Struktur und Strich Zeichenschule Teil 1:

Die Struktur ist vielleicht ein etwas ungewöhnlicher Beginn für eine Zeichenschule, dennoch glaube ich er ist perfekt.

Diese Woche lag der erste Schnee bei uns und dann wird es hier schnell ungemütlich. Ungemütlich wird es übrigens auch in Venedig, die angesagte Mode im November ist Gummistiefel oder Plastikbeutel, übrigens auch zum Kostüm.

Leider bin ich mit einem Koch, der gebürtig aus Venedig stammt, befreundet. Das ist gar nicht gut für mich. Wir wollen immer wieder zum Zeichnen nach Venedig fahren, doch dann ist das Wetter schlecht und deshalb führt uns Nonna jedesmal im Polizeigriff ab und füttert uns bis zum lebensbedrohlichen Magendurchbruch. Blöderweise ist Nonna so effektiv, dass ich nun bei dem dritten Besuch noch nichts gesehen habe, außer das Familienrestaurant, bei einem unserer Fluchtversuche ist dieses Bild entstanden.

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Tine Klein: San Giacomo dall ´Orio: Venedig, die schönste Tristesse der Welt

Hier zeigt sich das kleine Struktürchen echte Geschichtenerzähler sind, deshalb liegt mir das Thema so am Herzen. Aus diesem Grund fange ich meine Zeichenschule mit Struktur an, denn wer sich auf die Struktur konzentriert, erlernt von Anfang an die Geschichte eines Motivs zu erzählen.


Der Strich und die Struktur


Ihr hab ja sicher schon gemerkt, dass ich mir die Haare raufe, wenn man unter Zeichnen lernen versteht, dass man feste Kästchen und Rahmen um alles zeichnet.

Solche Zeichnungen lassen wenig Raum für Entwicklung, der Rahmen sitzt um das Motiv wie eine Zwangsjacke! Viele Kunstlehrer verstehen dies als die Tradition der klaren Linie, auch viele Animationszeichner benutzen diese Methode, aber aus einem ganz klaren Zwang heraus, den man kann nur digital kolorieren, wenn Linien ganz ordentlich geschlossen sind.

Ich glaube, dass die Methode des klaren, harten Strichs beim Zeichnen viel eher eine Erziehungsmethode ist als eine Kunstrichtung. Kinder sollen zur Ordnung und Sauberkeit angehalten werden, Designer dazu, dass ihre Skizzen automatisch für Druckgrafik und Trickfilm von Computern koloriert werden können.

Wir als Künstler jedoch müssen uns aber fragen: Wie zeige ich das hier am Besten?

Und dafür gibt es eine enorme Menge anderer Möglichkeiten als eine klare harte Linie.


Zeichnen mit Strukturen


Ich zeige euch einmal diese Kirche aus Venedig:

Nelson Pérez [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Oma ist eine Naturgewalt die lässt einem nicht mal Zeit für einen Schnappschuss: Urheber: Nelson Pérez [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Für mich ist Venedig die Poesie des morbiden Verfalls, bittersüß, hässlich, feucht, feucht kalt und das Herz erwärmend wunderschön.

Schaut euch mal diese Kirche an. Ist dies die angemessene Wiedergabe des Ortes? Wohl kaum.

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Negativbeispiel Vorzeichnung mit Tinte

Solche Vorzeichnungen haben unzählige Nachteile, die Linien werden gerade und hart gezogen, jeder Fehler fällt auf, dadurch sehen die Zeichnungen oft trotz Lineal aus wie von Kindern. Auch Farbe wirkt in solchen Gefängnislinien wie ein Fremdkörper. Das Schlimmste ist aber, dass der Zeichner auf der Jagd nach genauen Strichen die Seele des Ortes vergiss!

Eine ganz harte Umrahmung spricht uns einfach nicht aus der Seele, denn sie zeigt  gar nichts von dem, was an diesem Ort so bittersüß ist.

Trotzdem machen wir unsere Zeichnungen so, weil wir einmal hören wollen:

Da sitzt ja jeder Strich!


Ausdrucksstärke durch die erzählerische Kraft der Struktur


Die Struktur, die man neben der Linie, erzeugt ist so etwas wie eine Bildsprache für den Ort. Die Kernfrage ist:

Was ist da was mich so fasziniert?

Und dies versuche ich dann mit dem Stift zu zeigen, dadurch erhält die Zeichnung einen Erzähler.

Schauen wir noch mal ins Foto, was macht diesen Ort aus?

Besonders gut eignen sich Strukturen um kleine Details zu Zeigen:

Bröckelnder Putz, Bauschäden und sichtbarer Stein, Pflaster und fallende Blätter, dass ist das erzählerische Spielfeld der Struktur.

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Schon besser? Vielleicht auch interessanter? Na klar, hier erzählen die Strukturen eine Geschichte von fallendem Laub, bröckelndem Putz und selbst die Fliesen auf dem Pflaster sieht der Betrachter.


Strukturen machen eine Zeichnung persönlicher


Wichtig ist bei deiner persönlichen Linie, dass man nicht nur etwas vom Ort sieht, sondern auch von Dir.

Jetzt fragt sich natürlich mal wieder der eine oder andere Realist, was das zum Teufel soll das.

Die Frage ist berechtigt, wenn du ein Foto machen willst, dann mach ein Foto, beim Zeichnen aber ist dein Stift ein Erzähler.

Kein Mensch hört ein Hörbuch mit einer scheußlichen Stimme:

Hinterlasse mit deinem Stift deine wundervolle, warme Erzählstimme.


Kleckern statt Klotzen


Alles zu zeichnen würde dich wahnsinnig machen. Ich kenne einen Designer aus Barcelona, der hockt abends vor dem Fernsehen und malt wie besessen Backsteine, deshalb nennt ihn seine Frau liebevoll mein kleiner Autist. 

Man kann das machen, wenn man einen kleinen Hang zum Zwanghaften hat.  😆

Bei Strukturen muss man sich immer eines merken:

Viel hilft nicht viel

Strukturen sind dazu da zu zeigen, dass etwas da ist, dafür braucht man nicht jedes Detail zu zeichnen. Zeichne so wie die Sehgewohnheiten des Menschen sind, wir schauen schnell hin, sehen Backsteine, schauen uns aber nie alle Backsteine an.

Zu wissen wie die Sehgewohnheiten eines Menschen sind, hilft enorm, dann weiß man, wir dürfen Dinge in Zeichnungen weglassen.

Ich wünsche euch ein tolles Wochenende.

Tine aus dem Herz-der-Kunst

weiterlesen zum Strich:   

Wer es nicht glaubt scheußliches Wetter in Venedig

Web-Cam auf dem Markusplatz

Sehen lernen ist Zeichnen lernen

Jeder der normal sehen kann, geht erst einmal davon aus, dass er sehen kann und das alle Anderen ganz genau so sehen wie er selbst.

„Ich kann es einfach nicht sehen!“ ruft mein Freund Jo aus und möchte einfach ins Skizzenbuch beißen!

Zu sehen, was man zum Kunst machen sehen muss, ist in der tat eine Kunst!

Jo, glaubt er sieht falsch! Tut er aber nicht! Er sieht einfach nur wie Joachim.

Als ich klein war spielte ich mit meinem Brüdern abends im Bett ein Spiel,

Ich sehe was was Du nicht siehst…..

Dabei ging mir das erste Mal auf, dass meine Brüder ganz andere Dinge sahen als ich. Das Kinderzimmer schien für meine Brüder ganz anders auszusehen als für mich!

Kinder sind schlau, dass ganze Spiel beruht darauf, dass sehen etwas ganz Persönliches ist.


Sehen lernen für die Kunst


Für die Kunst muss man sehen lernen, allerdings gibt es da zwei Sichtweisen.

Das eine ist das Sehen und Umsetzen von Proportionen, dieses Handwerk kommt von ganz allein.

Das andere ist die persönliche Sicht auf Dinge, wenn du Dir die abgewöhnst und als Fehler betrachtest, dann ist deine Kunst tot.

Das Ssehen von Licht ist für mich ein Vergnügen, ich lasse mich in einem Meer von unsichtbaren Farben treiben.

 

Sehen lernen für die Kunst Tine Klein,malt die Kollwitzstraße in Berlin

Tine Klein: Blick von der Kollwitz Straße

Um richtig zu sehen für die Kunst ist es sinnvoll, dass richtig und falsch Konzept von „das ist so“ zu überdenken.

Wenn ich jetzt dort sitze, sehe ich wie sich das Licht mit den ziehenden Wolken verändert.

Autos und Menschen kommen und gehen und der Duft von Schokotorte ist auch dabei.

Sehen lernen für die Kunst: Tine Klein zeigt das Ein Foto etwas anderes ist als ein künstlerischer Blick.

Dadurch kann ich eine viel persönlichere Farbdarstellung machen, Jo, kann sie nicht sehen, denn sie entsteht in meinem Kopf und hat nichts mit einem Foto zu tun.

In Jo steckt etwas viel Besseres, es ist Jo´s Sicht und dafür muss man Mut haben, sich hinsetzen und den Blick nach Innen wagen, wie sehe ich die Welt?

Jo hat mir erzählt, dass er sich eine Stunde vor ein graues Auto gesetzt hat und danach erstaunt feststellte: „Das Auto ist gar nicht grau“. Durch diese verrückte Aktion setzte Jo´s eigener Blick ein.


Sehen ist etwas ganz persönliches, woran liegt das?


Das Sehen etwas ganz persönliches ist, weiß man schon recht lange. Der berühmte Rorschachtest (also der Test bei dem man Menschen einfach einen Tintenklecks unter die Nase hält und er soll erzählen was er sieht!) sagt viel über Menschen aus und ist noch heute einer der ganz wichtigen Tests um herauszufinden wie Jemand sieht und fühlt.

Bitte macht Euch ganz klar: Es würde diesen Test nicht geben, wenn wir alle das gleiche sehen würden!

Rorschach 1:

Rohrschach Karte 1 Quelle common Wikipedia in Tine Klein sehen lernen für die Kunst

Keine Sorge, das wird heute  kein Psychotanten-Blog.  Es geht nur darum herauszufinden wie wir sehen. Was siehst du? Du wärst überrascht wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Menschen ist! Frag doch mal was deine Familie sieht?


Ein Auge ist ein Stückchen Gehirn:


Ich sehe 2 Engel die einen neuen Stern erschaffen, der Weltraum ist ihre Staffelei. Sie stehen dort und zeigen auf den Stern und freuen sich.

Rohrschach Karte 1 Quelle common Wikipedia in Tine Klein sehen lernen für die Kunst

Wenn Du etwas anderes siehst, zum Beispiel einen Schmetterling oder eine Motte, dann ist das überhaupt nicht Falsch!

