Papier das Basiswissen!

Neues Papier kaufen ist eine Herausforderung!

Vielleicht hast du schon bemerkt, dass ich mich über Papierkauf ausgeschrieben habe. Papier ist wie Unterhosen. Was dem einen gut passt, kneift den anderen in den Hintern.

Warum ist Papier eine persönliche Sache?

Ich habe seit langer Zeit, eine ganze Artikelserie über Künstlerpapiere in der Schublade liegen. Trotzdem zögere ich diese Papierserie zu veröffentlichen. Warum? Ich weiß das viele Menschen gerne das Material kaufen, dass ich vorschlage.  Kunstpapier ist eine sehr persönliche Sache.

Ob das Papier was ich liebe, bei dir funktioniert, kann ich nicht wissen.

Warum ist das so?

Ob ein Kunstpapier gut bei dir funktioniert, liegt an sehr vielen Faktoren. Einer der Hauptfaktoren ist Wasser. Je nachdem wie viel Wasser du in deinen Pinsel aufnimmst, welchen Pinsel du benutzt, wie du den Pinsel ins Wasser tauchst, ob du den Pinsel ausschlägst und in welcher Konsistenz du Farben anrührst, wirst du das eine Papier lieben und das andere Papier hassen. Dazu kommen noch viele andere Faktoren. Die Geschwindigkeit, in der du malst, oder ob du auch gerne zeichnest.

Ob ein Künstlerpapier zu dir passt, liegt also im Wesentlichen an deinen Gewohnheiten, deinem Pinsel und an deiner Motorik.

Immer dann, wenn sich die Gewohnheiten ändern, kann es sein das du ein anderes Papier brauchst.

Dabei ist es jedes Mal schwer ein geeignetes Papier zu finden.

Beschriftung von Papieren:

Die Beschriftung von Papieren ist eine Katastrophe.

Das ist so wie im Reisekatalog. Manchmal steht drauf, als was der Produzent das Künstlerpapier gerne verkaufen würde! Ich zumindest habe noch nie eine Verpackungsaufschrift gesehen auf dem stand:

Vorsicht, Qualitätsstufe knapp über Klopapier!

Zumindest steht auf Zeichen oder Aquarellpapierpapier drauf, für welche Technik es sich eignet, doch das ist eine Herstellermeinung.
Zeichnet haben es gut, allzu viel kann bei Zeichenpapier nicht schief gehen.
Doch auch hier gibt es Stolpersteine, die im Übrigen auch für die Menschen gelten, die gerne malen.

Papier kaufen, die Minimalanforderung für haltbares Papier:

Die Minimalanforderung an Papier ist Säurefreiheit!

Dies muss auf jeden Fall auf deinem Zeichen- oder Aquarellpapier stehen! Denn die Säure verändert und zerfrisst nach und nach das was du gezeichnet und gemalt hast.
Insbesondere in Discountern und billigen Geschäften findet man immer wieder Angebote.
Vorsicht! Auch im Fachhandel gibt es viele Papiere nicht säurefrei sind. Diese mindere Qualität, bemerkt man nicht sofort. Erst nach einigen Jahren, verschwinden die Zeichnungen oder das Papier wird gelb.
Doch wer in der Phase ist wo man das Zeichnen erst erlernt, Warum nicht? Du wirst viele dieser Zeichnungen ohnehin wegwerfen. Zum Üben ist es OK.

Faustregel: steht nicht drauf, dass es säurefrei ist, dann enthält es Säure! Mach dir nur klar, dass dieses Papier nicht haltbar ist.

Papier kaufen, was muss man noch wissen?

Gewicht:

Je länger ich male desto, besser finde ich schwere Papiere. Warum? Erstens wirkt ein schweres Papier immer wertig. Gewicht suggeriert Qualität. Wenn es edel wirken soll, ist ein schweres Aquarellpapier ganz vorne dabei!

Geständnis, ich liebe die ganz fetten Brummer!

Denn gewichtiges Papier hat auch andere Vorteile, oft wellen diese Papiere nicht so leicht, deshalb macht es das feuchte Arbeiten viel einfacher.

Merke: Wer sehr feucht malt, braucht dickes Papier oder er muss aufleimen.

