Untermalung das Gefühl unter dem Bild!

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Was ist eine Untermalung und wozu?

Ist es nicht absolut normal sich den Pinsel zu schnappen und mit dem Bild loszulegen? Das Motiv Stück für Stück zu malen?

Aber, ja natürlich und denn noch gibt es viele gute Gründe zuerst mit der Untermalung zu starten.

Die Untermalung ist ein Farbauftrag, der unter der eigentlichen Bildschicht liegt.

Dies siehst du in diesem Bild, untendrunter liegt die Farbe des Sonnenuntergangs.

Tine Klein Aquarell Basler Münster Blog zur Untermalung

Tine Klein Aquarell Basler Münster

 

Man fängt das eigentliche Bild also nicht auf dem weißen Papier an. Warum macht man das?

Vielleicht kannst du es aus diesem Zitat erraten:

Der junge [Maler] Duccio beginnt noch in der Bindung an den byzantinischen Ikonentypus. Der fordert Goldgrund und zweidimensional formalisierte Gesichter. Ihre Züge strahlen durch eine grüne Untermalung unwirklich‑magisches Jenseits.   [Die Zeit, 22.12.2003]

Die Untermalung ist wie eine Art Hintergrundmusik. Noch ehe die Melodie der Musik erklingt, erraten wir die Stimmung! Wir erkennen das Gefühl, was unter der Musik liegt und das geht auch bei Bildern.

Diesen Mechanismus kann man sich in der Malerei mit wenig Aufwand zunutze machen.

Viele denken jetzt,   ach, das brauche ich nicht! Das ist eine Technik für die bildenden Künste, Bilder im Museum haben so etwas.

Weit gefehlt, gerade Hobbymaler und Skizzenbuchkünstler sollten nun ganz genau hinhören, denn die Untermalung ist in hohen Massen einfach und effektiv.

Wer emotional beeindruckende Bilder mit viel Tiefe malen möchte, der darf nun die Ohren spitzen.

Untermalung, was ein farbiges Blatt bewirkt:

Harmonie erzeugen:

Die Untermalung wirkt genial! Sie wirkt wie ein Schutzschild gegen Chaos und das Auseinanderfallen von Bildern. Lass mich dies erläutern.

Der klassische Anfängerfehler ist, dass man in einem Motiv jedes einzelne Motiv getrennt malt, weil man denkt jedes Einzelteil sei getrennt, so wie es ist.

Hinterher ist man enttäuscht, weil das eigene Bild chaotisch wirkt und nichts mit der tollen Stimmung zu tun hat, die wir gesehen haben.

Was wir dabei nicht beachtet haben, ist, dass ein Ort meistens eine gemeinsame Stimmung hat. Ein gemeinsames Licht! Entweder emotional oder farblich. Wenn ich zum Beispiel abends um 5 male, dann breitet sich das goldene Licht über alles aus! Jeder einzelne Gegenstand wird vergoldet. Die Schönheit entsteht, weil eine Einheit sehen. Jedes Teil hat seinen Goldüberzug. Merke:

Diese Lichtstimmung macht Motive immer schön, weil sie eine Einheit erzeugt!

Diesen Kunstgriff der Natur können wir in unseren Bildern selbst erzeugen, nicht nur für Sonnenuntergänge. Der Mechanismus der Einheit macht Bilder immer harmonischer!

Alles, was wir tun müssen, ist eine zarte Farbe quer durchs Bild zu ziehen!  Und schon haben wir den Effekt der Einheit und Harmonie in unserem Bild erzeugt!

Dies kann man prinzipiell mit allen Farben tun. Die Grundfarbe wird immer wie eine Heftklammer wirken. Dadurch werden Bilder noch harmonischer.

Du lernst dein Bild zu einer aussagekräftigen Einheit zu formen.

Die einfachste Untermalung -Die Technik der Hintergrundlasur:

Was auf den ersten Blick ganz einfach wirkt, zum Beispiel eine einfarbige Fläche zu erzeugen, kann einem in der Praxis das Leben schwer machen.  Hintergrunde gleichmässig aufzutragen ist tricky. Der Farbauftrag soll auf großer Fläche ganz gleichmäßig und ohne Ansatzpunkte erfolgen. Weil der Hintergrund unauffällig sein soll er gibt die Stimmung und nicht das Hauptmotiv.

