Pinsel, Souveränität und Alter

Das habe ich mir anders vorgestellt!

Tine Klein blaue Hütte auf Langkawi Malaysia Bon Ton Temple Tree Aquarellskizze mit Reisepinsel

Mit 15 habe ich mir das Altern folgendermaßen vorgestellt: Mit spätestens 35 ist man hässlich, alt und ignorant und alle müssen tun was man will! Ständig zwingen mich meine Eltern zu tun, was ich nicht will! Das habe ich mit 16 gedacht und ich wollte natürlich zu den Coolen gehören die im Alter unendlich schlau, seriös, würdevoll und wahnsinnig souverän sind.

Jawohl! Ich würde natürlich zur zweiten Gruppe gehören, aber bis dahin war ja noch 1 Million Jahre Zeit. Dummerweise bin ich über diesen Zeitraum irgendwie in Lichtgeschwindigkeit hinausgeschossen.

Pinsel und das Alter haben eins gemeinsam, hier ist absolut nichts so ist, wie ich mir das vorgestellt habe und Keiner tut was ich will!

(Für Kai genervt nach dem Pinselkauf)

Keiner tut was ich will!

Ich dachte zum Beispiel mit spätestens 40 bin ich total souverän. Natürlich bin ich souverän! Ich kann ganz souverän mit meinen Oberarmen winken. Das ist aber ganz und gar nicht das, was ich mir vorgestellt habe.

Und was ist mit: Jeder muss tun was ich will?

Hier tut keiner was ich will, nicht meine Waage, nicht mein Spiegelbild und auch nicht meine Pinsel.

Das Leben und Pinsel kaufen ist die pure Anarchie.

Ich habe immer gedacht, wenn ich erst mal genug Geld habe um mir coole Pinsel zu kaufen, dann tun die auch was ich will. Blöderweise sieht es mit meinem Leben und den Pinseln total anders aus. Es ist nicht so, das du dir den asiatischen Traumpinsel kaufst und der ist mega! Oft ist das was cool ausschaut beim Malen nur die halbe Freude. Die unscheinbaren vor der Kiste machen die Kunst.

Es ist eher wie Montagmittag, du guckst in den Kühlschrank und denkst:

“Ach du Sch…., wie ist denn das da alles da reingekommen und was kann ich aus dem Chaos kochen (malen).“

Das was ich mir vorgestellt habe, dass was ich bekommen habe und dass was ich will, sind drei völlig unterschiedliche Sachen.

Denn tatsächlich läuft es meistens völlig anders, z.B.: Ich kaufe einen Pinsel, denke dass sie ist die neueste Version des synthetischen Marderhaars und ich bin total entzückt. Während ich nach Hause laufe, habe ich das Gefühl, ich trage den besten Pinsel der Welt nach Hause. Synthethisches Maaderhaar! Und dafür musste noch nicht mal einem niedlichen, kleinen, armen und pelzigen Kuscheltier ein Haar aus seinem Hinterteil gerissen werden. Ich strahle, ach die Welt es großartig!

Der anarchische Pinsel und seine grausamen Angewohnheiten

Dann komme ich zu Hause an, stelle fest dass dieser blöde Pinsel überhaupt nicht das ist, was ich mir vorgestellt habe. Natürlich kann der nicht gegen meine Pinselsammlung anstinken, denn siehe oben, Eva ist eine Sünderin und die hat ein paar Pinselchen. Der Pinsel ist nicht weich und unendlich saugfähig.

Aber halt stop, das Ding hat eine unzerstörbare Spitze, großartig!

Das ist, als wenn man ein Schweden heiratet, und schokoladenbraune Babys bekommt.

Du kannst dich jetzt auf den Fußboden werfen und schreien, oder feststellen, dass die himmlische Macht mal wieder gnädig mit dir war und dir nicht das gegeben hat, was du willst, sondern das, was du brauchst.

Pinsel, die anders waren als gedacht

Ich möchte euch nun zwei Pinsel vorstellen, die völlig anders waren als gedacht. Ihr seht sie oben unter der Schachtel.

Dumm gelaufen und Glück gehabt in diese Gruppe fallen die folgenden Pinsel

Escoda Reisepinsel

Der erste Pinsel ist der Escoda Synthetic Sabel Reisepinsel. Er wurde in diversen Foren sehr kontrovers diskutiert. Genau den Pinsel hat Kai gekauft und fand ihn zum würgen…

Die Zusammenfassung: Die ein Lieben ihn, die anderen hassen ihn.

Ich mag den Pinsel, obwohl er absolut nicht das tut, was ich mir vorgestellt habe. Ein ruhiges Verteilen von Farbe ist mit diesem Pinsel einfach nicht möglich.

Seine Stärke ist eine unzerstörbare Spitze und er ist absolut reisetauglich.

Ich benutze ihn ein bisschen wie einen Stift. Er gibt Wasser eher wie ein Stift ab, ich stelle mit ihm viele kleine unruhige Strukturen her:

Tutorial Tine Klein blaue Hütte auf Langkawi Malaysia Bon Ton Temple Tree Aquarellskizze mit Reisepinsel

Von kleinen feinen Strukturen, wie bei den Blumen neben dem blauen Haus oder den Blättern des Ingwers hinter dem Zaun,  der Pinsel malt entweder sehr sehr fein oder auch mal mit dickem Strich. Für Flächen ist dieser Pinsel überhaupt nicht geeignet. Dafür hatte ich ihn eigentlich gekauft. Das Wort Marderhaar hatte bei mir die Vorstellung von einem Pinsel geprägt mit dem man gut lasieren kann.

Pustekuchen, trotzdem bin ich mit im glücklich, wegen der großartigen, stabilen, und trotzdem flexiblen Spitze

Das ist jedoch durchaus wundervoll, denn man kann mit diesem Pinsel großartige Bilder machen. Ich warte noch auf genau die gleiche Erleuchtung, was ich mit meinen Augenringen tun könnte, es wäre doch großartig, wenn ich die am Finger tragen könnte.

So sieht es dann mit dem kleinen Strukturen des Escodas aus:

 

Mein heiß geliebter Flächenkünstler : Da Vinci Cosmotop

Eine Liebesehe mit dem Blödian

Ein anderes Beispiel für einen solchen Pinsel ist der große Flachpinsel Cosmotop von Da Vinci. Diesen Pinsel habe ich geschenkt bekommen und dachte:

Na, der ist ja voll idiotisch!

Wer schenkt denn einer Skizzenbuchkünstlerin mit klitzekleinen Motiven einen Pinsel der Größe Anstreicherpinsel?

Der vermeindliche Anstreicherpinsel entpuppte sich in meinen Händen als künstlerisches Feinwerkzeug.

Tutorial Tine Klein blaue Hütte auf Langkawi Malaysia Bon Ton Temple Tree Aquarellskizze mit Reisepinsel

Dieser Pinsel ist großartig wenn es um rhythmische Strukturen geht, die Palmblätter oben rechts sind mit diesem breiten Anstreicherpinsel getupft, genauso wie der Zaun oder die Brettstrukturen auf dem hellblauen Haus.

Die Stärke dieses Pinsel liegt in der Fläche und in der absolut  feinen Pinselspitze.

Ja, Pinselspitze, natürlich ist es ein Flachpinsel, aber dadurch dass der Flachpinsel vorne auf der Längsseite so gebunden ist, dass die Haare fast wie eine bei einem Messer zusammenlaufen, kann man ganz feine Strukturen erzeugen. Mit anderen Flachpinseln geht es übrigens nicht so gut, es funktioniert bei mir nur mit diesem roten Pinsel von Da Vinci am besten. Eben weil genau dieser Pinsel ein bisschen ist wie ein Messer.

Zur Hochform läuft dieser Pinsel auf, wenn er das tut was man eigentlich mit einem Marderhaarpinsel tun würde, grosse Flächen lasieren. Er lässt der Farbe die Freiheit einfach auf einem großen ruhigen Wasserbett zu verlaufen.

Das gibt Bildern eine einzigartige und sehr klare Schönheit.

Der Witz ist, das man, wenn man mit dem dicken Pinsel arbeitet, extrem schnell und fokussiert ist, solche Skizzen entstehen in wenigen Minuten:

Tine Klein blaue Hütte auf Langkawi Malaysia Bon Ton Temple Tree Aquarellskizze mit Flachpinsel

80 Prozent des Bildes sind mit dem breiten Flachpinsel von Da Vinci gemalt.  So breit wie ein Drittel des Bildes. Die sehr feinen roten Striche und auch sehr feinen anderen Strukturen wurden wiederum mit dem Escoda, den ich eigentlich für dich Flächen gekauft hatte, eingefügt.

Pinsel lernt man mit der Erfahrung zu schätzen

Kein Mensch würde denken dass dieser Flachpinsel ein großartiger Reisepinsel ist, aber das ist er, denn er ist so kurz, dass man ihn einfach bei den Stiften verstauen kann.

Seither hab ich viel mit den Flachpinseln experimentiert. Zuerst habe ich sie gehasst, bin dann aber bei dem Roten hängen geblieben.

Dieser Pinsel ist wie mein Ehemann, ich habe ihn mit 4 Jahren im Sandkasten mit der roten Schuppe verdroschen, nachdem er mir einen Eimer Sand in die Hose gekippt hat  (Schön die in die Brötchen rieseln lassen). Ich habe ihn gehasst. Erst viel später habe ich gemerkt, was er noch so zu bieten hat.

Herauskriegen was geht!

In dem Weihnachts- und Neujahrblog habe ich jeweils darüber geschrieben, wie man mit Erwartungen umgeht oder das ich in Ruhe Dinge auch mal mehrfach tue um einfach rauszukriegen was geht. Genau das habt ihr oben gesehen. Zweimal das gleiche Bild und trotzdem völlig anders gemalt. Jedesmal mit den gleichen 2 Pinseln, dennoch 2 ganz unterschiedliche Ergebnisse.