Ich stehe fast jeden Tag in genau dieser Körperhaltung gemeinsam mit meinen Malschülern vor Staffeleien, zeige darauf und wir sprechen dann über das Erschaffene.

Ich sehe meine Erfahrung

Was ich sehe ist meine Erfahrung. All meine Erfahrungen wurden seid meiner Geburt zu einer grauen Masse zwischen meinen Ohren verdichtet:

Das Gehirn die Summe unserer Erfahrungen


Du bist ein Unikat


Wenn Jo jetzt in mein Skizzenbuch schaut und in seinem Skizzenbuch etwas anderes findet, dann ist dies kein Grund hineinzubeißen. Jo müsste eher beunruhigt sein, wenn er in sein Skizzenbuch schaut und dort exakt das findet, was er bei mir findet.

Du bist ein Unikat!


Zeichnen lernen heißt sehen lernen


Eine Frage zum Nachdenken:

Wie sollen wir richtig sehen lernen, wenn doch Alle anders sehen?

Sehen ist ein absolut komplexer Vorgang der sich zu allergrößten Teil im Gehirn abspielt.

Unsere Gehirn filtert die Milliarden an Informationen die es ständig bekommt. Du würdest wahnsinnig werden, wenn dies nicht jederzeit tun würdest. Selbst eine schlichte Tischplatte würde deinen Arbeitsspeicher im Kopf platzen lassen, wenn wir alles gleichzeitig wahrnehmen würden. Wir würden Millionen von Farbpunkten und winzigen Poren sehen.  Richte mal deinen Blick auf die nächste Holztischplatte, ein faszinierendes Universum! Wenn wir alle so sehen würden, wären wir auf Dauer lebensuntauglich.

Die Welt ist zu viel Information


Sehen lernen heißt filtern


Normalerweise filtern wir all diese Informationen unbewusst und so findet der Rorschach- Test heraus wer wir sind.

Beim Malen und Zeichnen lernen stehen wir nun vor der Herausforderung, dass wir unsere Filter öffnen und Millionen von Informationen auf uns einstürzen und dies führt zu einem enormen Chaos in unseren Bildern.

Wenn wir jetzt versuchen immer genau zu zeichnen, so ist dies in einer gewissen Art und Weise unnatürlich, denn wir selbst haben ja im Alltag immer die von unserem Gehirn gesetzten Filtern vor den Augen!

Immer genauer sehen lernen wollen, endet oft  in kalter handwerklicher Perfektion, denn es gibt keinen persönlichen Blick mehr.


Sehen für die Kunst


Sehen lernen für die Kunst heißt auf deine Art und Weise filtern zu lernen.

Wir alle sehnen uns nach einem ganz persönlichen Stil beim Zeichnen und Kunst machen.

Natürlich ist es ganz wichtig zu lernen, was man genau in einem Bild braucht, damit man Dinge so darstellt wie man sie sieht.

Es hilft enorm sich beim Sehen lernen auf die einfachsten Grundformen zu konzentrieren und zu analysieren. Wer einfach sieht, sieht gut: im Sinne von ein Haus ohne Dachkante ist eine Kiste und diese Abstraktionen sind ein ganz wichtiger Prozess beim Sehen lernen für die Kunst!

Aber ich finde es sehr wichtig zu wissen:

Dein persönlicher Stil ist die Summe deiner eigenen Blindheit und deiner Exzentrik


Es gibt Kunstrichtungen, die können sich nicht riechen


Dies liegt daran, dass sie auf unterschiedliche Weise versuchen für die Kunst sehen zu lernen. So versuchen die Realisten den Filter des Sehens einzureißen bis sie alles sehen und der Konstruktivismus versuchen den Regler des Filters bis zum Maximum aufzudrehen, bis nur noch die Grundform bleibt.

Reduziert bis auf die Grundform. Wie in diesem Beispiel einer Postkarte aus dem Jahr 1915:

 postcard Sketch of a Portrait of Pavel von Liubov Popova Quelle: Wikipedia gemeinfrei

Werk: Sketch of a Portrait of Pavel von Liubov Popova Quelle: Wikipedia

Das finden die Realisten allerdings total empörend, solche Bilder haben damals Skandale ausgelöst. Das sich solch auseinanderliegende Kunstrichtungen Spinnefeind sind, ist deshalb kein Zufall.

Tine meint dazu:

Als wir geboren wurden, gab man uns Augen und ein Herz um zu sehen. Finde deine eigene Mischung. Denn das wundervolle an der Kunst ist dein ganz eigener Blick.

Alles liebe Tine

Neulich habe ich einen anderen Aspekt des Sehenlernens beleuchtet:

http://blog.herz-der-kunst.ch/abstrahieren-mit-genuss/

Wer sich noch mal die berühmten Tintenkleckse auf Wikipedia anschauen möchte:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rorschachtest

Konstruktivismus eine Kunstrichtung mit streng geometrischen Sehen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktivismus_(Kunst)

 

Limitierte Farbpalette ein guter Trick?

limitierte Farbpallette? Ist es dann noch strahlend bunt? Tine Klein Herz-der-Kunst

Limitierte Farbpalette: Warum hört man Künstler immer darüber reden, dass Sie ihre Farbpalette reduzieren müssen? Für mich ist das total gruselig, nichts liebe ich mehr als Farben zu sammeln.

Ich bin eine bekennende Farbmessie

Ich musste sehr schmunzeln als ich Delphine Priollaut traf, sie sass auf der Straße und hatte gleich zwei 48er Farbkästen vor sich. Das finde ich total sympatisch, auch ich bin ein Farb-Junkie und ich will in Farbe baden!

Sie schämte sich ein bisschen und sagte:  „Die benutze ich natürlich nicht alle!“

Ich musste Lachen: Ja, genau das Gefühl, das kenne ich! Aber ist ist so ein tolles Gefühl, all die Farben.

Als ich das erste Mal meine Kunst auf Instagram betrachtete wurde mir klar, auch ich habe eine limitierte Farbpalette. Das fand ich überraschend!

Ich schleppe 48 Farben mit und benutze vielleicht 14, die Basis sind aber nur 9 Farben, die ich aber immer wieder unterschiedlich mische!

Also arbeite ich genauso wie viele  meiner Kollegen mit einer sehr reduzierten Farbpalette. Warum?


Eine reduzierte Farbpalette hat enorme Vorteile


Eine reduzierte Farbpalette hat enorme Vorteile.

Vorteil 1: Du brauchst nicht zwei Esel um deine Farben zu schleppen. Ja was wäre das schön, wenn ich nicht so gierig wäre.


Vorteil 2: Farbharmonie entsteht fast von selbst


Eine reduzierte Farbpalette hat den Vorteil das alles ganz harmonisch wirkt! Insbesondere dann, wenn man viel in derselben Farbfamilie arbeitet.

Meine Farbwelt ist wild, warm und harmonisch. Von Orange bis rosarot ist alles dabei!

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Der Trick ist in seiner eigenen Farbwelt zu bleiben, dann wirken selbst die abstrusesten Farben nicht kunterbunt sondern harmonisch.

Meine Welt, mein Gefühl und meine Farbpalette liegen auf der warmen Seite des Farbrades:

Halten wir also fest, die Konzentration auf verwandte Farben  erzeugt Harmonie!


Meine Bilder gelten als bunt, aber geht es bunter? Was passiert, wenn ich es kunterbunt treibe?


Klar geht das und dafür gibt es auch Strategien ,aber es gibt eine Gefahr: Schaut mal was passiert, wenn man dann einfach andere Farbenwelten dazu würfelt.

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Upps, das Ganze wirkt jetzt ja mal ganz anders! Aus ist es mit der Farbharmonie!

Also doch zurück zur reduzierten Farbpalette!


Die eigene Farbwelt finden:


Der Vorteil, den wir gegenüber der Fotografie haben ist, dass wir durch Farben unsere Gefühle ausdrücken können. Farben können sehr unterschiedliche Wirkungen haben, Gelb steht für die Sonne und den Neid. Doch Generell ist die Wirkung von Farben kein Zufall, als ich einen Vortrag zur  Wirkung von Farben vorbereitete, machte ich eine überraschende Entdeckung: Meine Farben so sind wie ich.

Ich bin rosa, das steht für weich, zärtlich und weiblich

Ich bin rot, das steht für große Gefühle wie Liebe und Hass

Ich bin Orange, das steht für Energie und Vergnügen und ist manchmal ein bisschen zu viel.

Mein Mann brachte die auf einen Nenner:

Die Farbenwelt des Weibes….haha, recht hat er!

Es macht Sinn sich eine  eigene Farbpalette so aufzubauen, so das sie zu Dir passt.

Denn wir wollen ja deine Kunst sehen, deshalb macht also keinen Sinn einfach die Farbpalette von jemand anderem zu kopieren.

Mein ganzer Kasten basiert auf Orange, Rosa und Rot in jeder Variation, weil ich so bin.

Frag dich: Wie bin ich?

Und diese Farben bilden dann die Basis deiner reduzierten Farbpalette!


Brillante Farben durch eine reduzierte Farbpalette


Je mehr Pigmente eine Farbe enthält, desto wahrscheinlicher ist es das eine Matschfarbe dabei heraus kommt! Das heißt, treffen in Mischungen völlig  ungewollt unverträgliche Pigmente aufeinander, dann wird alles grau und öde.

Greife bei den Farben die du viel mischst auf Ein-Pigmentfarben zurück.

Und reduziere mal deine Menge an Farben, dann lernst du ganz schnell welche Mischungen wirklich ausdrucksstark sind!


Reduzierte Palette -Das ist dir zu wenig?


Gierschlund! Na, hast du auch in Statistik geschlafen?

Wenn ich jede mit jeder 1:1 abmische, habe ich 91 Möglichkeiten, mixe ich 3 Pigmente 1:1:1, dann habe ich 364 Möglichkeiten. Kombinatorik (Mein Mann ist das Mathegenie in der Familie:))

Und wenn man dann noch bedenkt, dass ich sie in unterschiedlichen Anteilen mischen kann dann…oh Hölle, das sind unendliche Möglichkeiten.

Das macht man natürlich nicht! Aber eine limitierte Farbpalette hat einfach den Sinn, dass ich in einem noch einigermaßen begrenzten Umfang tolle Farbmischungen finde und diese auch in meinem Kopf behalten kann.

 

Deshalb mein Tipp:  Einpigment-Farbtöne helfen das die Farben brillant bleiben. Sich auf Lieblingsfarben begrenzen!

 


Das Leben ist öde ohne Kontraste


Ying und Yang alles braucht einen Gegenspieler

Meine Basis und Lieblingsfarbe ist Lasur Orange von Schmincke. Die mir wichtigste Kontrastfarbe dazu ist Bergblau von Schmincke. Warum gerade Bergblau? Weil es die Diagonale im Farbkreis ist!