Warum ist das schwer? Aus dem Pinsel strömt kontinuierlich Wasser. Dieses Wasser schwemmt die Pigmente, die bereits auf dem Blatt sind, weg. Und so entstehen sehr ungleichmäßige Farbaufträge.

Die Technik der Lasur:

Die Grundlagen:

  • Pinsel: Ein Pinsel der Feuchtigkeit aufnehmen kann. Naturhaar oder ein sehr großer Pinsel.
  • Papier:·         Trocken·         geneigt mindestens 45 Grad.
    • Dickes Aquarellpapier, Baumwolle oder Aufleimen, weil der Farbauftrag sehr feucht ist.
  • Arbeitsgeschwindigkeit: Zügig
  • Konsistenz der der Farbe: Tee oder Kaffee. Genügend großes Farbreservoire, Mischfläche
  • Der häufigste Fehler:  Den Pinsel in den Wassertopf und mit tropfnassem Pinsel in die bereits trocknende Lasur. Dies erzeugt Wasserflecken.

 

Sobald die Pigmente auf dem Papierliegen, verbindet sich der neue Farbauftrag nicht mehr mit der bereitsaufgetragenen Lasur. Die Pigmente werden aufgewirbelt. Es entstehen kreisförmigen Wasserflecken im älteren Teil der Lasur.

Die Lösung ist die Farbe gleichmäßig und schnell aufzutragen. Alles bereit legen, damit beim Auftragen keine Störung entsteht.

 

Arbeitsschritte der einfarbigen Untermalung:

 

  1. Genügend Farbe anrühren. Die Farbe sollte flüssig sein Konsistenz: Kaffee oder Tee.
  2. Den Pinselbauch seitlich mit rollenden Bewegungen in der flüssigen Farbe füllen. So garantiert immer die gleichmäßige Befüllung des Pinsels.
  3. Das Blatt steht schräg damit das Wasser und die Pigmente nur in eine Richtung fließen.
  4. Nun zieht man den Pinsel mit der breiten Seite ohne großen Druck in einer breiten Linie über das Papier. An der unteren Kante des Farbauftrages bildet sich auf ganzer Fläche ein Wassertropfen.
  5. Diese Wasserlinie ist der Ansatzpunkt für den nächsten Strich. So ist sichergesteilt das die Farbe auf dem Papier und die Farbe aus dem Pinsel flüssig sind. Die Mischung erfolgt, weil sich 2 gleiche Flüssigkeiten mischen ansatzlos.
  6. So arbeitet man Linie für Linie zügig von oben nach unten. Der Pinsel geht nicht kreuz und quer über das Blatt. Denn der gleichmässige und schnelle Farbauftrag sorgt für eine perfekt einfarbige Oberfläche.
  7. Der Pinsel wird regelmäßig mit der vorgemischten Farbe betankt.
  8. Der Farbauftrag erfolgt zügig an einem Stück.
  9. Mit einem Tuch überschüssige Farbe an den Kanten und am Ende der Lasur aufsaugen. Sonst entstehen dort Wasserflecken.

 

Summery zur Untermalung und Hintergrundlasur:

Eine Lasur gelingt leicht, wenn man sie vorbereitet, denn sie muss zügig erfolgen. Mann rührt genug Farbe an, neigt das Papier, so dass die Farbe nach unten fließt! Mann lädt einen möglichst saugfähigen Pinsel mit viel Farbe.

Dann zieht man breite Striche über das Papier. Der untere Tropfen ist der Ansatzpunkt des neuen Striches.

Fehlerquellen sind aquarelluntaugliches Papier, billiges Papier oder dünnes das bei Kontakt mit Wasser welt. Zu langsames Arbeiten und Pinsel die ungleichmässig befüllt werden, zu nass oder z trocken. Pfützen.

Viel Spaß beim Ausprobieren, Übe das Lasieren zuerst ohne großes Bild. Die Technik braucht etwas Zeit, bis sie fehlerfrei funktioniert. Passieren kleine Fehler, dann drehst du das Bild, so dass die Fehler im dem Bereich liegen, wo du das Motiv aufträgst, dann fallen sie nicht mehr auf!

Liebe Grüße ins Wochenende!

Tine

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Weiterlesen:

Blau machen…Farbpsychologie

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