Ich glaube nicht das die Frage bei einem Pinsel ist:

Was kann er nicht?

Die Frage ist: Was kann der Pinsel in meinen Händen?

Was kann der Pinsel für mich tun?

Ist der Pinsel blöd, finde raus wo er charmant wird. Ich habe diesen Pinsel gehasst nun habe ich ihn vor liebe “abgegrabbelt”:

Liebe Grüße ins neue Jahr Tine

P.S.: Lieber Kai Lust und Frust Meine Pinselsammlung ist so heikel wie Eva´s Äpfel.

Noch mal ein Blick auf Tines Marschgepäck

Marschgepäck

 

Kleines Marschgepäck Reisekunstmaterial

 

 

 

 

 

Same procedure as every year? Malen lernen

Bon Ton Malysia Tine Klein Aquarell Hütte am See, malen lernen

“Dinner for one” oder doch lieber Miss Marple

In diesem Blog geht es um die Wiederholung. Wiederholung kann etwas sehr Schönes sein und das merken wir an unsere alljährlichen Unterhaltungssendungen zum neuen Jahr. Ich sage dann nur:

“Dinner for  one”

Worum es geht wissen wir alle, eine sehr alte Dame feiert ihren Geburtstag und alles muss sein wie immer. Was dazu führt, das der Butler für all die verstorbenen Freunde mitsaufen muss und volltrunken dauernd mit dem Eisbären kollidiert wie eine Billardkugel.

Wir finden es köstlich und ein Teil des Spasses ist die Wiederholung. In dem Film passiert 18 Minuten lang das Gleiche und das schauen wir uns gefühlt seid unserer Geburt jedes Jahr an.

Die absolute Abwesenheit von Neuem ist total entspannend.

Wie merkwürdig dieser Kultfilm ist, fiel mir erst beim Babysitten auf als ich diese Version mit den Kindern sah:

Die Änderungen in der Kinderversion kamen mir extrem stressig vor, dennoch hat es mir die Augen geöffnet. Die Abwesenheit von Neuem ist auch beim Malen wahnsinnig erholsam, immer wieder das Gleiche tun ist sehr gut um die Seele zu beruhigen.

Für das Malen lernen, ist dies gar nicht gut! Anders als bei dem Film sind wir nicht glücklich mit unseren eigenen Ergebnissen.

Also was wäre wenn sich Miss Sophie schon vor Jahren ihre Krücke geschnappt hätte und dann ein oder zwei neue Freunde gefunden hätte? Wäre das nicht schön?

Warum wir Angst vor Neuem haben

In meinem Malunterricht sehe ich immer wieder wie tief verwurzelt die Unzufriedenheit ist. Das Jammern über ein Bild gehört ja fast schon zum guten Ton. Sie wollen es farbiger, lockerer, wilder oder generell schon mal ganz anders! Und dann stürze ich mich ins Abenteuer und versuche es mal anders.

Abenteuer sind aber nicht beliebt im Bekanntenkreis. Ich höre des öfteren, das Haus ist doof, der Beruf sowieso und die Hobbys auch nicht aufregend:

Jetzt müssen wir noch durchhalten bis die Kinder aus dem Haus sind und der Dackel tot.

Dass man seinen Kindern ein stabiles Zuhause bieten möchte, ist ja irgendwie noch verständlich, dennoch fehlt mir generell eher der Blick zur Lösung.

Wieso haben wir Ängste vor dem Neuen?

Und erst recht, wieso haben wir die gleichen Ängste wenn es um Malen geht? Dabei kann doch wirklich nichts Schlimmes passieren, ich aber noch nie von einem gehört, der sich beim Malen eine schwere Verletzung zugezogen hat. (Man sollte nur nicht zuviel Absinth trinken, dann fehlt einem schon mal ein Ohr).

Ich glaube, es liegt daran, dass es Spießern so viel Spaß macht, Menschen die etwas Neues lernen zu blamieren. Das fängt schon in der Jugend an, etwas klappt nicht und die anderen lachen.

Die Folge ist dass viele Menschen sehr früh lernen, wenn ich etwas anders mache, dann bin ich hier der Depp! Halte dich an das Bekannte.

 

Wenn man es Neues macht, dann ist es oft erst mal noch schlechter! Insgesamt fehlt ihnen das Vertrauen mit der Veränderung umgehen zu können und deshalb findet man immer viel mehr Gründe um an dem festzuhalten, was man eigentlich blöd findet.

Sie bleiben lieber bei dem Altbekannten, fühlen sich dabei total geborgen und sicher, obwohl sie es nicht mögen.

Und oft steht es nicht in meiner Macht, sie davon zu überzeugen, dass man etwas anderes ausprobieren könnte. 

Sieh die Chancen

Zuerst einmal sieht die Chancen, die Leute die am meisten ausgelacht werden, sind doch eigentlich die Coolsten. Wer würde sich schon trauen sich zu benehmen wie Miss Marple. Die alte Schachtel ist doch Irre. Und das ist das Rezept.

Das erste Bild was ich in einer Galerie verkauft habe waren lila Kürbisse…die Anderen haben sich geschüttelt vor lachen. Lass sie lachen!

Miss Marple, die alte Schachtel macht doch auch was sie will und letztendlich ist sie damit die Erfolgreichste vom ganzen Haufen.

Zumindest beim Malen ist es ziemlich einfach sich zu benehmen wie Miss Marple.

Was soll denn passieren?

Es ist ein Blatt verdorben und ein paar Minuten unserer Freizeit haben nichts Produktives erzeugt.

Muss denn Freizeit immer produktiv sein?

Macht einfach positive Erfahrungen und wer positive Erfahrungen macht wird in der Regel immer dreister.

Es ist sicher kein Drama ein Bild in den Mülleimer zu werfen. Es gibt ein Lied das sich gerade zum Neujahr liebe. Das Lied ist von Peter Fox, es heißt: Alles Neu

Eigentlich ist mir das Lied ein wenig zu hektisch, dennoch hat es für mich selbst eine sehr tiefe Bedeutung, denn es hat mich gerade genau in der Zeit getroffen in der ich selbst mein Leben verändert habe. Es gibt zwei Zeilen in dem Lied die ich absolut großartig finde:

Hey, wenn’s dir nicht gefällt, mach es neu

Viele meiner Schüler haben Angst etwas Neues zu machen, weil sie dann beim Malen dieses geborgene Gefühl verlieren. Das muss man aber gar nicht. Das Lied von Peter Fox ist total euphorisch, eigentlich geht es darum etwas Altes in die Tonne zu stampfen und etwas Neues mit wehenden Fahnen zu beginnen.

Die Welt ist staubbedeckt, doch ich will sehen, wo es hin geht! Steig auf den Berg aus Dreck, weil oben frischer Wind weht!   Peter Fox

Ja! Er hat recht und doch ich glaube, man kann es auch ganz ruhig machen. Man muss das Haus ja nicht gleich in die Luft sprengen um auf dem Berg aus Dreck zu steigen.

Mache es einfach wie Miss Marple, mach es wie es dir gefällt. Ob die Anderen dich für eine alte Schachtel halten ist völlig egal, halte einfach die Handlungsoptionen offen.

 

Neues gemütlich lernen

Ich selbst mache das mit dem etwas Neues zu lernen oft sehr gemütlich, ich mache es auf die eine und auf dann die andere Art, ich bewerte nicht.

Bon Ton Malysia Tine Klein Tintenzeichnung Hütte am See, malen lernen

 

Wenn ich das eine gemacht habe, dann hindert mich doch nichts an einer 180° Kehrtwendung.Ich gucke dann einfach, wie es ausschaut und lerne aus der Erfahrung.

Bon Ton Malysia Tine Klein Aquarell Hütte am See, malen lernen

Tatsächlich muss man sich selbst beibringen Neues als entspannend und bereichernd zu empfinden.

Spielen ist eine andere Entspannung als sichere Monotonie

Niemand lacht dich aus, wenn du etwas Neues machst oder etwas anderes ausprobierst und niemand kann dir verbieten einfach mal nur zur Entspannung zu malen.

Tipps: Malen und Neues

  • Probieren neues ganz in Ruhe für dich aus.
  • Probier es mehrfach, um in Ruhe vergleichen zu können
  • Macht dich nicht von der Kritik von Anderen abhängig
  • Machte dir klar, es gibt kein richtig und kein falsch. Man kann Dinge auf mehrere Arten tun.
  • Essen darf man nicht verschwenden! Kunstmaterial schon? Macht dir klar, dass dein Kunstmaterial nicht dafür da ist, wie in einer Werkshalle Ergebnisse wie am Fließband zu liefern. Kunstmaterial ist zum ausprobieren da.

Achte nur wenig auf Leute die dich erziehen wollen, lachen die über Experimente, dann sind das die Doofen! Denk immer dran Miss Marple, die alte Schachtel, hat sie noch alle in die Tasche gesteckt.

Liebe Grüße ins neue Jahr Tine

 

 

Noch ein Neujahrsblog der beweißt wie unterschiedlich man Bilder malen kann:

Merry X-mas and a happy New Year

Unbezahlbar wie unterschiedlich ein Motiv sein kann

Mein Reiseführer ist das Malen

Tine Klein chinesischer Temple auf Penang, Georgetown, Goddess of Mercy Temple

Gedanken zu Weihnachten und Neujahr

Wer nach Malaysia reist stellt schnell fest alle chinesischen Tempel haben Weihnachtsfarben, noch merkwürdiger bei 40 Grad ist  in den Geschäften alles schön weihnachtlich dekoriert.

Ob schnell oder langsam, wichtig ist, das man wirklich mit den Dingen in Kontakt tritt die man tut. Solche Gedanken hat man ja immer zwischen Weihnachten und Neujahr.

