Zeichnen Lernen, mit allen Tricks!

Hallo, meine Lieben,

 

Zeichnen lernen mit allen Tricks Aquarell von Tine Klein.

Wo auch immer ihr seid, ich hoffe,
es geht euch gut.

Zu Beginn möchte ich mich an die vielen Menschen wenden, die bei mir im Mai Kurse in Norddeutschland gebucht haben, danke, auch wenn sich Deutschland nun langsam wieder öffnet, der Spuk ist noch nicht vorbei. Zwar öffnen Geschäfte, aber Urlaubsreisen werden weiterhin von allen Regierungen nicht gewünscht und nicht empfohlen. Diese Woche sind Freunde von mir an Grenzen gestrandet, obwohl sie Passierscheine zur Vorbereitung von Workshops hatten, mussten sie 10 Tage in selbst bezahlte Quarantäne:

Deshalb muss ich schweren Herzens alle Workshops und Projekte in Deutschland im Mai absagen! Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben! Ich komme wieder!

Es gab einen Rundbrief, aber viele haben die Empfangsbestätigung noch nicht gesendet. Aber falls er euch noch nicht erreicht habt, bitte storniert, denn die Wahrscheinlichkeit, das alles stattfindet, ist gering.

Den Blick aufs Gute richten:

Jetzt aber mal zu guten Themen! Ich bin es leid, dass Corona alles Gute, Schöne oder Wichtige verdrängt. Es ist jetzt so, wie es ist, wir machen das Richtige und halten den Mund darüber. Mein Motto:

Nutze die Zeit! Nicht warten, bis gute Zeiten kommen  sondern diese Zeit zur guten machen!

Heute möchte ich euch Zeichnen beibringen, und zwar so locker und so frei wie ein brasilianischer Fussballspieler.

Das heutige Thema ist: Zeichnen lernen mit allen Tricks.

Eine mysteriöse Frage?
Warum habe ich immer Butterbrotpapier in der Tasche oder auf dem Ateliertisch?

Die Antwort ist einfach, es hilft mir beim Spielen.

Für ein und dieselbe Sache gibt es immer 100 verschiedene Möglichkeiten und ein paar davon möchte ich ausloten!

Zeichnen ist etwas Bewegliches

Zeichnen lernen ist Beweglichkeit im Kopf.
Was heißt : Zeichnen lernen ist Beweglichkeit?
Und warum gibt es für ein und dieselbe Sache 100 verschiedene Möglichkeiten?
 Von diesen vielen Möglichkeiten musst du sicherlich nicht alle kennen und benutzen, trotzdem ist es enorm sinnvoll,  die zu finden, die gut zu einem passen. Man sollte Möglichkeiten kennen, die einen so locker und frei malen lassen, dass das Ergebnis so toll aussieht wie bei einem brasilianischen Fußballspieler.

Spielen lernen nochmal neu erlernen:

Wenn man erwachsen wird, dann lernt man effektiv zu arbeiten, man kennt den besten Weg und schlägt diesen auch kurz und bündig ein. Dies ist der Grund, warum Erwachsene oder auch ältere Leute beim Lernen oftmals nicht so effektiv sind wie Kinder.

Ein Kind fängt an zu spielen, hat dabei Spaß und lernt dabei eine Menge.

Ein Kind hat den Kopf frei, ein Erwachsener nutzt Schema F!

Ein Erwachsener befolgt oft effektiv erlernte Regeln aus der Kindheit.

Beim Kreativ sein ist es jedoch sinnvoll, das Spielerische der Kindheit zu behalten, denn das lässt einen großartige Zeichnungen machen.

Entscheidungsketten aufbrechen:

Erklärbar wird dies durch den Fluss von Entscheidungen. Wenn ich mich zum Beispiel entschlossen habe, einen Schatten sehr dunkel zu machen, dann muss das nächste Objekt in der Zeichnung etwas anders werden, damit ich es sehen kann. Mache ich also den Schatten dunkel, bedeutet dies gleichzeitig, dass das nächste Objekt etwas heller sein muss. Und deshalb machst du mit deinem Stift Schritt für Schritt Entscheidungen, die immer noch von der ersten Entscheidung abhängen.  
Dabei hat man nur eine Chance, eine Entscheidung zu treffen, wenn man es einmal gezeichnet hat, dann ist es so.
Und alles andere folgt dann aus dieser Entscheidung.
Ein richtig guter Zeichner wird man, wenn man es lernt, diesen Prozess spielerisch zu beeinflussen. Denn er hat nicht nur einen Trick auf Lager, sondern viele!
Richtig gute Zeichner können diesen Prozess beeinflussen.
Was ich dir geben möchte, ist echte Freiheit, du sollst nicht einem unsichtbaren Zwang unterliegen, sondern das finden, was dir zu deinem eigenen Stil verhilft.
Zeichnen lernen ist das Spiel mit den Möglichkeiten!

Entscheidungsfreiheit trainieren:

Egal,  in welchem Bereich der Gesellschaft, Entscheidungsfreiheit muss man genießen und trainieren.
Ich möchte euch dies einmal an einem Beispiel außerhalb der Kunst erklären. Wenn man nicht weiß, wie man sich entscheiden kann, dann erstarren Dinge. Wenn keine Entscheidung erlaubt ist, dann erstarrt ein ganzer Staatsapparat, das Leben wird öde und alternativlos. Die grauenhaften Auswirkungen merkt man in Nordkorea, ein Land voll Hunger und Perspektivlosigkeit, weil Menschen dort nicht entscheiden dürfen.
Wer keine Handlungsalternativen hat, verpasst viel Gutes.
Beim Zeichnen lernen funktioniert dieser Mechanismus ganz extrem. Nur wer Varianten kennt und viel Entscheidungsfreiheit hat, wird auch raffinierte Zeichnungen erstellen können.
Meine Großmutter zum Beispiel hatte fürchterliche Angst vor Knoblauch und Spaghetti Bolognese. Ihr Argument, das könne kein Mensch essen, ohne die Bluse zu bekleckern,  und danach stinke man wie ein Puma. Oma, du wirst es nicht fassen, das Zeug ist großartig! Gott sei Dank haben wir das ausprobiert!
 Wichtig ist es also, die Bluse zu riskieren und was Neues zu wagen!
Kunstlehrer sollten sich also nicht verhalten wie Kim Jong Un, sondern beim Zeichnen lernen lieber eine Räuberleiter in die Freiheit stellen.

Hurra,  Anarchie!

Na ja, ganz so ist es natürlich nicht, auch Kunst braucht ihre Gesetze und Regeln. Aber diese Gesetze und Regeln musst du eben selber aufstellen, es geht um dein Regelwerk beim Zeichnen lernen.
Und dazu möchte ich mit dir mit diesem kleinen Spiel beginnen. Und in Kürze klärt sich auch die mysteriöse Frage, was Butterbrot-Papier auf meinem Schreibtisch macht.
Damit man Varianten einer Zeichnung erzeugen kann, bietet sich transparentes Papier oder eine Folie an, so kann man die Ergebnisse am besten vergleichen, das siehst du dann im Video.
 
 
Denn wer die Möglichkeiten nicht kennt, kann sich auch nicht abwechslungsreich entscheiden.
Also, spiel mit mir!
Ich glaube, in diesem Kontext ist auch das coole Zitat von Goethe zu sehen:
Entscheide dich lieber ungefähr richtig als exakt und genau falsch.
Im Video ein Spiel zum Thema Freiheit und Zeichnen lernen!
Zeichnen lernen mit allen Tricks!
D. h. ganz oft kommt man beim Zeichnen an Stellen, wo es keine Regel gibt oder man nicht so genau weiß, wie’s geht, und genau an dieser Stelle musst du anfangen zu improvisieren.
Jede dieser Improvisationen wird dich besser machen und dauerhaft neue Möglichkeiten geben.
 Spiel mit mir und entdecke die Möglichkeiten!Finde das Herz deiner Kunst mit mir!
Zeichnen lernen mit allen Tricks Anleitung zum Malspiel mit Tine Klein
Haltet die Ohren steif und viel Spass!
Tine.

Die Hall of Fame! Diese Menschen haben bei der Anschaffung der Technik geholfen!

Dieser Blog ist für alle Menschen, er soll kostenlos bleiben für Menschen, die es brauchen!

Nicht jeder hat Geld für Kunstunterricht und gerade jetzt sind einige in Not!

Diese Menschen und auch alle vorangegangenen Spender haben euch die Technik ermöglicht!

Claudia Wittmer! Marion Schwatz, Anne Schoppmeier-Söhrn, Marlene Wetzel, Tobias Wesselmann, Kerstin Anders, Urs Traber, Mirjam Beglinger, Eva Nitschke, Bernhard Möller, Norbert Koch, Doris Schliemann, Elisabeth Debrunner, Renata Willi, Axel Lentz, Christian Eggenberger, Susanne Binder, Reinhard Stolzenbach, Kathrin Portmann, Birgit Finkler, Margrit Bachmann, Sabine Mund Schmid, Annett Witteler, Susanne Bögel !
Dankt diesen Menschen, die mir helfen, die Technik für die Videos anzuschaffen! Sie sind die Kultursponsoren, die in dieser Lage helfen, unseren Kultur aufrecht zu erhalten! Danke und Bravo!
Danke, liebe Spender, mir dampft der Kopf. Was ich alles lernen musste! Dank euch hat es geklappt, nächste Woche zeige ich euch mal wie sich mein Wohnzimmer in ein Aufnahme-Studio verwandelt hat!
Noch ein Wort zur Spende. Ich arbeite hier ehrenamtlich, benutze jetzt das Geld, um neue Dinge anzuschaffen oder mir auch mal professionelle Hilfe zu holen.
Eine Kaffeekasse nimmt auch gerne kleine Summen! Bitte hilf mit! Eine Gesellschaft hält zusammen! Auch ich gebe in Corona Zeiten kostenlos Unterricht, damit man bei den Freuden des Homeoffice nicht wahnsinnig wird!
(Deshalb hört ihr im Video auch randalierende Kinder und empörte Katzen!
Mensch! Lehrer ist ja doch ein Beruf, wie halten die bloß die niedlichen Nervensägen den ganzen Tag aus?!)




Zeichnen lernen mit allen Tricks Zeichnung von Tine Klein.

Weiterlesen zum Zeichnen!

Federzeichnung : Zeichnen lernen mit Feder

https://blog.herz-der-kunst.ch/federzeichnung-zeichnen-lernen-mit-feder/

 

Making of und Foto zum Nachmalen:

Basel am Totentanz.

Material: Aquarellpapier, Siena Natur, Geranienrot, Pinsel und Füllhalter.

 

Schraffieren Lernen

Heute geht´s um das Schraffieren lernen!

Es gibt zwei neue Dinge für euch:

Mitmachen ist angesagt! Und es gibt erstmals für euch einen Video-Blog!

Dies ist unser Motiv, das dürft ihr runterladen und verwenden.

Wo ist das? Bei mir ums Eck:  Hombrechtikon im Kanton Zürich.

