Feinarbeiten, feine Linien eine Herausforderung für Maler!

Aquarell von Tine Klein, Rathaus Basel, Aquarell und Füllhalter, Tutorial Feinarbeiten in Skizzen und Aquarellen.

Ein Tempel für die Demokratie! Briefwahlabgabe im Rathaus Basel. So einfach ist das! Und in den Vereinigten Staaten erregt es die Gemüter! Pen and Ink, Aquarell und Tinte Tine Klein.

Feinarbeiten und Details sind eine Herausforderung für Maler.

Es gibt Motive, da fallen einem die Augen aus dem Kopf. Das rote Rathaus in Basel ist eines dieser Motive. In diesem Haus gibt es so viel zu sehen, dass man für jeden Quadratmeter sicherlich zwei interessante Bilder machen. Es gibt Statuen, Schmiedearbeiten, wunderbare Wandmalereien, leuchtendes farbiges Glas und allerlei Architektonisches zu entdecken. Jeder, der gerne malt, leckt sich die Finger nach einem solchen Motiv.
Im ersten Moment ist man völlig erschlagen von der vielfältigen Pracht.
Das größte Problem an einem solchen Motiv ist, dass man sich auf etwas konzentrieren muss. In diesem Haus wimmelt es vor schönen Kleinigkeiten, aber in einem Bild ob klein oder groß, kann man nicht alles gleichzeitig zeigen.
Die Basler haben sich hier einen stolzen Tempel der Demokratie gebaut, prächtig, zauberhaft, vielfältig und sehr, sehr rot!
Und schon kommen wir zum heutigen Thema, wer solch eine malen möchte, der kommt an freien Arbeiten nicht vorbei! Zauberhafte Details

Feinarbeit für den Genius Loci

Genius Loci, dies ist der Geist eines Ortes.
Es gibt bestimmte Dinge, die machen einen Ort erst zu dem, was er ist.
Das Rathaus in Basel wird bestimmt durch seine rote Farbe, es hat aber auch einige andere Details, die einfach zauberhaft und bestimmend sind. Zum Beispiel die prachtvollen und kunstfertigen Kunstschmiedearbeiten.

Wer alles malen will, der verzweifelt!

Der erste Tipp, den ich heute zu Kleinigkeiten geben möchte, ist, das man abstrahieren und aufräumen muss. Alles geht nicht! Im Basler Rathaus muss ich mich zum Beispiel zugunsten der Schmiedearbeiten die wundervollen Wandbilder weglassen.
Das tut weh, aber:
Die meisten Bilder gehen durch zu viel kaputt und nicht durch zu wenig.
Es gilt die Konzentration auf das Wesentliche, und wie das geht, werde ich euch nächste Woche beschreiben. Heute geht es erst mal um die kleinen Feinarbeiten.
Selbst wenn man schon viele Details weggelassen hat, stellt man fest, dass man immer noch nicht alles naturgetreu malen kann.
Alleine schon weil selbst der feinste Stift oder Pinsel zu dick ist! Wer dies wollte, müsste auf ein riesiges Format ausweichen, das riesige Tor des Rathauses hat hunderte von kleinen Details.
In einem Bild  geht es nur um die Gesamtwirkung  von Details.
Die Faustregel zu den Feinarbeiten ist:
Es muss nur aussehen, wie!
Schau mal im rechten Tor oben, links ist mein Fokus, rechts reicht weniger, das Muster wird im Grunde nur „nachgeafft“.

Zitieren ist die richtige Technik:

Man muss sich die wichtigen Details und Linienführungen aus dem Original herauspicken und sie in kleine und abgespeckter Form neu zusammensetzen.
Genau richtig ist es, wenn man sich die schönsten Dinge herausgesucht hat, der Betrachter diese sehen kann, ohne dass das Bild zu voll wirkt.
Faustregel:
Zeige einmal oder zweimal, aber nicht immer wieder.
Lass deinen Betrachter selbst arbeiten! Der Mensch liebt es seine Fantasie einzusetzen!.
Selbst wenn du nicht alles malst, wird es der Betrachter genauso klar sehen! Das ist das wunderbare an Menschen, wir können anderen durch Fantasie und Intuition folgen.
Schau mal die sechseckigen Glasscheiben, davon gibt es Hunderte. Im Fenster reichen ein paar Kringel.

