Das kleine Geheimnis der Farbe


Wir und die Farbe


Es war schön und der Trubel ist vorbei, die Stille kehrt ein. Ich stehe in Bern auf einer Aussichtsplattform und schaue ins sanfte Abendlicht hinaus. Es ist 18:00 Uhr und bis gerade eben habe ich Malunterricht gegeben. Heute Nachmittag ging es um Farben.

Jetzt werde ich ruhig und nach dem Lehren kann ich der eigenen Sehnsucht nach der Farbe verfallen, auch wenn die Zeit nur für eine schnelle Skizze reicht.

Nach und nach lernt man die Farbe zu sehen. Ganz anders als man am Anfang glaubt, sind Farben in das große System des Lichts eingebettet. Man glaubt man malt nur ein Haus und dabei ist es ein ganzes System von Lichtstrahlen. Hinter jeder einzelnen Farbe steht ein Konzept, aber dieser Gedanke ist am Anfang viel zu verwirrend.


Farben brauchen ein Konzept


Das spontane Aquarell gilt als die freieste Art der Malerei. Sie ist wild und farbig und Regeln werden sehr oft gebrochen. Es ist also ein Wunder, dass diese Machwerke harmonisch aussehen. Diese enorme Freiheit der Farbe kann man realisieren, weil es im Hintergrund der Bilder eine kleine Organisation gibt. Dieses Grundmuster ermöglicht es dem Maler Farben im Bild sehr lebhaft zu kombinieren ohne dass dabei die Augen des Betrachters bluten.

Muster erzeugen Harmonie

Die Harmonie entsteht dadurch, dass die Farben in großen Blöcken organisiert werden. Man kann auf diese Art und Weise sehr, sehr farbig malen ohne das es in irgendeiner Art und Weise grell oder unnatürlich wirkt.

Googelt einmal meine Kollegen Wilhelm Fikisz, Voka oder Simon Fletcher und betrachtet ihre Bilder. Diese Maler malen sehr farbig und trotzdem sehr harmonisch. Die Harmonie entsteht dadurch, dass große Flächen mit verwandten Farben verwendet werden, innerhalb dieser Flächen findet ihr überwiegend Farben die ineinander übergehen, d.h. blau, grün und gelb oder gelb, orange, rot.

Hinter dem farblichen Chaos liegt also eine verborgene Ordnung.

 


Diese Flächenbildung ist das ganze Geheimnis


Eine Schülerin sagte mir, das ist so unglaublich schwer zu realisieren, wenn ich nicht auf mein Motiv gucken kann und dort sofort die Farbe sehe, die ich malen muss

Du musst nicht! Du kannst! Du darfst! Lass dich inspirieren.

Tatsächlich ist es aber gar nicht so schwer, hole doch erst mal 1 Sekunde Luft. Wenn du einmal in das Motiv schaust, dann wirst du sehen, dass man, dafür nicht lügen muss. Diese Farbgruppen sind einfach da. Sie sind das abstrakte Farbmuster hinter dem Motiv. Diese Gruppen lassen sich mit etwas Ruhe ganz einfach sehen:Tine Klein, Blog Herz der Kunst, Motiv und Organisation der Farbe, das kleine Geheimnis der Farbe

Ich zeige dir jetzt das Motiv an dem wir am letzten Samstag gestanden haben. Es ist der Blick von der Aussichtsplattform am Bundeshaus entlang. Schau mal in das Bild und analysiere.

Die Kuppeln des Hauses sind türkis, oxidiertes Kupfer, die Bundesgebäude sind aus leicht grünlichen Sandstein und der Himmel ist blau. Die Schlussfolgerung liegt nahe, dass wir in dieser Ecke des Bildes eine blaugrüne Fläche bilden können.

Im hinteren Bereich des Bildes nahe der Brücke schauen wir auf die roten Dächer der Altstadt, in der warmen Abendsonne gibt es hier viele sanfte und rötliche Reflexe. Leider sieht man dies auf dem Foto nicht so genau wie in der Realität.

Tine Klein, Blog Herz der Kunst, Motiv und Organisation der Farbe, das kleine Geheimnis der Farbe

Wenn man genau hinsieht, sieht man es ziemlich gut. Jeder erfahrene Maler weiß nun, ich kann im Bild zwei Blöcke bilden, einen blaugrün gelben Block und einen rotgelben Block.

Es  gibt eine Farbe, die dient als Brücke


Eine Brücke zwischen den Farben bilden


Die Farbe, die ich in beiden Bildbereichen finde, ist gelb. Gelb ist der Sandstein. Diese Farbe bildet die ganz natürliche Brücke zwischen den beiden Fachbereichen. Über das Gelb kannst du ganz harmonische Übergänge bilden: Willst du also ins Rot, dann bildest du einen allmählichen Übergang, gelb, orange erst dann  rot. Auf der anderen Seite bildet das Gelb die Brücke über Grün bis hin zum Blau.

Dinge verbinden anstatt sie zu spalten

Eine Schülerin war überrascht, dass hinter den Farben ein Konzept liegt, sie sagte:

Du arbeitest also gar nicht mit realen Farben!

Tine Klein, Bern Bundeshaus, Blog Herz der Kunst, Motiv und Organisation der Farbe, das kleine Geheimnis der Farbe

Doch, natürlich! Die Farben sind da und diese Beobachtung mache ich für meine Betrachter nur deutlich sichtbar. Ich verstärke die Farben ein wenig und lasse dann die eine Farbe sanft und an allmählich in die Andere übergehen.

Dabei gibt es natürlich immer mehr als nur einen Weg, das Konzept gibt mir eine große Freiheit, in der ich mich mit der Farbe bewegen kann.

In dieser Skizze zeige ich nur im Hauptmotiv die reale Farbe und bin im Rest viel zurückhaltender, hier benutze ich den Schatten als “Brückenfarbe“:

Tine Klein, Bern Bundeshaus, Blog Herz der Kunst, Motiv und Organisation der Farbe, das kleine Geheimnis der Farbe

Licht verhält sich anders als bauliche Strukturen. Dem Licht ist egal ob ein Haus zu Ende ist, es reflektiert einfach auf die andere Wand. Wenn man eine Stadt nicht konstruiert, sondern sie als Licht sieht, dann wird alles weich. Man braucht nicht alles verändern, man betont nur den einen oder anderen Aspekt, eben das was einem Bild gut tut.

Gelb ist nicht einfach Gelb, tatsächlich steht in jeder Farbe eine ganze Bandbreite von unterschiedlichen Farben zu Verfügung.

Oftmals ist dies das Spiel mit kalten und warmen Farbtönen einer Farbe

Es kommt immer darauf an, was ich sagen möchte. Bilder werden ganz lebendig durch Kontraste. Indem man die Kontraste aber in große Flächen einbettet, wirkt das Ganze immer harmonisch und trotzdem nicht langweilig.

Paul Cézanne [Public domain oder Public domain], via Wikimedia Commons

Einige meiner Schüler finden es sehr gewagt, die Farben ein wenig abzuändern. Ich möchte dich jedoch darauf hinweisen, dass diese Arbeitsweise ein ziemlich alter Schuh ist.

Schau einmal was Paul Cezanne hier macht! Kommt es dir bekannt vor?


Paul Cezanne und die Organisation der Farbe


Paul Cezanne, Organisation der Farbe, mit Zwiebeln

Paul Cézanne [Public domain oder Public domain], via Wikimedia Commons

Auch bei Paul Cezannes zweitem Bild siehst du die beschriebene Arbeitsweise ganz deutlich. Auf den ersten Blick mag es so wirken als sei der Hintergrund einfach leer, die blaugrüne Farbe hat aber als Fläche die Aufgabe das Rot leuchten zu lassen.

Dies ist das ganze Geheimnis einer erfolgreichen Malerei, sie ist äußerst simpel aufgebaut, findet aber die großen Zusammenhänge, so dass sich die Farbflächen untereinander stützen. Paul Cezanne arbeitet hier äußerst klassisch, der Vordergrund ist warm und geht in einen Hintergrund über in dem kalte Farben verarbeitet sind. Diese Art der Darstellung suggeriert Tiefe und Entfernung.


Kein Einheitsbrei


In einer der Skizzen habe ich mit dieser  Regel gebrochen , obwohl ich sie verstanden habe. Merkt euch eins:

Regeln in der Malerei sind zum Brechen da.

Jedoch sollte man wissen was man tut, denn die Kunst ist eins der ältesten Handwerke der Welt. Hätte ich Bern ohne jeden Farbkontrast gemalt, dann wette ich, dass die wunderschöne Kulisse ausgesehen hätte wie eine Schüssel Grießbrei . Die Idee Farben in großen Blöcken zu organisieren ist also nicht neu und auch keine Erfindung der spontanen Aquarellisten, sondern sie gehört zum  alten Know-How der Malerei.

Liebe Grüße an die wundervolle Urban Sketching Gruppe in Bern

und Euch und allen anderen wünsche ich viel Spaß beim Malen in der Frühlingssonne.

wünscht euch Tine aus dem Herz der Kunst

Mehr zur Wirkung der Farben

 

 

 

Grosszügig malen im Mini-Format

Tine Klein, frei malen, großzügig malen, freie Malerei im Scheckkartenformat


Generös malen


Hallo Kirsten, Hallo all ihr Anderen! Großzügig malen, das ist ein Traum, den viele mit mir teilen, du vielleicht auch?

Ja, ja, generös malen das wollen wir alle! Aber damit mein ich jetzt natürlich nicht die Scheckkarte. Letzte Woche gab es in der deutschsprachigen Urban Sketcher Facebook Gruppe eine Frage:

Was zum Teufel kann ich tun, um etwas freier und abstrakter zu werden?


Was kann ich machen um groszügiger zu werden?


Es gab natürlich unendlich viele Tipps, aber um die Wahrheit zu sagen, ich glaube viele dieser Tipps sind unnütz. Nicht weil sie nicht wahr oder gut sind, einfach weil die Zielperson sie in dieser Phase des Malen- und Zeichnen lernen gar nicht umsetzen kann. Man begreift einfach nicht wofür es gut ist.