Material:

Ihr benötigt einen feinen Stift oder einen Füllfederhalter mit einer feinen Spitze noch besser eine Feder und etwas Tusche oder Tinte. Hinzu kommt ein Blatt Papier. Das Papier sollte eine glatte Oberfläche haben.

Schraffieren lernen ,gewusst wie:

Immer wieder werde ich gefragt, wie macht man das? Wann ist man sauber und ordentlich und wann lässt man die Schraffur wild und frei werden. Wann darf sich eine Schraffur austoben?

Viele, die gerade schraffieren lernen, machen die Erfahrung, dass wilde und freie Schraffuren gar nicht gut aussehen. Die Bilder sehen hässlich und chaotisch aus.

Chaotisch und hässlich sieht es aus, wenn die Linie keinen Zusammenhang mit dem Motiv hat.

Die Faustregel -Grundform

Damit eine Schraffur gut aussieht, muss man beim Schraffieren lernen eines beachten. Ob man jetzt nun fein und ordentlich schraffiert oder wild und frei, ist eigentlich egal, denn beides basiert auf der gleichen Grundlage.

Jede Zeichnung braucht eine gute Grundform. Die Grundform muss für den Betrachter gut erkenntlich sein. Halten wir also fest:

Jede Zeichnung braucht eine klare, erkenntliche Grundform.

Dabei ist nicht von Bedeutung, ob die Grundform unendlich korrekt ist, sondern dass sie attraktiv und deutlich erkenntlich ist. Schau in das Porträt, die Grundform ist überspitzt, das macht es deutlich erkenntlich.

Die klare Grundform macht Dinge gut erkenntlich.

Deshalb können wir eine zweite Faustregel formulieren.

Interessante und klar erkenntliche Grundformen sind besser als hundertprozentig korrekte.

Die Aussage kann man sogar noch einmal schärfer treffen. Eine leicht überspitzte Grundform, die vielleicht noch klarer erkenntlich ist als in Natur,  ist besser geeignet. (Siehe oben im Porträt)

Diese Erkenntnis macht das Schraffieren lernen generell leichter, denn, ob ordentlich oder wild, die Grundform lässt die Zeichnung deutlich an Attraktivität gewinnen.

Die Schraffur folgt der Form:

Die nächste Frage, die sich beim Schraffieren lernen stellt,  ist:

“Wie  schraffiere ich eigentlich wo?“

Die Antwort ist:  Stimmt die Grundform, darf man sich einige Kapriolen erlauben. Doch generell gilt, die Schraffur sollte der Form und den unterschiedlichen Richtungen eines Gegenstandes folgen.

 

Eine Schraffur ist nicht langweilig, wenn sie etwas über das Objekt sagt:

Besonders gut werden Schraffuren, wenn man es schafft, sie so raffiniert zu variieren, dass sie etwas über die Oberfläche des Motivs sagen. Deshalb darf man die Schraffur auch mal auflösen zugunsten von Dingen, die etwas aussagen….

Dieser Punk ist verstoppelt und verkatert, der Mann hat merkwürdige Ohren…Blumenkohlohren durch Schlägerein?

Dieser zerzauste Mann schreit förmlich danach, dass es stoppelige Strukturen gibt, die Schraffur löst sich in Flecken auf.

Die Form kann sich auflösen, weil der Rest so ausdrucksstark ist. Schau immer genau hin und wandele es in Schraffuren um: Hängen die Äste, dann hängt die Schraffur.

 

Diese wilden Schraffuren sehen nicht chaotisch aus, wenn sie sich an Reales anlehnen, der Betrachter braucht nicht viel Fantasie, um zu wissen, was los ist.

Sprich: Ich bin also wild und frei innerhalb der Grundform. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ich mit meiner Schraffur ausmalen muss. Die Schraffuren dürfen die Grenzen der Grundform sprengen, solange die Grundform erkenntlich bleibt.

Leicht angeschickerter Schauspieler in Berlin nach der Theateraufführung. Hicks….

Außerdem überlappen viele Schraffuren, es gibt immer einen Übergabepunkt, an dem eine Schraffur in die andere übergeht. Zum Beispiel geht ein Haus am Boden in die Schraffuren für den Schatten oder die Pflanzen vor dem Haus über.

Schatten sind Brücken zwischen Schraffuren.

Dies gilt übrigens nicht nur für Striche, auch Punkte folgen den gleichen Regeln wie Schraffuren.

Licht und Schatten, genau das ist die Schraffur.

Die Schraffur ist praktisch ein Zaubermittel, um Licht und Schatten zu zeigen.

Licht und Schatten machen ein Bild interessant, und gleichzeitig machen sie ein Bild räumlich. Die Perspektive entsteht dadurch, dass  die lichtabgewandte Seite des Motivs dunkel ist. Dadurch begreift das Auge, wie ein Körper aufgebaut ist.

 

Beim Schraffieren lernen ist es also enorm wichtig , dass man mit dem Stift lernt, hell, mittel und dunkel zu zeigen. Dies macht ein Motiv richtig interessant.

 

Der Schatten ist ein Leitsystem. Der Schatten ist die Brücke zwischen einzelnen Schraffuren. Er ist nicht nur Betonung, sondern auch ein wichtiges Bindeglied zwischen einzelnen Bildabschnitten.

Der Schatten beruhigt und hält wilde Schraffuren zusammen.


Nicht nur ein  Ordnungssystem, sondern Schraffur als Träger der Emotion


Beim Schraffieren gibt es ein Ordnungssystem, die Grundform ist immer unsere Leitlinie.

Dennoch ist es oft genug notwendig, diese Grundform zu verlassen. Die Art, wie wir unseren Stift benutzen, hat eben nicht nur damit zu tun, dass wir etwas korrekt ausmalen, sie sagt auch etwas über unseren Geisteszustand. Bei einigen Bildern kann man gleich sehen, wer sie gemalt hat. Macht ein Zeichner ganz regelmäßige Striche, dann sieht dies korrekt aus. Sind die Striche regelmäßig und hart, dann sieht die Zeichnung möglicherweise steif aus. Lösen sich die Striche, frei von der Grundform, dann kann dies auch chaotisch, unübersichtlich oder aggressiv wirken,  aber auch locker und heiter. Jeder muss dabei einen eigenen Weg finden, denn Leichtigkeit ergibt sich dann, wenn der Strich zum Menschen passt.

Jeder Ausraster mit dem Stift braucht einen Sinn!

Geht es um wilde Emotionen, dann wird der Betrachter verstehen, warum sich der Stift so bewegt. Dann sieht es aggressiv aus, ist jedoch verständlich. Wenn sich zum Beispiel die Pflanzen in einem Bild alle in eine Richtung neigen, dann wird der Betrachter an Wind denken.

Was  sinnvoll ist, hängt mit dem Grund dafür zusammen.

Was man aus dieser Erkenntnis lernen kann, ist sehr wichtig, die Schraffuren eines Bildes ändern sich mit der Wichtigkeit des Motivs, mit Ereignissen oder mit der Emotionen zum Motiv.

Wichtige Motivteile schraffiert man aufregend. Hier gibt es Bewegungen, unterschiedliche Schraffuren und Licht und Schatten. Unwichtige Motivteile können langweilig und grau schraffiert werden.

Je wichtiger ein Motiv, desto intensiver und schärfer die Schraffur.

Zusammengefasst auf einen Satz:

 

 

Tatsächlich gibt es beim Schraffieren eine Grundregel: Die Schraffur folgt der Struktur und der Form des Motivs oder spiegelt die Emotion wider.

Schraffuren dürfen nicht wahllos ausufern, sondern sie sind ein Brennglas für Formen, Geschichten und Emotionen.

Die Hall of Fame!

Thomas Klein, Frauke Sambale, Anja Höppner, Anette Wiechert, Urs Traber, Claudia Hertfelder, Christina Maria-Lang, Sylvia Hortian, Carola Nadler, Marlen Kleist, Patricia uns Stefan Jahn

DANKE!!!!!  an unsere Kultursponsoren. Schaut was sie für  euch ermöglicht haben:

https://www.youtube.com/watch?v=_8i_Z8ry9-Y&feature=share

Bitte teilt den Blog und das Video mit euren Freunden und bitte sagt Danke! Diese Menschen haben euch das folgende Video ermöglicht! Ob kleine oder große Summe, die Spende hilft uns allen, Kultur in Zeiten von Corona aufrecht zu erhalten. Jammern nützt nichts, wir werden Spaß haben! Unser Schlachtruf : Nutze die Zeit!
 
Habt ihr etwas gelernt? Dann werft doch bitte etwas in die Kaffeekasse! Zur Info 1 Franken sind 90 Cent.



 

Hier ist der erste Teil der Serie:

Schraffur! Alles andere als Langweilig!

Schraffieren,  eine Technik mit langer Tradition.

Dieser Blog ist für Mario Leinbacher. Erinnerst du dich an unser Gespräch in Manchester?

Die Meinungen zu der Linie sind so wunderbar unterschiedlich wie die Sterne im Weltall.

Heute lasse ich euch mal in mein privates Skizzenbuch schauen, anders als erwartet bin ich kein Farb-Terrorist. In meinen schnellen privaten Zeichnungen schraffiere ich mit Begeisterung und feinem Strich. Schraffieren gehört zu dem traditionellen Wissen unserer Zunft, jeder sollte es beherrschen, weil man damit Licht, Schatten und Räumlichkeit in Zeichnungen bringt.

Heute möchte ich euch das Thema etwas ungewöhnlich über das Schraffieren von Gesichtern näher bringen.

Was ist eine Schraffur?

Bei Wikipedia liest man diese Definition:

Eine Schraffur (von italienisch sgraffiare, „kratzen“, vergleiche Sgraffito) ist die Gesamtheit vieler feiner, gerader, paralleler Linien, die in Zeichnungen, Plänen, Karten oder Illustrationen eine Fläche herausheben.

Ja, so toll wie die Informationen aus dem Netz sind, traue ihnen niemals 100 – prozentig. Als ich diese Definition las, hörte man 0,3 Sekunden später einen heftigen Rums, das war, als mein Kopf auf die Tischplatte aufschlug.

Rembrandt Selbstporträt 1630 Quelle : https://de.wikipedia.org/wiki/Rembrandt_van_Rijn#/media/Datei:Rembrandt_aux_yeux_hagards.jpg

Rembrandt wäre der Silbergriffel erschreckt aus der Pfote gefallen!

Diese Definition taugt nicht für das künstlerische Zeichnen, denn dann hat man eine Menge absolut toller Möglichkeiten des Schraffierens ausgeschlossen. Es ist enorm wichtig! Denn beim Schraffieren müssen Linien weder fein noch gerade sein! Guck mal bei Rembrandt! Dort gibt es jede Menge gekrümmter paralleler Linien. Wichtig,  die Krümmung erzählt etwas über das Motiv, das erzeugt Mimik und Gefühl!

Definition von Tine Klein:

Schraffuren sind Serien und Bündel von Linien,  häufig parallel oder nach einem gemeinsamen Ordnungsmuster ausgerichtet. Zeichnungen erhalten dadurch Schattierungen, Tiefenwirkung, und Ausdrucksstärke.

