Gute Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern. Die Seele von Aquarellfarbe und Tinte ist das Wasser.
Tine Klein: Rote Fabrik am Zürichsee
Tinte und Aquarell
Tinte und Füllhalter sind gute Freunde, denn Aquarellfarben und Tinte sind beide flüssig und damit kann man sie wunderbar mischen.
Im englischsprachigen Raum findet man diese Art von Bildern unter Hunderten von Schlagwörtern. Die häufigsten Schlagwörter sind watercolor and pen, pen and wash und ink and wash sowie watercolor and ink.
Probiert es mal auf Instagram oder Pinterest aus und ihr werdet staunen.
Schon an der Masse der Begriffe merkt man, diese Technik verwenden wirklich viele Menschen.
Bei uns ist diese Technik schon extrem populär und ich denke, fast alle Künstler die gerne skizzieren, kennen sie.
Tinte und Füllhalter eine grafische Technik
Die Technik ist natürlich bekannt, dennoch glaube ich nicht, dass bekannt ist, was man mit dieser Technik alles machen kann. Diese Vorurteile liegen vor allen Dingen daran, dass man sehr viele Anfängerwerke sieht, deshalb glauben viele Künstler, der künstlerische Anspruch an diese Technik sei genauso hoch wie das Ausmalen eines Kinderbuchs für Kinder.
Leider kommen die Vorurteile zustande, weil die Leute keine Ahnung von der Technik haben. Alles was sie sehen, sind sehr viele Anfängerwerke in sozialen Netzwerken. Der große Nachteil dieser Technik ist, wenn man mit schwarzer Tinte arbeitet, entstehen Striche, die extrem hart sind. Diese Kontraste sehen bei Profis extrem wirklich gut aus, ist der Zeichner jedoch unsicher, kann man jeden einzelnen Fehler extrem gut sehen.
Ich bevorzuge eine weichere Methode, die Verschmelzung von Tinte und Aquarellfarbe.
Die bekannte unbekannte Technik.
Füllhalter und Aquarell sind vielfältiger als man auf den ersten Blick sieht:
Viele Facetten der Technik des Verbinden von Aquarell und Füllhalter sind völlig unbekannt. Der Grund dafür ist, dass geübte Zeichner den Füllhalter so geschickt in das Aquarell integrieren, dass man es gar nicht sieht.
Dadurch kommen die anderen gar nicht auf die Idee, dass es sich hier um ein Bild mit Füllhalter und Tinte handelt.
Menschen, die die Technik von InkandWash lieben, haben eine große Bandbreite an technischen Varianten zur Verfügung. Einige davon sind sichtbar und andere erkennt man nur, wenn man es weiß. Deshalb möchte ich euch heute einige dieser wunderbaren Möglichkeiten erklären.
Diesmal habe ich ein Bild für euch gewählt, in dem man zwar sehr gut sieht, dass mit Füllhalter gearbeitet wurde. Doch man kann an diesem Bild ebenfalls sehr gut sehen, wie die Materialien ineinander verschmelzen.
Einführung in die Füllhalter und Aquarelltechnik.
Bei dieser Technik ist es extrem wichtig um die Ecke zu denken. Deshalb merke:
Der Kopf ist rund, damit sich die Richtung der Gedanken ändern kann.
Anders als gedacht, wird der Füllhalter hier nicht als Stift eingesetzt, sondern eher wie ein Pinsel. Der Füllfederhalter ist also die ganze Zeit dabei, er ist nicht nur zum Vorzeichnen da.
Der Füllfederhalter ist ein zusätzlicher Pinsel, der gemeinsam mit der Aquarellfarbe eingesetzt wird.
Das erkläre ich später noch genauer.
Tintenfarbe als Basis der Technik.
Die Grundlage der folgenden Technik beruht darauf, dass die Tinte sich gut in das Aquarell integriert, d. h. die Tinte hat eine Farbe, die mit der Aquarellfarbe verschmilzt. Schwarz ist dabei die ungünstigste aller denkbaren Möglichkeiten, denn beim Verschmelzen entsteht ein schmuddeliger Grauton.
Ein Braunton ist für mich die optimale Lösung, denn dieser integriert sich in meine Farbwelt wunderbar. Je nach farblicher Grundlage des Bildes funktionieren aber auch Bordeaux, Violett und Blau.
Grundlegend ist einfach nur, dass die Tinte mit der Basis-Aquarellfarbe verschmilzt.
Wenn du einmal ins Bild schaust, dann wirst du sehen, wie natürlich die Tinte in die Aquarellfarbe übergeht.
Schau noch etwas genauer hin, dann wirst du ganz harte aber auch weiche und verwaschene Striche sehen.
Der Grund dafür ist Wasser. Du solltest die folgenden Anwendungsmöglichkeiten des Füllhalters einfach ausprobieren:
Anwendung wie ein Pinsel in Zusammenhang mit Farbe und Wasser
• Mit dem Füllhalter in nasser Farbe kratzen, du wirst sehen, dass der Füllhalter keine Farbe abgibt. Dennoch entstehen Rillen und diese Rillen füllen sich mit Farbe. (Im Bild vorne links)
•Du benutzt den Füllfederhalter in feuchter Farbe jetzt entstehen ganz weiche und verschwommene Linien (Am Rande des Schornsteins). Je nachdem wie viel Farbe du auslaufen lässt, entsteht sogar ein Aquarelleffekt. Diese Linienführung braucht ein wenig Timing.
• Du zeichnest etwas und gehst sofort mit dem Pinsel drüber, wenn es dir zu hart aussieht. Die Tinte des Füllhalters ist ja am Anfang noch wasserlöslich, damit kannst du spielen. Ein feuchter Pinsel wirkt wie ein Weichzeichner.
• Du möchtest etwas stark betonen, zum Beispiel durch eine starke Dunkelheit, dann benutzt du den Füllfederhalter auf der trockenen Farbe. Dies siehst du im Bild, dort war die Farbe fast grell beleuchtet, harte Linien auf trockener gelber Farbe.
• Eine andere Möglichkeit des Betonens ist der Druck. Füllhalter reagieren sehr stark auf Druck. Wenn man Tinte in feuchtes Papier hereindrückt, dann wird der Effekt noch stärker. Dies kann man im Bild bei den Hallen im Hintergrund sehen. Hier wirkt die Linie fast wie gestanzt
• Mit Füllfederhalter kann man ganz wunderbar spritzen. Dafür muss man den Füllfederhalter auf etwas Hartes aufschlagen, zum Beispiel einen Pinselgriff. Dann segeln Hunderte kleiner Tropfen ins Bild. Je nachdem wie trocken oder wie feucht die Farbe ist, ergeben sich sehr unterschiedliche Effekte. Das Erzeugen dieser Spritze verbindet die Aquarellfarbe unglaublich gut mit der Tintenzeichnung. Das sieht man im Himmel ganz wunderbar.
Geschwindigkeit: Benutzt man raues Papier und zieht den Füllhalter schnell über das Papier, dann bricht der Strich. Einen Füllhalter kann man aber auch ganz leicht auf feuchtes Papier setzen und ganz langsam ausbluten lassen, dies sieht man an den Dachkanten.
Summary:
Sollte man den Vorgang der Verbindung von Füllhalter und Aquarell beschreiben, dann könnte man sagen:
Probier mal aus wie sich der Füllhalter einfügt, wenn du Wasser drüber, Farbe drunter, Farbe drüber benutzt. Mit ihm schnell oder langsam malst, spritzt oder kratzt.
Schaut ins Bild, dort werdet ihr sehen, wie der Füllfederhalter gearbeitet hat: trocken, nass, feucht, langsam oder schnell oder gespritzt. Versucht raus zu finden, was ich getan habe. Noch viel besser ist es, wenn ihr eure eigenen Möglichkeiten findet.
Lotet die Grenzen des Machbaren aus. Füllhalter Sind robuster als man denkt.
Für diese Techniken sind einfache und robuste Füllhalter gut. Das Bild wurde mit einem 13 Jahre alten Schul-Füllhhalter gemalt.
Die Grenze zwischen Zeichnen und Malen verschwimmt hier stark. Ich könnte nicht mehr sagen, ob man nun mit dem Füllfederhalter zeichnet oder malt.
Jetzt bin ich zum Abschluss bei einem verwirrenden Gedanken: Wann ist etwas eine Zeichnung und wo beginnt die Malerei?
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende und viel Spaß mit eurem Füllhalter.
4. Januar 2020 Tine Klein, Zürich: Blick vom Bellevue in die kühle Weite über dem Zürichsee
Hallöchen, herzlich willkommen im neuen Jahr!
Erst mal möchte ich euch danken, dass wir alle wieder da seit. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich dachte heute morgen:
4. Januar, ach du scheiße ich muss abnehmen!
Der 4. Januar ist da, für die meisten geht diese Woche das normale Leben weiter.
Ich bin gerade soeben aus dem herrlichen Zustand des Familienkuschelns aufgewacht und mein Großhirn funkt mir einige rationale und bedrohliche Fakten. Mein Großhirn meint, es sei gar nicht gut, mit der Familie zu fressen und sich danach mit Rotwein und Schokolade auf die faule Haut zu legen. Dabei war es doch so schön, wenn man raus guckte in den Nieselregen. Ich persönlich finde:
Ein kleiner entspannter Exzess, schweisst zusammen. Motivation und gute Vorsätze können zur falschen Zeit nerven.
Wahrscheinlich ist dies mein tief liegendes Problem. Deshalb muss ich jedes Jahr abnehmen und mein Mann schwört: Liebesgriffe an den Hüften, seien ganz prima.
Das macht es mir auch nicht leichter.
Neujahrsvorsätze schon weit weg?
Wie sieht es aus mit Neujahrsvorsätzen, sind die schon weit weg? Schade.
Grundsätzlich finde ich Neujahrsvorsätze oder überhaupt Vorsätze ganz großartig.
Seien wir mal ehrlich, dieser Blog ist ein Kunstblog, hier geht es immer um das Malen lernen. Wieso ich nicht jedes Mal über das Malen schreibe hat einen ganz einfachen Grund. Malen ist eine Tätigkeit, die man nicht ausüben kann, ohne Persönlichkeitsentwicklung.
Wer nicht an sich arbeitet, kommt beim Malen auch nicht voran.
Leider geht es nicht so, wie sich mein alter Herr das vorstellt.
Mein Vater würde mit donnernder und Altvater Zeus würdiger Stimme sagen:
Einmal die Arschbacken zusammen beißen, alles eine reine Willensfrage!
Motivation und Zähne zusammenbeißen!
Vor Weihnachten habe ich eine kleine Umfrage gemacht. Ich fragte meine Schüler und Bekannten, was möchtest du im neuen Jahr an deiner Kunst verbessern. Die häufigste Antwort war:
Lockerer werden!
Lustig! Wie trainiert man denn lockerer werden? Die Zähne zusammenbeißen Methode von meinem Vater, scheint da denkbar ungeeignet. Na, Gott sei Dank, mit dem Kopf durch die Wand ohne Kopfschmerztabletten funktioniert bei den meisten Menschen und mir sowieso nicht.
Lockerer werden, Motivation und Neujahrsvorsatz.
Jetzt habe ich mir überlegt, wie könnte man den Neujahrsvorsatz lockerer werden denn umsetzen?
Prinzipiell ist dies gar nicht so einfach, denn ich habe eins festgestellt. Sage ich einem Schüler:“ Jetzt, sei mal ganz locker!“ Dann ist dies das beste Mittel einen Menschen innerhalb von Sekunden zu verspannen.
Lockerheit ist etwas, dass man ganz schwer erklären kann. Lockerheit kommt einfach, und je heftiger und brutaler die Motivation, desto schwieriger wird es.