Die Aufmerksamkeit auf Feinheiten lenken:

Wer Details in Bilder einfügen, muss das Thema des Bildes unbedingt im Kopf behalten.
Feinheiten und Details sind kein Selbstzweck. Sie werden nur dort eingefügt, wo der Betrachter hingucken soll. Wenn ich zum Beispiel die schmiedeeisernen Arbeiten zeigen möchte, dann tauchen genau dort im Bild die meisten Feinheiten, Details, aber auch die meisten Veränderungen in Bezug auf hell und dunkel auf. Schau mal in das linke Tor oben.
Alles was nicht von besonderer Wichtigkeit ist, bleibt grob.
Ich bilde also einen Kontrast zwischen ausgearbeitet und nicht ausgearbeitet. Fein versus grob, Flächiges im Kontrast zur Linie, Kontraste sind immer ein bewährtes Mittel, um die Aufmerksamkeit des Betrachters zu steuern.

Das Malen von Feinarbeiten hat seine Tücken!

 
Wer von uns hat das noch nicht erlebt? Ein wundervolles Bild, und dann gibt es den Augenblick, wo es kippt. Plötzlich wieder schöne Bild nicht mehr hübsch aus.
Wenn ein Bild zu viele Details hat ist es:
Kaputt gemalt
Der häufigste Grund ist, dass es zu viele Feinarbeiten gibt und das Bild völlig überfrachtet wird. 
Das Material hat seine Grenzen:
Zusammengefasst kann man die Fehler wie folgt beschreiben:
• Zu dick! Und zu grob!
• Zu dunkel und es passt nicht ins Bild!
• Es wirkt aufgesetzt und hat die falsche Farbe.
Die Leichtigkeit sagte: Adé und winkte traurig!
 

Das Material und Technik spielen beim Malen von Feinarbeiten eine große Rolle.

Ich kann Materialmix sehr empfehlen, in diesem Aquarell habe ich für die Feinarbeiten zum Füllfederhalter gegriffen. Tinte ist ebenso wasserlöslich wie Aquarellfarbe, und deshalb kann man sie feucht wie trocken verarbeitet. In der Verarbeitung unterscheidet sie sich also überhaupt nicht von Aquarellfarbe. Das Einzige, worauf man aufpassen muss, ist dass die Farbe der Tinte auch wirklich ins Bild passt. Viele Zeichner lieben es, mit Schwarz zu zeichnen, dies wird jedoch die Farbwirkung eines Bildes dramatisch verändern.
Wer mit Schwarz arbeitet, muss sehr vorsichtig vorgehen, denn Schwarz wirkt hart.
Wer lieber möchte, dass die Farbe unmerklich mit dem Aquarell verschmilzt, sollte zu einer Farbe greifen, die mit der Hauptfarbe des Bildes verwandt ist.
Es gibt noch einen kleinen Techniktipp:
Füllhalter, aber auch tintengefüllte Stifte, muss man nicht im Trockenen verwenden. Kommt Feuchtigkeit ins Spiel kann man sie sanft schmelzen lassen.
Ebenfalls wunderbar geeignet sind Aquarellstifte, mann kann mit ihnen ganz fein arbeiten.
Ist der Kontrast dann doch zu hart, kann man mit Wasser zu viele Details verschwinden lasen.

Feine Pinselarbeiten -eine haarige Sache

Feine Pinsel funktionieren nicht! Blöd aber sehr wahr.

Warum? Zu wenig Haare, das ist der Hass, man brauch ständig neue Farbe und dann sieht alles aus wie ein Flickenteppich!

Zum Pinsel habe ich bereits einen Blog geschrieben, den hänge ich an! Im Alltag liebe ich Mantelliner diese können alles dick und dünn.

Wichtig ist die Geschwindigkeit mit der man die Linien malt.

Feine Linien kann man nicht langsam und präzise malen, dabei gibt man dem Wasser viel zu viel Zeit aus dem Pinsel zu laufen.

Mut haben, Luft holen und dann in rasender Geschwindigkeit, so bleibt der Strich mit dem richtigen Pinsel fein und elegant!

 

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

 

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Zur Pinselspitze:

5 commentaires sur “Feinarbeiten, feine Linien eine Herausforderung für Maler!

  1. Liebe Tine
    Obwohl ich Basler bin, habe ich das Rathaus noch nie unter diesem Blickwinkel betrachtet. Ich werde es aber demnächst nachholen.
    Ich möchte diese Art Bilder schon auch noch lernen. Es ist faszinieren.
    Danke für die guten Inputs
    Gruss
    Paul Blumer

  2. Liebe Tine, kannst Du nicht mal Deine viiiielen tollen Tipps als PDF zum kostenpflichtigen Download anbieten? Ich würde so gerne auch offline darin schmökern!! Es gibt Anbieter, da kannst Du aus einem Blogsystem ganz automatisiert ein Büchlein im PDF-Format erstellen lassen. Ich würde es sofort kaufen!
    Liebste Grüße
    Tanja

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