Wasser malen: So verändert sich Wasser in der Entfernung.

Heute darf ich euch eine schöne Ankündigung machen: Im Herbstkurs geht es um das Malen von Wasser – und das ist ein spannendes Thema!

Denn Wasser ist eben nicht einfach nur Wasser!

Aber zuerst kommt noch ein richtig wichtiger Kurs in Zürich!

Tolle Farben sind kein Zufall. Wer Farben sicher mischen kann, malt entspannter, freier und mit deutlich mehr Freude. Ich freue mich auf euch!

https://blog.herz-der-kunst.ch/aktuelle-kurse-tine-klein/

Das Raffinierte an Wasser ist, dass es immer anders aussieht. Nicht nur die Farbe wechselt, sondern auch die Oberfläche und die Art, wie wir es sehen!

Aber keine Angst, Wasser zu malen ist nicht schwer, wenn man gelernt hat, genussvoll zu beobachten und das passende Rüstzeug hat. Und dies werde ich euch im Herbst geben.

Heute geht es jedoch um das Thema, wie Wasser in unterschiedlicher Entfernung wirkt.

Tine Klein Tutorial Wasser, Aquarell Bodensee Altnau

Altnau Ch am Bodensee

Wasser in der Entfernung:

Wasser ist in der Entfernung nicht ruhiger oder unbewegter als das Wasser, das vor unseren Füßen an das Ufer schwappt.

Dennoch wirkt Wasser in der Entfernung ruhig und weich. Warum?

In der Entfernung verändert sich unsere Wahrnehmung, alles wird kleiner, auch die Wellen. Die Wellen werden winzige Punkte. Zusätzlich bewegen sich die Wellen ständig und deshalb sieht unser Auge sie unscharf.

Zwischen unseren Augen und dem entfernten Wasser liegt Luft. In dieser Luft befinden sich Feuchtigkeit, Staub und kleinste Partikel. Sie streuen Licht und reduzieren Kontraste.

Wasser wirkt in der Entfernung unscharf und deshalb wirkt das Wasser in der Entfernung viel weicher als das Wasser im Vordergrund.

Wasser malen in der Entfernung:

Oft werden:

  • Farben heller und matter
  • das Wasser verliert seine Kanten, Formen erscheinen weicher, Wellen sind nicht sichtbar

Vielleicht hast du Lust, das mal auf deinem nächsten Spaziergang zu beobachten.

Die Faustregel für das Wasser malen heißt: Je weiter weg, desto weniger Details!

Oft malt unser Kopf Dinge, die wir wissen, obwohl wir sie nicht sehen.

Deshalb sollte man sich vor dem Malen noch einmal bewusst machen:

Wellen haben in der Entfernung nichts zu suchen!

Die passende Technik für Wasser in der Entfernung ist die Lasur! Und Nass-in-Nass-Techniken, die keine harten Kanten erzeugen.

Pinsel: Weiche, runde Pinsel, die das Wasser gut speichern. Für feuchte Lasuren ist Naturhaar gut geeignet.

 

Wasser malen im Mittelgrund – erste Wellen entstehen.

Im Mittelgrund erkennt man das erste Mal die Bewegung des Wassers.

Nun erkennt man zarte Wellenformen. Schatten im Wasser fransen leicht aus.

Manchmal kann man auch Lichtreflexe und Schattenbereiche sehen.

Der wichtigste Merksatz zum Wassermalen im Mittelgrund ist:

Weniger ist mehr!

Oft reicht es, die Spiegelungen leicht zu verwischen. Zarte horizontale Linien zeigen die Bewegung des Wassers. Diese zarte Bewegung kann man durch mehrere Methoden erreichen.

Zwei, drei zarte Linien reichen, um das Wasser anzudeuten.

Man malt das Wasser in schnellen horizontalen Linien mit einem dünnen Pinsel.