Papa, sorry:
Die unendliche Leichtigkeit des Seins kann man nicht mit Zähneknirschen erreichen.
Locker sein ist ein wundervoller Zustand.
Wie lehrt man locker werden?
Das locker sein in der Malerei entsteht durch drei Faktoren.
Zwei davon haben mit Geisteshaltung zu tun und der dritte Punkt ist Übung und Technik.
Schritt 1: Die Geisteshaltung der Leichtigkeit beruht auf Meckerabstinenz und….
Motivationen sind am Besten; wenn mann sie umsetzen kann.
Meckerabstinenz ist mein wichtigster Vorsatz für 2020. Motivation und Veränderung brauchen ein Klima, indem man sie auch umsetzen kann.
Wenn man von vorneherein meckert, dann fällt Veränderung schwer. Da man den Kopf ja schon mal darauf einstimmen, dass hier alle schief gehen wird, hält man dann doch lieber am Althergebrachten fest, und das führt dazu, dass es einfach komisch aussieht und sehr schwer ist.
Für mich ist die beste Geisteshaltung die Aufforderung zum Spiel. Nicht Zähne zusammenbeißen, sondern ausprobieren. Mein Produkt ist nicht das Bild, sondern die Aufgabenstellung etwas auszuprobieren.
Das Meckern verkneifen, auch wenn es schwer fällt.
Also wir gehen jetzt mit einem leicht verkrampften Lächeln positiv rann an die Sache….
Schritt zwei: Das Große und Ganze sehen!
Motivation, und großartige Fortschritte versinken meistens in Kleinscheiß. Ganz oft verliert man einfach das Wesentliche aus dem Auge.
Ich muss noch dies, ich muss noch das und zack ist die Liebe weg.
Ich glaube, der wichtigste Ansatz ist, zu begreifen, dass es viele einfache Wege gibt etwas zu tun. Der Ansatzpunkt dafür einen einfachen und bequemen Weg zu finden ist:
Das Große und Ganze zu sehen.
Viele völlig unwichtige Kleinigkeiten machen einem im Alltag das Leben schwer, das gleiche gilt für Bilder:
Zu viele Details, fressen die Zeit, die man eigentlich für die großartigen Dinge des Lebens bräuchte.
Das Wechseln der Sichtweise braucht viel Motivation. Es ist überhaupt nicht einfach das Ganze zu sehen und nicht die Summe der Einzelteile.
In der Malerei ist enorm wichtig zu wissen, was man malen möchte. Wenn man eine Stadt malen möchte, braucht man nicht jedes Haus. Für einen Wald braucht man nicht jeden Baum:
Denn sonst sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Den Vorsatz umsetzen! Heißt also es sich deutlich einfacher zu machen, nur das klappt nicht auf Anhieb. Also wieder zu Punkt 1 oder zu Punkt 3.
Freiheit, Spass und Lockerheit
In meinen Kursen werde ich nächstes Jahr diesen Vorsatz noch mal verstärkt angehen. Insbesondere in dem geplanten Malurlaub gibt es viele Lektionen mit dem großen Pinsel. Der große Pinsel hilft einem enorm den Vorsatz nicht zu vergessen. Im ersten Moment fühlt er sich viel zu groß an und dann merkt man, dass der Pinsel einem hilft das Wesentliche umzusetzen.
Mit einem fetten Pinsel malt man nicht wie ein Buchhalter
Mit richtig großen Pinseln malt man einfach große Flächen. Plötzlich kann man die großen Zusammenhänge zeigen, weil die Größe des Pinsel das Verzetteln verhindert.
Das sieht man hier genau, bei uns am Züri-See treffen Wetter und Stadt aufeinander. Der dicke Pinsel verhindert, das ich mich in Details verliere.
Dies werde ich besonders in der Urlaubswoche an der Ostsee lehren. Die Landschaft im Norden hilft enorm, das Ziel der Leichtigkeit zu erreichen. Denn die Landschaft ist hier schön, leicht und weit.
Wie gemacht für den Einstieg in die Lockerheit.
Was muss man bei großen Pinseln beachten?
Große Pinsel helfen dir bei deinem Vorhaben zügig und locker zu werden.
Die große Grundstruktur bringt dir den Überblick und die Leichtigkeit.
Ich persönlich liebe den 30 mm Flachpinsel mit einer langen flachen Kante. Oder 20 mm Rundpinsel oder Schwert- bzw. Katzenzungenpinsel die hinten sehr breit sind und vorne eine gute Spitze haben.
Die geniale Spitze ist das Stichwort.
Diese Spitze hilft, dass dein Bild hinterher großzügig, aber nicht plump ausschaut.
Liebevolle und kleine Details sind durchaus wichtig, aber nur, dort wo es am Allerwichtigsten ist. Dennoch arbeitet man von Anfang an mit richtig fetten Pinseln. Bei den Pinseln muss es nicht das Teuerste sein. Die reine Größe des Pinsels bringt es mit sich, dass man ohne Mühe Farbe in großen Zusammenhängen auftragen kann. Wichtig allein sind scharfe Kanten und Spitzen.
Die große Grundstruktur bringt dir den Überblick und die Leichtigkeit. Der Rest ist Bildentwurf, Übung und Anleitung.
Meine Lieblingspinsel sind von verschiedenen Marken.
Eine ganz genaue Empfehlung kann ich euch nicht geben, denn ein Pinsel ist immer dann gut, wenn er zu Handhabung passt. Der Kauf ist nicht ganz einfach, denn beim Kauf sind die Spitzen der Pinsel verleimt, deshalb ermögliche euch ich euch jetzt mal einen Blick auf meine dicken Pinsel. Was ihr seht, ist das was ich in der Tasche habe.
Also macht es euch einfach, greift zum dicken Pinsel und versucht ihn als Einstieg in die Lockerheit zu nutzen.
Liebe Grüße
und ein wirklich frohes neues Jahr.
Tine
Wer nächstes Jahr an der Ostsee mitmachen möchte, den bitte ich diesem Link zu folgen:
Die 22. Kw ist bereits ausgebucht. Plätze gibt es nun noch in der 21. Kw also vom 18 bis zum 22 Mai.
Noch etwas in eigener Sache
Nächstes Jahr gibt es Malurlaub an der Ostsee.
Der Norden ist das pure Glück! Dahme an der Ostsee
Seitdem ich im Süden lebe, vermisse ich die großen Himmel des Nordens, das Salz im Wind und die tolle Landschaft soweit das Auge reicht. Deshalb zieht es mich einmal im Jahr zum Malen an die See und ihr könnt mitkommen.
Der Fokus des Kurses liegt dieses Jahr bei den Themen des Nordens: Himmel, Wolken, Landschaft und Meer. Wir werden die Motive zeichnerisch und malerisch erfassen und uns Gedanken machen, wie man das Motiv vereinfacht, damit wirklich effektvoll in Farbe darstellen können.
Bekannt bin ich durch die spielerische Verbindung von Stift und Aquarell, aber in dieser Landschaft möchte man auch gern den dicken Pinsel auspacken.
Also Motto: spielerisch gezeichnet oder genüsslich aquarelliert.
Dahme in Holstein ist ein kleines Seebad direkt an der Ostsee. Und gerade dies ist großartig für Maler, denn die Natur ist noch ursprünglich und bodenständig.
In dieser Landschaft können großartige Farbstudien mit Pinsel entstehen.
Warum sollte man als Maler unbedingt nach Dahme fahren? Weil Dahme großartige und sehr abwechslungsreiche Motive bietet, die kontrastreicher sind als normale Seebilder
Die Leuchttürme, von Dahme sind ein echter Hingucker. Es ist doch klar, dass man darauf gute Bilder zaubern kann. Generell kann man sagen das die Bilder rund um Dahme immer frisch und ausdrucksstark werden durch den starken Rot-Grün-Kontrast.
Auch zur Verarbeitung von Farbe wird es viele Tipps im Kurs geben. Bei solchen Motiven lohnt es, sich in Ruhe Aquarelle anzufertigen.
Hier Torsten beim gemütlichen malen im Feld.
Die Küste ist mal feinsandig oder mit einer Steilküste zum Strand mit Bäumen, dies bietet perfekte Malmotive. Die natürlichen Kontraste der Landschaft macht Dahme reich an guten Motiven.
Seebrücke, Reetdachhäuser, Badeküste, Steilküste, Leuchttürme, viel Landschaft und wenn wir Glück haben, blüht der Raps.
Der Kurs findet im Dorfhaus von Dahme statt. Bei gutem Wetter werden wir jedoch viel Zeit in der Natur verbringen. Deshalb muss das Material Rucksack tauglich und nicht zu schwer sein.
Im Kurs geht es um skiziertaugliche Aquarelltechniken, Tipps zu Wasser, Wolken und Landschaft. Neben diesen Aquarelltechniken liegt in diesem Jahr, das besonderes Augenmerk auf dem Vereinfachen des Entwurfs, so dass die Farbe wirken kann, damit richtig starke Skizzen und Aquarelle entstehen.
Die Grundausrüstung aus: Pinsel, Aquarellpapier, Skizzenbuch mit Aquarell tauglichem Papier, Stift und Zeichenpapier. Die Materialliste wird rechtzeitig zur Verfügung gestellt.
Es gibt 5 Stunden Malunterricht pro Tag, gegliedert in Techniklektionen, Entwurf, Vorführungen und freiem Malen mit Unterstützung. Ende mit fröhlichem Abschluss offen, meistens werden es doch 6 Stunden Unterricht. Mit Mittagspause und Wegen sind wir also den ganzen Tag unterwegs. Oft klingt der Tag in einem Gasthof aus.
Save the Date! 18-22.Mai.
In der Regel wird die Teilnehmerzahl maximal bei 6-10 Personen liegen, soweit möglich werde ich die Teilnahmer bei 8 Personen begrenzen, eine optimale Zahl zum Lernen. Eine Kursteilnehmerzahl von 12-14 Teilnehmern, wie bei Reiseveranstaltern, wird es nicht geben.
Kosten 450 Euro pro Woche für den Malunterricht. Lehrmaterial inklusive. Anders als bei Reiseveranstaltern gibt es in diesem Kurs Kursmaterial oder der Stoff wird in einem Blog aufgearbeitet, so das ihr nochmals nachlesen könnt.
Hinweis: Tine ist kein Reiseveranstalter, nur Mallehrerin. Für Unterkunft, Verpflegung und Kunstmaterial sorgt jeder nach seinen eigenen Bedürfnissen.
Es gibt im Hinterland auch viele sehr preiswerte Unterkünfte. Wichtig, nichts buchen bevor ihr eine Teilnahmebestätigung habt.
Wer richtig Aquarellieren will braucht auch einen vernünftigen Reiseaquarellkasten für unterwegs.
Jetzt beginnt die Zeit, in der man immer im Haus malt. Im Frühjahr, Sommer und Herbst klemme ich mir gezielt mein Kunstmaterial unter den Arm sobald ein Sonnenstrahl mich dazu einlädt. Jetzt aber werden diese Momente rar.
Ein Handtaschenaquarellkasten muss her.
Das Dumme an diesen Kästen ist, dass ich sie eigentlich nicht leiden kann. Winzige Näpfchen die gute Pinsel zerstören und keine Mischfläche.
Wie sich das für einen echten Nerd gehört, möchte in jeder Situation einen tollen Kasten!
Mini – Aquarellkästen eine Seuche
Aquarellieren überall! Die Urban Sketching Bewegung hat einen regelrechten Minimalismustrend bei den Aquarellkästen ausgelöst.
Nach dem Motto:
Man ist nie zu klein, um großartig zu sein.