Wilde Schraffur

Ich liebe die wilde Schraffur! Und wie ihr das an Rembrandt seht, ist die Idee gar nicht so neu. Schaut mal, wie die Schraffur in krummen Linien der Form folgt, wunderbar!
 
“Weiter lese ich in einem Handbuch für Lehrer zur Mappenvorbereitung: Die wilde Schraffur ist zwar eine schnelle Technik, jedoch führt die wilde Schraffur zu einem ungleichmäßigen Flächenbild, sodass die Gesamtwirkung immer ungleichmäßig und damit wenig qualitätsvoll ist,  also unprofessionell. Wie immer ist der schnellste Weg nicht der beste!”
Liebe Schulbuchverlage, bitte testet Autoren, die Wörter wie ” immer” zu häufig in den Mund nehmen, doch bitte auf geistige Zurechnungsfähigkeit. Wörter wie “Immer” gehen gerne mit übermäßiger geistige Borniertheit, im Volksmund  “Dämlichkeit” genannt, Hand in Hand.
 
Wir wollen unserer geistigen Elite doch bitte nicht schon im Teenageralter ein Brett vor den Kopf nageln. Schauen Sie sich mal Giacometties oder Picassos Schraffuren an, von gerade und gleichmäßig ist in diesen Bildern keine Rede! Gerade Schraffuren wirken sauber und enorm professionell,  sie sind deshalb hervorragend für Bauzeichnungen oder bestimmte Stilrichtungen der Kunst geeignet, jedoch:

Die wilde Schraffur ist ebenfalls toll!  Gerade in der Kunst darf man Gegensätzliches schätzen.

Ein wilder, geradezu bösartiger Strich trägt Emotionen: Giacometti hatte Depressionen, diese Gefühle lasse ich auch beim Schraffieren in meinen Stift fließen.
 
Beachte bitte, die Schraffuren sind weder fein noch parallel, sondern dick,  schwarz und heftig:
 
Ich weiß, ihr liebt diesen Blog wegen seiner bunten Fröhlichkeit, aber ich möchte euch ein paar Grafiken zum Thema Depression zeigen, um zu zeigen, was ein Strich im Extremen kann.
 
Über solche Bilder kann man denken, was man will, aber ein emotionsloses Porträt würde Giacometti sicherlich nicht entsprechen.

Zugegebenermaßen  sind diese beiden Porträts am Rande dessen, was eine Schraffur ist.  Aber ihr werdet in beiden Bildern eine Menge paralleler Linien finden.
 
Ja! Zumindest das, was Tine parallel nennt.
 
Aber überlege einmal selbst, wie würdest du einen Menschen mit einem inneren Sturm darstellen? Das Ringen, das Kämpfen? Geht das mit zarter, ordentlicher Linie?

 


Die wilde Schraffur ist toll!

Man kann mit Schraffuren weit mehr machen,  als nur Helle und dunkle Flächen anzulegen, deren Linienbündel parallel sind.
 
Schraffuren sind Linienbündel, die weitgehend parallel sind,  aber auch durchaus gekrümmt oder unregelmäßig sein können. Sie können überlappen und ineinanderfließen.
 
Anders als der Autor zur Mappenvorbereitung bin ich nicht auf Hexenjagd:

 

Es gibt verschiedene Arten von Schraffuren, und es ist sinnvoll zu wissen, wie man sie einsetzt, denn jede hat ihren Sinn.


Gerade, parallele Schraffuren


Die gerade Schraffur: sauber, gerade, technisch. Besonders gut geeignet für glatte Oberflächen: Glas, Metall, Beton und Urbanes. Gerade weil  sich ein Richtungswechsel von horizontal zu vertikal zeigen prima zeigen lässt..

Mit zarten Linien entsteht in meinem Skizzenbuch auf 10 cm eine ganze Stadt:

Deshalb ist die gerade Schraffur beim Zeichnen in der Stadt geradezu unverzichtbar. Überall dort, wo man eine klare,  gerade Form braucht, kann man ganz ruhig schraffieren.

Aber auch beim Porträtieren wähle ich diese Schraffur, wenn es zum Menschen passt.

Der ordentliche Strich für einen “Ordentlichen-Alte- Dame-Haarschnitt”” aus meinem privaten Skizzenbuch.

Die unsichtbare Schraffur:

Die ruhige Schraffur ist überall dort sinnvoll, wo es nicht um starke Aussagen geht. Wenn ich in einer Zeichnung einen Schatten legen möchte, ohne dass dieser dem Bildinhalt Konkurrenz macht, dann lege die Schraffur ruhig und gleichmäßig. Hier versteckt sich die Schraffur in den Dunkelheiten der Zeichnung.

Mein Kollege Kiah Kiean befürchtet, seine Suppe ist zu heiß. Googelt ihn mal! Er macht zauberhafte Tusche-Bilder.

Merke: Gleichmäßige Schraffuren erregen weniger Aufsehen als wilde und freie Schraffuren. Starke,dunkle oder unregelmäßige Schraffuren ziehen die Blicke an wie Magneten.

Tine Klein malt ein Portrait zum Thema wilde Schraffur

Deshalb steht die Frage im Raum: Wie macht man das eigentlich mit der Schraffur?

Schraffuren verändern sich mit dem Motiv:

Anstatt einer Schraffur in der Malerei starre Regeln aufzuerlegen, würde ich lieber fragen, welche Schraffur ich brauche, um ein Motiv optimal darzustellen.

Es ist doch ganz logisch, dass man zum Beispiel natürliche Dinge mit viel wilderen, freieren oder wuchernden Linien darstellt als einen technischen Bau.

Ein altes Gesicht kann man kaum durch klare und gerade Schraffuren angemessen zeigen. Dieses Gesicht ist gebraucht.

Tine Klein malt ein Portrait eines alten Mannes mit Füllhalter und Schraffur Technik

Privates Skizzenbuch von Tine Klein:Ein alter Mann schläft mit offenen Augen.

Ein Schatten ist vielleicht nebensächlich, dann bekommt er eine ruhige Schraffur. Das sieht man hier, der Schatten besteht  nur aus geraden Linien:

Tine Klein malt ein Portrait eines alten Mannes mit Füllhalter und Schraffur Technik

So würde ich zum Beispiel einen sehr ordentlichen oder konservativen Menschen mit einer sauberen und ordentlichen Schraffur malen, chaotischere Typen bekämen bei mir eine chaotische Schraffur. Siehe oben, schau dir die alte Dame im Vergleich zum Säufer an.

Wie es geht, erläutere ich nächste Woche.

Nächste Woche Schraffieren lernen! Haltet euch bereit!

Viele von euch haben die Erfahrung gemacht, dass wildes und freies Schraffieren hässlich aussieht.

Mit etwas Glück zeige ich euch nächste Woche das erste Online Zeichen Tutorial, dann ist Mitmachen angesagt! Um mitzumachen braucht ihr nur einen feinen Stift und ein Blatt Papier.

WO auch immer ihr seid, bleibt gesund und fröhlich:

Tine Klein malt ein Portrait von Si Chan , Füllhalter und Schraffur Technik

Das ist meine liebe Kollegin Si Chan,  ein Wunder am Zeichenstift! Ich verlinke sie, schaut mal rein.

Nächste Woche: Schraffieren lernen!

Kaffekasse, ich habe ein Herz für Menschen ohne großes Einkommen!




 Im Moment habe ich kein Einkommen , seit Jahren arbeite ich für euch ehrenamtlich, denn hinter meinem Blog steckt keine Schleichwerbung. Ich wäre dankbar, wenn ihr was in die Kaffeekasse werft! Denn bis ich meinem Beruf wieder ausüben kann, wird es Wochen dauern.

Die wundervolle Si Chan, Künstlerin mit Bleistift:

https://www.facebook.com/si.chan.9?fref=search&__tn__=%2Cd%2CP-R&eid=ARD4Sr9QWlU-bM0OUv1974KsQ0uEHit7euEBcCjGlCJ64trp5WjFaW18Q22R40ADaJBWsD8E7w85UDRl

Neujahrsvorsätze, Motivation und das Malen

Tine Klein Aquarell Bellveue Zürich, Die Motivation zum Malen4. Januar 2020 Tine Klein, Zürich: Blick vom Bellevue in die kühle Weite  über dem Zürichsee

Hallöchen, herzlich willkommen im neuen Jahr!

 

Erst mal möchte ich euch danken, dass wir alle wieder da seit. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich dachte heute morgen:

4. Januar, ach du scheiße ich muss abnehmen!

Der 4. Januar ist da, für die meisten geht diese Woche das normale Leben weiter.
Ich bin gerade soeben aus dem herrlichen Zustand des Familienkuschelns aufgewacht und mein Großhirn funkt mir einige rationale und bedrohliche Fakten. Mein Großhirn meint, es sei gar nicht gut, mit der Familie zu fressen und sich danach mit Rotwein und Schokolade auf die faule Haut zu legen. Dabei war es doch so schön, wenn man raus guckte in den Nieselregen. Ich persönlich finde:

Ein kleiner entspannter Exzess, schweisst zusammen.   Motivation  und gute Vorsätze können zur falschen Zeit nerven.

Wahrscheinlich ist dies mein tief liegendes Problem. Deshalb muss ich jedes Jahr abnehmen und mein Mann schwört: Liebesgriffe an den Hüften, seien ganz prima.
Das macht es mir auch nicht leichter.

Neujahrsvorsätze schon weit weg?

Wie sieht es aus mit Neujahrsvorsätzen, sind die schon weit weg? Schade.

Grundsätzlich finde ich Neujahrsvorsätze oder überhaupt Vorsätze ganz großartig.
Seien wir mal ehrlich, dieser Blog ist ein Kunstblog, hier geht es immer um das Malen lernen. Wieso ich nicht jedes Mal über das Malen schreibe hat einen ganz einfachen Grund. Malen ist eine Tätigkeit, die man nicht ausüben kann, ohne Persönlichkeitsentwicklung.
Wer nicht an sich arbeitet, kommt beim Malen auch nicht voran.
Leider geht es nicht so, wie sich mein alter Herr das vorstellt.
Mein Vater würde mit donnernder und Altvater Zeus würdiger Stimme sagen:
Einmal die Arschbacken zusammen beißen, alles eine reine Willensfrage!

Motivation und Zähne zusammenbeißen!

Vor Weihnachten habe ich eine kleine Umfrage gemacht. Ich fragte meine Schüler und Bekannten, was möchtest du im neuen Jahr an deiner Kunst verbessern. Die häufigste Antwort war:
Lockerer werden!
Lustig! Wie trainiert man denn lockerer werden? Die Zähne zusammenbeißen Methode von meinem Vater, scheint da denkbar ungeeignet. Na, Gott sei Dank, mit dem Kopf durch die Wand ohne Kopfschmerztabletten funktioniert bei den meisten Menschen und mir sowieso nicht.

Lockerer werden, Motivation und Neujahrsvorsatz.

Jetzt habe ich mir überlegt, wie könnte man den Neujahrsvorsatz lockerer werden denn umsetzen?

