den blauen Zwischenraum und fertig ist man. An den Stellen wo die Wolke sich jedoch in Wasserdampf auflöst, wird sie ganz weich und unpräzise. Und d. h., man muss die harten Kanten der Wolke auflösen. Hier kommt Wasser ins Spiel. Denn alles, was weich ist, muss auch weich gemacht werden. Dafür gibt es mehrere Methoden.

Alle diese Methoden, müssen sehr schnell und beherzt ausgeübt werden. Dabei ist es eine enorme Herausforderung, keine riesige Sauerei anzurichten. Denn mal muss man Farbe aufsaugen und ein anders Mal muss man sie ins Bild hereintropfen und ich immer hoffen, dass die Göttin des Zufalls mit einem ist.

Aber keine Sorge die Göttin ist mit dir, denn sie mag Maler*innen.

Wolken malen und feuchtes Papier:

Das hier ist ein Baumwollpapier, wenn es feucht wird, hält es die Feuchtigkeit sehr lange.

Der Trick: Mit einem trockenen Taschentuch macht man die Bereiche der Wolke, die weiß bleiben und eine scharfe Kante haben sollen, trocken. F – Feucht T- Trocken

Linke Wolke ganz oben rechts. Oder auch rechte Wolke links. Je trockener das Papier, desto schärfer die Kante.

Baumwollpapiere helfen bei dieser Technik sehr, denn diese geben dir mehr Zeit die Wolken zu modellieren. Durch die Feuchtigkeit wird alles weich und wolkig. Ganz automatisch.

Tipps:

  • Das Papier befeuchten, aber es dürfen keine Pfützen auf dem Papier stehen.
  • Baumwollpapier ist saugfähig
  • Lappen und Papiertücher bereit halten  und weiße Flächen herraustupfen
  • Nicht mit klatschnassem Pinsel in die Lasuren, dann läuft alles aus.
  • Schnell und großzügig arbeiten mit grossen Lasur-oder Flachpinseln.
  • Sobald das Bild trocknet bitte nicht weiterarbeiten, dann gibt es Dreck, Schmierspuren und harte Pinselstriche.

Wenn man das Wasser für sich arbeiten lässt, entstehen opulente und gewaltige Bilder.

Siehst du wo die trockene Kante im Bild verläuft?

Unter dem himmelblauen Streifen ist eine klare weiße Kante, diese ist trocken.

Im Skizzenbuch hat man nicht immer Zeit und meistens auch nicht das passende Papier, um diese Technik auszuüben.

An dieser Stelle möchte ich mal ganz klar sagen, unterschiedliche Papiere erlauben unterschiedliche Techniken.

Ich möchte hier gar nicht von guten und schlechten Papier reden. Diese Unterscheidung ist oft wenig hilfreich, denn auch ein handgemachtes wunderbares Baumwollaquarellpapier hat auch enorme Nachteile bei bestimmten Techniken.

Fehler Quellen beim Wolken malen:

Beim Wolken malen gibt es zwei große Fehlerquellen, das Arbeiten mit sehr nassen Pinseln in bereits aufgetragene Farbe und Ungeduld.

Bei mir ist das in etwa so:

Als Gott die Punkte für Geduld verteilt hat, bin ich gegangen, es hat mir einfach zu lange gedauert!

Ich kann nicht aufhören und arbeite immer weiter. Ein blöder Fehler beim Wolken malen.

Ein Aquarell braucht aber auch Trockenphasen, und eine Farbe kann ich gut aussehen, wenn sie bearbeitet wird wie ein Kuchenteig.

Ich möchte dich jetzt mal bestärken, wenn du bestimmte Techniken zum Wolken malen immer wieder ausprobiert hast und daran gescheitert bist, dann kann das am Papier liegen. Wer malt, befindet sich in guter Gesellschaft, denn hier finden sich Kreative, Beobachter und Wissbegierige. Wer malt, ist in der Regel kein Vollidiot.

Trotz dessen haben viele Menschen Probleme mit diesen Techniken. Das liegt in der Regel am Papier. Preiswerte heiß gepresste Papiere ohne Baumwollanteil weigern sich Wasser aufzunehmen.  Skizzenbücher enthalten leider oft heißgepresste Papiere aus Zellulose. Das kann die Garantie zum Scheitern sein.

Damit es weiche Übergänge gibt und keine Flecken, muss das Papier etwas saugfähig sein.

Es ist doch logisch, dass sich keine sanften Übergänge bilden, wenn sich auf dem Papier nur eine Pfütze befindet.

…Flecken… Flecken…. Flecken…. liegt am Papier

Wer Baumwolle Papiere in großen Bögen kauft und diese zurechtschneidet, kann sich Skizzenbücher mit absolutem Luxuspapier machen. Diese Skizzenbücher sind nicht einen Cent teurer als gekaufte mit schlechtem Papier.

Die schnelle Wolke auf trockenem Papier:

Ein Skizzenbuch, natürlich nicht so unter Wasser setzen, wie ein Baumwollpapier.

Im Skizzenbuch muss man die mangelnde Wasseraufnahmefähigkeit des Papiers durch eine rasante Arbeit des Pinsels ausgleichen.

In diesem Bild habe ich die wilden Strukturen der Wolken durch einen ganz trockenen Strich angedeutet.

Wie das geht, deutet in den Beitrag trockener Strich nachlesen.

 

  • Ein weiterer Trick ist, dem Pinsel am Rand der Wolke sehr lebhaft zu bewegen. Ich rolle den Pinsel beim Malen zwischen den Fingern hin und her. Dadurch entsteht eine ausgefranste Kante.
  • Ist die Kante der Wolke zu hart, kann man einen zweiten trockenen Pinsel zur Hand nehmen und die Kante aus fransen und weich machen.
  • An anderen Stellen und besonders innerhalb der Wolke kann man Feuchtigkeit einsetzen. Man macht den Pinsel ein wenig feucht und lässt damit die Himmelsfarbe ein wenig in die Wolke auslaufen.

Insbesondere dort wo man die Schatten innerhalb der Wolke setzt, kann man mit Feuchtigkeit arbeiten. Dabei sollte man darauf achten, dass man die Wolke nicht fein säuberlich ausmalt. Sollte weiße Bereiche stehen lassen und an anderen Stellen ein wenig in des Himmels Blau ausbrechen.

Wolken sind natürliche Strukturen, sie benötigen ein bisschen Chaos, um gut auszusehen.

  • Deswegen sollte man mit seinem leicht feuchten Pinsel oder einem Taschentuch, mit dem man tupft, ein paar chaotische Strukturen erzeugen.

Auch hier ein Tipp:

Viel hilft nicht viel!

Wenn man ein wenig Chaos verbreitet hat, sollte man schlicht aufhören. Beim Wolkenmalen ist die größte Gefahr, dass man nicht den richtigen Zeitpunkt findet,an dem man aufhört.

Denn je mehr man in der Farbe reibt, desto dreckiger wird es.

Wolken Malen Im Skizzen Buch. Aquarell, Aquarelle, Mont Saint Michel Skizzenbuch

Wolken malen gehört zu den Dingen, die man üben sollte, bevor man Bilder damit macht.

Das Wolkenmalen besteht aus mehreren verschiedenen Techniken. Und zu Kombination und insbesondere zum Zerstören von ordentlichen Strukturen braucht man Übung. Doch einfach mal die Wolken getrennt von deinen Bildern. Wenn die Wolken gut geworden sind, dann kannst du sie ja später für ein schönes Bild benutzen. Das wird er sehr viel Frust ersparen!

Liebe Grüße ins Wochenende Tine.

Wir bekommen keine öffentlichrechtlichen Mittel! Wenn du das gerne liest, dann denk ab und zu an eine kleine Spende.

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https://blog.herz-der-kunst.ch/der-trockene-strich/

Der trockene Strich

 

Malen lernen mit Paul Klee

Menschen, die Malen lernen, sind Kreative, genauso wie Paul Klee. Das Gute an Kreativen ist, dass sie tiefe Wurzeln haben. Sie sind insofern nicht allein, weil es immer andere gibt, die unseren Weg schon beschritten haben.

Kreative hinterlassen uns häufig wichtige Nachrichten.

Und eine dieser wunderbaren Nachrichten möchte ich heute mit euch teilen.

Wunderbare Gedanken überdauern die Zeit!

Paul Klee ist schon lange Tod. Was wenige wissen, Paul Klee hat zu seiner Zeit nicht nur revolutionär gemalt, er hat einige spektakulär gute Aufsätze und Bücher zum Thema Malen lernen für uns hinterlassen.

Ob du die Kunst von Paul Klee magst oder nicht, ist heute vollkommen egal!

Er hat uns Nachrichten zum Malen lernen hinterlassen, die uns allen helfen.

Paul Klee, wer war das?

Paul Klee 1911

Danke an Wikipedia Urheber: Alexander Eliasberg (1878–1924), Public domain, via Wikimedia Commons

Paul Klee war ein Deutsch-Schweizer Maler und er hat nicht so gemalt, wie man es von ihm erwartet hat. Gelebt hat Paul Klee von 1879-1940 und er war Lehrer am berühmten Bauhaus.

Ob nun berühmt oder nicht, Klee hat sich Gedanken zum Malen lernen gemacht.

Und diese Gedanken sind so schön, dass sie über Tod, Zeit und Raum mein Herz ergreifen!