Leider gibt es auch dabei Ausnahmen, dicke Papiere, die sich stark ausdehnen.

Doch meistens macht schon das Volumen des Papiers angenehme Maleigenschaften und sie sind etwas zum Posen. XD

Heißgepresst – Kaltgepresst:

In diesem Bereich wird viel Schwachsinn erzählt. Angeblich sind kalt gepresste Papiere immer die Besseren! Dies stimmt nur bedingt, ich kenne viele Maler, die gerne auf heiß gepresstes Papier arbeiten.

Es kommt wie immer darauf an, was du machst.

Kalt gepresste Aquarellpapiere, sind kein industrielles Massenprodukt. Sie sind oft aus hochwertigen Rohstoffen wie Baumwolle oder Hadern (Lumpenstücke kein Witz) hergestellt und deswegen extrem teuer. Deshalb haben diese Papiere, auch nicht zu Unrecht, den Ruf, dass sie absolut hochwertig sind.

Doch leider heißt dies noch lange nicht, dass dieses Papier das Perfekte für dich ist.

Ein heißgepresstes Kunstpapier läuft durch eine heiße Rolle und wird praktisch gebügelt. Viele Menschen, die gerne malen und zeichnen verbinden, arbeiten durchaus gerne auf heißgepressten Papieren, weil es schön glatt sein kann.

Oft haben diese Papiere eine kurze Trockenzeit.

Draußen greife ich deshalb gerne zu heiß gepresstem Papier.  Hier geht es nicht darum, dass das Aquarellpapier lange feucht bleibt, ganz im Gegenteil. Heißgepresste Papiere haben noch einen anderen Vorteil, die Oberfläche ist verdichtet und deshalb gibt es durchaus Papiere, bei dem die Farben leuchten. Denn das Pigment bleibt auf der Oberfläche liegen, ich empfinde dies als Vorteil.

Tine Klein , Aquarell Barcelona, Papier Basiswissen

Das sieht man in diesem Bild deutlich, die Pigmente liegen konzentriert auf der Oberfläche des Aquarellpapiers.

Nachteil: Diese heißgepressten Papiere bilden gerne Ansätze! Man muss sehr zügig arbeiten.

Sonst gibt es Ringe und Ansätze und diese Schlieren sieht man im Bild ebenfalls, obwohl ich im Schatten saß, mit großem Pinsel arbeitete und das Papier nur 34 cm hatte.

Cold Pressed:

Cold Pressed oder Mould made sind Stichworte, die man gerne auf Baumwollpapier findet. Hier darf man aufhorchen, denn richtig großartiges Papier findet man hinter solchen Bezeichnungen.
Diese Künstlerpapiere halten sehr viel Wasser, sie wirken wie ein Schwamm. Man trägt bei heißem Wetter gerne Baumwolle, genau wegen dieser saugenden Eigenschaften.

Beim Malen lieben Künstler Baumwollpapier genau wegen der saugenden Eigenschaften, mehr Zeit seine Bilder zu modellieren.

Übergänge zwischen einzelnen Farben werden weicher. Man kann viel länger und kontrollierter an Farbaufträgen arbeiten. Deswegen bevorzugen viele Aquarelllisten die hochkomplexen Motive ausarbeiten diese teuren Baumwollpapiere.

Diese Papiere, sind die Papiere der Perfektionisten.

Doch wer das erste Mal auf diese hochwertigen Aquarellpapiere umsteigt, der wird mitunter sein blaues Wunder erleben. Das Timing und die Menge an Pigmenten, die man im Pinsel braucht, ist auf diesen Papieren vollkommen anders.

Wenn man ehrlich ist, gibt es so einige Pinseltechniken, die nur auf hochwertigen Baumwollaquarellpapieren funktionieren.

Wer bei diesen Baumwollpapieren allerdings auf eine zügige Trockenzeit hofft, wird es hassen.

Des einen Freud ist des anderen Leid.

Fazit – Papiere kaufen:

Hüte dich zu glauben nur sehr teuer sei gut. Denn was heißt schon gut?

Es muss zu Dir und deiner Maltechnik passen.  Kein Papier ist ein Alleskönner!