Prinzipiell ist dies gar nicht so einfach, denn ich habe eins festgestellt. Sage ich einem Schüler:“ Jetzt, sei mal ganz locker!“ Dann ist dies das beste Mittel einen Menschen innerhalb von Sekunden zu verspannen.

Lockerheit ist etwas, dass man ganz schwer erklären kann. Lockerheit kommt einfach, und je heftiger und brutaler die Motivation, desto schwieriger wird es.
Papa, sorry:

Die unendliche Leichtigkeit des Seins kann man nicht mit Zähneknirschen erreichen.

Locker sein ist ein wundervoller Zustand.

Wie lehrt man locker werden?
 
Das locker sein in der Malerei entsteht durch drei Faktoren.
Zwei davon haben mit Geisteshaltung zu tun und der dritte Punkt ist Übung und Technik.

Schritt 1: Die Geisteshaltung der Leichtigkeit beruht auf Meckerabstinenz und….

Motivationen sind am Besten; wenn mann sie umsetzen kann.

Meckerabstinenz ist mein wichtigster Vorsatz für 2020. Motivation und Veränderung brauchen ein Klima, indem man sie auch umsetzen kann.
Wenn man von vorneherein meckert, dann fällt Veränderung schwer. Da man den Kopf ja schon mal darauf einstimmen, dass hier alle schief gehen wird, hält man dann doch lieber am Althergebrachten fest, und das führt dazu, dass es einfach komisch aussieht und sehr schwer ist.
Für mich ist die beste Geisteshaltung die Aufforderung zum Spiel. Nicht Zähne zusammenbeißen, sondern ausprobieren. Mein Produkt ist nicht das Bild, sondern die Aufgabenstellung etwas auszuprobieren.
Das Meckern verkneifen, auch wenn es schwer fällt.
Also wir gehen jetzt mit einem leicht verkrampften Lächeln positiv rann an die Sache….

Schritt zwei: Das Große und Ganze sehen!

Motivation, und großartige Fortschritte versinken meistens in Kleinscheiß. Ganz oft verliert man einfach das Wesentliche aus dem Auge.
Ich muss noch dies, ich muss noch das und zack ist die Liebe weg.
Ich glaube, der wichtigste Ansatz ist, zu begreifen, dass es viele einfache Wege gibt etwas zu tun. Der Ansatzpunkt dafür einen einfachen und bequemen Weg zu finden ist:
Das Große und Ganze zu sehen.
Viele völlig unwichtige Kleinigkeiten machen einem im Alltag das Leben schwer, das gleiche gilt für Bilder:
Zu viele Details, fressen die Zeit, die man eigentlich für die großartigen Dinge des Lebens bräuchte.
Das Wechseln der Sichtweise braucht viel Motivation. Es ist überhaupt nicht einfach das Ganze zu sehen und nicht die Summe der Einzelteile.
In der Malerei ist enorm wichtig zu wissen, was man malen möchte. Wenn man eine Stadt malen möchte, braucht man nicht jedes Haus. Für einen Wald braucht man nicht jeden Baum:
Denn sonst sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Den Vorsatz umsetzen! Heißt also es sich deutlich einfacher zu machen, nur das klappt nicht auf Anhieb. Also wieder zu Punkt 1 oder zu Punkt 3.

Freiheit, Spass und Lockerheit

In meinen Kursen werde ich nächstes Jahr diesen Vorsatz noch mal verstärkt angehen. Insbesondere in dem geplanten Malurlaub gibt es viele Lektionen mit dem großen Pinsel. Der große Pinsel hilft einem enorm den Vorsatz nicht zu vergessen. Im ersten Moment fühlt er sich viel zu groß an und dann merkt man, dass der Pinsel einem hilft das Wesentliche umzusetzen.
Mit einem fetten Pinsel malt man nicht wie ein Buchhalter
Mit richtig großen Pinseln malt man einfach große Flächen. Plötzlich kann man die großen Zusammenhänge zeigen, weil die Größe des Pinsel  das Verzetteln verhindert.
Das sieht man hier genau, bei uns am Züri-See treffen Wetter und Stadt aufeinander. Der dicke Pinsel verhindert, das ich mich in Details verliere.
Dies werde ich besonders in der Urlaubswoche an der Ostsee lehren. Die Landschaft im Norden hilft enorm, das Ziel der Leichtigkeit zu erreichen. Denn die Landschaft ist hier schön, leicht und weit.
Wie gemacht für den Einstieg in die Lockerheit.

Was muss man bei großen Pinseln beachten?

Dicke Pinsel helfen bei der Motivation lockerer zu werden

Große Pinsel helfen dir bei deinem Vorhaben zügig und locker zu werden.
Die große Grundstruktur bringt dir den Überblick und die Leichtigkeit.
Ich persönlich liebe den 30 mm Flachpinsel mit einer langen flachen Kante. Oder 20 mm Rundpinsel oder Schwert- bzw. Katzenzungenpinsel die hinten sehr breit sind und vorne eine gute Spitze haben.
Die geniale Spitze ist das Stichwort.
Diese Spitze hilft, dass dein Bild hinterher großzügig, aber nicht plump ausschaut.
Liebevolle und kleine Details sind durchaus wichtig, aber nur, dort wo es am Allerwichtigsten ist. Dennoch arbeitet man von Anfang an mit richtig fetten Pinseln. Bei den Pinseln muss es nicht das Teuerste sein. Die reine Größe des Pinsels bringt es mit sich, dass man ohne Mühe Farbe in großen Zusammenhängen auftragen kann. Wichtig allein sind scharfe Kanten und Spitzen.
Die große Grundstruktur bringt dir den Überblick und die Leichtigkeit. Der Rest ist Bildentwurf, Übung und Anleitung.
Meine Lieblingspinsel sind von verschiedenen Marken.
Eine ganz genaue Empfehlung kann ich euch nicht geben, denn ein Pinsel ist immer dann gut, wenn er zu Handhabung passt. Der Kauf ist nicht ganz einfach, denn beim Kauf sind die Spitzen der Pinsel verleimt, deshalb ermögliche euch ich euch jetzt mal einen Blick auf meine dicken Pinsel. Was ihr seht, ist das was ich in der Tasche habe.
Also macht es euch einfach, greift zum dicken Pinsel und versucht ihn als Einstieg in die Lockerheit zu nutzen.
Liebe Grüße
und ein wirklich frohes neues Jahr.
Tine
Wer nächstes Jahr an der Ostsee mitmachen möchte, den bitte ich diesem Link zu folgen:
Die 22. Kw ist bereits ausgebucht. Plätze gibt es nun noch in der 21. Kw also vom 18 bis zum 22 Mai.

Noch etwas in eigener Sache

Nächstes Jahr gibt es Malurlaub an der Ostsee.

Der Norden ist das pure Glück! Dahme an der Ostsee

Seitdem ich im Süden lebe, vermisse ich die großen Himmel des Nordens, das Salz im Wind und die tolle Landschaft soweit das Auge reicht. Deshalb zieht es mich einmal im Jahr zum Malen an die See und ihr könnt mitkommen.

Der Fokus des Kurses liegt dieses Jahr bei den Themen des Nordens: Himmel, Wolken, Landschaft und Meer. Wir werden die Motive zeichnerisch und malerisch erfassen und uns Gedanken machen, wie man das Motiv vereinfacht, damit wirklich effektvoll in Farbe darstellen können.

Bekannt bin ich durch  die spielerische Verbindung von Stift und Aquarell, aber in dieser Landschaft möchte man auch gern den dicken Pinsel auspacken.

Also Motto: spielerisch gezeichnet oder genüsslich aquarelliert. 

Dahme in Holstein ist ein kleines  Seebad direkt an der Ostsee. Und gerade dies ist großartig für Maler, denn die Natur ist noch ursprünglich und bodenständig.

In dieser Landschaft können großartige Farbstudien mit Pinsel entstehen.

Warum sollte man als Maler unbedingt nach Dahme fahren? Weil Dahme großartige und sehr abwechslungsreiche Motive bietet, die kontrastreicher sind als normale Seebilder

 Die Leuchttürme, von Dahme sind ein echter Hingucker. Es ist doch klar, dass man darauf gute Bilder zaubern kann. Generell kann man sagen das die Bilder rund um Dahme immer frisch und ausdrucksstark werden durch den starken Rot-Grün-Kontrast.

Auch zur Verarbeitung von Farbe wird es viele Tipps im Kurs geben. Bei solchen Motiven lohnt es, sich in Ruhe Aquarelle anzufertigen.

Hier Torsten beim gemütlichen malen im Feld.

Die Küste ist mal feinsandig oder mit einer Steilküste zum Strand mit Bäumen, dies bietet perfekte Malmotive. Die natürlichen Kontraste der Landschaft macht Dahme reich an guten Motiven.

Seebrücke, Reetdachhäuser, Badeküste, Steilküste, Leuchttürme, viel Landschaft und wenn wir Glück haben, blüht der Raps.

Der Kurs findet im Dorfhaus von Dahme statt. Bei gutem Wetter werden wir jedoch viel Zeit in der Natur verbringen. Deshalb muss das Material Rucksack tauglich und nicht zu schwer sein.

Im Kurs geht es um skiziertaugliche Aquarelltechniken, Tipps zu Wasser, Wolken und Landschaft. Neben diesen Aquarelltechniken liegt in diesem Jahr, das besonderes Augenmerk auf dem Vereinfachen des Entwurfs, so dass die Farbe wirken kann, damit richtig starke Skizzen und Aquarelle entstehen.

Die Grundausrüstung aus: Pinsel, Aquarellpapier, Skizzenbuch mit Aquarell tauglichem Papier, Stift und Zeichenpapier. Die Materialliste wird rechtzeitig zur Verfügung gestellt.

Es gibt 5 Stunden Malunterricht pro Tag,  gegliedert in Techniklektionen, Entwurf, Vorführungen und freiem Malen mit Unterstützung. Ende mit fröhlichem Abschluss offen, meistens werden es doch 6 Stunden Unterricht. Mit Mittagspause und Wegen sind wir also den ganzen Tag unterwegs. Oft klingt der Tag in einem Gasthof aus.

Save the Date! 18-22.Mai.

In der Regel wird die Teilnehmerzahl maximal bei 6-10 Personen liegen, soweit möglich werde ich die Teilnahmer bei 8 Personen begrenzen, eine optimale Zahl zum Lernen. Eine Kursteilnehmerzahl von 12-14 Teilnehmern, wie bei Reiseveranstaltern, wird es nicht geben.

Kosten 450 Euro pro Woche für den Malunterricht. Lehrmaterial inklusive. Anders als bei Reiseveranstaltern gibt es in diesem Kurs Kursmaterial oder der Stoff wird in einem Blog aufgearbeitet, so das ihr nochmals nachlesen könnt.

Hinweis: Tine ist kein Reiseveranstalter, nur Mallehrerin. Für Unterkunft, Verpflegung und Kunstmaterial sorgt jeder nach seinen eigenen Bedürfnissen.

Es gibt im Hinterland auch viele sehr preiswerte Unterkünfte. Wichtig, nichts buchen bevor ihr eine Teilnahmebestätigung habt.