 

Weil gerade diese Farbe genau komplementär zu meinem Lieblings- Orange ist und diese Kontraste geben Bildern absoluten Pfeffer.

Halten wir fest: Komplementäre Kontraste wecken Langweiler zuverlässig auf.

Hier teste ich welches Grün besser in meine limitierte Palette passt Kobald Türkis oder Hookersgrün? Das Spiel ist die Basis von schönen Effekten.

Farbklang Test


Wie baue ich meine limitierte Farbpalette auf?


Alle Designer und Trickfilmer arbeiten so, dass sie genau ausgeklügelte Farbeffekte mit festgelegten Farbpaletten zaubern.Unten findest du einen Link dazu, so dass du dir diese Vorgehensweise mal anschauen kannst.

Genau so machst du deine limitierte Farbpalette: Spielen macht Spass. Bau die Palette um deine Lieblingstöne herum auf! Finde dazu Kontraste und finde ein für deine Kunst angemessene Farbwelt. 

Tine Klein Farbpaletten, Farbcodes, limitierte Farbpalette, Farbtest Rot und Grün

Das Sammeln dieser kleinen Farbzusammenstellungen macht irre viel Spass. Wenn du einmal darauf aufmerksam geworden bist, dann findest Du sie überall in Zeitschriften, in der Werbung oder beim Laufen durch die Stadt.

Du weißt ja jetzt wie! Viel Spass beim Fangen deiner eigenen Farbwelt.

Liebe Grüße

Tine

Links zum gucken und lesen!

Colorpaletten auf Pinterest

Weiterlesen zur Farbharmonie?

 

Grafische Reportage, mach mit!


Eine grafische Reportage, was ist das?


Eine grafische Reportage zeigt mehr als ein Bild. Normalerweise seht ihr so ein Bild von mir! Ihr wisst aber gar nicht, was da noch alles ist?

Tine Klein gibt eine Anleitung für eine grafische Reportage: Helveti Diner

Denn dies ist auf der Rückseite der Brücke der Urania Stenwarte.

Man kann aber Zeichnen wie ein Reporter, es geht darum Dinge ganz klar zu zeigen, vielleicht sogar das, was einem sonst entgehen würden.

Grafische Reportagen machen Blicke sichtbar! Denn dies ist der Blick über das andere Geländer.

Aquarell von Tine Klein für Skizzenbuch, Mallerei Zürich, Ort: Alststadt, Urania Sternwarte, Anleitung für eine grafische Reportage:

Heute werde ich Euch mal im Stil des klassischen Reportes zeigen, was es in meinem Kiez noch alles gibt!

Unter uns befindet sich das Fundbüro für immaterielle Dinge: Meiner Meinung nach der wichtigste Ort der Welt, denn hier kannst du deine verlorene Liebe melden. Ich melde nächste Woche meinen verlorenen Menschenverstand, den bringe ich dann zurück in die Politik.


Im Grunde ist eine grafische Reportage ein Comic


Meine Mutter würde sagen, das ist ein Comic, lies lieber ein richtiges Buch!

Eine grafische Reportage kann viel wertvoller als ein Foto sein, denn im besten Fall zeigt sie das Wissen und die Einstellung einer Person zu einem Ort.


Projekt:  Zeig mir deinen Kiez


Die Berliner nennen ihren Stadtteil oder den Raum in der Stadt in dem sie sich bewegen, also ihre Mini-Heimat in der Stadt, ganz liebevoll: mein Kiez!

Grafische Reportagen sind im Trend, anders als ein Comic zeigen sie die Welt durch die Augen eines Reporters mit Stift. Diese kleinen Reportagen sind zauberhaft, denn sie stechen aus der Masse der Bilder heraus, weil sie die Welt durch die Augen eines Menschen zeigen.

Im Grunde sind sie nicht anderes als ein Reiseskizzenbuch, gewürzt mit Text und Bild, das Erinnerungen ganz persönlich festhält. Ihr werdet sehen, es wird sehr, sehr interessant, denn ich kann Euch garantieren, nach wenigen Minuten hat man selbst in der Heimat Dinge entdeckt, an denen man ein jahrelang vorbeigelaufen ist!

Ich habe mir angewöhnt meine Lieblingsorte noch mal mit Stift und Skizzenbuch zu durchstreifen, einfach damit ich das zauberhafte Verborgene sammeln kann.


Identität! Zeig mir was Schönes!?


Die Reportage mit Stift ich werde zu Sherlock Holmes!

Sherlock Holmes regt sich immer darüber auf, wie achtlos seine Mitbürger sind! Jetzt laufe ich mal meinen wundervollen Arbeitsweg ab und schaue was es zu entdecken gibt!

Das Erste was ich merke, ein Stift öffnet die Augen!

Ich merke auf dem Lindenplatz, dass ist nur die Treppe hoch vom Urania, dort haben viele Menschen ihr zweites Wohnzimmer.

Ausruhen im Unterhemd, das würde ein Zürcher nie tun, wenn er sich nicht absolut geborgen fühlt:

Tine Klein gibt eine Anleitung für eine grafische Reportage: Ein alter Mann auf dem Lindenhof in Zürich

Tine Klein: alter Zürcher beim Schach auf dem Lindenhofplatz

Wenn ich durch die Gegend haste, dann werde ich wie 99 Prozent der Menschen total blind für die Schönheit und die kleinen Details. Mein Arbeitsweg ist geschichtsträchtiger Boden und ich wusste es nicht!

Jetzt stöbere ich herum, ich schau mal wo die Mülltonnen der Sternwarte stehen und belohnt werde ich mit diesem Blick:

Tine Klein gibt eine Anleitung für eine grafische Reportage: Hier der Hinterhof der Urania Sternwarte in Zürich

Tine Klein: So toll steht der Müll an der Urania Sternwarte


Zeig mir deinen Kiez mit Stift! Das Thema: Entdeckungsreise Alltag!


Eine Entdeckungsreise im Alltag durch eine grafische Reportage, wie mache ich das? Tatsächlich gibt es keine Regeln, was du dir in deinem Kiez ansehen solltest. Wichtig ist, dass man anders durch diesen Ort geht, als wenn man zur Arbeit hetzt, mach die Augen und Ohren auf und zeig uns was du gefunden hast!


Die Herangehensweise ist so unterschiedlich wie die Menschen!


Grafische Reportagen können sehr unterschiedlich sein, so unterschiedlich wie die Menschen.

Der Eine sagt, ich zeige einfach was ich sehe. Meine Lieblingsfrage ist :

Was ist die Seele, was genau  ist  typisch hier?

Hier in der Schweiz haben Steinarbeiten eine ganz besondere Tradition. Dieser kleine Schweinkram ziert eine Säule des Bauamtes und verleiht ihm mittelalterlichen Charme:

Tine Klein gibt eine Anleitung für eine grafische Reportage: Ausschitt einer Säule am Bauamt in Zürich

Tine Klein: Schweinkram an der Säule vom Bauamt

Dinge die Dir vernachlässigungswürdig normal vorkommen, können etwas Besonderes sein! Als ich nach Italien zog, hing da überall Wäsche, das kannte ich nicht. Also was ist eigentlich bei uns normal?

Sehr liebe ich auch die Frage: Was habe ich übersehen?  Oft bin ich auf der Suche nach den wundervollen Orten des zweiten Blicks.

Diese beiden Engelchen waren so etwas, was ich einfach übersehen hatte!

Grafische Reportage heißt für mich, ich zeige den räumlichen Bezug, leider streikt dabei nicht selten der  Scanner, deshalb seht ihr dies nicht so oft.

 

Ich persönlich schaue mich dort wo ich eine Graphische Reportage mache erst mal um. Ein richtiges System habe ich nicht, aber ein paar Tricks:

Der Blick nach oben! Ich zeichne gerne Dinge nach denen sich Fußgänger umschauen um zu wissen wo sie sind. Als erstes Skizziere ich meistens meinen Orientierungspunkt:

In dem Kiez in Zürich, wo ich heute meistens arbeite ist das die Urania, die Kuppel der Sternwarte.


Zauberhafte Ideen für grafische Reportagen:


  • Der Blick von Oben oder die Straßenkarte, das liebe ich, denn so entdeckt man wie die Stadt gewachsen ist!
  • Erzähl mir deine Geschichte: Was ist das Liebste was du hier hast?
  • Zeig mir was Normales
  • Zeig mir was Ungewöhnliches
  • Was ist das geschichtsträchtigste Haus in der Umgebung? Oder wer ist eigentlich die Statue? Gibt es einen Brunnen? Ist hier mal was Außergewöhnliches passiert?
  • Was ist hier eigentlich das Älteste?
  • Und was hat sich gerade verändert, also das neueste?
  • Wo finden wir etwas zauberhaftes Kleines?
  • Zeig mir den schönsten Blick
  • Zeichne mir die Leute, was machen die so auf der Straße? Gibt es Hobbies?
  • Baustil: Welche Fenster, Türen oder Ornamente gibt es?
  •  Tiere erobern immer das Herz. Welche gibt es hier?
  • Zeig mir das Wasser.

Aber im Grunde brauchen wir solche Listen nicht! Was über das eigene Leben lernen! Machen wir doch die Augen auf!

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Habt ihr eine eigene grafische Reportage? Dann schickt sie mir. Ich sammele Eure Werke und zeige sie dann! Ich selbst kenne nur ein spanisches Buch, kennt jemand ein deutsches oder englisches Buch?

Hast du Lust mehr zu lesen:

Der Blick ist das Ahh und das Ohhh

Hier noch eine kleine Reportage der Schweizerin Maria aus aus Berlin:

Die Geschichte dazu, denn Geschichten erzählen ist das wichtigste:

Maria war im Kino : „Noch im Film – dem Film 2+2 = 22 THE ALPHABET von Heinz Emigholz – notierte ich mir den Satz aus dem Film “Ungestaltetes Aufeinanderprallen architektonischer Absichten” (war eigentlich als Kommentar zu Gebäuden und Strassenzügen in Georgien gesprochen) in mein Leuchtturmnotitzbüchlein.
Auf dem Nachhauseweg bemerkte ich diese blauen Leitungsrohre, die den normalen Strassenzug ganz verändert aussehen liess. Also setzte ich mich auf eine Kante dieser Rohre und skizzierte den Strassenausschnitt und versah ihn mit Gedanken zum eben gesehen Film.“

Tine: Eine neue Erfahrung ist ein neuer Blick

 

Reisepinsel und Taschenpinsel Test

Was ist ein guter Pinsel für unterwegs?

Ich starre auf einen winzigen Pinsel.  Er ist so winzig, quasi unsichtbar, ich bin den Herstellern natürlich sehr dankbar, dass sie so umsichtig sind und glauben ich breche bei mehr als 2 Gramm Gewicht zusammen.