Ich habe mich in Paul Klee schockverliebt, als ich dies las:

„Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu greifen. Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Bestimmung.“ – Aus Paul Klees Tagebuch, 16. Januar 1914.

Das hat er am Vorabend des Grauens geschrieben, wir wissen alle, wie sich die Geschichte entwickelte.

Als ich diesen Satz gelesen habe, wusste ich, Paul Klee versteht mich und ich hätte ihn gemocht!

Malen lernen mit Paul Klee

Wer so schöne Sätze formuliert, der verdient es, dass man hinhört! Und du wirst gleich selbst merken, wie wunderbar Mensch Paul Klee formuliert hat! Und noch wertvoller ist dieser Gedankenschatz. Er lebte in einer groben Zeit, in der man mit Menschen sehr brutal umging! Die Menschen haben sich taumelnd in den Weltkrieg gestürzt und dieser Mann formuliert solche Sätze:

„Vermeide es dich selbst zu sehr zu kritisieren. Jeder Künstler hat Fehler gemacht und aus ihnen gelernt. Nutze sie als Lernchance und gehe weiter.“

Was für ein toller Satz! Bitte merke dir das! Mensch, das motiviert uns doch, oder? Mach dich auf und umarme deine Fehler! Es sind Einladungen zum Lernen.

„Versuche, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind, bevor du versuchst, sie auf Papier zu bringen.“

Beobachten ist ungemein wichtig! Beobachten macht gute Maler! Und Beobachten macht glücklich! Wir beschäftigen uns mit dem Schönen und mit der Welt.

Ich habe gelesen, dass Maler einen sehr aktiven Neo Cortex haben und deshalb komplexe Zusammenhänge gut erfassen können. Das fand ich sehr schmeichelhaft, deshalb ist es mir im Kopf geblieben!

Versuche zu sehen mit den Augen, mit dem Herz, mit der Seele und dem Verstand!

Das rein optische ist nur ein kleiner Teil dessen, was du vielleicht zeigen möchtest.

Malen lernen ist mehr als abmalen!

Deshalb finde ich dieses Zitat von Paul Klee so gut!

„Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“

Aus einem Vortrag von Paul Klee mit dem Titel „Wertvolles Unbrauchbares“ am 19. Januar 1924.

Viele von uns machen in ihren Bildern viel zu viel! Ich habe beobachtet, dass die meisten Bilder durch zu viel kaputt gehen. Paul Klee formuliert dies so:

„Konzentriere dich auf das Wesentliche, reduziere die Details und finde die Essenz des Objekts, das du malen möchtest.“

Mut ist so ungeheuer wichtig!

Klee war bekannt für seine Lehrmethode, die darauf abzielte, die Schüler dazu zu ermutigen, ihre eigene künstlerische Sprache zu finden, indem sie zuerst ihre Umgebung genau beobachten und verstehen. In diesem Sinne kann das Zitat als Zusammenfassung von Klee’s Ansatz zur Kunst und zur kreativen Praxis betrachtet werden.

Der obige Tipp ist so kostbar! Meine langjährige Erfahrung sagt mir, dass das Abmalen eines guten Motivs nicht häufig guten Bilder führt. Nur wenn die Maler*in weiß oder fühlt, was sie an dem Bild berührt, dann erzeugen sich gute Bilder von allein!

Das gilt insbesondere für die Farbe, denn sie ist der Inbegriff des Gefühls!

„Eigenschaften der Farbe: Wenn man sie nicht ordnet, bleiben sie wild und frei“, wird  Paul Klee zugeschrieben.

Es stammt aus einer seiner Schriften, genauer gesagt aus dem Buch „Paul Klee Notebooks“, das eine Sammlung von Klee’s Schriften und Lehrnotizen enthält.

„Vertraue deinem Instinkt und deiner Intuition. Malen sollte nicht nur eine technische Übung sein, sondern auch ein Ausdruck deiner inneren Welt.“

Ja!!! Ich liebe das intuitive Kritzeln!

Das Gefühl ist unsere Triebfeder, der Kern der guten Bilder, aber andererseits braucht man Technik, Erfahrung und Übung:

„Übe, übe, übe. Das Malen erfordert Geduld und Ausdauer.“

Ich glaube, Geduld und Ausdauer sind die wichtigsten Werkzeuge des Malens.

Man muss die Kraft haben, sich Zeit zu geben! Husch Husch, wie in Tik Tok geht das nicht! Man braucht eine lange Zeit und man wird nicht alles in 3 Sec begreifen. Denn der Weg ist das Ziel.

Paul Klee schreibt sogar etwas, das im Umgang mit Facebook und Instagram helfen kann.

„Ein Künstler sollte nicht versuchen, sich an die Mode anzupassen. Er sollte versuchen, sie zu erfinden. Schöpfen heißt nicht, sich am Alten festhalten, sondern die geistigen Kräfte aus der Gegenwart in die Schöpfung einfließen lassen.“

Es ist in einem Brief enthalten, den er 1920 an seine Frau Lily Klee schrieb.

Ich finde diese Gedanken es unglaublich aktuell und befreiend!

Und so gibt mir Paul Klee die Erlaubnis spontan zu malen, er bestärkt mich! Und so kann ich ohne vormalen auf der Strasse stehen und meine Farbe heiter auf das Papier werfen.

Dabei denke ich nicht daran, ob es andere doof finden könnten, ich werfe meine Mädchen Farben auf das Papier.

Das Wichtigste für uns sollte sein:

„Habe Spaß beim Malen! Es sollte eine Freude sein, deine Kreativität auszudrücken und zu teilen.“

Ich hoffe, der Besuch in Paul Klees wunderbarer Gedankenwelt hat dir Spaß gemacht!

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

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Noch ein paar Hintergrundinformationen:

https://www.zpk.org/de/sammlung-forschung/paul-klee-(1879-1940)-49.html

https://www.arthistoricum.net/themen/editionen/klee

 

 

 

Negativtechnik spontan Malen lernen!

Negativtechnik macht happy!

Tine Klein Aquarell Lissabon Pantheon, urban-sketching, Tutorial zum thema Negartiv Technik

Negativtechnik und die Fähigkeit spontan zu malen, hat dies einen Zusammenhang?

Aber klar! Es ist die Sicherheit, dass man etwas später noch richten kann, sie ist gold wert. Doch das habe ich als Malschülerin nicht verstanden.

Negativtechniken, sind Techniken, bei denen man ein Motiv von außen malt.

Ich dachte immer, wie soll mir das helfen? Ich kämpfte mit der Linie und der Formgebung. Und dann sollte ich einen Gegenstand von außen malen?

Ich konnte den Sinn nicht sehen. Von innen oder von außen, bleibt die Linie nicht die Gleiche?

Mein Problem war, das ich wie eine Zeichnerin dachte: Eine Form war für mich etwas, das exakt mit einer Linie begrenzt war.

Das ich damit aber umgehen könnte, als wenn ich Konfetti in die Luft werfe und auf dem Fußboden entsteht wie von Zauberhand ein schönes Bild, auf die Idee bin ich nicht gekommen.

Das ist einfach zu absurd!

Negativmalerei ein Geschenk beim Malen:

Beim Malen funktioniert der Trick Negativtechnik vielfältig. Vergisst man erst einmal, dass alles eine Linie oder Grenze haben muss, dann kann man viel freier arbeiten, wenn die Fargen wie eine Welle über das Bild schwappen. Man (Frau) kann tatsächlich die Farben wie Konfetti in die Luft werfen.

Die Farben werden locker auf das Bild geworfen, in dem festen Wissen, die Negativformen werden es später richten!

Aber warum, soll es so einfach sein?

Die einfache Antwort lautet: Weil man Formen erst später durch dunklere Farben definiert!

Das ist das Geschenk der Freiheit!

Doch Maler*innen und Zeichner*innen kleben oft strickt an der Linie! Auch Maler*innen sind im Grunde immer Zeichner*innen, weil sie nicht davon loslassen vorzuzeichnen und in der Linie zu denken. Das ist aber gar nicht nötig, denn der Mensch tickt anders.

Mustererkennung, uralt und hyperaktiv

Mustererkennung des Menschen bezieht sich auf die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, Muster und Zusammenhänge in Informationen zu erkennen und zu interpretieren.

Unsere Vorfahren haben im Dschungel Spuren gelesen und gelernt sie geschickt zu nutzen, um Nahrung zu finden.

Die Mustererkennung liegt in unseren Genen! Wir können aus Formen und Flecken Dinge erkennen. Selbst in den abstrakten Wolken sehen wir etwas.

Zufälliges fällt uns daher schwer, denn wir suchen naturgegeben, immer das Muster!

Leider erkennt unsere Mustererkennung jeden Scheiß als Muster!

Kann ja, kein Zufall sein! – Mit diesem Spruch fängt das Unheil an! Dies hat der Menschheit schon viel Leid beschert! Ist in diesem Winter eine Jungfrau gestorben und im nächsten Sommer war die Ernte gut? Na, dann opfern wir doch mal ein Mädel! Werden um die Frau des Schmidts ein paar Leute krank, na dann verbrennen wir die Alte!

Die Mustererkennung ist so genial wie gefährlich!  Heute sorgt sie für Verschwörungstheorien, weil Menschen Zusammenhänge sehen, wo keine sind!

Mustererkennung ist genial für Maler*innen.

Sie funktioniert immer noch in unseren Köpfen und für Maler*innen ist dies eine enorm gute Nachricht!