Wenn man mal ins ETSY schaut, findet man die verrücktesten Reise Aquarellmöglichkeiten. Ohrringe oder Ringe mit eingebautem Aquarellkasten.
Unglaublich teure, kleine handgemachte Holzdosen mit Vertiefung für Aquarellfarbe usw. und so fort. Viele dieser Lösungen sind sehr teuer und nichts anderes als selbst gebaut.
Oft sieht man auf den ersten Blick, dass es mit der Tauglichkeit Probleme geben könnte.
Die meisten dieser Lösungen empfinde ich eher als Scherzartikel, denn wer es mit dem Aquarellieren ernst meint, braucht einigermaßen große Pinsel. Deshalb finde ich ganz winzige Lösungen ziemlich schwachsinnig.
Zu kleine Aquarellnäpfchen machen Pinsel kaputt.
Ich möchte euch jetzt eine kleine Anleitung für so einen selbst gebauten Reiseaquarellkasten geben mit dem selbst Menschen die auf nichts verzichten wollen klar kommen.
Das passt in die Manteltasche. Zu klein um gut zu aquarellieren?
Nein….ein paar Tricks helfen das alles zu verstauen:
11 große Farbnäpfe oder 22 Kleine
Skizzenbuch
Pinsel
Wassertankpinsel
Bleistift
Radiergummi
Anspitzer
Klemme, Stifthalter
Taschentuch
Schwamm
Mischpalette
Schwamm
Weißabgleichskarten zum Fotografieren von weißem Papier
Gummiband
Das Alles ergibt den perfekten Arbeitsplatz
Und so schaut dann der perfekte Arbeitsplatz aus, der passt in jede Tasche.
Material:
Bonbondose oder Pillenverpackung
Alte Scheckkarten oder ein wenig harte Pappe
Doppelseitiges Klebeband
Pillen oder Kaugummiverpackungen oder Aquarellnäpchen
Eine große Papierklemme
Ein dickes Gummiband
Tortenuntersetzer aus der Bäckerei
Viele von Euch haben zur Ideenfindung beigetragen. Nun habe ich die besten Ideen zu einem Reiseaquarellkasten zusammengebaut, der selbst mich befriedigt.
Das Herzstück Bonbon oder Pastillendose
Erst mal Augen auf nach der richtigen Pastillendose. Der Knackpunkt ist das Gelenk des Deckels …DieDose sollte ziemlich massiv sein.
Träger der Farbe:
Ich nehme ganz normale Farbnäpfchen. Prima kann man auch die leeren Blister von großen Kaugummis und Pillen benutzen.
Selbst bei großen Pillen kann man zwei Lagen in den Kasten bekommen. Das sind 11 bis 20 Farben. Das reicht vollkommen für tolle Aquarelle.
Dann die Aluminiumfolie abknibbeln. Dafür braucht man ein bisschen Geduld.
Die Folienverpackungen mit Tubenfarbe füllen und trocknen lassen. Die Farbe gibt der Folie wieder Stabilität.
Die Farbfolien mit starkem Klebeband auf die alten Scheckkarten kleben, nun ist das ganze viel stabiler. Aufpassen, dass das nicht Klebeband hervorschaut, sonst klebt sich später Dreck dran.
Warum die Scheckkarte?
Die Scheckkarten sind ein enorm wichtiger Bestandteil unserer Sketchbox. Solche Plastikkarten bekommt man natürlich mittlerweile überall, beim Tanken, beim Parken, bei Ikea. Jeder von uns hat am Jahresende wieder ein paar davon übrig. Diese Karten erhöhen das Volumen um 100 %. Im Reiseaquarellkasten sind die Scheckkarten der Zwischenboden. Es gibt einige enorm gute Gründe um sie zu benutzen.
Wenn man die Farben darauf festgeklebt, purzelt nichts im Reiseaquarellkasten herum.
Beim Transport fungieren die Plastikkarten als abwaschbarer Deckel. Wenn man viel malt, werden die Farben nass und verschmieren beim Transport den Kasten. Ein abwaschbarer Deckel ist also Gold wert.
Die Plastikkarten haben noch zwei andere Gründe, meine sind keine Scheckkarten, sondern Grauwertkarten, diese dienen mir beim Fotografieren als Weißabgleich.
Die Plastikkarten dienen mir im Aquarell allerdings auch als Radiergummi, man kann mit ihnen ganz wunderbar Farbe abkratzen.
Die Klemme
Der Reiseaquarellkasten hat allerdings noch einen sehr wichtigen Bestandteil, die Klemme. Die Papierklemme ist ebenso multifunktional wie die Scheckkarte. Beim Transport hält sie teure Gegenstände fest, zum Beispiel den Pinsel. Sobald man malt, kann man damit zum Beispiel den Kasten an Skizzenbuch klemmen, oder an ein Geländer. Der große Vorteil ist, durch die Klemme hat man die Hände frei. Am häufigsten benutze ich die Klemme als Ablage für meinen mit Farbe gefüllten Pinsel, denn nichts ist peinlicher als eine riesen Sauerei mit Farbe in einem Restaurant.
Das Schwämmchen und Taschentuch
Apropos Sauerei, besonders wichtig finde ich das Schwämmchen. Wenn man irgendwo draußen malt, ist es sehr wichtig einen Lappen zu haben, der nächste soll sich ja nicht in deine Farbflecken setzen.
Der Schwamm ist jedoch für eine professionelle Malerei unverzichtbar, denn viele Farbeffekte kann man nur erzeugen, wenn der Pinsel trocken oder halb trocken ist.
Jetzt braucht man den Schwamm, um die Flüssigkeit im Pinsel zu regulieren oder den Pinsel zu reinigen.
Mischfläche
Mischfläche ist oft ganz wichtig, gerade Schattentöne sehen sehr gut aus, wenn sie im ganzen Bild gleich sind.
Ich habe den Deckel angeschliffen und mit weißer Farbe bestrichen. (Tipp von Thorsten Bahr). So kann man im Deckel mischen. Reiseaquarellkästen haben eigentlich nie genug Mischfläche, deshalb greife ich auf eine beschichtete Pappe für Kuchen oder Bratwürstchen zurück. Diese Pappen sind ungefähr genauso groß wie kleine Skizzenbücher. Diese Pappen haben einen erhöhten Rand, damit Senf oder Sahne nicht von dem kleinen Teller herunter laufen. Der Rand ist natürlich genauso prima für Farbe.
Wie kommt man an solche Untersetzer? In großen Läden kann man sie kaufen.
Viel einfacher ist es, jedoch eine Bratwurst zu kaufen, einen Hundeblick aufzusetzen, und ein bisschen mit den Augen zu klappern und lieb das Wort mit zwei T zu sagen, damit meine ich nicht flott.
Und schon ist man stolze Besitzerin einer brandneuen, kostenlosen Skizzenbuch -Mischpalette.
Das Gummiband
Das Gummiband hält alles zusammen, Skizzenbuch, Füllhalter, Pinsel und Mischfläche also unverzichtbar.
Ich wünsche euch viel Spaß und ich würde mich sehr freuen wenn ihr eure eigenen selbst gebauten und wirklich praktischen Kästen hier vorstellen würdet. Eure Anleitung hänge ich gerne an den Blog. Oder schreibt einfach einen Kommentar. Das Kommentarfenster findet ihr…..
Liebe Grüße Tine
Weiterlesen Wofür die Graukarte? Über die Kunst Kunst zu Fotografieren:
Nass in Nass Techniken, oder Aquarell Schüttungen wurden früher im Aquarell völlig anders angewendet als man dies heute bei aktuellen Künstlern sehen.
Früher hat man Nass in Nass Techniken im Wesentlichen dafür benutzt große Flächen gleichmäßig mit Farbe zu überziehen.
Die wildere Nass in Nass Techniken oder sogar Schüttung sind weit entfernt davon nur eine ordentliche Oberfläche erzeugen zu wollen, es geht um Stimmung.
Die Stimmung ist das Wichtigste
Im skandinavischen Raum gibt es eine ganze Reihe von Künstlern die atemberaubende Ergebnisse durch die freie und wilder Anwendung recht flüssiger Aquarellfarbe erzeugen.
Die Ergebnisse sehen immer wild und frisch aus, weil sich die Farbe unkontrolliert erst auf dem Papier mischt.
Hier am Strand habe ich die Farbe regelrecht auf das Papier gekippt, gesteuert wird durch das bewegen des Blattes. Versauen kann man am Strand auch nix, ein riesiger Vorteil.
Durch den beherzten Einsatz der Farbe werden diese Aquarellskizzen super schnell und eindrucksvoll.
Auch meine eigene Technik beruht auf dieser Basis. In kleinerem oder größerem Maßstab arbeite ich nach dem Motto:
Ein guter Chef muss delegieren, lasse die Farbe doch machen, was sie will.
Dies gilt natürlich nur in einem gewissen Rahmen, dort wo die Farbe nur ein Hintergrund ist, lasse ich sie ganz frei arbeiten, das geht natürlich besonders gut, wenn das Motiv dunkler ist als der Hintergrund mit der geschütteten Aquarellfarbe.
Diese Technik braucht allerdings viel Selbstvertrauen. Denn der Maler muss mit dem Ergebnis leben. Bei dieser Technik kann man sich nur über allgemeines im Klaren sein. Man kann sehr festlegen welches Farbstimmung man haben möchte. Dabei wird man aber nie genau ganz genau voraussagen können, wo die Mischungen entstehen und man kann auch nicht ganz exakt sagen wie viele Mischfarbe man erhalten wird.
Erfahrung macht diese Technik aus
Wie ich schon in einem Beitrag vor einigen Wochen schrieb muss man für diese Technik ein sehr genaues Gefühl dafür entwickeln, wie viel Wasser auf dem Papier steht.
Der Maler, muss lernen die Flut des Wassers zu kontrollieren die die Pigmente mit sich reißt.
Die Kunst daran ist allerdings die Farbe einerseits völlig frei laufen zu lassen,
denn wer in der Flüssigkeit herum matscht, wird auch eine Matschfarbe bekommen.
Die größte Herausforderung dieser Technik ist, dass man die Farbe einmal in das Bild schüttet oder hinein laufen lässt oder auch mit dem Pinsel aufträgt, sie dann aber völlig in Ruhe lässt.
Schüttung was ist das?
Im skandinavischen Raum arbeiten die Maler sehr viel mit Schüttungen. Dabei habe ich euch noch gar nicht erklärt was eine Schüttung ist. Eine Schüttung ist der Auftrag einer Farbe, die so flüssig ist, dass über das Bild läuft. Bei sehr großen Flächen wird dies tatsächlich aus einem Becher getan, bei kleinen Flächen reicht es die Farbe aus einem sehr saugfähigen Pinsel heraus laufen zu lassen.
Die Farbe überflutet dann das Papier. Steuern kann man dies dadurch, dass man das Papier feucht macht und einige Stellen trocken lässt. Die flüssige Farbe wird dann nur die feuchten Stellen überfluten.
Das ist eines der Prinzipien der Nass in Nass Technik, trockenes Papier bleibt vor der Farbe weitgehend geschützt, denn die Farbe benutzt den einfachsten Weg und der ist durch die bereits feuchten Untergrund.
Trockenes Papier ist die Grenze
Deshalb können trainierte Maler wie von Zauberhand tolle Farbeffekte erzeugen, während der Laie der diese Technik noch nicht verinnerlicht hat einfach eine große Matsche erzeugt.
Wer diesen Steuermechanismus nicht erkennt, erzeugt Matsche
Material
Das Material für diese Technik ist sehr einfach im Wesentlichen besteht es aus:
Mut, Erfahrung, dickem Papier und saugfähigen Pinseln.
