Reiseskizze gemeinsames entdecken

Tine Klein malt georgetown Malaysia, Kapitan Kelin Moschee Reiseskizze

Ich bin verrückt nach dem rosa Licht, dem Lärm, dem Geruch der Gewürze aus den allgegenwärtigen Garbuden.

Aus einem Film stammt der Spruch:

same same, but different

Und ich habe nie einen treffenderen Spruch gehört.

In dem Film geht es um einen jungen Mann der das erste Mal in Asien ist, auch ich war mit Anfang 20 das erste Mal in Asien, mit allen kulturellen Spannungen. Wenn man beim chinesischen Arzt erst mal eine Spinne zum essen verschrieben bekommt, dann guckt man mehr als dumm…

Im Moment bin ich in Malaysia, ein wunderschöner heißer Vielvölkerstaat mit einem Tatsch 1000 und einer Nacht. Chinesen, Muslime, Inder, Malaien und Europäer, deshalb jeden Tag überraschend.

Besonders fremd sind für mich immer die muslimischen Einflüsse, doch das klappt hier gut und so kann man den Gesang des Muezzins genießen. Es ist ein ganz besonderer Zauber, wenn das Licht rosa wird…ich hab mir eine Haremshose gekauft…smile.

Zauberhaft Anders

Wenn man auf Reisen ist, kommt einem erst mal alles zauberhaft anders vor. Im schlimmsten Falle ist alles erschreckend anders.

Tine Klein Reiseskizze von 2 Muslimen in Malaysia

Der Stift ist eine Methode sich erst mal in Ruhe alles anzusehen. Das Reisen mit den Skizzenbuch ist ein sehr ruhiger und intensiver Lebensstil.

Dabei entdeckt man so einiges, ich kenne Zeichner und Maler aus geschätzt 20 Nationen, alle sagen das Gleiche:

Malen öffnet die Augen

Das Zeichnen schärft die Sinne und macht einen lebendig, man riecht man, schmeckt einen Ort und man wird gierig nach seinem Licht.

Dieser Effekt ist völlig unabhängig von Rasse und Nationalität, es bilden sich schnell Freundschaften, denn der Blick des Künstlers verbindet.

Reiseskizze ein anderes Wort für intensiv sehen.

Der intensive Blick des Zeichens erlaubt mehr als nur den Blick auf die Oberfläche. Schaut man sich Dinge und Kulturen sehr lange an, dann begreift man natürlich all die vielen Unterschiede. Doch die Fremdartigkeit wird oft durch das Menschliche gemildert, denn hinter der Kulisse ist vieles gar nicht so anders als zu Hause.

Eben: Same Same but different

Gemeinsamkeiten entdecken

Schaut man auf die reine Oberfläche, dann ist alles anders: die Gesichter, die Gebäude und die Religion. Mir macht es Freude all die zauberhaften und andersartigen Dinge zu sehen, die Gerüche und das Licht machen das Zeichnen und Malen zu etwas ganz Besonderem. Doch fremd fühle ich mich nicht, denn mit meinem Stift habe ich einen einzigartigen Übersetzer.  Normalerweise kauft man eine Eintrittskarte und dann schlendert man durch eine Sehenswürdigkeit.

Dabei lernt man recht viel über Kultur, aber sehr, sehr wenig über den Alltag und die Gedanken der Menschen.

 

Setzt man sich jedoch mit einem Stift hin und beobachtet, dann  braucht man keine Sprache. Mit dem Stift lernt man wie ein Kind, diese Fähigkeit haben wir alle mitbekommen. Beim Erwachsen werden wir diese Fähigkeit verschüttet, mit dem Stift ist mal wieder so offen wie ein Kind.

Dabei schließt man dann genauso schnell Bekanntschaften wie in der Kindheit.    

Schaut euch einmal diese schnelle Skizze an:

Tine Klien Reiseskizze Männer mit Moped for der Kapitan Kelin Moschee

Männer, komische Typen mit merkwürdigen Hüten, stehen vor einer Moschee. Andersartiger kann das Alltagsleben ja wohl kaum sein.

