Lonely Planet für Maler

Tine Klein Berntor Aquarell, Maler entdecken die Welt ungoogelbare Orte vor der eigenen Haustür

Maler entwerfen die Welt

Letzte Woche habe ich ein Buch über Bildentwurf gelesen. Das Buch war ziemlich kurzsichtig und gefüllt mit Vorurteilen. Bei den der einleitenden Sätzen fand ich Stilblüten dieser Art:

“Schneller Bildentwurf ist nur bei dekorativer also gegenständlicher Kunst möglich. Da der Maler nur abmalt. Richtige Künstler benötigen immer mehrere Anläufe, da sie mit sich selbst ringen”.

Die Autorin war der festen Überzeugung, dass jeder Maler der ein wenig gegenständlich malt, keinen seelischen Input in seine Bilder steckt.

Ich persönlich habe keine Vorurteile gegen abstrakte Kunst, dennoch haftet mein Herz an der gegenständlichen Kunst.

Als Antwort möchte ich sagen:

Heute möchte ich mal nicht ringen, ich möchte die Sonne genießen.

 

Die Seele der Maler

Der Ort wirkt auf mich genauso stark, wie ich in meinem Bild auf den Ort wirke.

In einer Sache stimme ich der Autorin zu: Kunst ist natürlich nicht nur dafür da etwas Dekoratives zu machen! Doch darf man nicht einfach mal die Schönheit genießen? Muss man denn die Probleme auch noch feiern? Zugegebenermaßen mag ich auch keine Bilder aus den alles herausgeschönt wurde.

Die Seele des Ortes und das Leben sollten einfach drin bleiben.

Ich glaube, es ist heute keine Aufgabe der Kunst Ort zu finden, die abseits vom Medienstrom liegen. Ich liebe es versteckte schöne Orte zu finden. Tatsächlich habe ich aber auch viel Spass, wenn ich mit meinem Höckerchen in einem hässlichen Industriegebiet sitze.

Von abmalen keine Spur, auch ich lasse die Orte auf mich wirken. Und gerade deshalb weil Orte so stark auf die Seele wirken, liebe ich die hübschen kleinen Ecken.

Tatsächlich bin ich da egoistisch, wahrscheinlich komme ich mit meinen kleinen liebevollen Skizzen niemals in eins der wichtigen Museen.

Ich weiß das und trotzdem ist mir der Prozess mich, an eine schöne Ecke zu setzen und meine Seele aufzuladen, einfach viel wichtiger als alles andere.

Was ich mit meiner Kunst mache, ist meine eigene Seele aufzuladen.

Und ich glaube, genau das ist auch den meisten anderen Malern enorm wichtig. Ich spreche in diesem Blog ja immer mal wieder darüber, wie enorm wichtig es ist, die anderen Funktionen der Kunst wahrzunehmen, das Sehen lernen, das Beobachten, den Frieden finden und die Orte entdecken!

Orte entdecken – so richtig

Nur abmalen, wie die Autorin des Buches ein wenig abfällig beschrieb, ist etwas Großartiges. Ich kann der Autorin nur dringend empfehlen, sich mal ein kleines Vergleichen zu kaufen, zwei Franken oder ein bisschen mehr in ein kleines Skizzenbuch zu investieren und sich dann mal auf die Straße zu setzen und ganz in Ruhe etwas zu malen.

Dann wird die Autorin etwas ganz Großartiges entdecken:

Wie Schuppen von den Augen!

Ich kann der Autorin dies nur liebevoll ans Herz legen, denn dadurch dass man etwas zeichnen will, versteht man es.

Es ist ein Strom der Erkenntnis

Der Maler begreift plötzlich, wie Dinge  konstruiert wurden, wie sie zusammen hängen, von wo das Licht kommt, woher die Menschen kommen, wohin die Menschen gehen, wo sie lachen, wo sie weinen und all die kleinen Alltagsdinge.

Wenn ich Maler bin, dann sehe ich alles!

Was dann passiert, ist etwas sehr Schönes:

Ich speichere die Welt in mir.

Wenn das mal nicht großartig ist! Wie ich diese Eindrücke dann verwende, ob mein Kunstwerk jetzt nun gegenständlich wird, ob es ganz abstrakt wird und es nur um die Seele geht? Das bleibt doch jedem selbst überlassen. Aber der eigentliche künstlerische Prozess ist schon im im Menschen abgeschlossen:

Für mich wird Notre-Dame immer stehen.

Denn ich habe Notre-Dame durch das Malen in mein Herz eingeschlossen.

Lonely Planet

Ich weiß nicht, ob du schon mal diese Reiseführer wie den Lonely Planet gelesen hast?

Falls du jemals einen dieser einsamen Orte die der Reiseführer beschreibt aufgesucht hast, dann wirst du feststellen, dass dort nun im Minimum 150 junge Erwachsene mit gefühlt 200 Smartphones sitzen. Du wirst feststellen, dass man es an diesem Ort keine 30 Sekunden mehr aushalten kann, weil man ständig von Menschen beim Selfie schiessen über den Haufen gerannt wird.

Den richtigen Lonely Planet findet man oft schon 2. Straßen weiter.

Wenn ich mit meinem Skizzenbuch unterwegs bin, dann passt alles in einen Rucksack. Wenn man einfach mal von der Fußgängerzone in der Altstadt weg geht, oft reicht es 2-3 Straßen weiter zu gehen. Dann findet man Dinge, die der großen Masse der Menschen unbekannt sind. Der Lonely Planet der Maler ist, dass sie Dinge entdecken, die selbst Menschen, die dort seit 20 Jahren leben, nicht beachtet haben.

Ich war bei meiner Freundin vor längerer Zeit im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet unterwegs, Freiburg und Umgebung.

Dort habe ich ein kleines Stadttor gemalt, ich habe einen Anwohner gefragt, wie diesea Stadttor heißt und die Antwort bekommen Berntor.

Dies ist nicht verwunderlich, denn die Stadttore sind oft nach den Handelspartnern, die in der Himmelsrichtung liegen, benannt.

Lustigerweise lässt sich dieses Stadttor nicht googeln.

Es gibt so viele prunkvollere Plätze, dass dieser kleine Ort sich einfach im Strom der Medien nicht durchsetzen kann.

Und das ist für mich der wahre Lonely Planet.

Maler entdecken die Welt mit Skizzenbuch

Ich habe die kleine Skizze in meinem Skizzenbuch wiedergefunden und es war offensichtlich, dass wir gehen mussten als die Farbe noch nicht trocken war. Die letzte Schicht der Schatten und ein paar Details auf der linken Bildseite fehlten einfach noch.

Ich dachte auch, kein Problem, das googelst du mal eben und siehe da, das hässliche Entlein unter den prunkvollen Stadttoren lässt sich nicht googeln!

Anstatt mich zu ärgern, muss ich euch sagen, das ist der wahre Luxus!

Ich und Bill Gates wir haben ungoogelbare Orte

Als Maler besitze ich sozusagen einsame Inseln direkt vor meiner Haustür.

Schönes Wochenende wünscht euch die Tine

Ausnahmsweise Plätze frei!

Kleiner Fehler zu euren Gunsten eine Akademie hat vergessen meinen Kurs auszuschreiben. Das Rundschreiben wurde vergessen. Quasi ein geheimer Kurs! Nun sind Plätze frei.

Der Kurs findet am Wochenende von 22.06.2019 – 23.06.2019 statt.

https://kunstzeit-allensbach.de/kurse/neues-fuer-das-skizzenbuch/

 

Weiter Lesen bei Tine:

Tine Klein spricht mit Felix Scheinberger: Teil 1

Tine spricht mit Felix Scheinberger

 

Menschen malen einfacher als gedacht

Menschen malen lernen das wo du es liebst.

Das Schöne ist Zuhause nur einen Herzschlag entfernt.

Tine Klein, Aquarell, Menschen malen, Zürich Bürkliplatz

Am Leben teilnehmen macht bessere Bilder:

Es gibt im Amerikanischen einen Spruch:

Participate in life instead of just watching it!

Stimmt genau! Das hier ist mein Markt: Zuhause am Bürkliplatz. Ich liebe Krammärkte! Für Maler gilt noch mehr als für alle Anderen am Leben teilnehmen. Aber anders als dieser ein wenig einfache amerikanische Spruch gilt dabei: Augen auf und die Szene einsaugen bis in die Seele.

Teilnehmen, gucken, verstehen und dann Umsetzen

Jedes Bild ist besser mit Menschen! Warum?

Einfach weil die Stadt dann nicht ausschaut als sei Grad eine Gasleitung geplatzt und die Notevakuierung hat schon Stattgefunden. Eine Stadt ohne Autos und Menschen schaut einfach geisterhaft aus.

Menschen malen ist einfach

Wer dies nicht glaubt, der sollte einmal den Artikel https://blog.herz-der-kunst.ch/menschen-zeichnen/ lesen, dort beschreibe ich wie man die einfache Grundform des Menschen erstellt. Dies ist nicht viel mehr als ein Dreieck mit Klecks.

Die Szene oder die Geschichte des Bildes unterstützen

Was ist typisch für einen Wochenmarkt oder einen Flohmarkt?
Das ist die Frage, mit der ich mich auf meinen Beobachtungsposten begebe.
Für eine gute Geschichte sucht man Dinge die ganz typisch oder wiederverwendbar sind. Die Antworten sind oft überraschend einfach.

Klassische Accessoires der Szene?

Taschen, auf einem Markt hat fast jeder Einkaufstaschen dabei. Malerisch ist die ganz einfach umzusetzen.

Typische Körperhaltung und Aktion

Die Frage ist was machen die da? Am Marktstand stehen alle ein bisschen über die Wäre gebückt.
Menschen malen, die Lösung ist einfach:

Alle Menschen werden als Haken gemalt.

Es kommt nicht drauf an, dass man den Menschen kompliziert malt, er braucht einfach einen Buckel.

Soziale Interaktion

Was machen Menschen, das ist doch die Kernfrage. Wir haben jetzt die Menschen am Stand und die Menschen mit ihren Einkaufstaschen, im Prinzip reicht das. Mir fällt jedoch auf das viele Leute auch über die Ware ein Schwätzchen halten.

Das heißt 2 Personen neigen sich zueinander.

 

Der Star der Szene

Toll ist es, wenn man etwas Außergewöhnliches oder ein Klischee findet.

Momentchen? Klischee, ist das nicht sch.. äh was absolut Verabscheuungswürdiges?

Ach was, wir lieben Klischees! Es wirkt prima. Das Außergewöhnliche oder Witzige finde ich toll, weil es den Betrachter überrascht, aber das Klischee ist ebenso prima weil Menschen im Kopf selber weitermachen lässt. Ein Klischee bestätigt sie in ihrer Phantasie.
Das macht es gemütlich für den Betrachter, er liebt das, weil er gefunden hat, wonach er sucht.
Ich habe mein Klischee schnell gefunden. Menschen machen sich gern selbst zum Klischee.

Der Verkäufer mit der Schlägerkappe.

Diesen Typ Mann findet man auf jedem Markt. Ich lache, irgendwie scheint die Kappe Pflicht für Verkäufer. Warum  tragen sie alle Kappen?  Auf dem Wochenmarkt macht man das, damit keine Haare auf die Nahrungsmittel fallen, aber auch auf den Flohmarkt gibt es den Mann mit Kappe.

Ich glaube der Mann mit Kappe ist das Verkäuferklischee.

Habe ich die Type gefunden, die mein Suget in Szene setzt, dann male ich genau diesen intensiver als alle anderen Figuren. Die anderen sind Statisten. Er ist der Star des Marktes.