Wir können einfache Farb und Formenmuster benutzen, um Dinge zu zeigen! Das macht den Betrachtern unserer Bilder sogar Spaß.

Sie erkennen auch im Chaos die nötigen Informationen.

Das heißt im Umkehrschluss, du must beim Malen nicht perfekt sein, um das perfekte Bild zu malen. Die Mustererkennung hilft uns Dinge, einfach und effektiv darzustellen, wenn wir darauf vertrauen, dass ihr Publikum mithilft!

Unsere Betrachter wird auch noch aus wirren visuellen Form- und Farbmustern die dargestellten Gegenstände erkennen.

Abstrakt ist vertrackt! Negativtechnik hilft!

Wir können frei und spontan arbeiten und unser Publikum sieht trotzdem, was wir malen.

Schau noch einmal in die linke Seite des Bildes.

Hast du oben gedacht: Himmel auf der linken Seite des Bildes sehe ich überhaupt nichts? wahrscheinlich nicht! Du hast dort eine Stadt gesehen, obwohl die Formen der Häuser überlappen. Auf manchen Stellen stehen 2 Häuser, es gibt Hausfragmente. Fenster des einen Hauses sind im anderen zu sehen. In Realität geht das nicht, doch dein Kopf hat alles perfekt zusammengebaut.

Du hast es wahrscheinlich nicht einmal bemerkt, dies ist der Erfolg der Mustererkennung:

Die linke Seite des Bildes wird genauso gut erkannt, wie die ordentlich gemalte rechte Seite des Bildes.

Und das solltest du dir sagen, wenn du dich beim Malen mal wieder für einen vermeidlichen Fehler fertig machst.

Dummerweise funktioniert die Mustererkennung nicht nur unseren Betrachtern. Die Mustererkennung hat auch die Malerin*innen wunderbar im Griff.

Mal spontan! Upp’s und schon ist es ein Muster!

Denn uns nun jemand sagt: Male frei, spontan und abstrakt, deine Betrachter erkennen das! Wird uns dies sehr schwerfallen.

Es ist so gut wie unmöglich, Dinge zufällig und unregelmäßig zu malen.

Malen wir einen Wald, so werden wir die Bäume unterbewusst gleichmäßig verteilen. für Blümchen auf der Wiese werden wir ein beknacktes Muster finden. Das kennst du sicher bei dir selbst.

Deshalb funktioniert es auch nicht eine Linienzeichnung locker und frei zu kolorieren, denn wir halten uns an das Muster der Linien!

Aus diesem Grund kolorieren viele professionelle Maler anders. Sie werfen zuerst fast zufällig abstrakte Kolorierungen auf das Blatt. Und hier kommt die Negativtechnik ins Spiel.

Negativtechnik fängt es ein!

Sie werfen erst freie Farbverläufe auf das Blatt. Dort wo Licht wichtig wird, sie darauf die Helligkeit stehen zulassen. Das ist die einzige Voraussetzung!

Aus diesen zufälligen Farbstrukturen arbeiten sie dann Formen, zum Beispiel Häuser heraus.

Schau mal rechts im Bild sind die Häuser fast klassisch gemalt. Links entstehen die Formen aus den Schatten.

In der Mitte entsteht das Pantheon in Lissabon aus Himmel, Bäumen und Schatten. Links verschwimmt es mit den Farben der Häuser. Dies ist Zufall. Der Maler behält auch im wüstesten Chaos die Kontrolle, weil es nur darum geht Formen zu zeigen.

Die Negativ-Technik verhilft uns zu einem vielfältigeren und spontanen Farbauftrag. Weil auch Formen aus vollkommen zufälligen Farben, die schon auf dem Blatt sind, entstehen können.

Negativtechnik macht Spontanität leicht!

Eine schöne Stimmung und großartige Farbeffekte:

Malt man zuerst große zusammenhängende Farbflächen, dann entstehen großartige Farben und auch zufällige Mischungen. Diese wundervollen Farben werden das Bild bestimmen.

Das Bild bekommt eine Farbstimmung.

Da ich die Gegenstände des Bildes später durch die negativ-Technik definiere, besteht jeder Gegenstand des Bildes aus der ersten Farblasur.

Es entsteht eine zauberhafte Gemeinschaft die stark wirkt.

Diese Bilder haben die Stärke der Einheit gegenüber Bildern, in denen jeder Gegenstand einzeln ausgemalt wurde.

Das Bild wandelt sich vom Flickenteppich zur Stimmung.

Die richtige Form entsteht durch das Setzen der dunklen Farbflächen und Schattenlinien, wie zum Beispiel Regenrinnen. Die Mustererkennung springt an man sieht Häuser.

Erst wenn es um die Schatten geht, muss man Formen definieren.

Ich wünsche Dir viel Spass. Übrigens ist die Negativtechnik am einfachsten, wenn ma einen dunkeln Hintergrund hat, denn dann muss man um helles im Vordergrund einfach drumherum malen, kinderleicht.

Liebe Grüße ins Wochenende!

Tine

Was ist Wissen wert?

CHF

 

Der Blick ins Buch, lohnt sich. ich bin nicht verantwortlich für die Inhalte,

https://www.youtube.com/watch?v=zKKuiYMopWQ

 

Schnelle Zeichnungen mit Hilfe des Nichts

https://blog.herz-der-kunst.ch/schnelle-zeichnungen-mit-hilfe-des-nichts/

 

 

Malen lernen und deine Persönlichkeit!

Tine Klein Aquarell Basel, Bahnhof, Malen lernen, und der eigene Stil.

Malen lernen ist etwas für Forscher, für Menschen die gerne Beobachten. Für Menschen die eine laute und eine leise Seite haben. Die aus ihren Beobachtungen eine neue Idee machen.

Heute möchte ich mal mit euch über etwas sprechen, über das man selten etwas in Büchern liest.

Die persönliche Note.

Viele glauben, diese Note entsteht nur aus dem persönlichen Malstil – den verwendeten Techniken.

Doch das ist nur ein kleiner Teil des eigenen Stils. In dem Bild mischen sich die Beobachtungen eines Menschen mit seinen Gedanken, Ideen und der Art wie er malen oder zeichnen kann.

Die Sichtweise des Malers beeinflusst Bilder sehr stark! Sehen ist nicht neutral, denn unsere Augen sind nicht ein neutrales Organ, sie gehören zum Gehirn und sind damit direkt mit deinem Geist und deiner Seele gekoppelt.

Dein persönliches Sehen wird deine Stilentwicklung stark beeinflussen, denn du kannst nicht aus deiner Haut!

Wie bringt man die Realität aufs Blatt?

Viele Menschen versuchen einen Ort realitätsgetreu abzumalen und dabei verkrampfen sie, denn das ist schwer. Auch ich bin Realist und liebe es Räume und Orte realistisch darzustellen, aber zwischen realistisch darstellen und realistisch sehen liegen Welten.

Bevor ich anfange zu Malen teste ich, was ich sehe.

Ja, tatsächlich, ich stelle mich der Tatsache, dass ich viele Dinge nicht sehe. Und male dann ganz realistisch nur das, was ich wirklich sehe! Das ist eine andere Art des Realismus.

Ich zeige nur einen Blick, meinen Blick.

Wie mache ich das? Bevor ich das Motiv male drehe ich mich um mache meine Zeichnung aus dem Kopf.

Alles, was ich behalten habe, habe ich auch tatsächlich gesehen.

Wie die Persönlichkeit das Sehen beeinflusst.

Der Mensch lässt sich auf rund 18.000 Grundlegende Charaktereigenschaften klassifizieren! Ja richtig gehört 18.000! Und die Kombination daraus wird bestimmen, was du siehst und wie du es bewertest.

Unsere Persönlichkeit umfasst unsere Verhaltensmuster, Überzeugungen, Werte und Einstellungen, die dann unser Denken, Verhalten und Sehen beeinflussen.

Beispielsweise kann eine Person, die von Natur aus optimistisch ist, die Welt um sich herum möglicherweise positiver wahrnehmen als eine Person, die von Natur aus pessimistisch ist.

Unser Gehirn verarbeitet jeden Tag unzählige Informationen aus der Umgebung, aber es ist nicht in der Lage, alles zu verarbeiten. Stattdessen wählt es aus, welche Informationen für uns wichtig sind und welche nicht.

Deshalb sehen wir manche Dinge und andere Dinge nicht!

Was in einigen Ländern in den Zeiten der Krise heftige Auswirkungen hatte, weil man merkt, dass viele Lebensstile nicht mehr miteinander reden können.

Genau der gleiche Effekt schlägt sich in unserem Malstil nieder.

Denn was wir beide gemeinsam haben unser Gehirn sieht vor allem, was es gerade beschäftigt. Unser Hirn beeinflusst, was wir sehen und damit unsere Bilder.

Ein weiteres Phänomen, das unsere Wahrnehmung beeinflussen kann, ist die „Bestätigungsfehler“. Das bedeutet, dass wir Dinge eher bemerken oder wahrnehmen, die unseren bestehenden Überzeugungen und Erwartungen entsprechen.

Bestätigungsfehler sind in der Kunst gut – im Beruf und Gesellschaft jedoch fast kriminell.

Im Beruf sind Bestätigungsfehler fast kriminell. So bekommen Menschen mit einem verrufenen Wohnort, kaum die Chance auf einen Kredit oder einen guten Job, weil der Bestätigungsfehler Vorurteile fördert.