Mein Tipp war, nimm einfach einen dicken Pinsel.

Hinterher habe ich mir überlegt dass dieser Tipp eigentlich dumm ist, denn der Pinsel allein macht natürlich niemand frei. Trotzdem ist der Tipp gut. Bilder sind dann aussagekräftig, wenn die groben Grundzüge präzise sitzen.

Wenn die grobe Grundform stimmt, dann gewinnt man enorme Freiheit, weil man machen kann was man will  und der Betrachter sieht trotzdem was los ist.

Wer die Grundform kennt, lernt zügig malen.


Grundmuster erkennen


Dafür muss man die wesentlichen Grundmuster identifizieren, was natürlich nicht einfach ist. Wenn man aber einen dicken Pinsel benutzt, ist das sehr hilfreich, weil man muss zwangsweise mit Grundformen arbeiten, so dass man nicht auf die blöde Idee kommt wieder auf alles Unnötige hereinzufallen.

Zusammenfassen ist das wichtigste Stichwort. Ich habe mal gehört, dasS sich die Impressionisten Seidenpapier vor die Augen gehalten haben um die groben Grundmuster eines Motivs zu erkennen.  Wer keine Details erkennt, kann natürlich großzügig malen. Augen zusammenkneifen kann sehr gut helfen, denn auch in dieser Sichtweise fallen viele Details weg. letztlich funktioniert es am besten, wenn man eine Zusammenfassung findet, der Garten besteht nicht aus 1000 Grashalmen und Pflanzen, sondern ist einfach eine Grünfläche und dann wird das Wichtigste betont.

Wenn man dennoch nicht mit Pinseln in der Größe des Hof-Besens unterwegs sein möchte, kann man den gleichen Effekt durch eine lustige Umkehrung inszenieren:


Klein aber fein, eine Freiheitsübung


Du kannst mit deinem normalen Pinsel das Gleiche trainieren, wenn man auf sehr kleine Formate ausweicht, man malt dann ebenfalls mit einem riesigen Pinsel, weil ja das Format auf dem man malt nur ein wenig größer ist als eine Briefmarke.

Eine Briefmarke wäre jetzt natürlich übertrieben, aber die Größe von Visitenkarten ist für diese kleine Übung wunderbar.

In diesem Format ist ein normaler Pinsel natürlich ein Riese. Du wirst feststellen, wenn du mit diesem Pinseln malst wird es sehr leger.

Jetzt bleibt dir gar nichts anderes mehr übrig, als dich auf die grobe Grundform zu konzentrieren.

Die Visitenkarten sind für einen normalen Pinsel so winzig, dass man es recht schnell lernt das Motiv auf die Größe zu zuschneiden. Es gilt die Devise:

If I can make it there
I’m gonna make it anywhere
It’s up to you

Mach Frank Sinatra an und hört das Lied „New York, New York“, es ist ein bisschen größenwahnsinnig und damit die perfekte Musikuntermalung um das freie Malen zu lernen. Ich hoffe die Musik macht dich nicht nur größenwahnsinnig, sondern lehrt dich auch das großzügige Malen.

Wenn du siehst, dass man die Szene erkennt, ohne jedes Detail, dann weißt du, du hast es geschafft!

Du hast das Grundmuster eines Bildes erkannt! Wenn du das schaffst, bist du ein Riesenschritt weiter! Dann schaffst du es auch großzügig zu malen.  Hier heißt es dann wirklich:

If I can make it there
I’m gonna make it anywhere

Das Erkennen von Grundform und Grundmustern hat noch einen ganz anderen entscheidenden Vorteil, weil du ganz schnell lernst deine Fehler zu erkennen.

Tine Klein, frei malen, grosszügig malen, freie Malerei im Scheckkartenformat

Durch die grobe Grundform sieht man sehr schnell, das etwas nicht stimmt.

Wenn etwas in so groben Grundzügen nicht stimmt, dann lässt es sich natürlich recht einfach beheben. Und so lernst du nach und nach sehr schnell von dir selbst. Diese Sicherheit, die du gewinnst, die macht sich zu einem freien Maler.

Das Arbeiten mit Grundform ist also ein Zwiegespräch mit dir selbst.

Tine Klein, frei malen, freie Malerei im Scheckkartenformat


Die Kür: Grundform und Detail


Zum Schluss kommt die Kür, man nimmt die groben Grundform und fängt an sie durch kleine Details zu ergänzen, das macht man entweder mit dem Stift oder mit einem viel feineren Pinsel. Schnell wirst du erkennen, man kann nicht alles ins Bild malen. Du wirst dich entscheiden müssen, welche kleinen Details du in die winzige Szene einfügst.

Tipp:

Lass bloß nicht weg, was dir besonders gut gefällt.

Wenn du ein paar Dinge hinzugefügt hast, die dir unverzichtbar erschienen, wirst du ganz schnell feststellen: Mehr geht  nicht.


Mehr geht einfach nicht!


Es geht einfach nicht alles, man stellt fest, es ist nur Platz für das da, was man wirklich gut findet.

Das auf sich selbst konzentrieren ist ein riesen Sprung ins frei malen. Wenn du angefangen hast so zu malen, wirst du feststellen, dass du vorher von den Dingen regiert wurdest.

Wenn man anfängt zu malen, dann versucht man alles korrekt zu machen und dabei geht nicht selten die Seele des Bildes verloren, weil es im Bild nur noch um korrekte Buchhaltung geht.

Das Haus hat sechs Fenster, das nächste Haus hat neun Fenster usw. und so fort…

Stell dir mal die Frage, ob man Venedig nicht erkennen würde, weil ein Haus ein Fenster weniger hat?

Tine Klein, frei malen, freie Malerei im Scheckkartenformat

Schau mal hier! Venedig auf der rechten Seite hat ein deutlich sichtbares Fenster und es ist trotzdem Venedig. Tun was man will, das ist frei malen.

Es ist wichtig, dass du den Kopf frei bekommst für das Wesentliche. Die Bildaussage und das Gefühl sind das Allerwichtigste, der dicke Pinsel hilft dir also dich nicht von all den kleinen Dingen regieren zu lassen. Versuche also wegzukommen von dem “ Richtig oder Falsch-Denken“ und das Große und Ganze so zu gestalten, dass es zauberhaft ist.

Es ist auf ganz erstaunlich, was man auf diesen kleinen Visitenkarten hinbekommt. Wenn man dann später in großen Formaten genauso arbeitet, hat man viel gewonnen, denn man kann das Unnötige ignorieren und sich auf seine eigenen Wünsche konzentrieren.


Frei Malen im Miniformat


 

Das winzige Format ist also eine kleine Erkenntnis! Der erste Schritt zum großzügig malen!

Ich wünsche euch liebe Grüße ins Wochenende

Tine aus dem Herz der Kunst

Mehr zum Thema Mini Zeichnungen:

Ihr findet mich jetzt auch in der Kunstfabrik Hannover!

Einfach loslassen: Kunst vorm Frühstück

Für Prof. Doktor M.

Letzte Woche habe ich einen Workshop am Bodensee geleitet. Wie immer waren sehr gute Maler dabei, aber auch blutige Anfänger. Viele meiner Schüler lieben es sich die Bilder von mir fertig malen zu lassen. Einerseits mache ich das zum Teil gerne, andererseits bekomme ich aber ein wenig Gänsehaut. Eine Schülerin von mir sagte:

„Mal das mal eben fertig, ich möchte keine Fehler mit nach Hause nehmen“

Ich kenne es nur zu gut das Gefühl, wenn es nicht klappt und ich ausrasten möchte: So sehe ich dann aus!

Tine Klein: Krise beim Zeichnen loslassen ist gar nicht so einfach

Tine Klein: Kleine Krise am Stift

Der Moment in dem ich platze, das ist der Moment in dem ich loslasse und die besten Sachen mache!

Natürlich male ich gerne für dich in dein Bild, die Show ist ja auch gut, dass, was man vermeintlich zu viele Fehler gehalten hat, wird plötzlich zur Basis von etwas Schönem. Und die Sichtweise, dass man plötzlich sehen kann, dass das eigene Bild nicht nur Schrott und Fehler ist, sondern nur eine Zwischenstation zum Schönen ist wunderbar.

Fertig malen ist nur dann sinnvoll, wenn du siehst, dass du was Gutes gemacht hast, die Plattform die mit etwas Hilfe zu etwas Tollem wird.

Dieses Gefühl soll dich stark machen, so stark, dass du dich traust deine eigenen Fehler zu machen. So stark, dass du das nächste Mal nicht aufgibst, wenn dein Bild blöd aussieht.

Das Fehler beheben macht uns zu großartigen Malern!

Kaum zu glauben, aber der Fehler und das erkennen der Fehler, ist das was den Meister formt. Doch ich weiß, meine Schülerin kann diesen Zustand einfach nicht ertragen.

Kannst du so machen: Sieht aber Scheiße aus!

Kunst ist immer ein Balanceakt, zwischen Intuition und Handwerk. Für mich und auch für meine Schülerin ist ganz klar das Handwerk muss stimmen. Es nützt nichts um den heißen Brei zu reden, wir wollen das können und wir werden es auch.

Doch gerade mit den Menschen, die die Tendenz zum Rennpferd haben, muss man mal ein ernstes Wort reden, denn es gibt die dritte Dimension der Kunst.

Danny Gregory Kunst vor dem Frühstück: Blog Herz der Kunst loslassen für die Kunst

Danny Gregory: Kunst vor dem Frühstück


Die dritte Dimension der Kunst


Das was man gerne Intuitionen nennt, entsteht oft erst, wenn man loslässt. Loslassen ist ja leichter gesagt als getan, das geht nicht wenn man lauter Regeln befolgt.

Danny Gregory Kunst vor dem Frühstück: Blog Herz der Kunst loslassen für die Kunst

Danny Gregory: Kunst vor dem Frühstück

Der Einstieg in die Intuition wird viel leichter, wenn man sich selbst aufbaut und die Seele füttert.