Tipps zur Umsetzung:

Der räumliche Tipp:

Es ist gut, sich für die Szene den besten Winkel zu suchen, das heißt oft steht man direkt am Eingang des Marktes und malt die Kulisse. Das macht man am besten bevor es voll wird, denn man steht frontal im Weg. Hat man die Anlage des Bildes schnell skizziert, kann man sich auf ein gemütliches Fleckchen am Rande verziehen und den Treiben in Ruhe zusehen.  Dann wird die Kulisse durch Menschen verfeinert. Aus der Kulisse mit den Menschen entsteht dann ganz im Ruhe am Rande des Marktes das Bild.

Generell ist der Prozess des Begreifens das Genüssliche.

Wenn man eine Szene einmal begriffen hat, dann kann man sie lebenslang einfach aus dem Kopf malen, weil man das Typische erkannt hat.

Kein Trara um die Menschen

Menschen malen ist so schwer, weil man Angst davor hat.

Tine Klein, Aquarell, Menschen malen, Zürich Bürkliplatz

Bitte schau noch mal ins Bild? Welche Formen haben die meisten Menschen?

Im Hintergrund sind es nur schräge Ovale mit einem Tupfen für den Kopf.

Der ganze Mensch hat die Form eines Rüblis oder einer Möhre.

Selbst mein Star im Vordergrund ist nicht mehr als ein Dreieck mit Köpfchen.

Also hör auf mit der Dramaqueen  und fülle deine Bilder mit Leben

Liebe Grüße ins Wochenende
Tine

Liebe Grüsse,
Tine

Hier zur einfachen Methode des Menschen zu zeichnen:

Menschen zeichnen

Menschen zeichnen ein Thema was uns schon hunderte von Jahren beschäftigt…

selbst Leonardo hat schon ein System gesucht:

Wiki

P.S.: Es geht auch einfacher ……..kicher

 

Reisetagebuch oder während das Leben passiert

Berühmte Reisetagebücher

Es gibt berühmte Reisetagebücher, ja es gibt sogar Reisetagebücher die die Welt veränderten. Die Reisetagebücher von Goethe lösten ein Fernweh in einer ganzen Generation aus. Die Reisetagebücher von Humboldt haben sicherlich nicht nur wissenschaftlich die Welt verändert.

Natürlich möchte jeder von uns etwas Großartiges erstellen, aber…

dann merkt man das diese tollen Bücher nichts Hochtrabendes sind, sondern nur:

Ein Mensch sieht und beobachtet, er versucht die Welt zu begreifen.

Das Resultat dieser Reisetagebücher ist nicht immer die hohe Kunst. Was darin steckt ist Intelligenz und Beobachtungsgabe.

Die Gedanken dahinter sind wunderschön.

Reistagebuch oder Skizzenbuch

Was das Besondere ausmacht, sind ganz und gar die persönlichen Gedanken die ein Mensch hat. Das Besondere und Faszinierende an diesen Tagebüchern ist, dass da wirklich etwas passiert.

Es steckt Leben drin.

Ob man diese Gedanken nun einfach aufschreibt oder ob ob man zeichnet oder malt ist einfach Geschmackssache.

Das Wertvolle sind die eigenen Gedanken und diese Gedanken gehören dir.

Geistiges Eigentum

Eine meiner mal Schülerinnen macht wunderschöne kleine Bilder, eine Touristin fällt über sie her und möchte, dass sie ein Bild aus ihrem Skizzenbuch reisst um es zu kaufen. Meine Schülerin möchte das nicht. Die Frau ist empört, es ist ja immerhin eine Ehre, dass sie das Bild kaufen möchte. Was diese Frau nicht versteht, ist das eine Skizze irgendwie ist wie ein Baby, man verkauft sie nicht, denn sie ist ein Stück von einem selbst

Ich kann meine Schülerin sehr gut verstehen, nach wie vor habe ich einen enormen Widerstand dagegen meine Kunst zu verkaufen. Ich fühle mich als würde man mich in 1000 kleine kleine Stücke schneiden und in alle Welt zerstreuen.

Eine Skizze ist ein Stück von Dir

Jetzt hat die Frau meine Malgruppe umrundet, dass sie den Unterricht dabei stört, stört sie mal knapp die Hälfte. Jetzt schaut sie im mein Skizzenbuch und ist entsetzt, anders als meine Schüler mache ich keine schönen Bilder, meine Skizzen sind die reinsten Comics. In meinen Skizzen passiert einfach das, was ich erlebt habe, da sitzen vor wunderschöner Kulisse Menschen, die sich die Haare raufen oder Stifte gegen Himmel heben um die Perspektive zu verstehen. Also sowas will sie schon ganz und gar nicht kaufen, was sollen denn all die hässlichen Menschen in den Skizzen.

Ich hingegen liebe diese lustigen kleinen Skizzen, sie zeigen was mir an dem Tag passiert ist. So sieht für mich ein echtes Reisetagebuch aus, das Leben steckt drin.

Reisetagebuch: Geschichte eines Lebens

Hinter jedem Reisetagebuch steht die Geschichte eines Menschens.

Vielleicht macht es euch Spaß, wenn ich euch die private Geschichte hinter dem Bild zeige.

Die Farbskizze der Kirche habe ich tags zuvor im Unterricht schnell skizziert. Bis jetzt ist sie nur eine kleine Postkarte, da ich mich im Unterricht um meine Schüler kümmere, fehlen noch all die kleinen Details und Beobachtungen.

Es ist 6:30 Uhr und vor dem Trubel des Tages versuche ich noch ein bisschen Ruhe zu finden. Seitdem ich in der Schweiz lebe sind solche Uhrzeiten für mich normal. Während ich den See umrunde, stürzen die ersten Gänse auf mich zu. Der frühen Vogel fängt den Wurm! Quatsch, der frühe Vogel  hat Hunger und hofft auf ein Brötchen vom Frühstücksbuffet. Es sieht sehr lustig aus wie der Vogel im Laufschrift auf mich zu eilt.

Diese Woche lehre ich in einem Seminarzentrum, auf der anderen Seite des Sees steht der Sportworkshop und hampelt wie wild auf Befehl. Die Gans und ich sind einer Meinung wir hassen Frühsport.

Dafür macht mich aber meine Hausgans darauf aufmerksam, dass es hier Sumpfdotterblumen gibt. Das ist eine kleine gelbe Blume, die im feuchten wächst und die Gans findet sie offensichtlich schmackhaft.

Während ich die Gans füttere, schaue ich mir in Ruhe die Sumpfdotterblumen an.

Das Wetter schlägt um, die ganze Woche hatten wir großartiges Wetter, doch nun rauschen dicke Wolken heran.

Das alles steckt in einer kleinen Skizze, ich lasse mich dabei nicht hetzen, die Kirche ist am Vortag entstanden, jetzt gesellt sich zu ihr der gesamte Sportkurs, die Gans und die Blumen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe.

Die Freude am beobachten

Tatsächlich empfinden viele Menschen die ein Reisetagebuch führen eine kindliche Freude am Beobachten. Ich fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt, wo noch jede Pfütze etwas Spannendes war, wo man nirgendwo entlang laufen konnte ohne etwas Neues zu entdecken. Das Zeichnen bringt mir diese Freude zurück.

Beobachtung und kindliche Freude

Ich glaube das ist der Grund warum so viele Menschen ein Reisetagebuch führen, es ist das Hände ausstrecken nach dem Glück.

Bei mir führt das auch dazu, dass ich gerne male wie im Kinderbuch. Es ist eine Lebenseinstellung die Welt zu erkunden. Ich hoffe mein Geist ist auch noch mit 99 offen und frisch um die Welt lernbereit zu erkunden.

Reisetagebuch ein Anfang

Chuck Close, einer der bekanntesten fotorealistischen Maler Amerikas, sagt zu dem Thema anfangen:

Laien suchen verzweifelt nach Inspiration, der Rest steht einfach auf und macht es.

Das trifft den Nagel auf den Kopf, Reisetagebücher enstehen am besten dadurch, dass man sie macht. Schau mal in die Welt bewegenden Tagebücher von Humboldt, ein Ausbund an Schönheit sind die nicht. Darum geht es auch gar nicht, denn sie sind nur ein Sammelalbum für eigene Erlebnisse. Solche persönlichen Erlebnisse festzuhalten ist natürlich eine Frage der Erfahrung. Aber man kann auch ganz klein anfangen. Es ist ziemlich schön, wenn man viele kleine Skizze macht und die dann zusammen mit Fundstücken in ein kleines Reisetagebuch klebt. Wichtig ist das man sich dabei keinen Stress macht. Das kann mal etwas ganz einfaches sein, zum Beispiel das tägliche Menü, Eintrittskarten oder die Reiseroute in Form einer Karte. Aber genau an diesem Punkt sollte man einmal darüber diskutieren ob es sich nicht lohnt, trotz der Gefahr, dass man etwas nicht perfekt malen kann, wirklich die eigenen Erlebnisse in eine Reisetagebuch steckt. Die eigenen Erinnerungen sind so wertvoll, dass man einen Weg finden sollte sie auch wirklich festzuhalten. Seien wir doch mal ehrlich, hättest du nur eine schöne Postkarte gewollt hättest du die doch für 0,50 € an jeder Ecke kaufen können. Aber eine Postkarte ist bei weitem nicht so wertvoll wie deine eigenen Erfahrungen. 

Erinnerung und Reisetagebuch

Wenn man den Mut hat ein bisschen unkonventionell vorzugehen, dann wird man belohnt. Noch Jahre später werde ich wissen, dass ich mir an diesem Tag in Ruhe die kleinen Blumen im Sumpf angesehen habe.

Der Strom der Zeit

Alles was man in einem Reisetagebuch gesammelt hat, ist  davor geschützt im Strom der Zeit weggerissen zu werden.

Viel Spaß wünsche ich euch und ein schönes Wochenende

Tine

WERK

Humbold´s Tagebücher

Tines nächster Kurs in der Schweiz:

https://www.boesner.ch/niederlassungen/muenchwilen/kurse

Warum wir Malen!

Warum malen eigentlich alle Kinder und viele Erwachsene nicht mehr?

Oder anders formuliert, warum malen eigentlich so viele Erwachsene, obwohl Malen so nutzlos ist?

Tine Klein Aquarell Fraueninsel Chiemsee Aquarell sketch rund ums malen

Ja, malen wird als nutzlos betrachtet. Mein eigener Vater brachte es ziemlich grob auf den Punkt:

Ein Beruf muss keinen Spaß machen, ein Beruf muss ernähren!

Und so geht es uns Künstlern, denn wir werden bewundert oder verachtet. je nachdem wie wichtig das Geld ist.

Ich selbst habe dem Beruf gewechselt, ich verdiene heute nicht mehr so viel, wie als Ingenieur.

Doch ich finde Lebensglück ist unbezahlbar

In meinem Leben bin ich schon in so manches Land gekommen, Kinder sehe ich dort  überall malen. Egal wo man hinkommt auf der Welt, so hängt immer stolz ein Kunstwerk der lieben Kleinen am Kühlschrank.

Fast jedes Kind malt kräftig und selbstbewusst in kühnen und freundlichen Farben.

Jetzt frage ich mich doch als denkender Mensch, was verändert sich da eigentlich, wie so können nicht alle Menschen diesen Schwung und Elan mit ins Erwachsenenalter nehmen?

Malen ist eine Weltsprache

Malen ist nicht beschränkt. Es gibt Maler jeder Altersklasse, es gibt Maler jeder Hautfarbe, ich kenne kein Land in dem nicht gemalt wird und ich kenne auch keine Epoche in der nicht gemalt wurde. Dies beweist jeder Besuch in einem Museum für Frühgeschichte, egal was da liegt, ein wenig Kunst ist dabei. Eine kleine Verzierung, ein kunstvolles Muster in einem Pfeil, nichts geht ohne Kunst. Dinge die uns wichtig sind, müssen wir einfach zum Ausdruck bringen.