Dennoch braucht man mit dem Stift absolut keine Sprache, den hier stehen die Männer vor ihrem neuen Motorrad. Es wird heftig gefachsimpelt. Auch die kleinen Jungen sind begeistert.

Ist es denn so anders als zu Hause?

 

Tine Klein Viel-Völker-Mischung bei Reis und einem Tässchen Kaffee

Auch hier 2 Damen beim Plaudern:

“Also ehrlich, ich kann dir sagen….haha, das haben die doch nicht wirklich getan.”

Auch wie Zuhause oder?

Also keine Angst vor Abenteuer, der Stift ist ein Universalübersetzer.

Liebe Grüsse Tine

Welches Material schleppt man mit zum malen?

http://blog.herz-der-kunst.ch/kleines-marschgepaeck-reisekunstmaterial/

 

Kleines Marschgepäck Reisekunstmaterial

Malen ist fühlen!

Fühlst du nicht, dann bleibt dein Werk stumpf.

Im Grunde sollte eine Zeichnung eine Art Seismograph sein und erzittern mit der Macht der Gefühle.

Meine Hand liegt locker auf dem Skizzenbuch, doch mein Blick liegt auf dem Motiv. Es ist zu viel, viel zu viel…die Hitze ist wie ein Schlag mit einem heißen nassen Handtuch.

Die Gerüche sind umnebeln mein Gehirn, dazu Jasmin, Mottenkugeln, Kämpfer, Staub und Abgase. Der Lärm, das Auspuffknallen und die Sprache sind so fremd wie der sehnsüchtige Gesang des Muezzin. Melodisch und jaulend, tausend Lichter und Klänge.

Es ist zu viel, ich löse mich in Hitze auf… Der Schweiz bricht durch meine Poren, wild und unbändig. Jede Pore öffnet sich. Ich muss meinen Geist abschirmen, um das zu Papier zu bringen. Ich muss mich konzentrieren….ein Schweißtropfen kitzelt, läuft ganz langsam herab, eine goldene Kugel die langsam herabläuft, ganz sanft über die Krümmung meines Halses, die goldene Kugel windet sich unaufhaltsam über meine Schulter, bahnt sich ihren Weg über meine brennende Haut, gebannt beobachte ich ihren Weg, bis sie ihren Weg über meinen Füllhalter vermischt mit der Tinte auf mein Blatt findet.

Putsch…das Blatt hat einen Fleck…das Blatt ist verdorben?

Skteching with KK in the jungle

Nein, es ist Herzblut…

So muss eine Zeichnung anfangen; mit Herzblut, Leidenschaft und allen Sinnen…. Lasst euch überraschen. Das Herz der Kunst ist auf Reise und sammelt Eindrücke für Euch. Seid gespannt wann die ersten Ergebnisse kommen…

Von Herzen Tine

Reiseaquarell die schnelle Methode

Oetwil am See ein Blog von Tine Klein zum Thema Reiseaquarell

Tine Klein, Bauernhof mit Zugvögel bei Oetwil am See in der Schweiz

Dies ist eine Methode für Leute, die ein bisschen spät dran sind, wie die Zugvögel dieses Jahr.

Schnell und gut Malen lernen, das ist unser aller Ziel. Dies möchten nicht nur die unerfahrenen Zeichner und Maler, auch die erfahrenen Maler wollen schnell gute Qualität.

Eins der wichtigsten Ziele, das mir viele meiner Schüler nennen ist, dass sie lockerer werden wollen. Die folgende schnelle Methode, die ich euch vorstelle um Skizzen oder auch ein Reiseaquarell zu machen, beruht auf etwas Mut.

Das Schwierigste an dieser Methode ist eigentlich, dass man all seinen Mut zusammen nehmen muss und dann das machen, was unvorstellbar ist:

Das ganze Motiv wird in einem Zug gemalt.

Im ersten Zug wird, nicht zu dunkel, die Farbstimmung eines Motive in einem Zug wiedergegeben. Bitte lest dazu noch einmal dem Blog Farbstimmung, den ich euch am Ende des Tutorials anhänge.

