Spielerisch Kolorieren

Das Spiel macht dich gut!

Im Unterricht, aber auch hier im Blog, erzähle ich ja immer wieder wie ein Papagei, dass das Spiel einen erst so richtig gut macht. Falls ihr euch nun einen grünen Papagei vorstellt, möchte ich gerne Esmeralda heißen.

Wenn ich immer wieder sage: “Spiel doch mal bitte rum”, dann weiß ich immer nicht so richtig, ob das beim kolorieren wirklich ankommt, deshalb möchte ich in diesem Blog mal einmal nicht so viel schreiben, sondern ich möchte euch mal zeigen, was sich mit ein paar Farben anstellen lässt.

Meine Vorlage ist eine Zeichnung, die ich im Urlaub mit meiner Familie gemacht habe. Da sie nicht warten wollte, konnte ich nur eine schnelle Federzeichnung im Notizbuch machen. Diese habe ich dann auf Zeichenpapier kopiert.

Farb- Setup für das Kolorieren:

Bunte Bilder oder sehr farbintensive Bilder müssen nicht unbedingt aus vielen Farben entstehen. Es ist oftmals gerade für Anfänger viel sinnvoller sich auf ein paar Farben zu beschränken. Denn wenn man nicht so viele Farben hat, dann kann man damit auch so lange spielen bis man, weiß was man damit anstellen kann.

Mein Farb Set-up für dieses kleine Spiel ist:

  • Violett, ich glaube es ist brilliant Blauviolett
  • Lasurorange
  • Opern rosa oder Magenta
  • Burnt Siena
  • Bergblau (Vorsicht Mehrpingmentton)
  • Goldbraun, wirkt wie warmes Gelb
  • Sepia, ein bräunliches Schwarz, weil ich Sepia Tinte  zum Zeichnen benutze, nur in Sspuren eingesetzt
  • Und als Hingucker: Geranienrot (Alle Farben sind von Schmincke)

Am Schluss setze ich noch Akzente in gleichfarbigen Aquarellstiften und ein wenig Türquis. Jetzt fange ich an die Farben bein kolorieren zu kombinieren, mal kombiniere ich die Farbtöne mal ganz bewusst oder einfach aus dem Bauch.

Bild Nummer Eins: Kolorieren in Pastell

Jetzt frage ich mich, wie sieht das denn in dunkel aus?

Oh, auch gut und wie wäre es mit Rot? Sandstein ist ja im Licht sehr wandelbar.

Oder doch lieber ein richtiger Komplementärkontrast? Na, dieses Bild hat ganz schön viele kalte Farben! Fällt mir noch was anderes ein?

Upps, hier bin ich zu nass, jetzt muss ich das Motiv mit Phataloblau aus dem Hintergrund neu aufbauen. Hier sieht man auch den türquisen Aquarellsstift prima. Wer malt muss auch mal eine Überschwemmung retten.

Das Zeichenpapier musste ich hinterher bügeln 😉

Und

Last but not least mit wildem Himmel:

Solche Übungen tüftel ich aus, damit meine Schüler wirklich das freie Kolorieren lernen. Auch wenn das Papier nicht so gut ist wie echtes Aquarellpapier, so kann man doch wirklich lernen Farbe zu benutzen.

Spiel dich ran!

Ich bin mal gespannt, wie die Kolorationen der Schüler darauf ausschauen. Nächste Woche werden 12 Tapfere diese Aufgabe testen, mal schauen was dabei rauskommt.

Liebe Grüße ins Wochenende von eurer Tine

P.S.:

Urban Sketching Gruppen und Kunstvereine können mich direkt ansprechen und ihre Kurse selbst organisieren.

Noch ein anderer Blog zur Farbe:

 

Das Malen, die Zeichnung und die Wahrnehmung

Na, wo ist dieses Bild gemalt worden?

Blöderweise anscheinend in meinen Kopf und nicht da wo mein Körper saß! Die Straße ist in Penang, die Armenian Street. Mein erstes Bild in Malaysia.

Wir sehen nur was wir kennen!

Diese Tatsache ist besonders wichtig in der Zeichnung und auch beim Malen.

Wir sehen oft nur Dinge die uns beschäftigen. Autos sind mir egal. Immer, wenn sich mein Mann ein neues Auto kaufen will, dann sagt er: “Schau die mal dieses Auto an, wie gefällt dir das?“ Dann sage ich: “Oh, das ist wirklich schön, aber ich glaube, das habe ich noch nie gesehen.“ Tatsächlich passiert dann etwas Merkwürdiges, nachdem mein Mann mich zu diesem Auto befragt hat, sehe ich es dann plötzlich in den folgenden Tagen immer häufiger. Plötzlich interessiere ich mich für das Auto, weil mein Mann es kaufen will und  sehe ich dieses Auto dann ständig.

Selektive Wahrnehmung – Scheuklappen auf der Nase

Lustigerweise denken wir alle, dass das was wir sehen genau das ist, was wahr ist. Wir sollten uns vielmehr darüber klar sein, dass wir alle eine dicke fette Brille auf der Nase haben die unsere Wahrnehmung begrenzt.