Die Venus von Willendorf 30.000 Jahre alt

File:Venus von Willendorf 01.jpg Urheber des Fotos: User:MatthiasKabel [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]

Urheber des Fotos: User:MatthiasKabel [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]

(Facebook würde dich bei den Brüsten direkt rauswerfen, aber es ist doch beruhigend das Herr Feuerstein genauso tickte wie mein Liebster)

Halten wir mal fest: Malen und Kunst machen ist ein Grundbedürfnis.

Jeder malt oder moduliert eben das, was ihm im Kopf herumschwirrt.

Die Bilder von Kindern sind meistens freundlich und fantasievoll. Die wirklich bedeutenden Zeichnungen von Erwachsenen sprechen über Gefühle, die wir sonst nie ausdrücken. Hemmungslos, überschäumend und beobachtend.

Aber nicht jeder scheint diese Fähigkeit zu behalten.

Kunst ist eine Sprache

Aber noch mal zurück zur Frage. Die Frage war doch, warum malen wir? Oder warum malen wir nicht mehr?

Im Gegensatz zu Kindern haben Erwachsene oft Hemmungen einfach loszulegen. Ja, man kann das regelrecht Blockade nennen. Und jetzt frage ich mich doch, warum blockieren wir uns in zunehmendem Alter.

Ich glaube es liegt an zwei Dingen:

Wissen und Ansprüche

In zunehmendem Alter entwickeln wir ein Wissen über die Welt, wir glauben dass wir wissen wie die Welt tickt. Und dieses Wissen macht uns nicht weitsichtig, sondern es raubt uns die Möglichkeit zu beobachten. Wissen kann bei Menschen sehr zweischneidig sein.

Der eine Mensch lernt durch sein Wissen, dass es immer mehr zu wissen und zu beobachten gibt. Dummerweise wird Wissen aber ganz oft als Regel vermittelt. Zu harte Regeln öffnen aber nicht, sondern sie schließen.

Ich vermute irgendwann kommt der Punkt an dem das Wissen so stark überhand nimmt, dass man nicht mehr beobachten kann. Jeder von uns hat so Glaubenssätze im Kopf, die uns ein gehämmert wurden und die uns dann jeder Spontanität nehmen.

Und dann sind da ja auch noch die Ansprüche, es muss großartig sein, fehlerlos und brillant und natürlich muss es hohe Preise bringen.

Denn nichts was nicht ernährt ist etwas wert.

Meine Schüler erzählen mir immer wieder unglaubliche Geschichten, Was Ihnen alles den Spaß am Malen verdorben hat. Jeder Laie scheint ganz genau zu wissen, was Kunst darf und was Kunst nicht darf:

  • Es muss immer ausschauen wie ein großer Meister den schon gibt, am besten ist der große Meister schon tot und ganz teuer.
  • Hässliches darf auf keinen Fall ins Bild, Sex geht auch nicht
  • die Realität ist doch anders
  • Kreativität ist etwas für Frauen und Kinder
  • Du bist Untalentiert
  • brotlose Kunst
  • usw. und so fort

Die Folge ist jetzt das viele Erwachsene vor einem Blatt sitzen und total vernagelt sind.

Zucht und Ordnung

Wenn ich meine Schüler frage: Warum sie eigentlich malen oder nun endlich wieder mal, dann kommen die unglaublichen Geschichten zutage.

Schöne Geschichten und enorme Traurigkeit

Ich frage mich oft was ist eigentlich in den Familien los? Kindern wird oft mit einer enormen Brutalität die Kreativität ausgetrieben. Wenn jetzt meine Malschüler anfangen zu erzählen, dann weiß ich manchmal nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Eine Schülerin von mir ist Sportlehrerin, ehemals war sie die Kleinste in der Familie. Sie hat aufgehört zu malen wegen solcher Sätze:

Hör sofort auf, das sieht scheußlich aus!

Jetzt denkt man natürlich, dumm gelaufen, aber das ist natürlich eine Ausnahme. Ganz und gar nicht, etwas Erfahrung ist eher die Regel. Ich höre die abstruseren Dinge, von Vätern die ihren Kindern verbieten Farbstifte zu benutzen. Von Jungs die streng ermahnt werden, dass malen nur etwas für Mädchen und Frauen ist. Aber das Häufigste ist, dass vielen jungen Menschen künstlerische Berufe verboten werden.

Ich hoffe immer das so einen Mist schon lange vergangen ist. Doch erschreckender Weise liegen diese Geschichten oft nur 20 oder 30 Jahre in der Vergangenheit.

Dabei gibt es einen ganzen Haufen von Gründen, warum wir auch entzückt und frei im Erwachsenenalter malen sollten:

1. Malen entspannt

Wenn ich mal frage warum meine Schüler malen, dann ist es das häufigste Argument, dass man dabei super den Kopf abschalten kann. Wann man einfach Ruhe und Zeit für sich selbst hat.

2. Malen öffnet die Augen

Ein großes Argument, ist für viele Menschen die unglaubliche Klarheit des Sehens. Gerade Menschen aus vielen hochwertigen Berufen werden von Malen angezogen, weil sie es sehr schätzen die verkrusteten Glaubenssätze und Befehle abzuschütteln. Frei und klar sehen ist nicht nur in den meisten Berufen sehr hilfreich, es hilft auch enorm bei der Persönlichkeitsentwicklung. Das klare Sehen ermöglicht uns die Möglichkeit zur Revolution. Vielleicht ist genau dies der Punkt, warum so viele Menschen Künstler verachten oder bewundern.

3. Malen macht leistungsfähiger

Wer klarer sieht, einen freien Geist hat und eine bessere Feinmotorik ist oft auch deutlich leistungsfähiger. Gerade Leistungsträger schätzen diese Fähigkeiten. Vor allem wird die Konzentrationsfähigkeit durch Malen gestärkt. Wer ein gutes Bild malen möchte, muss einen Fokus finden. Die Fähigkeit ein Thema interessant und klar und deutlich herauszuarbeiten ist fast in jedem Beruf hilfreich. Aber reden wir nicht nur für den Menschen die im Beruf stecken. Sehr viele ältere Menschen betreiben das Malen, weil es Menschen im Kopf sehr lange leistungsfähig und fit hält. Ich selbst habe einen Großteil meiner Fähigkeiten von einer 94-jährigen Malerin gelernt. Dies lässt sich auch per Schichten-Tomografie im Gehirn nachweisen, die Gehirne von Malern altern langsamer und heilen schneller.

4. Bewunderung

Wenn man einmal den Mut gefunden hat und nur ein wenig besser wird, dann wird man merken wie die Stimmung der anderen plötzlich umschlägt. Plötzlich ist man nicht mehr der verachtete Habenichts, sondern der geniale Künstler. Es lohnt sich also den eigenen Kopf durchzusetzen. Plötzlich wird man bewundert. Sein wir mal ganz ehrlich, in einer Gesellschaft wo wenig gelobt wird, tut das doch so richtig gut! Oder?

5. Lebensfreude

Wer all die Verbote und Gebote mal mit den Besen vor die Haustür kehrt und seine Augen auf Schönes richtet, der wird feststellen wie schnell sich die Heiterkeit ins Leben schleicht. Verbote und Gebote lassen viele Menschen ganz schön krumm laufen. Wie oft höre ich in der Sprache:

Ich muss! Ich muss! Ich muss!

In der Kunst musst du gar nichts, außer zu machen auf was du Lust hast und das macht Lebensfreude. Alles ist erlaubt, ein Satz den ich mir selbst hinter die Ohren schreiben musste.

6. Die Macht des Erschaffens

,,Es gibt den Maler, der aus der Sonne einen gelben Fleck macht, aber es gibt auch den, der mit Überlegung und Handwerk aus dem gelben Fleck eine Sonne macht’’ (Pablo Picasso).

Habt ihr euch schon mal überlegt? Wie mächtig das erschaffen ist? Was man erschaffen will ist sehr unterschiedlich. Mir reicht oft ein Lächeln oder eine Erinnerung.

Tatsächlich eröffnet die Kunst einen Raum, in dem wir völlig frei und hemmungslos sehen erschaffen und denken dürfen!

Na, wenn das mal nicht mächtig ist!

Wundervolle Grüße in ein hoffentlich schönes Frühlingswochenende.

Das Bild was ihr heute sieht heißt: Frisch geborenes Grün. Eigentlich habe ich es gemalt, um die Blätter zu feiern, die hier gerade mal einen Tag alt waren. Doch dann traf ich diesen genialen Kunstpädagogen.

Making of

Die Geschichte dahinter,

Letzte Woche habe ich einen unglaublich schönen Mal-Kurs am Chiemsee gegeben.

Meine Gruppe war einfach großartig. Wir saßen auf der Fraueninsel hinter einem der ältesten Gebäude Deutschlands, ließen uns die Sonne aufs Haupt scheinen und plötzlich kam eine Familie. Der Sohn war so richtig begeistert und sagte im vorbeigehen: Oh toll, ich glaube ich möchte auch mal Maler werden. Vater brüllt im nasalstem bayrisch: Naaaahh! Alles Habenichtse! Kunst ist nichts Gescheits!

Dazu kann ich nur sagen, hier liegt ein klassischer Fall von Betriebsblindheit. Denn die Habenichtse, die dort auf dem Boden hockten, hatten schätzungsweise jeder Einzelne ein Einkommen was dreimal so hoch war wie das des Vaters. Hätte der Mann die Augen aufgeklappt so hätte er gesehen, das dort zehn Stützen der Gesellschaft auf dem Fußboden zufrieden im Staub sitzen.

Zwei Theologen, ein Zahnärztin, eine Rechtsanwältin, eine Kunsttherapeutin, eine Sportlehrerin, eine Orchestermusikerin, eine Apothekerin, eine Logopädin, eine Städtebauerin und eine Tiefbauerin, die klassische Ansammlung der Habenichtse.

Ich möchte dem jungen Mann dringend traten Den Rat seines Vaters in den Wind zu schlagen . Auch wenn dieser vor dem 13 jährigen aufbaut als sei er Napoleon persönlich.

Malen lohnt sich immer. Ob jetzt nun als Profi oder nur als Ausgleich. Interesse und Malen ist Interesse macht dich lebenslang schlauer und glücklicher.

Das kann man sogar auf Gehirnsscans nachweisen. Diesen Artikel habe ich bei einer Rescherche in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift gefunden:

https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0101035

Wenn ich das mal zusammen fassen darf in verständlicher Sprache:

Kunst machen beschert dir eine deutlich verbesserte Hirnfunktion….rate das mal dem Vater, er braucht es dringend……

Noch ein Artikel zu warum wir malen:

Urban Sketching Teil 1

Urban sketching

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Triste Farben – das Licht schenken

Tine Klein Triste farben Mischen und pimpen

 Uni Zürich Material: Farbe Gouache von Schmincke,  Highlights Conte a Paris Sticks

Ich will dein Sonnenschein sein, wenn der Himmel mal grau ist.

Hallo ihr Lieben,

im Moment sind die Wetterwechsel wirklich krass, Aprilwettter. Zeit mal über Sonnenschein und das genaue Gegenteil zu sprechen.Ja zum April gehören auch die grauen trüben Farben.  Ja, richtig gehört, heute sprechen wir über das Mischen von grusigen Farben, denn nicht nur im Winter ist es grau.  Für alle die nicht aus der Schweiz kommen, grusig heißt scheußlich,grässlich…oder zum würgen.

Unfarben mischen

Egal wo man ist wenn einem Bild das Licht fehlt dann fehlt der Pepp. Ich lebe am Zürichsee. Dort gibt es eine sehr wundervolle Architektur.  In Zürich, wie fast überall in der Schweiz, gibt es eine wundervolle Tradition der Steinmetzarbeiten und hier kommen wir zu einem Problem, dass Maler in jeder Stadt rund um die Welt haben.

Große Steinbauten haben oft keine schönen Farben

Bei schlechtem Wetter sind sie  genauso attraktiv ist wie Altpapier. Jeder Urban Sketcher oder Open Air Maler kennt das Problem, wenn der Sonnenschein fehlt, wirkt auf dem Blatt alles völlig trist.