In der Kunst ist der Bestätigungsfehler jedoch gut, weil er offenlegt, was du denkst und siehst.

Er macht deine Kunst so wertvoll, denn wir können durch Deine Augen sehen.

Malen lernen – Wie dein Kopf ein Bild beeinflusst.

Durch Kunst können wir die anderen durch unsere Augen sehen lassen.

Schauen wir mal, wie dieses Bild zustande gekommen ist. Ich bin Immigrantin. Ich war mit meiner besten Freundin im Nationalmuseum in Zürich. Um der Frage nachzuspüren was ist eigentlich Schweizerisch?  Denn ich trage mich mit dem Gedanken, Schweizerin zu werden. Diese Gedanken sausten mir durch den Kopf als ich dieses Bild begann.

Der Tag im Nationalmuseum war sehr unterhaltsam, Ich bin happy und greife zu fröhlichen Farben.

Nach dem ich im Nationalmuseum war fiel mein Blick zuerst auf die Flagge!

Mein Kopf ist eigentlich noch bei all den Informationen, die ich im Museum bekommen habe.

Nun scannt mein Geist das Motiv nach allem Schweizerischem! Ohne dass ich es bewusst merke.

Die Schweizer mögen ihre Bahn! Anders als in anderen Ländern spielt das Auto in der Schweiz nicht die bestimmende Rolle, weil die Bahn funktioniert. Wie eine Welle rollen die Schweizer morgens zur Bahn und abends zurück.

Und so bevölkern in meinem Bild Menschen den Weg zum Bahnhof! Malen lernen zeigt, was du siehst!

Und deshalb warne ich inständig davor, nur Fotos zu benutzen die ein anderer gemacht und entworfen hat! Du reproduzierst den Bildentwurf und die Geisteshaltung eines anderen!

 

Die Schweiz hat eine schöne traditionelle Kultur, aber auch eine bunte vielfältige Gesellschaft. Kaum ein Land in Europa hat so viele Ausländer wie die Schweiz.

39 Prozent!

Doch es gibt viele Ausländer und diese haben vielfältige und gute Dinge mit ins Land gebracht. In den Städten hört man unterschiedliche Sprachen und es gibt gutes Essen aus aller Welt. Ich mag diese bunte Gesellschaft. Neben vielen seriösen dunkel gekleideten Anzugträgern steht, stehen mehrere bunte Alternative. Später steht neben einem Mann mit mehr Tattoos als Keidung ein Anzugträger. Unterbewusst male ich die Menschen farbig vielfältig. Doch alle strömen gemeinsam im warmen 17 Uhr Licht nach Hause.

Eines haben alle Schweizer gemeinsam, egal wie sie aussehen, dieses Land zieht die Fleißigen an. Das Land ist busy!

Und zügig zu Fuß gehen gehört in der Schweiz zum Lebensstil! Deshalb zeigt mein Bild Menschen die zügig gehen.

So vielfältig wie die Menschen ist die Bebauung der Städte, ein typisches Schweizer Stadtbild ist geprägt von den Banken und Versicherungshochhäusern, neben wunderschönen Bauten der Belle Epoche und irgendwo findet sich noch ein kleines Haus aus dem Mittelalter.

Für jeden was dabei!

Während ich das Bild male, findet mein Geist all diese Dinge und deshalb verändert sich main Bild. bewusst zeige ich die unterschiedlichen Baustile, der Weg zum Bahnhof wird das Thema.

 

Malen lernen – ist das Verarbeiten von Gedanken.

Natürlich gehört zum Malen lernen viel Technik – siehe den Blog letzter Woche.

Malen lernen ist mehr als nur einen Pinsel halten.

Du hast gesehen wie sehr meine Gedanken und Erlebnisse das Bild gestaltet haben.

Die Art wie du die Welt siehst, macht dein Bild wertvoll!

Sie verändert ein Bild vom Realismus zum persönlichen Blick.

Tine Klein Aquarell Basel, Bahnhof, Malen lernen, und der eigene Stil.

Du darfst selbst entscheiden, ob du von Fotos aus den sozialen Netzwerken malen lernst. Doch ich habe das Gefühl, das es den persönlichen Stil ruiniert, es beraubt dich um wertvolle Erfahrungen. Danach wird es schwer Bilder selbst zu gestalten, der Blick des Fotografen dominiert und daran gewöhnt man sich. Zeig uns von Anfang an deine Welt, ich freue mich drauf!

Liebe Grüße aus Basel,

Tine Klein

 

Was ist dir Fachwissen wert?

CHF

 

https://blog.herz-der-kunst.ch/notan-und-der-bildentwurf/

https://www.geo.de/magazine/geo-kompakt/15836-rtkl-big-five-modell-fuenf-charakterzuege-die-jeder-hat-so-entschluesseln

https://www.eyebizz.de/eyebizz-news/kreative-menschen-nehmen-dinge-anders-wahr/

Pinseltechniken im Aquarell

Arco da Rua Augusta -Triumphbogen, Aquarell Tine Klein, Tutorial zu Pinseltechniken

Arco da Rua Augusta -Lissabon-Triumpfbogen

Pinseltechniken sind etwas sehr Wichtiges, denn sie machen dir das Leben leicht!

Dabei glaube ich , dass es dabei gar nicht so sehr um die Technik geht, sondern um das Gefühl der Leichtigkeit, wenn man weiß, wie man etwas macht. Wenn sich das Gefühl der Leichtigkeit beim Malen einstellt, dann werden Bilder so locker. Aber ohne Technik gehts auch nicht!

 

Pinseltechniken und Bauchwissen

Die Pinseltechniken sind der Verstand und die Kunst ist die Seele!

Damit das Malen so richtig gut klappt, sollte man Pinseltechniken erlernen! Erst wenn man ein Werkzeug völlig ohne nachzudenken benutzt, wird es leicht.

Beim Malen spielt die Motorik eine große Rolle. Die Motorik braucht eine ganze Weile, bis sie sich entwickelt, deshalb wird eine neue Pinseltechnik nicht sofort klappen.

Deine Motorik muss erst mal begreifen, wie sie Hand und Auge zusammenbringt und dabei noch die Technik ausübt.
Wir alle kennen diesen Vorgang bei Kindern, wenn Sie mit Besteck essen lernen. Wenn man das erste Mal in seinem Leben einen Löffel benutzt, dann klebt hinterher eine ganze Menge Brei im Gesicht und an der Wand.

Erinnere dich daran, wenn du Spritzen mit dem Pinsel übst. Dann schaut’s nämlich genauso aus. Hörst du mein amüsiertes Lachen?

Das Arbeiten mit einer neuen Pinseltechnik ist nichts anderes als Essen mit dem Löffel zu lernen!

Nun möchte ich dir den Tipp geben, eine Technik in Ruhe zu lernen und öfter einzuüben, bevor du hohe Erwartungen an sie hast.

Übst du eine neue Pinseltechnik ein, musst du ihr die Zeit geben,  zum Bauchwissen zu werden. Der Unterschied zwischen Theorie und Bauchwissen ist, dass man theoretisch zwar alles weiß, es aber nicht klappt, es aber beim Bauchwissen überhaupt nicht bewusst wird und trotzdem klappt.

Fachwissen und Pinseltechniken

Das Problem mit Fachwissen und Pinseltechniken ist, dass man meistens überhaupt nicht weiß, was man braucht.

Natürlich malen viele Maler intuitiv, dennoch steckt in dieser Intuition selbstverständlich viel Pinseltechnik.

 

Meistens benutzt man einen Pinsel wie in der Kindheit mit der Spitze, und die etwas komplizierteren Pinseltechniken werden dadurch verdrängt.

Viele Pinseltechniken sind am Anfang kompliziert, hat man sie jedoch gemeistert, machen sie einem das Leben enorm leicht. Man stößt an die Grenzen der Machbarkeit, weil man gar keine Ahnung hat, wie man einen Pinsel denn sonst benutzen könnte.

Ist dir bekannt, dass man einen Pinsel mit der Spitze, der Seite und dem Holz benutzen kann?

Alle Pinseltechniken haben bestimmte Anwendungsbereiche. Sie ermöglichen dir, etwas ohne großen Aufwand zu malen. Wir halten diese Techniken für schwer, einfach nur, weil sie uns fremd sind.

Pinseltechniken:

Nass-auf-Trocken:

Diese Technik ist die häufigste der Pinseltechniken. Die meisten Laien malen diese Technik einen kleinen Rundpinsel. Dies gibt schön viel Kontrolle.

Diese Technik erzeugt harte und sehr kontrollierte Kanten.

Immer dann, wenn man eine starke Kante braucht, malt man mit feuchtem Pinsel auf trockenem Grund. Dies sieht man oben an der Burg.

Ich möchte euch jedoch eine Variante empfehlen: Wechselt von einem kleinen Pinsel auf einen sehr großen mit einer guten Spitze.

Wenn man Häuser mit scharfen Kanten möchte, ist ein Flachpinsel super, denn er ist automatisch rechteckig.

Wenn man den Pinsel nun mit der Seite benutzt, kann man sehr große Flächen mit dieser Technik sehr zügig bearbeiten.

Arco da Rua Augusta -Triumphbogen, Aquarell Tine Klein, Tutorial zu Pinseltechniken

Wo findest du die Technik im Bild der Woche? Fast alle feinen Details.