Unser Gehirn hat eine Schutzfunktion gegen Reizüberflutung. Wusstest du, dass das das Gehirn alles überflüssige ausblendet?

Hast du gemerkt das ich gerade eben oben im Satz 3 DAS benutzt habe und nicht nur 2wei?

Konzentration unsere grösste Stärke und Schwäche

Unser Gehirn ist ein Faulpelz, es konzentriert sich darauf mit den Fakten zu arbeiten, die es kennt. Diese Fakten werden dann immer wieder verdaut und als Lösung ausgespuckt. Im Alltag ist dies äußerst hilfreich, denn wir müssen nicht lange grübeln um ein Problem zu lösen oder eine Alltagstätigkeit auszuüben, wir haben es gelernt und wir wissen wie es geht. Das ist großartig! Insbesondere bei der Zeichnung wird dieser Zusammenhang später noch sehr wichtig.

Wenn uns etwas vertraut ist, dann können wir es trotz gröbster Fehler ganz easy bewältigen:

Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät, ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid, das ezniige was wcthiig ist, ist, dass der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion snid. Der Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sien, tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als gseatems.

(Dieser Text stammt aus dem Facebook, woher weiß ich nicht ganz genau er wurde tausendfach geteilt) Also meckert hier nie wieder über meine Rechtschreibung

So ein Buchstabensalat macht natürlich Spaß und es zeigt wie gut unser Gehirn mit bekannten Dingen jonglieren kann. Eben weil wir ebenso brillant darin sind uns Lösungen aus dem Bekannten zu basteln, machen wir es gerne.

Die Macht des Bekannten

Mein erstes Aquarell in Malaysia machte ich früh morgens auf der Straße. Kiah Kien setzte mich an einer Straßenecke, in der Altstadt von Georgetown, ab. Dort setzte ich mich auf mein kleines Höckerchen und begann ohne nach zu denken zu malen. Die Armenian Street ist eine Straße, die auf dem ersten Blick auch in England oder den Niederlanden stehen könnte. Die klassische Architektur kleiner Handelshäuser in Backstein, unten das Geschäft und oben das Wohnen. Da ich selbst an der Grenze zu den Niederlanden geboren wurde, ist mir diese Architektur total vertraut. Noch vertrauter ist mir das Zwiebeltürmchen, denn die meiste Zeit verbringe ich in der Schweiz oder in Süddeutschland.

Also hat mein Gehirn aus lauter Vertrautem ganz ruck zuck eine europäische Stadt gebaut.

Ich weiß, dass das Bildes ganz schön geworden ist, ich bin auch durchaus nicht unzufrieden.

Dennoch ist es viel wichtiger sich dann ein wenig zurück zu lehnen und mal darüber nachzudenken, was wir eigentlich anders ist. An vielen kleinen Details kann man in der Armenian Street erkennen, dass sich hier chinesische Architektur mit europäischer Architektur gemischt hat. Doch auf den ersten Blick war ich nur in der Lage das zu sehen, was ich kannte. Der hübsche kleine Kirchturm hat sich bei einem späteren Spaziergang als eine riesige Moschee entpuppt, deren großen Kuppeln ich hinter den Häusern nicht sehen konnte.

Das Wesentliche sehen oder auch nicht

Als ich mittags mit KK essen ging, hatten wir eine merkwürdige Diskussion, er beschrieb mir wie chinesisch diese Häuser doch sind und ich konnte es nicht sehen. Für mich waren diese Häuser einfach nur kolonial.

In der folgenden Woche habe ich mich dann auf die Motive gestürzt, die wirklich anders sind, also die Moscheen und die chinesischen Tempel.

Weil mein Gehirn ein absolut störrischer Esel ist, wollte mein Gehirn einfach nicht sehen was anders ist. Ich bin so daran gewöhnt, das Wesentliche aus einem Motiv herauskristallisieren, damit es nicht total überfrachtet ist, dass mir einfach diese kleinen chinesischen Details völlig durch die Lappen gingen. Es war völlig verrückt, mein chinesisch stämmiger Freund sieht nur Chinesisches und ich sehe nur Europäisches.

Solche Sehblockaden beeinflussen die Zeichnung oder das Aquarell enorm. Einerseits machen Sie es uns sehr einfach gute Ergebnisse auszusuchen, wenn man sich jetzt mal die Bilder von so einigen Star Aquarelllisten ansieht, dann merkt man; hoppla egal wo der Mann ist hier ist ein und dasselbe Sehmuster am Werk.

Erkennen wie der Mensch tickt

Die Zeichnung ist ein wunderbares Instrument um zu erkennen, wie man selbst denkt, was man nicht sieht oder was die anderen sehen.

Eine Bekannte von mir, sie heißt Si, ist eine ganz wunderbare Künstlerin. Sie zeichnet ganz exzellent. Sie fertigte eine Zeichnung von meinem Mann an und in dieser Zeichnung sieht mein Mann aus wie ein alternder Chinese.