Wenn man natürliche Farbe zur Grundlage macht, dann sieht dies nicht hübsch aus. Es wird diesen großen, schönen Häusern einfach nicht gerecht. Denn oft sind die alten Häuser sehr spielerisch, mit Erkern und trotz ihrer Größe überhaupt nicht trist.

Versucht man hier einfach nur eine Farbe anzurühren, dann verwandeln sich diese großen herrschaftlichen Häuser in dreckige Trutzburgen, die die Bilder auf unschöne Weise regieren.

Und dann kommt man beim Malen und kolorieren ganz schnell zu der Frage:  Wie hübsche ich eigentlich triste Farben auf?

Farbe beleben, aber wie?

Farbe mischen ist oft nicht so einfach

Gerade bei schnellen Skizzen wird dies mühsam. Bevor man Bilder malt, in denen es sehr viele friste Farben gibt, sollte man am besten Mischtests machen, denn sonst erlebt man unweigerlich unschöne Überraschungen. Es entstehen beim Mischen gerne mal die schrecklichen “Kackfarben”, tut mir leid, aber man muss es mal beim Namen nennen.

Diese Farben brauchen Licht und dieses geht so schnell verloren.

Farbe mischen kalt und warm

Der erste Tipp, den ich geben kann, ist niemals monoton zu werden, ein graues oder dunkles Bild, das obendrein noch langweilig ist, sieht immer scheußlich und nach Regen aus.

Die Folge ist, dass die einfachste Lösung ist, gebrochene Farben oder Grautöne in unzähligen Varianten anzubieten.

Merke: Triste Töne immer abwechslungsreich gestalten

Das wichtigste ist, dass es in dem Grau auch helle und freundliche Töne gibt, nicht alles darf nach dreckigen und gedämpften Töne ausschauen, sonst wird es trüb. Das seht ihr in den Universitätsfenstern, dort habe ich funkelnde Farbreflektionen eingebaut.

Gebt dem Grau immer saubere und klare Farbtöne an die Seite, wenn es nicht düster werden soll

Der Trick: Farben mischen mit kalt und warm

Jetzt sehe ich schon einige von euch, schauen wie ein Pferd. Für viele sind kalte oder warme Farben, zum Beispiel rot für warm und blau für kalt.

Wenn man jetzt aber mal auf dem Farbrad schaut, dann haben alle Farben kalte oder warme Verwandte. Blau ist tendenziell eine kalte Farbe, wenn es aber viel rot enthält und schon fast ein lila ist dann wird es wärmer.

Jede einzelne Farbe sieht hübscher aus, wenn sie unzählige Schattierungen  in kalt und warm hat

Und ich sage Dir jetzt schon, dabei werden viele “Erbsensuppenfarben”entstehen, wenn es sich ungewollt mischt. Man kann es aber auch einfacher haben, dazu aber später.

Ein schönes Bild in schönen Unfarben zu malen ist viel schwerer als alles Andere

Wer nie einen Fehler beging, hat nie etwas Neues ausprobiert. Albert Einstein

Ihr werdet sehen, mischt ihr Spuren der Farben die ihr im Bild verwendet habt  in die Grundfarbe werden sehr viele Farbvarianten entstehen, sehr wichtig ist, dass man in winzig kleinen Mengen arbeitet. Manche Farben gehen auch wirklich gar nicht, denn sie sind so scheußlich, dass sie den Betrachter sofort in ungewünschte Assoziationen führen. Jeder der schon mal Probleme beim Mischen hatte  kennt sie, die dreckigen  “Tarnfarben”

Ein schönes Bild in Unfarben zu malen ist unendlich viel mehr Fleißarbeit als ein Bild in schönen klaren Farben.

Aber wer sagt denn das wir all diese Farben mischen müssen? Machs Dir doch einfach.

Der kleine Trick, bring die Tristesse zum funkeln:

Wir leben nicht mehr im Mittelalter, heute haben wir Zugriff auf tolles Kunstmaterial. Unendlich viel einfacher geht es, wenn man Pigmente obenauf setzt. Besonders hilfreich bei Farben die sich sonst unschön mischen würden, aber auch schön Ton in Ton. Erinnert euch das Abwechslungsreiche ist der Trick.

Besonders wichtig ist aber das verlorene Licht:

Troubleshooting im Bild: Ist das Licht weg ist das Bild trüb. Wie schade um das schöne Bild.

Mein Tipp wenn das Licht weg ist, ist das Bild noch lange nicht verdorben. Wenn es trist aussieht, dann setzt noch einmal Pigmente oben auf die Farbe. Das erspart viel Zeit und Mischen.

Farbe nachträglich zum Funkeln bringen.

Wenn man helle Pigmente auf dunkle oder graue Farben setzt, dann erhält das Bild neuen Glanz. Ich habe lange nach Material gesucht mit denen ich die zu dunklen Aquarelle meiner Schüler retten kann. Ich habe es gefunden…der kleine chice Franzose!

Conte a Paris Sticks

Das sind kleine eckige Stangen, im Grunde ähneln sie einem viereckigen Stift ohne Holz. Künstlerisch geben sie Dir aber mehr Möglichkeiten als ein Stift. Gut ist das man auch die Kanten und Seiten benutzen kann, der Strich wird vielfältig. Die Sticks sind extrem stark pigmentiert, man merkt das es ein erprobtes Traditionsmaterial ist. 

Warum liebe ich dieses Material?

Der Hauptgrund ist das man mit dem Material jederzeit triste Bilder retten kann. Es ist unkompliziert. Ähnlich wie mit einem Füller kann man dem Aquarell oder Gouache nachträglich eine zusätzlichen Struktur oder Glanz verpassen, einfacher als mit dem Pinsel. Ich mag das es unkompliziert ist.

Die Sticks geben mir die Freiheit ganz unbefangen zu malen, denn ich weiss, ich kann das Licht nachträglich ins Bild bringen.

Die Pigmente haften gut am Blatt, bis jetzt musste ich noch nie fixieren. Wenn man aber mit dem Finger reibt, lassen sich die Pigmente verteilen.

Es hilft mir ganz schnell und frei zu arbeiten, so entstehen die 10 Minuten Aquarelle.

Die Sticks sind klein, das heißt man muss nicht viel mit sich herumschleppen. Ich arbeite nun seid ca. 2 Monaten mit den Sticks und bin im Moment ein bisschen süchtig. Zugegebenermassen sind sie empfindlicher als Stifte, auch wenn sie manchmal brechen ist dies nicht schlimm, denn man mit  mit einem kleinen Stückchen wunderbar arbeiten.

Die Sticks sind die kleinste Lösung für Farbstifte die ich bis jetzt gefunden habe, trotzdem skizzieren sie deutlich lockerer und großzügiger als Stifte.

Beim Händler hab ich eine kleines Pappschächtelchen für den Transport der losen Sticks bekommen, das ich im Moment immer in der Tasche.

Ich mag die Conte Sticks  weil es mich an das unbefangene Malen in der Kindheit erinnert. Auch mal mit den Fingern  🙂

Welche Farben braucht man?

Mein Tipp: Der Stick sollten zu euren Lieblingsfarben in eurem Farbkasten passen.

Lieblingsfarben sind die Farben mit dem Loch drin, weil man sie viel benutzt.

Der Stick sollte heller sein, dann bringt er  Licht ins Bild!

Noch ein ganz anderes Problem löse ich gern mit den Sticks: Verkehrslichter und Schilder

Signalfarben sind prima für Leuchtendes.

Ich habe das Gefühl das Material ist der beste Freund von Aquarell und Gouache.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wofür benutzt ihr dieses Material? Ich probiere noch aus! Ich bin sehr gespannt auf eure Beiträge.

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Haltet es mit Einstein, alle schlauen Leute wissen, Fehler sind wertvoll und man muss sie machen um noch schlauer zu werden, aber das heißt nicht, das man sie korrigieren kann.

Noch mehr zum Thema:

Licht ist meine Lieblingsfarbe!

Eine gute Zusammenfassung zum Grau mischen habe ich in dem Blog meiner Kollegin Astrid Volquardson gefunden:

Grau mischen

 

 

 

 

Die schnelle Aquarellskizze schnelles Glück

Dieser Blog erscheint mit einer Woche  Verspätung, denn die Wetterwechsel haben mich umgehauen….gähn

Tine Klein Vierwaldstättersee Aquarellskizze

Sich glücklich fühlen können auch ohne Glück      – das ist Glück.

Für Joe

Ich habe einen lieben Freund mit dem ich alle paar Wochen telefoniere. Diese Woche erzählte er mir, er hat Lurche in einer Pfütze beobachtet. Das hat im trotz Alltagsstress glücklich gemacht und mich auch, als er das erzählte habe ich mich erinnert, das wir früher immer Kaulquappen im Glas angesehen haben. Jeden Tag auf dem Schulweg in den Pfützen.

Joe ist übrigens auch begeisterter Zeichner, wir haben uns drüber unterhalten, warum wir eigentlich Zeichnen und Malen.

Die Augen auf das Gute richten

Unsere einhellige Meinung dazu ist, es tut so gut die Augen auf was Schönes zu richten. Wir sind beide davon überzeugt, das wir uns dadurch nach und nach zum Positiven verändern. Für uns ist das die Hauptsache.

Man entdeckt plötzlich wieder die guten und die einfachen Dinge, bei diesem Spaziergang habe ich Löwenzahn gesammelt….den Geruch der frischen grünen Wiese auf den Abendessentisch geholt.

Fazit dem guten Beachtung zu schenken, tut so gut.

Zeit zum Zeichnen oder nicht?

Wie viel Platz gibt man seinem Hobby oder der Kunst? Wenn ich mit meinem Liebsten unterwegs bin, bin ich oft hin und her gerissen. Die Zeit mit Ihm ist so wertvoll und dann möchte ich eigentlich nicht malen. Obwohl ich weiß, das ich den Ort viel besser speichere wenn ich es zeichne, mit dem Zeichnen hole ich das Motiv in mich herein.

Wenn ich nun gehetzt meine Aquarellskizze mache dann nützt das ja mal gar nichts.

Der Kompromiss liegt in der Einfachheit, bei der Brotzeit sitzen wir im Sonnenschein und ich male mal eben schnell nebenher.

Kein Stress durch das Simple

Wie kommt man zu einer Farbzusammenstellung, die ganz ohne Mühe schnell zu einem Bild führt. Meine Technik der Aquarellskizze ist sehr einfach, ich benutze wenige Farben:

Hier Aquamarin, Phatalo Blau, Türkis und Zitronengelb mit  Geranienrot

Ich bleibe im Wesentlichen in einem Farbbereich, das ermöglicht mir mit einem Pinsel zu malen. Ich fange hinten mit den Blautönen an, muss beim Mischen also überhaupt nicht aufpassen.

Nach vorne hin gebe ich immer mehr von meiner Basisfarbe hinzu. Die Basis ist immer die Farbe die mich an dem Tag happy macht. Heute Zitronengelb, denn Hurra, ich habe die erste Löwenzahnblüte bei strahlendem Sonnenschein gesichtet.

Zitronengelb, also kaltes Gelb, ist die Farbe die Blautöne in herrliches Frühlingsgrün verwandelt.

Je weiter ich in den Vordergrund komme, desto mehr Zitronengelb gebe ich hinzu und desto mehr Frühlingsgrün entsteht.

An diesem Punkt ist das Bild zu 90 % fertig, bis jetzt hat es aber überhaupt keinen Aufwand gegeben. Der Pinsel musste nicht gereinigt werden, nichts musste trocknen. Im Grunde entsteht das gesamte Bild in wenigen Minuten. Bis hierher braucht man wenn man auf dem Papier mischt vielleicht 3- 4 Minuten.