Im Wesentlichen braucht man für diese Technik nicht viel, man kann sie im Skizzenbuch nur eingeschränkt anwenden. Dort sind vor allen Dingen die Techniken anzuwenden, bei der man das Papier zuerst nass macht und dann entlang der feuchten Spur laufen lässt.
Eine richtige Schüttung kann man im Skizzenbuch nicht machen.
Für eine richtige Schüttung braucht man in der Regel sehr dickes Papier.
Oder man leidet dieses Papier auf, aber dazu einmal in einem anderen Blog.
Gerade unter den Aquarellpapieren findet man bei den preiswerteren Qualitäten durchaus auch Papier auf der man diese Technik üben kann. Ich empfehle Papiere deren dicke deutlich über 220 g liegen. Denn alle anderen Papiere werden sich bei dieser Technik benehmen wie feuchtes Toilettenpapier. Das Papier wird knüllen und knittern.
Papier für die Schüttung
Das Papier was ihr in diesem Bild seht, ist ein 250 g Aquarellpapier. 40 Blatt kosten ungefähr 20 €. Jetzt wird schon mal klar, die Technik kann man nicht nur auf Hand geschöpften Büten Papier ausüben.
Merke: Nur dickeres Papier hält der Belastung stand.
Auch 250 g Papier ist noch nicht eine wirklich dicke Papierqualität. Das Papier, auf dem ich arbeite ist hier eine mittlere Qualität. Mittel Feine, heiß gepresste Massenqualität. Trotzdem klappt die Technik auf diesem Papier ganz wunderbar.
Farbe laufen lassen
Die Kunst ist es die Farbe laufen zu lassen, ohne darin herum zu rühren. Wir sind natürlich gewöhnt alles dadurch zu steuern, dass wir es mit dem Pinsel machen.
Pigmente, die noch einmal mit dem Pinsel umgerührt werden sehen leider völlig anders aus als Pigmente, die frei fließen durften.
Devise: einmal rein mit dem Pinsel und dann Pfoten weg
Hier sieht man deutlich das der Pinsel nur da arbeitet, wo konkrete Form zum Einsatz kommt.
Nass- Technik
Ich möchte nun alle Kinder unter 14 Jahren bitten, die nächsten zwei Zeilen nicht zu lesen, denn ich muss jetzt richtig rum fluchen. Ich würde so gerne diesem Hirn verbrannten Vollpfosten, der diese Technik generell Nass in Nass Technik genannt hat, ein paar Mal mit meinem dicksten Pinsel fest auf den Hinterkopf schlagen.
Ja, im Extremfall wird extrem Nass gearbeitet, und sogar geschüttet
In neunzig Prozent aller Fälle ist feucht die viel bessere Wahl, denn dann läuft die Farbe nur einen kurzen Moment unkontrolliert.
Wenn das Papier tatsächlich richtig geflutet wird, ist meistens das Papier ruiniert und andere Farben mischen sich völlig unkontrolliert.
Merke es funktioniert nur:
Wenn du keine Wasserpfützen auf deinem Papier siehst. Feucht aber nicht Nass!
So meine lieben Leser nun wissen wir warum der Volltrottel, der dieser Technik ihren Namen gegeben hat, gefühlt mehrere Millionen geschrottete Aquarelle auf dem Gewissen hat.
Denn beides, Nass in Nass wie auch die Wortgebung Schüttung, beinhaltet gefühlt unglaubliche Wassermengen. Mit unglaublichen Wassermengen funktioniert es nur sehr selten. Denn dann rauscht die Farbe übers Papier und unten wieder runter, somit ist der Tisch oder die Hose bunt aber nicht das Aquarell. Ich persönlich glaube der Mensch, der die Namensgebung für diese beiden Techniken erdacht hat, war einfach ein kleiner Sadist, denn:
Desto nasser desto unsteuerbarer
Aber gerade das Unsteuerbare macht enormen Spass. Wer wirklich die Nerven hat richtig rumzusauen wird belohnt.
Dafür habe ich euch das extrem Video heraus gesucht.
Oft denkt man einfach:
Oh, mein Gott ist das schön!
Lasst euch nicht abhalten, man muss lernen es zu steuern, es ist einfacher mit dem kontrollierten Einsatz des Wassers.
Deshalb das erste Video:
Hier sieht man wie wenig Wasser reicht um die Farbe auslaufen zu lassen, entschuldigt es ist italienisch aber die Technik wird ganz deutlich:
Hier seht ihr eine echte Schüttung nur für Nervenstarke. Wie hält das Papier das aus? Es ist sicher sehr dick oder wurde von der Rückseite gewässert, damit es nicht wellt. Jetzt wird klar, warum ich diese Technik am liebsten am Strand verwende, ich muss das Atelier nicht abkleben:
Aquarell kleine Gasse hinter dem Rathaus in Augsburg Weiße Gasse
Aquarellstifte haben so ein bisschen das Image von Buntstiften. Ein Kunstmaterial, welches man auch ohne Bedenken seinem vierjährigen Kind in die Hand drücken würde.
Doch die Hände mit Bouquet von Pablo Picasso sehen verdächtig nach Buntstift aus.
Ich konnte schon früh zeichnen wie Raffael, aber ich habe ein leben lang dazu gebraucht, wieder zeichnen zu lernen wie ein Kind.
Doch Aquarellstifte sind ein ziemliches Hightechmaterial, man muss diese Stifte ja nicht benutzen wie eine Vierjährige.
Gerade in Kombination mit Aquarell machen diese Stifte, das Leben viel leichter. Wenn man mit seinen hochwertigen Aquarellfarben ein tolles Bild gemalt hat und dann doch noch einmal sehr kleine Strukturen in dem Bild ergänzen muss, dann steht einem der Schweiß auf der Stirn, denn man weiß ganz genau die Gefahr dieses Bild zu verderben ist sehr hoch.
Aquarellstifte sind kein Kunstmaterial für Kinder, sondern eine sehr clevere Erweiterung von Aquarelltechniken.
Wie kann man Aquarellstifte im Aquarell einsetzen?
Für das Aquarell ist der Aquarellstift sozusagen der beste Kumpel. Aquarellfarbe ist den Stiften in Qualität oftmals ein wenig überlegen. Gerade bei großen Flächen ist es ja logisch, dass sich Farben einfacher verarbeiten lassen als Aquarellstifte.
Spannend wird es jedoch, wenn man den Aquarellstift dafür benutzt, das Aquarell durch Techniken zu ergänzen, die man mit den Pinsel einfach nicht erreichen kann. Besonders gut eignet sich der Aquarellstift für die folgenden Dinge:
Licht und Schatten ganz deutlich herauszuarbeiten, auch in kleinen und sehr filigranen Stellen
Farbeffekte intensivieren
Übergänge weich zu verblenden
kleine Fehler ausbessern
kleine Überraschungseffekte auf dunkler Farbe zu erzeugen
Graphische Effekte und Linien einfügen
Qualität von Aquarellstiften
Damit das auch wunderbar klappt, müssen Aquarellstifte eine gewisse Qualität haben. Viele dieser Effekte kann man ebenso mit sehr preiswerten Aquarellstiften erzeugen. Stifte minderer Qualität haben jedoch drei Eigenschaften die mich regelmäßig ärgern.
Löslichkeit der Aquarellstifte:
Preiswerte Aquarellstifte sind häufig nicht löslich, dann bleiben total hässliche Striche im Aquarell stehen. Das sieht einfach nur dilettantisch aus.
Deshalb ist die erste Forderung die ich an einen Aquarellstift stelle:
Absolute Löslichkeit
Ich möchte selbst entscheiden ob man einen Strich sieht oder nicht.
Bei meinem Test (Siehe unten) mit einem No-Name Produkt und Aquarellstiften, die wirklich Kunstmaterial sind, schnitten beide gut ab im Kritzeltest. Beide ließen sich auflösen, dies ist aber nicht immer so.
Mischen und Füllstoffe:
Man bezahlt viel Geld, damit man absolut transparente und wunderschöne leuchtende Aquarellfarben hat. Jetzt wäre es ja Wahnsinn diese wunderbaren Farben mit einer minderen Qualität zu vermatschen.
Einige Marken lassen sich nicht gut mischen. Wenn man zwei Farben ganz normal mischt, wie man dies auch beim Aquarell tun würde, entstehen sehr matte und wenig leuchtende Farben. Das sieht man in dem großen Kasten oben ganz deutlich. Links ist der Stift noch trocken, dort kann man die schlechtere Pigmentierung des billigen No-Name Stifte zwar vermuten, kommt aber Wasser ins Spiel, dann verteilen sich die wenigen Pigmente und man sieht kaum noch Farbe. Der Stift, der mit K markiert ist, ist das Kunstmaterial, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Dies liegt daran, dass die Firmen die Pigmente in den Stiften durch Füllstoffe strecken. Meistens sind die Pigmente durch zinkhaltiges Weiß gestreckt, auch bekannt als Deckweiß.
Wenn man diese Stifte mit normaler Aquarellfarbe mischt, wird sie sofort stumpf, also keine gute Idee. Deshalb sollte man diese schlecht pigmentierten Stifte nicht zum Mischen einsetzen.
Gute Aquarellstifte haben jedoch die gleichen tollen und klaren Pigmente wie Aquarellfarben.
Tolle Farbeffekte:
Die Aquarellstifte besserer Marken verhalten sich anders, in diesen Stiften sind Pigmente extrem stark konzentriert. Man muss erst einmal lernen die Pigmente zu kontrollieren. Der Anfänger trägt oft viel zu viele Pigmente auf. Kommen diese Pigmente mit Wasser in Berührung explodieren sie regelrecht in ihrer Leuchtkraft. Sieht man oben deutlich, die Mischung aus Blau und Gelb gibt eine tolle klare und sehr kräftige Farbe.
Deshalb gilt die Devise zart und nicht hart
Ganz wunderbar ist dies um an einigen wenigen Stellen im Bild unglaublich leuchtende und intensive Farben zu erzeugen.
Die Marken:
Ich bin in diesem Blog neutral, ihr lest keine Werbung. Eine echte Marktübersicht habe ich nicht. Meine Stifte sind meistens die Museum von Caran Dáche, manchmal auch von Faber Castell. Als ich sie kaufte, habe ich mal in den Foren nachgelesen, welche Stifte Pigmentstark und Lichtecht sind. Im Laden habe ich sie dann ausprobiert, die beiden fand ich Klasse.
Aber Vorsicht vor Testberichten von Laien, die wichtigen Fragen stellen diese nicht. So fallen solche Fragen wie Lichtechtheit, bei selbsternannten Testern oft hintenüber, das die Bilder verblassen werkt man ja erst 3 Monate später.
Ist das wirklich wichtig? Ja, und ob schaut mal meine Aufkleber lagen auf der Fensterbank:
Entschieden habe ich mich für die Museum von Caran Dáche weil sie Lichtecht sind, sie verblassen also nicht so stark in der Sonne.Welche Marken noch lichtechtheit garantieren weiß ich leider nicht.
Tipp, wer seine Bilder im Tageslicht zeigt, muss bei den Stiften auf Lichtechtheit achten, also lesen vorm kaufen.
Die billigen sind oft OK beim Zeichnen oder nur für einfache grafische Effekte. Beim Mischen oder bei Bildern, die an der Wand hängen, hört dann der Spaß auf.
Man braucht übrigens nicht ganze Kästen, das wird richtig teuer. Ich kaufe nicht einfach wahllos. Die Stifte die genau abgestimmt sind auf meine Lieblingsfarben aus meinem Aquarellkasten, sind die Stifte meiner Wahl. Hellere oder dunklere zu den meist genutzten Farben meines Aquarellkastens. Sie zaubern das Licht in meine Aquarelle. Dann bleibt die Sache auch bei hochwertigen Stiften bezahlbar.