Kontakt und Fragen zur Reise

Liebe Grüße an Euch alle zusammen

Tine

Ich freue mich auf eure Anmeldungen. Wir sehen uns mit Wind im Haar.

Bitte nehmt mit mir Kontakt auf dann sende ich euch weitere Informationen.

 

Noch mehr lesen?

Hier zur Gemeinde

https://www.dahme.com/herzlich-willkommen/

 

 

 

 

 

Kunsttheraphie und schönste Zeit des Jahres

 

Auszeit vor Weihnachten

Eine Auszeit vor Weihnachten auf einer Trauminsel, so lasse ich mir das Leben gefallen.

Ich bin wieder da! Danke der lieben Nachfrage, mir ist gar nichts passiert und ich hatte eine wunderbare Reise. Mein nagelneuer Laptop fand es leider viel zu heiß in Malaysia, nach zwei Tagen ist er durchgeschmort und deshalb hatte ich eine wunderbare und entspannte Zeit, aus diesem Grund gab es auch keinen Blog. Da muss ich dem Rechner ja regelrecht dankbar sein, das er abfackelte. Ausspannen ist die schönste Kunsttherapie.

Beim Malen habe ich immer Zeit nachzudenken und hier mal meine Philosophie zu Weihnachten, den Malen und Weihnachten haben eines gemeinsam, man kommt zur Ruhe oder auch nicht.

Kunsttherapie nach dem Stress?

Gerade weil ich so entspannt bin, möchte ich mit euch über die schönste Zeit des Jahres sprechen. Viele Menschen freuen sich zurecht auf Weihnachten. Noch mal eine schöne Auszeit am Ende des Jahres.

Weihnachten ist nicht nur die Zeit der glänzenden Augen, sondern auch die Zeit der Familienmorde.

Hinter diesem Phänomen liegt das der Mensch nach einer Stressphase zur Ruhe kommt  und dann beginnt der Kopf zu kreiseln…eine erstaunliche Parallele zum Malen.

Denn auch Malen beruhigt den Menschen und dann bemerkt man die innerliche Unruhe.

Hinter der vermeintlich wunderbaren Zeit lauern enorm viel Potenziale, die uns das Leben versauern. Hetze und lieblose SOS Geschenke im Marathon kaufen, Frauen die von den Weihnachtsvorbereitungen total gestresst und unzufrieden sind. Fünf Kilo mehr auf den Rippen und mit klemmenden Hosen auf  Firmenweihnachtsfeiern eilen und dann auch noch der Erwartungsdruck der Familie. Da ist dann ist der Familienkrach schon vorprogrammiert. Jedes Jahr wieder ereignen sich zu Weihnachten tragische Familiendramen. Vielen Menschen wird an den Feiertagen bewusst, was im vergangenen Jahr alles nicht geklappt hat.

tödliche Weihnachten

Gerade die Menschen, die am unzufriedenen sind, üben Weihnachten den meisten Druck auf die anderen aus.

Der Baum ist schief!

Oft entzündet sich an winzigen Kleinigkeiten  der Frust und der Frust entlädt sich. So gibt es zum Beispiel 40 % mehr Notrufe in Frauenhäusern über Weihnachten. Auch bei Menschen, bei denen natürlich keine häusliche Gewalt vorkommt, wird die schönste Zeit des Jahres manchmal so unangenehm, dass man sie einfach aushalten muss. Darf ich jetzt mal eine Frage stellen? Ist das richtig so?

Nein, natürlich nicht. Es gibt ein einfaches Mittel das hilft zu Weihnachten und auch beim Zeichnen:

Mach es liebevoll und in Ruhe und lass dich nicht hetzen

An Ansprüchen zerbrechen

Es gibt keine Probleme, wenn man sich der Lösung zuwendet

Die perfekte Gans auf dem Teller nützt nix ,wenn man Lust hat sich über dem Knödel die Köpfe einzuschlagen. Bei uns zum Beispiel gab es in der Familie einmal Stress, weil mein Wohnzimmer nicht festlich genug geschmückt sei. Kerzen und Tannengrün waren nicht genug.  Als allerdings dann dieser Familienteil an der Reihe war, flossen die Tränen, weil der Gastgeber seinem eigenen Druck nicht standhalten konnte. Der Gastgeber wollte Eindruck zu schinden und perfekt zu sein, also kaufte er den größten und schönsten Weihnachtsbaum. Dummerweise passen 3 m Weihnachtsbäume nicht unter 2,40 m hohe Decken. Dieser Weihnachtsbaum kam direkt aus der Hölle und löste ein Familiendrama aus.

Ich habe vor sehr langer Zeit erkannt, dass ich nicht perfekt bin.

Weihnachten ist bei mir schön, aber wenn ich merke das ich etwas nicht schaffe, dann fange ich nicht an mir die schöne Zeit zu zerstören. Backen macht mir nur Spaß, wenn ich dafür auch Zeit habe. Kein Mensch merkt es, wenn ich die Kekse für den Teller mal bei einem guten Bäcker kaufe. 

Diese Lebenseinstellung hilft mir auch beim Malen:

Nur so groß wie ich kann, dafür aber mit Liebe

Diese Lebenseinstellung hat mich mein Mann gelehrt und dafür bin ich dankbar, ich habe gelernt mich nicht von meinen Ansprüchen zerfressen zu lassen.

Kunsttherapie nach Weihnachten?

Das mit der Kunsttherapie ist bei mir eher mit einem Augenzwinkern gemeint, denn ich bin der festen Ansicht, dass man das Leben vorher schon schön gestalten sollte, damit man hinterher nicht in die Therapie muss.

Die der Kunsttherapie ist glaube ich der schönste Ansatz, dass die Leistung in der Kunst keine Rolle spielt. Die Kunst soll keinen Anspruch an den Maler stellen, sondern der Maler soll die Kunst benutzen um etwas Schönes und Positives für sich selbst zu erreichen.

Dabei beißt sich allerdings die Katze in den Schwanz, alleine der Ansatz dass es schön sein muss, setzt uns ja schon enorm unter Leistungsdruck und genau hier haben wir den Verbindungspunkt zu Weihnachten.

Der Leistungsdruck lässt uns die Haare raufen.

Dabei ist es völlig unnötig, etwas einfaches liebevolles hat viel mehr Kraft als überkandidelter Pomp und das gilt lustigerweise auch in der Kunst.

Ziel erreichen durch vereinfachen

Weihnachten gelingt es mir ja schon sehr gut, für meinen Mann und mich ist Weihnachten immer eine sehr kuschelige Zeit.

Aber auch beim Malen greift der gleiche Mechanismus. Ich finde es sehr wichtig, dass man bemerkt, wenn etwas nicht geht. Nach kurzer Zeit begriff ich, dass das Aquarellieren bei 40°  kurz vor einem Gewitter mit 100 % Luftfeuchtigkeit einfach nicht geht. Ich war nach Malaysia gekommen mit dem Anspruch eine ganze Menge großformatige Aquarelle zu machen und dann stehe ich genauso wie ihr beim Malen lernen vor der Frage, wie kriege ich meinen eigenen Erwartungsdruck in den Griff?

 

Besonders wichtig ist es mir einmal zu betonen das Vereinfachen kein Scheitern ist. Ganz im Gegenteil, wenn man eine Situation so zuschneidet, dass man sie bewältigen kann, dann kann man sie auch genießen und das was man tut, gut machen.

Es wird Zeit wenn ich merke:

Ich bekomme nix hin!

Dann muss eben Plan B her! Aus dem Alter war es noch niedlich wirkte, als ich mich auf dem Boden warf und schrie bin ich leider raus. Mein Plan B war in der Hitze einfach mit Bleistift zu zeichnen.

Anstatt großformatige Aquarelle zu lernen, lernte ich ganz großartig mit Bleistift zu zeichnen.

Natürlich habe ich mir dabei auch nach kurzer Zeit wieder meinen Leistungsdruck gemacht, aber mit Humor.

In der Kunst wie im Leben ist es so wichtig mit minimalen Mitteln das maximale rauszuholen.

Das Bleistiftzeichnen ist regelrecht zu Sucht geworden.

Ich hatte 5 Bleistifte mit, jetzt zeig ich euch mal was noch übrig ist:

Es sind noch 2 Minibleistifte übrig. Ein Bleistift in der Tasche, das war machbar und deshalb hat einen mordsmäßigen Spaß gemacht.

Ich glaube das Malen und auch die Weihnachtszeit haben einiges gemeinsam, natürlich muss man sich anstrengen um es gut hinzubekommen und dennoch ist das Allerschlimmste ein unanständig hoher Erwartungsdruck.

Vielleicht ist es jetzt zehn Tage vor Weihnachten Zeit eine Parole fürs Malen und fürs Weihnachtsfest herausgeben:

Reduziere es bis auf das Beste

Mach aus Weihnachten und deiner Kunst eine besinnliche und ruhe Zeit, damit du hinterher keine Kunsttherapie brauchst.

Ich wünsche dir ein ganz wundervolles Weihnachtsfest. Lass dich nicht stressen und mach das, was dir Spaß macht.

Denn letztendlich macht man Dinge nur gut, wenn man sie gerne tut.

Liebe Grüße in die Weihnachtszeit

Mehr zum Thema Bleistift

 

Der Bleistift ist der Klassiker

Mehr zum Thema unnötiger Stress vorm frohen Fest:

https://www.deutschlandfunk.de/frohes-fest.724.de.html?dram:article_id=100053

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tricks zum Zeichnen von Bewegung

Letzes Jahr war bei mir so viel los, dass ich gar nicht dazu gekommen bin zu berichten. Eines der schönsten kleinen Events bei meinem Spaziergang mit Stift war das Slow-Up. Ein Slow-Up ist ein Event bei dem die Straßen gesperrt werden, damit sie frei sind für Fahrradfahrer und Rollschuhlfahrer.

Wir setzten uns mit Stühlen auf die Straße und trainierten das Zeichnen in Bewegung.

Man sind die schnell und zack sind sie weg!

Bewegungen zeichnen, macht einen am Anfang ratlos. Es ist doch schon auf dem Foto schwer genug!

Hier hocken wir wie die Hühner auf der Leiter und warten auf unsere rollenden Opfer.

Das war ein wundervolles und buntes Treiben, jedoch ist es für den Zeichner der absolute Horror, denn auf einem Slow-Up hält niemand still.

Der beste Tipp ist sich nicht von dem Getümmel unter Druck setzen zu lassen

Also erst einmal gemütlich hinsetzen, sich das Treiben ansehen und dann herauszufinden was hier eigentlich die typische Bewegung ist. Wenn viele Menschen das Gleiche tun, dann machen auch alle immer mal wieder die gleichen typischen Bewegungen.

Gut zu wissen, alle machen irgendwie das Gleiche!

Das Erste ist das man herausfindet, wie das Ganze ungefähr zusammenhängt.


Das Grundmuster finden


Fahrradfahrer machen immer wieder die gleiche Bewegung. Sie hängen mit einem Buckel auf ihrem Drahtesel und die Beine strampeln sich unten ab.