Das Bild wirkt harmonisch, weil sich auf dem Blatt Mischfarben aus den Farben des Bildes bilden, die Verbindung der Farben bringt Harmonie. Genau deshalb passen auch die grünen Töne optimal zu den Blautönen.

Wenn man so arbeitet, sollte man jeden Schnickschnack und auch jedes Zögern vermeiden. Die Schönheit der Farbe entsteht dadurch, dass sie selbst arbeitet und unangetastet bleibt.

Anstatt mir Sorgen zu machen, wie ich den Schnee auf den Bergen ausspare, lege ich den Pinsel einfach auf die Seite und mache einen schnellen Strich. Pinsel sind nicht dafür gemacht auf der Seite zu malen, deshalb bricht der Farbfluss und es entsteht der Schnee.

Das Bild wird also mit einem Wisch aufs Papier gebracht

Das ist das Geheimnis der schnellen Aquarellskizze. Schlichtheit und Timing

Tine Klein Vierwaldstättersee Aquarellskizze

Halten wir mal fest eine Aquarellskizze klappt am besten, wenn 90 % der Skizze sehr schnell mit einem Pinsel nass in nass auf trockenem Papier gemalt wird. Auf trockenem Papier zu malen hat einen enormen Vorteil, zwar werden die Übergänge zwischen den einzelnen Farben nicht so weich, dennoch hilft es uns die Farben zu steuern. Wenn du mal  in die Skizze schaust, wirst du feine weiße Trennungslinien zwischen den einzelnen Farbschichten entdecken. Genau dies hilft, das man nicht ständig den Pinsel wechseln muss. Kleine Fehler machen den Charme aus, es entstehen Mischfarben. Den guten Farbeindruck verdirbt man, wenn man in der Skizze immer und immer wieder rum pfuscht. Aquarellskizzen sind gut wegen ihrer Schlichtheit und man sieht dem Strich an, dass er locker ist. 

Mut, Einfachheit und Timing.

Abwarten ist das größte Problem

Eine Tasse Kaffee und ein Gespräch über die schöne Landschaft helfen dabei sehr, denn sonst hat man nicht die Ruhe abzuwarten. Mit Aquarellskizzen ist es wie mit Bratkartoffeln, wenn du immer drauf starrst und wartest, das du sie drehen kannst, dann versaust du sie, weil man abwarten muss bis sie braun sind.Wenn du jetzt immer wieder in die Farbe gehst, entstehen unschöne Schmierflecken.Wenn es dir jetzt hilf! Mach Kopfstand, Köpfe eine Flasche Wein oder küss deinen Liebsten.

Also wichtigster Tipp:

Pfoten weg und entspannen

…dann wird es auch was mit der schnellen Aquarellskizze.

Ich weiß, es ist jetzt sehr schwer kleine Fehler zu tolerieren.

 

Aquarellskizze und Übertreibung

Wir haben ja schon darüber gesprochen, wie schwer es ist nicht wie eine Irre in der Aquarellskizze herum zu rühren.

Also alles in einem Rutsch auf das Blatt, war der Tipp. Das heisst, du musst Dich gleich trauen etwas mehr Pigmente zu benutzen, wenn du mit Aquarell skizzierst.

Die Farbe verblasst, wenn das Pigment der Aquarellskizze trocknet.

Ich werde immer wieder gefragt wie ich das mache mit der Farbe, das es so strahlt, es ist Technik, leider kann man es nicht in 5 Minuten erklären, aber es hat auch was damit zu tun, dass man eben den ersten Tag wo die Sonne so richtig scheint. Genieße…das Frühlingswetter und feier es…. schau auf den Löwenzahn und benutz die Farben nach Dean Martin:

When the world seems to shine like you´ve had too much wine-that´s amore.

Man lernt gut malen durch loslegen….

Hoffentlich ist das Wetter wieder so gut…..

Ich wünsch euch eine tolle Woche.

Tine

Jetzt kommt es das erste Grün, deshalb ist Bäume malen besonders interessant:

Bäume malen

Bäume malen! Hingucker im Herbst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die besten Zeichen – Füllhalter

Lesewarnung! Dieser Blog ist über Füllhalter die einen in den Wahnsinn treiben können, die pure Gier und Kaufrausch bei Frauen. Ich habe unendlich viel Geld in Füllhalter mit flexibler Feder versenkt und würde es immer wieder tun. Sucht ist eben Sucht! Manchmal muss man einfach die Kontrolle verlieren … Füllhalter, ein Loch so tief wie wie der See hinter meinem Haus.

Ich schlage für die Einleitung für einen kurzen Moment einen seriösen Ton an, damit ich mich nicht sofort verrate….

 

Der Füller gerät immer mehr in Vergessenheit?

Ja, für die breite Masse der Menschen gilt dies mit Sicherheit. Ist der Füller wirklich nur ein Relikt vergangener Schreibkultur? Nein, in manchen Bereichen behauptet sich der Füllhalter mit Macht. Bei allen Kreativen, bei den Schreiberlingen, den Zeichnern und Menschen die in jeder Form Ideen auf das Papier bringen, bleibt der Füllhalter die Nummer 1. Kein Firmenchef oder Staatschef würde einen wichtigen Vertrag mit einem Plastikkugelschreiber unterschreiben. Status ist dabei nicht der einzige Grund.

Füllhalter: Die Nummer 1 in Haltbarkeit, Ausdrucksstärke und Preis/Leistung

Warum behaupten sich die Füllhalter? Füllhalter sind vor allen Dingen praktisch, wer einmal gelernt hat mit ihm zu schreiben oder zu zeichnen, der hat immer ein perfektes Schriftbild oder Zeichenbild.

Der Füllfederhalter ist der Inbegriff des Nachhaltigen. Selbst  billige Füllfederhalter halten sehr lange Zeit, ich benutze noch meinen Schulfüller, dieser ist schlappe 30 Jahre alt. Einen Stift schmeiße ich nach wenigen Wochen weg. Dabei ist der Preis für einen Füllhalter und einen Stift überhaupt nicht weit auseinander.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Staatschefs  nicht mit Füllhaltern unterzeichnen, weil sie so billig und haltbar sind.

Tatsächlich gibt es zwei Gründe warum Menschen sich für den Füllfederhalter entscheiden. Da unterscheiden sich die Staatschefs nur wenig vom Künstler, beide wollen eine perfekte, ausdrucksstarke Line die bis in die Ewigkeit hält.

Dokumentenechte Tinte und eine gute Feder sind die Garanten für Schönheit und Haltbarkeit.

Das Lieblingskind, der Reichen, der Denkenden und der Kreativen

Ich bin Vielflieger, leider muss ich ständig von A nach B, immer wieder hänge ich beim Umsteigen stundenlang in Flughäfen fest. Die Geschäfte in Flughäfen zeigen immer das, was in den oberen Gesellschaftsschichten gerade hipp und angesagt ist.

Die Flughafengeschäfte sind für mich in der Regel eine Quelle der Heiterkeit, liebend gerne setze ich mich mit meinem Skizzenbuch vor eines der Geschäfte, wo völlig sinnloses und überteuertes Zeug verkauft wird. Die Typen die dort kaufen, sind bestes Zeichenfutter.

Und plötzlich gehöre ich zu den Weibern, die geifernd an einer Vitrine kleben…..warum?

Luxusfüllhalter

Denn plötzlich gibt es an allen Flughäfen Geschäfte für Luxusfüllhalter.

Der Füllfederhalter hat sich vom Massenprodukt zum Luxusprodukt gemausert

Es gibt ja nicht mehr viel mit dem man angeben kann und Füllhalter haben jetzt anscheinend das gleiche Potenzial wie eine Rolex.

Angeben leicht gemacht!

Wenn ich jetzt da sabbernd über der Vitrine hänge, dann frage ich mich doch als normal denkender Mensch, was bringt mir dieser Füllhalter beim Malen? Sind solche Dinger auch zum Zeichnen geeignet? Male ich damit vielleicht sogar besser?

So funktioniert die Wunschfabrik

Luxus Füllfederhalter bringt das was?

Während ich an der Vitrine klebe, tätschelt mich mein Mann liebevoll: “Na Schatzi,willst du jetzt doch deinen ersten Porsche vor mir haben?” Ups, der ist aber auch nicht viel billiger als einer mit vier Rädern, sprachlos starren wir auf einen goldenen Porsche Füllfederhalter für 25.000 €.

Ich habe 4 Stunden Zeit, also reichlich Zeit um die Verkäufer an dem Luxusfüllhalterstand in den Wahnsinn zu treiben und es gibt ein paar Trends auf dem Füllerhaltermarkt die für uns Maler durchaus interessant sein könnten.

Füllhalter mit flexiblen Federn

Es gibt ein paar Unterschiede die ich beachtenswert finde, viele der teuren Füllhaltermodelle haben Federn aus sehr teuren und weichen Metallen, zum Beispiel Gold, damit die Feder weicher ist und man dicke und dünne Linien erzeugen kann.

Wenn ich mich entscheiden müsste zwischen goldenen Ohrringen und goldenen Füllfederhalter, eindeutig goldener Füllhalter!

Tatsächlich haben sich einige meiner Bekannten goldene Federn für Ihre Füllfederhalter bestellt. Das Fazit ist ernüchternd, die Federn sind teuer, bringen nicht viel und sind dabei auch noch sehr anfällig. Sprich, bei wildem Zeichnen, härteren Druck verbiegen sich diese Federn.

Hat jemand von euch andere Erfahrungen gemacht? Bitte schreibt doch in den Kommentar ob ihr flexible Federn kennt, die Malen aushalten und auch wirklich tolle Linien erzeugen.

Das allgemeine Fazit in meinem Bekanntenkreis ist:

Finger weg! Sehr, sehr teuer und bringt nicht viel beim Zeichnen.

Spezialfedern

Sehr sexy finde ich Federn die gleichzeitig dick und dünn schreiben können. Die teuren Fühlhalter haben mich mit diesem Virus infiziert.

Irgendwie bin ich entflammt, die Möglichkeit eine wunderschöne Zeichenlinie zu kreieren hat mich auf die Suche gehen lassen.

Und keine Sorge, ihr müsst euch jetzt nicht an irgend einen Saudi im Nachthemd heran schmeißen um eure goldenen Füllfederhalter zu finanzieren. Ihr braucht keine Ölquelle, es gibt auch preiswerte Lösungen:

Zeichenfüllhalter der Superklasse oder Schrott:

Kaufwarnung vor den Werbeversprechungen des Flex-Nib. In sozialen Netzwerken wird jetzt viel Werbung für sehr preiswerte Füllfederhalter gemacht, die angeblich eine flexible Spitze haben. Meine Erfahrung damit, kaputt an einem Tag.  Oft laufen diese Federn schon aus bevor man überhaupt angefangen hat zu zeichnen, sobald man auf eine gewisse Zeichengeschwindigkeit kommt, ist es dann ganz aus……. Diese Füller können nur die Hauptrolle in Katastrophenfilmen spielen.

Gibt es andere Erfahrungen? Wenn ja dann bitte her mit den Info´s.

Füllhalter: Noodlers Neponset mit Music Nip:

Trotz Plastik macht dieser Füllhalter richtig was her. Der Füllfederhalter ist bei weitem nicht so teuer, wie die Füller am Flughafen, trotzdem er kostet stolze 70 €.

Vorteile:

Tatsächlich kann man mit diesem Füller wirklich dicke und dünne Linien aufs Papier bringen.  Man sieht auch deutliche Farbunterschiede, denn man selbst bestimmt den Zufluss der Pigmente. Durch Druck reguliert man den Tintenfluss in die Feder. Gerade wenn man grafisch arbeitet und große schwarze Flächen zeichnen muss ist, dieser Füllhalter großartig. Die Regelung erfolgt über Druck, wenn man sich an diesen Füllhalter gewöhnt hat, kann man damit ganz hervorragend zeichnen. Ja sogar spritzen.  Ein geübter Zeichner kann aus diesem Füllfederhalter deutlich mehr herausholen als aus einem Füllfederhalter mit einem Kugelkopf.