 Nass-in-Nass-Technik

Basel, Aquarell, Tutorial Vierklang Johannes Itten., Basel Dufourstrasse

Bei der Nass-in-Nass-Technik lässt man andere Farben in eine schon vorhandene Farbe tropfen. Die Farben dürfen ineinanderlaufen. Die Grundfarbe verändert sich. So kann man sehr schnell Bäume malen, das sieht man bei dem Bild mit der Burg. Aber auch für große Flächen, wie Hausfassaden oder Wasser, eignet sich ein Rundpinsel mit dickem Körper.

Arco da Rua Augusta -Triumphbogen, Aquarell Tine Klein, Tutorial zu Pinseltechniken

Diese Technik findest du im Schatten und den Menschen links vorne.

Der trockene Strich:

Der trockene Strich gehört zu den Pinseltechniken, die man auf jeden Fall kennen muss. Der trockene Strich ist die Möglichkeit, gebrochene Strukturen darzustellen. Überall dort, wo Flächen helle und dunkle Anteile haben, kann man den trockenen Strich einsetzen, um diese Flächen schnell zu malen.

Der Einsatzort des trockenen Striches ist extrem vielfältig.

 

Überall dort, wo es Reflexionen gibt, ist dieser Strich hilfreich. Wasserreflexionen, Reflexionen in Fenstern oder auch trockene Äste vor einem hellen Himmel. Unebene Oberflächen und Schnee. Insofern gehört diese Technik zu den absolut notwendigen Pinseltechniken.

Bei große Flächen sind breite Flachpinsel hilfreich.

Arco da Rua Augusta -Triumphbogen, Aquarell Tine Klein, Tutorial zu Pinseltechniken

Die Technik findest du rechts vorne beim Baugerüst.

Kratzen, Spritzen und Tropfen.

Tine Klein urban sketchings Kartause Ittingen Aquarell Skizze

Es gibt sehr viele verschiedene Arten, wie man Farbe in bereits existierende Farbe spritzen, tropfen oder kratzen kann. Man kann dies trocken oder Nass-in-Nass tun.  Mit großen oder kleinen Spritzern.

Hier wurde mit Wasser und mit Farbe gespritzt, um die großen Flächen zu modellieren.

Gekratzt habe ich in der feuchten Farbe, aber mit Füllhalter, so verbindet sich die Tinte mit der Farbe und sieht natürlich aus.

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit diesen Techniken zu beschäftigen.

Diese Technik findest du nicht im Bild der Woche, man nutzt nur was man braucht.

Auswischen:

Tine Klein urban sketchings Kartause Ittingen Aquarell Skizze

Angeblich kann man im Aquarell nichts verändern. Dies war auch eine lange Zeit wahr. Stimmt aber nicht mehr!

Pinsel und Papier haben sich in den letzten Jahren so verändert, dass man ohne Probleme schon aufgetragene Farbe wieder auswischen kann.

Dafür braucht man aber Wissen über Pinsel und Papier, denn es geht nicht mit ungeeignetem Material.

Tipp: scharfkantige Synthetik-Flachpinsel wischen besonders gut.

Wie dieser Pinsel arbeitet, sieht man bei den beiden linken Häusern im Bild.

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen!

Es ist viel einfacher, Pinseltechniken in einem Workshop zu lernen, denn oft fehlt die Fantasie, wie es wirklich geht!

Danach sollte man sich aber Zeit lassen und eine Technik nach der anderen lernen. Die Technik sollte ein ganze Zeit lang immer wieder benutzt werden.

Übung macht den Meister!

Dann passiert etwas sehr Schönes! Dein Gehirn macht es automatisch, das Bauchwissen entsteht. Ab jetzt gilt:

Verlass dich auf dein Herz, es hat schon geschlagen, bevor du denken konntest.

Für die Urban Sketches in Zürich habe ich gerade einen Workshop zu Pinseltechniken ausgearbeitet. Und ich danke ganz herzlich für einen wundervollen Tag!

Wenn auch du Teil einer Gruppe, eines Kunstvereins oder der Urban Sketchers bist, dann holt mich doch, ich bringe es euch gerne bei.

Liebe Grüße

Tine

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Weiterlesen bei Tine:

der-kunst.ch/pinseltechnik-wie-man-einen-pinsel-benutzt/

Pinseltechnik – Wie man einen Pinsel benutzt!

Gute Erklärungen gibt John Lovett:

https://www.johnlovett.com/brush-techniques

https://www.artistsnetwork.com/art-techniques/beginner-artist/watercolor-made-easy-quick-brushstroke-tips/

Urban Sketching mit Augenzwinkern!

 

Heute schreibt meine Freundin Stefanie Frank über Urban Sketching. Ich hatte die letzten beiden Wochen Covid und nun merke ich, wie sehr mir das Sketching an der frischen Luft fehlt.

Steffi und ich trafen uns beim Urban Sketching, schon kurze Zeit später waren wir beste Freundinnen. Warum?  Was Steffis Zeichnungen prägt, ist ihr Charakter. Sie ist charmant! Wenn Steffi und ich zusammen zeichnen, dann schweißt uns eine Eigenschaft zusammen.

Das Augenzwinkern und das Lächeln, wir genießen die Welt!

Steffi beobachtet die Welt wie eine Naturforscherin! Das macht sie gut! Denn Beobachten ist eine der Kernfähigkeiten einer guten Zeichnerin!

Und nun möchte ich an meine zauberhafte Freundin Stefanie Frank übergeben. Die mal so ganz nebenher genauso wie ich eine Workshopleiterin mit viel Erfahrung ist!

Stefanie Frank – Urban Sketching -wenn Provinz zum Highlight wird!

 

Seit vielen Jahren lese ich Tines wunderbaren Blog und freue mich jede Woche auf ihre neuen Beiträge. 2014 habe ich mit dem Urban Sketching begonnen und seitdem so viel von ihr gelernt. Umso mehr freue ich mich, dass sie mir angeboten hat, einen Gastbeitrag zu schreiben. 

Vielen Dank, Tine!

Urban Sketching -Zeichnen im Café

Ich möchte Euch heute etwas über mein Zeichnen vor Ort erzählen. Es gibt in meinem Heimatort Koblenz ein Café, in dem ich immer wieder an meinem `Stammtisch` sitze und zeichne.  Es ist ein Mikrokosmos, ein kleiner Kulturschmelztiegel. Männer in Lammfellwesten unterhalten sich auf Türkisch, andere telefonieren lautstark auf Französisch, Freundinnen geben sich psychologische Ratschläge, ältere Damen füttern ihre Enkel mit Kuchen…. dies alles ist mein `Sketchhintergrund` und fliesst in meine Zeichnung ein.

Ich schaue nach draußen auf ein etwas tristes Stadtgebiet. Keine spektakuläre Architektur, ein Modellbaugeschäft, ein Kosmetikladen, parkende Autos, alles ziemlich provinziell. Wie sehr beneide ich oft die Sketcher aus Malaysia, Indien oder Singapur. Was für faszinierende Motive, Tempel mit Verzierungen und prächtigsten Farben, schillernde Großstadtarchitektur. Sie zeichnen am Puls der Zeit. Und ich hocke in der Provinz. 

Urban Sketching macht mir meine Provinz interessant!

Ah, wer taucht da auf? 2 Männer vom Ordnungsamt in dunkler Kleidung, mit grimmigem Gesichtsausdruck und Silberrückenattitüde. Ich zeichne sehr schnell die Silhouette und ein paar Kleidungsfalten. 30 Sekunden und schon sind sie weg. Wenn Ihr genau hinschaut, werdet Ihr sehen, dass meine Zeichnung alles andere als perfekt ist. 

Ich mische Ultramarin mit gebranntem Sienna, setze es mit einem dicken Pinsel auf und da ist die wichtige Dunkelheit für die Uniform. An der Mütze lasse ich eine kleine Lichtkante, was immer edel aussieht. Ich zeichne einen Pfeil und schreibe `Ordnungsamt`. 

Stefanie Frank Ordnungsamts Gorillas in Koblenz. Urban sketching

Wenn ich das Bild jetzt anschaue, entdecke ich Dinge, die unbewusst entstanden, z.B. dass der Mann mit dem Baumstamm verschmilzt. 

Ich muss oft über meine Bilder lachen, weil ich erst später Verbindungen erkenne, die unbewusst entstanden sind. Es entstehen Geschichten.

Und plötzlich ist Koblenz doch schön!

Warum mir Frankenstein beim Zeichnen hilft!

Ui, wer taucht da gerade vor dem Fenster auf? Eine Stadtstreicherin mit voll beladenem Rollstuhl. Nach einer Minute zieht sie weiter.

Wie kann ich lesbar machen, dass es ein Rollstuhl ist?

Ich arbeite die Speichen durch Dunkelheiten heraus, zeichne ein kleines Rad und Rückspiegel. Den Rest ergänzt das Auge des Betrachters. 

Stefanie Frank urban sketching. Stadtstreicherin in Koblenz

Frauen mit grossen Einkaufstüten laufen vorbei. Oh, schon wieder weg! Egal, nehme ich die Beine von der nächsten Person. 

Frankenstein-Zeichnen nennt man das scherzhaft, da die Körperteile verschiedener Personen aneinandergefügt werden. 

