Bildgestaltung-Die Kunst des Weglassens!

Tine Klein Aquarelle, Watercolor, Aquarella Basel Rümelins Platz im Tutorial Bildgestaltung

Eine gute Bildgestaltung, ist wie ein guter Satz!

Zeichnen und Malen sind eine Sprache! Viele Menschen machen dabei die gleichen Fehler, die sie machen, wenn sie beim Sprechen verunsichert sind und unbedingt recht haben wollen.

Ein Beispiel dafür ist Behördensprache. Behördensprache ist immer korrekt! Und nicht wenige Leute zeichnen auch immer korrekt!

Das Dumme daran ist, dass diese Art von Sprache weder sympathisch noch freundlich ist. Korrekt sein bedeutet nicht, dass man verständlich ist, und es bedeutet schon gar nicht, dass man dem anderen hilft, diese Sprache zu verstehen.

Neulich bekam ich einen Behördenbrief, der Satz, mit dem ich aufgeklärt wurde, hatte 77 Wörter.

Nach ca. 14 Wörtern hatte ich den Faden verloren und dachte, es ist etwas ganz Schreckliches. Der Satz hinterließ mich ratlos und aggressiv. Obwohl er absolut neutral und rechtssicher formuliert war.

Tatsache ist doch, jeder ist genervt, wenn er nicht auf den ersten Blick sieht, worum es geht. Diese Tatsache ist nicht nur bei Briefen so, diese Tatsache bezieht sich auf fast alles, auch auf Bilder und Zeichnungen. Eine gute Bildgestaltung ist genauso wie ein guter Satz, knackig, verständlich und aussagekräftig.

Und jetzt möchte ich die Frage stellen:

“Wieso zeichnen dann so viele Menschen, als hätten sie das Zeichnen in einem Kurs für Behördendeutsch gelernt?“

Klar und verständliche Bildgestaltung

Wenn man die Umwelt zu Papier bringt, dann muss man klar und verständlich zeichnen, denn sonst ist der Betrachter genervt oder gelangweilt.

Wenn du das Zeichnen als Sprache betrachtest, dann würdest du ja auch niemandem alle Fenster, die du im Urlaub gesehen hast, beschreiben.

Kämst du aus Barcelona und würdest einer Freundin alle Fenster, die du in Barcelona gesehen hast, beschreiben, würde dir deine geliebte Freundin rasch empfehlen, zum Psychiater zu gehen.

Wenn wir allerdings zeichnen, dann glauben wir, wir müssten jedes einzelne Fenster zeigen.

Dies tun wir in dem festen Glauben, dass wir auf der richtigen Seite sind, denn wenn wir alles zeigen, muss auch alles richtig sein. Leider ist man mit dieser Art des Zeichens nicht auf der richtigen Seite, denn der Betrachter verliert in der Menge der Informationen den Überblick und damit auch die Lust, dein Bild zu betrachten. Dann wirkt dein Bild wie der grauenhafte Satz mit 77 Wörtern. Wenn er den Betrachter nicht verschreckt, dann langweilt er zumindest zutiefst!!

Bildgestaltung bedeutet zuallererst, sich klarzumachen, was wichtig ist! Damit keine Bilder mit 1000 Details entstehen.

Strategien des Weglassens bei der Bildgestaltung!

Weglassen aber was? Tatsächlich brauchst du davor keine Angst zu haben, denn es gibt eine ganze Reihe von Methoden, wie man überflüssige Dinge in Bildern weglassen kann.

Einige Maler benutzen Licht und Schatten, um zu reduzieren. Sie malen nur die Licht- oder Schattenseite eines Hauses.

Diese Methode ist sehr smart und deshalb möchte ich Sie ausführlich in einem anderen Blog beschreiben.

Meine Methode der Bildgestaltung ruht auf einem anderen Prinzip. Ich nenne sie Hänsel und Gretel Methode, dazu aber später.

Die Beobachtung des Blickes – Das Motiv festlegen.

Zuerst überlege ich mir, was ich tatsächlich gesehen habe. Das hört sich jetzt schon wieder witzig, tatsächlich sehen wir aber nicht alles von dem was wir vor den Augen haben.

Hier stehe ich auf dem Rümelinsplatz-Platz in Basel. Ich wohne in der Altstadt und hier haben alle Häuser unendlich viele kleine Details. Manche der Häuser sind bemalt, viele haben winzige Fenster und obendrein auch noch Fensterläden. Wenn ich dies alles in mein 20 cm Bild pressen wollte, würde man gar nichts mehr sehen.

Also überlege ich mir zuerst was ich von dem Sujet tatsächlich wahrgenommen habe. Wir saßen mittags auf den Platz und der Brunnen leuchtete in der Sonne. Aha!

Schritt eins der Bildgestaltung: ich lege fest, dass der Brunnen der wichtigste Grund ist, warum ich dieses Bild male.

Das Motiv steht fest!   Und dies beeinflusst das komplette Bild.

Ich mache mir klar, dass meine Augen den Brunnen fokussieren und dass die Details des Motivs dahinter verschwimmen.

Zuerst male ich den Brunnen, dies mache ich, indem ich nicht den Brunnen male, sondern die Grundformen der Häuser dahinter. Die Häuser male ich sehr zurückhaltend, ich male die gesamte Straße an einem Stück. Alles erhält eine Farbe von Siena gebrannt, bräunlich oder rosa. Wichtig ist, dass ich mir klar mache, dass die Häuser nicht viele Details brauchen, denn mein Brennpunkt und der Fokus meines Blickes ist auf den Brunnen geheftet. Was sich also male ist die Form der Straße.

Details haben in dieser Phase des Malens und der Bildgestaltung noch nichts zu suchen, denn die Details werde ich später benutzen, um den Blick zu steuern.

Ich male die pure Silhouette, einfach weil sie hinter meinem Brunnen steht.

Dies gilt auch für alles andere, Du wirst feststellen, dass auch die Bäume wenig Details haben!

Dies gilt für alles, nur nicht für den Brunnen:

Bei dem Objekt meiner Begierde gebe ich richtig Gas!

Beim Brunnen bin ich sehr freigiebig mit Licht und Schatten, kleinen Details aber auch mit der Farbe.

Die Hänsel- und Gretel -Methode.

Während ich den Ort male, stelle ich allerdings fest, dass mich weitere Dinge interessieren. Natürlich will ich nicht alles weglassen, ich möchte den Ort und seine Stimmung angemessen zeigen.

Wenn ich den Brunnen betrachte, dann kann ich nicht gleichzeitig das Spielzeuggeschäft dahinter betrachten. Deswegen gestalte ich den Hintergrund hinter meinem Hauptmotiv sehr neutral.

Trotzdem gibt es aber immer Dinge, die den Blick anziehen. Und jedes Bild sollte Menschen enthalten. Denn erst Menschen beleben Bilder

In der Innenstadt von Basel gibt es immer viele Touristen und Spaziergänger. Denn meine Stadt ist schön. Auch diese Spaziergänger gehören Zustimmung des Ortes, und deswegen plane ich auch für sie von Anfang an einen Platz ein.

Und trotzdem sind Menschen nicht das Einzige, was einen Ort bestimmt.

Deshalb beobachte ich regelmäßig meinen Blick.

 

Ich bemerke das meine Augen regelmäßig die Straße heruntergleiten. Mich interessieren die Menschen, die die Straße hinauf kommen genauso wie die schönen Dächer die auf die Kirche zu laufen.

Mein Ziel ist es dem Betrachter zu zeigen, was ich gesehen habe!

Ich lade die Menschen ein durch meine Augen zu schauen.

Damit der Mensch auch begreift, wohin wir gemeinsam schauen, setze ich ganz am Ende meines Bildes die Details gezielt ein.

Ich streue sie wie Hänsel und Gretel das Boot, entlang meines Blickweges.

Meine Details haben den gleichen Zweck wie das Brot bei Hänsel und Gretel, sie zeigen den Weg!

Wenn wir jetzt mal ins Bild schaust, wirst du feststellen, dass dein Blick zuerst auf den Brunnen gleitet. Dann schaust du entlang der Straße, denn nur entlang der Straße gehen ein paar kleine Details in die Tiefe des Bildes.

Hatle die Menschen, die dein Bild betrachten nicht für dumm, sie begreifen auch anhand weniger Zitate und Details, wie es dort ausgesehen hat.

Tatsächlich übermittelt das weniger mehr Information, als wenn man das Bild mit 1000 kleinen Dingen vollgestopft. Der Betrachter hat bei wenigen Dingen die Möglichkeit sie wahrzunehmen.

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

CHF

 

 

https://blog.herz-der-kunst.ch/menschen-malen/

 

Die Kunst des Weglassens! Was lässt man weg?

 

 

 

 

 

Eine Zeichnung kolorieren!

Puh ist es heiß! Malen im Badeanzug!

Die Kunst zu lieben besteht vor allem darin, sich nahe zu sein, ohne sich zu nahe zu treten, miteinander zu sein, ohne langweilig und alltäglich zu werden, eins zu werden und doch zwei zu bleiben.

Eine Zeichnung kolorieren ist ein Spiel…

…zwischen Linie und Farbe.

