Die Untermalung im Skizzenbuch und Urban Sketching.

 

 

Die Untermalung ist eine Technik, über die viel zu wenig gesprochen wird. Ich spreche sie immer mal wieder an und weiß eigentlich nicht, wieso dies keines der Hauptthemen in der gegenständlichen Malerei, Urban Sketching, Aquarell oder in Skizzenbuch Kursen.

Ich wiederhole mich, weil es euch das Leben so einfach machen könnte!

Fangen wir ganz vorne an. Was ist eine Untermalung?

Wikipedia sagt:

„Als  Untermalung bezeichnet man in der  Bildenden Kunst  die nicht unmittelbar sichtbaren, unter der obersten Farbschicht liegenden Farblagen einer Malschicht. Beim »altmeisterlichen« schichtenweisen Gemäldeaufbau wird das Aussehen der abschließenden Farbschicht, und damit das Erscheinungsbild eines Gemäldes, weitgehend auch durch die Untermalung bestimmt[1].“ Quelle ist unten angehängt

Meiner Meinung nach ist eine Untermalung heute etwas anderes! Ich habe rund um die Welt in vielen Atelier gearbeitet. Und ich glaube, dieser Begriff ist tradiert, nicht mehr aktuell.

Viele Maler legen unter ihr Bild eine Farbschicht. Die nennen wir Untermalung, diese Farbschicht ist oft sehr diffus.

Die Untermalung kann nicht allein existieren, denn sie ist dafür bestimmt, dass noch etwas obendrauf kommt.

Der Wort-Ursprung ist also: unter! Sie liegt unter etwas anderem darunter.

Die Superkräfte der Untermalung!

Man sollte meinen, die Untermalung sei das schwächste Glied in den Schritten der Malerei oder Grafik. Doch dem ist nicht so!

Die noch ungenaue Farbschicht liegt unter den nächsten Schritten. Doch sie gibt dem gesamten Bild eine Farbstimmung und sie erzeugt eine übergreifende Gemeinsamkeit.

Durch die Untermalung wird einer der häufigsten Fehler beseitigt.

Bilder sehen schlecht aus, wenn die Einzelgegenstände getrennt gemalt werden. Dann wirkt ein Bild immer unrund, wie eine Kollage.

Die Untermalung fügt alles zusammen, das erzeugt Harmonie.

Dies kannst du noch mal im ersten unten angehängten Artikel nachlesen.

Auf die Untermalung kommen die formgebenden Schichten oben auf. Man schichtet so lange, bis das Kunstwerk fertig ist, und die Untermalung blitzt von unten durch.

Dadurch, dass immer Reste der ersten Farbschicht blitzen, bekommt das Bild einen inneren Zusammenhalt.

Untermalung im Skizzenbuch und Urban Sketching:

Das hört sich zeitaufwendig an! Und das kann es auch durchaus sein.

Passt dies zu unserer modernen Art zu malen, gerade wenn man wenig Zeit hat?

Werke wie die Bilder des Aquarellisten Marc Folly sehen zwar locker aus, benötigen jedoch viel Zeit! Schicht für Schicht muss trocknen!

Was macht man, wenn man nicht den ganzen Tag Zeit hat ein Bild zu malen?

Untermalung mit Stift:

Ganz einfach,  man reduziert die Menge der benötigten Schichten.

Im Urban Sketching benutze ich oft nur eine Schicht. Freilich ist dies dann nicht mehr im eigentlichen Sinne eine Untermalung. Denn die Farbschicht ist zur Gänze zu sehen.

Trotzdem macht der Stift die Musik! Der Stift als oberste Schicht erzeugt die Formen und das Motiv.

Die Untermalung wäre ohne den Stift kein vollständiges Motiv, man würde schwerlich erkennen, dass es sich um eine Stadt handelt.

Die Untermalung gibt in der Anwendung mit dem Stift die Stimmung und die Farbe.

Die Untermalung kann vollkommen abstrakt sein oder sie deutet Gegenstände an.

Wie das Gehirn des Betrachters aus den Andeutungen der Farbe eine Stadt konstruiert, sieht man im heutigen Beispiel wunderbar.

 

Wie läuft das Zusammenspiel zwischen Farbe und Stift?

Der Stift gibt die Form, die Farbe das Gefühl!

Dabei ist zu beachten, dass sich Farbe und Stift entkoppeln dürfen.

Der Sinn der Untermalung ist es, einen inneren Zusammenhang zu geben, deshalb darf sie über Grenzen hinweg fließen.

Der Stift ist nicht dazu da, Farbflächen einfach zu umranden. Er erschafft das Motiv, ohne sklavisch an der Farbe zu kleben.

So sind die Bäume zum Beispiel kleiner als die grünen Farbflächen am Hafen., denn es würde dort keinen Sinn machen, so große Bäume zu malen.

Doch kann man mit dem Sift auch Chancen ergreifen.

 

Dort, wo es passt, laufen Stift und Farbe Hand in Hand!

Das große Haus links am Kreisverkehr war größer geplant. Das entstandene Loch passte nicht wirklich zur Zeichnung. Dann setzt man die Zeichnung in die Helligkeit. Der Stift folgt aber nicht der Form der Untermalung, sie ist nicht der Chef.

In der Straße gibt es eine helle, reflektierende Windschutzscheibe. Ein Zufall, der Fleck war weiß.

Nutze den lucky accident um großartige Bilder zu machen.

Untermalung : Technische Tipps:

Tipp eins: Spontanität

Eine Untermalung muss nicht genau sein. Versuch es mal ohne Vorzeichnung.

Tipp zwei: zügig arbeiten

Die Untermalung soll etwas Diffuses haben, andeuten, aber nicht festschreiben.

Es bietet sich an, schnell zu arbeiten, so fließen Farbansätze weich ineinander.

Überall dort,  wo man scharfe Formen haben möchte, muss der Untergrund trocken sein, wenn es weich sein soll,  arbeitet man Feucht in Feucht. Die Unterschiede sieht man oben rechts im Bild sehr gut.

Tipp drei: Finger weg vom Wasser!

Wer feucht in feucht arbeitet,  darf den Pinsel nicht klatschnass machen, dies erzeugt Wasserringe. Da man bei der Technik jedoch ständig die Farbe wechselt, steckt man den Pinsel ins Wasser. Tipp: den Pinsel ausschlagen,  damit nicht Unmengen Wasser auf das Blatt kommen.

Tipp vier:

Zu dunkle Farben sind ungünstig für Übermalungen. Sie lassen sich in den nächsten Schichten nur schwer umformen. Tonwerte von Hell bis Mittel benutzen.

Ich hoffe, ich habe dir auch diese Woche Anregungen geboten!

Liebe  Grüße Tine.

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https://blog.herz-der-kunst.ch/untermalung-das-gefuehl-unter-dem-bild/

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