Vor Weihnachten habe ich im Blog darüber geschrieben, wie gut es tut mal kürzer zu treten. Wenn etwas gerade einfach nicht geht, dann muss man nicht verzichten, sondern einfach mal ein bisschen kürzer treten. Hihi, das hört sich jetzt an wie eine Diät Beratung. Sie dürfen alles, sie müssen nur ein bisschen kürzer treten.

So, tut mir leid, nun müsst ihr zum Jahresbeginn einen Diätberatungsblog über euch ergehen lassen!

Nein, Scherz beiseite, ich bin ja nicht von der Brigitte-Redaktion. Und schon sind wir bei den Wünschen für das nächste Jahr. Ich wünsch mir immer mal spontan 5 Kilo abzunehmen und dann steht mir doch der verfluchte Genuss im Weg.

Trotz meiner Kilos denke ich, das wir oft nicht genug genießen.

Mein Wunsch fürs neue Jahr: Mehr genießen, meine Lieben glücklich machen und nicht unbedingt 5 Kilo abnehmen

Wer jetzt nicht weiß was ich meine, der denkt mal darüber nach: Wer hat nicht schon mal eine Tüte Chips vor dem Fernsehen gegessen, irgendwie automatisch?  Automatisch machen oder aus Gewohnheit, das ist oft kein Genuss.

Zwei Leute stehen hinter diesem Blog

Dieser Blog entsteht nicht automatisch jeden Freitag, dahinter stehen 2 Menschen.

Tine und Tom

Das ist Tom, ein großartiger Mensch und die Kraft die mich grade hält. Thomas ist der Organisator hinter mir.

Tom ist der, der  mir klarmacht das Liebesgriffe an den Hüften kein Drama sind. Er ist der erste Mensch der jeden Donnerstag diesen Blog liest. Tom ist der Testleser, er sorgt dafür, dass ihr alles verstehen könnt.

Wir haben in unserem Leben einiges geändert, wir machen vieles nicht, wie andere Leute.  Wir füllen das Leben mit schönen Erlebnissen und Bildern

Bilder mit Leben füllen

Wenn man Bilder so gedankenlos malt, wie man eine Tüte Chips auf dem Sofa verdrückt, dann werden sie Ballast in der Schublade, Papiermüll. In den Bildern steckt nix drin, was dein eigenes Herz berührt.

Und deshalb liebe ich das Urban Sketching, es ist anders, denn es verbindet Leben und Kunst.

Die Bilder entstehen mitten im Alltagsleben und so lasst sich Kunst mit Lebenslust verbinden.

 

Urban Sketching: Malen ist ein Lebensstil

Malen ist ein Lebensstil, weil man sich der Umgebung bewusst wird. Bilder werden unglaublich viel besser, wenn man in das Geschehen, was man vor sich hat, eintaucht, als wenn man ins Wasser springt.

Das macht Spaß, weil man wirklich was erlebt und auch wirklich genießt. Ich möchte euch heute mal in Bildern zeigen, wie eine Malreise für mich aussieht.

Genussvoll langsam

Wenn ich Reiseführer lese, dann finde ich immer häufiger Netzreiseführer im Sinne von:

Die 10 Dinge die man in 2 Tagen in London, Berlin, Barcelona oder Pusemuckel getan haben muss.

Puhh, da muss ich erst mal durchatmen!

Und was ist, wenn ich gar nix plane?

Wenn ich dahin fahre und mir 5 Wochen lang gar nichts vornehme? In Worten: Ich lasse mich 5 Wochen lang treiben und finde einfach tolle Sachen und dann bleibe ich da. Ich will nicht 10 must does in 2 Tagen.

Hinter den Bildern, die ihr in diesem Blog seht, steckt echtes Leben.

So sieht das Motiv aus früh Morgens aus, die Zeit zum malen.  Das Gefühl zum Motiv ist wichtig, aber ich hetze da nicht hin und muss es abbilden. Ich sauge erst mal die Stimmung vor Ort auf besonders Abends wenn die Laternen brennen und die Räucherstäbchen glimmen.

Aber der echte Spaß findet auf der Straße statt, man lernt Leute kennen. Einheimische oder andere Maler, was wir machen ist keine einsame Fließbandarbeit. So sieht unser Atelier aus, hier mit befreundeten Urban Sketchern aus China. Unser Freiluftatelier ist das Höckerchen auf der Straßenecke in Malaysia.

Die Maler und Menschen, die ich beim Zeichnen kennen lerne, werden oft zu Freunden. Nichts verbindet mehr als eine gemeinsame Liebe zu etwas.

Ein perfekter Tag ist ein perfektes Bild

Ein perfekter Tag sieht für mich anders aus als in Reiseführern. Ich möchte das echte Leben entdecken, ganz ohne Plan. Wenn es regnet, will ich mich nicht aufregen, sondern es ist die perfekte Gelegenheit sich den Himmel beim Gewitter anzugucken und das ferne Land im Regen zu riechen.

Ich möchte nette Leute kennen lernen, von denen ich vorher keine Ahnung hatte. Tolle und nette Leute oder komische und fremdartige damit ich was zum Lachen habe.

Ich möchte die Ruhe haben die Ferne in Ruhe zu genießen, dem Ruf des Muezzins zuhören,  als Ungläubige noch einen Wein trinken und die Gaumenfreuden eines Fremden Landes genießen und zum Schluss möchte ich dann noch ein bisschen Kuscheln mit dem Liebsten. (Davon gibt es definitiv keine Bilder in diesem Blog)

Die Must DOES können mir mal den Buckel runter rutschen.

Das ist mein fester Vorsatz für das nächste Jahr!

Natürlich lässt sich trefflich drüber streiten, ob das ein toller Urlaub ist: Mit Malhocker und Stift bewaffnet in ein fernes Land als optimale Reiseplanung?

 

Viele Menschen reisen mit dem Lonely Planet, das Dumme ist, man ist dort nie lonely,  denn es sind 1000 andere Touristen da (mit dem Loneley Planet in der Hand). Die Kommunikation mit Stift funktioniert anders. Wie kann ein Mensch der so konzentriert malt Leute kennen lernen?

Nach 5 Minuten kommt das erste Kind! Wir blenden jetzt mal auf: Und dann kommt Mama!

5 Minuten später weiß der ganze Stadtteil, dass da 2 nette Maler auf der Straße sitzen:

Weitere 5 Minuten später kannst du nicht mehr malen! Aber du wirst liebevoll eingeladen.

Du öffnest den Anderen die Augen und sie öffnen dir die Augen!

Siehst du wie die Frau vorne links ins Motiv schaut und der anderen erklärt wo ich gerade bin mit dem Stift. Die sehen gerade eine Straße, die sie tausend mal gesehen haben, auf einmal bewusst.  Nach dem Malen kommen die Gespräche und Kontakte.

Malen ist ein Lebensgefühl

Schaut mal was ich alles getan habe, ohne was zu tun. Aus meinen Malaktionen ergibt sich das Leben ohne Planung.  Nach dem Malen auf den Nachtmarkt eingeladen:

Ich stelle fest: Köstliches Abendessen kostet mit Einheimischen nur 80 Rappen oder einen Euro.

Was ist das denn? Schmeckt wie Spekulatius oder ein knuspriges Weihnachtsgebäck köstlich!

Fernreisen machen mir Mut.  Ich habe keine schlechte Rechtschreibung! Ich kann Malaiisch!

Malen ist mein Reiseführer

Durch die Tipps der Maler und der Einheimischen kommt man dann an die wirkliche Lonely Planet Orte. Das Aufregendste sind hier Kuhherden! Die Erklärung, es gibt auch viele Inder in Malaysia.

Zauberhaft und so ruhig:

 

Die Motive kommen ganz von selbst, sie entstehen aus Erfahrungen und Erlebtem. Dadurch sind sie sind anders, als wenn man mit einem Reiseführer von A nach B hetzt.

Ich bin ein Nerd, zugegeben ich bin ein bisschen wunderlich, 5 Wochen loslassen ohne Plan und Reiseführer. Tom schlägt da manchmal die Hände über dem Kopf zusammen. Er bucht mir immer ein Taxi und eine Startwohnung, damit ich nicht verloren gehe.

Doch dann lassen wir uns treiben, gerade Tom ist der der immer die tollsten Orte findet, weil er während ich male immer Zeit hat mit den Leuten zu reden.

Ich wünsche dir frohe Weihnachten und lasst euch mal treiben, das ultimative Motto für 2019:

Wie eine Trüffelsau den Genüssen hinterher! Aber nicht aus Frust! immer nur Lust…

 

Frohe Weihnachten  wünschen Tine und Tom

P.s. denk noch einmal daran den Blog neu zu abonnieren, denn WordPress löschte im Sommer wegen des Datenschutzgesetzes alle Abonnenten. Die Anmeldung ist ganz oben rechts.

Der Weihnachtsblock vom letzten Jahr über Sammelleidenschaft

Andere kaufen Schuhe wir Pinsel!

 

Sammelleidenschaft Kunst: Andere kaufen Schuhe!

 

 

 

 

 

 

 

Kunsttheraphie und schönste Zeit des Jahres

 

Auszeit vor Weihnachten

Eine Auszeit vor Weihnachten auf einer Trauminsel, so lasse ich mir das Leben gefallen.

Ich bin wieder da! Danke der lieben Nachfrage, mir ist gar nichts passiert und ich hatte eine wunderbare Reise. Mein nagelneuer Laptop fand es leider viel zu heiß in Malaysia, nach zwei Tagen ist er durchgeschmort und deshalb hatte ich eine wunderbare und entspannte Zeit, aus diesem Grund gab es auch keinen Blog. Da muss ich dem Rechner ja regelrecht dankbar sein, das er abfackelte. Ausspannen ist die schönste Kunsttherapie.