Tue maso, alsls ginge es bei dem Spruch nicht um 2 Menschen, sondern um Pinsel und Stift.

Zeichnen und Malen sind eins, sie sind nicht zwei getrennte Dinge. Sie arbeiten am besten zusammen und nicht gegeneinander und lassen sich trotzdem frei!

Setzt sich einer von beiden Partnern durch und macht alles, dann wird der andere Partner zum 5.ten Rad am Wagen, er ist unnütz. Dann sollte man besser zeichnen oder Malen.

Denn beide Partner, das Zeichnen und das Malen sind auch allein lebensfähig und stark.

Um eine Zeichnung zu Kolorieren gibt es vielfältige Möglichkeiten.

Schon in dieser Überschrift war ein Fehler eingebaut. Der landläufige Satz erzählt uns schon ein Vorurteil. Wenn Zeichnung und Farbe zusammenarbeiten, dann muss man nicht zuerst eine Zeichnung machen und dann kolorieren.

Eine Zeichnung zu kolorieren, bedeutet nicht, dass man immer nur eine perfekte Zeichnung macht und dann etwas Farbe draufpinselt. Das Spiel zwischen den beiden Partnern geht hin und her.

Ähnlich wie beim Fußballspielen wird der Ball abgegeben und hin und her gespielt.

Das Zusammenspiel zwischen Zeichnung und Malerei ist absolut vielfältig und es folgt keinen Regeln.

Trotzdem können Regeln helfen, die Beziehung zu erkunden. Wer seinen eigenen Stil erlernt, der muss lernen Regeln über Bord zu werfen und eigene aufzustellen.

Man muss sich ganz klarmachen, dass man hier seine eigenen Regeln aufstellen kann.

In meinen Bildern sieht man häufig überhaupt nicht mehr, das ich zeichne. Weil sich Malerei Zeichnung so fein verbinden, dass es wie ein Ganzes wirkt.

Doch das muss nicht so sein, denn das Wörtchen muss, ist Gift in dem Spiel zwischen Farbe und Linie.

Für seinen eigenen Stil darf man das Wörtchen muss streichen!

Es geht darum eine Symbiose zu finden. Wie verbinde ich zeichnerische und malerische Elemente? Man darf zuerst malen und dann zeichnen. Man darf zuerst zeichnen und dann malen.

Man darf so ziemlich alles.  Wer eine Zeichnung kolorieren möchte, sollte sich darüber klar sein, dass es ein raffiniertes Spiel ist.

Zeichnen und Malen wo liegen die Schnittpunkte?

Wer eine Zeichnung kolorieren möchte, der sollte sich Gedanken darüber machen wo sich Malerei und Zeichnung treffen. Was kann die Farbe was kann die Zeichnung?

Erstmal muss man sich klar machen, dass beide Allein selbst komplette Kunstwerke erschaffen können, man ist also weder auf das eine noch auf das andere angewiesen.

Es kommt also auf eine ausgewogene Partnerschaft an!

Die Farbe ist die Trägerin der Stimmung,

sie hat es viel leichter Gefühle und Emotionen zu übertragen als eine Zeichnung.

Die Farbe kann ruckzuck Flächen aufs Papier bringen.

Die Linie hat dagegen deutlich mehr Aufwand, um Flächen darzustellen.

Hingegen hat die Zeichnung immense Vorteile, wenn es darum geht Linen zu machen.

Eine scharfe präzise Form lässt sich durch eine Linie in Sekunden schnelle erzeugen, denn dafür braucht man nur einen Strich!

In der Malerei muss man deutlich mehr arbeiten klare Formen zu erzeugen.

Überall da wo Kernschatten entstehen, entstehen harte Kanten. Dies ist bei Gebäuden an den Ecken und Kanten der Fall.

Diese Kernschatten sind eines der Konzepte wie man Zeichnung und Malerei prima miteinander verschmelzen kann.

Doch Vorsicht ist geboten, den wenigsten Zeichnern ist klar, wie wenig Linie reicht, um einen Körper zu definieren! siehe unten.

 

Kernschatten- Warum sind sie eine gute Idee für die Zeichnung?

Die Farbe und ihre Stimmungen, werden oft durch zu viel Zeichnung erschlagen.

Denn der dunkle Strich der Linie ist so deutlich sichtbar!

Die Zeichnung legt sich um die Farbe wie eine Mauer!

Dieses System lernen wir schon im Malbuch.

Darf ich dich anregen mal etwas anderes zu versuchen? Sinnvoll ist es die Angewohnheit des Umrandens einmal durch eine Kernschattenzeichnung zu durchbrechen.

Dies hat den Vorteil das der Stift nun den natürlichen Gesetzen des Lichts folgt und dies macht Zeichnungen Zauberhaft. Die Linien reduzieren sich oft um 50 Prozent und doch ist alles, auch ohne Rahmen sichtbar klar und deutlich sichtbar.

Den harten Kanten des Kernschattens kann man mit der Zeichnung enorm einfach festhalten.

So greifen Zeichnung und Malerei sehr gut ineinander, die Zeichnung kann der Farbe helfen schnell und einfach Formen zu bilden. Im Gegenzug bekommt die Farbe schnell eine gute Form weil der Kernschatten Objekte präzise festhält.

Wichtig ist dabei, dass die Zeichnung die Farbe nicht erschlägt.

Die Zeichnung ist überraschenderweise der Stärkere in der Partnerschaft.

Genau deshalb kann man im Zusammenhang mit Farbe nur mit Kernschatten zeichnen!

Eine Zeichnung kolorieren – die Kernschatten Methode.

Das man Formen prima nur mit Schatten festhalten kann hast du oben in der Auto Zeichnung gesehen.

Keine Umrandungen von Häusern oder Objekten!

Zeichne nur konsequent das was sehr dunkel ist den Rest überlast du der Farbe!

Teste aus wieviel Freiheit sich die Farbe erlauben kann!

Lass die Farbe mal über die Kanten laufen!

Dies sieht man hier mit dickem Filzstift als Kernschatten Vorzeichnung:

Ein dicker Filzstift hat alle Schatten festgehalten und schon darf die Farbe über die Linien laufen. Der Schatten definiert die Form bombenfest. Die Farbe darf frech werden.

Eine Zeichnung Kolorieren -Die sanfte Methode:

Basel am Rhein Aquarell von Tine Klein Zeichnung Kolorieren

Hier setze ich die Kernschattenmethode nur sanft und unterstützend ein. Zuerst wird gemalt, fast alles in einem Zug, dann kommt der Stift und hilft fast unsichtbar überall dort wo der Schatten die Form definiert. Doch die Zeichnung liegt obendrauf.

Eine Zeichnung Kolorieren -Die malerische Methode:

Basel am Rhein Aquarell von Tine Klein Tutorial Zeichnung kolorieren

Hier siehst du die malerische Methode des Kernschatten-Systems. Zum Zeichnen habe ich einen Liner-Pinsel benutzt. Diese Pinsel funktionieren wie Stifte. Der Vorteil so kann man Zeichnen in Farbe!

Wo sieht das gut aus? Und wo sieht es blöd aus?

Wer gut Malen und Zeichnen lernen möchte muss experimentieren und auch mal Bilder zerstören, bis man das richtige Mass erreicht hat!

Ohne das Zerstören von Bildern geht es nicht, denn jeder Fehler ist eine notwendige Erfahrung!

Wer bist du? Was für mich passt, muss nicht für Dich passen! Du bist wunderschön so wie du bist! Wir wollen deine Kunst sehen. Deshalb hoffe ich das dich dieses Spiel auf deinem Weg unterstützt eine Zeichnung auf deine Art zu kolorieren.

Ich danke euch herzlich, wenn ihr ab und an was spendet! Denn der Blog ist viel arbeit und nur wenige denken daran.

Liebe Grüße Tine

EUR

 

Fällt dir das schwer, weil es neu ist? dann lies mal diesen Blog:

https://blog.herz-der-kunst.ch/same-procedure-as-every-year-malen-lernen/

Same procedure as every year? Malen lernen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildentwurf für chaotische Motive

Tine klein, Guide Bildentwurf, pleinair, Aquarel, Aquarelle, Watercolor, Barcelona habour, Hafen, Urban Sketch

Heute gehts um Bildentwurf. Ich sitze in einem spanischen Workshop und höre zu wie mein Freund Joaquim seine Schüler unterrichtet. Aufgeregt gestikuliert er mit seinem Wasserglas, während ich fasziniert auf den Sturm im Glas starre. Er donnert mit einer Leidenschaft, die nur Spanier und Latinos zustande bringen:

La Concepción es fundamental!

Nun hämmert diese Naturgewalt von Mann mit dem Knöchel auf den Tisch! Der letzte Schüler ist nun aufgeschreckt!

La Concepción es fundamental!

Brüllt er ein zweites Mal, als könne er diesen Leitsatz, der so viel heißt wie,

 Der Bildentwurf ist, die absolute Grundlage deines Bildes!

in die Köpfe seiner Klasse einhämmern. Falls nun nicht jeder hellwach ist, ist er offenbar bereit sein Wasser für eine Dusche einzusetzen.