Allerdings braucht man für den Füllhalter ein sehr leichtes Händchen, denn jeder Druck verändert die Linie.

Nachteile:

Wer noch nicht darauf trainiert ist Striche ohne Druck auf das Papier zu bringen, muss sehr lange üben.  Der Füllfederhalter braucht eine völlig andere Handhaltung, denn der Druck muss kontrollierbar sein. Gibt man dem Füllfederhalter ungewollt Druck, wird der Strich plump. Der Füllhalter eignet sich besonders für Zeichner die keine extrem hohe Zeichengeschwindigkeit haben, denn der Füllfederhalter braucht einen Moment Reaktionszeit. Hat man mit Druck viel Tinte in die Feder gepumpt, dann muss man auch dort weiter zeichnen, wo man die Dunkelheiten im Bild haben will.

Mit etwas Übung ist dieser Füllfederhalter eine enorm gute Lösung.

Mein Testbericht ist trotzdem sehr zwiespältig, in den Foren hört man sehr oft, dass dieser Füllfederhalter entweder super funktioniert oder auch nicht. Es gibt Montagsmodelle, so einen hatte ich auch, er stank nach ranzigem Fett und war niemals dicht. Gott sei Dank habe ich zum Geburtstag zwei gleiche Füller bekommen und der Andere funktionierte wunderbar.

Preiswerte Lösungen

Jetzt möchte ich euch noch  zwei Füllerhalter vorstellen, die sehr preiswert sind und trotzdem zu zeichnerischen Lösungen der Extraklasse führen.

Chinesische Kalligraphie Federn

Zeichnung mit Füllhalter Test Chinesische kalligraphie Feder Tine Klein mit Drehnung beim Zeichnen

Chinesische Kalligraphie Federn, sind Federn die völlig anders geformt sind als die europäischen. Stell dir eine normale europäische Füllfederhalter vor und vorne an der Spitze gibt es noch mal eine kleine Scheibe. Es schaut aus, als hätte jemand die normale Kugel an der Spitze der Feder mit einem schweren Hammer breitgeschlagen. Wie man oben sieht, ergibt dies sehr unterschiedliche Möglichkeiten des Strichs.

Vorteile:

Das Plättchen an der Spitze dieser Füllfederhalter sorgt dafür, dass man extrem unterschiedliche Linien erzeugen kann.

Anders als als bei europäischen Federn beruht das Zeichnen darauf, dass man den Füllfederhalter dreht. Je nach Stiftposition zeichnet der Füllfederhalter mal ganz zart oder aber auch brutal breit.

Total zickig… aber traumhaft… eine Diva

Nachteil ist der Vorteil:

Zeichnung mit Füllhalter Test Chinesische kalligraphie Feder Tine Klein mit Druck

Arbeitet man mit dieser Feder schnell wird der Strich geradezu Brutal. Er bricht, dies seht ihr in der Mauer.

Und genau das lieben erfahrene Zeichner. Der Strich bricht und tut nicht immer das was man will. Wer mit diesem Stift malt braucht Selbstbewusstsein, denn der Zufall und der Fehler müssen dein Freund werden. Allerdings muss man lernen diesen Effekt zu steuern.

Das obere Bild ist mit etwas mehr Kontrolle gemalt, dann werden die Bilder durchaus zart und elegant.

Um es vorwegzunehmen, das Zeichnen mit so einer Feder muss man üben, es ist etwas komplett anderes zu zeichnen, während man einen Füllfederhalter beständig dreht. Wenn man sich an das andere Verhalten von Zeichenrichtung und Strichstärke gewöhnt hat, sind diese Füllhalter einfach nur toll.

trotzdem richte dich bei der Diva darauf ein, dass sie erst mal nicht das tut, was du von ihr möchtest.

Das <lernen lohnt sich, der riesige Vorteil dieser Füllfederhalter haben ein tolles Zeichenbild und man kann mit ihnen auch noch extrem schöne Schriften erzeugen.

Man kann einen absoluten Spezialfüllhalter für das Zeichnen haben und bezahlt dafür nur zwischen ca. 25-40 € oder Franken. Bei diesem Preis bewegen wir uns noch nicht einmal bei der Mittelklasse der Füllfederhalter.

Der Duke mit Calligraphie Nip ist bei dieser Feder mein Favorit, weil dieser Füllhalterhalter einen sehr guten Tintenzufluss hat. Die Linie des normalen Sailer bricht sehr viel leichter und treibt unerfahrene Zeichner in den Wahnsinn.

Die Suchbegriffe im Amazon sind Duke, fude (so heißt die Spitze) oder calligraphie nib oder Kalligraphie Spitze

P.S.: Ein bisschen Wahnsinn ist es Wert!

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

https://www.sueddeutsche.de/stil/test-auf-die-linie-achten-1.3284443

Die positiven Effekte der Kunst!

Kunst betrachten öffnet Menschen.

Tine Klein Manifest der Kunst

Tine Klein: Kunst macht uns grösser

Diese Erfahrung hatte ich vor 14 Tagen mit Oscar Kokoschka, es gab 3 Bilder, ein Schöpfungszyklus in purem Licht. Die Bilder schienen mich aufzusaugen. In meinem Kopf begann sich alles zu drehen, es löste sich ein Knoten, danach hatte ich die Lösung für etwas an dem ich schon ganz lange geknobelt habe. Habe ich mit einem toten Maler gesprochen? Ja und Nein, esoterisch ist es auf jeden Fall nicht. Es ist eine Hirnfunktion und dies nutzen viele Menschen, es ist Kommunikation.

Es ist ein Gespräch…ganz ohne Worte

Viele Menschen lernen malen, weil sie wissen, dass das Ergebnis viel mehr ist als nur ein Bild. Wir fühlen einfach das uns Kunst gut tut. Es ist so klasse, wenn positive Gefühle beim Malen entstehen. Die schönen Auswirkungen sieht man auf dieser Postkarte, die ich diese Woche aus Shanghai bekam:

Postkarte von Jenny an Tine Klein

Jenny aus Shanghai macht mein Herz offen

Das was da in unserem Kopf entsteht, kann Menschen ganz ohne Worte verbinden. Als ich unterwegs war, lernte ich zwei malende Chinesinnen kennen. Wir malten zusammen und trotz einer riesigen Sprachbarriere schweißte uns die Zufriedenheit, die freundliche Heiterkeit des Malens zusammen. Und wenn ich diese kleinen Postkarten betrachte, dann kommt das Entzücken zurück.

Warum erzeugt Kunst gute Gefühle?

Der Kunst wird viel positives zugeschrieben, dazu gehören unter anderem das man negative Gedanken in positive Gedanken verwandeln kann, sich auf das Schöne in der Welt konzentriert, sich besser konzentrieren kann, viel kreativer ist und das man viel besser sieht und analytischer denkt.

Die Kunst ist einer der Weg in die Einzigartigkeit der kreativen und Erfinder, so sagt man

Na, das klingt doch zu schön um wahr zu sein! Das Versprechen vom Übermenschen! So etwas zieht uns doch alle wie ein Magnet an. Doch jeder vernünftige Mensch fragt sich jetzt, ist da wirklich was dran? Und wie zum Teufel kann ich das ganze bei mir selbst auslösen?

Wobei mir persönlich schon die Heiterkeit und die Berührtheit die Kunst bei mir auslöst  völlig reichen würde, aber es wundert ja schon, das man auch mit einem toten Maler kommunizieren kann.

Was passiert beim Kunst machen und wie geht das?

Wir reden in diesem Blog die ganze Zeit darüber, wie es ist Kunst zu machen und Malen zu lernen. Aber was passiert dabei eigentlich?

So ganz genau geklärt ist es noch nicht, es gibt zwar einige Studien die beobachten was beim Kunst betrachten passiert. Ja sogar einige Studien, die beobachten was beim Kunst machen passiert, dennoch ist es nicht so ganz geklärt, denn jede Studie setzt an einem anderen Punkt an.

Im aktuellen Stand der Wissenschaft scheint es so zu sein, dass Kunst wie ein Spiegel wirkt, d. h. Kunst stellt nicht nur die Verbindung von außen nach innen her, sondern vor allem arbeitet man mit seinen innerlichen Ressourcen.

Das ist Verrückt, eigentlich betrachtet man das Aussen, doch aktiviert wird das Innen

Selbst das Zeichnen von alltäglichen Kleinigkeiten löst etwas Großes in uns aus:

Postkarte Kunst aus Shanghai an Tine Klein

Jenny zeichnet den Alltag in Shanghai

Ich selber kenne diesen Zustand ganz genau, ich mache Kunst und am Anfang ist es noch mechanisch: Ich tue erstmal, was man einfach so machen muss, es geht um Technik. Doch dann plötzlich komme ich in einen Zustand der für mich ist wie ein Rausch. Fühlt sich genauso gut an, wie ein bisschen betrunken sein, der kleine Unterschied zu Drogen ist jedoch, dass sich in diesem Zustand unglaublich leistungsfähig bin.

Wie von Zauberhand lösen sich alle Probleme, meine Welt ist nur noch voller Lösungen. Ich fühle mich völlig ganz.

Tatsächlich habe ich in diesem Moment das Gefühl, dass mein Gehirn plötzlich alle Türen aufgemacht hat, alles arbeitet in mir zusammen. Hand, Augen und mein Gefühl sind eins.

Seit Jahren möchte ich meinen Schülern dieses Gefühl geben!

Bitte schreibt mir doch einmal ob ihr so etwas auch kennt.

Kunst machen und Meditieren sind identisch?

Natürlich kennen wir alle die Tage, an denen wir versuchen Kunst zu machen und nichts klappt. Und dann beginnt das große Radieren. In diesem Moment ist man völlig unsicher, man merkt auch eine innere Unzufriedenheit und man kann beobachten, wenn man sich jetzt zu stark ärgert, dann wird das nichts mehr! Kennst du das?

Doch es gibt auch den anderen Zustand, hier fühle ich mich offen, zufrieden und brillant. Vielleicht ein bisschen Größenwahnsinnig, für alles bereit und  alles klappt.

Dieser Geisteszustand, den nenne ich flow und dafür bin ich bereit die Anfangsschwierigkeiten in Kauf zunehmen. Alles fließt, wenn mich dann jemand berührt oder erschreckt, dann ist es wie ein Absturz aus großer Höhe oder ein Autounfall. Es ist als würden mir alle Verbindungskabel aus dem Gehirn gerissen.

DMN Default Mode Network

Aha! Bei so einer Wortschöpfung versteht man natürlich nicht mehr als vorher. Dennoch war das Lesen über das  DMN  ein echtes Aha-Erlebnis.  Dieses DMN  Zentrum macht jetzt etwas merkwürdiges, normalerweise ist es nur an, wenn ein Mensch im Ruhezustand ist. Man denkt nach und schmiedet Pläne. Betrachtet man allerdings Kunst, so konnte nachgewiesen werden dass genau dieses Gehirnszentrum aktiviert wird . Die Kunst aktiviert also nicht nur den visuellen Kanal des Menschen, sondern sie öffnet die Wege im Gehirn von Innen nach Innen. Hier könnte eine Erklärung liegen.

Sprich, Kunst ist eine der wenigen Gelegenheiten, wo man mal mit sich selbst sprechen kann.

Ich habe also nicht mit Oskar Kokoschka gesprochen, Oskar hat mir ein Tor in mich geöffnet. DANKE! Trotzdem eine wundervolle Erfahrung.

Sind wir da der heilsamen Wirkung der Kunst auf der Spur? Kunst betrachten, befreit uns also für einen Moment von den äußeren Zwängen unserer Umgebung und ich glaube dieser Faktor macht süchtig.

Dürfen wir jetzt nun festhalten, Frau Tine Klein bedröhnt sich mit der Kunst.