Einen Haken hat die Sache allerdings. Jedes mal wenn ich im Laden bin gibt es wieder einen Stift, den ich ganz sicher noch brauche…..dann hab ich Hornochse doch wieder einen riesen Büschel an Stiften.
Die Aquarellstifte können allerdings viel mehr als nur Farben intensivieren und kleine Fehler ausbessern. Richtig toll sehen diese Stifte aus, wenn man mit ihm auf dem Aquarell zeichnet.
Das zeichnerische Element bietet neue Möglichkeiten
Besonders schön wird es, wenn man sich traut die Stifte auf dunklem Untergrund einzusetzen. Hoch-Pigmentiert ist das Stichwort. Hier kann man dann etwas erzeugen, was man im Aquarell sonst nie kann:
Hell auf dunkel der Aquarellstift macht es möglich!
Das ermöglicht ganz spielerisches Arbeiten. Von hell auf Dunkel und von Dunkel auf Hell,
Es kann also drunter und drüber gehen
Damit sind einem ganzen Haufen spielerischer Möglichkeiten alle Türen geöffnet. Ich liebe es wenn meine Bilder so wild werden, wie die von Kindern. das macht so richtig Spass.
So bringt man ohne Probleme ein kleines Augenzwinkern in Aquarelle.
Die Bilder werden viel lebendiger, weil man bei der Grundanlage des Aquarelles nicht so um jeden hellen Fleck kämpfen muss.
In diesem Bild sieht man übrigens besonders gut, was die Aquarellstifte können. Schaut einmal wo ich überall obendrauf gearbeitet habe, zum Beispiel bei den Fenstern.
Leider kannst du nicht alles sehen, da wo ich durch leichte Schraffuren verblendet habe und dies später mit Wasser verwischt, wird der Aquarellstift unsichtbar.
P.s. Zu dem Bild gibt es eine lustige Geschichte: Gemalt ist es am Montag nach meinem Workshop in Augsburg.
Plötzlich erscheint eine junge Frau mit einem ganzen Bollerwagen voll Kunstmaterial. Sie spricht mich an und ist ganz entzückt von meinen Bild. „Darf ich mal photographieren!?“ sagt sie. “ Das sieht ja ganz toll aus.“ Entspannt holt sie den Fotoapparat raus und plaudert weiter: „Ich hätte ja auch so gerne einen Platz bei Tine Klein bekommen“ Meine beiden Freunde fangen nun an sich komische Blicke zu zuwerfen. Ich schnalle natürlich mal wieder nichts. „Ach, schade“, sage ich, nicht mal im Ansatz verwundert über die dritte Person im Satzbau.
Sieht toll aus, sagt die junge Frau und tätschelt meine Schulter. „Dass man in so kurzer Zeit so viel lernen kann, sieht echt aus wie ein Tine Klein.“
„So sagt sie und nun muss ich zum Bahnhof, mein Zug geht gleich“ verdattert starre ich ihr nach während die beiden Anderen herzhaft kichern…….
Letzte Woche haben wir über Bildentwurf mit Farbe gesprochen. Diese Woche sprechen wir über Komposition mit Augenbewegung.
Hoppala, das hört sich ja trocken an. Aber, das Augen leiten, ist niemals eine trockene Materie. Denn das Auge folgt nur interessanten Dingen. Zum Beispiel dem hübschen Hinterteil..uhlala…, da gucken wir doch automatisch hin.
Am besten folgt das Auge Bewegungen und aufregenden Dingen.
Dummerweise bewegen sich unsere Bilder nicht und wir haben auch keine nackten Männer zur Verfügung, deshalb müssen wir das Auge mit ein wenig Bewegung im Bild auf Trab bringen und gleichzeitig mit toller Farbe.
Das Prinzip der Komposition
Das Prinzip des Bildentwurfs beruht, wie schon oben beschrieben, auf einer sehr einfachen Grundlage. Man macht es dem Auge bequem und man bietet dem Auge eine Bewegung an, der es folgen kann. Ein gelungenes Bild ist so einfach, dass es jeder verstehen kann, also im Prinzip so einfach wie die Beschilderung zu einem Parkplatz.
Parken wollen wir das Auge dort , wo es unserer Ansicht nach hingucken soll!
Auf diesem Prinzip beruhen alle Bildentwürfe, entweder hat man deutlich zu gleitende Linien, eine klar erkennbare Geometrie, die man nicht übersehen kann, oder eine Trennung im Bild, die es einem unmöglich macht, am Gegenstand vorbeizuschauen, zum Beispiel einen festen Rahmen.
Bildentwürfe sind so einfach, die Strategie kann man in winzigen Bildern erklären:
Komposition je einfacher, desto besser
Die Faustregel ist: Je einfacher diese Bewegung im Bild oder dessen Geometrie zu verstehen ist, desto besser ist das Bild. Wenn das Auto dort bequem hin findet, noch besser.
Wenn ich das mal wieder in einem Tine Klein Spruch ausdrücken sollte, dann würde ich sagen:
Das Bild muss so einfach sein, dass ein besoffener Affe mit drei Gin intus es begreifen kann.
Malen, was da ist
Viele Menschen meinen, es reicht völlig, wenn sie malen, was da ist. Damit unterliegst du den Irrtum, dass andere Menschen genau das sehen, was du siehst. Früher dachte man, das Auge sei ein neutrales Instrument zur Wahrnehmung der Umwelt. Heute weiß man das besser, jeder sieht nur, was ihn interessiert und was zu seiner Vorerfahrung passt.
Wenn du nun glaubst, du könntest einfach ohne Hinweisschilder eine Szenerie abmalen, so muss ich dir leider sagen, dass dein Bildentwurf in den meisten Fällen grandios scheitern wird.
Denn dann übernimmt der Zufall die Regie und
die verwirrte Augenoma kommt nicht über die Straße.
Was du also tun musst, ist, das Auge am Händchen zu nehmen, du geleitest es charmant dorthin, wo es hin soll.
Ist Bildentwurf Lug und Betrug?
Nein, das ist es ganz und gar nicht. Wenn du nicht zur Generation iPhone gehörst und schon mal mit offenen Augen selbst über die Straße läufst, dann wirst du wissen, dass sich eine Straße innerhalb von 20 cm dramatisch bewegt. Eine Kopfneigung kann darüber entscheiden, ob eine Laterne links oder rechts von einem Haus steht. Wenn du einmal, vorausgesetzt es gibt keinen Verkehr!, über die Straße läufst und einmal schaust, wie sich der Bordstein auf ein Motiv zubewegt, dann wirst du feststellen, dass es dafür – ungelogen -Hunderte von verschiedenen Winkeln gibt.
Dazu gibt es einen ganz wunderbaren Blog, den werde ich später anhängen.
Wenn also eine Kopfneigung darüber entscheidet, wie etwas in einer Straße steht, dann liegt es in meiner völlig freien Entscheidungsmöglichkeit, den Winkel des Straßenverlaufs ein wenig zu verändern, so dass mein Auge den Punkt des Interesses wunderbar findet.
Jetzt höre ich schon einige Leute schreien: Das ist Manipulation!
Manipulation ist besser als ihr Ruf
Viele Menschen denken , Manipulation sei etwas Schlechtes, sie denken an üble Werbung , die Menschen in dumme Opfer verwandelt und Bedürfnisse und auch Gefühle erzeugt, die überhaupt nicht da sind.
Sicher kann Manipulation widerwärtig sein, und gerade wir als Künstler sollten darauf aufpassen.
Dennoch ist Manipulation viel besser als ihr Ruf. Manipulation ist sozusagen die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens. Man kann Dinge brutal erreichen oder sehr liebevoll.
Meine Katze und ich folgen immer diesem Prinzip, ich zum Beispiel sage meinem Mann jeden Morgen, dass er der großartigste Mann auf der Welt ist, schlängele mich heran und gebe ihm einen Kuss im Bett. Die Katze wirft sich ebenso heran und macht klar, dass sie schmusig, weich und liebevoll ist.
Ist das Manipulation? Aber ja, denn mein Mann steht sehr gut gelaunt auf, das Resultat: Kaffee und Katzenfutter. Passt doch……..
Manipulation ist ein Prinzip, auf dem unsere Gesellschaft beruht
Unsere Gesellschaft beruht auf einem gewissen Maß der Manipulation. Oder was glaubt ihr, wie ich im Gegenzug darauf reagieren würde, wenn man mir direkt nach dem Aufwachen sagen würde, dass mein Bauch im Laufe der Jahre ganz schön fett geworden ist. Für den Überbringer solcher Nachrichten würde es keinen Kaffee im Bett geben, sondern einen handfesten Ehestreit.
Halten wir mal fest:
Ein bisschen Beschiss macht glücklich!
Halten wir auch fest, Bildentwurf ist dann gut, wenn wir einfach und gut verführen.
Die pure Verführung
Seien wir doch mal ehrlich, jeder wird gerne angeflirtet und ein bisschen verführt.
Bei Bildentwurf mit Farbe geht es darum, wunderbare Farben ins Zentrum des Interesses zu setzen. Der Betrachter soll ganz bequem durch unseren Bildentwurf lernen, wo die Schönheit ist. Am oben genannten Beispiel kann man sehen, dass man mit etwas Charme viel mehr erreicht als mit Grobheit.
Gib die meisten Kontraste dorthin, wo der Betrachter hingucken soll.
Eine andere Strategie ist, den Weg dorthin mit schönen oder interessanten Dingen zu pflastern. Das Auge wird zum Beispiel Menschen tief in das Bild hinein folgen, denn Menschen interessieren uns immer. Diesen Bildentwurf nennt man den Repoussoir.
D.h. du gestaltest den Weg zum Ziel deutlich sichtbar und angenehm.
Ich mache dies in diesem Fall mit Menschen, die ziehen immer Blicke an.
Ich benutze einen Repoussoir-Bildentwurf, ich locke das Auge durch im Vordergrund groß dargestellte Menschen hinnein ins Bild. Oder ich locke das Auge durch eine Kette von Menschen mit roten Köpfen zum Tor hindurch zu einem sattem Rot-Grün Komplementärkontrast im Zentrum des Bildes.
Dennoch ist Bildentwurf kein Lug und Betrug, denn fast immer sind die Dinge, die man braucht, in einem schönen Motiv schon angelegt.
Das Motiv ist sehr frontal und man hält Ausschau nach Hilfe, die Bahngleise sind wunderbar, die ziehen das Auge schwungvoll mit S- Kurve hin zum Motiv.
Schau mal in die kleinen schwarzweißen Bilder, sie sind ein kleiner Spickzettel für Bildentwürfe und Augenbewegungen.
Am Anfang ist das nicht unbedingt leicht, aber es ist wie beim einem schönen Flirt, er macht beiden Parteien viel mehr Spaß, wenn man charmant ist.
Versuch es mal mit unterschiedlichen Strategien!
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende
Tine
Bitte beachtet noch einmal meine besten beiden letzten Kurse in diesem Jahr:
Der Kurs in Aarberg bei Bern ist besonders wichtig , weil dort die Grundlagen der freien Malerei und des Zeichnens gelegt werden, Basistechniken, die dir erst mal ermöglichen, etwas Tolles zu machen.
Im Kurs in Allensbach geht es nur ums Zeichnen. Was heißt denn hier „nur“, denn das Zeichnen ist die Grundlage allen künstlerischen Schaffens, hier werden wir viel mit Skizzenbuch und Stift unterwegs sein.
Es gibt ein paar Tipps, bei denen ich gehofft hätte, das sie mir jemand früher mitteilt.
Malen lernen kann einfach sein, wenn man es sich nicht selbst schwer macht.