Im ersten Schritt des Aquarell ´s  wird das gesamte Bild in einem Zug gemalt. Die Farbstimmung des Motivs wird wiedergegeben, dafür wird Farbe in Farbe getropft bis in der Größe des Bildes eine Farbwolke mit der Stimmung des Motivs entsteht. Dabei hält man sich in etwa an das was man sieht. Jedoch sind die Grenzen des einzelnen Motivs völlig unwichtig.

Das Ganze ist nicht mehr als ein riesiger stimmungsvoller Farbklecks.

Das Schwierigste an der Technik ist den Kopf zu befreien

Tatsächlich ist diese Technik sehr einfach, das Schwierige daran ist es von den Grenzen im Kopf los zu lassen, weil wir denken das Dach muss rot, der Baum muss grün, dies muss!, das muss, ich muss noch ausmalen!

Von dieser Tretmühle los zu lassen ist nicht einfach, denn wir denken ein Bild ist nur dann gut, wenn wir alles richtig machen. Dabei geben wir Gegenstand für Gegenstand zu viel Bedeutung, denn wichtig ist bei einem Motiv die gesamte Wirkung eines Motive.

Wie macht man so eine Farbwolke?

Das Wichtigste ist, dass man erst mal alle Details weglässt. Man überlegt sich:

Welche Farben liegen hier überhaupt vor oder welche  Farben brauche ich für die Stimmung, die ich malen möchte?

Meistens mache ich dann eine kleine Vorzeichnung, denn die Vorzeichnung hat in dieser Technik nicht mehr Bedeutung als eine kleine Lokalisation, wo ungefähr welche Farben hinkommen. Fehler und das Verschwimmen von Farbgrenzen sind in diesem ersten Schritt vollkommen unwichtig.

Auf der Vorzeichnung lege ich interessante Farbflächen, die im etwa dem entsprechen, was ich sehe. In der Farbfläche vereinige ich alle Farben miteinander. Allerdings versuche ich, dass nicht zu viele Komplementärfarben ineinander laufen, so dass die Farbe nicht grau wird. Wenn ich in dieser Art und Weise male, dann denke ich nicht über das Motiv nach. Ich denke nur über die Farbstimmung nach, die ich dort vor Augen habe und diese versuche ich sehr interessant und mit vielen Farbvariationen umzusetzen.

Die Technik

Bei meinen Reiseaquarell arbeite ich in einer Nass- auf Trockentechnik. Ich benutze meinen feuchten Pinsel, setze Farbklecks für Farbklecks nebeneinander, so dass die Farben ineinander laufen. Die Farben bilden automatisch weiche Übergänge, denn sie sind ja feucht und laufen ineinander. Für diese Technik brauchst du etwas Erfahrung. Wenn du sie jetzt einmal übst und es klappt nicht, dann ist das normal, aber auch kein Grund zu sagen, ich kann das nicht. Die Kunst bei dieser Technik ist den richtigen Feuchtigkeitsgrad zu treffen, denn es klappt nur wenn die Farbe nicht trocken, aber auch nicht patschnass ist.

Es gilt also den Feuchtigkeitsgrad zu treffen, wo die Farben weich ineinander fließen, aber nicht vermatschen.

Jetzt muss ich mal eine Ansage machen: Erwachsene sind es selten gewohnt etwas nicht zu können. Anders als Kinder lassen Sie sich sehr leicht frustrieren. Sie sagen sich, ich kann das nicht und dann ist die Sache gegessen.

Wenn du lernen willst lockerer zu malen, dann musst du diese Technik beherrschen und du musst es einfach üben. Irgendwann weißt du, wie bei deinem Papier, deiner Farbe und deinem Pinsel die Feuchtigkeit sein muss, damit es klappt.

Also halt die Ohren steif und mache es einfach!

So macht man es:

  • Schöne helle Farben, die abwechslungsreich gestaltet sind, ineinander laufen lassen ohne sie in einen Bereich zu vermengen.
  • Die Form des Motive spiegelt sich wieder, muss aber nicht strikt befolgt werden.
  • Verbindungen; es ist wichtig dass die Farben- und Motivanteile miteinander verbunden sind und sanft ineinander laufen.
  • Der Kontakt von Komplementärfarben muss, dort wo die Farben klar, sind strikt vermieden werden.
  • Alle Schatten und Details müssen in der ersten Phase vollkommen vermieden werden

Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus:

Untermalung zu Oetwil am See ein Blog von Tine Klein zum Thema Reiseaquarell

Ja! Es ist nicht mehr als ein schön gestalteter farbiger Klecks bei dem man sich ein wenig an das Original gehalten hat.