Beim Malen habe ich immer Zeit nachzudenken und hier mal meine Philosophie zu Weihnachten, den Malen und Weihnachten haben eines gemeinsam, man kommt zur Ruhe oder auch nicht.

Kunsttherapie nach dem Stress?

Gerade weil ich so entspannt bin, möchte ich mit euch über die schönste Zeit des Jahres sprechen. Viele Menschen freuen sich zurecht auf Weihnachten. Noch mal eine schöne Auszeit am Ende des Jahres.

Weihnachten ist nicht nur die Zeit der glänzenden Augen, sondern auch die Zeit der Familienmorde.

Hinter diesem Phänomen liegt das der Mensch nach einer Stressphase zur Ruhe kommt  und dann beginnt der Kopf zu kreiseln…eine erstaunliche Parallele zum Malen.

Denn auch Malen beruhigt den Menschen und dann bemerkt man die innerliche Unruhe.

Hinter der vermeintlich wunderbaren Zeit lauern enorm viel Potenziale, die uns das Leben versauern. Hetze und lieblose SOS Geschenke im Marathon kaufen, Frauen die von den Weihnachtsvorbereitungen total gestresst und unzufrieden sind. Fünf Kilo mehr auf den Rippen und mit klemmenden Hosen auf  Firmenweihnachtsfeiern eilen und dann auch noch der Erwartungsdruck der Familie. Da ist dann ist der Familienkrach schon vorprogrammiert. Jedes Jahr wieder ereignen sich zu Weihnachten tragische Familiendramen. Vielen Menschen wird an den Feiertagen bewusst, was im vergangenen Jahr alles nicht geklappt hat.

tödliche Weihnachten

Gerade die Menschen, die am unzufriedenen sind, üben Weihnachten den meisten Druck auf die anderen aus.

Der Baum ist schief!

Oft entzündet sich an winzigen Kleinigkeiten  der Frust und der Frust entlädt sich. So gibt es zum Beispiel 40 % mehr Notrufe in Frauenhäusern über Weihnachten. Auch bei Menschen, bei denen natürlich keine häusliche Gewalt vorkommt, wird die schönste Zeit des Jahres manchmal so unangenehm, dass man sie einfach aushalten muss. Darf ich jetzt mal eine Frage stellen? Ist das richtig so?

Nein, natürlich nicht. Es gibt ein einfaches Mittel das hilft zu Weihnachten und auch beim Zeichnen:

Mach es liebevoll und in Ruhe und lass dich nicht hetzen

An Ansprüchen zerbrechen

Es gibt keine Probleme, wenn man sich der Lösung zuwendet

Die perfekte Gans auf dem Teller nützt nix ,wenn man Lust hat sich über dem Knödel die Köpfe einzuschlagen. Bei uns zum Beispiel gab es in der Familie einmal Stress, weil mein Wohnzimmer nicht festlich genug geschmückt sei. Kerzen und Tannengrün waren nicht genug.  Als allerdings dann dieser Familienteil an der Reihe war, flossen die Tränen, weil der Gastgeber seinem eigenen Druck nicht standhalten konnte. Der Gastgeber wollte Eindruck zu schinden und perfekt zu sein, also kaufte er den größten und schönsten Weihnachtsbaum. Dummerweise passen 3 m Weihnachtsbäume nicht unter 2,40 m hohe Decken. Dieser Weihnachtsbaum kam direkt aus der Hölle und löste ein Familiendrama aus.

Ich habe vor sehr langer Zeit erkannt, dass ich nicht perfekt bin.

Weihnachten ist bei mir schön, aber wenn ich merke das ich etwas nicht schaffe, dann fange ich nicht an mir die schöne Zeit zu zerstören. Backen macht mir nur Spaß, wenn ich dafür auch Zeit habe. Kein Mensch merkt es, wenn ich die Kekse für den Teller mal bei einem guten Bäcker kaufe. 

Diese Lebenseinstellung hilft mir auch beim Malen:

Nur so groß wie ich kann, dafür aber mit Liebe

Diese Lebenseinstellung hat mich mein Mann gelehrt und dafür bin ich dankbar, ich habe gelernt mich nicht von meinen Ansprüchen zerfressen zu lassen.

Kunsttherapie nach Weihnachten?

Das mit der Kunsttherapie ist bei mir eher mit einem Augenzwinkern gemeint, denn ich bin der festen Ansicht, dass man das Leben vorher schon schön gestalten sollte, damit man hinterher nicht in die Therapie muss.

Die der Kunsttherapie ist glaube ich der schönste Ansatz, dass die Leistung in der Kunst keine Rolle spielt. Die Kunst soll keinen Anspruch an den Maler stellen, sondern der Maler soll die Kunst benutzen um etwas Schönes und Positives für sich selbst zu erreichen.

Dabei beißt sich allerdings die Katze in den Schwanz, alleine der Ansatz dass es schön sein muss, setzt uns ja schon enorm unter Leistungsdruck und genau hier haben wir den Verbindungspunkt zu Weihnachten.

Der Leistungsdruck lässt uns die Haare raufen.

Dabei ist es völlig unnötig, etwas einfaches liebevolles hat viel mehr Kraft als überkandidelter Pomp und das gilt lustigerweise auch in der Kunst.

Ziel erreichen durch vereinfachen

Weihnachten gelingt es mir ja schon sehr gut, für meinen Mann und mich ist Weihnachten immer eine sehr kuschelige Zeit.

Aber auch beim Malen greift der gleiche Mechanismus. Ich finde es sehr wichtig, dass man bemerkt, wenn etwas nicht geht. Nach kurzer Zeit begriff ich, dass das Aquarellieren bei 40°  kurz vor einem Gewitter mit 100 % Luftfeuchtigkeit einfach nicht geht. Ich war nach Malaysia gekommen mit dem Anspruch eine ganze Menge großformatige Aquarelle zu machen und dann stehe ich genauso wie ihr beim Malen lernen vor der Frage, wie kriege ich meinen eigenen Erwartungsdruck in den Griff?

 

Besonders wichtig ist es mir einmal zu betonen das Vereinfachen kein Scheitern ist. Ganz im Gegenteil, wenn man eine Situation so zuschneidet, dass man sie bewältigen kann, dann kann man sie auch genießen und das was man tut, gut machen.

Es wird Zeit wenn ich merke:

Ich bekomme nix hin!

Dann muss eben Plan B her! Aus dem Alter war es noch niedlich wirkte, als ich mich auf dem Boden warf und schrie bin ich leider raus. Mein Plan B war in der Hitze einfach mit Bleistift zu zeichnen.

Anstatt großformatige Aquarelle zu lernen, lernte ich ganz großartig mit Bleistift zu zeichnen.

Natürlich habe ich mir dabei auch nach kurzer Zeit wieder meinen Leistungsdruck gemacht, aber mit Humor.

In der Kunst wie im Leben ist es so wichtig mit minimalen Mitteln das maximale rauszuholen.

Das Bleistiftzeichnen ist regelrecht zu Sucht geworden.

Ich hatte 5 Bleistifte mit, jetzt zeig ich euch mal was noch übrig ist:

Es sind noch 2 Minibleistifte übrig. Ein Bleistift in der Tasche, das war machbar und deshalb hat einen mordsmäßigen Spaß gemacht.

Ich glaube das Malen und auch die Weihnachtszeit haben einiges gemeinsam, natürlich muss man sich anstrengen um es gut hinzubekommen und dennoch ist das Allerschlimmste ein unanständig hoher Erwartungsdruck.

Vielleicht ist es jetzt zehn Tage vor Weihnachten Zeit eine Parole fürs Malen und fürs Weihnachtsfest herausgeben:

Reduziere es bis auf das Beste

Mach aus Weihnachten und deiner Kunst eine besinnliche und ruhe Zeit, damit du hinterher keine Kunsttherapie brauchst.

Ich wünsche dir ein ganz wundervolles Weihnachtsfest. Lass dich nicht stressen und mach das, was dir Spaß macht.

Denn letztendlich macht man Dinge nur gut, wenn man sie gerne tut.

Liebe Grüße in die Weihnachtszeit

Mehr zum Thema Bleistift

 

Der Bleistift ist der Klassiker

Mehr zum Thema unnötiger Stress vorm frohen Fest:

https://www.deutschlandfunk.de/frohes-fest.724.de.html?dram:article_id=100053

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was macht ein Motiv interessant?

Was macht ein Motiv interessant?

Tine Klein malt einen hawker markt in Asien, Motiv: Satay Stand am Straßenrand in Georgetown Malaysia

Liebe Grüße aus Georgetown Malaysia. Wenn man auf Reise ist, dann findet man viele interessante Motive! Oh ja, solche Motive sind sicher immer interessant und trotzdem ist es eigentlich eine riesiger Betrug. Zuerst einmal die gute Nachricht, man muss nicht 16000 km reisen um gute Motive zu finden. Das Reisen ist nur zum eigenen Vergnügen.

  
Ein Bild ist nicht interessant, weil das Motiv schön ist

Auch ein sehr langweiliges oder unschönes Motiv kann ein wundervolles Bild ergeben. Diese Theorie ist natürlich ein wenig merkwürdig, dennoch glaube ich, das ist absolut wahr.

Ein Motiv wird gut durch die Emotion, die es auslöst

Ein Motiv und seine Beteiligten:


Beim Malen gibt es die drei großen Mitspieler; den Maler, den Betrachter und das Motiv.
Ob ein Bild super interessant und gelungen ist, ist sicher eine Mischung aus allen drei Dingen.

Einen Sonnenanbeter wird ein Bild vom Eisbären nicht reizen.

Zugegebenermaßen macht ein sehr schönes, wirklich hübsches Motiv es sehr leicht ein gutes Bild zu gestalten.

Soweit die Theorie, dennoch stimmt es überhaupt nicht, denn auch ein wirklich hässliches Motiv kann für den Betrachter äußerst interessant sein. Vielleicht gerade deshalb, weil es eben nicht abgedroschen ist. Auch wirklich tolle Motive kann der Künstler völlig mühelos uninteressant machen.