Der Zugang zu Seele ist durch ständige Stresssituationen vollkommen vernagelt.

Die dritte Dimension der Kunst ist das Füttern der Seele

Heute möchte ich euch ein tolles Buch vorstellen, zwei Zeichnungen daraus hast du schon gesehen. Das Buch ist von Danny Gregory und heißt „Kunst vor dem Frühstück“ und es geht ums loslassen und loslegen.

Vorneweg, das Buch ist nicht jedermanns Sache. Wer ein geordnetes und strukturiertes Kunstanleitungsbuch erwartet, wird sehr enttäuscht werden.

Aber wir sind nicht jedermann, wir sind wir und darum geht es. In diesem Buch geht es um die Weltsicht, die einem hilft malen zu lernen und das auch zu genießen.


Kunst passt in jeden Alltag


Das Buch ist eher eine wilde Ideensammlung, wie man es schafft im Alltag zeichnen zu lernen. Loslassen von dem Anspruch der Perfektion, erst dann finden sich gemütliche Gelegenheiten im Alltag.

Danny Gregory Kunst vor dem Frühstück: Blog Herz der Kunst loslassen für die Kunst

Danny Gregory: Kunst vor dem Frühstück

Was ich an dem Buch wirklich schätze, ist das, was zwischen den Zeilen steht, das Menschlich sein, das Fehlerhafte, ich empfinde das Buch als bittersüß. Was ich an dem Buch ganz wundervoll finde ist, dass es mit mir liebevoller umgeht als ich es selbst tue.

Es tastet sich ganz langsam ans zeichnen, da wo mich mein Ehrgeiz schmerzhaft voran treiben würde.

Genau das hätte ich gebraucht. Ich selbst habe Malen gelernt, als ich mit Verlaub gesagt, in einer beschissenen Lebenssituation steckte. Ich war krank, hatte Schmerzen und war bis in die letzte Haarspitze vollgepumpt mit Opiaten. Meine Welt war grau und ich konnte  meinen eigenen Ansprüchen nicht standhalten.

Ich starrte auf mein Blatt und dachte: das ist beschissen, ich muss besser zeichnen, ich brauche besseres Material und ich muss bessere Motive finden, denn alles was um mich herum ist, ist Krankenhaus und hässlich.

Danny Gregory Kunst vor dem Frühstück: Blog Herz der Kunst loslassen für die Kunst

Danny Gregory: Kunst vor dem Frühstück

Die hässliche Wahrheit, der ich nicht ins Auge schauen wollte, war, mein Leben war hässlich und nicht das Zeichnen.


Der Wechsel der Sichtweise


Ich muss, ich muss….ich darf, ICH KANN!

Was ich an Danny Gregorie’s Buch so liebe, ist das er Dir sagt, dass Du all dies nicht brauchst. Es geht um loslassen, loslegen, langsam und liebevoll anfangen.

Die ganze Welt ist dein Skizzenbuch und es gibt tausend Gelegenheiten, das ist die Kernaussage von Danny Gregory.

Das kleine gelbe Tier auf unserer Schulter, genannt Ehrgeiz und Selbstkritik, ist das, was einem ganz viele Chancen im Leben nimmt.

Gedanken wie: Lass das, du bist nicht gut genug, die werden lachen und hier ist es zu hässlich, sind einfach absolut nicht hilfreich.

Es gibt eine ganz maßgebliche Weisheit beim Malen und Zeichnen lernen:

Wer es nicht tut, wird es nicht lernen

Dieses Buch öffnet dir die Augen, wo es überall die Chance gibt zufrieden und in Ruhe zu malen. Danny nimmt einem das harte Anspruchsdenken und zeigt, dass die Welt voller Gelegenheiten ist.

Wer nicht hinschaut, wird auch nichts Schönes finden

Es muss nicht das Postkartenmotiv sein, das dir das Zeichnen beibringt. Vertane Zeit ist eine Gelegenheit, es gibt kein Warten mehr, nur noch genussvolle Zeichenzeit.

Dieses Buch ist insbesondere etwas für Menschen, die es mit solchen Gedanken schwer haben:

Weil sie denken, ich will besser zeichnen, perfekter malen und viel exakter sein und außerdem habe ich für so einen Quatsch gar keine Zeit.

Gerade die Menschen, die dieses Buch wahrscheinlich nicht leiden können, brauchen dieses Buch am Allerdringendsten.  Wenn du ein Perfektionist bist, gib dir 5 Minuten Zeit und schau das nächste mal in der Buchhandlung rein.

Ich weiß, es wird so Manchen schütteln, weil sein Anspruch viel höher sein wird und doch gebt dem Gedanken eine Chance.

Der Gedanke nicht zu werten, keine enormen Ansprüche zu stellen, genau das ist Philosophie oder das Denken der Wissenschaft.


Der Einstieg ins Vergnügliche


Lachen ist besser als sich selbst ständig zu kritisieren:

Danny Gregory Kunst vor dem Frühstück: Blog Herz der Kunst loslassen für die Kunst

Danny Gregory: Kunst vor dem Frühstück

Genauso denken Wissenschaftler, kurz bevor sie Großes entdecken, denn dafür muss man alles was einem den Kopf vernagelt über Bord werfen.

Danny Gregory öffnet den sanften Zugang zur Kunst, den Zugang den wir brauchen, ohne Anspruchsdenken, ohne den gleichen Stress aufzubauen, wie in der Arbeitswelt und gerade dadurch lernt man neue in der Kunst zu entdecken.

 

Ich wünschte ich hätte dieses Buch gekannt als ich es brauchte….

Ganz ganz liebe Grüße

Tine

Ich danke ganz herzlich Danny Gregory und meiner Lektorin Barbara aus dem D.Verlag das ich Euch diese Seiten zeigen darf. Viel Spaß damit…

Demnächst bin ich auch mal wieder im Norden oder Zuhause mit Skizzenbuch unterwegs, ich freu mich auf Euch in Bremen und in Düsseldorf.

Düsseldorf

Bremen

Mehr lesen hier zum Artikel: Kunst trifft Alltag

 

 

 

 

 

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Gelb! Frühjahrsputz im Farbkasten!

 

Bern, die Menschen kommen auf die Straße um die Frühjahrssonne zu genießen.

Gelb ist der Frühling


Ich bin des Winters müde und brauche nun ein paar Sonnenstrahlen, ich will mich über die ersten Blumen freuen und über das strahlende Grün der ersten Blätter. Bei jeder Primel, ja, die blühen hier im Süden schon, könnte ich ein bisschen feiern. Gelb, das ist die Wärme, die Sonnenstrahlen und das Licht. Gelblich  schimmern 1000 kleine Primelsterne und Osterglocken in der Wiese. Doch viel merkt man davon noch nicht.

Der Frühling jedoch ist noch völlig unentschlossen, der Winter behält die Oberhand, auch wenn der Himmel über Bern noch ein paar Schneeflocken in der Hand hat, ich mache dennoch die gelben Farben startklar, denn ich bin des Winters Grau müde.  


 

Gelb ist die Farbe des Fingerspitzengefühls


Gelb ist eine Farbe bei der es viele Missverständnisse gibt, denn bei kaum einer Farbe kommen die sehr unterschiedlichen Eigenschaften von Pigmenten und Farbpsychologie so stark zum Tragen wie bei dieser Grundfarbe und dies hat eine ganze Reihe von Verarbeitungsfehlern zur Folge.

In den meisten Fällen werden alle gelblichen Töne als hell und freundlich wahrgenommen, doch Gelb wirkt nicht in allen Fällen warm und freundlich und es ist sehr anfällig für Verschmutzungen.

Sonne darf nicht dreckig aussehen

Die Folge ist, dass man Gelbtöne immer getrennt von anderen Farben verarbeiten sollte, denn keine andere Farbe verändert sich so schnell wie das Gelb.

Schau mal auf die linke Seite unterhalb der Kuppel, hier ist Blau und auch ein wenig Rot in das Gelb gelaufen. Die Farbe leuchtet nicht mehr, in diesem Fall ist dies nicht weiter tragisch, denn es ist auf der Schattenseite des Gebäudes passiert. Die gleiche Farbe siehst du bei dem Gebäude ganz links, dort war die Farbe schon trocken, der Füllfederhalter wurde auf der trockenen Farbe angewendet und konnte nicht auslaufen. Die Farbe ist strahlend hell und leuchtend, es ist kaum zu glauben, ganz links am Haus und ganz rechts unterhalb der Kuppel wurde genau die gleiche Farbe verwendet.

Ungeplante Mischfarben des Gelbs können wirklich scheußlich sein, um nicht zu sagen, die Farbe sieht aus wie schon mal gegessen.

Und verschmutzte Farbe hat eine völlig andere Aussage als die Reine, ein bisschen grünlich und schon wirken Gelbtöne ganz anders als geplant, giftig oder dreckig.


Gelb abdunkeln auf Messers Schneide


Gelb ist das Licht und wo es Licht gibt, da ist der Schatten nicht weit. Um es ganz klar zu sagen Gelb liebt den Schatten, denn erst die Dunkelheit lässt das Gelb so richtig strahlen.

Das Licht und Schattenspiel macht das Gelb erst so richtig toll.

Und jetzt kommen wir zu einer ziemlich kniffligen Frage:

Wie dunkelt man eigentlich Gelb ab? Wie mischt man dunkles Gelb?

Ist dunkles Gelb nicht wie ein bisschen schwanger? Geht das überhaupt?

Gelb ab zu dunkeln ist wirklich knifflig, denn ist das Gelb nur ein wenig feucht dann entstehen die berühmt-berüchtigten Matschfarben.

Doch bei der Frage wie man ein dunkles Gelb mischt, fällt einem meist nichts anderes ein als sich am Kopf zu kratzen, deshalb sollte man sich schon Gedanken darüber machen welche Farbtöne man im Farbkästen hat.