Teilweise sind Tipps, die deine Zeichnungen und Skizzen viel besser machen, hirnrissig einfach. Aber gerade weil diese Tipps so einfach sind, begreift man sie am Anfang nicht. Denn wer anfängt zu malen, merkt erst mal eins:
Man sieht den Wald voller Bäume nicht
Als ich begann zu malen, da wollte ich nach den Sternen greifen. Das Resultat war oft Frust und Stress.
Kleine schnelle Skizzen helfen dir: Du lernst abstrahieren, du merkst ganz schnell was geht und nicht erst wenn du eine Stunde oder zwei investiert hast.
Der Druck ist einfach weg und es macht dich glücklich. So ging es mir in Amsterdam, tausend Leute gucken dir über die Schulter.
Tipp eins: Traue keinen selbstberufenen Kunstkritikern. Lass dich nicht von Leuten irritieren, die dir über die Schulter schauen, Kunst ist eine sehr persönliche Sache.
Mach es dir einfach
Auf ein Blatt passt viel weniger als man denkt. Mache ich es mir einfach, dann schaffe ich mir Klarheit. Diese kleinen Vorstudien helfen mir enorm. Sie zwingen mich ganz wenig auf das Blatt zu machen, das hilft.
Wenn ich merke: „Upps, mir wird alles ein bisschen viel!“, dann helfe ich mir mit schnellen kleinen Quicki – Aquarellen, denn auf den Spass kommt es an.
Dies sind viele kleine Farbstudien
Riesige Werke werden besser, wenn der Kopf vorher klar ist, die kleinen Werke helfen den Kopf nicht zu verlieren
Auch für alle großen Bilder gilt, den Kopf nicht verlieren
Hier mal meine Zusammenfassung der besten Tipps und Tricks, die deine Bilder sofort besser machen. Malen lernen heißt: Mach es easy.
Erst mal gucken, ob es machbar ist.
Hier die super einfachen Tipps zum Malen lernen:
Male nur was dich wirklich interessiert
Habe keine Angst loszulegen
Keine epochalen Werke, mache mehrere Varianten
Halte inne und überdenke
Zeitbudget beachten
Mach es öfter mal
und habe dein Malzeug parat, den suchen beim malen verdirbt alles.
Male nur die Dinge, die dich wirklich interessieren
Viel muss nicht auf das Bild, nur was dich interessiert
Wenn man Dinge malt, die einen interessieren, dann macht das die Zeichnung gleich viel interessanter . Wenn man sich dabei auf das konzentriert, was man wirklich liebt bekommt die Zeichnung oder die Malerei gleich einen Fokus, d. h. das Bild wird stark, denn man verschwendet keine Kraft in all den unwichtigen Unfug drumherum. Du wirst dabei ganz automatisch eine Bildsprache für wichtig und unwichtig entwickeln, dadurch wird das was du liebst immer ganz besonders sein. Genau das werden deine Betrachter zu schätzen wissen.
Keine Angst vor dem ersten Schritt
Mach einfach, lass die Puppen tanzen, Entspanntheit erzeugt die besten Ergebnisse
Viele Erwachsene sitzen wie ein Ochse vom Berg vom leeren Blatt. Die Frage was man alles falsch machen könnte, frisst sich tief in die Seele. Und das ist der Feind jeden Malers, denn Zögerlichkeit sieht man auf jeden Fall in den Pinselstrichen.
Es ist sehr wichtig, dass man sich erst mal klar macht, das überhaupt nichts passieren kann. Leg einfach los, es macht überhaupt nichts aus, denn jeder einzelne Fehler wird dich besser machen.
Die innere Stimme
Wer spontan loslegt hat in der Regel noch Zugang zu seinem Unterbewusstsein. Die innere Stimme, die einem dazu treibt etwas zu malen, ist etwas sehr wichtiges. Ob Schnapsidee oder Tieferes ist völlig egal. Alles was nicht aussieht, wie alles andere, ist viel besser als ein ödes Postkartenmotiv.
Halte inne und überlege
Spontanität ist etwas Großartiges. Unsere erste Einschätzung, das erste Gefühl das ist oft unschlagbar gut. Intuition ist etwas Großartiges, sie trifft den Sachverhalt oft wie der Hammer den Nagel auf den Kopf trifft.
Nur dummerweise wird diese Intuition immer wieder kaputt gemacht in dem man in Bildern viel zu viel und viel zu unüberlegt weiter arbeitet.
Deshalb ist wohl der wichtigste Tipp, mach immer mal wieder in Ruhe eine Pause und überlege wie es im Bild weitergehen könnte.
Malen heißt entscheiden
Immer dann wenn man eine großartige Idee einfach übermalt, wird das Bild brutal schnell sehr viel schlechter.
Mein Tipp:
Arbeite mit Skizzenrolle, dies ist eine Rolle mit Transparentpapier und sie gibt dir die Möglichkeit Superideen von Schnapsideen zu unterscheiden. Man legt das Transparentpapier einfach über das Bild und schon kannst du mehrere Möglichkeiten ausprobieren.
Keine Epochalwerke:
Wer jemals den Schöpfungszyklus von Oskar Kokoschka gesehen hat, der wünscht sich, ein ebenso besonderes Werk zu malen. Der Schöpfungszyklus von Oskar Kokoschka hat mich total fasziniert. In diesem Bildern wimmelt es vor Leben, der Künstler hat einfach alles eingefangen was Menschen interessiert, man sieht den Himmel, entfernte Landschaften, das Licht, immer wieder das Licht und das Leben tummelt sich. Leben, Lieben, Sex, Paradies , Gott, Hölle und Teufel.
Solche Bildentwürfe treiben einen in den Wahnsinn, denn auch sie brauchen Klarheit, deshalb lieber schlicht anfangen.
Doch das alles muss man irgendwie zusammenbringen, wer jemals versucht hat einen vernünftigen Bildentwurf für ein DIN-A vier großes Blatt zu machen, der dürfte bei einer 8 m langen Leinwand leicht hysterisch werden.
Doch dann stellt man fest, dass die meisten Bilder durch eine ungeheure Schlichtheit gut werden.
Die meisten Bilder sterben durch zu viel und nicht durch zu wenig
Der wirklich wichtige Tipp ist dich aufs Weglassen zu konzentrieren
Die schlichte Wahrheit ist, dass ein Maler an vielen kleinen Werken und einer regelmäßigen Malpraxis viel mehr lernt als an einem riesigen Bild.
Das Zeitbudget beachten:
Jetzt mal ganz ehrlich natürlich hätte ich gerne den Schöpfungsmythen von Oskar Kokoschka. Wie wunderbar wäre es, wenn ich mich in meinem Himmelbett unter all diesen prächtig gebauten griechischen Göttern lümmeln könnte und mich dabei als Vollweib fühle, während ich den Farb- und Lichtwechseln dieses Bildes schwelge.
Dieser Plan wurde leider vereitelt, weil ich die 12 m großen Werke nicht unbemerkt durch den Ausgang des Züricher Kunsthauses schmuggeln konnte. Das Dinger waren einfach zu unhandlich handlich. Wie kriege ich 12 Meter Bild in mein Schlafzimmer, die Frage bleibt noch zu lösen!
Einfaches und praktisches Malmaterial passt besser in den Alltag
Biereckel und Buntstift manchmal praktischer als 12m Leinwand
Mein Tipp ist: such dir eine Maltechnik die wirklich einfach ist, d. h. für den Anfang reicht alles für das du nicht viel Aufwand betreiben musst. Legte dein ganzes mal Material so bereit, dass du jederzeit anfangen kannst. Der Effekt ist durchschlagend, weil es kein Aufwand ist zu malen, wirst du es viel öfter tun. Weil du dadurch viel mehr Praxis bekommst, werden deine Bilder viel schneller besser.
Machs öfter
Zudem einem Aspekt des „Mach es öfter“ sind wir schon mal gekommen. Dein Malmaterial muss so einfach sein, dass du es immer tun kannst. Denn wer du nur im Urlaub malt, der wird schwerlich Meisterschaft erringen können.
Bei diesem Tipp geht es aber um etwas völlig anderes. Mein Tipp ist ein und dasselbe Bild gleichzeitig mehrfach zu malen. Oft gibt es in Bildern Scheidewege, du weißt nicht wirklich ob das eine oder das andere richtig ist. Male mehrere Bilder gleichzeitig und sehr spontan.
Dabei wird dein Gehirn begreifen, dass es nicht nur eine Möglichkeit gibt etwas darzustellen, ganz langsam aber sicher wirfst du in dir den Samen der Freiheit aus.
Zu begreifen, dass es nicht nur eine richtige Möglichkeit gibt, sondern dass die Welt voller unglaublicher Lösungen steckt, ist der erste Schritt um ein brillanter Maler zu werden.
Für meine Freundin Claudia, mit der selbst Regentage Spass machen.
Einige der häufigsten Diskussionen dich mit meinen Studenten habe, ist ob schwarze Aquarellfarbe sinnvoll ist. Vorab möchte ich schon mal sagen, ich benutze kein Schwarz.
Ob man wirklich Schwarz malen will, sollte man sich stark überlegen
Haha, kleines Wortspiel.
Aber ich habe mal bei den Redensarten nachgeschlagen, nichts was wirklich positiv ist, wird mit Schwarz umschrieben: sich schwarz ärgern, da kannst du warten bist du schwarz bist, schwarz arbeiten, schwarz sehen, Schwarzmarkt. schwarze Gedanken, schwarzes Schaf und schwarze Liste
….Peng, Tod umfall, ach du scheiße, die Assoziationen werden nicht besser
Ich habe einfach nix für Happy schwarz gefunden. Sein wir mal ehrlich, willst du deinem Bild wirklich diese Assoziationen geben?
Ja natürlich, falls du gerade an einer tiefen schwarzen Depression leidest, na dann ran an den schwarzen Pinsel, alle anderen dürfen gerne weiter lesen:
Keine schwarze Aquarellfarbe
In der Tuschemalerei kann schwarze Farbe einfach gut aussehen. Dort ist sie der optimale Kontrast. In der Aquarellmalerei oder in Skizzen ist schwarze Farbe jedoch sehr gefährlich. Wenn man sie entschieden malt, wie in der Tuschemalerei, so ist sie schön, dann hat das Bild jedoch nicht mehr viel mit einem Aquarell zu tun.
Aquarelle bestechen durch ihre schönen und transparenten Farben
Der Grund warum ich keine schwarze Aquarellfarbe benutze ist, dass alle anderen Farben, die mit dieser Farbe in Berührung kommen, verdrecken.
Der andere Grund ist, dass ich Farben liebe und laut Wikipedia ist:
Schwarz das Gefühl der abwesenden Farbe.
Fertiges Schwarz heißt kein Leben in der Farbe
Schwarz heisst die Farbe macht gerade Urlaub und wir bleiben im Regen zurück
Claudia und ich haben an einem Regentag eine Windmühle gemalt, wir hatten den Wechsel aus Sonne und Regen.
Claudia benutzt in der Regenphase schwarz, ergänzt es aber mit Indigo und gebranntem Oker, so entsteht Leben im Bild. Indigo ist eine Farbe die dem Schwarz sehr verwandt ist. Umbra oder Siena gebrannt bringen dazu einen kleinen Komplementärkontrast.
Für Maler die gerne in gedeckten Farben arbeiten, hat Claudia eine optimale Kombination für die Dunkelheit gefunden:
Claudia Stichel: Windmühle im Regen
Was Claudia richtig macht, ist das sie keine fertigen Schwarztöne benutzt. Ihr Bild ist regentrüb aber nicht dreckig grau. Im Aquarell ist reines Schwarz sind oft sehr tot. es ist entweder darauf angelegt extrem dunkel zu sein oder darauf angelegt absolut neutral zu sein, das ist gut, denn es soll ja zu allem passen.