Diese Zeichnung hat mir viel Freude bereitet, auch wenn sich meine Freundin fürchterlich geärgerte, weil das Malen nicht so lief wie sie wollte. Mir hat diese Zeichnung gezeigt, dass es uns allen doch irgendwie gleich ergeht.

Auf unseren Augen sitzen die Scheuklappen unseres Lebens.

Und die Zeichnung ist ein wunderbares Mittel um sich selbst diese Scheuklappen von den Augen zu reißen.

Dies ist auch der Grund, warum viele Universitäten immer noch viel Wert auf das Zeichnen legen. Das an sich ist ja eigentlich schon unlogisch, weil wir leben in einem digitalen Zeitalter, wo doch hier alles fotografiert werden kann. Trotzdem gibt es immer noch solche Berufe wie zum Beispiel Grabungszeichner in der Archäologie. Der Grund ist dass sich ein Zeichner viel länger mit einem Objekt beschäftigt, das Malen erzeugt ein tiefes Verständnis. Ein kurzer Blick auf eine gestochen scharfe Fotografie ist nicht das Gleiche.

Wer zeichnet, denkt nach und kann Zusammenhänge erkennen. Deshalb lege auf Die Zeichnung nicht den besonderen Wert. Der eigentliche Luxus ist nicht nur das Malen. Mein Luxus war in Georgetown an einer Straßenecke im Streulicht der bewegenden Blätter eines mir unbekannten Baumes zu sitzen . Das wunderschöne Licht und der Baum stecken in dieser Zeichnung. Eine von vielen guten Erinnerungen in meinem Leben und eine kleine Zeichnung, die mich daran erinnert dass ich blind bin, aber daran kann ich ja auch etwas ändern.

Liebe Grüße

Tine

Besser malen lernen durch Respektlosigkeit

Besser Malen lernen durch Respektlosigkeit

 

Bildentwurf

Tine Klein Treppe zum Marktplatz Tessin Bildentwurf

Zwischen Ying und Yang

Diese chinesische Philosophie könnte man auch mit dem deutschen Sprichwort “Mit Bauch und Kopf übersetzen”.

Im Moment konzipiere, ich gerade einen großen Freihandzeichenkurs, der für die Menschen gedacht ist, die gerne aus dem Bauch heraus mit dem Stift loslegen. Das doofe daran ist, dass man gerade für das intuitive Loslegen auch wieder sehr viel Technik braucht.

Kopf und Bauch sind, wenn sie im Einklang zusammenarbeiten, einfach unschlagbar.

Dennoch ist dies in der ersten Phase des Lernens gar nicht so einfach miteinander zu vereinbaren, denn wer zu viel nachdenkt, der arbeitet nicht mehr aus dem Bauch heraus.

Blöderweise kann man aber auch nicht lernen ohne nach zu denken.

Eigentlich bräuchte ich in meinem Atelier ein Regal für all die Köpfe. Fröhlich würde ich rufen, “So! Jetzt haben wir den ganzen Theorie Scheiß gelernt, leg mal eure Köpfe ins Regal, die müssen jetzt ausruhen”. Es wäre so hilfreich, wenn alle meine Schüler fröhlich ohne nachzudenken im Unterricht loslegen, dummerweise ist bei den meisten der Kopf angewachsen.

Als Lehrer steckt man also ganz gewaltig in der Zwickmühle, denn man muss beides lehren, Viele meiner Kollegen sind da anderer Ansicht, sie sind scharfe Verfechter der einen Richtung oder der Anderen.

Die einen sagen, du musst dich quälen und ganz viel Theorie lernen und Techniken, die Anderen sagen, dass dies dir gar nicht hilft, weil du zu dir selbst finden musst. Dabei lernt man dann aber nix.

Persönlich betrachte ich diesen Zusammenhang ganz einfach, denn ich glaube ein Körper kann weder ohne Kopf noch ohne Bauch funktionieren. Oft wird Fachwissen das am Anfang recht mühsam war, im Laufe der Zeit zum Bauchgefühl…ich vermute so muss es sein.

Der Bildentwurf und der Kopf

Liest man in zeitgenössischer Literatur über Malen und Zeichnen, dann scheint es für den Bildentwurf nur ein Thema zu geben:

Der goldene Schnitt

Dann legt man das Bildzentrum statisch auf einen der 4 Punkte des goldenen Schnitts? Nein so läuft es nicht, dein Entwurf muss zum Thema passen.

Heute möchte ich euch einmal ein ganz anderes Entwurfsthema vorstellen. Es ist die Bewegung. Ich meine jetzt nicht Bewegung im Sinne von einem Jogger läuft durchs Bild, sondern ich meine Bewegung im Sinne von wie sind Gegenstände im Bild angeordnet.

Bewegungen sind als Entwurfselement richtig klasse, denn die Bewegung ermöglicht es uns besonders einfach Geschichten zu erzählen.