Bildentwurf:

Leider führt der Bildentwurf ein Schattendasein. Denn viele Schüler denken, mit dem was sie sehen sei schon alles klar! Joaquim schreit und gestikuliert leidenschaftlich, kurzzeitig muss ich mir ein Lachen verkneifen, weil er mich so sehr an Louis de Funès erinnert. Ein kleiner liebenswürdiger Diktator.

Joaquim predigt nun in Hollywood -Manier die Grundlagen des Bildentwurfs. Schattenboxen a lá Don Quichote inklusive.

Er hat völlig recht, viele Bilder gehen am fehlenden Bildentwurf zugrunde!

Augen haben eine Funktionsweise.

Das Auge hat in der Realität viel mehr Möglichkeiten sich zu orientieren als auf dem kleinen Blatt.  Möchte man ein Sujet aufs Papier bringen, dann muss man die reale Umwelt brutal verkleinern. Dabei verliert das Auge viele Informationen, es wird schwer die Situation zu begreifen.

Auch wenn der Betrachter, durchaus begreift was man gemalt hat, geht dennoch die Schönheit der Umgebung im Chaos der Striche flöten.

Ein Ort hat seine Schönheit dadurch verloren, dass man nur noch viele Einzelteile sieht aber nicht mehr das Gesamte.

Deshalb ist es kein Luxus, Gedanken an den Bildentwurf zu verschwenden.

Man kommt als Maler- oder Zeichnerin nicht drumherum, die Funktionsweise des Auges zu unterstützen.

Bildentwurf in chaotischen Motiven:

Normalerweise löst man das Problem, indem man ein Bildzentrum legt, d. h. man hat im Bild einen Punkt, den man besonders interessant gestaltet.

Der Betrachter hat es dann sehr einfach, denn er weiß, worum es im Bild geht.

Diese Art des Entwurfes ist praktisch, leider gibt es viele Motive, die viel zu chaotisch und vielschichtig sind, um in ihnen ein Bildzentrum festzulegen könnte. Bei diesen Motiven geht es nicht um ein einzelnes interessantes Detail, sondern um die gesamte Kulisse.

In dieser Kulisse können sich viele interessante Dinge verstecken. Im Grunde handelt es sich, wie bei den Kinderbüchern um ein Wimmel-Bild.

Das Motiv ist chaotisch und trotzdem ist es schön.

Unsere Aufgabe ist es, herauszufinden, wie wir, dies zeigen können.

Ich kenne kein einziges Buch, in dem dieses Problem befriedigend beschrieben wird. Doch eines kann man sicher sagen:

Die Schönheit im Chaos braucht Ordnung.

Bildentwurf von chaotischen Motiven, herausfinden was zählt.

Das beste Mittel ist sich das Motiv genau anzuschauen. Danach malt man das Motiv ohne aufs Motiv zusehen. So findet man heraus was man wirklich wahrgenommen hat. Das ist wichtig, denn

wir sehen viele Dinge, ohne sie wirklich zusehen.

Mach Dir klar, dass du diese Dinge nicht wirklich gesehen hast. Und all das was du nicht gesehen hast, brauchst du in einem Bild nicht.

Betone das was du wahrgenommen hast und nicht was deine Augen gesehen haben!

Bildentwurf eine angenehme Ordnung im Chaos finden.

Oft reicht der goldene Schnitt nicht aus um ein Motiv zu gliedern.  (Ein Link dazu hänge ich unten an). Die einfachste und beste Möglichkeit ist das man im Motiv verschiedene geometrische Formen oder Linien findet, die das Auge im Motiv leitet.

Ich muss also künstlich dafür sorgen, dass das Auge meines Betrachters eine Orientierung hat.

Hierfür ist es am besten, wenn man ins Motiv schaut und sich dort die Inspiration für die Gliederung holt.

Eine klare Kommunikation ist wichtig für den Betrachter.

Man sucht und findet ein Ordnungsprinzip und das zieht man durch. Damit kann man viele chaotische und kleine Motive zusammenfassen. Denn das kleine Dingen stellt man Anhand der Leitlinien auf. Alles wird einfacher sichtbar durch ein Ordnungssystem, weil das Auge daran entlang gleiten kann.

Geometrie beruhigt das Auge,

weil es einen Weg hat, auf dem es die Informationen aufnehmen kann. Man findet also ohne Konfusion dies wichtigen und schönen Dinge in einem Bild, obwohl es vor Gegenständen es nur so wimmelt.

Museen werden nach dem gleichen Prinzip gestaltet, man baut dem Besucher einen Rundgang entlang dessen er informiert wird.

Und auch Du hast die Möglichkeit dieses Gestaltungsprinzip in deinen Bildern umzusetzen.

Guck dir dieses an? Wie würdest du es umsetzen?

Ein Weg für das Auge!

Man braucht sich dabei nichts zu erkünsteln. Motive enthalten die Lösungen für den Bildentwurf ganz von selbst.

Stell dir folgende Fragen:

  • Gibt es Verbindungen zwischen den einzelnen wichtigen Bildanteilen?

Diese Verbindung gibt es in der Stadt meistens, denn wichtige Punkte einer Stadt sind durch ihre Adern, die Straßen verbunden. Verbindungen können aber alles Mögliche sein, zum Beispiel Farben, die sich wiederholen und so einen Weg schaffen, wie die Brotkrumen bei Hänsel und Gretel.

  • Gibt es eine geometrische Form, im Bereich wichtige Bildanteile sortieren kann?

Auch diese geometrischen Formen, findet man in vielen Motiven auf ganz natürliche Art und Weise. Ein Hafen zum Beispiel immer eine prägnante geometrische Form. Auch eine Bucht ist nicht selten kreisförmig. Wenn man diese natürlichen Formen in seinem Bild stärkt und herausarbeitet, entstehen wie von selbst, ein Weg für das Auge. Geometrische Formen findet man, in sehr unterschiedlichen Motivanteilen. Auch das Dreieck eines Berges, kann dafür sorgen, dass ein Motiv gegliedert wird.

Niemand kann dir ganz genau sagen, wo das Ordnungssystem in deinem Motiv liegt. Du musst beobachten, erfühlen und manchmal musst du es ersticken und erlügen!

Wege für das Auge sind das nächste Stichwort. Natürlich sind Straßen, wie oben schon erwähnt, ganz wichtige Verbindungslinien. Aber es gibt weitere Verbindungslinien, zum Beispiel die Perspektive. Ähnlich wie farbliche Wege durch ein Bild, sind Perspektivlinien etwas fast Abstraktes. Trotzdem fühlen sie sich gut an, denn sie sind Leitplanken für das Auge!

  • Der Fluchtpunkt und die Entfernung sind ein ganz natürliches Ordnungssystem.

Man kann ein Ort durch perspektivische Linien, aber auch von dem Wechsel von klein nach Sehr gut sortieren. Mit perspektivischen Linien kann man ganz wunderbar auf Dinge zeigen, die man betonen möchte.

Mein Bildentwurf:

Tine Klein Blog-Herz-der-Kunst, Tipps zum Bildentwurf

Ich stehe auf eine Aussichtsplattform hoch über Barcelona, unter mir erstreckt sich die Stadt. Tausende von Häusern, Bäumen, Schiffen, Autos und Passanten. Unter mir wimmelt es. Gott? wie bekomme ich die ganze Stadt auf 30 cm Papier? Nun versuche ich die Verbindungslinien zu finden. Am schönsten finde ich die historischen Häuser am Hafen. Dort verläuft die Stadtautobahn. Diese benutze ich, um tief in mein Bild zu führen. Die Autobahn ist meine Perlenschnur, hier fädele ich die Schönheiten wie kleine Perlen auf.

Die Richtung unterstütze ich noch durch die Häuser im Vordergrund, diese reduziere ich zu Leitplanken für das Auge.

Tine klein, Guide Bildentwurf, pleinair, Aquarel, Aquarelle, Watercolor, Barcelona habour, Hafen, Urban Sketch

Sei beruhigt, dein Motiv findet immer selbst die Lösung.

Liebe Grüße ins Wochenende

Tine

Ich erhole mich so langsam von Covid, die Sonne tut gut und nun sammele ich frisches Wissen für euch. Vielen lieben Dank für die Spenden! Habe ich dir geholfen? Dann bin ich froh über eine Spende.

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Der goldene Schnitt

 

Auch spannend! So machten die alten Meister ihre Unterzeichnung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Unterzeichnung

Weißt du, wie dein Bild aussehen wird?

Aquarell im Tutorial: Weißt du wie dein Bild aussehen wird von Tine Klein, Münsterplattform in Bern
Kannst du dir eigentlich vorstellen, wie dein Bild aussehen wird, wenn du es gemalt hast?
Jetzt mal ganz ehrlich, ich kann das nicht.
Und ich denke, ich bin nicht die Einzige, der das so geht.
Natürlich bin ich eine Malerin, die sehr viel Erfahrung hat,  und trotzdem kann ich ein Bild in meiner Fantasie nicht bis in jedes Detail planen. Warum? Ich kippe hier Farbe ins Bild, ich bin ja keine Wahrsagerin!

Hilfe ich kann mir mein Bild nicht vorstellen!

Viele Menschen denken, man malt ein Motiv einfach ab.