Sicher kommt es dabei auch auf das Format des Kunstpapiers an. Bei kleinen Formaten können diese hochwertigen Papiere ihre Stärken gar nicht ausspielen.

Ganz klar wird der Vorteil der Baumwollpapiere schon bei einfachen Aufgaben. Wer einen Himmel großflächig und ganz gleichmäßig auftragen möchte, bekommt bei warmen und trockenen Wetter Probleme, selbst wenn es sich um ein 30m Format handelt. Zögert man kurz, gibt es auf anderem Papier Ansätze.

Wer perfekt Aquarellieren lernen möchte, sollte sich nach und nach mit hochwertigen kaltgepressten Papieren beschäftigen. Die Ansatzringe und Stellen in der Farbe hätte es da nicht gegeben, doch meine Geschwindigkeit hätte gelitten. Ein Nachteil, denn ich sitze auf der Straße.

Tine Klein, Tutorial Papier, Pleinair, malen auf der Straße

Ob Kalt- oder Warmgepresst. Es würde kein heißgepresstes Künstlerpapier geben, wenn dies keine Vorteile hätte. Viele Techniken kann man nicht mit mangelhaften Pinseln und mangelhaften Papier nicht erlernen. Gerade beim Heißgepresten gibt es massive Unterschiede in der Qualität.

Viele Hobbymaler und Zeichner, scheitern an ihrem schlechten Material.

Denn auch schlechtes Malpapier kann erstaunlich teuer sein. Du solltest Mindestanforderungen an dein Papier stellen. Niemand kann auf Papier das Wellen wirft anständig malen.

Trotzdem bleiben die Tipps ein bisschen wie:

Kaufen Sie gutes Olivenöl, die Frage was ein gutes Olivenöl ist bleibt ein bisschen offen, denn Geschmäcker sind unterschiedlich.

Vorsicht vor allzu platten Markenpapier-Tipps!

Ich weiß ich bin auch ein Influencer, gerade deshalb bin ich vorsichtig mit Markentipps.

Viele Influencer sind vielleicht nicht bestochen, sondern sie werden durch großzügige Zuwendungen an bestimmte Produkte gewöhnt!

Gewöhnung macht das beste Aquarell Papier.

Die Influencer sind dann von einem Papier begeistert, schon allein deshalb, weil sie an das kostenlose Papier gewöhnt sind.

Wenn man mit einem Papier malt, dann gewöhnt man sich an dieses Papier. Dein gesamtes Timing mit dem Pinsel spielt sich auf dieses Papier ein.

Steigt man auf ein anderes Papier um werden die Bilder am Anfang immer schlechter! Denn deine Wassermenge und deine Art zu malen sind auf das andere Papier geprägt.

Nimm dir Zeit ein Papier zu testen. Male in dieser Zeit mit keinem anderen Papier! Nur so lernt dein Gehirn das Papier zu meistern. Feine Unterschiede erzeugen beim Malen den Erfolg.

Noch ein Tipp: Papier tauschen.

Papiere testen ist ein teures Spiel! Testkärtchen sind viel zu klein, um die Qualität eines Papiers zu erkennen. Es ist sehr sinnvoll sich mit anderen zusammenzutun und Aquarellpapiere zu tauschen! Dabei ist es wichtig, dass man mehrere Blatt hat, denn der Umstieg auf ein neues papier ist schwer und funktioniert nicht beim ersten Mal.

Liebe Grüße Tine

danke euch herzlich für die Spenden, denn die redaktionelle Arbeit dauert.

CHF

Zum Motiv:

In Barcelona ist richtiges Aprilwetter. Ein Wechsel von Regen, Hagel und Sonne. Man muss schnell sein, damit das Bild nicht ins Wasser fällt. Mich faszinieren die Lichtunterschiede, in den mittelalterlichen Gassen ist es tiefe Nacht, während auf den Plätzen die Sonne knallt. Übrigens gibt es überall in Barcelona Windhunde, die schauen von Weitem aus wie Rehe.

 

Weiterlesen:

Getöntes Papier- Skizzieren auf toned paper

https://blog.herz-der-kunst.ch/getoentes-papier-skizzieren-auf-toned-paper/

Auch interessant Papiermühlen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Papierm%C3%BChle

 

 

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