Zu allem passen, heisst keine Aussagekraft
Was zu allem passt, zeigt kein Gesicht, es ist die pure Dunkelheit. Dabei verliert man eine ganze Menge an Aussagekraft.
So bringt zum Beispiel eine große dunkle Fläche, die kalt ist, eine warme Farbe deutlich besser zum Strahlen.
Eine große dunkle Fläche, die warm ist, verbindet sich mit warmen Tönen.
Wer also eine rein schwarze Fläche malt:
Der hat ein Statement
Zu Kosten einer gewissen Isolation, die Bilder fallen auseinander, weil die schwarze Fläche etwas eigenes für sich bildet ohne auf die anderen Teile des Bildes zu reagieren.
Schwarze Aquarellfarbe mischen:
Schwarz lässt sich sehr einfach mischen, man darf dabei nicht viel Wasser nehmen, denn man möchte die Pigmente ja anhäufen, so dicht machen, dass sie schwarz werden. Prinzipiell braucht man um Schwarz zu mischen alle drei Grundfarben. Diese Grundfarben hat jeder von uns im Kasten. Man mischt die Farben aus rot, blau und gelb.
Ich benutze für meine Dunkelheiten gerne
permanent Karmin, Quinacidrome Gold und Ultramarine
Je nach Zusammensetzung erhält man ein sehr dunkles Braun, Grün, Violett oder Violett, alle Töne wirken Schwarz.
In dieser kleinen Skizze sieht man den Effekt genau:
Wirkt Schwarz, ist es aber nicht. Seht ihr die Ausblutungen des Ultramarines in der Dunkelheit?
Tine Klein: Wind und Wolken schnelle Skizze der Windmühle in Amsterdam
Diese Dunkelheit entstand aus Ultramarine, Umbra gebrannt und einem Hauch Quinacidrome Gold.
Sehr sinnvoll ist es das Schwarz zu mischen in dem du Farben benutzt, die auch in deinem Bild vorkommen. So passt das Schwarz auch immer optimal zu dem was du gemalt hast, ohne einen schwarzen fremdartigen Klotz zu bilden.
Dunkle Motive:
Dieses Wissen ist enorm wichtig, wenn man dunkle Motive malen möchte, in Amsterdam gab es sehr viele schwarze oder dunkle Häuser. Schwarz, Bordeauxtöne und gebrannter Umbra sind die Farben von Amsterdam. Trotz der dunklen Häuser, Amsterdam ist eine Stadt die freundlich wirkt. Keine Spur von Tristesse. Die Herausforderung mit Aquarellfarben ist, diese Töne so zu malen, dass sie auch freundlich wirken.
Oft muss man nicht wirklich Schwarz mischen, es reicht Dunkelheiten herzustellen. Ich zum Beispiel liebe anstelle von Schwarz die Mischung aus Ultramarin und gebranntem Ocker oder Siena gebrannt. Dies ergibt ein sehr schönes und warmes violettes Grau. Brauche ich die Farbe etwas kälter, gibt es mehr Blau in der Mischung Und benötige ich eine etwas wärmere Farbe, benutze ich natürlich mehr von der rötlichen Farbe des gebrannten Ockers. In dem folgenden 10 Minuten vor einem Regenschauer gemalt, seht ihr das Spiel aus Ultramarine und Siena gebrannt.
Generell finde ich das es viel besser aussieht, wenn das Schwarz eben nicht Schwarz ist, sondern eine sehr sehr dunkle und satte Farbe.
Dunkle satte Farbe ist aussagekräftiger als ein schwarzes Loch
Schwarz sollte mehr zu bieten haben als nur Dunkelheit
Das Licht vor dem Regen Tine Klein Windmühle in Amsterdam
In der Windmühle seht ihr ganz genau, wie ich mit der Farbe gespielt habe. Große Teile der Windmühle sind eher dunkelblau oder violett. In anderen Teilen sieht man eher die warmen Töne der Mischung. In der schwarzen Windmühle sieht man also starke Kontraste zwischen blau und fast orange also einem Komplementärkontrast, zwischen hell und dunkel und zwischen kalt und warm. Wir haben hier das Spiel von drei Kontrasten und das macht die schwarze Farbe zu einem interessanten Hingucker für das Auge. Und das nicht nur weil die Farbe so enorm dunkel ist, sondern weil sie mehr zu bieten hat als nur Dunkelheit.
Schwarz ist an sich ein Kontrast, zum Star wird sie wenn es noch andere Kontraste um sich versammelt
Versuche dein Schwarz immer abzuhandeln, wenn du ein fertig gemischtes Schwarz im Kasten hast, musst du dies nicht unbedingt wegwerfen. Versuche einmal den folgenden Trick: Gebe jeweils reichlich Pigmente von Blau oder Rot mit in das Schwarz. Wenn du jetzt zum Beispiel ein gelbes Haus gemalt hast, schau dir einmal an wie das Haus mit einem grauen Schatten, einem grauen Schatten mit Blau oder einem grauen Schatten mit Rot aussieht. Du wirst sehr deutliche Unterschiede in der Aussagekraft finden.
Deshalb hier der wichtigste Tipp:
Benutze dein Schwarz niemals pur, mache es immer zu einer Farbe
Viele Menschen malen nicht gerne mit großer Dunkelheit, weil sofort alle Fehler stark betont werden und das was vorher im Bild gut ausgesehen hat, wird plötzlich zu blass.
Auf Dunkelheit zu verzichten ist keine Lösung
Dunkelheit ist der Lichtschalter des Bildes. Ohne starke Dunkelheit wird dein Bild immer blass bleiben. Sich zu drücken ist keine Alternative.
Wenn man anfängt starke Dunkelheiten einzusetzen, muss man einfach lernen, die anderen Farben anzupassen.
Schwarz oder Dunkelheit hat den den Effekt einer Neonröhre, der entscheidende Faktor ist welche Tönung hat die Neonröhre
Wir kennen den Effekt von Neonröhren mit Kaltlicht, selbst der gemütlichste Raum wirkt damit wie eine Obdachlosenunterkunft.
Blautöne bestimmen unseren Urlaub und die Auszeit.
Alles was ich brauche ist eine kurze Pause am Wasser
Die letzten Fischer von Haffkrug…schnelle Skizzen am Strand von Tine Klein
Ich starre auf das unendliche Blau und ich bin glücklich. Einen kurzen Moment alle Sorgen vergessen, mich geborgen fühlen, irgendwo im nirgendwo, zwischen Wasser und Himmel schweben.
Wasser und Himmel ewig weit und wunderbar!
Blau ist nicht umsonst die beliebteste Farbe
In einem anderen Artikel habe ich bereits über das Blau geschrieben. Blau ist eine Farbe um die sich unendlich viele Geschichten in der Malerei ranken. Es gibt so unendlich viele Blautöne. Blau ist einfach die Lieblingsfarbe vieler Menschen. Wahrscheinlich ist Blau auch die Farbe, die am häufigsten in der Malerei vorkommt, deshalb lohnt es sich immer wieder einen genaueren Blick auf das Blau zu werfen.
Blau, der optimale Zustand des Menschen
Ja, ja, jetzt sehe ich euch schon grinsen, ihr kleinen Schnapsnasen, tatsächlich hat blau natürlich etwas mit Alkohol zu tun, wenn man sich früher besaufen musste, um aus dem Färberweit den blauen Farbstoff zu gewinnen. Darum geht es aber heute gar nicht, denn blau ist der optimale Zustand des Menschen, weil wir uns immer gut fühlen bei blauem Himmel und am Wasser.
Das Blau war immer schon die Farbe des Wohlbefindens, deshalb ist es eine Lieblingsfarbe und deshalb findet man es so oft in der Malerei.
Blau malen ist gar nicht so einfach!
Tatsächlich habe ich einen Freund, der regelmäßig seine teuersten und populärsten Bilder sternhagelvoll malt. Empfehlen würde ich das allerdings nur den Meistern, denn Blau malen ist gar nicht so einfach.
Haha, Wortspiel
Jetzt aber mal im Ernst, blau malen ist wirklich nicht so einfach. Wenn du dir jetzt einmal deine schönsten Urlaubserinnerungen vorstellst, das wunderbare riesige blaue Meer und der tolle blaue Himmel darüber, dann wirst du feststellen: Das Blau war wunderbar, ja geradezu hypnotisch, ein Hochgefühl! Doch auf dem Blatt gemalt sieht nur blau unglaublich, ja manchmal sogar grau aus.
Woran liegt das? Während wir am Wasser sind, haben wir eine ganze Reihe von wunderbaren Sinneseinflüssen, die Sonne spiegelt sich auf dem Wasser, es glitzert, die Wellen wogen über den Sand, es riecht nach Wald und der Wind greift in deine Haare.
Wenn du jetzt ein bisschen Blau auf ein Blatt malst, dann wäre es ja sehr viel erwartet, wenn dieser eine Klecks Blau all diese Sinneseindrücke zurückbringen würde.
Einfach Blau ist ungeheuer langweilig
Damit man dieser Anforderung gerecht wird, muss man sich ein bisschen anstrengen.
Blau muss mehr sein als nur Blau
Blau hat sehr häufig etwas mit Wasser zu tun, im Meer aber auch im Himmel. Wassertröpfchen reflektieren und deshalb ist der wichtigste Faktor bei blau das Licht. Nichts wird so stark von den Lichtverhältnissen des Tages beeinflusst, wie Himmel und Wasser.
Wasser und Himmel sind oft nicht nur blau, denn sie reflektieren. Der erste große Tipp den ich geben kann, ist:
Blautöne wirken am besten, wenn sie viel Licht enthalten
Wenn man ein Bild mit vielen Blautönen malt, dann ist es sehr sinnvoll die volle Bandbreite des Lichts auszuschöpfen. Deshalb ist es gutl, im Kasten Variationen von Blau zu haben, die entweder hell sind, strahlend und kraftvoll bis hin zu den ganz dunklen Varianten, die fast schwarz sind.
Das dunkle Blau
Neben den strahlend schönen Blautönen sind insbesondere die sehr dunklen Blautöne wichtig. Besonders wunderbar sind Blautöne die dunkel sind, aber nicht unbedingt deckend, denn diese Blautöne sind wunderbar geeignet um Mischfarben zu erstellen.
Deckende Blautöne sind nicht so gut zu mischen, denn sie machen die anderen Blautöne stumpf. Dennoch braucht man diese Blautöne, damit man die Dunkelheiten in ein Bild setzen kann, denn …
Die dunklen Töne bringen das Licht ins Bild.
Eine wunderbare Farbe, die für die sehr dunklen Töne zuständig ist, ist Indigo. Indigo ist eine Farbe mit der man wunderbar zum Schluss malen kann, denn merke, mischen kann man mit ihr nicht gut.
Wenn du das alles beachtet hast, und helle mittlere und dunkle Blautöne verwendet, dann kann man nichts mehr schief gehen, es wird funkeln.
Der Blick ins Blaue…
Es ist sehr wichtig das Blau abwechslungsreich zu malen, sonst ist es für das Auge wirklich super langweilig, deshalb haben wir gerade über die dunklen Blautöne gesprochen.
Auch wenn das eigentlich schon klar sein sollte. denn wir haben bereits über das Licht gesprochen, so sieht doch Blau immer noch ein wenig wunderbarer aus, wenn es auch weiße Stellen im Bild gibt. Blau und Weiß, die Arbeiten wirklich wunderbar zusammen.
Blau und Weiß sind die besten Freunde
Nimmst du dem Blau das Weiß, wirst du feststellen, dass es schnell düster oder grau wirkt.