Ich habe 5 Gelbtöne. Ist das Luxus? Nein ich glaube nicht, denn Gelb ist eine Grundfarbe und die Investition in ein oder zwei Gelbtöne mehr ist, eine Investition in unendliche Mischfarben, die man erzeugen kann.

Zu meiner Grundausstattung gehören ein sehr kaltes Zitronengelb, das als das hellste und strahlendste Gelb wahrgenommen wird.

Die zweite Farbe, die ich benutze, ist ein sehr warmes Indisch Gelb oder Kadmium – Gelb dunkel, diese beiden Töne wirken schon dunkler als das Zitronengelb. Dann wechsele ich in die Naturtöne, lichter Ocker oder Umbra Natur sind Gelbtöne die deutlich dunkler wirken.


Lasuren


Die smarte Lösung um in Gelb Schatten zu setzen sind Lasuren. Gelb sieht neben Dunkelheit und matten Grautönen noch mal deutlich leuchtender aus.

Der wichtigste Verarbeitungshinweis ist das das Gelb absolut trocken sein muss, wenn Schatten im Bild eingefügt werden.

Besonders gut wirken leicht lila lastige Grautöne, denn ein Grau mit einem leichten Stich ins Lila enthält die Komplementärfarbe zu Gelb und macht es damit noch frischer. Schau mal wie es auf diese Methode leuchtet:

Tine klein Bern funkelt Gelb

Der Schnee schmolz in Bern, als ich ich dort war, es war herrlich warm doch die Feuchtigkeit des geschmolzenen Schnee funkelte überall auf der Stadt.

Wenn du ins Bild schaust, dann wirst du feststellen dass die Gelbtöne überall dort besonders gut leuchten wo sie mit Grautönen, Dunkelheit oder den Matsch-Farben in Berührung kommen.

Ich wünsche euch frohe Ostern und endlich mal ein bisschen Frühling, deshalb Frühjahrsputz im Farbkasten, macht die gelben Farben startklar, die Osterglocken warten.

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Eine tolle Zeit wünscht Tine aus dem Herz der Kunst

Demnächst bin ich auch mal wieder im Norden oder Zuhause mit Skizzenbuch unterwegs, ich freu mich auf Euch in Bremen und in Düsseldorf.

Düsseldorf

Bremen

Hier kann man mehr zu Licht und Schatten lesen:

Licht ist meine Lieblingsfarbe!

 

Alla prima: Malen in einem rutsch


Alla Prima


alla Prima Tine Klein

Den Ausdruck “ Alla Prima- Malerei“ hast du bestimmt schon mal gehört. Eigentlich kommt dieser Begriff aus der Öl- Malerei und heißt so viel wie sofort.

Könnte auch „Dalli Dalli“ Malerei heißen

Alla Prima heißt also nichts anderes als spontanes Skizzieren mit Öl. In der Ölmalerei ist dies absolut nicht selbstverständlich, in dieser Fachdisziplin der Malerei wird viel geplant und sehr, sehr langsam gemalt. Die Farbe muss oft extrem lange trocknen, das kann Wochen dauern. Dieses Trocknen lassen hat mich persönlich wahnsinnig gemacht, denn das Trocknen lassen bedeutete für mich, dass die Gefühle zu einem Bild ganz langsam aber sicher abkühlten.

Mein Lieblingsbild ist immer das, was ich gerade male, denn in diesem Bild stecken all meine Gefühle und es ist das, was ich gerade erlebe.

Zuerst habe ich mir selbst Vorwürfe gemacht, ich dachte ich sei sprunghaft. Doch dann fiel mir auf, dass auch die Bilder anderer Maler durch den langen Planungs- und Perfektionierungsprozess enorm an Frische verloren.


Der große Vorteil der Geschwindigkeit


Die Geschwindigkeit hat enorme Vorteile. Gerade in der Landschaftsmalerei ist nur diese Art des Malens wirklich in der Lage sofort und direkt Lichtverhältnisse darzustellen. Doch es gibt noch einen wesentlich wichtigeren Aspekt, das was der Maler fühlt, wird sofort aufs Papier gebannt.

Ohne Zensur

Tine Klein Venedig alla prima

Oft entwickeln diese Bilder, die der Geschwindigkeit geschuldet sind, eine viel größere Kraft, als Bilder in denen man immer wieder herummalt. Ich denke der wirkliche Kern der Aussage geht durch die Perfektion manchmal verloren und so kommen wir an einen Punkt, an dem die Perfektion dafür sorgt, dass die Bilder ganz und gar nicht mehr perfekt sind.

Viele kennen das vielleicht aus dem Leben, das erste Gefühl ist oft das Richtige.

Ich selbst bin als Oelmalerin von Grund auf ausgebildet und die Beobachtung dieser Freiheit und Frische hat mich zur Skizzenbuch Künstlerin werden lassen. Wirft man Perfektion gegen Gefühl in die Waagschale, so gewinnt in den allermeisten Fällen das gefühlvollere Bild.

Das alla prima malen mit Aquarellfarben ist anders als beim Öl malen keine reine Nass in Nass Technik. Es geht eher darum, spontan seine Gefühle und seine Beobachtungen auf das Blatt zu werfen.

In der Ölmalerei arbeitet man deshalb nur mit einer Schicht. Im Aquarell ist dies jedoch nicht nötig, durch die hohe Geschwindigkeit des Aquarellmalens lassen sich  in aller Kürze auch mehrere Schichten von Farbe realisieren. Hinter der Definition von alla prima verbirgt sich ein sehr großer Freiraum. Ich selbst setze mir eher ein Zeitlimit von ein paar Minuten. So garantiere ich, dads ich noch eine zweite Schicht Komplementärfarben über meine Lasur setzen kann. Dies macht die Bilder strahlender. 

Wie gesagt beim alla prima handelt es sich nicht um eine nass in nass Technik sondern vielmehr um den Vorsatz eine Szene in Licht und Gefühl frisch auf das Papier zu bannen.


Aller Anfang ist schwer -Fehler tolerieren


Alla prima bekommt man einfach sehr viel leichter einen Zugang zu sich selbst. Jedoch muss man am Anfang lernen die eigenen Fehler zu tolerieren. Kein Vorzeichen, kein Korrigieren, kein langwieriges Nachdenken….ups….

Tatsächlich ist eine lahme Skizze die vielleicht nicht absolut perfekt ist, viel besser als gar keine. Alla prima trainiert vor allen Dingen die eigene Ausdrucksfähigkeit.


Kontrollverlust


Du wirst vielleicht merken, dass dieser Kontrollverlust am Anfang höchst unangenehm ist. Im Grunde lernt man bei der alla Prima Malerei loszulassen. Fehler können nicht lange ausgebügelt werden, sondern man muss direkt Lösungen finden.

In der alla prima Malerei geht es also um reagieren nicht um kontrollieren.

Das Zeitlimit rettet letztendlich sehr viele Bilder, weil die meisten Bilder durch zu viel kaputt gehen und nicht durch zu wenig.

Gerade unterwegs und jetzt auch im Winter muss eine Skizze schnell sein. Bei diesem Wetter auf jeden Fall, denn man hält es gar nicht aus lange zu malen. Auch wenn in dieser Geschwindigkeit gerne etwas daneben geht, die Bilder die gelingen haben oftmals eine enorme Leichtigkeit. Man lernt das nicht jeder Strich sitzen musst und dass man nicht alles planen oder überarbeiten muss. Wenn man mal eine Zeit lang alla Prima Malerei gemacht hat, dann bekommt man ein sehr gutes Gefühl dafür, was ein Fehler ist und was nur eine kleine Ungenauigkeit ist.


Farben reduzieren


Bei der alla Prima Malerei wird nass in nass gearbeitet, was bedeutet, dass man sehr genau wissen muss, was man mit Farben macht. Deshalb ist es sinnvoll mit wenigen Farben zu arbeiten.

Wenn du mit wenigen Farben arbeitest, dann weißt du sehr schnell welche Mischfarben entstehen, selbst wenn du die Farbe auf dem Blatt mischt.


Ausschau nach großen Farbflächen halten


Am besten gelingt diese Technik, wenn man das Bild in große Farbflächen gliedert. In diesen Farbflächen arbeitet man am besten mit verwandten Farben. Also zum Beispiel mit rot und blau und den entstehenden Mischfarben. Dieses Vorgehen sorgt grundsätzlich für strahlende Farben und es entstehen keine unliebsamen Überraschungen.


Das Licht schützen


Du musst dich fragen, wo du auf keinen Fall drüber malen darfst, denn wenn man einmal malt, dann geht alles in Sekunden schnelle. Beim Aquarell arbeitet man beim alla prima Malen von hell nach dunkel.

Bei aller Spontanität, es ist also enorm wichtig  die Stellen, die weiß oder hell bleiben müssen im Kopf zu behalten.


Das Werkzeug


In der Regel ist es sinnvoll mit großen Pinseln zu starten, denn diese Malerei stützt sich auf die Fläche. Feinheiten kann man erst im zweiten Schritt malen, wenn die Farbe etwas an getrocknet ist, denn sonst verschmelzen alle Striche mit der Fläche.

Ich empfinde die modernen Pinsel mit Synthetik-Naturhaarimitaten für diese Technik am besten geeignet. Wenn man mit Aquarellfarbe skizziert, ist es selbstverständlich, das man keine riesigen Formate benutzt. Deshalb ist es  sinnvoll, wenn die Pinsel nicht übermäßig viel Wasser speichern, denn das verhindert ein zügiges malen.

Das Motto muss sein so viel Wasser wie nötig, nicht so viel Wasser wie möglich. Zu viel Wasser behindert das schnelle Weitermalen der Aquarellskizze und dies stände im krassen Gegensatz zum Ziel der Technik.

Eigentlich ist die einzige Herausforderung an dieser Technik, dass man lernt wie viel Wasser man benötigt. Die Wassermenge ist tatsächlich eine Trainingsfrage. Gerade jetzt im Winter darf das Papier bei einer schnellen Skizze nicht schwimmen, denn es trocknet nicht. Diese hochwertigen Synthetik-Naturhaarimitat- Pinsel haben den enormen Vorteil, dass sie nicht zu viel Wasser transportieren und gleichzeitig enorm gute Spitzen haben.