Mein Stift  und das Zeitdokument:

Ein DHL-Lieferwagen parkt genau vor dem Fenster. Zeit, Antennen, Strassenschilder, Autos, Werbeschilder zu zeichnen. Sie machen eine Zeichnung lebendig und sind ein Zeitdokument. 

Das Leben fliesst und pulsiert. In jeder Sekunde entsteht ein neues Bild.

Urban sketching – Anfangen und Üben!

Ich beginne meist mit dem Vordergrund, fast immer mit einer Person. Dann baue ich wie mit einem Baukastensystem alles drumherum auf, die Linie des Bürgersteigs, die Poller, ein Fenster usw.

Indem ich von vorne nach hinten zeichne, entstehen Überlappungen und perspektivische Tiefe.

 

Um das Zeichnen von Figuren zu üben, kopiere ich häufig Comics. Comiczeichner sind fast durchgängig Vollprofis, mit allen Wassern der Farbtheorie und Komposition gewaschen. Will Eisner, Colman, Hergé…sie alle drücken so viel mit wenigen Linien aus. 

Ich steige in die Schuhe des Zeichners, gehe ein Stück weit mit ihm und lerne.

Mein Literaturtipp fürs erzählerische Urban Sketching: 

©2015 Dupuis by Desberg, all rights reserved

 

Schaut Euch diese Ratte von Colman an, verschlagen, die Gefährlichkeit betont durch das Rot, eine schwarze Stadtsilhouette im Hintergrund und Regen. Und da, der kleine Billy, nichts wie weg.

Es war mir eine Ehre! Liebe Grüße Steffi

Hallo, ihr Lieben, möchtet ihr noch mehr von Steffi lesen?

Ihr findet viele Bilder von Steffi auf Instagram!

@fannyblu64 auf Instagram.

Steffi schreibt über Urban Sketching und das Zeichnen.

Mein Blog: fannyblumalt.blog

Ihr könnt auch Kurse bei Steffi buchen.

Schaut doch mal rein! Steffi freut sich. Falls Ihr an einem Kurs im Urban Sketching interessiert seid, findet Ihr mich im Kursprogramm der VHS Koblenz. 

Kursplatz bei Tine in Koblenz frei:

Übrigens werde ich Mitte Juli bei Steffi sein und dort unterrichten! Das Thema ist das oft gewünschte Thema Farbwelten! Alles, was man rund um Farbe wissen, muss. Weil der Kurs so voll war, haben wir einen zweiten Kurs aufgelegt. Es sind nun 3 Plätze frei.

Bitte meldet euch bei mir. Genauer Termin folgt noch.

zum Beispiel über Instagram:

https://www.instagram.com/tine.klein/

 

Was ist Fachwissen wert?

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Malen lernen -Gutes Design!

Tine Klein, Malen lernen ist einfach wenn man die Grundlegenden Gestaltungsregeln kennt.

Schnelles spontan Aquarell Lissabon. Tine Klein

Moin ihr Lieben,

Beim Malen lernen findet man Lösungen oft dort, wo man sie nicht vermutet.

Wenn du ein Problem nicht lösen kannst, dann kann es sein, dass Du dich an zu viele Regeln hältst.

Oder Regeln zu starr anwendest, denn jeder muss seinen eigenen Weg finden.

 

Regelmäßig schreibe ich die Regeln der Kunst auf.

Doch Kunst hat keine Regeln.

Obwohl Orange oft als die Farbe der billigen Werbung beschrieben wird, liebe ich Orange. Generell gilt, man darf gerne auf Regeln pfeifen. Wenn ich euch also nun die Regeln lehre, dann sind sie wie Kühlschränke. Darin bewahrt man Wissen auf, damit es nicht verdirbt.

Regeln sind wie Kühlschränke, man holt sich raus, was man braucht! Und frisst nicht den ganzen Kühlschrank, bis man sich übergibt.

Jeder holt sich aus dem Kühlschrank, was er mag!

Deshalb möchte ich heute 3 Menschen und unterschiedliche Problemlösung zeigen. Die heutige Frage ist:

Wie bekommt man in einem Bild viele Sachen unter einen Hut?

Chaos ist die normalste Sache der Welt. Schließlich weiß Jeder:

Wo Chaos auf Ordnung trifft, gewinnt das Chaos, weil es viel besser Organisiert ist!

Also brauchen wir beim Malen lernen Methoden, um die Unordnung angenehm fürs Auge zumachen.

Das Gestaltungsgesetz der begrenzten Formenzahl hilft uns beim Malen lernen:

Das Gestaltungsgesetz der begrenzten Formenzahl besagt, dass ein Bild eine begrenzte Anzahl von Formen enthalten sollte, um eine klare harmonische Wirkung zu erzielen.

Wie bei allen Gesetzen ist es wichtig, dass es nicht überall und ohne Verstand angewendet wird. Eine Form bilden heißt nicht nur einen Klotz ins Bild zu malen. Es gibt viele erfolgreiche Designs, die das pure Chaos enthalten. Das machen meine liebe Freundin Steffi Frank so und auch Felix Scheinberger, weil sie es in ihrer Kunst gut unter einen Hut bekommen. Letztlich hängt die Anzahl der Formen davon ab, wie groß ein Format ist oder welchen Stil und welche Botschaft du hast. Aber es könnte auch ein kleiner Trick dahinterstecken.

Ist das hier, wirklich unbegrenztes Chaos?

Ich denke nicht, denn immer, wenn etwas so leicht und natürlich ausschaut, dann steckt viel Fachwissen dahinter.

Solltest du zu den Menschen gehören, die ihre Bilder regelmäßig kaputt malen, dann darfst du nun die Ohren spitzen.

Was steckt hinter dem Gesetz der begrenzten Formenzahl?

Das Gesetz geht auf den Gestaltungsphysiologen Max Wertheimer zurück. Er hat darüber geforscht, wie Mensch im Gehirn Informationen verarbeiten.

Die Idee, die dahintersteckt, ist, dass das menschliche Gehirn visuelle Informationen schneller und effektiver verarbeiten kann, wenn sie in einer begrenzten Anzahl von Formen gruppiert werden.

D. h. nichts anderes, als das Bilder chaotischer wirken, wenn der Betrachter mit so vielen Informationen in Form von einzelnen Formen bombardiert, wird.

Das Gesetz besagt, dass das menschliche Gehirn, Informationen besser aufnehmen kann, wenn es in wenigen und einfachen Formen gemalt oder gezeichnet wird.

Also nur noch einen Klotz ins Bild? Ganz und gar nicht, warte bitte noch einen Moment, bevor du die Stirn in Falten legst.

Malen lern mit Gestaltungspsychologie:

Wenn man daran verzweifelt, dass die eigenen Bilder immer chaotischer werden, oder wie ein Sammelsurium aus der Hand eines sechs Klässlers aussehen. Dann kann es sein, dass einem dieses Gesetz hilft.

Beim Bildentwurf sollte man sich darauf konzentrieren, das Bild in einfachen und klaren Formen zu organisieren.

Dann wird der Betrachter, das Bild als übersichtlich und informativ betrachten.

Was mache ich mit dem ollen Gesetz, wenn ich doch Details malen möchte?

Hilfreich wird das Gesetz beim Malen lernen erst, wenn man ein paar Zusatzinformationen hat.

Jetzt kommt ein Haufen Theorie denn ich gleich in Klartext übersetzen werde.

Das Gesetz der Ähnlichkeit:

Die Gestaltpsychologie identifiziert mehrere Gestaltgesetze, die alle auf der Annahme beruhen, dass das menschliche Gehirn dazu neigt, visuelle Informationen auf bestimmte Weise zu organisieren und zu interpretieren. Zu diesen Gesetzen gehört auch das Gesetz der Ähnlichkeit, das besagt,

dass Elemente, die ähnlich aussehen, als zusammengehörig wahrgenommen werden.

Hie ein Beispiel von meiner Freundin Steffi, viel Action und trotzdem eine Einheit! Steffi setzt auf gelbe Sternschnuppen. Eine eigenwillige und gute Methode, um Einheit zu erzeugen. Das funktioniert so gut, weil sie nicht jedes Teil einzeln malt, sondern ihnen ein gemeinsames Farbkleid verpasst.

Das Gesetz der Nähe:

Dieses Gesetz besagt, dass Elemente, die nahe beieinander liegen, als zusammengehörig wahrgenommen werden.

Indem Designer Elemente mit ähnlichen Formen und Farben in der Nähe zueinander platzieren, können sie die begrenzte Formanzahl in einem Bild erreichen.

Denn alles, was gemeinschaftlich ausschaut, wird als ein Brei betrachtet.

Malen lernen im Klartext:

Schritt 1: Form definieren

Ich definiere einen Bereich, in dem alles Wichtige stattfindet.

In diesem Fall ist dies, dass perspektivische Dreieck der Küstenlinie in Lissabon.

Ich nenne das den Aktionsraum meines Bildes. Eine Line of Action, wenn man so möchte.

In dieser definierten Form balle ich die gesamten Einzelmotive meines Bildes. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, werden alle Formen, die ich male in diesem Dreieck konzentriert.

Ich nenne dies  Shape of Action – Oder Aktions Raum.

In dieser geometrischen Form dampfe ich alle Einzelmotive zusammen. Ich backe aus ihnen einen gemeinsamen Kuchen.

Das Auge des Betrachters, bekommt für alle Motivbestandteile, eine große und einfache geometrische Form präsentiert.