Obwohl ich das Motiv vor der Nase habe, weiß ich trotzdem nicht, wie mein Bild hinterher aussehen wird.

Viel zu viele Faktoren spielen mit,

ich erschaffe etwas Neues.

Damit zum Beispiel Bäume locker und luftig ausschauen,  kippe ich die Farbe ins Bild. Der Aufprall der Farbe im Bild erschafft den Baum.
Es ist doch klar, dass ich dies nicht steuern kann! Ich bin zwar eine Göttin! Haha, dennoch kann ich die Flugbahn eines Tropfens in der Luft nicht verändern!
Ich male das Bild, aber das Bild malt auch mit mir!
Viel zu viele Faktoren spielen mit, es ist quasi wie Segeln oder Wellenreiten, natürlich segele ich dahin, wo ich hin will, und trotzdem spielt der Wind mit! Ich muss ihn einbinden,  sonst komme ich nicht ans Ziel!
Was heißt dies denn Konkret, wenn ich male?
Ich mache mich darauf gefasst, dass was passiert! Ich hebe das Papier und steuere wie die Farbe auf dem Blatt verläuft. Ich kann es aber nicht 100 prozentig im Griff haben.

Wie ein Bild entsteht!

Laien glauben, man könne ein Bild nochmal malen!
Dies stimmt auch in einem gewissen Maße , denn je öfter man ein bestimmtes Bild malt, desto mehr bekommt man die Unwägbarkeiten in den Griff.
Du bist nicht dumm, wenn du dir dein eigenes Bild nicht vorstellen kannst!
Man muss ein Motiv in eine Bildsprache umsetzen, erst dann kann der Betrachter das Bild aufnehmen und verstehen. Logischerweise müssen wir deshalb viele Dinge ganz anders malen,  als sie eigentlich sind.
Diese Bildsprache setzt sich aus vielen kleinen Faktoren zusammen, einerseits ist es Technik, Material,  hinzu kommt die ganz eigene Motorik der Hand und die emotionale Wirkung von Farben auf die Seele, das Wetter und natürlich die Tagesform.

Ein kreativer Prozess ist kaum planbar.

An manchen Tagen bin ich einfach ein Trottel!
Und deshalb entstehen in meinen Bildern auch immer wieder Fehler. Mit der Zeit wird man als Malerin jedoch so erfahren, dass man diese Fehler in den Malprozess einbezieht und diese neue wundervolle Ergebnisse erzeugen.
Durch all dies können Hunderte von kleinen Faktoren zusammenwirken und Neues erzeugen.
Schau mal ins Bild,  dort mischen sich im unteren Bereich drei Farben: Aquamarin feinst, Indischgelb und Permanent Rose, mal wird es Braun, mal Blau, mal Rosa, ich weiß, wie es geht,  aber wie die Pigmente ganz genau verlaufen,  kann ich dir nicht sagen! 
Am Ende kommt ein Bild mit einer ganz speziellen Wirkung heraus. Das Endergebnis hat es noch nie gegeben und seine Wirkung bleibt auch für die Erzeugerin überraschend.
Jetzt wird der eine oder die andere sagen:
Aha, sie kann das nicht! Deswegen kommt hinten immer was anderes raus.
Diese Annahme liegt natürlich nahe, wenn man in einer Welt aufgewachsen ist,  in der das Ausdrucken von Bildern normal ist.
Wie die Pigmente an diesem Tag verlaufen,  liegt sogar an der Luftfeuchtigkeit.

Genaue Planbarkeit bleibt eine Illusion.

Natürlich habe ich eine Vision von meinem Bild.

Und ähnlich wie auf einem Surfbrett, surfe ich genau  in meine Richtung. Doch wenn etwas
passiert,  dann Ungeplantes, dann muss ich reagieren, und plötzlich ist im Bild alles anders.

Und diese Fehler oder Ungeplantes sind gut! Bei einem richtig guten Maler malt  das Unterbewusstsein mit. Dies bringt wichtige Dinge zur Sprache. Das Unterbewusstsein erkennt aus abstrakten Formen plötzlich Dinge und bringt diese ins Bild!

Des halb ist nicht alles Ungeplante ein Fehler!

Nicht grübeln, einfach machen.

Wer sich bei einem Motiv nicht sicher ist, sollte eine kleine Vorzeichnung machen. In dieser kleinen Vorzeichnung kann man klären, ob der Bildentwurf sitzt!
Dies macht einen im eigentlichen Bild sehr locker.
Denn wenn ich dann Farbe hinein kippe,  sitzt zumindest theoretisch alles am richtigen Platz.
Wenn dann etwas anders ist, reagiert du!
Der wichtigste Tipp:
Das Leben geht immer vorwärts!
Du darfst niemals einen Gedanken daran verschwenden, wie es gewesen wäre, wenn es doch anders gekommen wäre.
Die Zeit,  die du mit Gejammer verbringst, wird dein Bild zerstören!

Heute, hier, jetzt! Jetzt! So entstehen gute Bilder!

Haha! Ich wäre jetzt bereit für eine Verkettung glücklicher Umstände!
Das ist mein Zeichen und Lebensmotto!
Die glücklichen Umfälle machen Kunst gut, sie erlauben Künstlern Unerwartetes und Ungewöhnliches zu erschaffen. Damit man damit umgehen kann, gibt es ein paar Tricks.

Sofort reagieren:

Mach dich startklar und sei allzeit bereit. Wenn etwas passiert,  bist du nicht geschockt,  sondern du reagierst. Ganz am Anfang kann man oft noch die Notbremse ziehen, dafür musst du das Material bereitgelegt haben,  z.B. Lappen und einen sauberen Pinsel zum Aufsaugen von Farbe.

Risiko zuerst:

Risikoreiche Techniken wie die Bäume mache ich zuerst,  um mir die Angst zu nehmen, dass ich die Bäume ruiniere.

Platz lassen:

Ich male immer ein etwas kleineres Format als das größere Format des Papiers, so kann ich im Bildentwurf auf Unerwartetes reagieren!

Gut trocknen lassen!

Warte ab! Rührst du in Unerwünschtem herum, entstehen beim Reparieren schlimme Matschflecken.

Abwarten und beobachten: Ist das, was passierte,  wirklich ein Fehler? Oder ein glücklicher Zufall?

Wenn es trocken ist,  kann man Farbe auf gut geleimten Papieren einfach abheben. Dabei entstehen wunderschöne Effekte und das Licht kommt zurück ins Bild.

Diese kleinen Tipps werden dir helfen, beim Malen wie ein cooler Surfer auf der richtigen Welle zu reiten. Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende und viel Spaß.

Liebe Grüße Tine

Letzte Woche musste ich herzhaft lachen. Eine Frau schrieb mich an und sagte: Wie gut kann man von dem Blog leben? Ich musste so lachen! Gar nicht! Der Blog trägt seine eigenen Unkosten! Er ist für Menschen gedacht, die wenig Geld haben. Wenn du regelmäßig liest, bin ich dir also sehr dankbar, wenn du eine Spende hinterlässt. Damit es weiterhin kostenlose Kulturangebote für jedermann gibt.




 

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Schüttung oder Nass in Nass Technik

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Figürlich Malen, lässt die Puppen tanzen!

Story zum Bild: Ein bisschen Wehmut, Abschied vom Zürichsee, ein letztes Mal am Wasser beim Segelverein in Stäfa.

Mein Umzug ist vorbei!  Falls noch jemand mit geschlossenen Fitnessstudios hadert, ich empfehle eine Kiste voll Papier und eine ellenlange Treppe!

Also Tipp eins: Aquarellpapier kann auch als Feinmessgerät fungieren!

Die gute Nachricht! Ich kann jetzt mit den Oberschenkeln Nüsse knacken! Na ja, vielleicht keine Kokosnüsse, aber Erdnüsse! Die schlechte Nachricht, es macht zu schlapp zum Malen.

Was haben mir die Menschen gefehlt!

Der Mensch ist nicht für Käfighaltung gemacht! Wenn ich am Rhein entlang fahre, dann sehe ich, wie glücklich die Menschen über die Lockerungen sind.

Hinauf zu meinem Balkon schalt das leise Lachen der Menschen, ein Geräusch von zusammen sein, Gemütlichkeit und Freude. Wer hätte gedacht, dass so etwas Normales einmal besonders wird? Deshalb eine Einladung zum figürlich Malen.

Menschen Malen ist im Prinzip einfach:

Menschen Malen ist nicht schwer, darüber berichtete ich bereits.  Doch trotzdem ist und bleibt es für viele ein Horror-Thema. Eigentlich nicht verständlich, denn es gibt viele Möglichkeiten um sich dieses Thema zu versüßen und es zu erlernen.

Heute:  Die Schulter lässt die Puppen tanzen

Figürlich Malen: Eine der wichtigsten Methoden für das  ist die Einfachheit.

Bevor man anfängt, sollte man sich locker machen. Keine Ahnung, wie ich meinen Schülern klar machen soll, dass man all die Dinge von denen man Angst hat nicht braucht.

Vielleicht sollte ich sie vor den Malen, einen fetten Joint rauchen lassen und sie dann animieren ums Feuer zu tanzen und laut zu singen, ich brauche das alles nicht!