Ich selber habe zwei Lieblingspinsel: Ich liebe die Da Vinci casaneo Pinsel genauso wie den Escoda Reisepinsel. Beide Pinsel verfügen über die moderne Naturhaarimitation und haben deshalb super stabile Spitzen.

Liebe Grüße ins kalte Frühlingswochende, ich bin es leid ich brauche Sonne

Tine

Demnächst bin ich auch mal wieder im Norden oder Zuhause mit Skizzenbuch unterwegs, ich freu mich auf Euch in Bremen und in Düsseldorf.

Düsseldorf

Bremen

 

Alla prima hat viel mit vereinfachen zu tun hier mehr zum Thema:

Vereinfachen aber wie?

 

Wer bin ich?! Identität und Malen


Kunst und Identität


So hab ich meine Heimatstadt in Erinnerung, der Weg in den Westfalenpark mit Sonnenbrand, Dackel Rudi und Badetasche für uns Kinder, denn es gab Wasserfässer für Seeschlachten auf den Teichen. Das ist mein Lebensgefühl aus den 70er Jahren, doch gemalt hab ich es im letzten Sommer. Diese Art des Lebens ist ein Teil meiner Identität.

Künstler zeigen seit jeher in ihren Bildern wie sie sehen und wie sie denken. Kunst ist niemals frei von Zeitgeist.

Früher waren es oftmals Handlungsreisende und Künstler, die in ihren Skizzenbüchern oder Aufzeichnungen Ideen aus fernen Ländern mitbrachten. Was allerdings von diesen wundervollen Ideen fruchtete, das ist immer ein Mischung aus Glück und Zeitgeist.

Immer dann wenn sich eine Idee explosionsartig verbreitet, dann ist sie auf den richtigen Nährboden gefallen. Meistens ist der Grund, das sich die Zeiten, Ideen oder Lebensumstände der Menschen geändert haben und dann kam die Idee zum rechten Zeitpunkt. So eine Explosion hat in meiner Heimatstadt stattgefunden…aber dazu später.

Eine Idee muss großartig, praktisch oder hilfreich sein.

Neue Ideen verbreiten sich immer dann wie ein Lauffeuer, wenn sie genau das treffen was viele Menschen denken. Oft sind es Philosophien oder Ideen, wie die Renaissance mit ihrem großartigen Menschenbild. Kommt dann das passende Geld hinzu sind Städte wie Florenz oder Siena das Resultat.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:View_of_Florence_from_Piazzale_Michelangelo.jpg

Man kann geradezu sagen eine gute Geographie, Geld und Freigeist sind die Nährböden für großartige Kunstwerke und Städte.

File:View of Florence from Piazzale Michelangelo.jpg

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:View_of_Florence_from_Piazzale_Michelangelo.jpg

Es gibt zwei Dinge, die für den Menschen wirklich überzeugend sind, dass eine ist die Schönheit und noch viel überzeugender ist das Brot. Denn Menschen wollen leben. Die Identität wird oft durch das bestimmt was einen ernährt.

Meine Stadt Dortmund wurde von der Kohle geprägt, ganz normal war es, wenn wir nicht mit der weißen Strumpfhose auf die Mauer durften, weil dort der Kohlestaub klebte, denn die Kohle war das Brot.


Epochen, das ist doch ganz normal


Wenn man in die Vergangenheit schaut, kommt einem dies ganz normal vor, denn man selbst sieht nur noch das gute Ergebnis der Vergangenheit, dass dahinter dramatische Umbrüche steckten, das kann man in der Zukunft nicht mehr wahrnehmen. Ein Kunst- oder Baustil ist für uns etwas ganz selbstverständlich, das hat man eben so gemacht.

Ein sehr gutes Beispiel ist die Gotik, ich kenne Niemand der von der atemberaubenden Schönheit der gotischen Kathedralen nicht berührt wird.

Schönheit verbreitet sich eben, aber war das bei uns daheim eine Epoche?

Die Künstler und Handwerker trugen dieses Wissen in ihren Skizzen von Baustelle zu Baustelle und so verbreitete sich die Gotik langsam aber sicher über ganz Europa. Tatsächlich stand dahinter aber wieder der dramatische Umbruch, immer mehr Menschen flüchteten vom Land in die Städte. Wer es lebend in eine Stadt schaffte, konnte es zu etwas bringen. Das war der große Traum der Freiheit und so wurde der Adel ganz langsam entmachtet und in der Stadt brauchte man Kirchen.

Die Städte konnten Kirchen finanzieren, etwas ganz Neues. Es war der Trotz ihrer plötzlich freien Bürger, die die Kirchen in den Himmel streben ließen. Wir machen uns heute nicht klar, dass diese Jahrhundertbauwerke im Grunde alle sehr große STINKEFINGER in der Landschaft gegen den Adel sind.

An solchen wundervollen Bauten fuhren wir auf dem Weg in die Ferien an der Nordsee vorbei.

https://de.wikipedia.org/wiki/St.-Johannes-Kathedrale_(%E2%80%99s-Hertogenbosch)#/media/File:Sintjandenboschnl.jpg

Das hier ist die Kathedrale von S’Hertogen Bosch, auf dem Dach tummeln sich lauter wundervolle Gestalten, der Bau ist pures Lebensgefühl:

 

Den Bosch St. Jan's kathedraal-Cathedral - panoramio (5).jpg

https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Saint_John%27s_Cathedral,_%27s-Hertogenbosch?uselang=de#/media/File:Den_Bosch_St._Jan%27s_kathedraal-Cathedral_-_panoramio_(5).jpg

 

Nach solch prächtigen Epochen, besinnen sich die Menschen oftmals aus purer Not wieder auf die Schlichtheit. Und so wechseln die Epochen ihr Outfit wie die Unterwäsche, mal gibt es großartige bombastische Epochen wie die Renaissance oder die Gotik, dann wieder kommen Epochen deren Baustil bewusst bescheiden ist.

So ergangen ist es meiner Stadt, ehemals stolze Handelsstadt brannte sie im Krieg bis auf die Grundfesten nieder und damit brannte auch meine Familiengeschichte und unsere Häuser.

Beklagt hat sich keiner, praktisch waren alle. Es ging in meiner Jugend um Häuser bauen und  Ausflüge in den Westfalenpark mit Picknicktasche.

 


Kunst und Kultur das ist Meinung


Kunst und Kultur das sind Meinungen und Meinungen können sich schnell ändern.

Plattenbauten waren in der DDR der neueste Schrei und tatsächlich der begehrteste und modernste Wohnraum.

Gruenau-Hochhaus.jpg

https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnau_(Leipzig)#/media/File:Gruenau-Hochhaus.jpg

Ich bezweifele das diese Idee in 500 Jahren noch steht. Auch meine Heimatstadt war nicht gerade eine Schönheit, mehr zweckmässig als schön. Wir lebten dann irgendwann in einen der grünen Vororte, doch die Heimatstadt blieb Dortmund.


Zeugen epochaler Umbrüche


Wenn man selbst zum Zeuge eines epochalen Umbruchs wird, dann ist es ein durch und durch komisches Gefühl. Eine Epoche in der Vergangenheit kommt einem so normal vor, es ist doch ganz selbstverständlich das Kunst und Städtebau sich verändern.

Wenn sich die eigene Stadt umgekrempelt, wie ein Wurm zum Schmetterling, dann ist das völlig unerwartet.

Ich könnt mich in den Hintern beißen dass ich nicht viel früher begonnen habe meine Stadt zu dokumentieren.

Heute hilft mir das Skizzenbuch all diese Umbrüche zu verdauen, wenn ich in der Heimat bin, dann setze ich mich ins Auto fahren einen Ort meiner Kindheit und zeichne, wie es  jetzt da ist.

Gefühlsmässig gibt es  meine Heimatstadt nicht mehr.

Ich merke wie verwirrt die alten Leute sind, dort wo ich herkomme, da hatten wir ein Herz aus Kohle und Stahl. Aber das ist heute nicht mehr so, wir Kinder sind alle in anderen Berufen und so starb meine Welt innerhalb von ein paar Jahren. Bergbau das gibt es nicht mehr.

das Zeichnen der Umgebung von Industriebauten ist interessant, das was man für hässlich hielt fehlt einem jetzt!

Jeder Blick ist anders!

https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Westfalenpark?uselang=de#/media/File:Westfalenpark_Phoenix_West.jpg

 

Da wo ihr das Stahlwerk seht ist heute blauer Himmel, alles weg. Es steht jetzt in China.

Ist das verrückt!? Meine Stadtsilhouette steht jetzt in China!

Die Dortmunder selber haben sich sicher längst daran gewöhnt, doch ich bin verwirrt. Häufig gab es zwei Sonnenuntergänge, wenn der Hochofen geöffnet wurde, dann wurde es am späten Abend wieder taghell der Himmel glühte. Wenn der Himmel rot wurde wie der Vorhof der Hölle, dann wusste ich, ich muss die Beine in die Hand nehmen, denn jetzt muss ich ins Bett.

Das Motto der Generation meiner Eltern war:

Jetzt wird in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt!

Manchmal rieselte Asche vom Himmel und die Erde meiner Stadt war zu großen Teilen verwüstet. Doch tatsächlich merkten wir das nicht, wir spielten glücklich zwischen den Rosen. Ich kann mich an die Rosen erinnern, Rosarium nannte sich das in den 70igern Die Silhouette des Stahlwerks habe ich ausgeblendet, irgendwie unsichtbar. Aber an den Duft meiner Lieblingsrose kann ich mich erinnern.

Der zweite Sonnenuntergang, den es heute nicht mehr gibt, ist für mich so normal, dass ich den Himmel in Dortmund immer Orange malen will!