Schritt 2: Malen lernen mit dem Gesetz der Ähnlichkeit und der Nähe:

Malen lernen heißt oft Ähnlichkeit und Gemeinschaft erzeugen:

Innerhalb der großen Form gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Motivbestandteilen. Dabei achte einerseits darauf, dass sich ähnliche Bestandteile innerhalb des Motives regelmäßig wiederholen. Perspektive Linien, Fenster und Menschen werden entlang der von mir definierten Form aufgereiht. Dabei achte ich tunlichst darauf, dass sich die einzelnen Motivanteile nicht isolieren. Farbe benutze ich als Bindemittel.

So kann man einen chaotischen Haufen von Motivbestandteilen zusammenbinden.

Tipp Farbe als Bindeschnur: Alle Motivanteile werden aus denselben Farben gemischt. Ich benutze niemals vorgefertigte Farben, sondern verbinde die einzelnen Motivanteile, durch Farben, die ineinander übergehen. Hier ist dies Indigo, Coelin oder Türkis, Indischgelb Lasurorange und ein Kadmiumrot. Ich erlaube den Farben in verschiedene Motivanteile zu überschwappen. Chaos, nein Verbindung! Die Farbe des Hauses, greift nach der Form der Menschen. Die Farbe der Dächer ist die Farbe der Köpfe. Ich als sei es mit demselben Faden gestrickt.

Wer dies beachtet, wird beim Malen lernen schnell, Gemeinsamkeit und Harmonie erzeugen.

Tipp: Die Technik dazu ist Wet in Wet, sie verschmilzt Farben. Zeichner können Schraffuren benutzen, um Formen zu verbinden.

Das Gesetz der Nähe:

Alles, was nahe zusammenliegt wird vom Betrachter als Einheit empfunden.

Generell balle ich alle Aktionen in meiner definierten Form der Aktion. Die Verbindung erfolgt schon allein dadurch das ich alles in die Form quetsche.

Doch es gibt weitere Tricks:

Wenn ich zum Beispiel Linien quer durchs Bild ziehe dann verbinden diese einzelne Motivanteile. Diesen Trick sieht man oft bei dem Maler Bernhard Vogel. Er schafft Verbindung in sehr dynamischen Bildern.

Auch schlau, eine Negativform! Felix zieht eine graue, braune Negativform quer durchs Bild, dies wirkt wie eine Straße fürs Auge.

 

Felix setzt auf einen klar erkennbaren Weg, eine gemeinschaftliche Richtung, in der die Formen verbunden sind, sie sind so nah zusammen, das Einheit entsteht.

Fazit: Malen lernen bedeutet Harmonie ins Chaos bringen.

Ich hoffe dir ist nun klar, warum chaotische Bilder bei einigen Malern und Illustratoren trotzdem harmonisch und einheitlich wirken. Der Maler hat die Einzelobjekte in eine begreifbare und zusammenhängende Form gebracht. Ähnlichkeit, Nähe und Farbliche Einheit sind die Zauberworte.

Einige Künstler bändigen das Chaos zu einer begreifbaren Form.

3 Menschen 3 völlig unterschiedliche Lösungen für ein Problem! Steffie, Felix und Tine haben ihre eigene Methode gefunden. Deine Bilder werden gut, wenn du dich traust Regeln wie einen Kühlschrank zu benutzen. Koch was Eigenes, das dir schmeckt!

Lieben Dank an Felix und Steffi.

Liebe Grüße ins Osterwochenende Tine!

Hast du was gelernt? Was ist Dir Fachwissen wert?

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Hier findet ihr Steffie und Felix:

Felixhttps://www.instagram.com/felixscheinberger/

Steffie: https://www.instagram.com/fannyblu64/

https://blog.herz-der-kunst.ch/bildentwurf-ohne-goldenen-schnitt/

 

Bildentwurf ohne goldenen Schnitt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ton in Ton – Harmonie oder Langeweile?

Ton in Ton, ein erfolgreiches Farbschema:

Anhand von Ton in Ton Skizzen habe ich euch letzte Woche gezeigt, wie ich Pinseltechniken übe. Das ist hübsch, schnell und praktisch.

Schlecht gemacht wirken diese einfarbigen Bilder schnell fade und monoton. Doch es gibt viele Tricks, um sie aufregend und harmonisch zu gestalten.

Tine Klein ein Guide wie man Ton in Ton Bilder aufregend gestaltet

Ton in Ton, das bedeutet Harmonie, und es bedeutet eine deutliche Vereinfachung des Malprozesse!

Ich bin eine Urban Sketcherin oder Pleinair Malerin, was beides bedeutet, dass ich gerne im Licht der Sonne male, und so bin ich natürlich an einfachen Malmethoden sehr interessiert.

Überwiegend einfarbige Bilder sind super, aber manchmal auch ein bisschen langweilig!

Was man vom heutigen Bild nicht sagen kann, dennoch ist es nur in vier Farben gemalt. Drei davon, Gelb, Orange und Rot, liegen im Farbkreis direkt nebeneinander, sie sind Ton in Ton.

Dieses Farbschema wird als analoges Farbschema bezeichnet, die Tipps passen jedoch auch auf Bilder, die nur mit einer Farbe gemalt werden.

Ob jetzt nun monochrom oder Ton in Ton, die Langeweile lauert im Hintergrund!

Du kennst das Gefühl wahrscheinlich? Dein Bild ist harmonisch, aber irgendetwas fehlt?

Na, dann naht nun Hilfe!

Denn das Fachwissen darüber ist hoch interessant!

Tipps!

Tipp 1: Gestalte die Farbe trotz Ton in Ton abwechslungsreich!

Verwende helle Farben: Da tonale Bilder in der Regel aus Schattierungen derselben Farbe bestehen, ist es wichtig, helle und lebhafte Farben zu verwenden, um das Bild zu beleben.

Es ist wichtig, die eine Farbe, die man verwendet, abwechslungsreich zu gestalten!

Man benutzt also Hell und Dunkel und auch Variationen der Farbe! Dies siehst du deutlich im Bild!

Von Weiß bis fast Schwarz wird mein Orange-Ton variiert.

Licht und Schatten im vollen Spektrum ausgereizt!

Baseler Münster Schweiz, Aquarell. Ton in Ton mit Komplementär Kontrast eine Anleitung von Tine Klei

Auch die Farbe ist abwechslungsreich, wenn auch in nur einem farblichen Bereich. Von dunkler Terrakotta, über strahlendes Orange bis hin zu zartem Gelb.

Auch der Farbton wird variiert!

Tipp 2: Du merkst schon, Kontrast ist das Zauberwort!

Um ein starkes und dynamisches Bild zu erschaffen, muss man das Auge des Menschen kitzeln!

In Punkt 1. habe ich schon erwähnt, dass Tonwerte, also Licht und Schatten, enorm wichtig sind. Genauso wie die Variation der Farbe!

Aber die Kirsche auf dem Kuchen der Kontraste sind Komplementärfarben. Komplementäre Farben sind Farben, die sich auf gegenüberliegenden Seiten des Farbkreises befinden, wie z.B. Blau und Orange oder Grün und Rot. Wenn diese Farben in einem Bild nebeneinander platziert werden, erzeugen sie einen hohen Kontrast und sie können ein besonders starkes visuelles Interesse wecken.

Freilich ist das Bild dann nicht mehr im strengen Sinne Ton in Ton!

Aber es ist unangenehm, wenn man sich bei der künstlerischen Gestaltung einengen lässt!

Ein paar Kleckse der Komplementär-Farbe können Wunder wirken.

Dem in einem fast in einer Farbe gemalten Bild wird ein Gegenpol gesetzt.

Komplementärkontraste können für das Auge sehr wirkungsvoll sein, da sie durch den Gegensatz von Farben eine starke visuelle Spannung erzeugen.

Die unterschiedlichen Wellenlängen kitzeln das Auge, das Bild wirkt viel frischer. Also wen stört es, wenn ein paar Kleckse Komplementärfarbe benutzt werden?

Tipp 3: Licht erhellt die Welt!

Wie ebenfalls in Punkt 1 erwähnt, ist es sehr wichtig, das Bild in Hell-und Dunkel-Kontrasten zu gestalten. Dieser Effekt wird oft deutlich unterschätzt!

Schade, denn er macht Bilder sexy!

Durch das Spielen mit Licht und Schatten kann das Bild dimensionaler wirken. Die Kontraste betonen  die Lichtquellen im Bild und fügen Schatten hinzu, um Tiefe und Volumen zu erzeugen.

Das Räumliche, das etwas Volumen und Dimension bekommt, lässt Bilder so schön wirken! Sie geben dem Bild Struktur und Bewegung, jenseits der Farbe.

Tipp 4: Der letzte Blick

Wirkt dein Bild noch nicht optimal, dann nimm einen Moment Abstand.

Versuche das gesamte Bild ins Auge zu fassen! Was fehlt?

Hat es eine ausgewogene und harmonische Wirkung? Ist es dabei aber auch spritzig? Aufregend genug? Vermeide es, dich nur auf einen Teil des Bildes zu konzentrieren, und schaue, ob du ein Bildzentrum entwickelt hast. Denn auch Bilder, die Ton in Ton gemalt sind, brauchen eine Aussage! Ist das Bild zu langweilig, dann stärke das Bildzentrum mit Kontrasten oder ein wenig komplementärer Farbe.