Kunst eröffnet den Zugang zu uns selbst

Ich stelle jetzt einmal die These auf, dass der gleiche Effekt, den die Studie beim betrachten von Kunst nachgewiesen hat, ebenfalls entsteht, wenn man Kunst macht. Ich vermute sogar, das es der Kern jeder Kreativität ist, dass was Erfinder machen, Problemlöser, Künstler und Wissenschaftler. Diesen Effekt habe ich schon beobachtet, als ich in der Universität an der Innovationsforschung arbeitete.

Der Weg nach Innen ist die Sperrspitze der Innovation

All diese Menschen finden einen Raum der Ruhe, der übrigens gar nicht ruhig sein muss, sondern einfach nur entspannt. In diesem Raum können Sie die Trennungen in ihrem Gehirn einreißen und einfach loslegen.

Kunst wirkt am besten wie ein Medikament auf leeren Magen…

Frei von Stressimpulsen

Irgendwo habe ich den Satz oben gelesen, er ist so wahr, oft habe ich bei meinen Schülern beobachtet: Motivierte Schüler mit positivem Stress lernen super, gestresste Schüler die sich mit Biegen und Brechen zwingen wollen, lernen hingegen schlecht, sehr schlecht sogar.

Menschen, die etwas Neues erschaffen, haben immer einen entspannten Zugang zu sich selbst gefunden

Wenn du dich selbst unter Stress setzt, dann schlägst du all diese Türen im Gehirn zu.

Kreativität scheint sich nur im Freiraum zu entfalten.

Letzte Woche hatte ich eine Schülerin im Kurs, die begann den Kurs mit den Worten, eigentlich habe ich keine Lust auf einen Farbkurs, aber ich zwinge mich mal dazu.

Solchen Schülern kann man leider nur die reine Theorie beibringen. Das genussvolle Verbinden von Sehen, Hand-Augen-Koordination, Technik und Persönlichkeit bleibt solchen Schülern leider total verborgen. Sie haben es schwer, dabei könnte es doch so einfach sein.

Könnte man eine Tablette entwickeln, die Menschen ganz ohne negative Gefühle an das Lernen heran bringen würde, so bin ich mir ziemlich sicher dass wir alle zu übermenschlichen Leistungen fähig wären.

Ein Maler lernt am besten wenn er frei von Erwartungen ist

Man kann sich nicht zwingen gut zu malen

Halten wir einmal fest: In Malkursen geht es im wesentlichen um Technik. Diese Technik taugt aber nichts, wenn wir sie nicht mit unseren inneren Potenzialen verbinden können.

Theorie lernen ist total wichtig , und noch viel wichtiger ist, dass man es dann frei von Zwängen einfach mit Spaß macht.

Die Technik muss also eine Verbindung mit dem Menschen eingehen, sonst taugt sie nichts und das ist der Effekt der dir so unendlich gut tut.

 

Erwartungen

Wenn man Kunst schlecht lernen kann, dann kann das mitunter daran liegen, dass man seine eigenen Erwartungen nicht in den Griff bekommt.

Denn je strenger man sich zwingt, desto deutlicher hält man sich im Würgegriff

Diesen Prozess habe ich schon 1000 mal bei meinen Schülern und mir beobachtet.

Die Parallelen zum Meditieren sind wirklich erstaunlich, man fühlt sich wie ein Depp wenn man beginnt, sobald man es versucht, juckt es am Hinterteil und man möchte sich kratzen, ein Auge zuckt und die Fliege im Raum wird zum Jumbojet. Das alles sind Anzeichen von Stress, in der Malerei fangen wir dann an zu radieren, zu korrigieren, zu übermalen und dann benutzt man den Papierkorb. Dabei hilft es einfach nur fraglos anzufangen, auch wenn es schlecht läuft, vergiss es. Wird der Kopf in ungestresste Bahnen gelegt, dann springt ohne Vorwarnung etwas an, was dich größer macht als im Normalzustand. Vielleicht ist es das DMN und dann läuft es wie am Schnürchen.

Die einfachsten Tipps die man geben kann:

Habe Lust an dem was du machst und hüte dich vor dem Meckern.

Wenn uns diese Studien sagen, dass uns Kunst einen Freiraum schafft in den wir Ruhe finden können und mit uns selbst kommunizieren, dann ist doch ganz klar was man tun muss um Malen zu lernen:

Schaffe deine Hindernisse aus dem Weg, leg dir schon mal alles bereit, benutze Material was du magst und sorge auch dafür dass alles andere irgendwie nett ist.Vor allen Dingen suchte Motive die dich berühren. Lade dich selbst ein ein Gespräch mit dir zu haben, mache es dir selbst so nett wie einem lieben Besucher.

Kunst machen ist ein Flirt mit Dir selbst

oder

ein Gruß aus einer anderen Seele

Blog Herz der Kunst Shanghai Altstadt gemalt von Annie

Meine Freundin Annie schickt mir diese wunderschöne selbst gemalte Karte aus dem Winter von Shanghai

… und ich kann Sie sehen, ich kann ihn riechen und schmecken, denn der liebe Gruß aktiviert meine Erinnerungen und Erfahrungen.

Ob ich jetzt nun selbst Kunst mache oder die Kunst von anderen betrachte, es macht mein Herz froh und darum geht es doch oder?

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Liebeserklärung an Oskar Kokoschka -> Kennt ihr Ihn alle ? Hier ein paar Hintergrundinfos:

https://www.nzz.ch/feuilleton/kokoschka-war-europaeer-emigrant-humanist-retrospektive-im-kunsthaus-zuerich-ld.1444810

Noch  mehr Infos zum Thema die Kunst in mir:

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Default_mode_network

Dieser Beitrag war ganz ohne Kunst von Tine, die findest du auf Instagramm:

Tine auf Instagramm

 

Von Skizzen zum Bild

Was unterscheidet eigentlich eine Skizze  von einem fertigen Bild?

Meistens nur die Geisteshaltung, denn Skizzen werden in vielen Berufen erst mal dazu benutzt die Gedanken für den Arbeitsprozess festzuhalten.

Eine Skizze ist ein sehr schneller Entwurf.

In der Kunst hat Spontanität allerdings einen anderen Stellenwert.

 

Skizzen sind hilfreich

Natürlich werden auch in der Kunst Skizzen oft benutzt um für Kunstwerke verschiedene Versionen durch zu spielen. Die wichtigsten Bereiche die ein Künstler durch Skizzen klären sollte sind:

  • Bildentwurf
  • Licht und Schatten
  • und Farbkombination

Genau diesen Prozess könnt ihr euch weiter unten anschauen.

Skizzen sind die Kunst

Man kann das aber auch ganz anders sehen, für mich sind Skizzen der eigentliche künstlerische Inhalt. In Skizzen hält der Künstler sehr schnell fest was er aktuell fühlt oder sieht.

Skizzen sind der eigentliche kreative Schaffensprozess

Meine Skizzen sind immer sehr unterschiedlich, mal sind sie fröhlich, mal sind sie düster.

Diese Woche war es sehr krass, denn das Licht und das Wetter wechselten sehr schnell.

Bei diesem Wetter wäre es natürlich unmöglich gewesen draußen zu skizzieren, doch Gott sei Dank gibt es in Feldbach einen Parkplatz mit großartiger Aussicht

Große, ausgefeilte Kunstwerke kann man in solchen Situationen natürlich nicht machen. Aber mit jeder Darstellung des Motivs wird man sich sicherer, was man wirklich machen möchte. Oft es ist auch so, dass der Augenblick einfach in mir haften bleibt.  Die spontane Arbeitsweise ist aber so in meiner Seele verankert dass jede Vorskizze oder Zeichnung völlig anders wird.

Ja, viele meiner Skizzen sind nicht schön, weil sie in der Geschwindigkeit des Augenblicks passieren, dennoch liegen sie mir vielmehr am Herzen als völlig ausgefeilte Kunstwerke, ganz einfach weil meine Seele darin steckt.

Skizzen sind die Funken die das Feuer zum Brennen bringen

Übrigens fühle ich mich oft wie ein FBI Agent, ich sitze in meinem kleinen Smart, mein Skizzenbuch auf den Knien, denn zwangsweise beobachte ich die über Anwohner, nach so einer Skizzenreihe habe ich jeden Hundebesitzer dieses Ortes observiert.

Der Prozess der Kreativität

Diese Skizze ist die Quelle. Sonntag vor 14 Tagen habe ich diesen tollen Ort entdeckt. Eigentlich fahre ich hier jeden Tag vorbei, doch ich bin nie ausgestiegen. Heute gehen wir hier mal spazieren und damit ich meinem Mann nicht auf die Nerven gehe, benutze ich nur den Kugelschreiber. Ich merke eindeutig, das Motiv ist perfekt so, dennoch will ich sie in Farbe umsetzen, dann brauche ich mehr Platz als für den Kugelschreiber..

Tine Klein von Skizzen zum Bild Tusche Zeichnung Feldbach am Zürichsee

 

Montag:

An den nächsten Tagen folgen weitere Skizzen, aber mit I-Pad, weil dies auf dem Parkplatz besser geht als zu aquarellieren. Hier lege ich keinen Wert auf Qualität, die Skizzen halten nur meine Gedanken fest, es sind Tests. Auch wenn diese Skizze nicht besonders gut ist, sie enthält genau das, was ich eigentlich zeigen möchte, das Licht hinter dem Berg.

Tine Klein von Skizzen zum Bild: Digitales Aquarell Feldbach am Zürichsee

Zusammen mit der ersten Skizze im Kugelschreiber und mit der zweiten Skizze, die die Idee nicht hinterm Berg in Farbe umgesetzt hat, weiss ich jetzt schon ganz genau wohin die Richtung gehen könnte. Viel Zeit setze sich in solche Skizzen nicht, 10-15 Minuten müssen reichen. Das erklärt auch, warum die iPad Skizze oben nicht gerade ausgefeilt ist.

Dienstag: Es hagelt und zwar heftig: Diese Woche war das Wetter echt krass. Das Wetter klappte von strahlendem Sonnenschein direkt herein in einen Schneesturm. Eigentlich wollte ich schon mit Aquarell loslegen, bin dann aber auf Kreide umgestiegen, weil ich ins Auto flüchten musst. Nicht mal der Hund hat Lust spazieren zu gehen.

Tine Klein von Skizzen zum Bild: Aquarell Feldbach am Zürichsee

Die Entwürfe sind für ein Kinderbuch, dort oben auf der Klippe wird ein kleiner Branddrache geboren. Der Ort ist real, das Wetter ist real und der kleine Drache wartet auf seine Geburt in meinem Kopf. So weiß sich hinterher auch kleine Details die ich in meine Erzählung einbinden kann.  Nichts geht über reales Erleben.

Mittwoch endlich strahlt die Sonne und heute werde ich einen freundlichen Ort malen. Heute nehme ich mir etwas mehr Zeit. Durch das Skizzieren sind jetzt alle Informationen gesammelt, ich kann sehr schnell eine neue Zeichnung anlegen, das geht jetzt Ruckzuck, denn ich weiß worum es geht.

Aus all das was sich in den letzten Tagen erlebt habe steckt in Bild.

Skizzen und ihre Ergebnisse

Mein persönliches Fazit ist das mir das Malen und Zeichnen unter realen Bedingungen und unter Druck am meisten Spaß macht. Die kleine Skizze diese dunkel ist die hat mir richtig Freude gemacht, Gott sei Dank sind die Sitze meines Autos schwarz.

Ich fühle mich dann so voll mit Kreativität, ihr seht ja selbst dabei geht natürlich so einiges schief. Aber die Skizzen stecken voll mit Leben, und dies bringt  Erfahrung und Erfahrung macht  gut.

Das Ungeplante bringt dich aus deinem Trott, und dies lässt sich neue Erfahrungen machen.