Werkzeug:

Oft kann ein synthetischer kleiner Flachpinsel sehr hilfreich sein. Man benutzt nur die Spitze dieses Flachpinsels und zieht kleine horizontale Linien in die Spiegelung. Daraus macht unser Auge Wellen. Diese Technik funktioniert nass, aber auch trocken. Hier wischt man trockene Farbe aus, und die Wellen entstehen durch die Lichter.

Wasser malen auch Perspektive spielt eine Rolle:

Wer zuviel macht erzeugt Flecken!

Wer Wellen ganz regelmässig in ein Wasser setzt, bildet zwar ab was auf dem Wasser wirklich passiert, erzeugt aber ein unnatürliches fleckig hässliches Wasser.

Hinten ist das Wasser Weich. Ererst im Mittelgrund beginnt man Wellen zu sehen, Diese sollte man jedoch Sparsam setzen. Weil Bilder Ruhe brauchen.

Durch Perspektive erscheinen Wellen:

  • weiter hinten klein
  • nach vorne breiter und mit größerem Abstand

Während Wllen hinten nur kleine Linien sind werden sie nach vorne immer größer!

Wasser im Vordergrund – Struktur, Energie und Bewegung

 

Die Großaufnahme von Wasser in der Nähe ist wunderbar! Hier sieht man alles Mögliche: scharfe Wellen, Farben und Schatten. Erst im Vordergrund werden Spiegelungen plastisch!

Nur im Vordergrund sind Spiegelungen von Booten oder Häusern, Bäumen etc. absolut scharf zu sehen. Die Formen werden im Vordergrund härter und schärfer. Auch dunkle Farben kommen bei Schatten und Spiegelungen ins Spiel, denn die Feuchtigkeit in der Luft verwischt diese Formen nicht mehr.

Oft sind die Farben von Spiegelungen trüber als die originalen Farben des Motivs an Land!

Wasser malen mit Aquarell bedeutet, dass die Technik wechselt.

Technik: Wir malen nun Nass auf Trocken – im Hintergrund Nass in Nass weil es weicher ist.

Die gute Nachricht ist, diese Technik ist am leichtesten.

Als Werkzeug sind Pinsel mit guter Spitze geeignet.

Liebe Grüße

Tine

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Wasser malen – Aquarell, das heißt Wasser!

Nass in Nass – Aquarell lernen!

Nass-in-Nass gilt als eine der anspruchsvollsten Techniken im Aquarell. Oft hört man, sie sei nur etwas für Könner. Ich sehe das anders.

Am Anfang wirkt sie kompliziert, weil sie vor allem eines verlangt: gutes Timing.

Und ein Gefühl für das richtige Timing entsteht nicht über Nacht.

Unser Gehirn lernt jedoch erstaunlich gut. Es ist wie eine Kiste voller Legosteine – Stein für Stein, entsteht etwas Neues.

Wie entwickelt man also das nötige Fingerspitzengefühl für die Nass-in-Nass-Technik?

Wissbegierig? Perfekt! Genau für solche Menschen sind meine Kurse gemacht.

Aktuelle Kurse mit Tine Klein

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Dranbleiben! Der Schlüssel zum Erfolg.

Dranbleiben! Der Schlüssel zum Erfolg.

Wer etwas lernen möchte, braucht Übung.

Das klingt banal, ist aber einer der wichtigsten Bausteine beim Malen.

Oft erlebe ich, dass meine Schüler eine Technik im Unterricht wunderbar beherrschen. Sechs Monate später funktioniert sie plötzlich nicht mehr. Warum?

Ganz einfach: Ein einmaliger Erfolg reicht nicht aus. Unser Gehirn muss Bewegungen, Abläufe und Entscheidungen immer wieder wiederholen, damit daraus eine dauerhafte Fähigkeit wird. Erst durch Wiederholung entstehen sichere Verbindungen im Gehirn.

Genau deshalb ist Üben so wichtig.

Nicht stundenlang, sondern kurz und regelmäßig.