Die Kunst ist für mich ein wichtiges Mittel diese Umbrüche zu verdauen. Meine Identität wurde durch diese Stadt bestimmt. In Dortmund wurde großes geleistet und das ist gut so! Aber verwirrend ist es.

Hier seht ihr wie ein riesiger See, der Phönixsee, durch einen sauberen Fluss geflutet wird, der  war in meiner Kindheit allerdings so giftig, das wir schon Ärger bekamen wenn wir uns in die Nähe wagten, deshalb verlief er meist unterirdisch in Rohren.

 

Bildergebnis für Phönix ost Fernsehturm

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2000-2010_Dortmund_Phonix-ost.jpg

Heute ist an dieser Stelle nach dem man 250.000.000 Kubikmeter Erde bewegte, ein wunderschönes Naherholungsgebiet ein riesiger See und eine neue Stadt.

Touristen gibt es jetzt bei uns, unfassbar!

Das Blöde ist, ich verlaufe mich in meiner Geburtsstadt, die Straßen meiner Kindheit gibt es nicht mehr. Gerade deshalb ist es so wichtig, wenn wir mit unseren Skizzenbüchern unterwegs sind, dass wir einfach drauf loszeichnen. Kunst ist ein Zeitzeuge.

Da wo einmal Altlasten waren, verbrannte Erde, da ist jetzt was Zauberhaftes. Als junge Städtebauerin habe ich genau das vehement gefordert, wir wollten den Umbruch zum Schmetterling!

Super gemacht, aber jetzt muss ich es verdauen….. Womit mal wieder bewiesen wäre, Kunst ist mehr als malen…. Zum Thema Identität: Wir sind heute Jemand anders und deshalb ist unsere Stadt Jemand anders. Irgendwie erschreckend schön, mein Stift wird unsere neue Identität erforschen.

Liebe Grüße aus Zürich ins Heimatland

Tine Klein

Demnächst bin ich auch mal wieder im Norden oder Zuhause mit Skizzenbuch unterwegs, ich freu mich auf Euch in Bremen und in Düsseldorf.

Düsseldorf

Bremen

 

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Schön, was ist schon schön?

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Weiß das Nichts, das nicht ein Nichts sein darf

 

 


Weiß macht einen riesigen Unterschied


Nahe Castel Novo in den italienischen Bergen

Hallo liebe Leser und Schüler, heute möchte ich über einen klassischen Workshop-leitersatz sprechen, der immer mal wieder mit 85 Dezibel im Befehlston durch den Raum fliegt:

Stooooooopppp!!! Aufhören!!! Nicht alles zumalen!

Wenn dieser Satz fliegt, dann haben Mallehrer nicht ihre dominanten Neigungen entdeckt, sondern sie versuchen das Bild des Schülers zu retten.


Was soll das eigentlich heißen: Mal nicht das Bild zu?


Bilder werden zauberhaft, eindrucksvoll und räumlich, wenn sie Licht und Schatten enthalten. Immer dann, wenn sie mindestens 3 Stufen des Lichts, also hell, mittel und dunkel haben, werden die Bilder interessant und abwechslungsreich.

Jetzt passiert gleich in der ersten Phase des Malens  folgendes:
Die Helligkeit und das Licht sehen aus wie ein Loch.

Das Loch scheint nicht richtig zu sein und es entsteht ein regelrechter Drang all diese Löcher zu schließen

Deshalb überpinseln viele unerfahrenen Maler das gesamte Licht.
Die Folge ist, dass das Bild ohne Einsatz von weißer Farbe gar nicht mehr gut werden kann. Schade den gerade das Papierweiss ist leuchtend und passt sich am besten in das Bild ein.

Weiße Löcher ziehen den Pinsel an wie schwarze Löcher.

Möchtest Du also ein gutes Bild? Es bleibt Dir nicht anderes übrig als das Weiß zu schützen.


Das Weiß retten… aber wo?


Die Tatsache das ein strahlend weißer Fleck im Bild erst einmal blöd aussieht bleibt.

Viele Schüler hadern noch kurz vor dem Schluss mit diesen harten weißen Flecken und ruinieren erst dann das Bild

Der weiße Fleck ist so unangenehm, weil er ein Nichts ist.

Tatsächlich ist es auch so, dass nicht jeder weißer Fleck gut ist. Es gibt auch die störenden weißen Flecken, die tatsächlich das nichts sind und diese bleiben unangenehm für das Auge. Bleibt die Frage: Was muss weiß bleiben und welches Nichts muss weg.


Das Nichts gestalten!


In dieser Phase des skizzieren mit Aquarellfarbe ist das Bild weder Fisch noch Fleisch.


Weiße, ausgefranste Katen ziehen unangenehme Aufmerksamkeit


Bei der Nummer 1 habe ich mal mit weißem Stift hereingekritzelt, was ich bei meinen Schülern ganz oft finde. Die Schüler haben Angst dass die Farben ineinander laufen, deshalb entstehen zwischen zwei Motivteilen ungewollte und unregelmäßige weiße Flächen. Diese krakeligen weißen Linien sind ungenutztes Papier, weil man etwas Sicherheit braucht, damit die Farbe nicht ineinander läuft.

Ausgefranste Flächen bringen Unruhe und sind nur dort gut wo sie einen Sinn haben.

Diese weißen Flächen sind schlicht einem Verarbeitungsfehler geschuldet, wer mit Komplementärfarben arbeitet, muss die Farben bevor er weiter arbeitet trocknen lassen, sonst vergraut das Bild. Eine gezackte weiße Linie mitten im Bild ist keine Lösung. Die beste Lösung ist das Bild einfach ein 2 Minuten trocknen zu lassen und dann weiterzuarbeiten.

Solche unsinnigen weißen Krakel-Linien müssen weg, denn sie haben nichts mit dem Bild zu tun.

Hier gilt es Ungewollte Augenmagnete zu beseitigen.


 

Weiss braucht Struktur


Nummer 2 ist das gute Weiß, was wir auf jeden Fall stützen müssen. Dieses Weiß hat im Bild seinen Sinn, denn es zeigt die Flächen die das Licht reflektieren.

Malst du das zu, geht das Licht aus!

Leider sieht man dieses Phänomen in dieser Phase des Bildes überhaupt nicht und deshalb möchte man diese Flächen magisch zu malen, dabei fehlen aber nur ein paar Strukturen und schon erkennt das Auge was diese leere, vielleicht weiße Fläche ist.

Ein häufiger Fall sind weiße Hauswände, die sind für das Auge überhaupt nicht erkenntlich, wenn sie ausfransen. Der Übergang zwischen technischer und natürlicher Umwelt muss klar und deutlich herausgearbeitet werden.

Eine sehr einfache Möglichkeit bietet in der Skizze die sogenannte Negativmalerei, man geht mit einer Farbe bis an die Kante zum Weiß heran und beseitigt das Ausgefranste.
Selbst wenn die Hauswand eine deutlich erkennbare Form hat, ist es manchmal sehr sinnvoll das optische Bröckeln zu beseitigen, denn das bringt Ruhe ins Bild. Klare Kanten heißt aber nicht, das man das Licht übermalen darf.

Da fehlt noch was! und dieser Impuls lässt uns zum Pinsel greifen:   Aber  tatsächlich fehlt nur noch die Prise Salz!

In der unangenehm großen weißen Fläche fehlten nur ein paar Fenster. Jetzt sieht man ganz genau was der weiße Fleck ist.

Es gilt die Devise: Finger weg! Lieber zuviel weiß als zu wenig.

Malt man alle Häuser in der gleichen Farbe entsteht eine monotone Steinwüste.


Vordergrund macht Bild gesund


Vielleicht ist dir aufgefallen, dass sich auch der Vordergrund stark verändert hat. Der Vordergrund eines Bildes hat oft das gleiche Problem wie die weißen Flächen. Das Gefühl das es zu weiß ist und dass es einfach noch zu leer ist, führt dazu das unnötig mit Farbe übermalt wird. Es entstehen einfarbige, große Flächen, die ausschauen wie Landebahnen.

Diese großen und leeren Farbflächen dominieren oft das gesamte Bild.

Häufiger fehlen nur ganz kleine Hinweise mit dem Pinsel.

Eine Andeutung was denn da ist, das Auge will geleitet werden. Schon ein paar Grashalme machen klar, hier ist etwas. Wenn man die Helligkeit und das Licht eines Bildes erhalten möchte, sind Strukturen im Vordergrund die weit bessere Lösung als eine flächige dunkle Farbe.


Struktur verleiht Identität


Tatsächlich wirken die weißen Löcher gar nicht mehr so  krass, wenn man ihnen keine Form verleiht.

Die beste Lösung ist, dass man sich fragt:“ Was soll ich hier eigentlich sehen?“
Mann muss dem Auge zumindest einen Anhaltspunkt geben, was es sehen soll. Undefinierte Flächen könne ganz wundervoll durch kleine Strukturen definiert werden, z.B. Mauersteine und Schatten. Diese Informationen über die Oberfläche machen nicht nur aus den weißen Flächen einen Gegenstand.

Fazit: Langsam herantasten ist eine viel bessere Lösung als grobes zumalen. Einfach mal im Kopf behalten, dass man beim Malen die Möglichkeit hat ein Bild in mehreren Schichten zu malen.

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Wenn es doch mal passiert: Abdecken mit Acrylmarkern.

 

 

 

Spontan Zeichnen und unsere Vorbilder

Spontan Zeichnen – Was ist gute Malerei?


Spontan Zeichnen wird sehr bewundert, auf dem Weg dahin stehen uns allerdings oft klassische Kunstbegriffe im Weg. In der Malerei oder beim Zeichnen geht es darum Gefühle zu transportieren, das vergessen wir aber allzu oft. Wenn wir Ansprüche an uns selber stellen, sind wir oft allzu hochtrabend.Wenn Schüler in meinem Atelier ankommen und ich frage, wie sie denn mal malen wollen, dann erzählen Sie mir ganz oft von klassischen Meisterwerken. Die sixtinische Kapelle, der nackte David oder ganz bemerkenswerte Bilder prominenter Maler. 