Die Zeichnung fürs Kinderbuch möchte ich euch nicht vorenthalten.

Tine Klein von Skizzen zum Bild: Digitales Aquarell ink and Watercolor Feldbach am Zürichsee

Ich zweifele noch sehr, vielleicht füge ich noch grün ein, aber im Moment gibt es noch gar kein grün. Das was später zum Kinderbuch wird sind tatsächlich Urban Sketchings.

Aber seit doch mal ehrlich, das Haus oberhalb der S7 sieht doch tatsächlich aus wie das wahre Zuhause eines Drachens.

Zeitverschwendung?

Manchmal denke ich, das alles ist doch Zeitverschwendung, doch diese Skizzen dauern, wenn man sich daran gewöhnt hat, tatsächlich nicht lange. Spontanes Arbeiten ist ohnehin unersetzbar, weil es einen auf Ideen bringt, die man vorher nicht hatte.

Natürlich mache ich das alles nicht bei jedem Bild. Doch gerade für die unsicheren Zeitgenossen ist dies eine großartige Möglichkeit. Seien wir doch mal ehrlich, der Zweifel plagt jeden von uns! Wie mache ich dieses, oder wie mache ich das?

Letztendlich glaube ich dass diese Vorgehensweise oft sogar sehr viel Zeit spart, vorausgesetzt man verinnerlicht das eine Skizze schnell ist und nicht unbedingt immer völlig ausgefeilt sein muss. Für viele Menschen dürfte es sehr praktisch scheint zu wissen, dass man seine Malleidenschaft auch ganz wunderbar auf einem großen Handy oder einem Tablett ausüben kann.

Das Bild was ihr jetzt seht, hat, glaube ich, nicht viel länger gedauert als die Skizzen. Warum nicht gleich so? Aus einem ganz einfachen Grund, wenn ein Motiv so komplex ist, wie dieses kann ich es später ganz schnell aufs Blatt werfen, aber ich brauche nicht mehr zu zögern, denn mein Auge hat gelernt.

Es ist niemals Zeitverschwendung sich die Welt in Ruhe anzuschauen, ein Motiv aufzumalen ist einfach enorm empfehlenswert, denn nur wer das tut bemerkt, dass die Welt voller unterschiedlicher Lösungen steckt

Gut wird wer eben gerne und viel malt und die Skizze ist einfach das, was man im Alltag am Leichtesten unterbringen kann. Das sind meine 20 Minuten, die ich mir täglich gönne bevor ich einkaufen gehe.

Und nun möchte ich euch auch noch den eigentlichen Auslöser der Zeichnung verraten, unten unter dem Haus standen die ersten blühenden Haselsträucher, die haben mein Auge angezogen und plötzlich habe ich das Motiv entdeckt an dem ich schon tausendmal vorbeigefahren bin.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende

Tine

P:S: Ich weiß gar nicht wie diese kleinen Dinger heißen. Es sind nicht die hübschen kleinen Weidenkätzchen, sondern  gelbe kleine Schwänzchen die die Haselsträucher bekommen. Auf meinem Spaziergang am Sonntag habe ich dieses wundervolle Motiv in Feldbach entdeckt. Ich sehne mich so nach Sonne und Licht und dann sind eine Reihe von Skizzen entstanden die zeigen, wie man ein Bild entwickelt.

 

 

 

 

 

 

 

Das perfekt hässliche Motiv!

Tine Klein, Blog Herz der Kunst das Blumengeschäft an der Straßenecke AquarellWas macht man mit scheußlichen Motiven?

Manchmal ist das Motiv nicht hässlich sondern der Tag über die Lyrik des Hässlichen.

Wir haben in den vergangenen Jahren beschlossen, dass sich das Leben eben nicht selbst schön macht, also raus aus den Federn um den Tag zu bereichern!

Doch manchmal klaffen Erwartung und Realität total auseinander, zuerst haben wir verschlafen, dann haben wir uns gegenseitig im Badezimmer im Wege gestanden und zum Schluss ist der Kaffee alle.

Ach, auch noch ohne Kaffee! Grausam!

Ohne Kaffee ins Chaos, das ist für mich Morgentrottel die Höchststrafe. Jetzt steh ich auf der Straße und viele meiner Bekannten malen schon eifrig. Ich schaue mich um und denke, warum zum Teufel sollte ich hier malen? Wieso bin ich eigentlich aufgestanden? Das Motiv ist doch total hässlich!

Das hässliche Motiv!

Ein hässliches Motiv macht wirklich keine gute Laune! Oder?

Tatsächlich glaube ich nicht, das es wirklich hässliche Motive gibt. Diese Aussage ist natürlich ein Statement, aber es erklärt sich von selbst, wenn man darüber nachdenkt.

In der Schweiz heißt Motiv übrigens Sujet, was das Ganze besser auf den Kopf trifft als Motiv, denn Sujet heißt übersetzt so viel wie Inhalt.

Sehen, ist eine Geisteshaltung. Du wählst deinen Inhalt doch selbst! Natürlich war dieses Motiv nicht gerade der Ausbund der Schönheit.

Tine Klein was macht ein Maler mit hässlichen Motiven?

Doch ich war noch müde und geistig nicht wach, deshalb konnte ich hier einfach keine Schönheit wahrnehmen.

Das Wichtigste was man sich bei der Motivsuche merken kann, ist das fast kein Motiv schlecht ist. Die Frage ist eben nur:

Wo finde ich meine Inspiration? (ohne Kaffee)

Inspiration

Inspiration ist ein Problem des Malers, das Motiv ist völlig unschuldig.

Ich hocke jetzt auf meinem Stühlchen und empfinde es regelrecht als Druck malen zu müssen. Ich muss natürlich überhaupt nichts, dies ist allerdings meinem kaffeelosen Körper völlig unklar, denn ohne Kaffee bin ich generell verloren.

Mangelnde Inspiration ist meistens ein Zeichen von Anspannung. Wenn man sich erst mal ruhig hinsetzt und den Geist schweifen lässt, dann findet man etwas Spannendes.

`Bevor man malt, muss man sich dem inneren Ich zuwenden, damit man sich auf Wahrnemungsprozesse einlassen kann´

sagt der Schweizer Maler Thomas Lüchtinger in seinem Buch intuitiv Zeichen.

Ja, da stimme ich zu! Nur Frage ich mich, warum ich ohne Kaffee kein inneres Ich habe? Bin ich ein Zombie? Morgens definitiv! sagt mein Mann.

Deshalb kann ich das Motiv nicht einmal hässlich malen, ich kann mir keine Meinung bilden, das ist das Problem.

Hässliches ist absolut inspirierend, sagt meine Freundin im gleichen Moment in dem ich leer in des Morgens Grau starre. Sie hat in dieser Straße das gesamte Gerümpel zum Thema gemacht, ihr Bild wimmelte vor Klimaanlagen, Mülltonnen, Wellblech und abbröckelndem Putz. Das Bild ist übrigens super geworden, leider konnte ich es nicht fotografieren, denn meine Freundin malt gerne in riesigen Formaten. Sie benutzt Bleistifte auf fast 2 m langen Bildformaten. Und ich kann euch sagen diese Straße hat für ein 2 m großes Bild genug Gerümpel gehabt. Fotografieren kann man die Gefühlsausbrüche mit Bleistift nicht, denn die Kamera ist nicht in der Lage das Chaos einzufangen, dass sie mit einem einzigen Bleistifte anrichtet. Meine Kollegin kann mit ihrem Bleistift die Faszination des Grauens erzeugen.

Das ganze Bild sieht aus wie ein Unfall, aber man muss da einfach hingucken!

Meine Kollegin ist das natürliche Gegenstück zu mir, sie ist kurz angebunden, nicht gerade ein Sonnenscheinchen.

Sie kotzt sich regelrecht aus!

und danach hat meine Kollegin wunderbar gute Laune. Prima Strategie!

Perfekt hässliche Motive sind großartig

Hässliche Motive sind auf zwei Arten ganz wunderbar. Die eine Methode ist mal ganz deutlich seine Abscheu zeigen kann. Man kann und man darf sich total austoben, denn wer sagt das Kunst schön sein muss? Die Bilder meiner mieslaunigen Kollegin sind übrigens großartig verkäuflich! Weil sie Aggression und Abscheu in Bewegung umgesetzt.

Ich selbst bin jetzt nicht gerade der Typ der sich großartig fühlt, wenn er sich dauerhaft auskotzt, deshalb muss bei mir eine andere Strategie her.

Kunst machen heißt sei einfach wer du bist!

Persönlich konzentriere ich mich nicht gerne auf das Negative, weil es mich herab zieht. Ich bin ein Gefühlsspiegel, Einen Seelchen würde mein Liebster sagen. Ich kann nicht so aggressiv sein wie meine Freundin, bei mir würde dies in Melancholie ausarten. Was bei weitem nicht so plakativ ist, wie heraus geschriener Hass.

20 Minuten später steht die Sonne am Himmel, eine riesiger Becher Kaffee macht das Leben schön. Und siehe da 50 Meter weiter, man sieht es durch den Straßenmief, finden meine Augen was Schönes: Männer tragen Blumen vor das Haus. Ich setze mich so, dass ich in die andere Straße schaue.

Motivsuche ist eben eine rein seelische Sache und nichts liebe ich mehr als ein Blumengeschäft. Jetzt kleben sich meine Augen an das Blumengeschäft:

Oh ist das nicht toll?

Es ist doch total witzig wie unterschiedlich man ein und dieselbe Sache sehen kann, nur weil der Koffeeinpegel jetzt stimmt.

Der Vorteil an hässlichen Motiven ist übrigens auch, dass es viel leichter fällt sich auf eine Sache in dem Motiv zu konzentrieren. Man blendet einfach die Dinge aus, die wirklich scheußlich sind.

Das Schöne wird an einem hässlichen Motiv zu einem Augenmagnet

Merkwürdigerweise werden die Bilder in denen es nur eine wirklich gute Sache gibt, viel besser als Bilder in denen alles wirklich gut war. Der Grund ist bei man sich völlig auf das Positive konzentriert und dadurch wird das Bild für den Betrachter gut lesbar.

Diese Bilder sind so gut, weil sie das Bildzentrum so behandeln wie eine Diva. Der Scheinwerfer richtet sich auf die Diva, sie fängt an zu funkeln und damit hat man eine ganz entscheidende Regel des Bildentwurfs verstanden.

Hässliche Motive und ihre Stärken

Wenn ich zusammenfassen sollte wie man aus wirklich hässlichen Motiven gute Bilder macht, dann würde ich im wesentlichen zwei Strategien empfehlen. Die eine Strategie ist die Emotion, zeig doch einfach mal das  du denkst. Denn auch…

Das Negative macht ausdrucksstark und ungewöhnlich

Der Vorteil daran ist, dass hässliche Motive wirklich ungewöhnliche und ausdrucksstarke Bilder erzeugen.

Tine Klein Chicago alte Feuerwache

Hier  saß ich neben dem Trump Tower und starre auf eine Feuerwache und denke darüber nach wie es ist politisch Feuer zu legen. Das Bild ist ein Gedanke

Die andere Strategie ist die Augen fest auf das positive zu heften.

Das Positive wird noch auffälliger, wenn es keine Konkurrenz hat!

Und so wird das Blumengeschäft schön, trotz dessen die Straße richtig scheußlich war.

Liebe Grüße ins Wochenende.

Tine

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Wir hatten ein ziemlich turbulentes Jahr, viele Leser haben versucht sich in meine Workshopliste eintragen zu lassen. Das hat nicht geklappt in unserer Straße liegt eine alte Wasserleitung Ratet mal! Dadurch ist die Datensicherung zusammen mit dem Rechner weggeschwommen. 6 Monate E-mails waren verloren. Wessen Mail mit geschwommen ist, den möchte ich herzlich bitten, versuche es noch einmal.

https://www.herz-der-kunst.ch/kontakt.html