Also keine großen Motive, sondern nur zielgerichtet üben, was man braucht.

Keine Verwirrung! Timming braucht stabile Grundlagen:

Wer im Aquarell Fingerspitzengefühl entwickeln möchte, braucht vor allem eines: verlässliche Bedingungen.

Nass in Nass ist eine dieser Techniken, man muss beim Malen merken, wann der richtige Zeitpunkt ist, eine feuchte Farbe in eine feuchte Lasur zu geben.

Dieses Gefühl entsteht jedoch nicht, wenn ständig Papier und Pinsel gewechselt werden.

Stell dir vor, du möchtest Klavierspielen lernen. Nach jeder Übungsstunde werden die Tasten anders angeordnet. Niemand käme auf die Idee, dass man so Fortschritte machen könnte.

Genau das passiert jedoch vielen Aquarellmalern.

Heute ein Papier, morgen ein anderes.

Dann wieder ein neuer Pinsel. Dabei verändert sich jedes Mal, wie viel Wasser gespeichert wird und wie schnell es wieder abgegeben wird.

Wechselst du ständig Papier und Pinsel, werden deine Lernversuche zur Nass in Nass Technik krachend scheitern.

Das Gehirn sucht nach Mustern. Es möchte verstehen: »Wenn ich das tue, passiert jenes.« Bekommt es jedes Mal andere Voraussetzungen, kann es diese Zusammenhänge nicht zuverlässig lernen.

Das richtige Material für Nass in Nass:

Beim Thema Nass in Nass hält sich ein Mythos besonders hartnäckig:

Ohne teures Baumwollpapier gehe gar nichts??

Doch das Material entscheidet nicht darüber, ob die Technik funktioniert – es verändert lediglich das Zeitfenster, in dem sie funktioniert.

Baumwollpapier speichert Wasser länger. Dadurch bleibt die Lasur länger offen,

und du hast mehr Zeit, den richtigen Moment zu erwischen.

Das kann gerade am Anfang angenehm sein. Manchmal wartet man allerdings gefühlt eine Ewigkeit auf genau den richtigen Feuchtigkeitsgrad.

Ein gutes heißgepresstes Papier kann genauso hervorragende Ergebnisse liefern.

Hier läuft die Uhr nur etwas schneller.

Wer das weiß, passt seine Arbeitsweise einfach an.

Wichtiger als der Preis ist deshalb die Qualität. Das Papier sollte stabil sein und mindestens 300 g/m² besitzen. So verhält es sich zuverlässig und gibt dir eine gute Grundlage zum Üben.

Auch der Pinsel spielt eine entscheidende Rolle. Er bestimmt, wie viel Wasser und Farbe tatsächlich auf dem Papier landen.

Deshalb ist der Begriff „Nass in Nass“ eigentlich etwas irreführend. In der Praxis arbeitet man meist mit einer relativ cremigen Farbe in einer feuchten Lasur. Würde beides tropfnass sein, würden die Farben unkontrolliert ineinanderlaufen. Oder anders gesagt: Wenn du Milch in den Kaffee gießt, entsteht kein schönes Bild.

Sanfte Wellen – Nass in Nass mit Fingerspitzengefühl

Sanfte Wellen gehören zu den schönsten Anwendungen der Nass-in-Nass-Technik. Das Geheimnis liegt dabei nicht im Pinselstrich, sondern im richtigen Zeitpunkt.

Zuerst legst du eine gleichmäßige, feuchte Lasur an.

Sie sollte überall denselben Feuchtigkeitsgrad haben. Achte darauf, dass keine Pfützen entstehen und die Oberfläche gleichmäßig glänzt. Ist eine Stelle trockener als die andere, verlaufen die Farben später unterschiedlich.

Preiswerter Tipp: Sprühflaschen für Haarpflegeprodukte erzeugen einen viel feineren Nebel als herkömmliche Wassersprühflaschen. Damit bleibt deine Lasur gleichmäßig feucht. Plündere dein Badezimmer!