Wasser ist schwer


Wenn ich unterwegs bin, nehme ich nicht immer Wasser mit, es ist mir zu schwer. Wasser findet man doch überall. An jedem Waschbecken, im See, im Restaurant oder im Kiosk. Es ist immer und überall verfügbar.

Tatsächlich bring der Reisepinsel aus dem Kasten nur 2 Gramm auf die Waage. Gegen eine Flasche Wasser ist das gewichtsmässig ein Witz. Doch der Pinsel ist so klein, das ich ihn nicht wirklich gut halten kann. Tatsächlich ist er so winzig, dass er mir beim ersten Malen in die Wasserflasche flutscht und die muss ich erst mal auskippen, na super!


Mikro- kontra Makro – Reisepinsel


Mini:

Die Minipinsel aus den Kästen haben nur einen Vorteil, man kann sie bequem im Reiseaquarellkasten mitnehmen. Ob Echthaar oder nicht, die Maleigenschaften sind bescheiden.

Midi:

Eine deutlich bessere Alternative sind Brushpens. Dieser hier ist von Faber Castell. Beim Outdoor malen und Urban Sketching haben sich Brushpens durchgesetzt. Die meisten meiner Freunde und Kollegen benutzen ihn häufig und gerne.
Das sind Pinsel mit einem kleinen Wassertank hinten dran, die im Prinzip funktionieren wie ein Füllhalter. Dann kann man den Pinsel in der Wasserfarbe benutzen und schnell an dem Lappen reinigen.

Winzig und immer verfügbar, deshalb entscheiden sich auch viele Profizeichner für diese Pinsel und auch ich habe so ein Notfallset in der Handtasche.

Hier sieht man meinen lieben Zeichenpartner Detlef Surrey der mit einem ganz gängigen Brushpen Modell.

Foto: Detlef Surrey, Illustrator aus Berlin, hielt die Szene des Workshops an der Lübecker Straße fest.

Beim Wiegen brachten die üblichen Brushpens ca 5-10 Gramm auf die Waage, auch mit Wasser gefüllt sind sie echte Leichtgewichte.


In guter Reisepinsel ist der Pinsel der der Anwendung entspricht


Ich zeig euch jetzt mal kleinere Ausrüstungsunterschiede zwischen mir und meinem Kollegen Jens Huebner:

Tine Klein Reisepinsel, Taschenpinsel, Bruspens, welcher ist der Richtige? Material Tine Klein und Jens Hübner

Jens liebt kleines Material, er ist ja auch das ganze Jahr auf Fahrrad oder Motorrad unterwegs, mit allem Lebenswichtigem, Schlafzeug, Zelt, Kleidung und Malzeug. Bei solchen Reisen ist jedes Gramm wichtig! Und so hat Jens das Material in Größe und Gewicht total optimiert.

Mein normaler Farbkasten wirkt gegen Jens Huebners Zeichenmaterial riesig!

Jens hat eine gute Entscheidung getroffen, er ist mit kleinen Skizzenbüchern unterwegs und sein Material welches in eine Hemdentasche passt, ist perfekt auf Trecking ausgerichtet, es kommt auf jedes Gramm an.

Auch ich bin ein Reisezeichner, jedoch eher mit einem Korb, einer Flasche Wein und Käse unterwegs. Da kommt es auf den Farbkasten nicht mehr wirklich an.

Alles muss in meinen Rucksack oder meine Fahrradtaschen passen.

Tatsächlich juckt es mich gar nicht, ob mein Pinsel jetzt 5 Gramm wiegt oder 20 Gramm.

Geschicht Reisepinsel, Reisepinseltest

Mein großer Reiseaquarellpinsel passt in jede Hosentasche, das klein und leicht Argument ist also Augenwischerei.


Malen oder Kolorieren? Gibt es da Unterschiede?


Ein Zeichner kommt prima mit den Brushpens klar, er koloriert.

Malen und Kollorieren das ist ein himmelweiter Unterschied!

In der normalen Skizze beherrscht die Zeichnung die Skizze, bei der Aquarellskizze ist die Farbe das tragende Medium und dann liebe ich richtig gute Pinsel.

Malen oder Kolorieren ein Unterschied beim Reisepinsel

Im Unterschied zum Kolorieren muss ein Aquarell-Reisepinsel auch größere Flächen gestalten, hinzu kommt das man Farbeffekte ganz genau steuern muss.

Die Skizzenbücher von Zeichnern sind oft sehr viel kleiner als die von Malern.

Meine Skizzenbücher sind  normalerweise Formate, die in etwa A4 quer entsprechen, in meinem Auto liegen auch A3 Skizzenbücher.

Ich male sehr gerne und dafür brauche ich gute Pinsel, aber was heißt gut für einen Aquarellmaler?


Die ganz dicken Dinger: große Reisepinsel


Der Hauptgrund warum Maler kleine Pinsel verschmähen, ist ein technischer. Bildzentren entstehen immer dort, wo am meisten Aktion und Unruhe ist.

Wenn große Flächen durch viele kleine Pinselstriche verunstaltet werden,  kann keine Ruhe entstehen.

Das Werkzeug gewinnt die Kontrolle über Dich.


Das Bild eines Erbsenzählers


Der wichtigste Grund warum Maler zu kleine Reisepinsel hassen ist, dass die Bilder mit zu kleinen Pinseln total verkrampft aussehen.
Die winzigen Stiche wirken unruhig und kleinlich, denn Farbeffekt hängen davon ab wie schnell man Flüssigkeit mit Pigmenten mischt und nur so ist die Aussage eines Aquarells perfekt zu steuern. Der große Pinsel erlaubt diese Handbewegungen.

Man kann schnell und locker arbeiten, diese Geisteseinstellung sieht man im Bild.


Ein großer Pinsel ist wie ein schweizer Taschenmesser!


Wenn man gute Pinsel kauft, haben diese Pinsel gute Spitzen, das heißt, es ist völlig unerheblich wie wie dick dein Pinsel ist, du kannst trotzdem ganz fein malen.

Ein dicker Pinsel ist so gut wir 3 Andere:

Man hat einen dicken, einen feinen und einen Effektpinsel dabei, denn bei einem dicken Pinsel kann man auch die Seiten benutzen.
Der Vorteil des dicken Pinsels ist das die Strichstärke durch Druck veränderlich ist.
Gerade große Flächen kann man unmöglich mit einem winzigen Pinsel malen, deshalb hat mein Reisepinsel die Stärke 12, insbesondere die die Spitzen sind bei Aquarellreisepinseln viel besser als bei Plastikpinseln.

Einen Zeichner stört dies nicht, denn er benutzt den Stift für alle feinen Linien, deshalb fühlen sich viele Zeichner mit den Brushpens prima. Ein Aquarellmaler will jedoch einen Pinsel der alles kann, es sieht sehr gut aus, wenn ein Pinsel auch zeichnen kann.


Der Maxireisepinsel:


Diese Reisepinsel gibt es mit Metallhülsen, die so an den Pinsel gesteckt werden, dass sie dann den Griff bilden. Diese Pinsel wiegen auch nichts, sind sie in ihrem eigenen Griff sind sie wirklich klein.  Einige Firmen bieten auch Schraubvarianten an. Diese Pinsel halten sehr lange, denn sie sind perfekt geschützt.

Am liebsten arbeite ich mit Askia oder Escoda.  Der Askia Reisepinsel ist ein Echthaarpinsel, mit ihm kann man ganz prima große Flächen kolorieren. Bei dem Escoda habe ich mir nur den Synthetikpinsel gegönnt. Der Escoda hat ein synthetische echte Haarnachbildung, hält aber auch extrem viel Wasser und er hat eine absolut brillante Spitze.

Welcher ist besser? Geschmackssache ich liebe beide.

Tine Klein, Herz-der-Kunst, Skizzenbuch mit Reisepinseln, Reisepinsel, Taschenpinsel

Einer für alles, ich bevorzuge Pinsel mit denen man echte Aquarelle auf der Straße machen kann. Auch diese Pinsel sind zusammengeklappt kleiner als ein Füller.


Suche im Netz:


Die Suche nach guten Reisepinseln ist mühsam, es gibt keinen einheitlichen Suchbegriff:

Taschenpinsel
Reisepinsel
Taschen Aquarellpinsel
plain air brushes
travel watercolor brush
pocket brush
Falls Du Erfahrung mit den da Vinci oder den Leonard Taschen Aquarellpinseln hast freuen wir uns über einen Bericht!

Mehr lesen zu Reisematerial?

Bäume malen! Hingucker im Herbst.

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Herbstbäume in Zürich

Jeder von uns hat in der letzten Woche schon einen der Bäume mit Herbstlaub gesehen und da juckt es natürlich in den Fingern, deshalb ist Bäume malen in der Herbstzeit besonders gefragt, denn jetzt ist die Natur besser als jede Aquarellfarbe!

Herbstfarben malen und die letzten Strahlen der Sonne genießen!

Also gibt es heute mal ein Special zum Thema: „Spaß beim Bäume malen!“


Nur Mut!


Ich kann mich an einen Herbst vor 25 Jahren erinnern, da saß ich auf der Terrasse im Sonnenschein und habe mich daran erinnert, wie gerne ich als Kind gemalt habe.

So habe ich meinen alten Farbkasten herausgekramt und die Rotbuche des Nachbarn gemalt, das Ergebnis war frustrierend!

Tine´s erstes Skizzenbuch : Der Baum hatte die Form eines Ziegelsteins! Ich habe dafür geschlagene 3 Stunden gebraucht, heute brauche ich für einen Baum 5 Minuten. Also nur Mut! Falls du Probleme beim Malen hast.

Ich kann das nicht, gibt es nicht! ICH KANN ES NOCH NICHT heißt die Parole beim malen!

Schaut Euch diesen scheußlichen Baum an und denkt: „Bald bin auch Ich besser!“


Bäume sind eines der häufigsten Motive


Bäume sind eines der häufigsten Motive im Urban Sketching und in der Landschaftsmalerei. Viele von uns haben Respekt vor dem Bäume malen denn, sie sehen oft nicht so aus wie wir wollen.

Als ich anfing zu malen waren meine Bäume so strubbelig, weil ich die Form aus den Augen verlor.


Grundform:


Das Problem ist die Grundform, denn die verliert man beim Bäume malen gerne mal aus den Augen!
Anfänger malen oft die Grundform eines Blümchens, bei mir war es charmant wie ein Ziegelstein.

Mein Problem war ein anderes, ich wollte einfach alles malen! Ich habe bei einem Ast angefangen und irgendwann war der Baum das das totale Chaos aus Ästen.

Strubbelpeter sah dagegen säuberlich gekämmt aus!