Ah Moment, das ist dann vielleicht doch eher was für eine Sektenveranstaltung! Die sind ja zu diesen Zeiten Superspreader, gar nicht  gut.

Wenn wir aber ums Feuer tanzen würden, dann würde ich sagen:“Achte  auf die Schultern!“ Die würden die ganze Zeit auf und abhüpfen.

Immer dann wenn sich ein Beim vom Boden lösen soll, bewegt sich zuerst eine Schulter nach oben!

Figürlich Malen für Aquarelle, Urban Sketchings

Heute werde ich euch das Malen beibringen, durch die gute Silhouette. Die Silhouette wird  durch die Schulter bestimmt.  Wer schon mal versucht hat Menschen zu zeichnen, der stellt ganz schnell fest, dass dies chaotischer enden kann, weil ein Mensch aus sehr vielen Bauteilen besteht. Damit machst du dir das Leben unnötig schwer, denn das Gehirn achtet auf andere Dinge!

Zum Beispiel die Stellung der Schultern, wir lesen dadurch was der Andere macht.

Strichmännchen in Aktion:

Die Schulter des Menschen ist ständig in Bewegung. Sie zeigt uns, was los ist.

Hier mein Haupttipp für das figürliche Zeichnen:

Eine schräge Schulter, zeigt Aktion und macht Figuren lebensecht.  Aber oft erkennt man das nicht auf Anhieb. Benutze einen Stift um deinem Auge den Winkel klar zu machen! Achte dabei auch noch auf das  Becken.

Figürliches Malen und Körperhaltungen erkennen:

Aktionen zeigen durch die Schulter,  manchmal reicht ein bisschen.

Figürlich Malen, die Schulter lässt die Puppen tanzen! Tutorial deutsch. Worauf es beim menschen malen ankommt.

Das Paar schaut auf das Wasser. Er sagt etwas und lehnt sich ein wenig zu ihr.

  • Ein guter Tipp für Zeichner, beim Sprechen neigen sich die Schultern zueinander. Wie man im Bild sieht, ist das gar nicht viel, eine kleine Neigung reicht um es Aussagekräftig zu machen. Wenn wir nicht darüber sprechen würden, würdest du diese Neigung nicht sehen.

Es gibt aber noch weitere Tricks wie man bei, figürlichen Zeichnen  die Schulter einsetzt.

  • Etwas schiefe Schultern plus ungleichlange Beine erzeugen sofort das Gefühl das die Person geht. (Schau dir die linke Gruppe an.)

Am besten sieht es aus wenn man ein Bein einfach kürzt, oder sich die Beine unten kreuzen, dann bekommt man das Gefühl von einen Fuss vor den anderen setzen. Auch der ältere Herr, in der Mitte, der den Berg herab geht, setzt einen Fuß vor den anderen. Seine Schulter ist geneigt, denn er geht.

Tipps und Tricks figürlich Malen Tine Klein, Tutorial deutsch

  • Je schräger sie Schulter desto dynamischer und schneller die Gangart.

Schau dir mal die recht Figur der linken Gruppe an, die läuft geschwind durch die starken Winkel von Schulter und Hüfte.

Der häufigste Fehler beim figürlichen Malen:

Merke: Fatal sind gerade Schultern in Kombination mit sehr geraden Beinen. Dann sieht die gemalte Figur schnell aus wie ein Kastanien – Männchen. Eine Figur die so im Bild steht, ist kaum noch zu retten, weil sie nach Kinderzeichnung ausschaut.

Auch wenn wir stehen, spielen wir mit den Beinen. Knicke oder leichte Krümmungen , sogar O-Beine, sind besser als ganz gerade Beine. Warum?

Figürlich Malen, die Schulter lässt die Puppen tanzen! Tutorial deutsch. Worauf es beim menschen malen ankommt.

Klar gibt es auch Körperhaltungen wo der Körper vom Menschen zentriert wird. Wir verlagern unser Gewicht auf beide Beine wenn wir angegriffen werden. Oder wenn wir angespannt sind, das nennt man „stramm stehen“.

Vergleich mal die beiden Bilder die Stimmung ist anders, wenn die Schulter gerade ist.

Diese Körperhaltungen geben deinem Bild keine schöne Stimmung. Ein enspannter Mensch spielt und bewegt sich.

Was sind die wichtigsten Tipps ?

 

Oft ist es ein guter Trick, Schultern und Hüften eine leicht gegenläufige Stellung zu geben.

Das sieht man prima bei dem älteren Herren in der Mitte. Diese Stellung ist gerade in Bewegung extrem Aussage kräftig! Wo wird figürlich Malen einfach!

Schulter und Hüfte bilden ein Dreieck. Gegenläufig!

Der Winkel macht die Bewegung:

Schau dir mal die Gruppe an. Die Menschengruppe ist eigentlich ein Witz. Drei Passanten verschwimmen zu einem Klecks. Trotzdem begreift das Gehirn ganz genau das dies Passanten sind. Warum ? Die Grundhaltung simmt.

d.H. ein Winkel ist sichtbar

Man sieht bei der linken Person in der Gruppe den schrägen Hosenbund und das Spiel der Beine. Das reicht dem Gehirn als Information. Das Gehirn liebt solche Bilder, denn es macht ihm Spass nach Mustern zu suchen und sie zu erkennen. Das ist der Grund warum super genaue Bilder oft nicht so beachtet werden wie leicht Abstrakte. Der Spassfaktor für das Gehirn fehlt!

Figürlich Malen, die Schulter lässt die Puppen tanzen! Tutorial deutsch. Worauf es beim menschen malen ankommt.

 

Tipp, lass Schultern, Hüften und Beine schwingen.

Die Vielfalt macht lebendige Bilder.

Ich wünsche euch viel Spass, das Wochenende soll ja wieder sonnig werden.

Die ideale Zeit um Menschen mit Genuss zu beobachten.

Falls dir das alles zu Hoch ist. Hier ist der Blog für Anfänger! Die einfachste Methode um Menschen zu zeichnen:

https://blog.herz-der-kunst.ch/menschen-zeichnen/

Menschen zeichnen

Weiterlesen bei Tine alles rund um den Menschen:

https://blog.herz-der-kunst.ch/menschen-malen-einfacher-als-gedacht/

 

Menschen malen einfacher als gedacht

 

 

 

 

Zeichnen Lernen, mit allen Tricks!

Hallo, meine Lieben,

 

Zeichnen lernen mit allen Tricks Aquarell von Tine Klein.

Wo auch immer ihr seid, ich hoffe,
es geht euch gut.

Zu Beginn möchte ich mich an die vielen Menschen wenden, die bei mir im Mai Kurse in Norddeutschland gebucht haben, danke, auch wenn sich Deutschland nun langsam wieder öffnet, der Spuk ist noch nicht vorbei. Zwar öffnen Geschäfte, aber Urlaubsreisen werden weiterhin von allen Regierungen nicht gewünscht und nicht empfohlen. Diese Woche sind Freunde von mir an Grenzen gestrandet, obwohl sie Passierscheine zur Vorbereitung von Workshops hatten, mussten sie 10 Tage in selbst bezahlte Quarantäne:

Deshalb muss ich schweren Herzens alle Workshops und Projekte in Deutschland im Mai absagen! Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben! Ich komme wieder!

Es gab einen Rundbrief, aber viele haben die Empfangsbestätigung noch nicht gesendet. Aber falls er euch noch nicht erreicht habt, bitte storniert, denn die Wahrscheinlichkeit, das alles stattfindet, ist gering.

Den Blick aufs Gute richten:

Jetzt aber mal zu guten Themen! Ich bin es leid, dass Corona alles Gute, Schöne oder Wichtige verdrängt. Es ist jetzt so, wie es ist, wir machen das Richtige und halten den Mund darüber. Mein Motto:

Nutze die Zeit! Nicht warten, bis gute Zeiten kommen  sondern diese Zeit zur guten machen!

Heute möchte ich euch Zeichnen beibringen, und zwar so locker und so frei wie ein brasilianischer Fussballspieler.

Das heutige Thema ist: Zeichnen lernen mit allen Tricks.

Eine mysteriöse Frage?
Warum habe ich immer Butterbrotpapier in der Tasche oder auf dem Ateliertisch?

Die Antwort ist einfach, es hilft mir beim Spielen.

Für ein und dieselbe Sache gibt es immer 100 verschiedene Möglichkeiten und ein paar davon möchte ich ausloten!

Zeichnen ist etwas Bewegliches

Zeichnen lernen ist Beweglichkeit im Kopf.
Was heißt : Zeichnen lernen ist Beweglichkeit?
Und warum gibt es für ein und dieselbe Sache 100 verschiedene Möglichkeiten?
 Von diesen vielen Möglichkeiten musst du sicherlich nicht alle kennen und benutzen, trotzdem ist es enorm sinnvoll,  die zu finden, die gut zu einem passen. Man sollte Möglichkeiten kennen, die einen so locker und frei malen lassen, dass das Ergebnis so toll aussieht wie bei einem brasilianischen Fußballspieler.