Nun beginnt der wichtigste Teil: das Warten.

Beobachte das Papier genau. Direkt nach dem Auftragen ist die Lasur zu nass. Würdest du jetzt die Wellenschatten malen,

würden sie sofort auseinanderlaufen und ihre Form verlieren.

Das Wasser übernimmt die Kontrolle.

Nach kurzer Zeit verändert sich der Glanz. Die Oberfläche glänzt nicht mehr spiegelnd, sondern wirkt seidig. Genau jetzt beginnt das Zeitfenster, in dem die  Nass-in-Nass-Technik gut klappt. Das Papier ist feucht aber nicht nass.

Nimm nun einen Pinsel, der fast cremige Farbe enthält, aber nicht nass ist. Er sollte Farbe enthalten, jedoch nur wenig zusätzliches Wasser. Der Pinsel darf die Lasur nicht erneut fluten.

Die Aufgabe des Pinsels ist es lediglich, Pigmente in den feuchten Farbfilm einzubringen.

Male jetzt mit ruhigen Bewegungen die Wellenschatten. Die Linien dürfen ruhig unregelmäßig sein, denn Wasser bewegt sich niemals mathematisch exakt.

Während du malst, werden die Striche von selbst etwas weicher.

Genau das ist erwünscht. Die feuchte Lasur nimmt die Farbe langsam auf und lässt harte Kanten verschwinden.

Sollten die Striche dagegen scharf stehen bleiben, war das Papier bereits zu trocken.

Dieses Problem entsteht auf heißgepresstem Papier. Also Sprühen!

Verlaufen deine Wellen zügig zu breiten Flecken, war die Lasur noch zu nass.  DIes Passier auf Baumwollpapier oft!Genau zwischen diesen beiden Zuständen liegt der ideale Moment.

Je näher eine Welle am Betrachter liegt, desto kräftiger und kontrastreicher darf ihr Schatten sein. In der Ferne werden die Schatten immer feiner, heller und flacher.

So entsteht ganz von selbst räumliche Tiefe.

Fazit!

Viele glauben, die Nass-in-Nass-Technik sei unberechenbar. Tatsächlich folgt sie klaren Regeln. Das Papier bestimmt den richtigen Zeitpunkt, der Pinsel liefert die passende Farbmenge und Feuchtigkeitsmenge. Du musst lernen, wann beides zusammenpasst.

Genau deshalb ist Nass in Nass weniger eine Frage des Talents als des Beobachtens.

Liebe Grüße Tine

Die neuen Kurse sind da!

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Durch dick und dünn! Pinselgröße im Aquarell

„Kunst ist meine Sprache, Stifte und Pinsel sind meine Rüstung.“ Lord Gibson

Pinselgröße und Strichstärke im Aquarell:

Wer wirklich ausdrucksstarke Bilder schaffen möchte, muss lernen, durch dick und dünn zu gehen

– im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Strichgröße gibt den Ausschlag für die Wirkung eines Aquarellbildes.

Wer mit zu kleinen Pinseln arbeitet, wird nie das lockere und weiche Ergebnis erreichen, das man beim Skizzieren und in der Aquarellmalerei so schätzt.

Wer schnell arbeitet, erzeugt dadurch weiche Übergänge zwischen den Farben. Denn die Geschwindigkeit ermöglicht, dass die Farben verlaufen, und dies gibt dem Bild eine natürliche Leichtigkeit. Diese entsteht durch den Arbeitsprozess. In der ersten Phase des Aquarells arbeitet man mit hellen Farben. Diese Farben sind so hell, dass man sie später vollkommen mühelos übermalen kann. Das heißt, die Formen werden erst in der nächsten Phase des Malens herausgearbeitet, und deshalb erhält der Maler eine enorme Freiheit.

Die erste Phase im Aquarell – der Dicke Pinsel und viel Wasser!

