Zeit fürs Malen und Zeichnen – Frohes neues Jahr

Frohes neues Jahr. Schön, dass du hier bist und dir Zeit nimmst, das hier zu lesen.

Übrigens, die neuen Zeichenkurse sind da!

https://blog.herz-der-kunst.ch/aktuelle-kurse/

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist für viele voller Glanz und Wärme. Für andere ist sie anstrengend. Auf diesen Tagen lastet ein enormer Erwartungsdruck. Harmonisch?

Ich persönlich finde diese Zeit herausfordernd. Lange Wege, alte familiäre Spannungen, Eifersucht, politische und soziale Gegensätze, die plötzlich ungefiltert am Tisch liegen. Eine Mischung, die man kaum kontrollieren kann. Man bemüht sich – und scheitert trotzdem daran, es allen recht zu machen.

Und genau hier berührt sich das Leben mit der Kunst.

Du kannst es nicht allen recht machen und das musst du auch nicht.

So sehr wir uns an Rückmeldungen, Anerkennung und Likes gewöhnt haben: Kunst ist etwas zutiefst Persönliches.

Irgendwann tauchen diese Fragen auf – leise oder sehr laut: Warum mache ich Kunst? Was gibt sie mir? Wohin will ich damit?

Ich mache Kunst, weil sie mich bereichert:

Sonntagmorgen, sehr früh, eile ich durch das eisige neue Jahr zum Bahnhof, noch tut mir als Morgenmuffel alles weh!

Mein Ziel? Kreativ sein, was erleben!

Meine Freundin und ich nutzen den Wintertag, um zu malen, wir gehen zum Neujahrstreffen der Urban Sketchers in Zürich. Aber das eigentliche Ziel sind schöne Beobachtungen. Der Zug fährt durch eine gefrorene Landschaft. Über dem Fluss stehen geisterhafte Schwaden, ein Ruderer rudert tapfer auf der Reuss, es sieht aus, als würde er in gefrorene, glitzernde Kristallluft rudern.

In Zürich bin ich deutlich früher als erwartet da, mittlerweile ist die Sonne aufgegangen, und das Licht fällt zauberhaft in die kalte Halle.

Und das alles nehme ich in mir auf!

Jetzt kommt meine Freundin, ich werde mit einer Umarmung belohnt! Wir starten bei eisigem Wetter zu einer Malexpedition!

Für mich hat das Kunstmachen drei zentrale Bedeutungen und deshalb brauche ich mehr Zeit fürs Malen und Zeichnen..

Die erste ist innere Ruhe.

Wenn ich male oder zeichne, verlagert sich meine Aufmerksamkeit vollständig ins Beobachten. Ich beobachte mit Haut und Haaren.

Gedanken, die sonst kreisen, werden still. Der Kopf wird ruhig, der Körper entspannt sich.

Ärger verliert an Gewicht.

Mit etwas Abstand werden Dinge, über die ich mich geärgert habe, unwichtig, und das ist eine schöne Sache, die mir sehr gut tut.

Strich für Strich gehe ich auf die Zufriedenheit zu.

Es ist kalt, wir sind dick verpackt, und die Sonne scheint uns auf den Pelz. Schöner als erwartet! Im Botanischen Garten ist es ländlich, ein Motiv, das man nicht in Zürich erwartet!

Ich genieße diese Zeit mit Gleichgesinnten. Aber woher nimmt man die Zeit?

Der zweite Aspekt ist die Naturbeobachtung.

Natur gibt es selbst in der Innenstadt (Botanischer Garten)

Draußen zu malen verändert alles. Licht, Kälte, Wind, Gerüche – die Welt drängt sich nicht auf, sie öffnet sich.

Farben werden intensiver, Formen klarer.

Ich fühle mich lebendig.

Selbst im Winter, wenn die Sonne tief steht und kalt ist, liegt darin ein unglaublicher Reichtum. Wer regelmäßig so arbeitet, verändert seinen Blick auf die Welt.

Und auf lange Sicht auch den Blick auf sich selbst.

Ich stelle fest, die winterliche Landschaft ist erstaunlich abwechslungsreich!

Genuss und Selbsttherapie liegen hier erstaunlich nah beieinander.

Der dritte Punkt ist Entwicklung.

Ich möchte besser werden.

In mir ist eine Triebfeder, die mich vorantreibt. Ich würde es nicht als Ehrgeiz beschreiben, eher als die Frage:

Was ist für mich möglich?

Wie geht es Dir dabei? Ich bin mir sicher, du kannst besser werden als du denkst!

Lernen empfinde ich nicht als Pflicht, sondern als Spiel.

Die Leute beim Treffen sind überrascht: Tine, hast du das Schwarz-Weiße gemacht? Toll, aber ich hab dich nicht erkannt!

Aufwärmen im Trophenhaus – Wintersketching ist auf dauer kalt XD.

Ich arbeite immer wieder bewusst in Schwarz-Weiß. Weil es die Kernfrage aller Maler und Zeichner berührt! Der Tonwert, das Licht ist eine lebenslange Herausforderung, die nicht langweilig wird.