Tipp: Der beste Freund vom Blau ist Weiß
Der trockene Strich reflektiert das Licht
Hier kommt auch der trockene Strich ins Spiel, wunderbar sehen Blautöne aus, wenn sie so schnell gemalt werden, das der Farbfluss abricht und weiße Stellen im Blau zurück bleiben.
Große blaue Flächen lernt man am besten zu gestalten, wenn man kleine Studien macht, schau wie viele Blautöne ich verwendete und wie oft das Weiß das Blau unterstützt.
25 Blautöne , das blaue Wunder
Auch wenn man nur mit einer Farbe arbeitet, heißt dies nicht, dass man wirklich nur ein Blau verwendet.
Die Auswahl an blauen Farbtönen ist unendlich.
Ca. 25 Blautöne sind am Markt erhältlich, sie unterscheiden sich auch noch von Hersteller zu Hersteller. Mein Tipp ist, versuche möglichst viele Blautöne die sich stark unterscheiden im Kasten zu haben. Blau ist eine der Grundfarben, selbst wenn der Platz im Aquarellkasten begrenzt ist, sollte man lieber Mischfarben aus dem Kasten herauswerfen, denn all diese Farben kannst du ja mischen. Ich empfehle mindestens vier unterschiedliche Blautöne.
• Ein sehr dunkler Blauton, zum Beipiel Indigo
• ein sehr warmer rötlicher Blauton, wie zum Beispiel Ultramarin, Ultramarin violett,
• ein kalter Blauton, wie zum Beispiel Coelinblau, Kobalsazur oder Bergblau
• Türkis
Nicht dass du jetzt in den Laden stürzt, und genau diese Farben kaufst. Blau ist eine sehr starke Geschmackssache. Mit welchen Blautönen man gut zurecht kommt, liegt sehr stark daran, was man malt und wie man mischt. Das Wissen was hängen bleiben muss, ist das man bei den Blautönen alles abdeckt, von fast violetten Tönen bis hin zu kalten und türkisen Tönen.
Merke: Blau ist eine Grundfarbe da ist es sinnvoll die unterschiedlichsten Variationen zu haben.
Richtig gut
Liebe Grüße ins Wochenende Tine
Es gibt viel Interessantes um das Thema Blau weiterlesen bei Tine:
Making off: Schnelles Scribble in Bremgarten beim Feierabend-Bierchen. Ich liebe diesen Ort, liebe Grüsse an meine Lieben im Kunstverein Bremgarten. Die Stadt Bremgarten ist wundervoll und original mittelalterlich, der etwas kitschige Turm nicht! Er wurde lustigerweise von einem Fan gebaut, der lieber eine Burg als ein Haus wollte. Mérci nachträglich an den Irren, ich mag sowas!
Wolken malen ist ziemlich einfach, mit einer kleinen Einschränkung.
Wolken malen ist super einfach, wenn man weiß wie’s geht
Insgesamt gibt es beim Wolken malen ein paar Stolpersteine, die sich aber leicht umschiffen lassen.
Der erste Stolperstein beginnt damit, dass die meisten Menschen überhaupt nicht wissen wie eine Wolke ausschaut.
Welche Wolke wollen wir malen?
Es gibt natürlich unendlich viele Wolkenformen. Die Form die den Maler am meisten interessiert, ist jedoch die Haufenwolke auch genannt Cumulus.
Warum? Weil sie so richtig gute Laune macht! Schönwetterwolke!
Die Haufenwolke ist bei uns allen im Gedächtnis als das Symbol für Wolke abgespeichert. Wenn man ein Kind bittet eine Wolke zu malen, dann wird es immer die Haufen- oder Cumuluswolke malen.
Diese Wolken entstehen sehr oft bei gutem Wetter, immer dann wenn man sich mit Genuss draußen aufhält. Deshalb vermute ich dass der Mensch immer genau diese Wolke als die Mutter der Wolken betrachtet. Oft ist sie auch der Vorbote eines kräftigen Wärmegewitters.
Aber ganz nebenbei, die Schönwetterwolke ist einfach in sich eine wunderbare Schönheit, genau deshalb ist sie die Lieblingswolke der Maler.
Jetzt kommen wir zu der Frage welche Form hat eigentlich die Lieblingswolke von Frau Holle?
Die Form der Wolke -Frau Holle
Wolken bestehen aus Wasser. Eigentlich sind Wolken ein Haufen von Wassertröpfchen.
Diese Wassertröpfchen türmen sich auf und dadurch bekommt die Wolke ihre typische Haufenform. Oftmals sehe ich Wolken die gemalt wurden als seien es kleine Schafe am Himmel oder schrullige Wollknäuel.
Das ist zwar ganz charmant aber völlig falsch. Die Wolke verhält sich wie ein Kopfkissen das von Frau Holle frisch aufgeschüttet wird und nun mit etwas Elan aufs Bett wirft. Denn die Wolken hocken wie Kopfkissen auf der Matratze auf tieferen Luftschichten.
Die Folge daraus ist das unsere Wolke zwar oben ausschaut wie ein Schäfchen, aber unten ist sie ganz flach.
Warum haben Wolken unterschiedliche Farben?
Wie schon erwähnt, bestehen Wolken aus kleinen Tröpfchen. Je mehr Tröpfchen da sind, desto dichter werden die Wolken und desto mehr Schatten gibt es, dies erklärt dann auch warum Gewitterwolken so dunkel sind. Wolken sind unten dunkel, weil die Wassermassen darüber schlicht einen Schatten werfen.
D. h. eine ganz normale Cumuluswolke ist oben strahlend weiß und unten ist sie immer dunkler. Je nachdem wie viel Wasser die Wolke trägt, gibt es unterschiedliche Farben, von einem zarten blaugrau, ocker oder sogar schwarzbraun.
Reflektion: Wasser bricht das Licht
Hast du schon einmal beobachtet, was passiert wenn Licht auf ein Wasserglas fällt?
Das Wasser bricht das Licht in die Spektralfarben. Der gleiche Effekt entsteht in Wolken, je nachdem welchen Winkel die Wolken zur Sonne haben, entstehen ganz unterschiedliche Farben. Insbesondere morgens oder in der Abenddämmerung.
Wolken Farben mischen leicht gemacht:
Eines schon mal vorab, wenn du die Wolke malst, musst du sehr schnell sein. D. h. beim Wolken malen ist Vorbereitung alles. Auf dem Papier hat man keine Zeit mehr für große Korrekturen. Ein ungeübter Maler sollte also immer Farbtests machen bevor er sich in die Wolkenmalerei stürzt.
Vorbereiten muss man mindestens drei Farben: Des Himmels Blau, eine helle und eine dunkle Schattenfarbe für die Wolken.
Des Himmels Blau
Des Himmels Blau, viele Maler benutzen für den Himmel wirklich babyblaue Farben, denn nichts macht so gute Laune wie gutes Wetter.
Gebräuchliche Farben sind Bergblau, Cerulian oder Lavendula. Alles leicht rotstichige Blautöne mit einem Weiss Anteil. Gut sieht auch eine Mischung aus Phatalo und Ultramarin aus.
Welches Blau du magst, entspricht nur deinen eigenen Vorlieben
Schatten und Gewitterboten
Der Schatten der Wolken hat unterschiedliche Farben. Eines kann ich dir garantieren, schwarz hat nichts in einer Wolke zu suchen, auch wenn die Wolken unten grau sind, so sprechen wir immer noch über reflektierendes Wasser. Wer schwarze Farbe in Wolken benutzt, der beraubt die Wolken jeder Leichtigkeit.
Der beste Tipp ist: Mische den Schatten der Wolken aus der Farbe des Himmels und Orange. Wenn du ein Orange benutzt, das komplementär zu deiner Himmelsfarbe ist, entsteht entweder ein schöner Grauton oder ein leichter Braunton, wenn man mehr Orange hinzufügt. Die bräunliche Farbe passt sehr gut zu Gewitterwolken.
Eine ebenso natürliche Schattenfarbe ergibt sich aus Ultramarin und einem Hauch Siena gebrannt. Aus diesen beiden Farben entsteht ein sehr warmes und rötliches Grau.
Farbige Wolken
Je nach Wetterlage oder Tageszeit können Wolken aber auch sehr farbig sein, dies entsteht durch Lichtbrechung und Reflexion.
Der mutige wird belohnt. Wer sich bei seinen Bildern traut den Wolken starke Farben zu geben, der wird mit atemberaubenden Bildern belohnt.
Die Technik des Wolkenmalens beim Aquarellieren
Wolken bestehen aus Wasserdampf, d. h. die Wolke sieht immer ein wenig weich und flauschig aus.
Man muss also allzu harte Kanten vermeiden, denn sonst sieht die Wolke aus als sei sie mit der Nagelschere ausgeschnitten, das geht nur an der Stelle wo der ganz helle Teil oben im Himmel auf dunkles Blau trifft.
Farbe sieht nur weich aus, wenn sie nass in nass gemalt wird. Die Folge ist:
Wer Wolken malt muss flott sein
Weiche Kanten entstehen, wenn man Farbe in noch feuchte Farbe laufen lässt. Und dann gleich mit einen sauberen feuchten Pinsel weiter auswäscht.
Trockener in Feucht
Gleichmäßig feuchtes Papier ist der Trick dieser Technik, denn es sorgt dafür dass keine harten Kanten entstehen. Das Papier wird mit einem großen Flachpinsel angefeuchtet, der eigentliche Trick dabei ist, dass Papier nicht unter Wasser zu setzen. Das Papier muss gleichmäßig feucht sein, dennoch dürfen auf keinen Fall große Wasserpfützen entstehen.
Feucht aber nicht nass!
Ist das Papier angefeuchtet, muss alles sehr schnell gehen, dass Blau hinter den Wolken wird aufgetragen. Am besten mit einem großen Pinsel und am besten in einem Zug. Das allerwichtigste ist das Papier nicht unter Wasser zu setzen. Die Schatten der Wolken sollten sofort gesetzt werden, dann verbinden sie sich harmonisch mit dem Hintergrund.
Niemals zögerlich und kein rumrühren in schon halbtrockener Farbe
Wenn man in halbtrockener Farbe herumrührt, entstehen üble Ansatzpunkte, Flecken und Kanten. Der 1 Million $ Tipp:
Alles malen und dann Finger weg
Wolken malen ist immer ein Wettlauf
Ich glaube es gibt hunderte Techniken mit denen man Wolken malen kann, all diese Techniken haben eines gemeinsam die Geschwindigkeit
Eines kann man festhalten: Immer dann ,wenn Farbe eintrocknet, gibt es harte Kanten und harte Kanten sind so etwas wie der natürliche Fressfeind der Wolken.
Nur an der oberen Kannte von Wolken gibt es klar definierte Ränder, unten werden Wolken durch das Wasser immer weicher. Also erst zum Schluss mit einer neuen Lasur harte Kanten setzen.
Es macht Spaß auszuprobieren, welche Technik am besten für einen selbst geeignet ist.
Ich persönlich halte nicht viel davon unterwegs meine Leinwand oder mein Skizzenbuch in eine große Pfütze zu verwandeln, wenn man vielleicht noch einen Tipp geben kann, was hilft gute Wolken zu malen, dann ist es die Pinselgröße. Mit winzigen Pinseln bekommt kein Mensch eine gute Wolke hin. Ich empfehle Flachpinsel. Mit diesen Pinseln kann man sehr flächig malen, hat aber auch an der Kante eine Spitze.
Liebe Grüße ins Wochenende Tine
Weiterlesen? Hier gibt es mal einen der ersten Blogs von Tine überhaupt….Malen im Urlaub