Die Bewegungen ähneln sich immer wieder Buckel, ein gestecktes Bein und ein langes Bein.

Da die Bewegung unglaublich schnell ist, darf man sich einfach nicht treffen lassen. Der beste Tipp ist nicht nur eine Person zu malen, sondern das Gemalte ganz in Ruhe aus mehreren Personen zusammenzusetzen.

Super geeignet dafür ist gestisches Zeichnen. Um sich klarzumachen wieso eine Person auf dem Fahrrad aussieht, malt man sie einfach in der Luft, während man die Fahrradfahrer beobachtet. Dadurch dass man praktisch in der Luft eine Geste malt, wird einem ziemlich schnell klar was die Grundform ist. Die Grundform eines Fahrradfahrers ist einfach ein Haken. Der Buckel mit dem langen Bein, dazu kommt noch ein angewinkeltes Bein.

Die Geste vereinfacht die Sache!

Macht man sich dies klar, ist die Sache gar nicht mehr so brutal schwer.

Hat man erst mal begriffen, dass man eine Bewegung in einen einfachen Pinselschwung oder Strich umsetzen kann, dann kann man auf dieser einfachen Basis enorm lebendige Bilder oder Zeichnungen machen.


Vereinfachen ist das A und O


Oft hilft es sich das Leben so einfach wie möglich zu machen! Wenn man erst mal versucht, die Dinge von hinten zu malen. Schon hat man viel länger Zeit sich das Ganze anzusehen.

Opi auf dem Rad, Atelier Herz-der-Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

Tine Klein: Opi auf dem Fahrrad

Auch hier sieht man das Grundmuster, das gestreckte und das abgewinkelte Bein. Diese Vereinfachung und etwas mehr Zeit nimmt einem enorm den Stress.

Mutig vereinfachen ist das A und O des schnellen Zeichnen. Aus einem Reifenprofil wird einfach eine Zickzacklinie, aus einem angewinkelten Bein ein Dreieck. Vom Fahrrad sieht man nicht mehr als den Reifen und die Lenkergriffe.

Wenn man von hinten malt, hat man sich auch den Stress gespart die Fahrradkonstruktion von der Seite zu malen.

Gerade das Einfache sorgt dafür, dass man das Typische einfängt

 

Zu viele Details gehen bei dieser Art und Weise des Malens überhaupt nicht. Besonders notwendig ist es sich auf die wichtigsten Dinge zu spezialisieren.

Also kein Schnickschnack, sondern das Nötigste.


Nur Wer wagt, der gewinnt


Es gibt kein Weg daran vorbei, wer es nicht ausprobiert, wird es auch nicht lernen

Doch es gibt Hoffnung, beim Zeichnen von Bewegung hat man einen ganz enormen Vorteil, dieser Vorteil ist das Bewegung gerne mehrere Linien toleriert. Eine falsche Bewegung ist, anders als in einer normalen Zeichnung, nicht unbedingt ein Fehler sondern nur ein Anzeichen für die Bewegung. D. h. deine Versuche und auch kleinen Fehler sehen mitunter sogar extrem cool aus

Fahrradfahrer mit Navi, Atelier Herz-der-Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

Rennfahrer mit Navi, lustig bei der Seestrasse am Zürichsee, die 30 km lang völlig gerade ist

Schau noch mal in meine erste Zeichnung, das erste Hinterrad passte so wenig zum Fahrrad, dass ich das Blatt am liebsten weggeschmissen hätte.

Nicht beim ersten Fehler Skizzenbuch beißen

Suchende Linien sind beim Zeichnen von Bewegung kein Fehler, das Rad bewegt sich und die Linie bewegt sich und so werden deine vermeintlichen Fehler oftmals zum Design!


Wie man mit Schüchternheit umgeht


Obwohl ich es gewohnt bin vor Menschen zu malen, kriege ich immer noch Hitzewellen, wenn die Menschen so nah ran kommen. Wenn ich dann Fehler mache, bekomme ich Angst und natürlich geht das erst recht meinen Schülern so.

Atelier Herz-der-Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

(diese Fahrradfarbe hat mich inspiriert siehe oben)

Aber wenn man das Gespräch aufnimmt, dann merkt man 99,9 Prozent der Menschen sind positiv, sie kommen weil sie es toll finden, das wir malen. Sie wollen mitmachen.

Einfach machen ist das Rezept, erst dann  wird man bestärkt

 

Bewegung -Material und Technik


Schaut mal, dieser junge Mann hängt auf seinem Rennrad wie Sancho Panza auf seinem Esel.

Fahrradfahrer auf RennradBlog Herz der Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung

Tine Klein: Drahtesel und Sancho Panza in Zürich auf der Seestraße

Aber wie kann es sein, dass ich Ihnen so kurzer Zeit malen kann.

Die schlichte Wahrheit ist: “Ich kann es nicht!”

Auf der Strecke kommen hunderte von Fahrradfahrern, wenn ich einmal etwas Typisches gesehen  habe, dann schärft sich mein Auge dafür. Ich lege mich auf die Lauer bis der nächste Radfahrer kommt.

Den Malprozess zerlegen


  • Zuerst male ich in Ruhe den Lenker und die Fahrradlampe, dann warte ich bis der nächste Rennradfahrer kommt.
  • Jetzt habe ich schon im Kopf welche Pose ich malen will, dann male ich nur die absolute Grundform in einem dicken Block, oft sogar wie oben ganz grob nur in Farbe.
  • Jeder folgende Fahrradfahrer steuert nun einen kleinen Teil zu Motiv bei. Bewusst schaue ich auf Details zum Beispiel die Hände.
  • Wenn etwas ganz besonders schön war, dann versuche ich es im Kopf zu behalten. Ich schließe zwei dreimal die Augen, und versuche mir das Bild intensiv einzublenden. Diese Etappendetails wie zum Beispiel das Gesicht oder die Brille ergänze ich dann ganz in Ruhe aus dem Kopf.

Das Wesentliche aber ist die Haltung und dies habe ich oft schon beim ersten Fahrradfahrer festgehalten.

Die Technik auf gefärbten Papier


Beim Skizzieren von Bewegung ist der Papierverbrauch hoch. Am Einfachsten fällt es, wenn man mit Mut ans Werk geht. Dabei muss man sich einfach zugestehen, dass man Fehler macht.

Viel Material braucht man nicht. Hier habe ich mit Aquarellfarben, meinem Füllhalter, einem Bunstift und weißer Tusche gearbeitet.

Was man allerdings braucht ist viel Papier, denn Abfall und Schwund gehören dazu. Wenn ich jetzt, wie bei mir, jede Menge gelungene Skizzen seht, dann macht euch klar jeder macht Fehler, auch ich produziere jede Menge Schrott.

Zum schnellen Zeichnen sind in der Regel sehr glatte Papiere geeignet.

Glattes getöntes Zeichenpapier

Das Papier was ich hier benutzt habe ist Paint On Multitechniques, es wurde auf dem Deutschen-Urban- Sketcher -Meeting von Boesner Glinde, Hamburg-Kiel gesponsort, vielen lieben Dank dafür, denn das hilft uns Kunstmaterial zu erkunden.

Ich selber hatte bis dahin nur selten auf getönten Papier gearbeitet, ich war sehr positiv überrascht, weil das Papier mit 250 g/Quadratmeter sehr dick ist und deshalb ist es sehr fehlertolerant. Man kann auch noch mal drüber malen.

Was ich diesmal mit der weißen Tusche reichlich gemacht habe, dass das Papier so robust war hat gute Ergebnisse ermöglicht.

Da Fehler beim schnellen zeichnen unvermeidlich sind, habe ich mit weißer Tusche gearbeitet, so konnte ich allzu auffällige Fehler abdecken. Durch die Dicke des Papiers hat sich dann auch nichts gewellt.

Dieses Papier ist auf jeden Fall großartig für das Zeichnen und Malen geeignet.

Wichtig ist aber, dass man sich die Angst vor dem Material zerstören nimmt, der Fehlversuch gehört dazu. Einige Schüler arbeiten auch gerne auf Suddelpapier, das ist der Schweizerische Ausdruck für Schmierpapier, denn das macht frei im Kopf.

Ein Bekannter von mir arbeitet auf zerknitterten Butterbrotpapier, das macht ihn frei. Ich bevorzuge Multimedia-Papier, denn mein Malstil ist sehr robust.

Eine Schülerin malt auf Probeblättern, die Angst das gute Papier zu verderben ist weg!

Blog Herz der Kunst, Malen und Zeichnen von Bewegung


Es geht nicht ums Kunstwerk, sondern um das Erfahrungen sammeln


Die Schülerin oben hat es goldrichtig gemacht, sie hat sich Papierproben genommen und macht jetzt ihre Erfahrungen damit.  Sie weiß hinterher, welches Papier sie mag und welches nicht.  Wobei natürlich Echt-Bütten-Suddelpapier von Hahnenmühle die totale Luxusvariante ist 😉 All das was man aus Erfolgen und Fehlern lernt, das ist das schönste Kunstmaterial der Welt.

Denn das schönste Kunstmaterial bist Du!

Du wirst mit all diesen Erfahrungen besser und deine Bilder schöner!

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Das A und O zur Vereinfachung ist die Abstraktion hier kannst du weiter lesen

 

 

 

 

 

Nichts klappt! Sieh es positiv!

Tine Klein über die Kunst mit Kritik und negativem umzugehen. Positiv denken hilft beim malen

Sieh es positiv!

Wenn Plan A nicht klappt, sieh es positiv, das Alphabet hat noch 25 weitere Buchstaben!

Es kann nicht alles klappen, eigentlich wollte ich diesen wunderschönen Platz in Malaga malen.

Aber ich befürchte die Sterne stehen heute nicht richtig.

Ich finde dieses Jugendstilhaus mit den Palmen davor einfach traumhaft. Gestern habe ich mich entschlossen dieses lauschige Plätzchen zu malen, aber ich habe einen Plagegeist mit Hund. Eine ältere Dame malt offensichtlich auch gerne und beschließt sich den Vormittag damit zu vertreiben mir beim malen zuzuschauen, auch nicht schlimm, nur dummerweise ist sie nicht durchsichtig und sie steht immer genau vor mir!


Positiv, leichter gesagt als getan!


Die Sonne scheint, doch dummerweise habe ich meinen Plagegeist. Nicht, dass mich die alte Dame stört, aber sie ist nicht positiv.

Wann immer ich etwas mache, was ihr nicht passt stöhnt sie, schnauft sie und rollt die Augen.

Ehrlich gesagt, bin ich nach einer Weile von dem ganzen Umfeld so demotiviert, dass sich hinschmeißen möchte!

Kunstkritik frei nach Beuys, setz mal einen Haufen drauf! Die ständige nonverbale Kritik meines Plagegeistes macht mich einfach fertig!  Doch dann erleichtert sich ihr Hündchen fast in den Malkasten, puhh die härteste Kunstkritik meines Lebens. Bin ich hier in die versteckte Kamera geraten? Wie soll ich denn da positiv bleiben?