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Tipps:


• Grundform identifizieren: Schau Dir die gesamte Form an: Kreis, Birne, Dreieck, die malst du zuerst!
• Dann gebe acht, denn die Grundform ist meist aus mehrere Flächen zusammengesetzt. Generell ist es sinnvoll dem Baum erst mal eine Fläche zu geben, die dann durch Licht und Schatten variiert wird.


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Gerade im Herbst macht es besonders viel Spass, Bäume zu malen, denn die Farben sind einfach traumhaft.

Trau dich auf dem Blatt! Wenn Farben in einander laufen, gibt es wirklich schöne Effekte.
Generell ist es sinnvoll, die Farben der Bäume auf dem Blatt zu mischen, denn dann entsteht eine Vielfarbigkeit und Licht und Schatten.
• Besonders geeignet sind transparente Aquarellfarben
• Immer eine Variation aus kalten und warmen Farben benutzen
• Gelb: Diese Töne sind spannend: Kaltes Gelb z.B. Winsor Yellow, warmes Gelb: z.B. Indisch Gelb und ein Erdton z.B. Siena bis zu Lasur Orange
• Blau: Cerulian oder Bergblau, Ultramarin ein dunkles Blau und Türkis
Das Wichtigste ist seine Farben zu kennen.


Grüntöne: Lust und Leid


Natürliche Grüntöne mischen ist nicht einfach, doch das Hingucken macht Spass! Es ist ein Spiel. Ich kenne einen Designer in Barcelona, der ist total verrückt nach Grün. Beim Autofahren murmelt er immer, wie er die Bäume am Straßenrand mischen würde:

Er murmelt: Sap Green with Siena! und ich frage wie bitte? Bis ich begreife der Mann mischt im Kopf Grüntöne!

Da ich immer mit Güntönen auf Kriegsfuß stand, habe ich einfach mal alles was Blau, Gelb und Orange ist gemischt, um zu sehen was mein Farbkasten hergibt!

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Die Graufalle beim Bäume malen


Gerade im Herbst macht das Malen besonders Spass!

Besonders jetzt im Herbst lohnt es sich, mal besonders mutig Rot, Gelb und Orange beim Aquarellieren zu benutzen.

Trocknen lassen! Und in Schichten arbeiten

Vorsicht! Wenn man Rot oder Orange mit Grün mischt, wird es Grau oder Braun, weil sich hier nahezu komplementäre Farben mischen, also zwischendurch trocknen lassen, damit der farbenfrohe Baum nicht vergraut.

 

Mehrfarbigkeit ,Licht, Schatten und eine natürliche Form, dann wird es super:


• Oben hellere Farben
• Schatten nicht vergessen
• Wichtig! Auch mal Löcher im Blattwerk zulassen, dort sieht man den Hintergrund

Tine Klein: Tutorial Bäume male, Anleitung Bäume zeichnen

Es ist immer besser das Blattwerk als Grundform anlegen, nicht versuchen 1000 Blätter zu malen. Einzelne Blätter als Zitat.


Beim Bäume malen auf Stamm und Äste achten!


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Bäume sind lebendig! Sie werden nicht unter Laborbedingungen auf der Hobelbank erschaffen. Sie lieben die Sonne und strecken ihr das Gesicht zu, oder sie zeigen dem Wind ihr Hinterteil!

Deshalb ist es besonders lustig Bäume wie die Zinnsoldaten zu malen!

Stämme sind oft nicht gerade und Äste neigen sich selten mehr als 30 Grad.

Es sieht super aus, wenn man Verzweigungen sieht.

Ein Baum ohne Verzweigungen ist ein bisschen wie eine schöne Frau ohne Hals!

Tipp: Beobachte wie sich die Äste aus dem Stamm lösen. Welchen Winkel haben die Äste? Dies es ist sehr charakteristisch.

Ich wünsche Euch viel Spass und ich hoffe ich sehe ein paar eurer tollen Herbstbilder!

Liebe Grüße aus dem Herz -der-Kunst


Buchtipp!


Buchtipp von Tine Klein im Herz der Kunst: tolles Buch von Martin Stankewitz Bäume zeichnen und malen

Eins der schönsten Bücher, das ich in den letzten Jahren gefunden habe:

Martin Stankewitz stellt im ersten Kapitel die entscheidende Frage: Wie sieht ein Baum eigentlich aus? Die Antwort berauschend schön und vielfältig wie die Natur!

Schaut mal rein vielleicht gefällt es Euch auch! Auf dieser Seite findet ihr die Leseproben:

Martin Stankewitz Bäume zeichnen und malen

Wer Lust hat noch ein bisschen zur Farbe zu lesen:

Findet hier einen kleinen Guide für leuchtende Aquarellfarbe

Meine Zeichnung ist Genuss


Urban Sketching Teil 2


Ist die Zeichnung wichtig oder der Prozess? Katrin und ich zeichnen, weil wir es genießen. Es gibt mehrere Gründe, warum man Kunst machen will. Die meisten Schüler die zu mir kommen, wollen schnell Zeichnen lernen, das kann man mit Urban Sketching ganz ausgezeichnet. Ich möchte aber nicht verschweigen, dass die meisten Menschen etwas ganz anderes brauchen. Die Zeichnung öffnet die Augen, das ist wichtiger als das Ergebnis. Viel dringender als nur zeichnen zu lernen, braucht man ein schönes Leben um sich schöne Dinge anzusehen und was Tolles zu erleben. Als Urban Sketcher kann man plötzlich wieder durch die Gegend streifen wie ein Kind und deshalb viel Schönes erleben.


Atmosphäre


Katrin:

Das zweite, was mich interessiert, ist Atmosphäre. Ich liebe es, in Cafés und Kneipen
zu zeichnen. Auch hier gibt es natürlich Details zu sehen, aber auch die ganz
spezielle Atmosphäre, die an jedem Ort anders ist. Die versuche ich rüberzubringen,
was nicht immer einfach ist. Das Licht ist ein Hauptfaktor. Oft gehe ich immer
und immer wieder mit Farbe über das Papier, bis die Dunkelheit des Raumes und
die Lichtfarbe stimmt. Meine Zeichnung soll locken: „Komm her, hier ist es schön!“
Ich möchte mich erinnern, wie es dort gewesen ist.

Zeichnung von Katrin Merle im Café

Das Zeichnen ist für mich Meditation und Genuss.

Oft behandele ich alle Dinge in meinen Urban Sketches gleich, alles ist gleich wichtig.
Man soll in meinen Bildern umhergehen und auch die Kleinigkeiten wiederfinden
können. Das ist für mich Teil meiner Erinnerung, meines Tagebuchs.


Die Zeichnung ist ein Tagebuch


zeichnung, Katrin Merle, Urban Sketching im Blog Herz-der-Kunst

Urban Sketching ist für mich das gezeichnete Tagebuch. Die Wahrnehmung eines Ortes ist durch das Zeichnen sehr intensiv, die Erinnerung beim Betrachten einer alten Zeichnung
enorm.

Katrin Merle, Urban Sketching im Blog Herz-der-Kunst, Zeichnung

Tine:

Ich bin durch und durch ein Genießer. Ich finde und halte durch zeichnen das Schöne fest.

Mein Mann der sich im Urlaub total über ein leckeres Essen freut, ist genauso im Skizzenbuch wie die tolle Paella.

Urlaubserinnerungen Collage im Skizzenbuch von von Tine Klein für Aquarell, Skizzenbuch, Mallerei, Malen lernen, zeichnen lernen, Zeichnung

Ich das jetzt „schnulzig“ wenn ich sage, ich will Schönes unsterblich machen?

Ist bei mir ganz genauso, nur mit einem Unterschied, ich behandle nicht alles gleich. Ich vertraue meinem Tagebuch an, wo ich war, was ich gefühlt habe und ich werte. Ich gerate genauso wie Katrin in einen Strom der mich mitreißt, es macht mich glücklich. Je vertiefter ich in einen Ort bin, desto mehr zeige ich, was ich was ich denke und fühle. Ich fange mit der Farbe an und streue die Details des Ortes, wie Pfeffer und Salz, darüber. Ist die Skizze fertig, dann ist es wie erwachen. Ich bin dann oft ganz überrascht was ich gemalt habe.


Zeichnen ist manchmal wie Trance


Hab ich das gemalt?

Manchmal sind die Äußerungen der Seele abstrus aber treffend.

Meine bekannteste Skizze ist Sacre Coeur ohne Sacre Coeur, ich malte einen Ort der Schönheit und Inspiration.Das ich Sacre Coeur weggelassen habe, stört anscheinend nicht, jeder der da war sieht Sacre Coeur.

Vor Ort hat sich jemand total über das Bild erregt, hat mir nicht nur durch die Blume gesagt es sei Schei…..

Fakt ist aber, dass genau dieses Bild in den sozialen Netzwerken getauscht wird wie verrückt, alleine auf Pinterest ist es auf fast tausend Pinnwänden und kein Ende in Sicht.

Und daran merkt man wie wichtig es ist einen Ort mit eigenen Augen zu sehen. Es ist egal beim Malen ob ein Bild 1000 Likes bekommt, jedoch zeigt es, dass  gerade wenn Bilder mit dem Herzen gemalt sind, dann können es die anderen plötzlich auch sehen.

So unglaublich es ist, ich habe eine genaue Dokumentation des Gefühles gemalt, das viele Menschen an diesem Ort empfinden

Katrin und ich sagen dazu: Sei ehrlich, dokumentiere aber ganz so wie es aus Dir rauskommt!

Liebe Anfänger, ihr seht auch wir sind nicht gegen jeden Zweifel erhaben. Ihr seht doch, auch Katrin und ich bekommen Schelte. Katrin ist zu genau, ich zu schlampig!

Ja hey! Also was? Geh deinen Weg!


Tue es einfach!


Wir lassen uns einfach in den Tunnel des Glücks fallen und machen es einfach.

Wir machen es so unterschiedlich, wie wir sind und Du gehst mit uns deinen Weg! Mach einfach mit.

Katrin:
Während ich beim Zeichnen im Tunnel verschwinde, mit den Augen die
Szenerie abscanne und konzentriert versuche sie aufs Blatt zu bannen,
langweilen sich meine anderen Sinne und suchen sich Beschäftigung. Meine
Ohren hören plötzlich Gespräche hinter mir, die sie sonst nicht hören würden,
meine Nase nimmt Gerüche wahr, die sie sonst nicht beachten würde.
Diese Sinneseindrücke sind beim Betrachten der Zeichnungen wieder da.
Es ist anders als beim Foto betrachten, etwas allumfassendes, weil ich ein Teil
des Ganzen, weil ich mittendrin war.

Tine nennt meine Art zu zeichnen „dokumentierendes Zeichen-Yoga“.

