Malen macht glücklich!

Tine Klein Barcelona Strand, Aquarell, Tuturial Malen macht glücklich!

Malen macht glücklich! Wie man heute so schön sagt, Malen macht resilient!

Resilient, was heißt das eigentlich?

Es kommt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie: abprallen. Der Mensch ist also abgehärtet geworden. Stark werden und Dinge abprallen lassen, hat nichts mit Härte zu tun. Meiner Erfahrung nach sind allzu harte Menschen eher das Gegenteil von gesund und happy.

Ich kann mich an eine Sendung des BBC erinnern, in der ein Arzt erklärte,  dass sie Depressionen dadurch heilen, dass sie ein Computerspiel entwickelt haben,  in dem die Patienten möglichst viele lächelnde Gesichter finden müssen. So fixiert sich der Geist auf das Gute in der Welt.

Malen macht glücklich, weil….

Was hat das jetzt mit Malen oder Zeichnen zu tun?

Ich finde das mit dem Computerspiel lustig, weil ich eigentlich seit Jahren genau das Gleiche tue, wenn ich male.

Falls du dich jemals gefragt hast, warum du gerne malst? Wir heften stundenweise unsere Augen auf die guten Dinge in der Welt!

Mindestens 1 Stunde die Woche trainierst du deinen Kopf und sagst ihm:

Juhu, die Welt ist schön!

Malen macht glücklich, denn dieser Blick wirkt Wunder! Er macht dich selbst von innen schön. Jede Woche, wenn du malst, trainierst du dein Gehirn, das Schöne zu sehen.

Ich habe mal eine Umfrage unter meinen Freunden gemacht. Viele davon sind im Kulturbereich tätig und haben alle üble wirtschaftliche Probleme durch Covid. Keiner fand die Zeit schlimm, alle waren zufrieden, fanden Auswege aus der schlechten Situation. Der Tenor war überraschenderweise überwiegend Zufriedenheit.

Haha, die stehen doch unter Drogen, oder? Warum meckern die nicht, obwohl es ihnen zusteht?

Ich würde mal so sagen, wenn Kreativität eine Pille wäre, dann würde sie als teures Psychopharmaka verkauft.

Kommen wir zum heutigen Thema: Malen macht glücklich und schult die Augen, das Schöne zu sehen. Das führt bei mir oft dazu, dass ich in ganz normalen Alltagsdingen eine enorme Schönheit sehe. Sie sind für mein Auge interessant.

Spricht eigentlich etwas gegen Postkartenszenen?

Viele Maler und auch Sketcher haben eine enorme Abneigung gegen Postkartenszenen. Dies hat gute Gründe, oft werden bestimmte Szenen immer wieder abgegriffen dargestellt, in den Bildern fehlt das Eigene.

Doch ich persönlich habe gar  nichts gegen Postkartenszenen.

Seien wir doch mal ehrlich, etwas wird zur Postkarte, weil es extrem wundervoll ist. Wenn ich das male, dann lädt es meine Seele auf. Ich bin dann aufgeladen mit der Schönheit wie eine Batterie an der Steckdose.

Malen macht glücklich, wenn es die Batterien auflädt.

Also mach,  was du möchtest. Wenn ich eine Postkartenszene male, dann gebe ich immer echte und persönliche Erfahrungen hinzu. Schau mal im Bild siehst du die gelben Taxis von Barcelona, eine Gruppe von Touristinnen,  die zum Tourbus eilt, und ein Mofa,  das einfach aus Spaß um den kreisrunden Platz knattert, als es zum dritten Mal vorbeikam, sah ich ein, es will ins Bild.

So wird das Bild ganz langsam zu meiner persönlichen Erinnerung, und auch deshalb macht Malen glücklich, denn es vertieft gute Erfahrungen.

Malen macht glücklich und Hässliches wird schön

Malen scheint in seiner Wirkung eine Droge zu sein. Nur deshalb lässt sich erklären, warum so viele Menschen so ungeheuer gerne malen.

Wenn ich ganz ehrlich bin, malen ist oft schwer und manchmal frustrierend, man kämpft ständig mit sich selbst und Maltechniken.

Und trotzdem:  Es richtet meine Augen auf das Schöne, vertieft meine Erinnerungen. Natürlich male ich etwas Schönes auf Papier, doch eigentlich brenne ich eine gute Erfahrung in mein Hirn.

Doch der wundervollste Effekt ist, dass die Augen einer Maler*in viel positiver sehen als unsere normalen Augen. Die Augen der Maler*in haben gelernt, das Potential der Schönheit zu entdecken!

Die geheime Schönheit!

In diesem Blog schreibe ich also über die geheime Schönheit! Das Beste an der Malerei ist, dass wir nach und nach das Schöne im Normalen und Hässlichen erkennen können. Was für eine zauberhafte Macht!

Wenn ich anfange hektisch um etwas herumzuschleichen, dann erklärt mein Mann oft, was gerade in meinem Kopf passiert:

Er sagt zu unseren Bekannten: Oh sie sieht etwas Schönes, was wir noch nicht sehen können.

Ich scheine das Schöne aus dem Chaos herauszupellen.

Irgendwas kitzelt mich im Kopf und sagt: Oh, da steckt was Wundervolles drin!

Nimm dir Zeit, die Schönheit zu finden!

Ich weiß nicht,  warum mich die Strandbude so faszinierte, daneben steht die Traum-Kulisse von Barcelona.

Viele Maler lieben verfallenen Plätze, weil es regelrecht Spaß macht, das Schöne zu suchen.

Ich renne da so lange rum, bis ich die Schönheit heraus gekitzelt habe, eine Kamera kann das nicht.
 
Denn ich als Maler kann den Kopf drehen, ich sehe die Bude und das wundervolle Meer. Ich kann auf festhalten, wie wunderbar der Tag am Wasser in Barcelona war. Die Kamera kann das nicht!

Mein Kopf findet die richtig guten Momente. Wenn das Licht den roten Betonbunker vor dem Meer funkeln lässt. Mit der Zeit gefallen mir immer häufiger die schlichten Motive. Die eine große Kraft in sich tragen.

 

Die Regeln der Schönheit

Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob dahinter die Regeln der Schönheit stecken. Lernt ein Maler das Schöne zu entdecken,  indem er die Regeln der Schönheit entdeckt?

Wie goldene Schnitte, Komplementärkontraste und Harmonie-Regeln und so weiter und sofort?

Oder wurde unser Gehirn so verändert, dass es einfach leichter das Positive entdeckt?

Eine andere Frage drängt sich mir auf:  Wird das Bild schön, weil meine Laune so gut ist?

 

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Fazit: Ein Maler kann einfach mehr als eine Kamera! Wir können den Kopf drehen, Dinge zusammenmalen, die die Kamera nicht einmal gemeinsam sieht.
Doch viel wichtiger ist unsere Fähigkeit, Gefühle zu malen. Genau deshalb sind deine Bilder wertvoll!


 

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