Kurz gesagt, wenig später bin ich soweit, dass es für mich nur zwei Alternativen gibt, entweder ich verschwinde oder ich drehe der alten Dame den Hals um.


Warum Kritik so schwer zu ertragen ist


Ich bin Mallehrerin und wenn ich Menschen das Malen beibringe, dann muss ich Dinge direkt ansprechen, denn wenn man etwas nicht direkt anspricht, dann kann man auch nicht darüber reden.

Kritik demoralisiert

Oft merke ich, wie die demoralisierend das für meine Schüler ist. Es dauert eine Weile bis meine Schüler begriffen haben, dass das keine Kritik ist sondern ein Gesprächsangebot.

Lehren ohne den Anderen zu verbiegen!

In der Kunst gibt es immer 1000 Möglichkeiten, ob etwas ein Fehler ist, hängt nur davon ab was der Maler oder Zeichner fühlt oder will.

Selbst ich als Zeichenlehrer, habe nicht das Recht die Aussage eines Bildes ohne Erlaubnis zu ändern.

Ständige Kritik macht einen unsicher und selbst Dinge, die sonst ganz leicht klappen, funktionieren nicht mehr.


Lernunwillig?


Als ich selbst lernte, habe ich etwas beobachtet. Wenn der Zeichenlehrer in mein Bild malte, verlor ich die innerliche Verbindung, selbst wenn das Bild viel besser war als vorher.

Und dann war ich total enttäuscht, weil das Bild nichts mehr mit mir zu tun hatte. Die Worte des Lehrers irritierten mich, selbst wenn es Lob war, denn es wurden oft Dinge gelobt die mir selbst überhaupt nicht wichtig waren.

Ich fragte mich unsicher, will ich gar nichts lernen? Kritik ist doch was Gutes!

Deshalb hänge ich heute als Lehrerin in einem totalen Zwiespalt, selbst konstruktive Kritik kann Bilder ungewollt negativ verändern. Einerseits muss ich Dinge ansprechen oder kritisieren um das fachliche Wissen zu vermitteln, andererseits möchte ich viel lieber fragen, sieht das für dich toll aus, hatte es dir Spaß gemacht, gefällt es dir? Oder wo willst du hin! Im Unterricht muss Kritik eine Anregung zum Spielen sein, kein Angriff auf den Menschen.

Das was die alte Dame auf der Straße macht ist allerdings Körperverletzung, denn hier geht hier Um das Negative. Die  Macht des Bösen ist mit ihr! Die war mit Lukes Vater in zweiter Ehe verheiratet!

Was man sich leider in der Situation selten klar macht, wenn Sie mein Bild nicht leiden kann, dann soll sie ihr eigenes malen.


Kunst sollte unabhängig von Lob oder Belohnung und erst recht von Kritik sein


Wenn dich so ein Plagegeist erwischt, dann musst du dir immer ganz klar machen das dies deine Kunst ist! Alleine schon dass die Frau ständig schnauft, sorgte bei mir dafür, dass ich mein Bild gar nicht mehr so malen konnte, wie ich es wollte. Denn nun bei jedem Fehler fange ich an zu zweifeln und kann mein Bild gar nicht mehr so unbefangen malen wie ich es wollte.

Die Häuser im Hintergrund, die ich heiter und strahlend malen wollte, werden langsam aber sicher matschig und dunkel und mit jedem Pinselstrich sinkt meine Laune.

Es ist doch total erstaunlich, wie sehr man als erwachsener Mensch noch von Lob abhängig ist.

Letzte Woche hat in meinem Malunterricht Michele ein wunderschönes dunkles Bild gemalt. Ich war mit seinem Bild absolut zufrieden, weil es so andersartig war. Michele hingegen war mit dem Bild unzufrieden und hat es dann benutzt um das eine oder andere auszuprobieren. Dieses Verhalten ist absolut richtig, denn bei Micheles Bild geht es nicht darum ob es mir gefällt, sondern darum ob es Michele gefällt.

Mach dich unabhängig von Kritik, denn das ist ein ganz wichtiger Schritt zum Finden des eigenen Stils.

Leider war Michele, dann etwas unzufrieden, weil ich das Bild so mochte wie es vorher war. Ich möchte hier noch mal eines sagen: „Hey Michele, weiter so, es sind deine Bilder!”


Eigene Wege finden!


Für mich war es sehr schwer, es hat sich bei mir immer so sehr erwachsen an, wenn ich über solche Probleme rede. Tatsächlich aber hat es mir weh getan, wie bei jedem anderen auch.

Wer ist nicht traurig? Wenn man seine Bilder scheußlich findet!

Da sich meine Laune verdunkelte, musste ich ein anderes Bildkonzept finden, denn die strahlend schöne Laune die ich malen wollte, war einfach nicht mehr in mir.

Die Alternativen sind die Pläne B bis Z!

Letztendlich ist die einzige wirkliche Alternative, dass man ein misslungenes Bild dazu benutzt Neues zu erproben.

Manchmal geht das wirklich schief und das Bild ist nachhaltig verdorben, aber dann hat man auch etwas gelernt: Man hat eine ganz wichtige Erkenntnis gefasst, das funktioniert für mich nicht!

Oft verändert sich aber wirklich etwas im Bild, wenn man selbst positiv wird und Chancen erkennt! Plan B muss her, wenn der Plagegeist kontinuierlich vor mir steht, dann bleibt mir nichts anderes übrig als den Plagegeist zum Thema meines Bilds zu machen. Normalerweise habe ich immer Probleme damit Menschen nicht besonders schön zu malen, denn ich möchte ja niemand kränken. Diesmal darf ich ohne schlechtes Gewissen das unvorteilhafte Portrait proben!

Meine alte Dame ist die einmalige Chance endlich mal ein bisschen mit dem Stift zu lästern.

Dabei ist ein für mich sehr ungewöhnlicher Bildentwurf herausgekommen und ich konnte zufrieden grinsend mit einem guten Bild in der Tasche nach Hause gehen.

So gesehen war der ganze Tag ja völlig positiv, denn ich konnte endlich mal etwas üben was mir sonst sehr schwer fällt.

Wenn ich Euch eines mitgeben darf:  Positiv denken hilft beim Malen enorm!

Ganz ganz herzliche Grüße aus dem Herz der Kunst

von Tine

Mehr zum Thema: Meine Skizzenbücher privat

 

 

 

 

 

Bildidee unsichtbare Macht


Bildidee: Gefühl und Seele sind ein Erfolgsfaktor für Bilder


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Tine Klein: Dunkelheit am Fuße des Trump Towers gemalt mit Omar Jaramillo und Uma Kelkar.

Das Problem mit der Bildidee ist, dass man das Schönste am Bild nicht sehen kann, denn Gefühle kann man nicht abzeichnen.
Vielen von uns ist oft völlig unklar, warum Sie etwas Malen möchten.
Es ist halt hübsch!

Wie bei vielen Leidenschaften reicht hübsch nicht. Bleibt die Frage:

Wie kann man eine Idee malen?

Wer nicht zeigt wie sein Gefühl ist, der macht meistens keine ausdrucksstarken Bilder.

Bilder entstehen auch in der Seele.

Erst mal ist wichtig, dass man überhaupt wahrnimmt, wie man sich fühlt, dann ist es nicht mehr weit bis zur umgesetzten Bildidee.


Die Bildidee


Ich wuchte meinen Koffer aus der U-Bahn hinaus ins Tageslicht. Naja, jedenfalls das was man hier Tageslicht nennt. Zwischen den riesigen Wolkenkratzern entsteht eine Art Zwielicht. Die Straßen sind einfach praktisch im Karree angelegt. Manche dieser Straßen wirken wie Windtunnel, andere wie Tunnel des Lichts. Andere Straßen erscheinen wie ein Schlund in die Dunkelheit, und scheinen noch nie Licht gesehen zu haben. So fühle ich zumindestens, wahrscheinlich ist es nicht halb so dunkel, wie ich es mit meinem inneren Auge wahrnehme. Ich lebe am Zürichsee auf der Licht zugewandten Seite und hier haben die Häuser von morgens bis abends wundervolles Licht, in meinem Garten wachsen Feigen, die das Licht zuckersüß macht. So trifft mich der Mangel an Licht fast körperlich. Das Erste was ich wahrnehme ist, dass an vielen Stellen am helllichten Tage die Straßenbeleuchtung brennt. Ich fühle mich wie eine Maus im Käfig, gefangen in einem schwarzen Rahmen.

Wie stellt man ein solches Gefühl in einer Skizze da?


Dinge malen, die nicht greifbar sind


Hier geht es um Atmosphäre. Atmosphäre ist etwas was eigentlich nicht greifbar ist.

Wie greift man eine Atmosphäre aus Zwielicht, Smog , Hitze und der Dreck einer Großstadt?  Und natürlich einen massiven Lichtmangel der Seele?

Klar ich muss Farben finden, die meine Gefühle ausdrücken, gibt es denn noch mehr Möglichkeiten? Es ist der Funke des Gefühls, uns ist ja klar, dass man ein Gefühl weder wirklich sehen kann, noch es in den Händen halten.
Und damit ist der erste Hinweis klar, was man nicht in den Händen hält, hat keine Ecken.

Gefühle sollte man nicht so malen als hätten sie links und rechts Griffe zum tragen!

Ich weiß der nächste Satz wird jetzt den Menschen, die es lieben alles ganz präzise zu machen, ein Kopfschütteln entlocken.

Gefühle stellt man am besten mystisch dar Und Mystisch heißt oft nicht so genau. Ein Gefühl ist nichts was eine harte Kante hat.

Die Unschärfe ist eines der Malmittel des Gefühls. Also auf Deutsch Unschärfe Linien und Ecken.


Motive brauchen keine harten Umrandungen


Tatsächlich ist es ein echtes Ergebnis, dass man zum darstellen von Motiven keine harten Umrandungen braucht. Diese Weichheit öffnet einen breiten Spielraum an Aussagen.
Tatsächlich schauen wir bei Dingen, die nicht so ganz definiert sind genauer hin, wir wollen ja wissen was los ist.
Die meisten von uns haben einfach fürchterliche Angst, die Linie oder die Umrandung einfach mal fallen zu lassen. Denn man hat dieses Gefühl von totalen Kontrollverlust.
Eine Bildidee lässt sich einfacher umsetzen, wenn man dem Bauchgefühl traut.

Kontrolle ist nur eine Illusion.
Ich kann mich selten an Momente erinnern an den ich alles total unter Kontrolle hatte.
steifes umrahmen von Motiven zeigt aber, dass man völlig unsicher ist und deshalb wie ein Kontrollfreak agiert. Das hat nichts mit Kontrolle zu tun, sondern zeigt nur, dass man selbst ein bisschen verspannt ist.


Man kann der Ungenauigkeit Herr werden


Erst mal raushauen dann nachdenken!

Im zweiten Schritt lege ich mir oft Zuhause das Material bereit, was mich näher an die Bildidee bringt!

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Hier schwarze Tinte, Gouche mit Leuchtfarbe und rote Nano Tinte von Platinum.

Und so taste ich mich dann ran an die Bildidee.