Die Herzen deiner Zuschauer müssen mit dir auf Reise gehen

Bildentwurf und Geschichte

Das Hintergrundwissen: Als ich dieses Bild anfing, war strahlender Sonnenschein, es war ziemlich warm. Der Schnee fing an zu schmelzen und das Licht brach sich in der Flüssigkeit. Das an sich graue Winterdorf zeigte sich im besonderen Farbglanz. Während ich malte, zog jedoch über die Berge eine Regenfront herein, diese krassen Wetterwechsel sind in den Alpen ziemlich normal. Um ehrlich zu sein geht es in diesem Bild um den Wechsel von strahlendem Wintersonnenschein zu der nächsten Wetterfront, die mit Regen und Hagel gerade eben ankommt.

Also der Wechsel von einem wunderschönen Schneetag zu Schneematsch.

Wie gehe ich jetzt bei meinem Bildentwurf vor?

Mal ganz ehrlich? Ich hab wollte ein ganz anderes Bild malen zuerst faszinierte mich die herrliche S-Kurve die das Dorf macht, wenn es sich den Berg heraufschlängelt. Also schon mal der erste Ansatz zu Dynamik durch Bewegung im Bildentwurf.

Tine Klein Treppe zum Marktplatz Tessin Bildentwurf Dynamik durch Bewegung

Ich denke diesen Bildentwurf seht ihr noch ganz deutlich wenn in das Bild hineinschaut.

Wer aber in der Schweiz wohnt oder in den Alpen, hat ja den krassen Wetterwechsel der letzten Tage mitbekommen.

Wer einem Bild Gefühle geben will, der muss seine Bilder abändern wenn er diese Gefühle gefunden hat.

Dummerweise passiert Erkenntnis erst während des Malens, das ist ja das Tolle daran. Wir schauen uns etwas sehr lange an und dann finden wir etwas sehr wundervolles darin. Dies ist der Punkt wo ein neutrales schönes Bild zu etwas sehr Persönlichem wird. Dieser Punkt ist sehr wundervoll.  Ein Künstler erschafft Neues und er reagiert.

 Bildentwurf ein wenig wie einparken auf hoher See

Natürlich weiß man wie man ein Schiff anlegt, dennoch ist es nie wirklich reine Theorie, denn das Wasser und der Wind haben ihr Eigenleben.

Und genau das macht man beim Malen, man balanciert aus. Jetzt muss noch die heranrauschende Wetterfront ins Bild.

In Bild  mit Thema entwickeln

Mein Thema ist: Die Sonne geht, der Schneematsch kommt, Menschen im Winter.

Zuerst teile ich nun das Bild in zwei Hälften, rechts habe ich die Sonne und von links schiebt sich der graue Winter herein. Am besten schräg, das ist dynamischer und stützt den Gedanken der Bewegung.

Man legt diese Teilung in Europa tatsächlich von links nach rechts an, ich glaube aufgrund unserer Richtung beim Lesen, betrachten wir Dinge die von links kommen automatisch als beginnend.

Viele kleine Einzelheiten im Bildentwurf

Der wesentliche Schritt ist geschafft, mich fasziniert der Wetterumschwung und diesen habe ich jetzt durch die Teilung des Bildes erzeugt. Der Bildentwurf wird meistens erst gut, wenn viele kleine Dinge mit dem Hauptthema zusammenarbeiten.

Was gibt es noch zu *Funkelschnee und  *Schneematsch   Zu sagen?

Zwei Gruppen von Menschen stehen im Licht und im Schatten.

Der Weg geht ins Licht

Hört sich jetzt an wie bei einer durch geknallten Esoterik Tante, aber jetzt mal ganz ehrlich, wir hier in unseren Breitengraden, wir sehnen uns doch im Winter nach Licht…deshalb formuliere ich das auch. Links und rechts oben von der Treppe mache ich es Dunkel, denn ich will zum Licht. Die Treppe soll mich zum Licht führen.

Tatsächlich denke ich über all das wenig nach…

Es steckt entwerferisches Fachwissen in den Bildern, wie zum Beispiel die Teilung oder das eine schräge Teilung immer dynamischer wirkt als eine gerade. Fachwissen ist auch, dass es für Menschen immer angenehmer ist ins Licht zu gehen als ins Finstere.

Doch es geht nicht ohne das Bauchgefühl, es bildet das Thema. Bildentwurf ist ein Zwiegespräch mit sich selbst. Wenn man solche Bildentwürfe konstruiert, dann wird es steif. Fachwissen ist dazu da es später intuitiv zu benutzen

Theorie wird zu Bauchgefühl

Liebe Grüße ihr Lieben

Tine

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Mehr zum Bildentwurf:

 

Blick, Realität und Bildentwurf

 

 

 

 

 

Schnee malen: Das Gespür für Schnee

Ha! Endlich Schnee wie in der Kindheit!

Tine Klein Tutorial Schnee malen Häuser mit Schnee im Laternen licht, Motiv Männedorf am Zürichsee

Heute Morgen wache ich auf, schaue aus dem Fenster und sehe dieses wunderbare Bild.