Rund ums Haus wurde mit einem dicken Pinsel gemalt! Das macht es skizzenhafter, es ist ein Spiel mit der Leichtigkeit, so wie es sich jeder Aquarellmaler wünscht. Die Lockerheit entsteht dadurch, dass der Maler mit einem großen Pinsel und viel Wasser einfach loslegt und ohne Angst die ersten Farben des Bildes aufträgt. Der Betrachter bemerkt später, dass hier mit viel Freiheit gearbeitet wurde. Genau das erzeugt den Eindruck von Leichtigkeit, den man am Aquarell so liebt.

Der Effekt der durchs Bild flutenden Farben ist allerdings wunderschön.

Die passenden Pinsel für diese ersten Schritte sind große Lasurpinsel. Ich bevorzuge jedoch Pinsel mit synthetischen Haaren, die einen sehr großen Pinselkopf und gleichzeitig eine feine Spitze besitzen. Diesen Pinseltyp nennt man Manteliner. Die Pinselgröße ist so groß, dass sie einen Lasurpinsel ersetzen kann. Er kann große Mengen Farbe aufnehmen und ermöglicht dadurch großzügige, fließende Pinselstriche. Trotz seiner Größe bleibt die Spitze fein genug, um bei Bedarf auch kleinere Formen anzulegen.

Doch in der ersten Phase haben kleine Details nichts zu suchen.

Hier geht es um großzügige Farbverläufe und wunderbar aquarellige Flächen, die dem Bild von Anfang an Leichtigkeit und Atmosphäre verleihen.

Und so ist die große Pinselgröße oft der ausschlaggebende Faktor für ein lockeres und gelungenes Aquarell.

Beim Pinsel ist es ein Spiel aus groß und klein.

Welche Pinselgröße benötigt man in der ersten Phase des Aquarells?

Der Pinsel muss immer größer sein, als man denkt! Ist ein Pinsel zu klein, entstehen verkrampfte Striche, und er kann nicht genügend Wasser aufnehmen. Der Farbauftrag wird strichig und wenig großzügig. Die Farben müssen locker ineinanderfließen können, damit wunderschöne Farbverläufe und lebendige Farbeffekte entstehen.

Viele meiner Schüler bevorzugen kleine Strichstärken, weil sie sich damit sicherer fühlen. Doch eine kleine Strichstärke gibt dir beim Lasieren nicht mehr Kontrolle. Das Ziel einer Lasur ist ein feuchter, großzügiger Farbauftrag, in dem sich die Farben von selbst miteinander vermischen. Hier ist eine zu starke Kontrolle nicht wirklich sinnvoll. Trotzdem treibt uns die Unsicherheit immer wieder zu kleinen Strichstärken.

In der Regel benutze ich in meinen Skizzenbüchern im Format 30 × 40 cm einen Manteliner (Rundpinsel) der Größe 18. Vorausgesetzt, dieser Pinsel besitzt nicht nur einen großen Pinselkopf, sondern auch eine wunderbar feine Spitze, ist er ein echter Allround-Pinsel, mit dem sich rund 80 Prozent eines Bildes malen lassen.

In der ersten Phase einer Skizze oder eines Aquarells kann man natürlich auch mit Lasurpinseln arbeiten. Diese besitzen ebenfalls einen großen Pinselkopf, bilden jedoch keine feine Spitze aus. Wer auf sehr großen Formaten arbeitet, ist mit einem solchen Pinsel bestens ausgestattet.

Pinselgröße und Pinselart konrollieren!

Zum Glück gibt es einen ganz einfachen Test: Tauche den Pinsel in ein Glas Wasser und drücke ihn anschließend leicht zusammen. Fließt das Wasser regelrecht heraus, dann hältst du einen Lasurpinsel in der Hand. Kommt das Wasser dagegen nur tropfenweise heraus, ist es wahrscheinlich ein normaler Rundpinsel oder ein Manteliner.

Links siehst du einen Mantelliner, rechts einen Lasurpinsel – zum Verwechseln ähnlich!