 

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Ja und natürlich fällt mir das Herz in die Hose, wenn ich den dicken roten Tropfen noch mal verstärke! Auch wenn ich die weißen Acrylkleckse in die Laternen wische.

Jedesmal wenn ich mit der schwarzen Tinte abdunkle, denke ich, das geht schief aber im Endeffekt:


No Risk, No Fun. Am Ende kommt der Lohn


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Wie gut das mit den unscharfen Ecken wirkt, sieht man bei Uma Kelkar:
In Chicago war ich in einem Aquarell Workshop mit Uma Kelkar, ich war ziemlich happy, dass sie genau das gleiche erzählt wie ich. Sie hasst es, wenn alle Ecken hart sind.
Habt Spaß und schaut mal wie es jemand anderes macht:

Solche Bilder malt Uma sie steht auch nicht auf harte Ecken in Ihren Sketches:

Uma Kelkar watercolor in blog herz-der-Kunst

Watercolor by Uma Kelkar

http://www.umakelkar.com/

Ganz herzliche Grüße ins Wochenende, ich wünsche Dir viel Spaß

Tine

Noch mehr zu Emotionen im Blog lesen?  dann geht es hier lang!

 

Nur für mich! private Skizzenbuchseiten

Aquarell von Tine Klein Skizzenbuchseiten , Mallerei Zürich, Zürichsee

Tine Klein Skizze Badi Feldbach

Muss man denn immer für andere Zeichnen? Wie haltet ihr das?

Ich zeige Euch jetzt mal eine von meinen privaten Skizzenbuchseiten, sie ist anders als ihr das von mir kennt.

Private Skizzenbücher habe ich, damit ich nicht unter Druck gerate.

In diesen Skizzenbuchseiten tue ich und darf ich alles, was mir sonst Angst machen würde. In meinen privaten Skizzenbüchern schreibe ich sehr viel. Meistens mit schlimmen Rechtschreibfehlern.  Ich habe einen kleinen Sehfehler, der erst später erkannt wurde. Ich habe Schreiben gelernt und die Buchstaben nicht richtig gesehen, deshalb ist meine Orthographie reine Glückssache. Diese tiefsitzende Angst, das mich alle führ blöd halten, weil ich nicht schreiben kann, hat sich im Alter von 6 Jahren in mich hineingefressen.

Doch meine privaten Skizzenbuchseiten sind voll mit Kommentaren. Dort schreibe ich, worauf ich mich freue oder was ich denke.

Anders als in dieser Skizze sind viele Dinge angefangen, unfertig oder einfach blöd, weil das Experiment total gescheitert ist.

Diese privaten Skizzenbuchseiten sind die reinste Kritzelei, denn ich male nicht für die Anderen, ich male für mich.

Ein Malschüler von mir hat mir angeboten mit mir Segeln zu gehen und so zeichne ich meine Freude darüber. Es ist ein innerliches  Zwiegespräch. Sommer am See, das wird gut denke ich beim ersten Sonnenstrahl des Jahres!


Ich zeichne nicht! Ich lade meine Batterien auf!


Malen und Zeichen muss nicht immer die Funktion haben schön zu sein!

Die Augen auf das schöne im Leben zu richten, ist vielleicht deutlich wichtiger als ein schönes Bild!

Glaubst du die werden an deinem Grab stehen und sagen: Sie hat am 1.5.2017 ein tolles Bild gemalt?

Glücklich zu sein ist keine reine Glückssache, man muss auch bereit sein das positive wahrzunehmen.

Man muss gezielt dafür sorgen schöne Momente zu haben, deshalb sitze ich jetzt hier mit einer Dose Bier im Nichts und es ist herrlich.

In einer Zeitung habe ich gelesen, viele Menschen suchen regelrecht Krisen um ihr leeres Leben zu füllen. Kriesendieb nennt meine Freundin solche Leute.

 Glücks-Blick-Sammler! erscheint mir die entspanntere  Daseinsform.


Mein Stift erklärt mir die Welt!


Hätte ich sonst die Ruhe alles anzusehen?

Während ich gerade hier sitze, fällt mir auf das ein großer Teil der Boote ganz kleine Motorbote sind. Warum ist das so? Ist das zum Angeln prima? Ist das ein Haubentaucher oder eine komische Ente? Diese Art von Fragen kennt man eigentlich nur noch, wenn man Kinder hat.

Mir tut es total gut die Welt wie ein Kind anzugucken!

Mein Lieblingsboot mache ich schön rot! Die Beiz ist schon rot, sehr schön, das Leben kann so einfach sein! Das sind so die Momente in denen ich durchatme und einfach die Welt genieße.


Das Malen ist mein Grund


Einer der Gründe warum ich Urban Sketching so Klasse finde ist, das ich einfach rausgehe und was Tolles anschaue.

kein Pc, einfach den Wind um die Nase!

Das hier ist eine kleine Bucht ca. 10 Minuten von meinem Atelier entfernt. Ich hätte sie niemals gefunden, wenn ich nicht mit dem Fahrrad auf Motivsuche überall rumkurven würde!

Und so tolle Plätze im Nirgendwo würden mir entgehen. Ein kleiner Hafen, eine Beiz (Kneipe für die Nicht-Schweizer) und ein toller Blick und sehr viel von hier ist nichts los.

Und ein entspanntes Bier auf dem Steg!  Das Gute findet man nur, wenn man danach sucht!

Deshalb ist Urlaub so gut da sucht man auch nach den schönen Stellen, denn wenigsten ist bewusst das das auch vor der eigenen Haustür geht.


Skizzenbuchseiten: Orte für kritzeln, ausprobieren und nachdenken


Meine Methode die Welt zu erobern

Dabei fällt mir  auf das die Skizzen echt schön sind, sie sind nicht perfekt, oben sieht man ja wie ich mit Weiß übermalt habe. Sie sind schön weil Entspannung drin steckt.

Die Beiläufigkeit tut mir echt gut. Nicht denken macht gute Skizzen

Die Besten und Scheußlichsten kann ich Euch leider nicht zeigen! Denn die Gehören nur mir!

P.s. Zeichnen mach mich dankbar für kleine aber tolle Sachen: Wie Dosenbier und eine halbe Pizza, mitgebracht auf dem Gepäckträger. Und das Lachen das über das Wasser aus der kleinen roten Beiz schallt.

Mein Tipp diese Woche:

Ab und zu mal nicht drüber Nachdenken wie man es macht! Mach es einfach um zu genießen!

Mehr lesen über das private Glück durch Skizzieren?

Vordergrund macht Bild gesund!


Ein Bild ohne Vordergrund ist wie ein Portrait ohne Nase


Heute geht´s um das Üble auf das Blatt quetschen und was einem dadurch verloren geht. Vordergrund und Hintergrund sind oft vergessene Areale in Skizzen und Aquarellen.

Geht mal ins Netz und schaut euch in irgendeiner Malgruppe in Facebook die Bilder von Laien an. Da werden Motive aufs Blatt gequetscht, dass es schon irrwitzig ist. Die Maler hinterlassen den Betrachter so ratlos, als wenn man ein Porträtfoto ohne Kopf macht.

Viele haben gar keinen Vordergrund, da steht man als Betrachter im Bild und und glotzt Frontal auf ein Haus und weiß gar nicht was los ist. Bei Anderen ist der Vordergrund so aufgeräumt, dass Straßen so aussehen wie Landebahnen. Wieder andere Skizzen sind flach wie die Bretter, diese Skizzen sind, als wenn man die Haustür aufmacht und direkt ins Bett hereinplatzt.


Räumliche Tiefe


Mit Vordergrund erreicht man zuallererst räumliche Tiefe und das gibt einem Bild schon sehr viel! Ein Bild in das das Auge hineinlaufen kann ist, ist tausend mal besser als ein flaches Bild.

Auch wenn ein Bild nicht flach, ist können wichtige Informationen über die Identität eines Ortes verloren gehen, wenn man den Vordergrund keinen Raum gibt.

Altstadt von Zürich, sehr schnelle Skizze der Schipfe an der Limmatt

Die schnelle Skizze ist in einer Vorführung entstanden, ich wollte zeigen wie wichtig Licht und Schatten für Bauwerke sind, gerne hätte ich die Skizze weitergemalt, wenn nur Platz gewesen wäre für das was ich liebe, denn ich sitze dort gern am Wasser und mache Pause.

Der Vordergrund vor dem eigentlichen Motiv gibt einem Bild oft die Seele, denn sie erzählen über die Identität eines Ortes.


Dein Standpunkt im Bild, der Vordergrund


Wir sind manchmal so fixiert auf unsere Motiv, dass wir dieses total genau malen, jedoch vergessen was noch dazugehört.

Es ist wichtig mit der eigenen Skizze so liebevoll umzugehen, dass man die Dinge zeigt die einem zu dem Platz hingezogen haben. Wir brauchen den persönlichen Blick, denn sonst ist ein Bild nicht weit von der technischen Zeichnung entfernt.

Und hier kommt der Vordergrund ins Spiel, denn er ist  das Mittel um den  im wörtlichen Sinne denen Standpunkt im Bild zeigen, denn Dein Blick wird auch später der Blick des Betrachters sein.

Wenn ich zeige wo ich stehe, dann wird auch ganz klar warum es mich da hinzieht!

Das ist keine Anleitung um Bilder vollzustopfen, aber was wäre ein Amsterdam Bild ohne Fahrräder?

Und was ist die Zürcher Schipfe ohne die Limmat?


Ein gutes Bild erzählt stehts eine Geschichte


Was brauche ich noch damit die Stimmung klar wird?

Altstadt von Zürich, sehr schnelle unfertige Skizze der Schipfe

 

Wenn ich jetzt nach Schema F sehr pflichtbewusst arbeite, dann wird nicht umbedingt klar was ich liebe: Für mich ist die Schipfe so was wie mein Mittags Venedig! und das kann man auch nicht in dieser Skizze sehen!

So weit so gut, aber das reicht nicht dafür mein kleines Venedig Urlaubsfeeling zu transportieren….

Ich setze mich ans Limmatufer und überlege erst mal, was ich ganz persönlich klasse finde.

  • Ok, das Wasser muss rein

Am Schönsten ist das Ufer.

  • Ufer betonen! nicht vergessen

Der Baum am Ruderverein! Dort sitze ich gern!

Also braucht dieses Bild einen gestalteten Vordergrund, wo ich zeige wo ich bin. Oft ist das ganz wenig was ich brauche, dennoch zeige ich wo ich mein Herz hingelegt habe.


Es braucht nicht viel nur Lieb gewonnenes


Letztlich brauchen wir im Vordergrund nicht viel, nur ein wenig Typisches. Doch das wichtigste an Skizzen sind die persönlichen schönen Beobachtungen, damit machst du nicht nur dein Bild und deinen Vordergrund besser, egal ob die Skizze besser ist oder nicht, Hauptsache es ist dein persönliches “La Dolce Vita” drin!

Für mich ist Skizze eine Keksdose, in der ich meine persönlichen Glücks-und Schokekse aufbewahre.

Liebe Grüße ins Wochenende, achtet auf die Schokokekse!

Tine

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