Schönes kann uninteressant sein


Ich will diesmal an einem Beispiel erklären: Kannst du dich an die Faszination erinnern, die du beim Beobachten eine Schmetterlings empfindest? Ein Schmetterling ist zauberhaft lebendige Farbe. So ein Schmetterling ist doch einfach wunderschön. Vielleicht warst du schon mal in einem Naturkundemuseum, wo lauter Schmetterlinge brutal auf eine Nadel gespießt wurden und plötzlich ist die Faszination weg. Ein wunderschönes Motiv kann gähnend langweilig sein.
Nichts ist langweiliger als ein toter, trockener Schmetterling auf einer Nadel.
Ein gutes Motiv braucht also einen Erlebnisfaktor. Der Maler muss es nur schaffen irgendetwas an dem Motiv höchst interessant zu machen oder das zu zeigen, was das Motiv ausmacht. Der Betrachter braucht etwas, was ihn in den Bann schlägt. Ein Schmetterling ist ja nicht hässlicher, weil er auf der Nadel steckt, aber mit ihm wurde sein Zauber ermordet.

Die schlechte Nachricht ist, du musst das Motiv interessant machen.

 


Bilder sind am Besten, wenn ihnen Leben innewohnt


Bilder brauchen irgendetwas in Spannendes, sie dürfen nicht enden wie der Schmetterling auf der Nadel. Oftmals sind sogar die Motive am  Besten, die irgendetwas haben, was nicht nur einfach hübsch ist. Gegensätze und Spannungen sorgen dafür, dass man sich mit einem Bild viel länger auseinandersetzt. Aber meine Theorie ist, dass ein Bild einfach eine Aussage haben muss, das ist der Ankerpunkt der deinen Betrachter in den Bann schlägt.


Bildentwurf

Bildentwurf macht Bilder ganz schnell besser.

Eine ganz simple Erkenntnis ist, dass jeder Teil deines Bildes mit Leben gefüllt sein muss.
Wer es lernt jeden Teil seines Bildes mit Leben zu füllen und auch ein paar Spannungen zu erzeugen, der wird recht schnell sehr viel bessere Bilder machen. Ein Bild ohne Spannung ist wie eine Torte nur aus Zucker, einfach pappig süß.


Erlebnisfaktor


Ein Straßenstand in Asien ist alles andere als hübsch, also ein schwieriges Motiv? Ein Strassenstand hat einen Erlebnisfaktor, er ist nicht hübsch und dies ist eine entscheidende Voraussetzung für ein gutes Bild.

Oft reicht für einen guten Bildentwurf schon sich zu fragen, was erlebe ich hier, wie funktioniert das?

Deshalb sind Bilder aus fernen Landen oft gut, weil der Maler wildere Emotionen zu etwas Fremden hat.

Mich fasziniert das kleine Glück auf der Straße, das Leben und die Freude über das gute Essen. Ein Stück Glück für 50 Cent oder 60 Rappen am Straßenrand. Zwischen den Scheinwerfern der Autos und dem Licht aus ein paar Glühbirnen entwickelt sich direkt am Bordstein farbenfrohes Alltagsleben auf Plastikstühlen, das mich, verfressen wie ich bin, anzieht und das muss der Betrachter merken.

Wenn man jedoch die Fotos macht, dann ist dieses Gefühl was man auf der Strasse hatte weg, das Foto nimmt dem Motiv das Gefühl. 

Die Macht von gutem Bildentwurf ist es das erlebte Gefühl , genau  in ein Bild zu bringen.

So wie es die Menschen sehen nicht der Fotoapperat der unwichtiges sieht und das Leben verschweigt.


Spannungsbogen im Motiv


Wenn ich mein Bild in 2 Teile aufspalte, dann habe ich auf der einen Seiten die Straße und die Nacht und auf der anderen Seite die Leute, die im Licht sitzen und sich amüsieren.

Tine Klein malt einen hawker markt in Asien, Motiv: Satay Stand am Straßenrand in Georgetown Malaysia
Es entstehe in Spannungsfeld und das macht ein Bild interessant. Der Betrachter hat am Bild zu kauen, er denkt nach. Und schon ist er mitten drin im Bild.

 

Was macht ein Auto in einem Restaurant?  Wenn man Bilder gnadenlos hübsch macht, dann fällt so etwas weg und dann ist mitunter auch der Zauber weg.

Merke also ein Bild funktioniert nicht weil es hübsch ist

Ein Bild funktioniert weil es Emotion trägt

Dies erklärt auch warum ich mein Bild mühelos in 2 Teile aufspalten kann, beide tragen eine ganz eigene Beobachtung, damit ist jeder Teil für sich wertvoll und kann bestehen.

Die Kunst des Bildentwurfs ist es also für 50 cent oder 60 Rappen einen Satay zu essen und sich dabei zu überlegen, was finde ich hier eigentlich so faszinierend? Das mus rein ins Bild mit aller Macht. Wenn man überlegt ist es glasklar, ein Strassenstand ohne Strasse macht keinen Sinn.

Tine Klein malt einen hawker markt in Asien, Motiv: Satay Stand am Straßenrand in Georgetown Malaysia

Und doch würden viele Maler ihn einhübschen und dann ist der Zauber weg.

Und dann ist noch etwas interessant, die Macht der Emotion macht es dann doch schön. Obwohl das hart fotografierte Bild  bei aller Liebe einfach nicht schön ist.

Bei den Motiven ist es wie mit den Menschen, die meisten Menschen werden erst schön wenn sie lachen, erkenne die Qualitäten eines Motivs.

http://blog.herz-der-kunst.ch/abstrahieren-mit-genuss/

Abstrahieren mit Genuss, weglassen aber was?

Liebe Grüsse,
Tine

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Reiseskizze gemeinsames entdecken

Tine Klein malt georgetown Malaysia, Kapitan Kelin Moschee Reiseskizze

Ich bin verrückt nach dem rosa Licht, dem Lärm, dem Geruch der Gewürze aus den allgegenwärtigen Garbuden.

Aus einem Film stammt der Spruch:

same same, but different

Und ich habe nie einen treffenderen Spruch gehört.

In dem Film geht es um einen jungen Mann der das erste Mal in Asien ist, auch ich war mit Anfang 20 das erste Mal in Asien, mit allen kulturellen Spannungen. Wenn man beim chinesischen Arzt erst mal eine Spinne zum essen verschrieben bekommt, dann guckt man mehr als dumm…

Im Moment bin ich in Malaysia, ein wunderschöner heißer Vielvölkerstaat mit einem Tatsch 1000 und einer Nacht. Chinesen, Muslime, Inder, Malaien und Europäer, deshalb jeden Tag überraschend.

Besonders fremd sind für mich immer die muslimischen Einflüsse, doch das klappt hier gut und so kann man den Gesang des Muezzins genießen. Es ist ein ganz besonderer Zauber, wenn das Licht rosa wird…ich hab mir eine Haremshose gekauft…smile.

Zauberhaft Anders

Wenn man auf Reisen ist, kommt einem erst mal alles zauberhaft anders vor. Im schlimmsten Falle ist alles erschreckend anders.

Tine Klein Reiseskizze von 2 Muslimen in Malaysia

Der Stift ist eine Methode sich erst mal in Ruhe alles anzusehen. Das Reisen mit den Skizzenbuch ist ein sehr ruhiger und intensiver Lebensstil.

Dabei entdeckt man so einiges, ich kenne Zeichner und Maler aus geschätzt 20 Nationen, alle sagen das Gleiche:

Malen öffnet die Augen

Das Zeichnen schärft die Sinne und macht einen lebendig, man riecht man, schmeckt einen Ort und man wird gierig nach seinem Licht.

Dieser Effekt ist völlig unabhängig von Rasse und Nationalität, es bilden sich schnell Freundschaften, denn der Blick des Künstlers verbindet.

Reiseskizze ein anderes Wort für intensiv sehen.

Der intensive Blick des Zeichens erlaubt mehr als nur den Blick auf die Oberfläche. Schaut man sich Dinge und Kulturen sehr lange an, dann begreift man natürlich all die vielen Unterschiede. Doch die Fremdartigkeit wird oft durch das Menschliche gemildert, denn hinter der Kulisse ist vieles gar nicht so anders als zu Hause.

Eben: Same Same but different

Gemeinsamkeiten entdecken

Schaut man auf die reine Oberfläche, dann ist alles anders: die Gesichter, die Gebäude und die Religion. Mir macht es Freude all die zauberhaften und andersartigen Dinge zu sehen, die Gerüche und das Licht machen das Zeichnen und Malen zu etwas ganz Besonderem. Doch fremd fühle ich mich nicht, denn mit meinem Stift habe ich einen einzigartigen Übersetzer.  Normalerweise kauft man eine Eintrittskarte und dann schlendert man durch eine Sehenswürdigkeit.

Dabei lernt man recht viel über Kultur, aber sehr, sehr wenig über den Alltag und die Gedanken der Menschen.

 

Setzt man sich jedoch mit einem Stift hin und beobachtet, dann  braucht man keine Sprache. Mit dem Stift lernt man wie ein Kind, diese Fähigkeit haben wir alle mitbekommen. Beim Erwachsen werden wir diese Fähigkeit verschüttet, mit dem Stift ist mal wieder so offen wie ein Kind.

Dabei schließt man dann genauso schnell Bekanntschaften wie in der Kindheit.    

Schaut euch einmal diese schnelle Skizze an:

Tine Klien Reiseskizze Männer mit Moped for der Kapitan Kelin Moschee

Männer, komische Typen mit merkwürdigen Hüten, stehen vor einer Moschee. Andersartiger kann das Alltagsleben ja wohl kaum sein.