Männedorf am Zürisee wacht auf… da krabbelt es doch in den Fingern…Heute muss ich Schnee malen

Im Nachthemd stürze ich an meinen Schreibtisch, krame meine Acrylmarker heraus und beginne den wundervollen Schnee zu malen. Jetzt hocke ich im Schneidersitz in meinem Bett, meine Katzen schnurren, alles ist perfekt. Und, wie das immer so ist, in diesen Momenten funktionieren meine Acrylstifte nicht. Oh wie schade! Dennoch ich habe keine Lust aufzustehen, denn der Kaffee dampft neben mir und das Licht im Schlafzimmer ist Schneegrau. Ohnehin bin ich eigentlich ein Morgentrottel, also tue ich was ich kann, ich zeichne. Der Schnee kann warten, er liegt ja ohnehin auf der Landschaft, also sage ich mir, den Schnee kann ich später zeichnen.

Deshalb schaue ich in die Landschaft und versuche erst mal ein Gespür für den Schnee zu entwickeln.

Könnte man Schnee auch ganz ohne weiße Farbe malen?

Da bin ich mir ziemlich sicher, denn man kann eigentlich alles malen ohne besonderen Einsatz. Ich jedoch habe heute Morgen mein graues Skizzenbuch herausgekramt und da ich jetzt zu faul bin meine Idylle zu verlassen, muss ich irgendwie mit meinem Füllfederhalter und einem grauen Papier klar kommen.

Schnee malen

Schaut euch einmal dieses Foto an, wenn man hinaus schaut, ist die Landschaft natürlich erst mal weiß, aber definiert wird das Weiße durch die dunkleren Farben die unter dem Schnee herausschauen. Was den Schnee so markant macht, das sind zum Beispiel die ganz dunklen Flächen unter den Bäumen und Sträuchern.

Während ich meinen Kaffee schlürfe, male ich jetzt erst mal alles Dunkle. Während man sonst die weißen Flächen mühsam aussparen muss, setzt man den Schnee bei getöntem Papier einfach oben auf.

Ich mache es mir einfach, ich male also alles was unter dem Schnee ist:

Heute arbeite ich von dunkel nach hell

Leider muss ich jetzt aufstehen, weil ich die Kreide holen muss, dann kann ich euch gleich zeigen wie der erste Schritt ausschaut.

Tine Klein Tutorial Schnee malen Häuser mit Schnee im Laternen licht, Motiv Männedorf am Zürichsee, Vorzeichnung mit Tinte

Zugegebenermassen sieht dies noch nicht nach Schnee aus.  Das Material, was ich bis jetzt verwendet habe, ist ein graues Skizzenpapier von Strathmore (Toned Gray). Die Vorzeichnung habe ich mit Füllhalter gemacht.

Der Schatten macht es

In der Vorzeichnung habe ich ganz viele dunkle kleine Punkte gesetzt. Diese Punkte sind die Stellen des Baumes, die unter dem Schnee herausblitzen. Es sind die Grautöne die entstehen, also das, was irgendwo zwischen der Dunkelheit der Gegenstände und dem absoluten Weiß des Schnees liegt.

Obwohl hier bis jetzt natürlich noch überhaupt kein Weiß benutzt wurde, kann man rechts im Bild bei dem Baum oder unten bei den Büschen doch schon erahnen, dass dort vielleicht Schnee liegt.

Das Verrückte ist das man den Schnee nur richtig gut herausarbeitet, wenn man gleichzeitig ein erhöhtes Augenmerk auf die Dunkelheiten legt.

Wenn die Helligkeit oben drüber gemalt wird, braucht man sich mit der Dunkelheit nicht zurückhalten, man braucht mehr als man glaubt.

Schnee malen ist Schatten malen

Schnee malen ist Schatten malen, deshalb ist es erst mal gar nicht schlecht, wenn du mit Dunkelheit beginnst. Natürlich ist mir klar, dass diese Zeichnung jetzt noch überhaupt nicht nach Schnee aussieht bevor das Weiß drin ist.

Denn Schnee ist gleichbedeutend mit Weiss und das funktioniert natürlich auf einem grauen Papier überhaupt nicht gut. wenn man kein Weiss einsetzt. Andererseits wird aber das dunkle Papier den Schnee später leuchten lassen.

Das Arbeiten mit Weiss hat seine Tücken

In diesem Blog habe ich schon mehrfach darüber berichtet, dass das Arbeiten mit Weiss nicht immer ganz einfach ist. Die Acrylstifte trocknen ein oder sie sind nur auf sehr dunklen Untergründen sichtbar. Das Deckweiss aus Aquarellkästen wirkt oft eher schäbig als brillant. Doch es gibt für alles eine Lösung.

Wenn ich mit Weiss arbeite, dann arbeite ich gerne mit zwei sehr unterschiedlichen Materialien. Das eine ist Acryl-Tinte, so wie sie zum Beispiel auch beim Airbrush benutzt wird. Das andere ist Pastell, im Volksmund auch Kreide genannt.

Nun tapse ich zu meinem Schreibtisch, denn ich hab mir gestern winzige Pastellsticks gekauft (von Conte de Paris).

Jetzt werde ich gleich ausprobieren ob die Dinger taugen, sie sind klein und viereckig, so dass man ganz verschiedene Strukturen mit dem kleinen Pastell erzeugen kann.