Wichtig bei dieser Technik ist, dass du keine zu dunklen Farben benutzt. Der erste Schritt der Technik ist den klaren und hellen Farben vorbehalten

Die Technik: Vorteile und Nachteile

Der Vorteil dieser Technik ist, das man innerhalb eines Farbauftrags ein ganzes Motiv definieren kann. Man nutzt dabei die Farbstimmung um das ganze Motiv wiederzugeben. Der Nachteil dieser Technik ist, dass man ein wenig aufpassen muss, dass man während des Malens keine Komplementärfarben ineinander laufen lässt, denn dann erzeugt man einen undefinierbaren und grauen Farbbrei.

Locker und frei werden

Hält man jedoch an zu vielen Details und zu vielen Farben fest, wird diese Technik gnadenlos scheitern. Um diese Technik auszuführen muss man vorbehaltlos umdenken, denn sonst erhält man einen unattraktiven Farbbrei.

Schritt zwei: Das konkretisieren eines Reiseaquarell ´s:

Oetwil am See ein Blog von Tine Klein zum Thema Reiseaquarell

Das kann noch nicht das gleiche Bild sein? Doch das ist es und im Grunde ist nicht viel passiert:

  • Himmel und Berge abgedunkelt
  • Schatten gesetzt
  • Die Wiese ein wenig länger gemacht
  • In weiß und mit brauner Tinte darüber gezeichnet

Sieht nach viel aus aber das meiste ist Tinte.

In der zweiten Phase kann man nun Details, Licht und Schatten zu dem Motiv hinzufügen. Es geht in dieser Phase darum das Motiv deutlich herauszuarbeiten. Vorher gab es ja nur mehr oder weniger ein Klecks, doch auch wenn man es nicht glaubt, der Klecks ist die Hauptarbeit.

Nun benutzt man dunklere Farben und Formen um Konturen und Details herauszuarbeiten. Auf jeden Fall muss man aussagelose Farben mittlerer Stärke vermeiden. Das Motiv muss durch deutliche Abwechslung von hell und dunkel herausgearbeitet werden. Mach dir ganz klar, nur durch die Abdunklung wird aus dem Klecks ein Motiv.

Im Wesentlichen ist hier mein Füllhalter der Star.

Viel Spaß beim Ausprobieren nicht nur im Reiseaquarell

Tine

Ade Lineal

Im Winter wird es nicht viele Kurse bei mir geben. Allerdings mache ich eine Kursreihe auf die ich mich schon sehr freue. Es ist die Kursreihe für die mutigen Menschen unter euch, die sich vorgenommen haben richtig Zeichnen zu lernen.

Es geht um das richtige Freihandzeichnen; Perspektive ohne Lineale. Und ihr werdet euch wundern, es gibt viele einfache Tricks, die man lernen kann und wie man sich selbst trainieren kann.

Habt keine Angst und seid mutig, auch falls man vom Fahrrad mit Stützrädern auf das freie Zeichnen Umstieg, kam es einem unmöglich war! Learning bei Doing!

In meinem letzten Kurs kam ein Mann zu mir und sagte:

Ich bin hier wahrscheinlich der Idiot, der mit der Narrenkappe, ich kann das noch überhaupt nicht!

Wisst ihr was? Die Narrenkappe hat der, der nicht versucht zu lernen! Wir machen uns mit Spaß, Spiel und Verständnis auf den Weg. Lineal könnte zu Hause lassen! Bringt lieber gute Laune mit.

Münchwilen

https://www.boesner.ch/niederlassungen/muenchwilen/veranstaltung/ungezwungene-perspektive-ade-lineal

Unterentfelden

https://www.boesner.ch/niederlassungen/unterentfelden/veranstaltung/ungezwungene-perspektive-ade-lineal

Aarberg

https://www.boesner.ch/niederlassungen/aarberg/veranstaltung/ungezwungene-perspektive-ade-lineal