Dennoch braucht man mit dem Stift absolut keine Sprache, den hier stehen die Männer vor ihrem neuen Motorrad. Es wird heftig gefachsimpelt. Auch die kleinen Jungen sind begeistert.

Ist es denn so anders als zu Hause?

 

Tine Klein Viel-Völker-Mischung bei Reis und einem Tässchen Kaffee

Auch hier 2 Damen beim Plaudern:

“Also ehrlich, ich kann dir sagen….haha, das haben die doch nicht wirklich getan.”

Auch wie Zuhause oder?

Also keine Angst vor Abenteuer, der Stift ist ein Universalübersetzer.

Liebe Grüsse Tine

Welches Material schleppt man mit zum malen?

http://blog.herz-der-kunst.ch/kleines-marschgepaeck-reisekunstmaterial/

 

Kleines Marschgepäck Reisekunstmaterial

Malen ist fühlen!

Fühlst du nicht, dann bleibt dein Werk stumpf.

Im Grunde sollte eine Zeichnung eine Art Seismograph sein und erzittern mit der Macht der Gefühle.

Meine Hand liegt locker auf dem Skizzenbuch, doch mein Blick liegt auf dem Motiv. Es ist zu viel, viel zu viel…die Hitze ist wie ein Schlag mit einem heißen nassen Handtuch.

Die Gerüche sind umnebeln mein Gehirn, dazu Jasmin, Mottenkugeln, Kämpfer, Staub und Abgase. Der Lärm, das Auspuffknallen und die Sprache sind so fremd wie der sehnsüchtige Gesang des Muezzin. Melodisch und jaulend, tausend Lichter und Klänge.

Es ist zu viel, ich löse mich in Hitze auf… Der Schweiz bricht durch meine Poren, wild und unbändig. Jede Pore öffnet sich. Ich muss meinen Geist abschirmen, um das zu Papier zu bringen. Ich muss mich konzentrieren….ein Schweißtropfen kitzelt, läuft ganz langsam herab, eine goldene Kugel die langsam herabläuft, ganz sanft über die Krümmung meines Halses, die goldene Kugel windet sich unaufhaltsam über meine Schulter, bahnt sich ihren Weg über meine brennende Haut, gebannt beobachte ich ihren Weg, bis sie ihren Weg über meinen Füllhalter vermischt mit der Tinte auf mein Blatt findet.

Putsch…das Blatt hat einen Fleck…das Blatt ist verdorben?

Skteching with KK in the jungle

Nein, es ist Herzblut…

So muss eine Zeichnung anfangen; mit Herzblut, Leidenschaft und allen Sinnen…. Lasst euch überraschen. Das Herz der Kunst ist auf Reise und sammelt Eindrücke für Euch. Seid gespannt wann die ersten Ergebnisse kommen…

Von Herzen Tine

Reiseaquarell die schnelle Methode

Oetwil am See ein Blog von Tine Klein zum Thema Reiseaquarell

Tine Klein, Bauernhof mit Zugvögel bei Oetwil am See in der Schweiz

Dies ist eine Methode für Leute, die ein bisschen spät dran sind, wie die Zugvögel dieses Jahr.

Schnell und gut Malen lernen, das ist unser aller Ziel. Dies möchten nicht nur die unerfahrenen Zeichner und Maler, auch die erfahrenen Maler wollen schnell gute Qualität.

Eins der wichtigsten Ziele, das mir viele meiner Schüler nennen ist, dass sie lockerer werden wollen. Die folgende schnelle Methode, die ich euch vorstelle um Skizzen oder auch ein Reiseaquarell zu machen, beruht auf etwas Mut.

Das Schwierigste an dieser Methode ist eigentlich, dass man all seinen Mut zusammen nehmen muss und dann das machen, was unvorstellbar ist:

Das ganze Motiv wird in einem Zug gemalt.

Im ersten Zug wird, nicht zu dunkel, die Farbstimmung eines Motive in einem Zug wiedergegeben. Bitte lest dazu noch einmal dem Blog Farbstimmung, den ich euch am Ende des Tutorials anhänge.

Im ersten Schritt des Aquarell ´s  wird das gesamte Bild in einem Zug gemalt. Die Farbstimmung des Motivs wird wiedergegeben, dafür wird Farbe in Farbe getropft bis in der Größe des Bildes eine Farbwolke mit der Stimmung des Motivs entsteht. Dabei hält man sich in etwa an das was man sieht. Jedoch sind die Grenzen des einzelnen Motivs völlig unwichtig.

Das Ganze ist nicht mehr als ein riesiger stimmungsvoller Farbklecks.

Das Schwierigste an der Technik ist den Kopf zu befreien

Tatsächlich ist diese Technik sehr einfach, das Schwierige daran ist es von den Grenzen im Kopf los zu lassen, weil wir denken das Dach muss rot, der Baum muss grün, dies muss!, das muss, ich muss noch ausmalen!

Von dieser Tretmühle los zu lassen ist nicht einfach, denn wir denken ein Bild ist nur dann gut, wenn wir alles richtig machen. Dabei geben wir Gegenstand für Gegenstand zu viel Bedeutung, denn wichtig ist bei einem Motiv die gesamte Wirkung eines Motive.

Wie macht man so eine Farbwolke?

Das Wichtigste ist, dass man erst mal alle Details weglässt. Man überlegt sich:

Welche Farben liegen hier überhaupt vor oder welche  Farben brauche ich für die Stimmung, die ich malen möchte?

Meistens mache ich dann eine kleine Vorzeichnung, denn die Vorzeichnung hat in dieser Technik nicht mehr Bedeutung als eine kleine Lokalisation, wo ungefähr welche Farben hinkommen. Fehler und das Verschwimmen von Farbgrenzen sind in diesem ersten Schritt vollkommen unwichtig.

Auf der Vorzeichnung lege ich interessante Farbflächen, die im etwa dem entsprechen, was ich sehe. In der Farbfläche vereinige ich alle Farben miteinander. Allerdings versuche ich, dass nicht zu viele Komplementärfarben ineinander laufen, so dass die Farbe nicht grau wird. Wenn ich in dieser Art und Weise male, dann denke ich nicht über das Motiv nach. Ich denke nur über die Farbstimmung nach, die ich dort vor Augen habe und diese versuche ich sehr interessant und mit vielen Farbvariationen umzusetzen.

Die Technik

Bei meinen Reiseaquarell arbeite ich in einer Nass- auf Trockentechnik. Ich benutze meinen feuchten Pinsel, setze Farbklecks für Farbklecks nebeneinander, so dass die Farben ineinander laufen. Die Farben bilden automatisch weiche Übergänge, denn sie sind ja feucht und laufen ineinander. Für diese Technik brauchst du etwas Erfahrung. Wenn du sie jetzt einmal übst und es klappt nicht, dann ist das normal, aber auch kein Grund zu sagen, ich kann das nicht. Die Kunst bei dieser Technik ist den richtigen Feuchtigkeitsgrad zu treffen, denn es klappt nur wenn die Farbe nicht trocken, aber auch nicht patschnass ist.

Es gilt also den Feuchtigkeitsgrad zu treffen, wo die Farben weich ineinander fließen, aber nicht vermatschen.

Jetzt muss ich mal eine Ansage machen: Erwachsene sind es selten gewohnt etwas nicht zu können. Anders als Kinder lassen Sie sich sehr leicht frustrieren. Sie sagen sich, ich kann das nicht und dann ist die Sache gegessen.

Wenn du lernen willst lockerer zu malen, dann musst du diese Technik beherrschen und du musst es einfach üben. Irgendwann weißt du, wie bei deinem Papier, deiner Farbe und deinem Pinsel die Feuchtigkeit sein muss, damit es klappt.

Also halt die Ohren steif und mache es einfach!

So macht man es:

  • Schöne helle Farben, die abwechslungsreich gestaltet sind, ineinander laufen lassen ohne sie in einen Bereich zu vermengen.
  • Die Form des Motive spiegelt sich wieder, muss aber nicht strikt befolgt werden.
  • Verbindungen; es ist wichtig dass die Farben- und Motivanteile miteinander verbunden sind und sanft ineinander laufen.
  • Der Kontakt von Komplementärfarben muss, dort wo die Farben klar, sind strikt vermieden werden.
  • Alle Schatten und Details müssen in der ersten Phase vollkommen vermieden werden

Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus:

Untermalung zu Oetwil am See ein Blog von Tine Klein zum Thema Reiseaquarell

Ja! Es ist nicht mehr als ein schön gestalteter farbiger Klecks bei dem man sich ein wenig an das Original gehalten hat.

Wichtig bei dieser Technik ist, dass du keine zu dunklen Farben benutzt. Der erste Schritt der Technik ist den klaren und hellen Farben vorbehalten

Die Technik: Vorteile und Nachteile

Der Vorteil dieser Technik ist, das man innerhalb eines Farbauftrags ein ganzes Motiv definieren kann. Man nutzt dabei die Farbstimmung um das ganze Motiv wiederzugeben. Der Nachteil dieser Technik ist, dass man ein wenig aufpassen muss, dass man während des Malens keine Komplementärfarben ineinander laufen lässt, denn dann erzeugt man einen undefinierbaren und grauen Farbbrei.

Locker und frei werden

Hält man jedoch an zu vielen Details und zu vielen Farben fest, wird diese Technik gnadenlos scheitern. Um diese Technik auszuführen muss man vorbehaltlos umdenken, denn sonst erhält man einen unattraktiven Farbbrei.

Schritt zwei: Das konkretisieren eines Reiseaquarell ´s:

Oetwil am See ein Blog von Tine Klein zum Thema Reiseaquarell

Das kann noch nicht das gleiche Bild sein? Doch das ist es und im Grunde ist nicht viel passiert:

  • Himmel und Berge abgedunkelt
  • Schatten gesetzt
  • Die Wiese ein wenig länger gemacht
  • In weiß und mit brauner Tinte darüber gezeichnet

Sieht nach viel aus aber das meiste ist Tinte.