Klingt lustig, aber da ist was dran. Hier vor dieser Bar haben wir Zeichner uns immer wohl gefühlt, als wir im Mai auf Elba waren. Teil eines Stralsund-Leporellos

Katrin Merle, Urban Sketching im Blog Herz-der-Kunst

Tine sagt: Würde ich nie so malen und Katrins Zeichnung ist gerade deshalb wunderschön!

Tine: Ja genau, sei mitten Drin! Das ist Urban Sketching, ja sagen zum echten Leben. Katrin und ich sind wie Hund und Katz? Oder doch nicht? Es wird doch ganz klar, das der Kern der Gefühle ganz ähnlich ist. Wenn Katrins Skizzen ein klassisches Konzert ist in dem alle Instrumente gleichberechtigt sind, so ist meine Musik mehr die eines verliebten Barden mit Gitarre, der sich die Seele vor dem Fenster seiner Liebsten die Seele aus dem Hals schreit.


Was ist den jetzt besser?


Es geht bei Kunst nicht um besser! Es geht bei Kunst nicht um erlaubt und normiert.

Natürlich denkt Katrin bei meinen Skizzen: „Himmel, was tut die denn da“ und ich denke, darf ich da mal einen dicken Klecks reinmalen? Wichtig ist das man seine Freude teilt.

Und genau das steht im Manifest, wir teilen unsere Kunst und Freude miteinander.

Urban Sketching ist geteilte Freude

Kopiere nicht! Erschaffe selbst. An der Uni New Castle hat mir mal ein Professor einen unschlagbaren Tipp gegeben und den möchte ich Euch jetzt weiter geben:

The trick is: Just do it!

Und so halten Katrin und ich es, wir freuen uns über die Kunst der Anderen und machen es ganz so wie wir sind.

Weiter lesen zum Thema zeichnen?

 

http://katrinmerle.de/wp/

Urban Sketching Teil 1

Katrin und ich plaudern diese Woche über Urban Sketching, weil uns die heftige Debatte in der Urban Sketching Gruppe inspiriert hat darüber zu reden. Manchmal gibt es eine Diskussion darüber, was ist Urban Sketching ist und was nicht? Katrin und ich plaudern einfach und wir bitten Euch macht mit, sagt den Anderen was ihr denkt und fühlt. Denn genau das hilft Unsicherheiten zu beseitigen.

Ein Blick aus zwei Augen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Katrin Merle und ich sind so unterschiedlich wie Katz und Hund, jedoch sind wir von der Sorte die im gleichen Körbchen schläft.

Dies ist ein Artikel der Urban Sketching mal von zwei ganz unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Er ist insbesondere für Anfänger geschrieben aber auch für Aktivisten, er soll Euch Mut machen, so zu sein wie ihr seid und so zu malen wie ihr seid!

Gerade wenn ihr Anfänger seid und dann auf für Euch scheinbar unerreichbar tolle Skizzen schaut, die dann angeblich auch noch draußen gemalt wurden, ist das kaum fassbar. Aber ihr gehört genauso zu uns, denn ihr liebt das Gleiche wie wir.


Warum Zeichnen wir draußen?


Katrin:
Ganz einfach: Es macht mir Spaß. (Das würde sicher jeder Urban Sketcher sagen).
Seit ich einen Stift halten kann, habe ich gezeichnet und das später auch
zu meinem Beruf gemacht. Meine Illustrationsarbeit ist aber etwas ganz anderes
als das Skizzieren vor Ort. Ich bekomme klare Vorgaben und arbeite mich an das
Thema heran. Beim Urban Sketching hingegen bin ich an einem (bestenfalls mir
noch unbekannten) Ort, lasse den Ort auf mich wirken und schaue, was da kommt.
Es gibt zwei Situationen: Entweder ich gehe gezielt auf die Suche nach „meinem“
Motiv oder ich bin schon an einem Ort, z.B. in einem Café, und meine Blickwinkel
sind festgelegt. Dann zeichne ich, was da ist. Manchmal gibt es kein „Motiv“, sondern
nur Zwischenräume, Banales, Alltägliches. Und manchmal ist es genau das,
was eine interessante Zeichnung ergeben kann. Es sind kleine Fenster in die Welt.Katrin Merle, Urban Sketching im Blog Herz-der-Kunst

Ich gucke genau hin.

Ich kann nicht zeichnen, wenn ich nichts sehe, wenn alles nur „so ungefähr“ ist. Es
fällt mir auch schwer, etwas zu zeichnen, was ich nicht verstehe, z.B. Maschinen.
Ich will wissen, wo dieses Rohr endet, wo die ganzen Seile der Takelage eines
Schiffes hinführen und was da im Schatten hinter dem Tor noch so halb zu sehen ist.

 

Tine:

Das ist bei mir genauso, ich male draußen weil es mir Spaß macht.

In meinem Beruf war Zeichnen am Anfang ganz wichtig, doch dann kamen die Computer und ab da war Zeichnen nur noch im kalten Schein des Bildschirms möglich. Die Lust am Zeichnen kam erst wieder als ich mich wirklich mitten in die Stadt setzte und malte, heute weiß ich das nennt man Urban Sketching.

Draußen zeichnen mach mich innerlich reich

Ich erlebe Dinge, die ich sonst nie erfahren würde:

Tine Klein mit Anna Ishtar und Martha Jaque in Xerallo: urban sketching in einer alten Fabrik

Tine Kleine, Martha Jarque und Anna Istar

Das Wichtigste ist mir aber, dass es mir enorm gut tut, anders als bei einem Foto wachse ich mit meiner Umwelt zusammen, ich verstehe sie, kann sie riechen, sehen und fühlen. Diese Sinneseindrücke speichere ich durch das Malen, die Welt wird intensiv und bunt. Auf einem Photo bleibt mir der Ort total verborgen. Wenn ich Ihn draußen gezeichnet habe, weiß ich noch nach Jahren wie das Laub dort riecht oder welche kleinen architektonischen Details ein Haus hatte. Kurz, das draußen Zeichnen macht mich innerlich reich, es füllt mich mit Liebe zur Umwelt.

Der Ort wird ein Teil von mir

In meinem Beruf als Raumplanerin (das ist Städtebau) war dies enorm vorteilhaft, denn ich war immer die Einzige unter den Planern die genau wusste von wo die Sonne scheint oder sogar von wo der Schall an einem Ort kommt.

Ich glaube Katrin und ich sind uns einig, Urban Stretching ist nicht irgend etwas zu kopieren es ist live malen. Obwohl wir beide nicht so streng sind, wenn man da war, finden wir es absolut nicht schlimm, wenn man zuhause noch ein wenig koloriert.


Regeln, wie muss urban sketching sein?


Katrin:

Unmittelbar. Das ist das erste Wort, das mir dazu einfällt. Wir befinden uns vor Ort, erfahren den Ort und den Moment mit unseren Sinnen und setzen das auf dem Papier um. Das kann auf jede erdenkliche Weise erfolgen. Alles geht, solange das Umgesetzte auf den Ort schließen lässt. Ein bisschen Text zur Zeichnung rundet für mich das Ganze ab. (Ich mag es, wenn es eine Geschichte zum Bild gibt. Aber vielleicht kommt da die Illustratorin in mir durch).

Immer wieder gibt es Diskussionen in den Foren, es ist vom Manifest die Rede, von strengen Regeln, von Verboten sogar. Die Regeln des Manifests finde ich sinnvoll, denn sie beschreiben nur eine bestimmte Form der zeichnerischen Darstellung. Damit ist nicht der Zeichenstil gemeint, sondern das Was, Wo und Wann.

Jeder kann alles zeichnen, was er will, da gibt es keine Verbote, alles ist erlaubt. Wenn jemand Aktzeichnungen macht, Stillleben malt, nach Fotos zeichnet oder seine Fantasie in Farbe ausdrückt, dann hat das auch seine Berechtigung, aber es ist eben kein Urban Sketching.

Katrin Merle, Urban Sketching im Blog Herz-der-Kunst

Ich bin detailverliebt.  Mir wird oft gesagt: Das ist ja gar keine  Skizze mehr!  Habe ich auch nie behauptet.

Es ist eine Zeichnung, die vor Ort entsteht. Ich beobachte und zeichne das, was ich sehe.
Oft entscheide ich mich für einen kleinen Ausschnitt, statt für das große Ganze. Häufig fange ich mit einem Ding im Vordergrund an und weiß noch nicht, wie weit mich meine Reise führen wird. Ich arbeite mich von vorn nach hinten durch und irgendwann
(wenn ich nicht vorher aufhöre) stoße ich an den Rand der Skizzenbuchseite.
Aha, das ist also mein Ausschnitt geworden. Hier ist vieles dem Zufall überlassen. (Als Illustrator hat man wohl auch ein bisschen einen Blick für einen guten Ausschnitt).

Das Zufällige  und das Treibenlassen liebe ich am Urban Sketching.

Katrin Merle, Urban Sketching im Blog Herz-der-Kunst

Baudetails faszinieren mich sehr. Früher hatte man (meiner Meinung nach) liebevoller
gebaut. Selbst die Eisenträger in Fabrikhallen waren verziert wie korinthische Säulen. Simse, Figuren, Türmchen, vor allem Türen und Portale, all das hat es mir angetan.

Katrin Merle, Urban Sketching im Blog Herz-der-Kunst

Es gibt so viel zu entdecken, wenn man sich mal die Zeit nimmt und ein Gebäude richtig ansieht! All das will ich festhalten und zeigen. „Seht mal, ist das nicht schön? Habt ihr das auch gesehen? Geht da mal hin, das müsst ihr euch anschauen!“ Ich dokumentiere nicht nur für mich, ich möchte auch andere dafür begeistern (z.B. in den Blogs). Deshalb zeichne ich so genau.

Katrin Merle, Urban Sketching im Blog Herz-der-Kunst

Tine:

Katrin beschreibt es wunderbar, es ist das Hingucken und das selbst Begreifen, was das Urban Sketching so schön macht.

Ich liebe sie schnelle Skizze, es ist mit dem Stift begreifen

Ich bin nicht so detailverliebt wie Katrin, jedoch mache auch ich ganz oft Erkundungszeichnungen: Die Welt begreifen: „Was tun die ganzen Leitungen da?“

Tine Klein urban sketching Zementwerk in Cerallo Catalunien

Meistens komme ich jedoch mit ganz wenig Details aus, ich möchte zeigen wie es da ist! Dafür brauche ich nur  oft nur wenige Details. Ich zeichne keine Fenster, wenn es nicht wichtig ist.

Tine Klein Urban Sketching Barcelonetta Catalunien

Im wesentlichen interessiert mich die Seele eines Ortes und dabei schaue ich ebenso genau hin wie Katrin.