Für Maler genauso wie für Zeichner.

Wer sich darauf einlässt, wächst – leise, aber nachhaltig.

Ich würde dir empfehlen, dich immer phasenweise auf bestimmte Dinge zu konzentrieren. Ich arbeite im Moment viel in Schwarz-Weiß für die neuen Zeichenkurse, und ich merke, wie es die Bilder und Zeichnungen stärkt.

Merkst du, dass du gestresst bist, dann würde ich mich eher auf die schönen Aspekte des Malens konzentrieren.

Male draußen, male Motive, die dir gut tun.

Hast du jedoch Zeit zu lernen, dann würde ich dir vorschlagen, dich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Zeit fürs Malen und Zeichnen heißt auch: Wohin möchte ich!

Nimm dir die Zeit, kritisch zu hinterfragen, was du gerne verbessern möchtest. Da reicht einmal an etwas herumdoktern nicht.

Malen und Zeichnen brauchen Muße und Zeit.

Es ist oft besser, sich auf eine Sache beim Malen oder Zeichnen zu fokussieren. Warum? Es ist nicht nur so, dass dein Kopf begreifen muss, wie etwas funktioniert. Beim Malen und Zeichnen muss die Erkenntnis auch in Feinmotorik umgesetzt werden.

Die Erkenntnis muss in die Finger!!!!

Dein Gehirn muss genau wissen, wie es deinen Arm zu bewegen hat. Ein hochkomplizierter Weg zwischen dem Sehen, deinem Gehirn, der Kreativität und deiner Fähigkeit, es in eine Technik oder Bewegung umzusetzen.

Dein Wachstum braucht drei Dinge: dranbleiben, Zeit und die Akzeptanz, dass etwas nicht auf Anhieb klappen kann.

Mut, alte Gewohnheiten zu hinterfragen. Keine Angst vor Fehlern und die Zeit, um neue Wege wirklich zu gehen.

Zeit fürs Malen und Zeichnen hat oft etwas mit Aufräumen im Leben zu tun.

Und hier kommt das Thema Verzicht ins Spiel. Nicht als Mangel, sondern als bewusste Entscheidung.

Für jedes Plus braucht es ein Minus, denn das Budget ist nicht unbegrenzt.

Viele Ratgeber erklären ausführlich, was man alles tun sollte, um besser zu werden.

Kaum jemand spricht darüber, woher die Zeit dafür kommen soll.

Ich selbst kenne chronischen Zeitmangel gut. Beruf, Haushalt, Verpflichtungen, gesundheitliche Themen – der Tag ist schnell voll. Und trotzdem bleibt dieses leise Wissen:

Wenn ich wirklich malen will, muss ich mir Raum und Zeit dafür schaffen.

Und hier kommt das Thema Verzicht ins Spiel. Nicht als Mangel, sondern als bewusste Entscheidung.

Für jedes Plus braucht es ein Minus, denn das Budget ist nicht unbegrenzt.

Zeit fürs Malen und Zeichnen – nicht durch mehr Leistung, sondern durch Weglassen.

Es gibt erstaunlich viele Dinge im Alltag, die wir aus Gewohnheit tun. Einkaufen, Medienkonsum, Termine, die nichts nähren. Wenn man ehrlich hinschaut, lässt sich hier Zeit zurückholen.

Kleine Entscheidungen, die in Summe viel verändern.

Ein fester Malplatz. Materialien griffbereit. Eine Tasche im Auto mit Zeichenmaterial. Ein Sonntagmorgen draußen statt im Bett.

Ein bewusstes Nein an anderer Stelle.

Zeit fürs Malen fällt nicht vom Himmel. Sie ist eine Entscheidung.

Wer malen will, braucht Gelegenheit – und was wäre das bei dir? Wo könnte man etwas streichen, am besten etwas Dummes, um diese Zeit zu gewinnen?

Zeit fürs Malen und Zeichnen – Ich zeige dir meine Rechnung:

Einmal weniger einkaufen gehen pro Woche = 1 Stunde
Ein monatliches Treffen mit meiner Freundin zum Draußenmalen = 3 Stunden
Einmal pro Woche früher aufstehen = 1 Stunde

Hört sich wenig an? Sind aber 11 Stunden pro Monat!

Und ich finde, 11 Stunden für etwas, was mich glücklich macht, sind ganz schön viel! Hast auch du Tricks, wo du Zeit zum Malen herbekommst? Schreib mir dies auf Instagram!

Ich freue mich sehr auf deine Anregungen. Gib uns deine Detox-Tipps: Was tun wir weniger, um mehr Zeit fürs Malen und Zeichnen zu bekommen?

Bitte gib deine Kommentare hier ab:

https://www.instagram.com/tine.klein/?hl=de

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Ein anderes Thema ist Budget.


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Liebe Grüße Tine

Noch ein unterhaltsamer Artikel zum Thema:

Zeit zum Malen lernen

https://blog.herz-der-kunst.ch/zeit-zum-malen-lernen/

 

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