In der zweiten Phase kann man nun Details, Licht und Schatten zu dem Motiv hinzufügen. Es geht in dieser Phase darum das Motiv deutlich herauszuarbeiten. Vorher gab es ja nur mehr oder weniger ein Klecks, doch auch wenn man es nicht glaubt, der Klecks ist die Hauptarbeit.

Nun benutzt man dunklere Farben und Formen um Konturen und Details herauszuarbeiten. Auf jeden Fall muss man aussagelose Farben mittlerer Stärke vermeiden. Das Motiv muss durch deutliche Abwechslung von hell und dunkel herausgearbeitet werden. Mach dir ganz klar, nur durch die Abdunklung wird aus dem Klecks ein Motiv.

Im Wesentlichen ist hier mein Füllhalter der Star.

Viel Spaß beim Ausprobieren nicht nur im Reiseaquarell

Tine

Ade Lineal

Im Winter wird es nicht viele Kurse bei mir geben. Allerdings mache ich eine Kursreihe auf die ich mich schon sehr freue. Es ist die Kursreihe für die mutigen Menschen unter euch, die sich vorgenommen haben richtig Zeichnen zu lernen.

Es geht um das richtige Freihandzeichnen; Perspektive ohne Lineale. Und ihr werdet euch wundern, es gibt viele einfache Tricks, die man lernen kann und wie man sich selbst trainieren kann.

Habt keine Angst und seid mutig, auch falls man vom Fahrrad mit Stützrädern auf das freie Zeichnen Umstieg, kam es einem unmöglich war! Learning bei Doing!

In meinem letzten Kurs kam ein Mann zu mir und sagte:

Ich bin hier wahrscheinlich der Idiot, der mit der Narrenkappe, ich kann das noch überhaupt nicht!

Wisst ihr was? Die Narrenkappe hat der, der nicht versucht zu lernen! Wir machen uns mit Spaß, Spiel und Verständnis auf den Weg. Lineal könnte zu Hause lassen! Bringt lieber gute Laune mit.

Münchwilen

https://www.boesner.ch/niederlassungen/muenchwilen/veranstaltung/ungezwungene-perspektive-ade-lineal

Unterentfelden

https://www.boesner.ch/niederlassungen/unterentfelden/veranstaltung/ungezwungene-perspektive-ade-lineal

Aarberg

https://www.boesner.ch/niederlassungen/aarberg/veranstaltung/ungezwungene-perspektive-ade-lineal

 

 

 

Tine Klein Tutorial wie man Weißes in der Malerei belebt

Weisses ist wunderschön

Tine Klein Tutorial wie man Weißes malt

Weisses ist wunderschön, doch es treibt meine Malschüler immer wieder in den Wahnsinn.

Das Weiss bringt Licht, es lässt andere Farben klar und fröhlich wirken und gibt der ganzen Skizze eine unglaubliche Leichtigkeit oder auch Sauberkeit.

 

Weisses hat eine besondere Eigenschaft

Weiss, Kalkweiss, Kreideweiss, Käseweiss, Kaltweiss,  ohne Farbe, strahlend Weiss, Wollweiss

Fällt die hier etwas auf? Wir sprechen hier einfach nur über Weiss!

Weiss, heisst das keine Farbe?

Es würde wohl kaum so viele Worte für Weiss geben, wenn Weiss nur keine Farbe wäre.

Weiss ist ein Chamäleon

Weisses hat eine besondere Eigenschaft, es verändert seinen Farbton ganz krass je nachdem, welche anderen Farben es in der Nachbarschaft gibt.

Einerseits kann man dies damit erklären, dass Weisses eben sehr hell ist und damit die umgebenden Farben reflektiert.

Aber das erklärt nicht alles, das Weiss ist ein Chamäleon. Wie kennen das Phänomen auch von einer anderen Nicht-Farbe. Man kennt das Phänomen von Dunkelblau und Schwarz. Kein Mensch kann sagen und ob etwas dunkelblau oder schwarz ist, es sei denn man hält die beiden Farben nebeneinander.

Versucht man Weiss in Bildern zu bearbeiten, stellt man ganz schnell fest, Weiss kann ganz schön viele Farben sein.

Ein Wollweisser Pullover entspricht wohl vielmehr einem zarten Gelb als einem wirklichen neutralen Weiss.

Mach dir in deinen Überlegungen klar, dass jede Farbe Weiss werden kann, wenn sie nur hell genug ist.

Wenn Weisses ein Loch ist.

Wenn Weisses ein Nichts ist, dann wirkt es auf uns ganz unangenehm. Der Fakt, das Weiss also oftmals gar nicht weiss ist, erklärt auch, warum wir immer dieses Bedürfnis haben jede weisse Fläche in unseren Bildern zu zu malen. Irgendwie sind weisse Flächen in Skizzen, Aquarellen oder Bildern oft einfach Löcher. Sie sehen künstlich aus. Man merkt, dass sie sich nicht ins Bild einfügen. Eine weisse Fläche kann in einem Bild völlig unnatürlich wirken und das hinterlässt uns ratlos.  Wenn das Weiss plötzlich weg ist, dann bemerken wir, dass unsere Bilder schlechter geworden sind. Wer von uns kennt die Situation nicht, ein Pinselstrich, das Weiss ist weg und man weiss sofort:

“Ach du liebe Güte, dass Weiss hätte es dringend gebraucht!“

Das erinnert ein bisschen an das tragisch schräge und schöne so mancher Beziehung, sie konnten nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander.

Hiebe und Liebe mit Weiss

Beziehungs-Ratgeber Weiss

Mir scheint es also, als bräuchten wir dringend mal einen Beziehung Ratgeber zum Weiss.

Das Erste was du beachten musst, wenn du Weisses in deine Bilder einfügst ist, dass es sich harmonisch in die Umgebung einpassen muss. Mitunter ist dein Weiss also gar kein Weiss, sondern es braucht eine ganz leichte Tönung in einer anderen Farbe um harmonisch zu wirken.

Weiss sieht immer dann aus wie ein chemischer Fleck, wenn es nicht in seiner Tönung zur Umgebung passt.

Die leichte Schattierung des Weisses, zum Beispiel mit der umgebenden Farbe, wird dafür sorgen, dass das Weiss nicht mehr wie aufgeklebt wirkt.

Weisses ist eine Leinwand

Wir wollen das Weiss, weil es so unglaublich frisch und sauber wirkt, aber vergessen wir nicht, es gibt uns das Licht.

Damit sich die Farbe Weiss definiert, braucht sie in der Regel den Schatten. Wenn meine Schüler an Schatten denken, dann greifen sie oft zu schwarz oder zu grau.

Und hier bin ich nun an einem Punkt bei dem mir traditionelle Methoden wunderbar gefallen, als wichtigste Massnahme um das Weiss zu schützen, würde ich nun Teufelsaustreibung empfehlen.

Wenn ich könnte, dann würde ich die meisten Farbkästen erst einmal in punkto Schwarz exorzieren, d. h. ich würde das Schwarz aus dem Kasten austreiben und danach würde ich die schwarze Farbe verbrennen, damit der Dämon nicht noch mal einmal sein Unwesen treiben kann.

Jede Farbe hat einen natürlichen Fressfeind

Benutzt man im Aquarell oder im Zusammenhang mit Farbe Schwarz als Schattenton, dann wird das Weiss grau und schmuddelig. Tatsächlich weiss ich nicht, wie alle meine Schüler auf die Idee kommen, dass Schatten grau sind. Im Schatten werden die warmen Bestandteile des Lichts herausgefiltert, dennoch ist der Schatten alles andere als grau. Nur weil dort weniger Licht ist, verliert der Gegenstand natürlich nicht insgesamt seine Farbe, das Licht unter Bäumen zum Beispiel ist immer noch grünlich, aber weil die warmen Bestandteile gefiltert werden, ist es auch oft bläulich.

Benutzt man Schwarz, dann ersetzt man nur das eine Problem, durch ein völlig gleichartiges Anderes.

Eine Lösung muss her

Die Lösung haben wir eigentlich schon besprochen. Das Weiss sieht aus wie ein chemischer Fleck, wenn es nichts von seinen Umgebungsfarben widerspiegelt.

Der grosse weisse Fleck, zum Beispiel ein Haus, wirkt umso harmonischer ,wenn er seine Umgebungsfarben aufnimmt, dafür kann man das Weiss ganz sanft abtönen.

Soll das Weiss wirklich Weiss bleiben, dann ist dies die beste Lösung. Dabei muss man aber nicht immer nur sanft vorgehen,  In meinem Bild habe ich kräftig das Blau des Himmels ins Weiss gekleckert.

Schau doch noch mal hinein ins Bild, wie viel ist denn Weiss vom weissen Haus?

 

Wenn man jedoch mutig ist, dann das Weiss auch einfach zur Leinwand machen, hier kann man all die Farben, die in der Umgebung vorhanden, sind reflektieren lassen.

Jetzt werden einige sagen, sie hat doch sowas gegen schwarz gewettert, die Schatten sind doch grau. Ja, ich habe das weisse Haus sehr stark durch Schatten definiert, aber die Schatten bestehen aus einer ganzen Reihe von Blau- und Lilatönen. Dies könnt ihr im Blog der letzten Woche noch einmal nachlesen, da ging es um die Variation von Farben.

Die Schattenfarben, die man verwendet, sollten in der Regel kühl sein, kühles Gelb, kühles Violett und besonders gut eignen sich bläuliche Schattierungen ja selbst Türkis.

Auch der schwarze Strich im Haus sorgt dafür, dass das Weiss schön hell wirkt. Striche verschmuddeln Weisses nicht, im Gegenteil der Kontrast stärkt das Weisse. .