Deshalb skizziere ich anders als Katrin, ich skizziere auch an sich unzeichenbare Dinge eines Ortes.

Hitze zum Beispiel oder ich skizziere den Gedanken, dass die Ruinen einer Fabrik genauso romantisch sind wie ein toskanisches Schlösschen.

Ich liebe am Urban Sketching das Erkennen und Erkunden,  das gilt für uns beide, für mich und den Ort.

Es gibt natürlich auch bei mir Einige, die sagen genau, das dürfte ich nicht. Ich dürfte auf keinen Fall sketchen, was der Ort mit mir macht.

Doch es ist eine Dokumentation, genauso wie bei Katrin, jedoch völlig anders. Wenn ich irgendwo hinkomme, dann will ich das man sieht: Boah, das hier das macht den Ort aus, das hier ist das Herz der Szene. Guck mal! Hier ist mein Augenmagnet, es ist mediterran und gleich wird es heiß, wenn du die Skizze betrachtest, schwitze und sieh die Sonne aufgehen!

6Urban Sketching Malen lernen, Zeichnen lernen , Aquarell, usk, Beispiel für eine Schnelle SkizzePorto in Portugal

Anders als Katrin lasse ich mich nicht in der Linie treiben wie Yoga. Ich renne in der Skizze mit einem lauten Hurra auf das los, was ich erkenne und was mich bewegt.

Der  Pulsschlag einer Szene wird meist mit einem dicken Klecks Farbe gefeiert.

Ich fange mit dem an was mich fasziniert und arbeite kreisförmig drumherum. Meine Skizzen sind so wie diese Gläser, die man als Kind hatte, mit einer dicken Lupe, so dass das Tier riesig wird unter dem Glas.


Was geht gar nicht bei Urban Sketching?


Abmalen, kopieren und nicht selbst beobachten. Es geht um lebendige Umwelt.

Ich sollte mal eine Urban Sketching Ausstellung kuratieren und fand 5 mal den Mönch, abgemalt aus Oscar Koller in Indien. Na, dieser Mönch muss ja alle die nach Indien reisen persönlich begrüßen. Wenn du aus einem Buch abmalen willst, dann ist das super, gehört aber nicht ins Urban Sketching.

Die Regeln müsste man nach 10 Jahren Urban Sketching vielleicht noch mal diskutieren, jedoch sind sie viel freier als man denkt, denn wir alle sehen anders.

Summary: Ich kann nicht malen was Katrin sieht und umgekehrt, beim Urban Sketching zeigt man die Blicke unterschiedlicher Menschen und daraus resultieren ganz unterschiedliche Arbeitsmethoden. Treiben lassen kontra gezielt zentrisches Arbeiten, so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Katrin und ich sagen, macht es so wie ihr es wollt. Dokumentation des Ortes oder Dokumentation des dazu gehörenden Gefühle? Lasst Euch von Nörglern nicht runterziehen, wie schön das Menschen unterschiedlich sind. Der Weg ist das Ziel.

Bitte schreibt und auch was Ihr denkt und fühlt!

Egal ob ihr Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis seid, ihr gehört dazu. Plaudert mit uns!!

Nächte Woche geht unser Geplauder weiter, hoffentlich schon mit vielen Beiträgen von euch.

Der Geist des Urban Sketchings ist sich gegenseitig die Welt zu zeigen.

Liebe Grüße Tine und Katrin

Mehr lesen?

Der Blick ist das A und das OHH!

Wir geht es zu Katrin

 

 

Teil 1: USK Workshop Eutin 2017


Workshop : Der Tanz von Fläche und Linie


 

Tine Klein urban sketching Workshop auf dem Eutiner Markt, Eutin Marktplatz 2017

Wie ich so eine kleine schnelle Skizze aus einer minimalen Vorzeichnung entwickle, zeige ich euch heute im Blog. Dies war Teil 1 des Urban Sketching Workshops in Eutin.


Erzähl die Geschichte deines Gefühls!


Bei Zeichnen und Malen verfallen wir gern ins Malbuch zurück, dort gab es gedruckte schwarze Linien. Gott war das einfach, komisch, aber schon früher wollte ich immer bockig über die Linie hinaus!

Und dann merkt man, „upps“ gar nicht so einfach!
Viele von Uns sehnen sich nach der Freude der Freiheit und dann kommt die verrückte Frage nach den Regeln der Freiheit!

Paradox!

Im Urban Sketching Workshop geht es darum frei und locker zu malen.


Freiheit fängt in der Vorzeichnung an!


Ich mache selten echte Vorzeichnungen, wenn ich das in einem Urban Sketching Workshop sage, gibt es immer komische Gesichter, das scheint nicht machbar.

Trotzdem, ich mache keine Vorzeichnung wie ihr die kennt. Eigentlich sind es eher Markierungen, denn ich möchte ja, dass ich den Eindruck den ich von dem Ort habe frei entfalten kann, deshalb zeigt meine Vorzeichnung nicht alles! Sie zeigt nur die Idee.


Die Vorzeichnung! ist ein Storyboard!


Erzähl die Geschichte! Am Besten ist es, wenn Du deine kleine Geschichte erzählst: Der Marktplatz von Eutin ist so schön, da wollen alle hin! Ich mach noch schnell ein Foto mit dem Handy! Schau oben in die fertige Skizze: Siehst du die Idee?


Die Vorzeichnung ist ein Storyboard?


Was heißt das eigentlich? Ein Storyboard ist bei den Animationszeichnern eine kleine Serie von Bildern, die ganz genau zeigt was im Film passieren wird. Und genau das mach ich in meiner Vorzeichnung, ich markiere mir die Geschichte, die ich erzählen will und dabei nagele ich nicht alles fest, wie man das aus anderen Vorzeichnungen kennt.


Was ist drin in der Vorzeichnung?


• Das Bildzenrum, darum entwickelt sich das Bild
• Die Geschichte und das Leben
• Hinweise wo mein Farbauftrag seine Grenzen hat

Wenn du verliebt bist, dann kleben deine Augen automatisch auf dem Objekt der Begierde! Und genau das solltest du mit den Augen der Menschen machen, die deine Zeichnungen anschauen. Ich klebe die Augen meiner Betrachter mit Farbe dahin wo sie hingucken sollen.

Diesen Klebepunkt nennt man Bildzentrum!  Das ist das Herz der Skizze, schlägt es nicht ist sie tot!


Ein guter Zeichner ist ein Kameramann!


erste Vorzeichung für einen urban sketch, Skizze, Tine Klein urban sketching Workshop auf dem Eutiner Markt, Eutin Marktplatz 2017

 

Eine Vorzeichnung ist nicht dazu da alles fein säuberlich zu Umranden!  Sie zeigt wo mein Herz begraben liegt!

Ich musste die Zeichnung ganz stark schwärzen, im Original ist sie kaum sichtbar, eben nur Markierungen


Jetzt Beginnt der Spass!


Ich schnappe mir einen dicken Pinsel und male einfach das, was ich liebe. Natürlich dort am Intensivsten wo die Augen kleben bleiben sollen.

Das Geheimnis der guten Maler und Zeichner ist es einfach loszulegen und Spass an dem haben, was man tut. Nicht brav umranden wie im Malbuch. Anders als man es vermutet sind Fehler, die man mit der Farbe macht oft völlig unerheblich. Man kann frei und fröhlich loslegen, denn wir haben mehrere Möglichkeiten diesen Farbauftrag hinterher noch völlig zu verändern.

Arbeitsschritt aquarell,Tine Klein urban sketching Workshop auf dem Eutiner Markt, Eutin Marktplatz 2017

Was ihr hier kaum seht, weil die Vorzeichnung nicht wirklich existiert, ich lasse mir Raum für die Menschen. Was ihr oben gesehen habt ist mit dem Rechner sichtbar gemacht.

Sorgen um Fehler sind nicht so wichtig wie wir denken, denn wir haben 2 Instrumente zur Verfügung, den Stift und die Farbe. Also schalte ich bei der Farbe den Kopf ein bisschen aus und rufe dann nach dem Stift, wenn ich nicht mehr weiter weiß.


Fehler so gut wie Unmöglich! Entspann Dich!


Was willst Du denn bei so einer Wolke aus Farbe falsch machen?

Der erste Farbauftrag ist dazu da, dass Farbgefühl des Ortes zu zeigen!
Hier bei geht es nur um die grobe Form, allenfalls um die Silhouette.
Wenn Du möchtest, kannst Du auch völlig abstrakt malen, du bist frei! Schaut mal in diese Bild, da macht die Farbe untendrunter alles was sie will.

Farbe ist Gefühl! Und Gefühle brauchen keinen Käfig. Ein vermeintlich falscher Farbauftrag ist nicht schlimm, denn der Stift wird es konkretisieren.


Traumhafte Farbe!


Besonders schön mischen sich Farben feucht in feucht auf dem Blatt,

Wundervolle Farbeffekte entstehen, wenn man Farbe in feuchte Farbe tropfen lässt.

Probleme gibt es, wenn die Farbe zu nass ist, dann läuft alles aus. Viel schwieriger ist jedoch zu trockene Farbe, dann gibt es harte Ränder in der Farbe.
Geht man nun in mit einem feuchten Pinsel in die nicht mehr ganz feuchte Farbe, dann entstehen starke Ausblutungen und Flecken. Im Bildzentrum kann das toll sein:

Also entweder Finger weg von zu trockener Farbe oder „No Risk, No Fun“

Mehr Info´s zu Farbe findet ihr in etwas älteren Blogs: siehe unten

 


Der Stift ist eine Stimme!


Wenn man 2 Instrumente zur Verfügung hat, dann müssen doch nicht beide das Gleiche machen um tolle Musik zu erzeugen. Es ist wie beim Tango; Linie und Farbe umkreisen sich, erst zusammen gibt es ein tolles Ergebnis. Freiheit! Und es sieht auch noch Klasse aus.

Arbeitsschritt Zeichnen mit Füllhalter Tine Klein urban sketching Workshop auf dem Eutiner Markt, Eutin Marktplatz 2017

Hier sieht man es jetzt schon ganz prima, wie ich mir den Stift zu Hilfe hole. Erst dann wird der Rest der Musik sinnvoll.

Der Stift ist meine Stimme, er singt die Melodie! Die Farbe ist meine Geige, sie lässt das Herz lachen.

Dadurch das Stift und Farbe etwas ganz anderes machen, geben sie sich gegenseitig Freiheit. Nach und nach entsteht dann in einem stetigen hin und her eine ganz freie Skizze.

Lustigerweise hat man hinterher nicht mehr das Gefühl, dass die Farbe nicht in die Linien passt.

Wie ihr im Workshop gesehen habt, fällt uns diese Technik zuerst sehr schwer. Man ist es einfach nicht gewohnt,doch nach kurzer Zeit wird es ganz leicht.