Tine Klein Tutorial Schnee malen Häuser mit Schnee im Laternen licht, Motiv Männedorf am Zürichsee, Schnee mit Pastellkreide Comte Sticks

Der Stick ist sehr klein, aber extrem handlich, man kann ihn seitlich oder mit der Spitze benutzen. Der Schnee ist in Windeseile gemalt. Das Pastell ist schneller als alles andere, denn ich kann ja auch die breite Seite des Sticks benutzen und trotzdem Strukturen erzeugen.

Erstes Fazit der Comte Stick gefällt mir wirklich gut, er ist nicht nur handlich sondern auch wirklich Pigment stark.

Einen kleinen Nachteil gibt es dennoch, auf der Kreide selbst kann man nur schwer mit Füllfederhalter malen, deshalb steige ich für die Schatten auf einen Bleistift um.

Wenn ihr den Schnee malt, dann achtet darauf, dass ihr den Schnee nicht zu massig malt.

Andererseits braucht man aber auch wirklich genug Weiss, damit es nicht sehr grau aussieht auf dem dunklem Papier. Der Schnee krümmt sich über die Büsche oder er bildet dicke Haufen. An diesen Stellen reflektiert der Schnee das Licht besonders stark. Und dann kommen wir zu dem Thema, dass wir helles Weiss brauchen aber auch dunkles.

Verzichtet man auf etwas Schatten im Schnee, dann liegt der Schnee wie ein Fremdkörper im Bild, deshalb töne ich den Schnee ein wenig mit Bleistift ab. Sicher geht das auch mit  dem Pastell, doch zugegebenermaßen habe ich mir erst mal ein paar Probe Sticks gekauft, weil ich erst mal wissen wollte ob es überhaupt gut funktioniert.

Tatsächlich finde ich, dass man bei der Auswahl des Papiers enorm darauf achten muss, dass das getönte Papier nicht dreckig grau ist. Die Kombination aus grau, weiß und schwarz wirkt wirklich gut.  Ich glaube der wichtigste Verarbeitungstipp auf grauem Papier ist, dass man wirklich darauf achten muss, dass man sehr helle Stellen hat, die im Kontrast zu großer Dunkelheit stehen. Sonst wirkt das grau müde.

Der Härtetest hell auf dunkel

Jetzt bin ich mal gespannt. Angeblich sind die Sticks extra zum Skizzieren gemacht, so dass man in allen Farben mehrere Tonwerte hat, d. h. Lichtstärken.

Ich hab mir erst mal drei gelbe gekauft, Gelb bringt man zum Leuchten in dem man kalte und warme Töne aufeinander treffen lässt und gleichzeitig eine sehr starke Dunkelheit anlegt.

Tine Klein tutorial schnee malen Häuser mit Schnee im Laternen licht

Ein wenig muss ich mich noch an das eckige Format des Sticks gewöhnen. Ich finde es aber besser als Stifte, denn durch die Fläche kann ich regelrechte Strahlenbündel auf das Papier legen. Es klappt und ich bin sehr zufrieden. Nachdem ich das Pastell über die Tinte gelegt habe, muss ich noch einmal nachschwärzen, das ist etwas schwierig, denn der Füllfederhalter streikt ein wenig bei dem puderigen Pigment. Doch das Ergebnis ist durchaus überzeugend. Ich halte es für sinnvoll das Bild hinterher kurz mit  Fixativ anzusprühen. 

Fazit: Schnee lässt sich deutlich einfacher malen, wenn man ihn einfach oben aufsetzt. Das Material, die Comte Sticks, war für mich völlig neu. Sticks haben sich auf dem dunklen Papier gut geschlagen.Was ich daran super schön finde ist, dass es eine kleine Transportbox gibt. Man kann zwölf Sticks in einer winzigen Papierschachtel mit sich herumtragen. Da die meisten meiner Bilder wirklich vor Ort entstehen, finde ich dies einfach großartig. Jetzt im Winter finde ich es prima ein Material zu haben, welches sehr klein ist, aber keine Trocknungszeit hat. Ohne Pinsel ist bei der Kälte einfach praktischer, denn dieses Material kann man auch mit in Cafés oder Museen nehmen.

Tine Klein Material des Tutorial Schnee malen

 

Liebe Grüße ins Wochenende Tine

Der Blick aus meinem Schlafzimmer in Männedorf, wo bekomme ich schnell einen Schlitten?

Wer sich heute einmuckelt:

Ein ähnliches Thema ist die weiße Tinte

 

 

 

 

 

 

 

 

Pinsel, Souveränität und Alter

Das habe ich mir anders vorgestellt!

Tine Klein blaue Hütte auf Langkawi Malaysia Bon Ton Temple Tree Aquarellskizze mit Reisepinsel

Mit 15 habe ich mir das Altern folgendermaßen vorgestellt: Mit spätestens 35 ist man hässlich, alt und ignorant und alle müssen tun was man will! Ständig zwingen mich meine Eltern zu tun, was ich nicht will! Das habe ich mit 16 gedacht und ich wollte natürlich zu den Coolen gehören die im Alter unendlich schlau, seriös, würdevoll und wahnsinnig souverän sind.