Ich hoffe, das hat dir geholfen, und so werden deine Bilder garantiert harmonisch, doch gleichzeitig lebendig und ansprechend!

Wäre Langeweile eine Farbe, dann wäre sie Beige!

Zu viel liebe Harmonie ist langweilig! Bilder sind wie ein Leben, die richtige Dosierung an Abenteuer macht Harmonie erst so richtig schön!!

Liebe Grüße Tine

Was ist Fachwissen wert? Hier bekommst du Fachwissen auf höchstem internationalem Niveau mit einem kleinen Augenzwickern. Ich freue mich ab und zu über eine Spende!

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Kleine Tricks zur Farbharmonie

https://blog.herz-der-kunst.ch/farbharmonie/

https://de.wikipedia.org/wiki/Farbschema

Pinseltechniken

Wieso braucht man eigentlich Pinseltechniken?

Die Antwort ist ganz einfach um Probleme lösen zu können. Aber es gibt noch einen zweiten sehr wichtigen Punkt.  Sicherheit! Vielleicht kennst du das, wenn du ein Bild malst, dann gibst du dein Bestes damit hinterher ein schönes Bild herauskommt.

Tine Klein Aquarell Züricher Oberland Schweiz Tutorial zu Pinseltechniken

Dieses Bild ist das beste Beispiel, warum man Pinseltechnik beim Aquarellmalen benötigt. Pinseltechnik ist die Steuerung der wilden Natur der Farbe. Schnelle Aquarellskizze von Tine Klein

Bei solchen spontanen Bildern macht die Farbe, was sie möchte, ich brauche die Sicherheit der Technik, um nicht verrückt zu werden. 😜

Oft höre ich von meinen Schülern, dass sie gerne so wären wie ich. (Haha, besser nicht!) Sie sehen eine große, vollkommen entspannte Frau, die mit ihrer Hand in der Hosentasche ein Bild aufs Blatt zaubert. Doch, das ist nur die halbe Wahrheit, ich bin ein Mensch, in dem es immer innerlich brodelt, ich möchte das es gut wird und deshalb setze ich mich unter Druck.

Die Frau die nach außen, am Pinsel so ruhig wirkt, hat nur gelernt ihre Herausforderungen zu meistern.

Vielfältige Pinseltechniken geben mir die Sicherheit, dass sich weiß, dass ich Probleme lösen kann.

Der Fehler ist passiert, aber ich weiß es gibt noch 1000 Möglichkeiten, um ihn zu verbessern.

Pinseltechniken und Mehr:

Es gibt eine Vielzahl von Pinseltechniken. Man erlernt sie durch den spielerischen Umgang mit dem Pinsel. Dabei gibt es enorm viele Faktoren, zum Beispiel wie viel Wasser der Pinsel enthält oder wie schnell der Pinsel geführt wird.

Hinzu kommt noch, dass man natürlich nicht nur dem Pinsel benutzen kann, sondern mit der Farbe arbeitet. Kratzen, auswischen, stempeln oder spritzen.

Letztendlich benutzen gute Maler fast alles, was ihn zu Verfügung steht, um ein gutes Bild zu erzeugen. Vom Fingernagel bis zur Kreditkarte, ich habe schon viele Alltagsgegenstände im Einsatz gesehen.

Deshalb sollte das, was man Pinseltechnik nennt, eigentlich Farbarbeit heißen.

Pinseltechniken erkunden – Der Fehler gehört zum Prozess:

Jede gute Maler:*in stößt im Laufe seines Lebens auf viele großartige Pinseltechniken.

Einen Teil dieser Techniken bekommt man beigebracht.

Ein gutes Handwerk ist durchaus sinnvoll, denn man muss das Rad nicht neu erfinden, wenn man schlau ist.

Doch andererseits gehört der Fehler mit dazu, nur durch die Fehler lernt man Dinge umzutrimmen. Oft sind es die Fehler, die dir helfen einen eigenen Stil zu entwickeln.

Indem du etwas verbesserst, merkst du:

“O, der sieht gut aus, anders als geplant, aber irgendwie einzigartig!“

Die Handwerkstechniken, die du dabei entdeckst, sind unbezahlbar.

Denkmuster sind ein Hemmschuh und führen zu einseitigen Pinseltechniken:

Viele Menschen verwenden eine Standardpinseltechnik. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, denn jeder von uns entwickelt seine eigenen Muster und Routinen wie er den Pinsel bewegt und benutzt.

Bleibt man allerdings bei der einen Pinseltechnik, die man in der Schule gelernt hat, also feuchter Pinsel auf trockenem Blatt. Dann bleiben Bilder oft eindimensional. Nicht selten bleibt der Eindruck zurück, dass hier ein Kind am Werk war.

Der Eindruck, dass ein Kind malt, entsteht, weil in der Nass- auf Trockentechnik alle Ränder hart sind.

Pinselarbeit oder Pinseltechnik darf sich jedoch entwickeln wie eine persönliche Handschrift. Du schreibst heute nicht mehr genauso wie dir das deine Grundschullehrerin beigebracht hat. Du hast deine Schrift so entwickelt, dass sie für dich schnell und optimal ist.

Wenn man sich ein bisschen um seine Handschrift kümmert, dann bemerkt man schnell, dass sie sehr viel schöner wird.

Die Alltagsroutinen haben sie Handschrift praktisch gemacht, jedoch nicht schön.

Das gleiche für Pinseltechnik. Man muss sich um sie kümmern sonst verkümmert sie!

Das Gehirn braucht einen Anschub um nicht immer die eine Lösungsmöglichkeit, die es gelernt hat, immer wieder abzuspulen.

Farbarbeit, wie übt man das?

Am besten übt man die Farbarbeit und all die anderen Pinseltechniken, indem man einfach alle Farben weglässt.

Nun hat man nur die Pinseltechnik um das Bild zu gestalten.

 

Erlaubt sind nur eine Farbe, 1 Pinsel aber auch spielerisches anderes Material, Kreditkarte oder was zum Kratzen. Deine Fingernägel oder ein Lappen.

Ziel: Ein interessantes und schönes Bild! Dennoch! Im Wesentlichen sind die Erfahrungen das Wertvolle, denn es ist das Spiel, mit dem du Wissen bekommst

Nun muss man sich vollkommen auf die Pinselarbeit konzentrieren.

Wichtig ist es sich nun darauf zu konzentrieren unterschiedliche Malerfahrungen zu machen.

Dafür sollte man das gleiche Bild mehrfach malen. Und jedes Mal die Technik und den Weg wie, man es angeht, ein bisschen verändern.

Ziele setzen, ein guter Weg im Pinsellabor.

Ich setze mir Ziele, um ein Bild zu gestalten. Die kleine Skizze ist gut, aber es schaut nicht richtig nach Schneewetter aus,

Pinselskizze zur Übung von Pinseltechnik im Aquarell gemacht in Ottikon, Schweiz, Malen lernen, Tine Klein

Pinselskizze zur Übung von Pinseltechnik im Aquarell gemacht in Ottikon, Schweiz

Was ist, wenn ich das Dach anders male?

Ah besser!

Doch hier ist mir die Landschaft ein bisschen zu dunkel. Also immer noch kein Schneewetter! Oben war es besser, dass ich feucht in feucht gemalt habe. Die Landschaft war weicher, wie bei Schneewetter.

Diese Erkenntnisse nehme ich mit in meine nächste Skizze.

Das Dach bleibt weiß, es hat mit gefallen. Doch in der Landschaft wird alles feuchter gemalt. Jetzt kommt ein bisschen Februarstimmung auf. Mehr weiß lässt an Schnee denken.

Pinselskizze zur Übung von Pinseltechnik im Aquarell gemacht in Ottikon, Schweiz, Malen lernen, Tine Klein

In diesem Bild sind die Bäume vorne trocken, hinten im feuchten gemalt, das erzeugt einen kleinen Entfernungseffekt.

 

 

Wenn man sich dann auf unterschiedliche Pinseltechniken einlässt, mal feucht, mal trocken, mal gekratzt oder gestempelt oder ausgewaschen. Dann bekommen die Bilder eine andere Tiefe. Man erklärt sich selbst wie man Pinseltechniken anwendet.

Dabei ist das letzte Bild nicht immer das Beste, um Erkenntnisse zu sammeln braucht man Erfahrungen. Ein Oh! das war Zuviel! Macht deine nächsten Bilder ebenfalls besser.

Schau dir noch mal das erste Bild an! Im Vergleich zu den spielerischen Bildern,

bekommt das Auge hier kein Futter!

Liebe Grüße Tine Viel Spaß und Spiel dich frei!

Was ist Bildung wert?

EUR

 

Da es zu viele Anmeldungen gab, haben wir den zweiten Zusatzkurs aufgelegt:

Kurs zu Pinseltechniken laufen in der Schweiz, allerdings sind sie schon ausgebucht. Jedoch haben wir nun noch 2 Zusatzkurse aufgelegt, damit noch mehr Schüler Platz bekommen.

Bei Boesner gibt es nun 2 Zusatzkurse in Münchwilen und Unterentfelden.

https://www.boesner.ch/unsere-standorte/unterentfelden/veranstaltungen/pinselakrobatik-3-12431

 

 

https://blog.herz-der-kunst.ch/pinseltechnik-wie-man-einen-pinsel-benutzt/

Pinseltechnik – Wie man einen Pinsel benutzt!