Spielen lernen nochmal neu erlernen:

Wenn man erwachsen wird, dann lernt man effektiv zu arbeiten, man kennt den besten Weg und schlägt diesen auch kurz und bündig ein. Dies ist der Grund, warum Erwachsene oder auch ältere Leute beim Lernen oftmals nicht so effektiv sind wie Kinder.

Ein Kind fängt an zu spielen, hat dabei Spaß und lernt dabei eine Menge.

Ein Kind hat den Kopf frei, ein Erwachsener nutzt Schema F!

Ein Erwachsener befolgt oft effektiv erlernte Regeln aus der Kindheit.

Beim Kreativ sein ist es jedoch sinnvoll, das Spielerische der Kindheit zu behalten, denn das lässt einen großartige Zeichnungen machen.

Entscheidungsketten aufbrechen:

Erklärbar wird dies durch den Fluss von Entscheidungen. Wenn ich mich zum Beispiel entschlossen habe, einen Schatten sehr dunkel zu machen, dann muss das nächste Objekt in der Zeichnung etwas anders werden, damit ich es sehen kann. Mache ich also den Schatten dunkel, bedeutet dies gleichzeitig, dass das nächste Objekt etwas heller sein muss. Und deshalb machst du mit deinem Stift Schritt für Schritt Entscheidungen, die immer noch von der ersten Entscheidung abhängen.  
Dabei hat man nur eine Chance, eine Entscheidung zu treffen, wenn man es einmal gezeichnet hat, dann ist es so.
Und alles andere folgt dann aus dieser Entscheidung.
Ein richtig guter Zeichner wird man, wenn man es lernt, diesen Prozess spielerisch zu beeinflussen. Denn er hat nicht nur einen Trick auf Lager, sondern viele!
Richtig gute Zeichner können diesen Prozess beeinflussen.
Was ich dir geben möchte, ist echte Freiheit, du sollst nicht einem unsichtbaren Zwang unterliegen, sondern das finden, was dir zu deinem eigenen Stil verhilft.
Zeichnen lernen ist das Spiel mit den Möglichkeiten!

Entscheidungsfreiheit trainieren:

Egal,  in welchem Bereich der Gesellschaft, Entscheidungsfreiheit muss man genießen und trainieren.
Ich möchte euch dies einmal an einem Beispiel außerhalb der Kunst erklären. Wenn man nicht weiß, wie man sich entscheiden kann, dann erstarren Dinge. Wenn keine Entscheidung erlaubt ist, dann erstarrt ein ganzer Staatsapparat, das Leben wird öde und alternativlos. Die grauenhaften Auswirkungen merkt man in Nordkorea, ein Land voll Hunger und Perspektivlosigkeit, weil Menschen dort nicht entscheiden dürfen.
Wer keine Handlungsalternativen hat, verpasst viel Gutes.
Beim Zeichnen lernen funktioniert dieser Mechanismus ganz extrem. Nur wer Varianten kennt und viel Entscheidungsfreiheit hat, wird auch raffinierte Zeichnungen erstellen können.
Meine Großmutter zum Beispiel hatte fürchterliche Angst vor Knoblauch und Spaghetti Bolognese. Ihr Argument, das könne kein Mensch essen, ohne die Bluse zu bekleckern,  und danach stinke man wie ein Puma. Oma, du wirst es nicht fassen, das Zeug ist großartig! Gott sei Dank haben wir das ausprobiert!
 Wichtig ist es also, die Bluse zu riskieren und was Neues zu wagen!
Kunstlehrer sollten sich also nicht verhalten wie Kim Jong Un, sondern beim Zeichnen lernen lieber eine Räuberleiter in die Freiheit stellen.

Hurra,  Anarchie!

Na ja, ganz so ist es natürlich nicht, auch Kunst braucht ihre Gesetze und Regeln. Aber diese Gesetze und Regeln musst du eben selber aufstellen, es geht um dein Regelwerk beim Zeichnen lernen.
Und dazu möchte ich mit dir mit diesem kleinen Spiel beginnen. Und in Kürze klärt sich auch die mysteriöse Frage, was Butterbrot-Papier auf meinem Schreibtisch macht.
Damit man Varianten einer Zeichnung erzeugen kann, bietet sich transparentes Papier oder eine Folie an, so kann man die Ergebnisse am besten vergleichen, das siehst du dann im Video.
 
 
Denn wer die Möglichkeiten nicht kennt, kann sich auch nicht abwechslungsreich entscheiden.
Also, spiel mit mir!
Ich glaube, in diesem Kontext ist auch das coole Zitat von Goethe zu sehen:
Entscheide dich lieber ungefähr richtig als exakt und genau falsch.
Im Video ein Spiel zum Thema Freiheit und Zeichnen lernen!
Zeichnen lernen mit allen Tricks!
D. h. ganz oft kommt man beim Zeichnen an Stellen, wo es keine Regel gibt oder man nicht so genau weiß, wie’s geht, und genau an dieser Stelle musst du anfangen zu improvisieren.
Jede dieser Improvisationen wird dich besser machen und dauerhaft neue Möglichkeiten geben.
 Spiel mit mir und entdecke die Möglichkeiten!Finde das Herz deiner Kunst mit mir!
Zeichnen lernen mit allen Tricks Anleitung zum Malspiel mit Tine Klein
Haltet die Ohren steif und viel Spass!
Tine.

Die Hall of Fame! Diese Menschen haben bei der Anschaffung der Technik geholfen!

Dieser Blog ist für alle Menschen, er soll kostenlos bleiben für Menschen, die es brauchen!

Nicht jeder hat Geld für Kunstunterricht und gerade jetzt sind einige in Not!

Diese Menschen und auch alle vorangegangenen Spender haben euch die Technik ermöglicht!

Claudia Wittmer! Marion Schwatz, Anne Schoppmeier-Söhrn, Marlene Wetzel, Tobias Wesselmann, Kerstin Anders, Urs Traber, Mirjam Beglinger, Eva Nitschke, Bernhard Möller, Norbert Koch, Doris Schliemann, Elisabeth Debrunner, Renata Willi, Axel Lentz, Christian Eggenberger, Susanne Binder, Reinhard Stolzenbach, Kathrin Portmann, Birgit Finkler, Margrit Bachmann, Sabine Mund Schmid, Annett Witteler, Susanne Bögel !
Dankt diesen Menschen, die mir helfen, die Technik für die Videos anzuschaffen! Sie sind die Kultursponsoren, die in dieser Lage helfen, unseren Kultur aufrecht zu erhalten! Danke und Bravo!
Danke, liebe Spender, mir dampft der Kopf. Was ich alles lernen musste! Dank euch hat es geklappt, nächste Woche zeige ich euch mal wie sich mein Wohnzimmer in ein Aufnahme-Studio verwandelt hat!
Noch ein Wort zur Spende. Ich arbeite hier ehrenamtlich, benutze jetzt das Geld, um neue Dinge anzuschaffen oder mir auch mal professionelle Hilfe zu holen.
Eine Kaffeekasse nimmt auch gerne kleine Summen! Bitte hilf mit! Eine Gesellschaft hält zusammen! Auch ich gebe in Corona Zeiten kostenlos Unterricht, damit man bei den Freuden des Homeoffice nicht wahnsinnig wird!
(Deshalb hört ihr im Video auch randalierende Kinder und empörte Katzen!
Mensch! Lehrer ist ja doch ein Beruf, wie halten die bloß die niedlichen Nervensägen den ganzen Tag aus?!)




Zeichnen lernen mit allen Tricks Zeichnung von Tine Klein.

Weiterlesen zum Zeichnen!

Federzeichnung : Zeichnen lernen mit Feder

https://blog.herz-der-kunst.ch/federzeichnung-zeichnen-lernen-mit-feder/

 

Making of und Foto zum Nachmalen:

Basel am Totentanz.

Material: Aquarellpapier, Siena Natur, Geranienrot, Pinsel und Füllhalter.

 

Schraffieren Lernen

Heute geht´s um das Schraffieren lernen!

Es gibt zwei neue Dinge für euch:

Mitmachen ist angesagt! Und es gibt erstmals für euch einen Video-Blog!

Dies ist unser Motiv, das dürft ihr runterladen und verwenden.

Wo ist das? Bei mir ums Eck:  Hombrechtikon im Kanton Zürich.

Material:

Ihr benötigt einen feinen Stift oder einen Füllfederhalter mit einer feinen Spitze noch besser eine Feder und etwas Tusche oder Tinte. Hinzu kommt ein Blatt Papier. Das Papier sollte eine glatte Oberfläche haben.

Schraffieren lernen ,gewusst wie:

Immer wieder werde ich gefragt, wie macht man das? Wann ist man sauber und ordentlich und wann lässt man die Schraffur wild und frei werden. Wann darf sich eine Schraffur austoben?

Viele, die gerade schraffieren lernen, machen die Erfahrung, dass wilde und freie Schraffuren gar nicht gut aussehen. Die Bilder sehen hässlich und chaotisch aus.

Chaotisch und hässlich sieht es aus, wenn die Linie keinen Zusammenhang mit dem Motiv hat.