Jawohl! Ich würde natürlich zur zweiten Gruppe gehören, aber bis dahin war ja noch 1 Million Jahre Zeit. Dummerweise bin ich über diesen Zeitraum irgendwie in Lichtgeschwindigkeit hinausgeschossen.

Pinsel und das Alter haben eins gemeinsam, hier ist absolut nichts so ist, wie ich mir das vorgestellt habe und Keiner tut was ich will!

(Für Kai genervt nach dem Pinselkauf)

Keiner tut was ich will!

Ich dachte zum Beispiel mit spätestens 40 bin ich total souverän. Natürlich bin ich souverän! Ich kann ganz souverän mit meinen Oberarmen winken. Das ist aber ganz und gar nicht das, was ich mir vorgestellt habe.

Und was ist mit: Jeder muss tun was ich will?

Hier tut keiner was ich will, nicht meine Waage, nicht mein Spiegelbild und auch nicht meine Pinsel.

Das Leben und Pinsel kaufen ist die pure Anarchie.

Ich habe immer gedacht, wenn ich erst mal genug Geld habe um mir coole Pinsel zu kaufen, dann tun die auch was ich will. Blöderweise sieht es mit meinem Leben und den Pinseln total anders aus. Es ist nicht so, das du dir den asiatischen Traumpinsel kaufst und der ist mega! Oft ist das was cool ausschaut beim Malen nur die halbe Freude. Die unscheinbaren vor der Kiste machen die Kunst.

Es ist eher wie Montagmittag, du guckst in den Kühlschrank und denkst:

“Ach du Sch…., wie ist denn das da alles da reingekommen und was kann ich aus dem Chaos kochen (malen).“

Das was ich mir vorgestellt habe, dass was ich bekommen habe und dass was ich will, sind drei völlig unterschiedliche Sachen.

Denn tatsächlich läuft es meistens völlig anders, z.B.: Ich kaufe einen Pinsel, denke dass sie ist die neueste Version des synthetischen Marderhaars und ich bin total entzückt. Während ich nach Hause laufe, habe ich das Gefühl, ich trage den besten Pinsel der Welt nach Hause. Synthethisches Maaderhaar! Und dafür musste noch nicht mal einem niedlichen, kleinen, armen und pelzigen Kuscheltier ein Haar aus seinem Hinterteil gerissen werden. Ich strahle, ach die Welt es großartig!

Der anarchische Pinsel und seine grausamen Angewohnheiten

Dann komme ich zu Hause an, stelle fest dass dieser blöde Pinsel überhaupt nicht das ist, was ich mir vorgestellt habe. Natürlich kann der nicht gegen meine Pinselsammlung anstinken, denn siehe oben, Eva ist eine Sünderin und die hat ein paar Pinselchen. Der Pinsel ist nicht weich und unendlich saugfähig.

Aber halt stop, das Ding hat eine unzerstörbare Spitze, großartig!

Das ist, als wenn man ein Schweden heiratet, und schokoladenbraune Babys bekommt.

Du kannst dich jetzt auf den Fußboden werfen und schreien, oder feststellen, dass die himmlische Macht mal wieder gnädig mit dir war und dir nicht das gegeben hat, was du willst, sondern das, was du brauchst.

Pinsel, die anders waren als gedacht

Ich möchte euch nun zwei Pinsel vorstellen, die völlig anders waren als gedacht. Ihr seht sie oben unter der Schachtel.

Dumm gelaufen und Glück gehabt in diese Gruppe fallen die folgenden Pinsel

Escoda Reisepinsel

Der erste Pinsel ist der Escoda Synthetic Sabel Reisepinsel. Er wurde in diversen Foren sehr kontrovers diskutiert. Genau den Pinsel hat Kai gekauft und fand ihn zum würgen…

Die Zusammenfassung: Die ein Lieben ihn, die anderen hassen ihn.

Ich mag den Pinsel, obwohl er absolut nicht das tut, was ich mir vorgestellt habe. Ein ruhiges Verteilen von Farbe ist mit diesem Pinsel einfach nicht möglich.

Seine Stärke ist eine unzerstörbare Spitze und er ist absolut reisetauglich.

Ich benutze ihn ein bisschen wie einen Stift. Er gibt Wasser eher wie ein Stift ab, ich stelle mit ihm viele kleine unruhige Strukturen her:

Tutorial Tine Klein blaue Hütte auf Langkawi Malaysia Bon Ton Temple Tree Aquarellskizze mit Reisepinsel

Von kleinen feinen Strukturen, wie bei den Blumen neben dem blauen Haus oder den Blättern des Ingwers hinter dem Zaun,  der Pinsel malt entweder sehr sehr fein oder auch mal mit dickem Strich. Für Flächen ist dieser Pinsel überhaupt nicht geeignet. Dafür hatte ich ihn eigentlich gekauft. Das Wort Marderhaar hatte bei mir die Vorstellung von einem Pinsel geprägt mit dem man gut lasieren kann.