Michelangelo [Public domain], via Wikimedia Commons

An diesen Wünschen ist prinzipiell nichts auszusetzen, doch insgesamt ist es bei uns Menschen so:

Nichts ist gewöhnlicher, als der Wunsch bemerkenswert zu sein. (Shakespeare)

Bei diesen hochtrabenden Ansprüchen vergessen wir allzu oft, dass es sehr oft das Einfache und Alltägliche ist was bewegt.

Viele meiner Schüler sind sehr enttäuscht, wenn sie solche Motive malen, das Ergebnis ist mitunter durchaus toll, aber die Motive frustrieren, weil sie zu immer mehr Perfektion aufrufen und selbst kleinste Fehler auffallen. Dabei sind selbst tolle Ergebnisse oft sehr steif, sie gehen nicht ans Herz, denn das was man als gute Kunst versteht, kommt aus der Renaissance und der Lebensalltag der Renaissance hat einfach nichts mehr mit unserem heutigen Lebensalltag zu tun. Und es bliebe noch die Frage, wie viel Aufsehen so ein nackter David an einer Straßenecke in Florenz in der Renaissance hervorgerufen hätte.


Perfektion geht nicht ans Herz


Wir vergessen bei der kühlen Schönheit des David, dass die kleinen alltäglichen Dinge, die wir für ganz selbstverständlich halten, oft viel tiefer beeindrucken und ans Herz gehen.

Solche monumentalen Werke, wie von Michelangelo, haben natürlich Generationen von Malern und Bildhauern geprägt und sind tief in unseren Werten über Kunst verankert.

In unserem Kopf ist die Bewertung gleich klar: “ Klar, es ist ein Michelangelo, das muss große Kunst sein!“

Der Umkehrschluss, dass wir jetzt alle wie Michelangelo malen müssen um kleine Kunstwerke zu erzeugen, ist jedoch falsch.

Sind wir denn verrückt geworden?  Wieso glauben wir, dass die  Darstellung alter Meister so unglaublich viel besser ist als das, was wir im Alltag tun können?

Vittoria Colonna. Ritratto di Michelangelo. ~1550: British Museum, London gemeinfrei

Michelangelo eine Zeichnung 500 Jahre alt

Die Erkenntnis, dass so große Ikonen wie Michelangelo beim spontanen Zeichnen nicht viel besser sind als wir, hat doch etwas beruhigendes. Wenn man sich diese Skizze von Michelangelo anschaut, dann sieht man dass sie genau auf dem Niveau ist, welches viele Künstler heute in sozialen Netzwerken posten. Da halten wir doch mit unserem Schulfüllhalter mit! Im Facebook oder im Flickr würde heutzutage niemand bei dieser Zeichnung Hurra schreien, diese Zeichnung von Michelangelo wäre schlicht und einfach eine unter vielen.

Ich finde, wir sollten nicht auf die Knie fallen und uns demütig vor Kunstbegriffen beugen, die nichts mit unserem Alltag zu tun haben.  Der Kopf ist viel freier, wenn man ihn nicht mit den Meinungen toter Menschen voll stopft.

Wir haben heute selber Geschichten zu erzählen.

Nicht dass ich Michelangelo nicht toll finde, ganz im Gegenteil, aber ich finde ob man nun gern klassisch malt oder modern oder abstrakt, wichtig ist, dass wir unsere eigenen Darstellungsformen im Alltag finden können.

Wenn du anfängst mit dem spontan Zeichnen, dann solltest du nicht immer ängstlich fragen: Oh Gott, sieht es aus wie ein alter Meister?


Alltägliche Schönheit in eigener Kunstformen finden


Man muss kein neuer Michelangelo sein um kleine Schönheiten zu erstellen, durch ganz kleine und alltägliche Grafiken und schlichte Kritzeleien kann man Herzen bewegen, dieser Zusammenhang macht es einem sehr leicht.


 

Der kleine Michelangelo im Alltag


Ich habe ein echtes Problem, den ganzen Tag bringe ich Menschen das Zeichnen und Malen bei und das liebe ich. Für mich ist das kein Beruf, sondern eine Berufung! Wenn die anderen Sorgen und Nöte beim Zeichnen und Malen haben, dann muss ich da sein, weiterhelfen und in den Arm nehmen.

Damit ich selbst das Glück des spontan Zeichnens im Alltag nicht vergesse, mache ich Zeichnungen auf Bierdeckeln, kleine schnelle Beobachtungen.

Vor ca. sechs Jahren begann ich intensiv zu Zeichnen, ich habe vorher gemalt, aber das Zeichnen fiel mir schwer. Mein Ziel war es bessere Vorzeichnungen für meine Ölmalerei zu machen. Zuerst hatte ich den Gedanken ganz klassisch zu zeichnen.

 

Tine Klein Portrait von Pierre Bonnard

Im Laufe der Zeit ist aber aus diesen kleinen Zeichnungen etwas Rasanteres geworden. Ich habe meine eigenen Ansprüche ans Zeichnen überdacht, spontanes Zeichnen ist mir immer wichtiger geworden. Ich male, wie andere ihre Handykamera benutzen und empfinde es als Riesenglück. Diese Art des Zeichnen machte mich schnell gut, der Stift wurde zu meiner Sprache. Damit meine ich nicht so kleine Portraits, die ich auch mal gerne von alten Fotos abmale,  nein ich liebe die spontanen Zeichnungen.

Spontan zeichnen das ist wie eine Safari, auf der Jagt nach Gefühlen.

Es gibt jeden Tag Unglaubliches zu beobachten, zum Beispiel: Der erste Zahn ist weg:

 

Spontan zeichnen-Tine Klein-Skizze auf Bierdeckeln

Natürlich ist das kein Michelangelo, aber es macht doch Spaß. Schön dass ich mich an diesem Moment immer mal wieder erinnern darf.

Der Alltag hat viel zu bieten, witzige und skurrile Momente über die man lachen musste, aber wenn man sie nicht malt vergisst man sie, diese großartigen Momente sind einfach viel zu schade um sie zu vergessen.

Für mich ist Malen auch Nachdenken, deswegen male ich auch Momente, die ich eigentlich lieber sofort vergessen möchte:

Spontan zeichnen-Tine Klein-Skizze auf Bierdeckeln

Pubertät es etwas idiotisches, leider ist sie sehr wichtig für den Menschen, nichts desto trotz hat sie schon so manch einen in den Wahnsinn getrieben.

Gerade wenn ich über Trauriges nachdenken muss, sind meine Stifte oft sehr hilfreich. Ich kann mit meinem Stift Gefühl viel eher auf einen Punkt bringen. Oft sind mir die traurigen Bilder, die nie gezeigt werden, die Nächsten.

Spontan zeichnen-Tine Klein-Skizze auf Bierdeckeln

Das Weinen, wie das Lachen, banne ich auf Bierdeckel, all die Dinge eines gefüllten Leben.

Spontan zeichnen-Tine Klein-Skizze auf Bierdeckeln

Auch wenn man vielleicht nicht bei jeder Zeichnung das Gefühl hat, dass man auf die Meisterschaft zustrebt. Und gerade wie bei diesen Bildern, die schon etwas älter sind, denke ich oft, „Oh Gott, oh Gott,  würde ich heute anders machen“, das Gefühl steckt ihn ihnen und damit sind sie wertvoll.

Spontan zeichnen-Tine Klein-Skizze auf Bierdeckeln

Spontan Zeichnen, das heißt Dinge festhalten, die sonst sehr schwer greifbar wären. Alltägliche Beobachtungen sind die interessantesten Motive, denn in ihnen steckt die Wahrheit.

Auf diese Art und Weise entstehen ganz besondere Fotoalben. Ich male mein Leben, gemalte Fotoalben mit Lachen und Weinen und  tollen Erlebnissen. Diese Art und Weise des Zeichnen hat mich persönlich ganz langsam gut gemacht.

Keine großen Oelschinken, keine Michelangelos, mein Leben und mein Stift wir sind Eins.

Material: Bierdeckel und wasserfeste Tinte und Bleistift

Liebe Grüße

Tine

Schaut mal in dem Artikel kann man auch mal ein Urban Sketching von Michelangelo sehen:

www.geo.de/magazine/geo-epoche-edition/1068-rtkl-portfolio-michelangelo-buonarroti

Wenn ihr noch ein bisschen weiter lesen wollt, es gibt noch einen Artikel zu spontaner Motivauswahl.

Hier weiter im Blog

 

 

 

Verfluchter Fluchtpunkt!

Hast du Probleme mit den Fluchtpunkt beim Zeichnen? Na, dann bist du in bester Gesellschaft!

Von einer Freihand gezeichneten Perspektive träumen viele, aber es scheint unerreichbar. Es ist jedoch nicht schwer, wenn man die ganze komplizierte Materie auf drei kleine Sachverhalte zusammen schrumpft.


Die merkwürdigen Effekte der Perspektive


Letzte Woche waren wir mit Freunden spazieren, mein Mann ärgert die Kinder damit, dass er behauptete man würde regelmäßig den Zürichsee ablassen, um ihn zu reinigen wie die Badewanne.

Wir liefen ganz langsam den Berg hinab zum Zürichsee und mein Mann behauptete, man könnte heute ja deutlich sehen, dass sie den Zürichsee auslassen würden, er verstehe nur nicht warum sie das am Wochenende machen würden, denn den ganzen Zürichsee zu schrubben sei ja eine Menge Arbeit.

Tatsächlich waren die Kinder total verblüfft, denn je mehr wir den Berg hinab liefen, desto tiefer sank der Wasserspiegel. Nach kurzer Zeit fragte der erste Erwachsene ob der Zürichsee ein Stauwehr habe? Ich musste mich innerlich vor Lachen krümmen, denn das ist Perspektive.

Weißt du woran dieser Effekt liegt?

Wenn nicht, dann wird es jetzt Zeit! Denn der verblüffende Effekt mit dem Wasserspiegel, hilft sehr beim Zeichnen.