Die Faustregel -Grundform

Damit eine Schraffur gut aussieht, muss man beim Schraffieren lernen eines beachten. Ob man jetzt nun fein und ordentlich schraffiert oder wild und frei, ist eigentlich egal, denn beides basiert auf der gleichen Grundlage.

Jede Zeichnung braucht eine gute Grundform. Die Grundform muss für den Betrachter gut erkenntlich sein. Halten wir also fest:

Jede Zeichnung braucht eine klare, erkenntliche Grundform.

Dabei ist nicht von Bedeutung, ob die Grundform unendlich korrekt ist, sondern dass sie attraktiv und deutlich erkenntlich ist. Schau in das Porträt, die Grundform ist überspitzt, das macht es deutlich erkenntlich.

Die klare Grundform macht Dinge gut erkenntlich.

Deshalb können wir eine zweite Faustregel formulieren.

Interessante und klar erkenntliche Grundformen sind besser als hundertprozentig korrekte.

Die Aussage kann man sogar noch einmal schärfer treffen. Eine leicht überspitzte Grundform, die vielleicht noch klarer erkenntlich ist als in Natur,  ist besser geeignet. (Siehe oben im Porträt)

Diese Erkenntnis macht das Schraffieren lernen generell leichter, denn, ob ordentlich oder wild, die Grundform lässt die Zeichnung deutlich an Attraktivität gewinnen.

Die Schraffur folgt der Form:

Die nächste Frage, die sich beim Schraffieren lernen stellt,  ist:

“Wie  schraffiere ich eigentlich wo?“

Die Antwort ist:  Stimmt die Grundform, darf man sich einige Kapriolen erlauben. Doch generell gilt, die Schraffur sollte der Form und den unterschiedlichen Richtungen eines Gegenstandes folgen.

 

Eine Schraffur ist nicht langweilig, wenn sie etwas über das Objekt sagt:

Besonders gut werden Schraffuren, wenn man es schafft, sie so raffiniert zu variieren, dass sie etwas über die Oberfläche des Motivs sagen. Deshalb darf man die Schraffur auch mal auflösen zugunsten von Dingen, die etwas aussagen….

Dieser Punk ist verstoppelt und verkatert, der Mann hat merkwürdige Ohren…Blumenkohlohren durch Schlägerein?

Dieser zerzauste Mann schreit förmlich danach, dass es stoppelige Strukturen gibt, die Schraffur löst sich in Flecken auf.

Die Form kann sich auflösen, weil der Rest so ausdrucksstark ist. Schau immer genau hin und wandele es in Schraffuren um: Hängen die Äste, dann hängt die Schraffur.

 

Diese wilden Schraffuren sehen nicht chaotisch aus, wenn sie sich an Reales anlehnen, der Betrachter braucht nicht viel Fantasie, um zu wissen, was los ist.

Sprich: Ich bin also wild und frei innerhalb der Grundform. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ich mit meiner Schraffur ausmalen muss. Die Schraffuren dürfen die Grenzen der Grundform sprengen, solange die Grundform erkenntlich bleibt.

Leicht angeschickerter Schauspieler in Berlin nach der Theateraufführung. Hicks….

Außerdem überlappen viele Schraffuren, es gibt immer einen Übergabepunkt, an dem eine Schraffur in die andere übergeht. Zum Beispiel geht ein Haus am Boden in die Schraffuren für den Schatten oder die Pflanzen vor dem Haus über.

Schatten sind Brücken zwischen Schraffuren.

Dies gilt übrigens nicht nur für Striche, auch Punkte folgen den gleichen Regeln wie Schraffuren.

Licht und Schatten, genau das ist die Schraffur.

Die Schraffur ist praktisch ein Zaubermittel, um Licht und Schatten zu zeigen.

Licht und Schatten machen ein Bild interessant, und gleichzeitig machen sie ein Bild räumlich. Die Perspektive entsteht dadurch, dass  die lichtabgewandte Seite des Motivs dunkel ist. Dadurch begreift das Auge, wie ein Körper aufgebaut ist.

 

Beim Schraffieren lernen ist es also enorm wichtig , dass man mit dem Stift lernt, hell, mittel und dunkel zu zeigen. Dies macht ein Motiv richtig interessant.

 

Der Schatten ist ein Leitsystem. Der Schatten ist die Brücke zwischen einzelnen Schraffuren. Er ist nicht nur Betonung, sondern auch ein wichtiges Bindeglied zwischen einzelnen Bildabschnitten.

Der Schatten beruhigt und hält wilde Schraffuren zusammen.


Nicht nur ein  Ordnungssystem, sondern Schraffur als Träger der Emotion


Beim Schraffieren gibt es ein Ordnungssystem, die Grundform ist immer unsere Leitlinie.

Dennoch ist es oft genug notwendig, diese Grundform zu verlassen. Die Art, wie wir unseren Stift benutzen, hat eben nicht nur damit zu tun, dass wir etwas korrekt ausmalen, sie sagt auch etwas über unseren Geisteszustand. Bei einigen Bildern kann man gleich sehen, wer sie gemalt hat. Macht ein Zeichner ganz regelmäßige Striche, dann sieht dies korrekt aus. Sind die Striche regelmäßig und hart, dann sieht die Zeichnung möglicherweise steif aus. Lösen sich die Striche, frei von der Grundform, dann kann dies auch chaotisch, unübersichtlich oder aggressiv wirken,  aber auch locker und heiter. Jeder muss dabei einen eigenen Weg finden, denn Leichtigkeit ergibt sich dann, wenn der Strich zum Menschen passt.

Jeder Ausraster mit dem Stift braucht einen Sinn!

Geht es um wilde Emotionen, dann wird der Betrachter verstehen, warum sich der Stift so bewegt. Dann sieht es aggressiv aus, ist jedoch verständlich. Wenn sich zum Beispiel die Pflanzen in einem Bild alle in eine Richtung neigen, dann wird der Betrachter an Wind denken.

Was  sinnvoll ist, hängt mit dem Grund dafür zusammen.

Was man aus dieser Erkenntnis lernen kann, ist sehr wichtig, die Schraffuren eines Bildes ändern sich mit der Wichtigkeit des Motivs, mit Ereignissen oder mit der Emotionen zum Motiv.

Wichtige Motivteile schraffiert man aufregend. Hier gibt es Bewegungen, unterschiedliche Schraffuren und Licht und Schatten. Unwichtige Motivteile können langweilig und grau schraffiert werden.

Je wichtiger ein Motiv, desto intensiver und schärfer die Schraffur.

Zusammengefasst auf einen Satz:

 

 

Tatsächlich gibt es beim Schraffieren eine Grundregel: Die Schraffur folgt der Struktur und der Form des Motivs oder spiegelt die Emotion wider.

Schraffuren dürfen nicht wahllos ausufern, sondern sie sind ein Brennglas für Formen, Geschichten und Emotionen.

Die Hall of Fame!

Thomas Klein, Frauke Sambale, Anja Höppner, Anette Wiechert, Urs Traber, Claudia Hertfelder, Christina Maria-Lang, Sylvia Hortian, Carola Nadler, Marlen Kleist, Patricia uns Stefan Jahn

DANKE!!!!!  an unsere Kultursponsoren. Schaut was sie für  euch ermöglicht haben:

https://www.youtube.com/watch?v=_8i_Z8ry9-Y&feature=share

Bitte teilt den Blog und das Video mit euren Freunden und bitte sagt Danke! Diese Menschen haben euch das folgende Video ermöglicht! Ob kleine oder große Summe, die Spende hilft uns allen, Kultur in Zeiten von Corona aufrecht zu erhalten. Jammern nützt nichts, wir werden Spaß haben! Unser Schlachtruf : Nutze die Zeit!
 
Habt ihr etwas gelernt? Dann werft doch bitte etwas in die Kaffeekasse! Zur Info 1 Franken sind 90 Cent.



 

Hier ist der erste Teil der Serie:

Schraffur! Alles andere als Langweilig!

Schraffieren,  eine Technik mit langer Tradition.

Dieser Blog ist für Mario Leinbacher. Erinnerst du dich an unser Gespräch in Manchester?

Die Meinungen zu der Linie sind so wunderbar unterschiedlich wie die Sterne im Weltall.

Heute lasse ich euch mal in mein privates Skizzenbuch schauen, anders als erwartet bin ich kein Farb-Terrorist. In meinen schnellen privaten Zeichnungen schraffiere ich mit Begeisterung und feinem Strich. Schraffieren gehört zu dem traditionellen Wissen unserer Zunft, jeder sollte es beherrschen, weil man damit Licht, Schatten und Räumlichkeit in Zeichnungen bringt.

Heute möchte ich euch das Thema etwas ungewöhnlich über das Schraffieren von Gesichtern näher bringen.

Was ist eine Schraffur?

Bei Wikipedia liest man diese Definition:

Eine Schraffur (von italienisch sgraffiare, „kratzen“, vergleiche Sgraffito) ist die Gesamtheit vieler feiner, gerader, paralleler Linien, die in Zeichnungen, Plänen, Karten oder Illustrationen eine Fläche herausheben.

Ja, so toll wie die Informationen aus dem Netz sind, traue ihnen niemals 100 – prozentig. Als ich diese Definition las, hörte man 0,3 Sekunden später einen heftigen Rums, das war, als mein Kopf auf die Tischplatte aufschlug.