Pustekuchen, trotzdem bin ich mit im glücklich, wegen der großartigen, stabilen, und trotzdem flexiblen Spitze

Das ist jedoch durchaus wundervoll, denn man kann mit diesem Pinsel großartige Bilder machen. Ich warte noch auf genau die gleiche Erleuchtung, was ich mit meinen Augenringen tun könnte, es wäre doch großartig, wenn ich die am Finger tragen könnte.

So sieht es dann mit dem kleinen Strukturen des Escodas aus:

 

Mein heiß geliebter Flächenkünstler : Da Vinci Cosmotop

Eine Liebesehe mit dem Blödian

Ein anderes Beispiel für einen solchen Pinsel ist der große Flachpinsel Cosmotop von Da Vinci. Diesen Pinsel habe ich geschenkt bekommen und dachte:

Na, der ist ja voll idiotisch!

Wer schenkt denn einer Skizzenbuchkünstlerin mit klitzekleinen Motiven einen Pinsel der Größe Anstreicherpinsel?

Der vermeindliche Anstreicherpinsel entpuppte sich in meinen Händen als künstlerisches Feinwerkzeug.

Tutorial Tine Klein blaue Hütte auf Langkawi Malaysia Bon Ton Temple Tree Aquarellskizze mit Reisepinsel

Dieser Pinsel ist großartig wenn es um rhythmische Strukturen geht, die Palmblätter oben rechts sind mit diesem breiten Anstreicherpinsel getupft, genauso wie der Zaun oder die Brettstrukturen auf dem hellblauen Haus.

Die Stärke dieses Pinsel liegt in der Fläche und in der absolut  feinen Pinselspitze.

Ja, Pinselspitze, natürlich ist es ein Flachpinsel, aber dadurch dass der Flachpinsel vorne auf der Längsseite so gebunden ist, dass die Haare fast wie eine bei einem Messer zusammenlaufen, kann man ganz feine Strukturen erzeugen. Mit anderen Flachpinseln geht es übrigens nicht so gut, es funktioniert bei mir nur mit diesem roten Pinsel von Da Vinci am besten. Eben weil genau dieser Pinsel ein bisschen ist wie ein Messer.

Zur Hochform läuft dieser Pinsel auf, wenn er das tut was man eigentlich mit einem Marderhaarpinsel tun würde, grosse Flächen lasieren. Er lässt der Farbe die Freiheit einfach auf einem großen ruhigen Wasserbett zu verlaufen.

Das gibt Bildern eine einzigartige und sehr klare Schönheit.

Der Witz ist, das man, wenn man mit dem dicken Pinsel arbeitet, extrem schnell und fokussiert ist, solche Skizzen entstehen in wenigen Minuten:

Tine Klein blaue Hütte auf Langkawi Malaysia Bon Ton Temple Tree Aquarellskizze mit Flachpinsel

80 Prozent des Bildes sind mit dem breiten Flachpinsel von Da Vinci gemalt.  So breit wie ein Drittel des Bildes. Die sehr feinen roten Striche und auch sehr feinen anderen Strukturen wurden wiederum mit dem Escoda, den ich eigentlich für dich Flächen gekauft hatte, eingefügt.

Pinsel lernt man mit der Erfahrung zu schätzen

Kein Mensch würde denken dass dieser Flachpinsel ein großartiger Reisepinsel ist, aber das ist er, denn er ist so kurz, dass man ihn einfach bei den Stiften verstauen kann.

Seither hab ich viel mit den Flachpinseln experimentiert. Zuerst habe ich sie gehasst, bin dann aber bei dem Roten hängen geblieben.

Dieser Pinsel ist wie mein Ehemann, ich habe ihn mit 4 Jahren im Sandkasten mit der roten Schuppe verdroschen, nachdem er mir einen Eimer Sand in die Hose gekippt hat  (Schön die in die Brötchen rieseln lassen). Ich habe ihn gehasst. Erst viel später habe ich gemerkt, was er noch so zu bieten hat.

Herauskriegen was geht!

In dem Weihnachts- und Neujahrblog habe ich jeweils darüber geschrieben, wie man mit Erwartungen umgeht oder das ich in Ruhe Dinge auch mal mehrfach tue um einfach rauszukriegen was geht. Genau das habt ihr oben gesehen. Zweimal das gleiche Bild und trotzdem völlig anders gemalt. Jedesmal mit den gleichen 2 Pinseln, dennoch 2 ganz unterschiedliche Ergebnisse.

Ich glaube nicht das die Frage bei einem Pinsel ist:

Was kann er nicht?

Die Frage ist: Was kann der Pinsel in meinen Händen?

Was kann der Pinsel für mich tun?

Ist der Pinsel blöd, finde raus wo er charmant wird. Ich habe diesen Pinsel gehasst nun habe ich ihn vor liebe “abgegrabbelt”:

Liebe Grüße ins neue Jahr Tine

P.S.: Lieber Kai Lust und Frust Meine Pinselsammlung ist so heikel wie Eva´s Äpfel.

Noch mal ein Blick auf Tines Marschgepäck

Marschgepäck

 

Kleines Marschgepäck Reisekunstmaterial