Ein Pinsel, der sehr viel Wasser und Farbe abgibt, ist für die ersten lockeren Farbverläufe und großzügigen Farbeffekte wunderbar geeignet.

Ein Lasurpinsel hat in der Regel nur eine große, weiche Spitze. Denn er soll die Lasur nicht zerstören, indem er in den Pigmenten herumkratzt. Das heißt, ein Lasurpinsel gleicher Größe ist im feuchten Zustand immer wesentlich breiter als ein normaler Rundpinsel.

Deshalb ist es sehr wichtig zu wissen, mit welcher Art von Pinsel man malt. Ein Lasurpinsel, dessen Spitze nie richtig spitz bleibt und der ständig Wasser abgibt, kann schnell das Gefühl von Kontrollverlust erzeugen. Genau in diesem Moment bekommen viele meiner Schüler Angst – und greifen als Reaktion zu viel zu kleinen Pinseln.

Merke dir deshalb: Der Lasurpinsel ist der Spezialist für die erste Malphase. Hier dürfen die Farben fröhlich durchs Bild fluten und wunderschöne Farbverläufe entstehen. Alternativ eignet sich ein sehr großer Rundpinsel mit einer sehr guten Spitze. Er ist groß genug, dass man mit ihm ebenfalls lasieren kann.

Die kleine Pinselstärke

 

Paradoxerweise greifen viele meiner Schüler bei großen Flächen zu viel zu kleinen Pinseln. Bei den feinen Linien wählen sie dann häufig ebenfalls das falsche Werkzeug. In der Regel greifen sie zu winzigen Rundpinseln.

Lustigerweise greifen meine kleinen Kontrollfreaks hier ausgerechnet zu einem Pinsel, der ihnen überhaupt keine Kontrolle gibt.

Man erwartet von einem kleinen Pinsel, dass er besonders feine und präzise Linien zieht. Doch der Strich wird dadurch nicht fein und gleichmäßig, weil sein Pinselkopf nur wenig Wasser und Farbe aufnehmen kann.

Zunächst ist er zu dick. Nach wenigen Millimetern geht dem Pinsel das Wasser aus, der Strich wird strubbelig und bricht auseinander. Statt eleganter Linien entstehen grobe und unruhige Striche.

Klein heißt nicht automatisch präzise.

Doch in den letzten Jahren sind Pinsel auf den Markt gekommen, die dieses Problem mühelos lösen. Es handelt sich um Detailpinsel, die man Schlepper nennt. Sie besitzen einen außergewöhnlich langen Pinselkopf. Oft sind die Haare bis zu 3,5 Zentimeter lang. Der Pinselkopf ist also extrem schmal und gleichzeitig sehr lang.

Mit einem solchen Pinsel lassen sich feine Linien erstaunlich leicht erzeugen.

Doch Vorsicht: Dieser Pinsel ist nicht dafür gemacht, viele kleine Details mit höchster Präzision ins Bild zu setzen. Seine Stärke liegt woanders. Er eignet sich hervorragend für lange, natürliche Linien – zum Beispiel Äste, Gräser, Drähte oder Masten. Gerade weil der Pinsel so lang ist, entstehen diese Linien fast wie von selbst und wirken lebendig statt verkrampft.

Zum grafischen Arbeiten, zum Schreiben oder zum Ausarbeiten vieler winziger Details ist ein Schlepper dagegen ungeeignet.

Und genau das ist einer seiner größten Vorteile. Viele meiner Schüler haben das Bedürfnis, alles ins Bild zu zeichnen, was sie sehen. Der Schlepper bremst diesen Drang aus. Er lädt dazu ein, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – und genau dadurch entstehen oft die besseren Aquarelle.

Liebe Grüße Tine

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Weiterlesen bei Tine, mehr Wissen über Pinsel:

https://blog.herz-der-kunst.ch/der-richtige-pinsel-fuers-richtige-ergebnis/