Augenhöhe und Fluchtpunkt, wie mein Einfaches absolut komplizieren kann


Wenn ich Fachbücher über Perspektiven lese, weiß ich leider nicht, ob ich lachen oder weinen soll, hier versuchen Menschen anderen Menschen Perspektive zu erklären, die diese offensichtlich nicht verstanden haben.

Es wäre zum brüllen komisch, wenn es nicht so traurig wäre.

Solche Fachbücher fangen bei Perspektive häufig so an:

„Gerade Linien die im Orginal parallel zueinander laufen, treffen sich in einem gemeinsamen Fluchtpunkt. (Ähhm, ich dachte parallele Linien treffen sich nicht?) Blickst Du direkt von vorne auf das Objekt, benötigst Du einen Fluchtpunkt, der genau in der Mitte liegt. ( Bla,bla bla, was heisst hier benötigt, es gibt einfach einen Fluchtpunkt). Blickst Du seitlich auf das Objekt, benötigst Du zwei Fluchtpunkte, die links und rechts des Objekts liegen. (Oh ha ! Schnelldenker!). Auch senkrechte Linien treffen sich in einem Fluchtpunkt, der aber meist weit außerhalb des Bildes liegt und nicht auf der Horizontlinie, sondern auf einer senkrechten Linie liegt. (Ja ich malte mir als Anfängerin immer den Fluchtpunkt auf die Uni-Tische, verratet es aber nicht weiter. Ist wie bei Murphy´s Law mit dem Butterbrot, Fluchtpunkt liegt gefühlt 2 Meter weiter). Die Horizontlinie zeigt an, ob der Betrachter von unten, von vorne oder von oben auf das Objekt sieht. (Komplizierter konntest du es nicht ausdrücken?) Die Fluchtpunkte der waagerechten Linien liegen alle auf der Horizontlinie. (Aber sicher, und jetzt hast du immer noch nicht gesagt warum!)“

Aus einen Blog zum Thema kopiert, den ich nun aus Respekt nicht nennen möchte

Erst Fachtexte sorgen dafür, dass man meint der Wortstamm von Fluchtpunkt kommt von fluchen!

Bla,bla,bla,blahhhhhhhh und dann folgen 1000 unnütze Schaubilder die so kompliziert sind das man Augenkrebs bekommt!

Falls dein Kopf vor Müdigkeit, beim dritten Satz auf den Tisch geknallt ist, dann hast du ganz normale Reflexe!

Das ist nicht nur zum Gähnen langweilig, so kann man einfach keine Perspektive erklären! Was viele Autoren gerne Horizontlinie nennen, ist schlicht und einfach die Höhe deiner Augen.


Perspektive ist dein Sehfehler


 

Wenn es um Sehen geht, bist Du das Zentrum der Welt!

Du brauchst also gar nicht lange suchen, wo die Horizontlinie ist, sie ist genau auf der Höhe deiner Augen und bei einem Foto ist sie genau auf der der Kameralinse. Und genau da sind alle Fluchtpunkt. Hier steht die Kamera auf dem Balkon.

Augenhöhe ist die Horizontlinie

Das alles in der Entfernung kleiner wird ist leider ein Sehfehler unserer Augen! Also findet sich der Fluchtpunkt als Summe unseres Sehfehler genau auf unserer Augenhöhe und das nennen die Vollpfosten in Fachbüchern hochtrabend Horizontlinie.

Die Kameralinse steht hier auf der Balkonbrüstung und magischerweise verschiebt sich der Horizont auf genau diese Höhe. Das ist der Grund warum mein Liebster den Kindern auch ganz glaubhaft versichern kann, der Wasserstand im See würde sinken, wenn wir den Berg herunter laufen. Denn die Horizontlinie ist unsere Augenhöhe und sind wir tiefer am Berg, dann schaut es so aus als hätte der See  weniger Wasser!

Es ist doch logisch, du siehst mit deinen Augen und deine Augen sind  das Zentrum des Bildes.

Auch wenn Perspektive uns oft fühlen lässt als sein wir totale Deppen, es ist ganz einfach.

Wenn du mal verwirrt bist hältst du dich an diesen 3 simplen Leitsätze.

  • Über meinen Augen fällt es in der Entfernung
  • Unter all meinen Augen steigt es in der Entfernung
  • Auf der Höhe meine Augen ist alles gerade, da tut sich gar nichts und dort bilden sich die Fluchtpunkte.

Tomaten auf den Augen!  Nein, du bist nicht völlig verblödet, wenn du es nicht siehst, denn das ist ganz normal!

Anders als auf dem Foto, wenn alles auch noch mit deutlich sichtbaren Linien markiert ist, ist es im Alltag total schwer zu sehen ob eine Linie fällt oder steigt.

Dann erinnere dich bitte an das Schaubild oben, alles über deinen Augen sinkt und alles unter deinen Augen steigt.


Man muss sich sichtbar machen!


Wenn du es nicht sehen kannst dann mach es dir einfach mit dem Stift sichtbar, das funktioniert so:

http://blog.herz-der-kunst.ch/alles-eine-frage-der-perspektive/

Ohne den Stift hättest du nicht sehen können, das das Dach leicht abfällt.

Schau mal hier man sieht es einfach nicht!

Fluchtpunkt und Perspektive sieht man nicht, Tine Klein

So schön ist es bei uns, liebe Grüße an den Künstlerverein in Bremgarten AG

Schau mal so würde es ohne Stift aussehen. Würdest du bei dem Dach mit dem Pfeil sehen, dass die Linie fällt?

Nö?, Na dann ist alles OK du siehst Normal!

 

Also schnapp Dir einen Stift und mach Dir die Perspektive sichtbar. Falls du die verfluchten Fluchtpunkte suchst, sie sind auf Höhe der Uferpromenade, ich stehe tiefer als die Brücke.

Freihandzeichnen Tipp:

Mach dir klar wo die Augenlinie steckt. Am besten im Bild markieren, alles drüber fällt in der Entfernung, alles drunter steigt in der Entfernung.

Bei meinem Bild vom Zürichsee ganz oben, brauchte ich  keine Perspektive zeichnen, weil mein Kopf genau auf einem dieser der Dächer ist. Dadurch fluchtet nichts, das macht das Zeichnen luxuriös einfach!

Merke je genauer du bist, desto genauer wird das Sehen des Betrachters!

Schönes Wochenende wünscht die Tine.

Mehr Info´s zum Thema: Perspektive

(P.S.: Das Bild oben ist „Two in One“. Zwei meiner Lieblingsplätze in meinem Skizzenbuch war noch eine alte Skizze von Bora Cay, Schiffe vor der Insel in der Abenddämmerung. Die sind doch nie fertig geworden, darauf habe ich den Bauernhof mit Hühnerstall über dem Zürichsee gemalt, an der Straße ist eine Bank, dort halte ich gern abends um den Sonnenuntergang am Zürichsee zu bewundern. Die Stelle liegt sehr hoch über dem Zürichsee, durch die großen Schiffe wirkt das Wasser jedoch ganz nah.)

 

 

 

 

 

Materialliste, was brauche ich bei Tine!

Danke schön für die vielen Anmeldungen!


Aus einem Kurs wurden aufgrund der vielen Anmeldungen 3, vielen lieben Dank dafür!

Wer bei uns am Zürichsee ist, darf deshalb gerne schnuppern kommen, ebenfalls die Schüler noch eine Freikarte für den Spaziergang mit Stift haben.

Am Samstag Nachmittag ab 16 Uhr findet sich nach Voranmeldung bestimmt ein Platz.


Kein Kaufrausch


Generell geht es in Tine´s Kursen herzlich wenig um Material, denn das Wissen ist wichtig, Das Material ist Mittel zum Zweck. Euer eigenes Lieblingsmaterial, ist im Kurs herzlich willkommen. Es geht darum, dass ihr euch wohl fühlt.


Materialliste


 

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

 

  • Aquarellkasten alle Grundfarben in kalt und warm sollten vorhanden sein. Hast du keinen Kasten bekommst du Notfalls einen Leihkasten und eine Einkaufsberatung.
  • § Pinsel,bitte nicht zu klein, oben ein Rundpinsel wie der oben mit guter Spitze reicht, Wassertankpinsel sind auch OK, so winzige wie der blaue Pinsel oben bitte nicht! Wenn ihr ihn habt ein eckiger flacher Syntetikpinsel ca. Daumenbreit.
  • Falls vorhanden Buntstifte oder Aquarellstifte zum aufhübschen von blassen Farben (nur 2-3 in leuchtenden Farben)
  •  Aquarellblock oder Multimediapapier min 185gr§ Steckt auch sehr preiswertes Papier ein, Für Experimente ist es sehr ratsam, nicht immer auf edlem Papier zu zeichnen.
  •  Ein weißer Gelstift von Signo  ist sehr hilfreich aber kein muss
  • Weicher Bleistifte, Radiergummi und ein Spitzer sind natürlich auch immer gut
  •  Ein Lappen Oder Papiertaschentücher
  •  Mein Herz schlägt für den für die Füllhalter. Preiswert und super gut ist der Lamy Safari (siehe oben) , den gibt es überall. Der Füllhalter und eine schöne Tintenfarbe wirken Wunder in jedem Skizzenbuch. Alternativ könnt ihr auch mit Feinlinern arbeiten zum Beispiel von Stabilo oder Copic.

 

Summery


Farbkasten, Stift, Bleistift und Aquarellpapier und preiswertes Suddelpapier

Tipp: nicht in einen Kaufrausch ausbrechen ihr dürft im Kurs auch Material ausprobieren. Nach dem Kurs kaufen ist oft sinniger, denn Materialkunde gehört dazu.

Kuss und Gruß Das wird eine super Zeit! Und ich freu mich total auf Euch

Tine

wer mit machen möchte darf sich gerne in den Verteiler eintragen:

Bitte schreibt mir ob ihr aus der Schweiz oder aus anderen Ländern kommt;) es gibt unterschiedliche Verteiler.

Verteiler