Hier noch mal der gleiche Ort, die gleiche Technik ganz ohne Aussparung. So Verändert sich der Blick wenn man ganz nah vor dem Denkmal sitzt.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachmachen.

Liebe Grüße

Tine

p.s. am 24. 9 2017 kostenloser Sketchwalk am Zürichsee, wer eine Einladung möchte, bitte

mailen oder auf die Schweizer Urban Sketcher Seite gucken.

Kleiner Guide für leuchtende Aquarellfarbe

http://blog.herz-der-kunst.ch/farbharmonie/

Übrigens Teil 2 des Workshop ´s  ist schon vor 2 Wochen erschienen:

http://blog.herz-der-kunst.ch/abstrahieren-mit-genuss/

Meine Homepage:

http://www.herz-der-kunst.ch

 

Urban Sketcher: Wir sind Kultur

Wenn wir im Alltag auf der Straße sitzen und malen, dann tun wir das, weil es schön ist und Spaß macht, dabei denkt man dann weniger darüber nach, dass wir Urban Sketcher  mittlerweile ein echtes Kulturgut sind. Das ist uns oft nicht klar. Urban Sketcher machen sich und andere glücklich!


Was ist den erstrebenswerter, als Glück?


Ich halte es wie Leo Tolstoi:

„Die Kunst ist eine ansteckende Tätigkeit, je ansteckender sie ist, um so besser ist sie.“

Wenn man das so definiert, dann ist unsere Kunst gut! Sehr gut sogar, denn wir Urban Sketcher sind ein Virus, der alles infiziert, was in die Nähe kommt!

Wir sind ein liebenswerter Virus, denn nach der Infektion sind alle happy.

Mittlerweile entdecken immer mehr Menschen wie gut und wie heilsam unsere Kunstrichtung ist und ich bin so enzückt wieviel Liebe zurückkommt.

Tine Klein Autorin der Blogs Herz-der-Kunst.ch. Zeichnerin, Usk eutin 2017,

Tine beim Unterschreiben im goldenen Buch: Einfach so entspannt bleiben, wie früher beim Malen auf der Toilettentür!

Mittlerweile dürfen wir uns schon in die goldenen Bücher der Städte eintragen, das tut natürlich enorm gut. Doch der Kern der Sache ist ein völlig anderer, es ist die liebevolle und freundliche Gesellschaft von Menschen, die etwas Schönes machen wollen.


So was Schönes ist hier lange schon nicht mehr passiert!


Wenn man so was hört in einer Stadt wo immer was lost ist, dann weiß man es ist richtig!

Der Spaß an der Sache steht im Vordergrund. Eine Frau kommt auf dem Marktplatz auf mich zu, ihre Augen strahlen: Das ist das Schönste, was hier seid langen passiert ist! Ich wohne hier schon so lange und wenn ich in die Skizzenbücher sehe, sehe ich plötzlich Dinge, die ich noch nie gesehen habe!

Sie hat es erfasst: Augen auf für das Schöne!


Wir machen Kultur und das ist Arbeit


Allerdings sehr schöne Arbeit. Wer darf den schon so viele Menschen glücklich machen?Jeder packt mit an, sonst geht es nicht! Es gibt ein Organisations-Team, ein Hilfsteam, die Workshopleiter, Journalisten und auch Fotografen. Und so erschaffen wir eine wundervolle und schöne Welt für Urban Sketcher.

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Foto  von Nicole Oestreich, herzlichen Dank das trifft es genau

Aber insgesamt sind es nicht viele Menschen, wenn man an einem Strang zieht, dann erschafft man ruck zuck was Schönes! Vielen Dank an die Stadt Eutin, an alle Sponsoren und Unterstützer. Aber das hier ist der harte Kern:

Besonderen dank an Annett, Petra, Ulrike & Kai, das Organisationsteam. Macht Euch mal klar, 4 Leute bewegen so etwas! Mehr braucht man nicht. Hinzu kommen die Workshopleiter und ein paar Menschen aus der Gemeinde, die an uns glauben.

Besonders toll sind die fleißigen Hände hinter der Kulisse:

usk Team eutin, Helferteam

Das Helferteam Eutin

Lasst euch nicht abschrecken, das sieht jetzt so viel aus! Viele arbeiten der Helfer sind absolut notwendig, aber auch nicht dramatisch. Ortsgruppen brauchen nicht 50 Mitglieder um eine Einladung zu einem Sketchertreffen auszusprechen. Man braucht zum Beispiel einfach jemanden, der den Weg zum Motiv kennt.

Schaut mal auf die Bilder! Wer Happy ist kann auch große Steine rollen.

Trotzdem hat sich das Treffen den Charakter des Treffen unter Freunden bewahrt, es ist und es bleibt vor allem ein sehr großer Freundeskreis in dem jeder mitmachen darf. Jedoch sollte einem eines klar sein, wer nicht will das diese Kultur vorgefertigt wird und nichts mehr mit der Basis zu tun hat, der muss mit anpacken.

Kultur wird gemacht und das heißt einmischen, mitmischen und anpacken.

Mittlerweile sind unsere Jahrestreffen nicht mehr klein, wir sind so viele, dass leider nicht mehr alle kommen können. Ich glaube wir könnten auch 500 oder mehr Plätze machen, der Bedarf steigt stetig.

Urban Sketchers malen in Eutin, Nicole Oestrich

Foto von Nicole Oestreich

Wenn alle kommen könnten würde dies jeden Rahmen sprengen, denn wir sind ja immer noch ehrenamtlich und Geld verdient hier keiner.

Der kleinere Rahmen hat einen enormen Vorteil, man kennt sich noch! Und das ist die Grundlage von liebevoll und freundlich.


Was war los? Urban Sketcher at work


Obwohl alles ehrenamtlich ist kann es wohl kaum Besseres geben. Das Rahmenprogramm war einfach Hammer schön:

Es startete mit mit einer guten alten Portraitparty, egal wie oft man das macht, es macht einfach Spaß. Das ist wenig Aufwand und macht alle glücklich. Man lernt sich kennen, während man gemeinsam kritzelt.

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Foto von Nicole Oestreich, Sketches Tine

Ich weiß nicht wie man noch bessere Treffen anbieten soll, Theaterprobe für die Sketcher!

Urban sketchers malen in Eutin eine Theateraufführung der Gruppe Mischpoke

Foto von Nicole Oestreich

Tolle Theatergruppe! Die Mischpoke in Eutin! Auf jeden Fall hingehen! Ich weiß gar nicht was tun? Lachen oder malen. Der Sinn dieser Aktionen ist, dass man einfach mal entspannt was anderes malt. Das sieht man super bei Birgit :

Birgit Peterschroeder usk eutin 2017 blog herz-der-Kunst

 


Wir malen auf der Straße


Wir malen und unterrichten auf der Straße!

Jetzt am Wochende hat mich ein Freund gefragt, ob das nicht fürchterlich anstrengend ist.

Ja natürlich! Manchmal ist es laut, oft hat man Dinge mit denen man einfach nicht rechnet im Kurs. Auf meinem Workshopplatz stand morgens der Markt, UUUUppss, da bin ich erst mal ins Schwitzen gekommen! Das Motiv ist verborgen hinter 20 Marktwagen. Aber das macht es ja aus, wir malen alle mitten im Leben! Letzten Monat wollte ein Schwan mein Malzeug fressen! Und das Biest hat mir ein paar ordentliche blaue Flecken verpasst!

Aber ganz ehrlich, wir malen draußen, weil es einfach schön ist .

Henning Janssen, Urban sketchers malen in Eutin, outdoor malen ist schön!

Foto von Nicole Oestreich

Henning Janssen mit den Urban Sketcher ´s am See! Wir machen das, damit das Leben wird wie Urlaub!


Nach drei Tagen kennt uns jeder in der Stadt!


Dave Rob und urban sketcher in Eutin lachen und malen

Foto von Nicole Oestreich

Hier Dave Robb mit seinem Kurs. Nach drei Tagen kennen und lieben uns die Eutiner.

Urban sketchers malen in Eutin

Foto von Nicole Oestreich


Zeichner überall! Alle kommen, gucken und fragen!


Mitten auf dem Marktplatz von Eutin entsteht in Getümmel dieses Bild von Anett Schroeder

Foto von Nicole Oestreich

Die schönen Bilder öffnen die Augen. Für die Schönheit der eigenen Lebensumwelt.

Schaut mal dieses Bild von Annett Schroeder ist in meinem Workshop mitten im Marktgetümmel entstanden, ich bin Mega stolz auf meine Teilnehmer:

Mitten auf dem Marktplatz von Eutin entsteht in Getümmel dieses Bild von Anett Schroeder


Weil die Leute es lieben!


In der Zeit sind unzählige Presseartikel entstanden, die Stars sind nicht wir Lehrer, sondern ganz normale Urban Sketcher auf der Straße. Die Presse jubelt mit, denn es wird ganz schnell klar: Die Augen auf das Gute im Leben richten macht das Leben toll! Und so bekommen wir teilweise unglaubliche Überschriften in der Presse, denn viele der Reporter fühlen dies ist mehr als kritzeln.

Artikel von oha

Vielen Dank an Journalisten , Zeitungen und Reporter!

Und noch mal vielen lieben Dank an alle Sponsoren die uns helfen solche kulturellen Events auf die Beine zu stellen! Schaut euch mal an was wir alles an Material und Hilfe bekommen haben! Danke!

Jetzt bin ich schlapp, echt was geschafft und  stolz auf Euch!

Grüße von Herzen aus dem Herz der Kunst

Tine

Und was ich mir wünsche, mal so ein Event in der Schweiz! Denn ich möchte mal alle Schweizer Sketcher kennen lernen. Leider bin ich an Wochenenden immer gebucht und kann sie viel zu selten sehen.

Viele der wundervollen Bilder sind von Nicole Oestreich, wer mal schauen will, wie man Kunst mit einem Fotoapparat macht, ist bei Nicole genau richtig. Denn Nicole kann viel mehr als nur schöne Fotos von uns zu knipsen.

Besonders zauberhaft ist Nicoles Auge für Menschen. Nicoles Bildkompositionen sind großartig, auf Nicoles Seiten findet man deshalb auch 1000 gute Ideen fürs Skizzenbuch.

http://www.nicole-oestreich.com/

Wer noch mal nachsehen möchte, was alles tolles entstanden ist, findet dies zum Beispiel auf Facebook und Flicker:

https://www.facebook.com/groups/urbansketcherseutin/

So tolle Hilfe und so tolles Kunstmaterial haben wir bekommen!

https://usk2017eutin.jimdo.com/sponsoren/

Hier der link zum weltweiten Treffen in Manchester vor 2 Jahren:

Zeichentreffen in Manchster