Wem es dann immer noch zu langweilig ist:

Der hat in Weiss die perfekte Leinwand gefunden, kleckern und spritzen sieht auf Weiss besonders schön aus.

Tine Klein Tutorial wie man Weißes in der Malerei belebt

Schaut einmal, das Weiss wurde durch Spritzer und durch farbige Schatten belebt.

Für viele meiner Leser wird der Gedanke, das Weiss überhaupt nicht Weiss ist mal wieder sehr befremdlich sein. Deshalb möchte ich euch mal auffordern, Winterbilder mit Schnee oder Wolkenbilder zu googeln. Schaut einmal wie Weiss die Wolke wirklich ist.

Schaut einmal wie oft zum Beispiel eine Wolke oder Schnee völlig Weiss gemalt wurde. Die Farbe Weiss definiert sich eigentlich nur durch ihre Nachbarschaft.

Liebe Grüsse ins Wochenende Tine:

Ich habe noch eine Bitte, der Blog hat bei der Umstellung auf den europäischen Datenschutz alle Follower verloren, bitte meldet euch einfach noch einmal an.

 

 

 

Farbvariation – Farbe ist Licht in Tuben

Farbe ist Licht in Tuben

Tine Klein, Porto Praca da liberdade, Aquarell zum Thema Farbvariation

Letzte Woche haben wir ja über Farbstimmungen gesprochen, die Schweiz ist dafür ein ganz besonderes Trainingslager, denn hier gibt es besonders krasse Temperatur- und Lichtwechsel im Laufe des Tages. In meinem ersten Jahr in der Schweiz war mein Auto eine Altkleidersammlung, weil ich dort lauter Kleidungsstücke liegen hatte. Aber auch in anderen Ländern , wie hier in Porto, ist das Licht ein Geschenk für Maler. Die Umgebung kann innerhalb von Sekunden völlig anders aussehen. Diese starken Licht- und Farbwechsel machen das Malen besonders reizvoll.

Die Farbe ist das Gefühl

Wer malt sollte ein Ziel haben, ich meine das natürlich nicht in dem Sinne, dass man alles wie verrückt planen sollte. Aber dieses Bauchgefühl zu einem Ort, die Stimmung, das ist der Kern jedes guten Kunstwerkes. Wenn ich mit Farbe arbeite, dann trägt die Farbe dieses Gefühl. Die Farbstimmung ist also der Kern unserer Bildaussage. Soweit waren wir auch schon letzte Woche im Blog.

Je Abwechslungsreicher die Farbe ist, desto attraktiver ist sie.

Oft sehen Bilder total zusammengewürfelt aus, weil sich die Maler von realen Farben durch die Gegend treiben lassen und dabei die Farbstimmung des Ortes aus dem Auge verlieren.

Ein Motiv ist nicht ein Haufen von Einzelgegenständen!

Dies war die Kernaussage der letzten Woche. Vielmehr geht es darum, dass Gesamtmotiv durch die Stimmung festzuhalten. Jetzt wäre es natürlich sehr dumm das ganze Bild in einer Farbe anzustreichen. Wir sind ja keine Anstreicher im Sinne von: “Hier hast du 80 Kübel Farbe, ich komme in drei Tagen wieder und guck ob du das Haus angemalt hast.“ So! Läuft das nicht!

Farbvariation

Ich bin dem Licht verfallen

Das Licht verwandelt ein und dieselbe Farbe.

Ein Baum ist nicht einfach grün.

Ein Baum hat in seinen Blättern mindestens drei verschiedene Grüntöne dort wo die Blätter das Licht reflektieren sind sie sehr hellgrün manchmal reflektieren sie das Licht auch blau oder weiß. Im unteren Teil des Baumes wo alle Blätter verschattet sind dort kann das Grün sehr dunkel sein, manchmal ist es blau oder violett. Es lohnt sich einmal zu beobachten wie viele Farbtöne es tatsächlich gibt. Deshalb rate ich immer wieder wird davon ab vorgefertigte Farbtöne zu benutzen, mischen macht die lebhafteren Töne und damit meine ich vor allen Dingen das Mischen auf dem Papier

Farbvariationen machen Bilder sexy

Wenn man einen 1 Millionen Dollar Tipp ein Maler verteilen sollte wie man Bilder sofort viel schöner macht dann ist das die Farbvariation. Je abwechslungsreicher die Farbe und je mehr das Licht tanzt desto attraktiver sind die Bilder für den Betrachter.

Wer so starke Licht und Farbvariationen im Bild haben will wie oben, der muss im Aquarell sehr sehr diszipliniert sein, denn die Farben laufen ineinander.

Gouache kann mehr Schichten vertragen als eine Zwiebel

Eine gute Möglichkeit die Licht und Farbvariationen zu üben sind Gouachefarben.

Das Tolle an Gouachefarbe ist, dass man mit ihnen ganz spontan von hell auf dunkel genauso arbeiten kann, wie von dunkel auf hell.

Man kann also völlig spontan loslegen und wenn dann ein Lichtstrahl durch die Wolken bricht, kann man völlig unproblematisch diese Sekunde festhalten.

Man kann mit Gouachefarben eine enorme Farbvariation erzeugen, das macht die Gouache für Maler die das Licht lieben sehr, sehr sexy.

Lichtreflexe gar kein Problem

Die Farbvariation ist so toll, weil man völlig hemmungslos auch auf ganz dunkle Farben absolut helle Farben aufsetzen kann, d.h. selbst wenn man schwarz gemalt hat, kann man jederzeit leuchtend helle Farben wieder obenauf setzen.

Wer sich traut die Farbwechsel wirklich auszunutzen, der wird mit sehr sehr ausdrucksstarken Bildern belohnt.

Wer jetzt denkt blöd! Ich habe ja gar keine Gouachefarben Eine Tube Deckfarbe oder weiße Gouachefarbe reicht um deine Aquarellfarben mal anders zu benutzen.

Mein Tipp versucht das doch einfach einmal auf total verdorbenen Bildern, denn die sind ja das beste Spielfeld. Hier braucht man nun wirklich keine Angst zu haben, dass man irgendetwas kaputt macht.

Farbvariation und Grundfarbe

Viele Anfänger haben das Problem das ihre Skizzen wie zusammengewürfelt aussehen,  das liegt daran, dass sie versuchen jede Einzelne der realen Farben abzubilden. Das Bild hat jedoch keine Grundfarbe die Harmonie erzeugt. Dieses Problem hat man mit Gouachefarben überhaupt nicht wenn man auf farbigen Papier arbeitet. Ich wähle das Papier nach der Farbstimmung der Umgebung.

Mein Motiv liegt im Gegenlicht, d. h. es liegt im tiefen Schatten.

Schatten sind aber nicht grau. Schatten reflektieren all die Umgebungsfarben, die Farbe des Himmels und die Farben die heute die die Häuser einmal hatten. Im Wesentlichen vernichtet der Schatten die rötlichen Töne im Lichtspektrum. Deshalb sieht es immer sehr gut aus, wenn man in seinen Schattentönen nicht unbedingt Grau benutzt sondern eine ganz attraktive Vielfalt von verschiedenen Farbtönen.

Tine Klein Tutorial Farbvariation Motiv: Rathaus in Zürich

Schmincke Gouache auf blauem Papier

Wer in einer Farbe malt, der fängt niemals das Licht.

Faustregel je abwechslungsreicher desto interessanter

Tatsächlich sind  einfarbige Blöcke zwar sehr ruhig, aber auch sehr langweilig. Wer jemals versucht hat eine Kugel mit einer Farbe zu malen, der weiß, das geht nicht. Erst mit Licht und Schatten kommt auch die Räumlichkeit. Erst die Abwechslung, also die Farbvariation, erzeugt die Attraktivität für das Auge.

Tipp: Ein schneller Weg zu super attraktiven Bildern ist sich einfach nicht zu benehmen wie ein Maler und Anstreicher. Vergiss mal ganz schnell deine gesamte Farbe aus einem Eimer zu holen und die Wand einfach anzustreichen. Beginne auf dem Blatt zu mischen.

Der Unterschied von einem Kunstmaler zu einem Anstreicher ist das tiefe Gefühl der Farbe.

 

Der Vorteil ist der Nachteil

Ich glaube diese Gouache ist das perfekte Mittel um zu lernen wie man Licht und Farbvariationen darstellt.

Benutzt man die Farbe wie ein Anstreicher wird man sofort bestraft, denn dann wird die Farbe sehr sehr öde.

Gouache ist allerdings geduldig im Ausbügeln dieser Fehler

Die Farbe ist wirklich geduldig, der Mutige wird belohnt, denn der kann jedes Mal einen neuen Anlauf nehmen .

Wer es gelernt hat Farbe zu variieren, der wird mit solch abwechslungsreichen Farben belohnt. Das Titelbild ist allerdings eine Variation aus Aquarellfarben und Aquarellstiften.

Hier sieht man wie die Farbvariation, zum Beispiel in den Dächern oder Bäumen, das Licht einfängt. Nicht das ganze Bild muss ein- und dieselbe Farbstimmung haben. Aber mit nur einer Farbe ohne Farbvariation fängt man niemals das Licht.

Tine Klein, Porto Praca da liberdade, Aquarell zum Thema Farbvariation

Im Aquarell braucht man für die Farbvariation allerdings viel mehr Geduld und Disziplin.

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Der Witz des Tages: Meine Autokorrektur machte regelmäßig aus dem Wort Gouachefarben… Cora Schwaben oder Chorschwaben…. Singende Schwaben die durch meine Bilder hüpfen…..Meine Welt ist doch vielseitiger als ich dachte

 

Teil eins des Beitrags:

https://blog-herz-der-kunst.ch/farbstimmung-ist-das-gefuehl-eines-ortes/

https://blog-herz-der-kunst.ch/farbstimmung-ist-das-gefuehl-eines-ortes/