Rembrandt Selbstporträt 1630 Quelle : https://de.wikipedia.org/wiki/Rembrandt_van_Rijn#/media/Datei:Rembrandt_aux_yeux_hagards.jpg

Rembrandt wäre der Silbergriffel erschreckt aus der Pfote gefallen!

Diese Definition taugt nicht für das künstlerische Zeichnen, denn dann hat man eine Menge absolut toller Möglichkeiten des Schraffierens ausgeschlossen. Es ist enorm wichtig! Denn beim Schraffieren müssen Linien weder fein noch gerade sein! Guck mal bei Rembrandt! Dort gibt es jede Menge gekrümmter paralleler Linien. Wichtig,  die Krümmung erzählt etwas über das Motiv, das erzeugt Mimik und Gefühl!

Definition von Tine Klein:

Schraffuren sind Serien und Bündel von Linien,  häufig parallel oder nach einem gemeinsamen Ordnungsmuster ausgerichtet. Zeichnungen erhalten dadurch Schattierungen, Tiefenwirkung, und Ausdrucksstärke.

Wilde Schraffur

Ich liebe die wilde Schraffur! Und wie ihr das an Rembrandt seht, ist die Idee gar nicht so neu. Schaut mal, wie die Schraffur in krummen Linien der Form folgt, wunderbar!
 
„Weiter lese ich in einem Handbuch für Lehrer zur Mappenvorbereitung: Die wilde Schraffur ist zwar eine schnelle Technik, jedoch führt die wilde Schraffur zu einem ungleichmäßigen Flächenbild, sodass die Gesamtwirkung immer ungleichmäßig und damit wenig qualitätsvoll ist,  also unprofessionell. Wie immer ist der schnellste Weg nicht der beste!“
Liebe Schulbuchverlage, bitte testet Autoren, die Wörter wie “ immer“ zu häufig in den Mund nehmen, doch bitte auf geistige Zurechnungsfähigkeit. Wörter wie „Immer“ gehen gerne mit übermäßiger geistige Borniertheit, im Volksmund  „Dämlichkeit“ genannt, Hand in Hand.
 
Wir wollen unserer geistigen Elite doch bitte nicht schon im Teenageralter ein Brett vor den Kopf nageln. Schauen Sie sich mal Giacometties oder Picassos Schraffuren an, von gerade und gleichmäßig ist in diesen Bildern keine Rede! Gerade Schraffuren wirken sauber und enorm professionell,  sie sind deshalb hervorragend für Bauzeichnungen oder bestimmte Stilrichtungen der Kunst geeignet, jedoch:

Die wilde Schraffur ist ebenfalls toll!  Gerade in der Kunst darf man Gegensätzliches schätzen.

Ein wilder, geradezu bösartiger Strich trägt Emotionen: Giacometti hatte Depressionen, diese Gefühle lasse ich auch beim Schraffieren in meinen Stift fließen.
 
Beachte bitte, die Schraffuren sind weder fein noch parallel, sondern dick,  schwarz und heftig:
 
Ich weiß, ihr liebt diesen Blog wegen seiner bunten Fröhlichkeit, aber ich möchte euch ein paar Grafiken zum Thema Depression zeigen, um zu zeigen, was ein Strich im Extremen kann.
 
Über solche Bilder kann man denken, was man will, aber ein emotionsloses Porträt würde Giacometti sicherlich nicht entsprechen.

Zugegebenermaßen  sind diese beiden Porträts am Rande dessen, was eine Schraffur ist.  Aber ihr werdet in beiden Bildern eine Menge paralleler Linien finden.
 
Ja! Zumindest das, was Tine parallel nennt.
 
Aber überlege einmal selbst, wie würdest du einen Menschen mit einem inneren Sturm darstellen? Das Ringen, das Kämpfen? Geht das mit zarter, ordentlicher Linie?

 


Die wilde Schraffur ist toll!

Man kann mit Schraffuren weit mehr machen,  als nur Helle und dunkle Flächen anzulegen, deren Linienbündel parallel sind.
 
Schraffuren sind Linienbündel, die weitgehend parallel sind,  aber auch durchaus gekrümmt oder unregelmäßig sein können. Sie können überlappen und ineinanderfließen.
 
Anders als der Autor zur Mappenvorbereitung bin ich nicht auf Hexenjagd:

 

Es gibt verschiedene Arten von Schraffuren, und es ist sinnvoll zu wissen, wie man sie einsetzt, denn jede hat ihren Sinn.


Gerade, parallele Schraffuren


Die gerade Schraffur: sauber, gerade, technisch. Besonders gut geeignet für glatte Oberflächen: Glas, Metall, Beton und Urbanes. Gerade weil  sich ein Richtungswechsel von horizontal zu vertikal zeigen prima zeigen lässt..

Mit zarten Linien entsteht in meinem Skizzenbuch auf 10 cm eine ganze Stadt:

Deshalb ist die gerade Schraffur beim Zeichnen in der Stadt geradezu unverzichtbar. Überall dort, wo man eine klare,  gerade Form braucht, kann man ganz ruhig schraffieren.

Aber auch beim Porträtieren wähle ich diese Schraffur, wenn es zum Menschen passt.

Der ordentliche Strich für einen „Ordentlichen-Alte- Dame-Haarschnitt““ aus meinem privaten Skizzenbuch.

Die unsichtbare Schraffur:

Die ruhige Schraffur ist überall dort sinnvoll, wo es nicht um starke Aussagen geht. Wenn ich in einer Zeichnung einen Schatten legen möchte, ohne dass dieser dem Bildinhalt Konkurrenz macht, dann lege die Schraffur ruhig und gleichmäßig. Hier versteckt sich die Schraffur in den Dunkelheiten der Zeichnung.

Mein Kollege Kiah Kiean befürchtet, seine Suppe ist zu heiß. Googelt ihn mal! Er macht zauberhafte Tusche-Bilder.

Merke: Gleichmäßige Schraffuren erregen weniger Aufsehen als wilde und freie Schraffuren. Starke,dunkle oder unregelmäßige Schraffuren ziehen die Blicke an wie Magneten.

Tine Klein malt ein Portrait zum Thema wilde Schraffur

Deshalb steht die Frage im Raum: Wie macht man das eigentlich mit der Schraffur?

Schraffuren verändern sich mit dem Motiv:

Anstatt einer Schraffur in der Malerei starre Regeln aufzuerlegen, würde ich lieber fragen, welche Schraffur ich brauche, um ein Motiv optimal darzustellen.

Es ist doch ganz logisch, dass man zum Beispiel natürliche Dinge mit viel wilderen, freieren oder wuchernden Linien darstellt als einen technischen Bau.

Ein altes Gesicht kann man kaum durch klare und gerade Schraffuren angemessen zeigen. Dieses Gesicht ist gebraucht.

Tine Klein malt ein Portrait eines alten Mannes mit Füllhalter und Schraffur Technik

Privates Skizzenbuch von Tine Klein:Ein alter Mann schläft mit offenen Augen.

Ein Schatten ist vielleicht nebensächlich, dann bekommt er eine ruhige Schraffur. Das sieht man hier, der Schatten besteht  nur aus geraden Linien:

Tine Klein malt ein Portrait eines alten Mannes mit Füllhalter und Schraffur Technik

So würde ich zum Beispiel einen sehr ordentlichen oder konservativen Menschen mit einer sauberen und ordentlichen Schraffur malen, chaotischere Typen bekämen bei mir eine chaotische Schraffur. Siehe oben, schau dir die alte Dame im Vergleich zum Säufer an.

Wie es geht, erläutere ich nächste Woche.

Nächste Woche Schraffieren lernen! Haltet euch bereit!

Viele von euch haben die Erfahrung gemacht, dass wildes und freies Schraffieren hässlich aussieht.

Mit etwas Glück zeige ich euch nächste Woche das erste Online Zeichen Tutorial, dann ist Mitmachen angesagt! Um mitzumachen braucht ihr nur einen feinen Stift und ein Blatt Papier.

WO auch immer ihr seid, bleibt gesund und fröhlich:

Tine Klein malt ein Portrait von Si Chan , Füllhalter und Schraffur Technik

Das ist meine liebe Kollegin Si Chan,  ein Wunder am Zeichenstift! Ich verlinke sie, schaut mal rein.

Nächste Woche: Schraffieren lernen!

Kaffekasse, ich habe ein Herz für Menschen ohne großes Einkommen!




 Im Moment habe ich kein Einkommen , seit Jahren arbeite ich für euch ehrenamtlich, denn hinter meinem Blog steckt keine Schleichwerbung. Ich wäre dankbar, wenn ihr was in die Kaffeekasse werft! Denn bis ich meinem Beruf wieder ausüben kann, wird es Wochen dauern.

Die wundervolle Si Chan, Künstlerin mit Bleistift:

https://www.facebook.com/si.chan.9?fref=search&__tn__=%2Cd%2CP-R&eid=ARD4Sr9QWlU-bM0OUv1974KsQ0uEHit7euEBcCjGlCJ64trp5WjFaW18Q22R40ADaJBWsD8E7w85UDRl